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Samstag, 25. Januar 2020

Konzertbericht: Night Of The Pirates in Hamm

Mitte Juli stand ein weiteres, vielversprechendes Wochenende vor der Tür, und es begann am 19. mit der Night Of The Pirates in Hamm. Bei der Veranstaltung handelte es sich eigentlich um das Fanclub-Treffen der Privateers of Libertalia, dem Fanclub der schwedischen Piratenband Ye Banished Privateers, in dem ich kein Mitglied bin, weil ich mich für solche Clubs einfach nicht erwärmen kann. Umso schöner, dass die Konzerte auch in diesem Jahr wieder für Nicht-Mitglieder offen waren, und das zu einem wirklich erschwinglichen Eintrittspreis!

Auch 2019 fand das Treffen wieder stilecht im Pirates in Hamm statt. Der sympathische Club lieferte natürlich auch gleich wieder die passende Atmosphäre, und auch die zahlreichen piratig gewandeten Besucher trugen das Ihre zur Stimmung bei. So stand einem tollen Konzertabend nichts mehr im Weg!

Los ging es erst einmal mit Punch'n'Judy. Es ist ja schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Band aus dem Ruhrgebiet auf der Bühne stets alles gibt, und da machte auch dieser Abend keine Ausnahme. Obwohl sie ihren Auftritt mit leicht dezimiertem Line-Up spielen mussten, brachten sie das Publikum innerhalb kürzester Zeit zum Toben. Die Stimmung war hervorragend und es gab einen ziemlich regen Austausch zwischen Band und Zuhörern - Piraten sind eben nicht schüchtern mit Musikwünschen und Beifallsbekundungen. Zur Krönung des Auftritts gab es dann noch einen kleinen Ausblick in die Zukunft. Sänger Sascha gab einen Einblick in das (mittlerweile natürlich längst erschienene) neue Projekt der Band, das Hörspiel "Die Legende des Koboldkönigs". Und natürlich durfte zum Ende des Konzerts auch eben jenes Stück über den Koboldkönig nicht fehlen, welches die Band schon so lange begleitet und immer wieder zu den Publikumslieblingen zählt.


Als zweite Band des Abends betraten dann etwas später Sunfire die Bühne. Die niederländische Band um Sänger Satria, den der eine oder andere noch als Mitglied von Omnia in Erinnerung haben dürfte, zählt mit ihrem Western Folk wohl zu den spannendsten und exotischen Projekten unserer Szene. Hier fühlt man sich optisch und musikalisch in die Zeit von Cowboys, Saloons und Duellen in der Mittagshitze erinnert. Wie das zur Night Of The Pirates passt? Ganz hervorragend! Selbst Jim von den Ye Banished Privateers tauschte Dreispitz gegen Cowboyhut und begab sich als Gastmusiker auf die Bühne, und das Publikum war ebenfalls nicht zu bremsen. Da flog durchaus die eine oder andere Kopfbedeckung mit einem lauten "Yeehaw!" durch die Gegend.


Unbestrittener Höhepunkt des Abends waren dann aber natürlich Ye Banished Privateers. Auch sie zeigten sich in Hochform und hatten merklich Bock auf den Auftritt. Musikalisch blieben auch keine Wünsche offen, die Band spielte Lieder von allen drei Alben sowie einige bisher unveröffentlichte Stücke, und nicht alles in der altgewohnten Form. Im Vorfeld waren die Mitglieder des Fanclubs nämlich dazu aufgerufen worden, Vorschläge für schräge, alternative Versionen und Cover zu machen, was zu interessanten Ergebnissen führte. Und da das Publikum ja im Wesentlichen aus (Hardcore-)Fans der Band bestand, wurde natürlich alles fleißig mitgesungen. In einer ihrer Ansagen ließ die Band auch noch einmal die Enge Verbindung zu ihren deutschen Fans Revue passieren. Außerdem erhielt die Leitung des Fanclubs ein wohlverdientes Lob - kein Wunder, gibt es doch aktuell kaum einen aktiveren Fanclub als die Privateers of Libertalia, die auch seit Jahren keine Kosten und Mühen scheuen, tolle Veranstaltungen wie die Night of The Pirates in Hamm auf die Beine zu stellen. Und so wurden wir alle an diesem Abend Zeuge der erst zweiten Livevorführung des Songs "Devil's Bellows", welcher zwar sowohl für die Band als auch ihre deutschen Fans eine besondere Bedeutung hat, jedoch mit 9 1/2 Minuten und einer enormen Menge aneinandergereihter Namen sicherlich keine Freude im Vortrag ist. :D


Für uns ging der Abend nach dem Auftritt von Ye Banished Privateers zu Ende, für den Fanclub verlagerte sich die Veranstaltung nach drinnen, wo noch ein Auftritt von Vollbard stattfinden sollte. Man kann sich gut vorstellen, dass die Party in dieser Nacht noch lange ging. Wir jedoch machten uns nach drei durch die Bank großartigen Konzerten glücklich und zufrieden auf den Heimweg. So einen Abend können wir hoffentlich auch in Zukunft noch ganz oft wiederholen!


Montag, 6. Januar 2020

Meine Musik des Jahres 2019

Da ist doch tatsächlich schon wieder ein neues Jahr angebrochen und die Blog-Berichterstattung hängt noch irgendwo im letzten Sommer fest *hüstel*. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen Lesern ein frohes neues Jahr zu wünschen. Hoffentlich seid ihr alle gut reingerutscht und könnt auf ein gutes Jahr 2019 zurückblicken.

Für mich war 2019 definitiv ein gutes Jahr. Klar, nicht alles lief perfekt und es schmerzt mich immer noch, dass ich in diesem Jahr mein armes, kleines Kaninchen für immer gehen lassen musste, aber insgesamt verbinde ich mit dem nun vergangenen Jahr hauptsächlich positive Erinnerungen.

Auch musikalisch war 2019 ein wirklich spannendes Jahr. Die Liste der spannenden Neuerscheinungen im Mittelalter- und Folkbereich wollte förmlich kein Ende nehmen. Und hier ist sie nun für euch, meine Musik des Jahres 2019. Wie immer alphabetisch sortiert. Existierende Rezensionen werden verlinkt, die Fehlenden bei Lust und Laune nachgeliefert. Oder eben auch nicht. Oder erst in ein paar Jahren, wer weiß das schon. :P



Die spannendsten Mittelalter- und Folkalben 2019:


Eluveitie - Ategnatos

Emian - Egeria

Faun - Märchen & Mythen

Heilung - Futha

Knasterbart - Perlen vor die Säue

La Horde - X

MacCabe & Kanaka - Around The Capstan

Mr. Hurley & die Pulveraffen - Leviathan



Pyrolysis - Daylight Is Fading

Reliquiae - Babylon

Sowulo - Mann

Stormfrun - Down (EP)

Subway To Sally - Hey!

Versengold - Nordlicht

Vogelfrey - Nachtwache

Vroudenspil - Panoptikum


Was ich dieses Jahr sonst noch gerne gehört habe:

Avantasia - Moonglow

Männi - Mir tut alles weh

Refused - War Music

Ville Valo & Agents - s/t

Mittwoch, 28. August 2019

CD-Vorstellung: Punch'n'Judy - Die Legende des Koboldkönigs

Koboldkönig wird der Eine, der laufen kann über heiße Glut...

Wer sich in der Mittelalterszene bewegt bei dieser Zeile nicht sofort eine Melodie im Kopf hat, der muss in den letzten Jahren ganz schön geschlafen haben. ;) Die Musiker von Punch'n'Judy haben ordentlich nachgelegt und diesem Hit nun ein ganzes, eigenes musikalisches Hörbuch gewidmet. Ich hatte nun die große Freude, das neue Werk für jarwinbenadar mal etwas genauer unter die Lupe nehmen zu dürfen. Das Ergebnis hat mir exzellent gefallen, doch mehr dazu findet ihr in meiner Rezension:


Wer schon einmal gerne reinhören möchte: gerade ist ein brandneues Video zum Song "Aug' um Aug'" erschienen. Reinschauen lohnt sich definitiv!


Samstag, 19. Mai 2018

Konzertbericht: Pub Rock #3 in Dülmen

Am 24. Februar führte mich mein Weg bereits zum zweiten Mal in die Neue Spinnerei nach Dülmen. Dort fand an diesem Abend die dritte Auflauge der Pub Rock-Veranstaltung statt. In diesem Rahmen spielten gleich vier Bands in dem sympathischen Jugendzentrum.

Den Anfang machten Broken Blessing aus Oberhausen. Die junge Band, die erst im vergangenen Jahr gegründet wurde, spielte an diesem Abend tatsächlich ihr allererstes Livekonzert. So etwas darf man ja auch nicht alle Tage miterleben! Die Band meisterte die Herausforderung ziemlich souverän und stellte dem Publikum, welches doch recht zahlreich erschienen war und interessiert lauschte, ihre Musik vor, die sich im Alternative Rock/Grunge-Bereich bewegt.

Über schon mehr Liveerfahrung und vor allem auch exzessive Spielfreude verfügten Tyler Leads aus Recklinghausen. Die Jungs nutzen die kleine Bühne für eine Selbstinszenierung, die ganz großer Rockstars würdig gewesen wäre. Das machte richtig Spaß und war ansteckend. Wer Heavy Rock mag oder mal wieder eine richtig gute Rockshow sehen will, sollte den Jungs bei einem ihrer Auftritte unbedingt mal einen Besuch abstatten!


Musikalisch in einer ganz andere Richtung gingen Held der Arbeit. Optisch und inhaltlich ganz klar im Steampunk-Bereich verortet war es für die Augen schonmal eine Freude, ihrem Auftritt zu folgen. Musikalisch ging das Ganze in Richtung von frühem 80er Jahre New Wave, teils auch mit Industrial-Elementen. Eine interessante Band, deren weitere Entwicklung ich auf jeden Fall im Auge behalten möchte.


Den Abschluss des Pub Rock Konzertes bildeten in schöner Tradition Punch'n'Judy. Es dürfte sich mittlerweile wohl überall herumgesprochen haben, was für eine hervorragende Liveband diese sind, und so ließ auch an diesem Abend die Party vor der Bühne nicht lange auf sich warten. Viele der Besucher waren außerdem "Wiederholungstäter", die bei den meisten Songs der Band lautstark mitsingen konnten. So konnte dieses Konzert ja nur ein großartiger Abschluss für die dritte Pub Rock Auflage werden, und genauso kam es auch. Wäre schön, wenn wir uns alle im kommenden Jahr zu einer vierten Runde wiedersehen würden!


Dienstag, 18. Juli 2017

Zwischen Wikingern und Piraten - Die Role Play Convention 2017 in Köln

Dieses Jahr habe ich zum zweiten Mal der Role Play Convention in Köln einen Besuch abgestattet. Nachdem ich bereits im Vorfeld eingehend das Programm studiert habe, fiel die Entscheidung, die Convention in diesem Jahr am Samstag zu besuchen.

Um die bei Conventions gerne üblichen Einlasschlangen zu umgehen, fuhr ich nicht gleich zur Eröffnung hin. Eine Strategie, die sich auch dieses Mal wieder bewährte. So dauerte es höchstens zwei Minuten, bis ich die recht ausführliche Taschenkontrolle hinter mich gebracht hatte und mit der Erkundung der Messehalle beginnen konnte.

Zunächst drehte ich eine ausführliche Runde durch die Haupthalle mit all ihren Händlern und Künstlern, später stattete ich dann auch der stets etwas leereren unteren Halle, die aber schon wegen einiger interessanter Künstler, die dort ihre Stände hatten, einen Abstecher wert war.

Viel Zeit verbrachte ich aber an diesem Tag wirklich damit, mir verschiedene, spannende Programmpunkte anzusehen. Los ging es dabei für mich um 13 Uhr im Lesecafé von Feder & Schwert, wo Tommy Krappweis aus seinem Buch "Ghostsitter 4 - Schreck im Spiegelkabinett" las und zwischendurch auch die eine oder andere unterhaltsame Anekdote zur Entstehung des Buches und der Bedeutung guter Lektoren und verständnisvoller Verlage zum Besten gab.

Gut gefüllte Lesung von Tommy Krappweis

Gleich im Anschluss spurtete ich zum ersten Mal an diesem Tag nach draußen, wo es neben einem kleinen Mittelaltermarkt die große Outdoor-Bühne gibt. Auf der spielten nämlich noch ein paar Minuten Punch'n'Judy. Den Großteil des Sets hatte ich natürlich verpasst, aber ich kam gerade richtig, um noch "Koboldkönig" zu hören, einen meiner Lieblingssongs der Band.

Punch'n'Judy

Danach blieb ein wenig Zeit zur Erkundung des Mittelaltermarkts, wo ich eine Zeit lang beim Auftritt von Brigada Pirata hängen blieb, einer italienischen Piratenband, die sehr sympathisch rüberkamen und gut Stimmung machte. Um 15 Uhr ging es dann aber auch schon wieder zurück ins Lesecafé, was bei der draußen herrschenden Hitze aber eigentlich auch ganz angenehm war. Dort lasen Bernhard Hennen und Robert Corvus aus der Phileasson-Saga und gaben sich dabei sehr amüsante Wortgefechte. Robert Corvus brachte die anwesenden Zuhörer dann auch noch dazu, mit ihm gemeinsam einen spontanen Chor zu bilden, der gemeinsam das Lied "König der Meere" trällerte - quasi ein Drunken Sailor in der speziellen Phileasson-Version.

Brigada Pirata

Schon um 17 Uhr ging es dann weiter im Programm, diesmal mit einem Vortrag von Tommy Krappweis und Rudolf Simek, einem der wohl bekanntesten Skandinavisten des deutschsprachigen Raumes. Bekanntlich hatte sich zwischen dem Autoren und dem Wissenschaftler eine enge Zusammenarbeit entwickelt, als Tommy Krappweis an seinen "Mara und der Feuerbringer"-Romanen gearbeitet hatte (die übrigens - jubel! - fortgesetzt werden). Und eben über diese Zusammenarbeit berichteten die beiden nun in diesem Vortrag, der unter dem schönen Titel "Götter, Gags und Fantasy - Wissenschaft und Fantasy in 'Mara und der Feuerbringer'" stand. Das konnte ich mir als Skandinavist und Fantasy-Fan doch unmöglich entgehen lassen - eine Einschätzung, die wohl viele teilten, passten doch die Interessierten gar nicht alle in den kleinen Workshop-Raum. Die Menschen saßen auf allen Stühlen, hockten davor und standen in mehreren Reihen dahinter, und trotzdem blieben noch ein paar vor der Tür.

Der Workshopraum war eindeutig zu klein für die vielen Interessenten beim Vortrag von Tommy Krappweis und Rudolf Simek

Der Vortrag wurde dann aber auch wirklich großartig, verstehen es doch sowohl Tommy Krappweis als auch Rudolf Simek hervorragend, interessant und kurzweilig zu erzählen. Man erfuhr viel darüber, wie die Zusammenarbeit der beiden recht unterschiedlichen Männer zustande kam und sich entwickelte und die kleinen, nicht gemeinen Seitenhiebe, die sich die beiden über die ganze Zeit gegenseitig zuwarfen, brachten das Publikum häufig richtig heftig zum lachen.

Nach dem Vortrag rückte das Ende dieses schönen Tages auf der RPC so langsam und allmählich in Sichtweite. Es wurde Zeit, ein paar letzte kleine Einkäufe zu machen und sich mit einem leckeren Milchshake bewaffnet wieder in die knallende Sonne vor der Bühne zu wagen. Um 18:45 Uhr begann da nämlich das Konzert von Jan Hegenberg, welches für mich den perfekten Abschluss dieses schönen Convention-Tages bildete. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte ich dieses Jahr - Spotify sei dank - auch endlich mitsingen. Wie toll es einfach klingt, wenn das ganze Publikum bei Songs wie "Die Horde rennt" mitsingt - und wie dumm du dir vorkommst, wenn du selber davon vorher noch nie gehört hast :P Gut, diese Bildungslücke wurde jedenfalls im Laufe des letzten Jahres behoben, und an diesem Samstag konnte dann auch endlich der schreckliche Makel beseitigt werden, keine Jan Hegenberg CD zu besitzen.

Jan Hegenberg

Mit diesem Konzert ging also mein Tag auf der Role Play Convention 2017 zu Ende. Meine Ausgaben hielten sich dabei sogar mal im Rahmen, die wahre Eskalation erfolgte dann erst eine Woche später bei der Dokomi, haha. Doch davon berichte ich natürlich später in einem eigenen Post mehr. ;)

Dienstag, 14. März 2017

Konzertbericht: Punch'n'Judy in Dülmen

Am 18. Februar verschlug es mich mit einer Freundin erstmalig in die Neue Spinnerei nach Dülmen. Dort gaben sich an diesem Abend gleich drei Bands und ein Solokünstler die Ehre.

Unsere anfängliche Sorge, dass wir ein bisschen zu alt sein könnten für eine Location wie die Neue Spinnerei, die ziemlich auf Jugendarbeit konzentriert ist, erwies sich zum Glück schnell als unbegründet. Schon zum Einlass hatten sich Menschen aller Altersklassen eingefunden, die zusammen ein nettes und ansehnliches Publikum bildeten.

Bald ging es dann auch schon los mit dem ersten Auftritt des Abends. Dieser wurde bestritten von Complaints aus Köln. Der sympathische Singer-Songwriter wurde von dem optisch zugegebenermaßen ziemlich offensichtlich Metal-geprägten Publikum auch sehr positiv aufgenommen. Und das ganz zu recht, denn es machte wirklich Spaß, ihm zuzuhören, sowohl bei den ruhigen als auch bei den druckvolleren Stücken seines Sets.

Nach kurzer Pause ging es dann weiter mit Travels & Trunks aus Dortmund. Diese zelebrierten unheimlich charmant den Sound von einem Amerika längst vergangener Zeiten. Ganz was anderes, als meine Ohren sonst so gewohnt sind, aber gerade deswegen auch so spannend. Zu hören gab es sowohl Eigenkompositionen als auch Coverversionen, und für einige Lieder bekam die Band dann auch nochmal Unterstützung von Complaints, der den Sound der Band wunderbar ergänzte. Für große Erheiterung sorgte auch die Verabschiedung der Band, in der sie dem wirklich durchgängig ziemlich düster gekleideten Publikum dankten, dass sie zugehört hatten, obwohl es gar keinen Metal zu hören gab.


Als dritte Band standen Elmsfeuer auf dem Programm. Diese hatten zunächst einige Probleme mit der Technik, weswegen sich der Konzertbeginn leider verzögerte und ihr Set am Ende zeitlich beschnitten werden musste. Es war das erste Mal, dass ich sie in ihrer neuen Besetzung sah, die in der jüngeren Vergangenheit einige Änderungen durchgemacht hatte. Es wurde ein kurzes, aber großartiges Konzert. Das Publikum ging von Anfang an gut mit ab, es wurde mitgesungen und weite Teile der Menschen schlossen sich gerne dem rasanten Zug der Bandflagge durch den Raum an. Entsprechend war das Bedauern groß, als die Band ihren Auftritt beenden musste, ohne alle Songs von ihrer Setliste gespielt zu haben.


Doch es half ja alles nichts, das Ende der Veranstaltung näherte sich und eine Band, die wohl keiner der Anwesenden missen wollte, hatte ihr Set noch vor sich: Punch'n'Judy! Es wurde ein wahrhaft krönender Abschluss für einen auch vorher schon sehr gelungenen Konzertabend. Die Band präsentierte Stücke ihres erst vor kurzem erschienenen neuen Albums "Rum, Soda & Punch", aber ließ natürlich auch die Bandklassiker nicht außer Acht. So stand bei Liedern wie "Flibberty Gibbet" kein Tanzbein im Raum mehr still und es gab wohl kaum einen Menschen im Publikum, der den Text vom "Koboldkönig" nicht lautstark mitsang.


Dem Gefühl nach viel zu schnell verabschiedeten sich Punch'n'Judy dann aber auch schon wieder von ihrem Publikum. Recht verschwitzt, aber sehr glücklich machte man sich so langsam auf den Heimweg. Solche großartigen Veranstaltungen darf es in Dülmen in Zukunft gerne noch häufiger geben. Mir wäre es eine Freude, wieder mit dabei zu sein.

Montag, 6. Juni 2016

Unterwegs auf der Role Play Convention in Köln

Herrschte lange Zeit ziemliche Ebbe, ist momentan so viel los, dass ich mit dem Bloggen gar nicht mehr hinterher komme. Darum kommt auch heute erst mein Post zum Thema Role Play Convention.

Obwohl irgendwie keiner Bock hatte, die Veranstaltung mal mit mir zu testen, habe ich mich trotzdem entschlossen, am Sonntag hinzufahren. Im Blick hatte ich die Role Play Convention schon seit einiger Zeit, aber in diesem Jahr hat einfach mal alles gepasst: Der Termin, das Programm, die eigenen Finanzen. Also machte ich mich am Sonntag auf den Weg zum Kölner Messegelände. Eine Entscheidung, die ich nicht bereuen sollte!

Ich verbrachte mehrere Stunden damit, erstmal nur durch das Erdgeschoss zu schlendern und mir all die verschiedenen Stände, Spieltische und so nebenbei natürlich auch die an mir vorbei flanierenden kostümierten Besucher anzusehen. Das Angebot war einfach riesig und unglaublich vielseitig. Natürlich gab es ein großes Angebot an Tabletops sowie Pen & Paper Rollenspielen samt Zubehör, aber auch alle anderen Spielarten des Nerdtums kamen nicht zu kurz. Auf der Suche nach Ausrüstungsgegenständen fürs LARP wurde man ebenso fündig wie bei Mittelalterausstattung, und auch die Manga & Animeszene war zu meiner großen Freude vertreten. 

An Programm gab es zahlreiche Workshops und Lesungen. Kurz hatte ich erwogen, einmal in den Kontaktjonglage-Workshop hineinzuschnuppern, aber Bewegungslegastheniker, der ich bin, ließ ich das in der Öffentlichkeit dann doch lieber sein. Zu peinlich.
Dafür stand der Besuch einer Lesung ganz weit oben auf meiner To-See-Liste: Tommy Krappweis! Der las an diesem Sonntagnachmittag aus seinem neuen Buch "Sportlerkind", welches zusammen mit seinem Vater entstanden war und seitdam ganz oben auf meiner Buch-Anschaffungsliste steht. Eigentlich war es an diesem Tag aber gar keine reine Lesung, sondern eher eine richtig witzige Show mit einigen Lese-Einlagen. Ich hatte jedenfalls großen Spaß und habe mich ganz nebenbei sehr über die Ankündigung gefreut, dass eine Verfilmung des zweiten und dritten Teiles von Tommy Krappweis' Fantasy-Jugend-Trilogie "Mara und der Feuerbringer" trotz des bedauerlichen (und ganz und gar ungerechten!) Kinomisserfolgs des ersten Teils nun doch nicht ganz unwahrscheinlich ist.

Viel Zeit habe ich bei meinem Besuch auf der Role Play Convention jedoch auch außerhalb der Messhalle verbracht. Dort gab es einen Mittelaltermarkt, auf dem ich viele bekannte Gesichter traf und einiges an Zeit vor der dort aufgebauten Bühne stand. Eigentlich hatte ich mir dort nur meine heißgeliebten The Dolmen sowie die ebenfalls großartigen Punch'n'Judy, die ich ohnehin viel zu selten live sehe, anschauen wollen.
Kayleigh, The Dolmen
Sascha, Punch'n'Judy

Durch Zufall landete ich dann jedoch auch noch bei Jan Hegenberg, der mir vorher gar kein Begriff war. Ich komme halt aus der Mittelalter - und nicht der Gamerszene. ;) Mit den Texten von Jan Hegenberg hatte ich dann jedoch so viel Spaß, dass ich bis zum Ende des Konzertes stehenblieb und Songs wie "Trendy Eistee" oder "Die Horde rennt" mit einem fetten Grinsen im Gesicht genoss - und die Woche danach irgendwie nix anderes mehr hörte. :D 
Meine Bilder von dem Auftritt sind leider alle irgendwie blöd geworden, deswegen gibt es hier stattdessen ein Video:


Eigentlich hatte ich nicht gedacht, dass ich allein so lang auf der RPC würde ausharren wollen, aber nun stand ich doch ganz kurz vor Schluss noch immer da. Und so ließ ich es mir dann natürlich auch nicht nehmen, mir noch den musikalischen Auftritt von Tommy Krappweis und Bina Bianca anzusehen. Dieser bildete dann auch wirklich einen ganz tollen Abschluss für die Veranstaltung. Besonders gefreut habe ich mich darüber, "Ein echter wahrer Held" live hören (und mit dem ganzen Publikum mitsingen) zu dürfen, aber auch das wirklich lange nicht gehörte "Tanzt das Brot" einmal wieder zu hören, war irgendwie ein interessantes Erlebnis. Zumal auch hier das Publikum begeistert mitsang.
Tommy Krappweis & Bina Bianca

Mit den letzten Tönen des Auftritts von Tommy Krappweis und Bina Bianca endete schließlich auch die Role Play Convention 2016. Irgendwie hoffe ich jetzt schon, dass ich nächstes Jahr die Gelegenheit haben werde, wieder hinzufahren. Mir hat es nämlich ausgezeichnet gefallen!

PS: Im nächsten Post breite ich dann wie gewohnt voller Stolz meine kleine, aber feine Ausbeute von diesem Besuch aus. :)

Montag, 12. Mai 2014

Das Konzertjahr 2014, Teil 3

21. März: Saltatio Mortis (Support: Metusa), Hyde Park Osnabrück

Im März machten Saltatio Mortis im Rahmen ihrer "Das schwarze IXI"-Tour halt im Hyde Park. Nicht dem großen in London, sonderen dem etwas kleineren, dem etwas Abseits gelegenen in Osnabrück. Obwohl das Ding mit öffentlichen Verkehrmitteln eher mäßig gut zu erreichen (bzw. vor allem Nachts zu verlassen) ist, war dies ein guter Anlass, sich doch einmal wieder dorthin zu begeben.

Als wir die Location knapp eine Stunde vor Einlass erreichten, wartete wie gewöhnlich bei Saltatio Mortis schon eine stattliche Schlnage vor der Halle. Viele waren trotz der eher winterlichen Temperaturen erstaunlich leicht bekleidet - da gilt wohl das Motto "Wer schön sein will, muss leiden". Dafür, dass es in der Warteschlange nicht langweilig wurde, sorgte unter anderem Dominik, der Sänger der Supportband Metusa, der überall, wo er auftaucht, für Action sorgt. Für den youtube-Kanal von Metusa bewegte er sich mit einer Kamera durch die Wartenden und erforschte mit dieser sogar, was es wohl unter den Schottenröcken einiger junger männlicher Besucher zu sehen gab.

Als dann alle drin waren und Metusa ihren Auftritt absolvierten, war es in der Halle schon gerammelt voll. Die Jungs und Mädels um Frontsau Dominik aka Domenicus der Saitenreiter präsentierten an diesem Abend ihr neues Album "Zahn der Zeit". Für mich war es auch ihr erstes richtiges Konzert in der neuen Besetzung nach dem Weggang von Dudelsack-und Flötenspielerin Anja. Obwohl mir das Konzert durchaus gut gefallen hat, kann man doch nicht leugnen, welch große Lücke Anja mit ihrem Ausstieg hinterlassen hat und es wird für mich noch eine ganze Weile dauern, bis ich mich an die neue Besetzung gewöhnt habe. Aber das ist vermutlich nur ganz natürlich. Von den neuen Songs blieb mir besonders das fröhlich zum Mitsingen geeignete "Gemeinsam" im Gedächtnis.

Hier wie üblich eine kleine Hörprobe der Band:


Nach Metusa hieß es dann Bühne frei für die Headliner: Saltatio Mortis. Diese mussten an diesem Abend wie auch an den anderen Terminen der Tour in unvollständiger Besetzung auftreten, da Schlagzeuger Jean während einer Probe am Beginn der Tour ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Sein Fehlen hörte man natürlich, doch die Band machte aus der schwierigen Situation das Beste und rockte, was das Zeug hält. In der Halle wurde es bald auch unerträglich heiß und eng, was auch mein einziger Minuspunkt an diesem Abend war.

Falls jemand die Band wirklich noch nicht kennen sollte, folgt auch hier nochmal ein kleiner Appetizer:


Am Ende waren alle verschwitzt und zufrieden und meine Begleitung und ich machten uns auf den Heimweg. Schon am nächsten Abend sollte der Konzertspaß weitergehen...

22. März: Punch'n'Judy, The Muddy Echoes & die B.R.U.T.. Consol 4, Gelsenkirchen

Nicht einmal 24 Stunden später machten wir uns also auf den Weg ins Ruhrgebiet. Anlass unseres Besuchs war ein Konzert von Punch'n'Judy. Die Location war mal etwas ungewöhnlich für unsere Verhältnisse, eine Art Jugendzentrum in einem ehemaligen Zechengebäude. Und es passiert ja auch nicht aller Tage, dass man in einem Venue vor Beginn des Konzerts darauf hingewiesen wird, nicht in den Flur zu kotzen oder in der Umgebung wild zu pinkeln... Wie dem auch sei: Bevor Punch'N'Judy die Bühne entern durften, warteten zunächst noch zwei andere Bands auf uns.

Eröffnet wurde der Abend von "Die B.R.U.T.", einem spontan ins Leben gerufenem Projekt einiger Lokalgrößen (so sagte man uns), die wir als ortsfremde natürlich nicht kannten. Das traf textlich jetzt nicht so ganz mein Geschmack, musikalisch war es eine ungewöhnliche Mischung aus Deutschpunk mit ausgedehnten Metal-Gitarrenriff-Parts.

Es folgten The Muddy Echoes, eine lokale Indie Pop/Rock Band, die durchaus angenehm zu hören waren. Leider machte bei ihnen der Sound an einigen Stellen ganz schöne Mucken, was den Hörgenuss etwas dämpfte.

Zum Abschluss kamen dann die von uns lange erwarteten Punch'n'Judy. Musikalisch ging es hier nochmal in eine ganz andere Richtung, welche die Band selbst Crossover-Folk nennt. Die Band hatte eine ordentliche Anzahl an Fans mitgebracht, so dass die Stimmung von Anfang an super war und alle bei Band-Hits wie dem "Koboldkönig" oder "Grace O'Malley" mitsingen konnte. Schon alleine dieser Auftritt machte den ganzen Weg nach Gelsenkirchen mehr als lohnenswert!

Da seit letztem Jahr auch ein offizielles Video der Band existiert, welches passender Weise auch noch genau in der Location aufgenommen wurde, in der das von mir besuchte Konzert stattfand, möchte ich euch auch dieses nicht vorenthalten: