Nach einigen anstrengenden Wochen melde ich mich dann doch endlich mal wieder zu Wort, um darauf hinzuweisen, dass es eine neue Rezension von mir auf jarwinbenadar gibt. Dieses Mal hatte ich das Vergnügen, das neue Album der bretonischen Band Plantec unter die Lupe zu nehmen. Das Ganze hat mich leider Monate gekostet, weil in meinem Kopf so viel anderes war, dass diese Angelegenheit zwischenzeitlich einfach untergegangen ist, was mir furchtbar leidtut.
Wer Interesse hat, findet nun hier aber die fertige Rezension:
Und einen kleinen Einblick gibt es wie üblich auch an dieser Stelle:
Es gibt mittlerweile eigentlich wieder so einiges zu berichten, und ich hoffe sehr, dass ich bald die Motivation dafür finde. Wie bereits erwähnt, ist die aktuelle Zeit etwas schwierig für mich, weswegen ich mich lieber nicht festlege und dann selbst enttäusche. Neue Inhalte kommen also, wenn sie eben kommen. :D
Und hier kommt ein weiterer Titel aus meiner Musik 2014 Topliste:
Interpret: Faey Album: Golden Apples Erschienen: 2014 Label: Screaming Banshee
Tracklist: 1. Golden Apples | 2. The Moon | 3. Neue Wege | 4. Sehnsucht | 5.
Armies In The Sky | 6. Stürme | 7. Gipsy | 8. Faey | 9. Northerne Wind |
10. Armahan Kulku | 11. Die Blätter fallen | 12. Another Child
Bereits im vergangenen März erschien das mit Spannung erwartete Debütalbum der deutschen Folk-Pop-Band Faey. Ins Leben gerufen wurde die Band von Sandra Elflein, die dem einen oder anderen noch als Sängerin von Faun zur Zeit vom "Buch der Balladen" in Erinnerung geblieben sein dürfte.
Obwohl mittlerweile zur richtigen Band angewachsen, wurde der erste Tonträger noch von Sandra Elflein und Dominik Schödel mit der Hilfe von Gastmusikern aufgenommen, unter ihnen Simon Michael Schmitt (Subway To Sally), der sich auch für die Produktion verantwortlich zeigte.
Optisch kommt der Silberling schon einmal äußert vielversprechend im
Digipack mit ausführlichem, liebevoll gestalteten Booklet daher. Doch
auch inhaltlich hat "Golden Apples" einiges zu bieten: Faey
sagen von sich selbst, Musik machen zu wollen, welche die Hörer durch
geheime Türen in ferne Zeiten und fremde Welten zu entführen vermag.
Diesem Anspruch werden sie schon auf dem Erstlingswerk mehr als gerecht.
Auf der CD finden sich Songs Englisch und Deutsch, ein Text kommt
sogar in finnischer Sprache daher. Einige der Lyrics hat Sängerin Sandra Elflein selbst geschrieben, doch der Großteil sind vertonte Gedichte. Gleich mehrfach begegnet einem der Name Robert Louis Stevenson,
der wohl jedem als Autor der Schatzinsel bekannt sein sollte. Dass er
auch Dichter war, war mir persönlich vorher unbekannt - was eine Schande
ist, denn zumindest die von Faey ausgewählten Texte "The Moon", "Armies In The Fire", "Faey" und "Another Child" sind wunderschön! Mit William Butler Yeats ("Golden Apples"), Joseph von Eichendorff ("Stürme") und Friedrich Schiller ("Sehnsucht") findet man aber auch noch andere Poeten auf dem Album.
Meinem Empfinden nach ist es Faey wunderbar
gelungen, jedem der vertonten Gedichte einen passenden musikalischen
Rahmen zu geben. Die Musik unterstreicht stets die Stimmung der
Gedichte, sodass man sich wahrhaftig in den Inhalt hineinträumen kann.
Gerade beim Abschlusslied "Another Child" entsteht bei jedem Hören die Geschichte des Gedichts so klar vor meinen Augen, als würde ich dazu einen Film schauen.
Damit keine Missverständnisse aufkommen, weil ich die Fremdtexte so über den Klee gelobt habe: Auch die Songs mit Sandra Elfleins Texten gefallen mir alle wirklich richtig gut, besonders "Die Blätter fallen"
hat es mir angetan und sich schnell zu meinem Lieblinssong des Albums
gemausert. Auch das ganz ohne Gesang auskommende, energiegeladene "Gypsy" ist ein richtiges Highlight.
Musikalisch bewegen sich Faey wie bereits eingangs
erwähnt im Bereich irgendwo zwischen Folk und Pop. Musikalisch geht es
manchmal sehr poppig zu, die Folk-Instrumentierung verhindert aber zum
Glück jedeJedes Abrutschen in Richtung Schlager, was bei deutschen
Texten ja leider sehr schnell passiert. Für mich dürfte es dennoch gerne
noch mehr Richtung Folk gehen, aber das ist natürlich rein subjektiv.
Ein großartiges Album bleibt "Golden Apples" so oder so. Bleibt nur noch zu sagen: Ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen auf nordrhein-westfälischen Bühnen! :)
Meine Bewertung:
Es ist Mittwoch, ich fühle mich gesundheitlich eher mäßig, habe frei
und alle Hausaufgaben für diese Woche schon erledigt - ein perfekter Tag
also, um die Berichterstattung rund um mein bisheriges Konzertjahr
fortzusetzen! :)
05. April 2014: MPS Konzert Party, Westfalenhalle Dortmund
Ok, streng genommen handelt es sich hierbei nicht wirklich um ein
Konzert, sondern eher um ein Festival oder wie der Name der
Veranstaltung schon sagt, um eine Party. Da ich aber an dem Tag keine
Fotos gemacht habe, scheint es mir zu langweilig, einen eigenen, großen
Festivalartikel daraus zu basteln.
Am 05. April war es also zum zweiten Mal so weit. Gisi, der
Veranstalter des Mittelalterlich Phantasie Spectaculum - kurz MPS - lud
ein zur Geburtstagsparty in der Dortmunder Westfalenhalle. Ursprünglich
hatte die Party, bei der sowohl Gisis als auch der Geburtstag des MPS
gefeiert werden sollen, dieses Jahr sogar zweitägig stattfinden sollen.
Daraus wurde leider nichts, da der Vorverkauf insbesondere für den
ersten Tag nur sehr schleppend verlief.
Aus der Zeit, in der die Veranstaltung noch als zweitägig angesetzt war, existiert auch ein Trailer:
Da die Gäste an diesem Tag aufgefordert waren, nach Möglichkeit in
Gewandung zu erscheinen, war dies der perfekte Anlass für mich, meine
neue Wikinger-Gewandung einzuweihen. Ich hatte sie in den Wochen zuvor
mühsam und mit tatkräftiger Unterstützung meiner Mutter selbst genäht.
In dieser Gewandung machte ich mich dann also mit ÖPNV auf den Weg zu
unserem Treffpunkt vor einem "Restaurant" einer bekannten
Fastfood-Kette. Für alle, die das noch nie probiert haben, kann ich nur
sagen: Es ist eine Freude, sich gewandet zwischen "normalen"
Bundesbürgern zu bewegen. Die Blicke, die einem zufliegen, sind oftmals
mehr als Gold wert.
Noch etwas vor Einlass erreichten wir schließlich das Gelände der
Westfalenhalle. Gelangweilt in der Warteschlange rumstehen entfiel
gänzlich, denn vor der Halle gab es einen Mittelaltermarkt zu
besichtigen, der seinem Namen dieses Jahr zum Glück gerechter wurde als
im Jahr davor. Für die musikalische Unterhaltung sorgten zu jenem
Zeitpunkt Mr. Hurley und die Pulveraffen und kurz darauf Satolstelamanderfanz.
Als wir schließlich doch in der Halle landeten, galt es erst einmal eine wichtige Anschaffung zu tätigen: Omnia hatten aus Anlass der Party den Vorverkauf ihres grandiosen neuen Albums "Earth Warrior"
vorverlegt. Das Interesse war groß: Schon während die Band ihren
Merch-Stand aufbaute, lauerte eine Schar Interessenten in der Nähe und
wartete auf den Verkaufsstart.
Musikalisch wurde die Party dieses Jahr von Metusa eröffnet,
die viele Songs vom neuen Album präsentierten. Leider war um diese Zeit
noch nicht all zu viel los in der Halle und der Funke schien auch nicht
recht auf das Publikum überspringen zu wollen - ein Phänomen, das mir
bereits letztes Jahr bei vielen der Konzerte während der MPS-Party in
der Westfalenhalle aufgefallen war. Vielleicht ist diese riesige
Indoorbühne einfach nicht der richtige Rahmen für eine
Mittelalterveranstaltung...
Ich muss zugeben, dass ich mich an die genaue Running Order der
weiteren Konzerte nicht mehr so genau erinnere. Zu den Konzerten von den
Cobblestones, Corvus Corax und Fiddler's Green
kann ich sogar gar nichts sagen, da ich sie schlicht nicht gesehen
habe. Die Spielzeiten dieser Bands habe ich nämlich draußen auf dem
Markt verbracht, wo die Stimmung extrem gut war und ein leckerer
Hanffladen auf den Verzehr wartete.
Generell gab es gute Gründe, dem Markt vor der Türe einige Aufmerksamkeit zu widmen: Mr. Hurley und die Pulveraffen präsentierten draußen ihren neuen Song "Schrumpfkopf im Rumtopf" und mit Faey spielte eine ganz neue Band, deren Auftritte ich mir alle anschaute.
Faey zu sehen war für mich ein klares Highlight des Tages. Die Bamberger Band rund um die ehemalige Faun-Sängerin Sandra Elflein hatte gerade ihr erstes Album "Golden Apples"
veröffentlicht und stellte sich an jemem Tag erstmals einem größeren
Publikum außerhalb Süddeutschlands vor. Schon nach kurzer Zeit schaffte
es die Band, das deutsche (!) Publikum zum tanzen zu bringen, man sah
leichte Balfolk-Versuche, wie man sie sonst eher aus Holland kennt. So
war auch eine unserer ersten Feststellungen: Die müssen in den
Niederlanden spielen! Das wird SO eine Party! - Ein Wunsch, der sich
hoffentlich erfüllt.
Hier eine kleine Hörprobe der Band:
Nun aber nochmal zurück zum Geschehen in der Halle: Auch Omnia
präsentierten an diesem Tag eine ganz besondere Neuheit, nämlich ihren
neuen Gitarristen Satrya, der bewies, dass Omnia ohne Gitarristen echt
etwas gefehlt hatte - was einem vorher gar nicht so bewusst gewesen war.
Saltatio Mortis hatten natürlich die Stimmung auf
ihrer Seite. Von allen Konzerten, die ich mir in der Halle angeschaut
habe, tobte das Publikum bei ihnen am meisten. Auch waren sie an diesem
Tag endlich wieder in voller Besetzung, da Jean sich von seinen
schlimmen gesundheitlichen Problemen erholt hatte.
Als vorletztes spielten schließlich Feuerschwanz.
Zu diesem Zeitpunkt war aber bei uns so ziemlich die Luft raus. Da man
ohne Ankündigung die Tribünen an diesem Tag nicht geöffnet hatte, blieb
als Alternative zum ganztägigem Stehen eigentlich nur, sich auf den
Boden zu setzen. Das ist nach kurzer Zeit eher mäßig bequem. Gemeinsam
beschlossen wir also, unseren Tag auf der MPS Konzert-Party zu beenden
und uns auf den Heimweg zu machen. Sehr Leid tat mir, dass wir so die
letzte Band des Abends, Knasterbart, verpassten, aber
es hätte vermutlich eh keinen Sinn mehr gehabt. Vielleicht schaffen wir
es ja bei der nächsten geplanten Party 2018 einmal, bis zum Ende
durchzuhalten...
21. März: Saltatio Mortis (Support: Metusa), Hyde Park Osnabrück
Im März machten Saltatio Mortis im Rahmen ihrer "Das schwarze IXI"-Tour
halt im Hyde Park. Nicht dem großen in London, sonderen dem etwas
kleineren, dem etwas Abseits gelegenen in Osnabrück. Obwohl das Ding mit
öffentlichen Verkehrmitteln eher mäßig gut zu erreichen (bzw. vor allem
Nachts zu verlassen) ist, war dies ein guter Anlass, sich doch einmal
wieder dorthin zu begeben.
Als wir die Location knapp eine Stunde vor Einlass erreichten, wartete wie gewöhnlich bei Saltatio Mortis
schon eine stattliche Schlnage vor der Halle. Viele waren trotz der
eher winterlichen Temperaturen erstaunlich leicht bekleidet - da gilt
wohl das Motto "Wer schön sein will, muss leiden". Dafür, dass es in der
Warteschlange nicht langweilig wurde, sorgte unter anderem Dominik, der
Sänger der Supportband Metusa, der überall, wo er auftaucht, für Action
sorgt. Für den youtube-Kanal von Metusa bewegte er sich mit einer
Kamera durch die Wartenden und erforschte mit dieser sogar, was es wohl
unter den Schottenröcken einiger junger männlicher Besucher zu sehen
gab.
Als dann alle drin waren und Metusa ihren Auftritt
absolvierten, war es in der Halle schon gerammelt voll. Die Jungs und
Mädels um Frontsau Dominik aka Domenicus der Saitenreiter präsentierten
an diesem Abend ihr neues Album "Zahn der Zeit". Für mich war
es auch ihr erstes richtiges Konzert in der neuen Besetzung nach dem
Weggang von Dudelsack-und Flötenspielerin Anja. Obwohl mir das Konzert
durchaus gut gefallen hat, kann man doch nicht leugnen, welch große
Lücke Anja mit ihrem Ausstieg hinterlassen hat und es wird für mich noch
eine ganze Weile dauern, bis ich mich an die neue Besetzung gewöhnt
habe. Aber das ist vermutlich nur ganz natürlich. Von den neuen Songs
blieb mir besonders das fröhlich zum Mitsingen geeignete "Gemeinsam" im Gedächtnis.
Hier wie üblich eine kleine Hörprobe der Band:
Nach Metusa hieß es dann Bühne frei für die Headliner: Saltatio Mortis.
Diese mussten an diesem Abend wie auch an den anderen Terminen der Tour
in unvollständiger Besetzung auftreten, da Schlagzeuger Jean während
einer Probe am Beginn der Tour ins Krankenhaus eingeliefert werden
musste. Sein Fehlen hörte man natürlich, doch die Band machte aus der
schwierigen Situation das Beste und rockte, was das Zeug hält. In der
Halle wurde es bald auch unerträglich heiß und eng, was auch mein
einziger Minuspunkt an diesem Abend war.
Falls jemand die Band wirklich noch nicht kennen sollte, folgt auch hier nochmal ein kleiner Appetizer:
Am Ende waren alle verschwitzt und zufrieden und meine Begleitung
und ich machten uns auf den Heimweg. Schon am nächsten Abend sollte der
Konzertspaß weitergehen...
22. März: Punch'n'Judy, The Muddy Echoes & die B.R.U.T.. Consol 4, Gelsenkirchen
Nicht einmal 24 Stunden später machten wir uns also auf den Weg ins Ruhrgebiet. Anlass unseres Besuchs war ein Konzert von Punch'n'Judy.
Die Location war mal etwas ungewöhnlich für unsere Verhältnisse, eine
Art Jugendzentrum in einem ehemaligen Zechengebäude. Und es passiert ja
auch nicht aller Tage, dass man in einem Venue vor Beginn des Konzerts
darauf hingewiesen wird, nicht in den Flur zu kotzen oder in der
Umgebung wild zu pinkeln... Wie dem auch sei: Bevor Punch'N'Judy die Bühne entern durften, warteten zunächst noch zwei andere Bands auf uns.
Eröffnet wurde der Abend von "Die B.R.U.T.", einem
spontan ins Leben gerufenem Projekt einiger Lokalgrößen (so sagte man
uns), die wir als ortsfremde natürlich nicht kannten. Das traf textlich
jetzt nicht so ganz mein Geschmack, musikalisch war es eine
ungewöhnliche Mischung aus Deutschpunk mit ausgedehnten
Metal-Gitarrenriff-Parts.
Es folgten The Muddy Echoes, eine lokale Indie
Pop/Rock Band, die durchaus angenehm zu hören waren. Leider machte bei
ihnen der Sound an einigen Stellen ganz schöne Mucken, was den Hörgenuss
etwas dämpfte.
Zum Abschluss kamen dann die von uns lange erwarteten Punch'n'Judy.
Musikalisch ging es hier nochmal in eine ganz andere Richtung, welche
die Band selbst Crossover-Folk nennt. Die Band hatte eine ordentliche
Anzahl an Fans mitgebracht, so dass die Stimmung von Anfang an super war
und alle bei Band-Hits wie dem "Koboldkönig" oder "Grace O'Malley" mitsingen konnte. Schon alleine dieser Auftritt machte den ganzen Weg nach Gelsenkirchen mehr als lohnenswert!
Da seit letztem Jahr auch ein offizielles Video der Band existiert,
welches passender Weise auch noch genau in der Location aufgenommen
wurde, in der das von mir besuchte Konzert stattfand, möchte ich euch
auch dieses nicht vorenthalten:
Im März machten sich Faun auf den Weg, um mit dem zweiten Teil ihrer "Von den Elben"
Tour die Leute zu bezaubern. Den ersten Teil der Tour hatte ich als
erste Tour der Band seit Jahren komplett auslassen müssen, da ich mich
zu diesem Zeitpunkt noch in Schweden befand. Umso mehr habe ich mich auf
diese Tour gefreut - und das nicht zu Unrecht!
Man mag ja vom aktuellen Album der Band halten, was man mag: Faun live sind und bleiben aber ein Erlebnis! Doch fangen wir am Anfang an. Der Abend wurde eröffnet von Jyoti Verhoeff und Maya Fridman. Bei der Ankündigung des sympathischen Duos hatte Oliver von Faun
versprochen, dass die Musik der Beiden den aufmerksamen Zuhörer
unweigerlich vom Boden abheben lassen würde. Er hatte nicht gelogen. Jyoti und Maya
boten ruhige und getragene Stücke, die ihre Hörer in eine andere,
zauberhafte Welt zu entführen vermochten. So verging das kurze Set der
Beiden wie im Fluge.
Im Anschluss daran folgte dann mit Faun die
Hauptband des Abends. Und sie waren wie immer großartig. Gespielt wurde
eine Mischung aus alten und neuen Songs, wobei insbesondere die neuen
Songs in einer Weise arrangiert waren, die alle, denen auf dem aktuellen
Album die ein oder andere Verspielheit gefehlt hat, sicher gütig
stimmen musste. Zwischen den Songs sorgte Oliver mit seinen
unterhaltsamen Ansagen für Stimmung, so dass das Publikum im Rosenhof
bald buchstäblich tobte.
Eine Besonderheit der Tour war sicher auch die Zusammenarbeit mit Greenpeace. So warben Faun
an jenem Abend wie auch bei den anderen Terminen der Tour dafür, eine
Baumpatenschaft für eine Buche im Spessart zu übernehmen - eine Bitte
der wir und viele andere natürlich sehr gerne nachkamen!
Nach dem Konzert machten meine Begleitung und ich uns mit bester
Stimmung auf den Heimweg. In dem Wissen, dass nur wenige Tage später ein
weiteres Faun-Konzert auf uns wartete.
Doch bevor ich dazu komme, erst einmal eine Kostprobe von Jyoti Verhoeff und Maya Fridman:
Für unseren zweiten Faun-Besuch dieses Jahr machten
wir uns auf den Weg in den Ruhrpott, in die Zeche nach Bochum. Es
sollte ein ganz besonderes Konzert werden: Tourabschluss!
Eröffnet wurde das Konzert genauso wie zuvor in Osnabrück von Jyoti Verhoeff und Maya Fridman, was wieder eine sehr schöne Einstimmung für den Abend war.
Im Anschluss daran zeigten Faun wieder einmal, was für
eine großartige Liveband sie sind. Passend zum Tourabschluss hatten sie
sich dabei aber noch etwas ganz besonderes überlegt: Wer dort war, hatte
die Möglichkeit, das Lied "Diese kalte Nacht" in einer ganz
neuen und unerwarteten Version zu erleben, nämlich als Pagan
Swing-Stück! Die Idee ging auf, Band und Publikum hatten sichtlich Spaß
an der Darbietung. Glücklicherweise wurde der Song aufgenommen, so dass
sich im Nachhinein auch andere daran erfreuen konnten:
Bei den nächsten von mir besuchten Konzerten sollte es dann wieder etwas lauter werden, doch dazu später mehr...
An dieser Stelle möchte ich einen kleinen Rückblick geben auf die Konzerte, die ich dieses Jahres schon so besucht habe.
Eigentlichhatte ich das in einem Beitrag machen wollen, das war aber
leider aufgrund der Menge der schon besuchten Veranstaltungen nicht
möglich, ohne einen ellenlangen Text zu produzieren... Deswegen habe ich
mich entschieden, das Ganze aufzuteilen. Hier nun erstmal Teil 1 :D
25. Januar: Cara, Lagerhalle Osnabrück
Eröffnen durfte den jährlichen Konzertreigen dieses Mal eine Band, die ich vorher noch nicht kannte. Cara
kommen aus Deutschland, Irland und Schottland und spielen Irish Folk -
und zwar richtig guten, wie ich an diesem Abend erfahren durfte. Das
Konzert fand in der Lagerhalle in Osnabrück statt, in der zu diesem
Zweck Stühle aufgestellt worden waren. Diese Stühle füllten sich auch
sehr bald, wobei meine Begleitung und ich belustigt feststellten, dass
wir den Altersdurchschnitt an diesem Abend wohl recht erheblich senkten.
Als die Bandmitglieder vor dem Auftritt Flyer verteilten, wollten sie
gar erst nicht glauben, dass wir wirklich zum Konzert wollten und uns
keine geben ;)
Mit dem Konzert entführten Cara die Zuhörer dann in
eine ganz eigene, keltische Welt. Tanzbare Stücke, bei denen man sich
kaum ruhig auf den Stühlen halten konnte wechselten sich ab mit
wunderschönen Balladen. Richtig lohnenswert war es auch, etwas genauer
auf die Texte zu achten. Wer das beispielsweise bei "The Widow's
Promise" beherzigte, der konnte sich bald kaum noch halten vor Lachen.
Ein besonders schönes Detail fand ich ja auch, dass die Bandmitglieder
sich zur Feier das Tages - der 25. Januar ist der Geburtstag des
schottischen Dichters Robert Burns - Haggis-Broschen an die Kleidung
gesteckt hatten. Sachen gibt's! :D
Nur so nebenbei: Als wir die Location schließlich glücklich und
zufrieden verließen, gab es noch eine ganz besondere Seltenheit zu
bestaunen: Schnee! An diesem Abend sah ich den einzigen Schnee in
Deutschland im gesamten 'Winter' - aber nun zurück zum eigentlichen
Thema ;)
Sollten Cara sich jedenfalls noch einmal in die
Nähe verirren (was ich bei der Begeisterung des Publikums doch wohl
schwer hoffen will), bin ich sicher wieder mit dabei. Und dieses Mal
habe ich dann hoffentlich auch genug Geld dabei, um mir eine CD der
wundervollen Truppe zuzulegen!
Kleine Soundprobe:
21. Februar: Rapalje, Lagerhalle Osnabrück
Und weiter geht es mit Celtic Folk, wieder in der Lagerhalle, dieses Mal jedoch nicht bestuhlt und aus den Niederlanden: Rapalje!
Obwohl ich die Band als fleißiger MPS-Gänger natürlich schon seit
Jahren kannte, hatte ich es bisher noch nie zu einem Clubkonzert der
vier Schottenrockträger geschafft.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Wiederfinden der Lagerhalle
(verdammt, ist Osnabrück eine verwinkelte Stadt!) suchten meine
Begleitung und ich uns ein lauschiges Plätzchen in der Menge und dann
ging es auch schon los. Dass die Stimmung in der Halle sofort super war,
brauche ich eigentlich gar nicht zu erwähnen. Schließlich ist es sowas
wie ein Naturgesetz, dass bei Rapalje-Auftritten die
Laune sämtlicher Anwesenden sich unmittelbar zum Besten wendet. Da war
auch dieser Abend keine Ausnahme. Auch die Setliste dürfte mit Hits wie "Caledonia", "Wat zullen we drinken" oder "Heart of Steele"
wohl alle Fans glücklich gemacht haben. Im Anschluss an das reguläre
Konzert gab es dann sogar noch eine Zugabe auf den Tischen im Vorraum
der Lagerhalle. So sieht ein gelungener Konzertabend aus!
[Den folgenden Absatz können alle ignorieren, die nicht die drei
nervtötenden Teenager sind, welche in der ersten Hälfte des Konzertes
hinter uns standen: Es geschieht euch sowas von Recht, wenn meine
Begleitung euch mit ihrer Anmerkung für den Abend die Laune verdorben
hat. Sich mitten ins Publikum zu stellen, um dann während des kompletten
Auftritts lauter als die Musik über die besten Haarfrisuren im
Freundeskreis zu quatschen, geht einfach mal gar nicht. Solche Leute wie
euch mag keiner. Punkt.]
Heute möchte ich, quasi als Eröffnung der neuen Rubrik
"Albumvorstellung", ein ganz besonderes musikalisches Projekt
vorstellen. Das Album trägt den Namen "Folk For The People" und
kann einzig als digitales Album über Bandcamp erworben werden. Obwohl
ich normalerweise ein großer Freund physischer Tonträger bin, ob nun auf
CD oder ganz klassisch auf Vinyl, soll dieses Projekt hier nicht
unerwähnt bleiben, und das aus gutem Grund.
Bei "Folk For The People" handelt es sich um eine
Compilation, zu der 35 internationale Folkbands beigetragen haben.
Einige Bands, insbesondere von denen aus Deutschland, den Niederlanden
und Belgien, waren mir vor Erwerb der Compilation schon bekannt, die
meisten jedoch überhaupt nicht. Es sei aber so viel gesagt: Auf dem
Album verbergen sich einige Perlen, die darauf warten, entdeckt zu
werden!
Mit Faun und The Dolmen haben zwei
Bands einen Beitrag geleistet, die beispielsweise den Besuchern des
Mittelalterlich Phanatsie Spectaculums nicht fremd sein dürften.
Freunden niederländischer Folkmusik dürften unter anderem Bands wie LEAF, Sowulo oder Kelten Zonder Grenzen ein freudiges "Oh!" entlocken und wer je die Gelegenheit hatte, die Belgier von Rastaban live zu sehen, der dürfte auch mit diesem Namen gute Erinnerungen verbinden.
Neben diesen vielleicht dem Einen oder Anderem bekannten Namen
finden sich auf der Compilation zahlreiche osteuropäische Bands,
vorrangig aus der Ukraine. Und das ist auch kein Wunder, betrachtet man
die Geschichte des Albums: Bei "Folk For The People" handelt es
sich nämlich um eine Benefiz-Compilation für die Opfer der Repression in
der Ukraine. Sämtliche Erlöse aus dem Verkauf der Compilation fließen
an die Organisation EuromaidanSOS. Bisher sind so schon um die 2500 Euro zusammengekommen.
Ins Leben gefrufen wurde die Aktion von Mich Rozek, dem Drummer der belgischen Gruppe Rastaban,
die ebenfalls auf dem Album vertreten ist. Er hat selber ukrainische
Vorfahren und die Aktion vor dem Hintergrund der Unruhen in Kiew
innerhalb kürzester Zeit aufgebaut, um den Opfern der Gewalt dort zu
helfen.
Wer sich entscheidet, die Compilation zu kaufen und herunterzuladen,
bekommt für nur 10 Euro (oder natürlich mehr, wenn er oder sie eine
größere Spende machen möchte) eine ausgezeichnete Folk-Compilation mit
mehr als 3 Stunden Musik. Dabei gibt es allerhand zu entdecken, auf das
man zufällig vermutlich nie gestoßen wäre - und man leistet einen
kleinen Beitrag zur Hilfe. Wenn das mal kein guter Deal ist!
...und schon ist es wieder vorbei, das schöne, lange Wochenende - und mit ihm das erste MPS
(Mittelalterlich Phantasie Spectaculum) dieses Jahr in meinen Gefilden.
Für mich ging es dieses Mal nur an zwei Tagen (Mittwoch und Samstag)
nach Dortmund. An den anderen Tagen wartete ein Kurzurlaub an der
niederländischen Grenze mit meiner Familie. Aber dazu später mehr. In
diesem Eintrag soll es nun erstmal um meine Erlebnisse beim MPS gehen.
Mittwoch, 30. April:
Mittwoch Vormittag ging es los. Die Anfahrt mit der Bahn verlief
problemlos (was ja bekanntlich keine Selbstverständlichkeit ist) und das
Reisegepäck war auch ausnahmsweise einmal relativ leicht, da es nur um
eine Übernachtung im Zelt einer Freundin ging.
Zunächst spielte sogar das Wetter mit. Der Wetterbericht hatte uns
schon schlimmes befürchten lassen, aber sowohl beim Zeltaufbau als in
den ersten Stunden auf dem Gelände blieb es trocken.
So konnten wir in Ruhe Saor Patrol und Ye Banished Privateers
genießen, eine schwedische Piratenband, die dieses Jahr ganz neu auf
dem MPS ist. Ich kann nur jedem, der die Möglichkeit hat, dazu raten
sich diese coole Truppe anzuschauen. Die Band tritt bei ihren Konzerten
mit wechselnder Besetzung an, auf den Weg nach Dortmund hatten sie sich
zu elft gemacht. Obwohl die Band den meisten Besuchern vorher unbekannt
gewesen sein dürfte, gelang es ihnen in kürzester Zeit, das Publikum für
sich zu gewinnen, und das nur zurecht. Gut gespielter Piraten-Folk,
witzige Showeinlagen und lebhafte Interaktion mit den Leuten vor der
Bühne sorgten dafür, dass von Konzert zu Konzert an diesem Tag mehr
Zuschauer zur Folkbühne strömten.
Für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Die Band hat auch ein ziemlich gutes Video zu ihrem Song "Welcome To Tortuga" gemacht:
Am Vorabend wollten wir dann die immer wieder grandiosen Mr. Hurley & die Pulveraffen
genießen, doch es sollte leider anders kommen: Mitten während des Sets
kam auf einmal Gisi (Gisbert Hiller, der Veranstalter des MPS) auf die
Bühne um uns von einer akuten Unwetterwarnung in Kenntnis zu setzen. Der
Himmel sah zu diesem Zeitpunkt noch total unverdächtig aus, doch wir
entschlossen uns trotzdem schweren Herzens, das Gelände vorläufig zu
verlassen und uns zu unserem Zelt zu begeben - eine weise Entscheidung,
wie sich kurz darauf rausstellte. Das Wetter kippte wirklich
blitzschnell um und wir ließen Gewitter und Starkregen von unserem Zelt
aus über uns ergehen. Die Veranstaltung musste auf Anweisung von Polizei
und Feuerwehr ohnehin kurzzeitig unterbrochen werden.
Nach dem Unwetter war es um die Motivation meiner Begleitung geschehen, so dass ich im Endeffkt alleine zum Knasterbart-Konzert
gehen musste, welches um Mitternacht beginnen sollte. Zum Glück bleibt
man beim MPS selten lange allein, so dass ich bald ein nettes Gespräch
mit meiner Nebenmann in der ersten Reihe führte, während wir auf den
Beginn des Konzertes warteten. Der ganze Zeitplan hatte sich als Folge
des Unwetters verschoben, weswegen das Konzert erst um Eins anfing. Doch
wie üblich waren Knasterbart das Warten mehr als wert, auch wenn sie dieses Jahr "nur" bis 3 Uhr Nachts spielten. Sämtliche Gossenhauer der Band wie die "Leckere Lotta" und "Mein Stammbaum ist ein Kreis" wurden zum besten gegeben und bei Instrumentalstücken wie dem "Hinterwäldlertanz"
konnte ausgiebig in den Mai getanzt werden. (Nur so nebenbei: Während
des Soundchecks, also kurz nach Mitternacht, war sogar ein Maikäfer auf
die Bühne geflattert. Das nenne ich mal symbolisch! :D )
Nach dem Konzert konnte ich es mal wieder kaum noch erwarten, das bald erscheinende Album in den Händen zu halten!
So ging der Mittwoch für mich zu Ende und nach einem kurzen
Schlafzwischenstop im Zelt machte ich mich auf den Weg in den Urlaub um
dann am Samstag für einen weiteren Tag auf das MPS zurückzukehren. Doch
das ist eine andere Geschichte, und sie soll später erzählt werden...
Die dänische Band Valravn, die nach einer
längeren Schaffenspause gerade an ihrem dritten Album arbeitet, kommt im
Dezember für eine kurze Tour nach Deutschland, und zwar an folgenden
Terminen:
Ihren Stil bezeichnet die Band um die von den Färöern stammende
Sängerin Anna Katrin Øssursdóttir Egilstrøð auf ihrem Facebook-Profil
als "Nordic Folkctronica". Traditionelle nordische Melodien, Instrumente
und teils mittelalterliche Texte treffen hier auf elektronische Beats.
Das mag sich zunächst nach einer merkwürdigen Mischung anhören, ist aber
meines Erachtens nach mehr als nur ein flüchtiges Reinhören wert.
Live soll das Ganze auch sehr überzeugend sein, was ich leider nicht
beurteilen kann und auch nach dieser Tour nicht werde beurteilen können,
da der Teil Deutschlands, in dem ich lebe recht weiträumig ausgespart
wird :( Aber vielleicht bekommt ja der ein oder andere, der es näher hat Lust hinzugehen und sich das Ganze mal anzuhören.
Soundprobe:
Valravn - Koder På Snor (vom derzeit noch aktuellen zweiten Album gleichen Namens)