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Mittwoch, 23. November 2016

Kulturschock in Soest - Zu Gast auf Potts Historischem Jahrmarkt

Nach mehrjähriger Pause ergab sich in diesem Jahr endlich mal wieder die Gelegenheit für einen kurzen Abstecher zu Potts historischem Jahrmarkt. Diese ehemalige MPS-Veranstaltung, die nun schon seit einigen Jahren von DiTo-Events durchgeführt wird, findet alljährlich im Rahmen der weithin bekannten Soester Allerheiligenkirmes statt und bietet einen kleinen, gemütlichen Ruhepol inmitten der lauten, knalligen Kirmeswelt.

Zusammen mit einer Freundin machte ich mich am Veranstaltungs-Freitag auf den beschwerlichen Weg nach Soest. Und beschwerlich war der Weg wie eh und je, ist die Allerheiligenkirmes doch ein wahrer Besuchermagnet. Vor dem Vergnügen galt es also im wortwörtlichen Sinne erst einmal, das Leben in vollen (oder vielmehr überfüllten) Zügen zu genießen.

Endlich in Soest angekommen, bahnten wir uns einen Weg durch die Menschenmassen Richtung Historischer Jahrmarkt - in mittelalterlicher Gewandung übrigens ein lustiges Unterfangen, da man so schnell selbst zur Attraktion wird. Auf der Kirmes selbst verweilten wir nur ganz kurz zum Essen. Allerdings stellte sich die von uns gewählte Pommesbude leider nicht gerade als kulinarisches Highlight heraus, da beide von uns gewählten Saucen irgendwie seltsam schmeckten...

Nicht direkt zufrieden, aber immerhin gesättigt, erreichten wir schließlich den Ressourcenplatz, auf dem der historische Jahrmarkt stets aufgebaut ist. Bei unserer Ankunft spielten gerade Die Streuner. Wir gesellten uns zum zahlreich anwesenden Publikum, welches der Band als Stammgast der Veranstaltung sehr wollgesonnen war.

Nach der Umbaupause ging es weiter mit Metusa, die ich in dieser Besetzung zum ersten Mal sah. Die Band begann ihr Set mit einigen Traditionals, präsentierte zum Ende hin aber auch noch Material von ihrem aktuellen Album "Dreckfresser". Das Konzert wusste auf ganzer Linie zu überzeugen, die Band gab Vollgas und wirkte richtig gut drauf. Es war wirklich eine Freude, Metusa in dieser ganz neuen Form so in Hochform zu sehen!

Richtig gut drauf: Metusa

Unseren für Metusa eingenommenen Platz in der ersten Reihe behielten wir gleich bei, denn nach einer kurzen Pause ging es weiter mit den Feuerkünstlern von Spiral Fire. Deren Show war wie immer sehr sehenswert und wies auch das eine oder andere neue Detail auf.

Während des folgenden nächsten Streuner-Konzerts zogen wir uns erst einmal vom Bereich vor der Bühne zurück und machten es uns am Ententeich gleich hinter dem Veranstaltungsplatz bequem. Dies ist in jedem Jahr der perfekte Platz, wenn man sich mal ein wenig Ruhe von all dem Trubel der Kirmes wünscht.

Im Anschluss ging es dann aber für ein letztes, leider unvollständiges Konzert zurück zur Bühne. Unseren Tagesabschluss bildeten die Cobblestones, die mit ihren lebhaften Irish Folk Songs gewohnt für Stimmung sorgten. Darum tat es mir auch sehr Leid, dass wir das Konzert vor dem Ende verlassen mussten, um genug Zeit für den Weg zum Bahnhof zu haben.

Sláinte! Die Cobblestones

Dieser Weg ist im Grunde nicht besonders lang, aber er führt eben genau über das Gelände der Kirmes. Und das ist, wie man sich sicher denken kann, an einem späten Freitag Abend mehr als gut gefüllt. Mit anderen Worten: Streckenweise kamen wir kaum voran und machten uns schon Sorgen, dass selbst die großzügig eingeplante Zeit nicht genügen würde.

Zum Glück schafften wir es am Ende doch, auch wenn es unheimlich anstrengend und nervig war. Solche Massenveranstaltungen sind einfach nichts für mich und ich verstehe auch nicht, wie man Spaß daran haben kann, sich den ganzen Abend im Schneckentempo durch eine solche Menschenmenge schieben zu lassen und dabei von den Buden und Ständen sicher kaum etwas zu sehen. Aber wem es gefällt... Ich halte mich da lieber weiter an den kleinen, aber feinen historischen Jahrmarkt.

Dienstag, 22. September 2015

Saisonabschluss West - das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Borken

Wie bereits im letzten Post angedeutet, war ich vergangenes Wochenende noch einmal auf einem Open Air unterwegs. Es handelte sich dabei mal wieder um eine Veranstaltung des MPS, und zwar um den letzten NRW Termin der Saison in Borken.

Lange war ich mir unschlüssig, ob ich überhaupt fahren soll. Freitag anreisen ging nicht und überhaupt finde ich Zelten gegen Ende September immer so ein bisschen heikel. Schlechte Erfahrungen und so. :D

Nach Überlegungen mit einer ebenfalls unschlüssigen Freundin ließ sich dann aber ein guter Kompromiss finden: ein verkürzter Tagesausflug am Samstag.

Also machte ich mich am Samstag Morgen auf den Weg, um pünktlich zur Eröffnung anzukommen, wurde von meiner Freundin am Bahnhof in Borken aufgesammelt und wir stürzten uns ins Getümmel. Schlau geworden aus dem nasse-Füße-Desaster in Telgte hatte ich mir mittlerweile Gummistiefel angeschafft und diese auch eingepackt, nachdem sowohl vom Veranstalter als auch von Versengold über facebook der Nutzen solcher auf dem Gelände angemahnt wurde. Und sinnvoll waren sie wirklich, denn insbesondere die Wege wurden im Laufe des Tages zusehends matschiger.

Das MPS in Borken zählt insgesamt zu den kleineren Terminen der Veranstaltung und das Wetter war an diesem Tag auch nicht überwältigend, sodass die Veranstaltung zwar ordentlich besucht, aber nicht überlaufen war.

An das Musikprogramm an diesem Samstag hatte ich keine hohen Ansprüche, lediglich die großartigen The Dolmen wollte ich unbedingt sehen. Das ließ sich auch problemlos 1 1/2 Mal einrichten (beim zweiten Anlauf verpassten wir leider das halbe Set, weil wir bei Toilette & Nahrungsbeschaffung anzustehen hatten). :D The Dolmen hatten wieder Anja (ehemals Metusa) an den Flöten dabei und auch am Schlagzeug gab es externe Unterstützung in Form von Chris (ebenfalls ex Metusa). Außerdem hatte Josh ein neues Spielzeug dabei (eine Posaune), was Kayleigh fast zur Verzweiflung brachte und zu einer überaus interessanten Version meines Dolmen-Lieblingssongs "Dead Cats Don't Meow" führte. :D
Ansonsten ließen wir uns eigentlich den ganzen Tag mal hier hin und mal dort hin treiben, sahen das wirklich gute Nachmittagsset von Saltatio Mortis, ein wenig von Mr. Hurley & die Pulveraffen und recht viel Saor Patrol, deren neuer Mann an den Trommeln zu überzeugen wusste.

Da ich diesmal gar keine Fotos gemacht habe und es hier sonst so karg aussieht, binde ich an dieser Stelle einfach mal ein schönes Saor Patrol Video ein. Duncarron, wo dieses Video entstanden ist, ist überhaupt der Grund für die Existenz dieser Band. Mit ihren Auftritten, Aufnahmen und Merchandise-Artikeln sammelt die Band nämlich Geld für den Ausbau dieses historischen Dorfes in Schottland. Eine feine Sache, wie ich finde, weswegen man die Info ja auch ruhig mal ein wenig teilen kann.


Ansonsten nutzten wir noch ein letztes Mal das kulinarische Angebot möglichst gut aus. Zum Mittagessen gab es für mich Schupfnudeln mit Vanillesauce und Mohn (köstlich!), und für den Heimweg dann noch den Baumstriezel des Jahres mit Schokolade & Kokos (ebenso köstlich!). 

Nach dem Abendkonzert von The Dolmen war es dann auch schon Zeit, sich auf den Rückweg zu machen. Die ersten Töne von Omnia vernahmen wir noch im Vorbeigehen, aber sehen konnten wir die Band dieses Mal leider nicht. 

Dennoch war es ein gelungener Tagesausflug und der Gedanke, dass nun eine so lange Pause folgt, macht mich schon ein wenig wehmütig. Es ist doch unglaublich, wie schnell der Sommer dieses Jahr wieder vergangen ist...

Donnerstag, 16. Juli 2015

Fegefeuer und Sintflut - Das MPS in Bückeburg, erstes Wochenende

The Show must go on, wie es so schön heißt. Darum folgt hier nun, nur einen Tag nach Beginn des Umzugs auf der Großbaustelle meines neuen Blogs mein Bericht zum ersten Wochenenden des Mittelalterlich Phantasie Specatculum in Bückeburg.

 Der hässliche Hans teert einen 'Übeltäter'

"Fegefeuer und Sintflut" - so heißt es auf den Shirts zum diesjährigen MPS in Bückeburg. Ein weise gewählter Slogan, den die Verantwortlichen sich da ausgedacht haben, fällt Bückeburg doch alljährlich durch heftige Wetterkapriolen auf. Da will es wohl auch dieses Jahr wieder keine Ausnahme machen, obwohl das erste Wochenende da noch ziemlich harmlos daherkam, wenn ich mir so den Wetterbericht für das nun Folgende anschaue....

Wir erreichten das beschauliche Bückeburg am frühen Freitag Vormittag bei bestem Wetter. Nach dem Zeltaufbau in einer ruhigen Ecke der Campsite (die auch tatsächlich einmal das ganze Wochenende ruhig bleiben sollte!), gingen wir Einkaufen. Lebensmittel für das bevorstehende Wochenende, Eis und etwas kaltes zu Trinken wegen der Hitze. 

Am Samstag klarte es dann pünktlich zum Veranstaltungsbeginn ebenfalls auf und uns erwartete ein schöner Tag bei bestem Wetter. Eis und kühle Getränke waren hoch frequentiert, ebenso die aufgestellten Sprenkler, unter denen sich die Leute abkühlen konnten. Ich musste auf eine solche Abkühlung an diesem Wochenende jedoch leider verzichten, da ich mir kurz vorher die Niere verkühlt hatte und noch nicht wieder ganz fit war. 

Aber dabei sein ist ja bekanntlich alles, also ging ich den Tag einfach etwas ruhiger an und widmete mich der gebotenen musikalischen Vielfalt: Mr. Hurley & die Pulveraffen durften ebenso wenig fehlen wie Versengold, Metusa und Saor Patrol oder die Neu-MPSler Bands Pyrates! und Waldkauz. Abends stand dann natürlich das große Omnia-Abendkonzert an, bei dem die Band Unterstützung von Kontaktjongleur Kelvin Kalvus erhielt.

Steve von Omnia und Kelvin Kalvus

Abgeschlossen wurde der Tag musikalisch von Knasterbart, die mich mit ihrem neuen Programm (inklusive absolut großartigem Intro) einmal wieder auf ganzer Linie überzeugen konnten. Und glücklicherweise wurden sie diesmal auch nicht wieder genötigt, ihr Konzert endlos in die Länge zu ziehen. ;)

Mit dem Sonntag kam dann der Regen, und zwar ziemlich püntklich zum Zeltabbau. Trotzdem entschieden wir uns, noch einmal eine Weile aufs Gelände zu gehen. Dort spielten auf der großen Bühne gleich zu Beginn Waldkauz, denen es tatsächlich gelang, das müde Publikum schon um diese Zeit ordentlich zum Tanzen zu bringen.

Sie teilten sich die Bühne an diesem Tag mit Versengold, deren erstes Konzert wir uns auch noch anschauten. Bodhrán-Spieler Pínto fehlte an diesem Wochenende, was irgendwie seltsam war, doch die Band hatte mit ihrem Roadie Kevin in gewisser Weise einen "Ersatzmann" dabei, der absolut freiwillig und hochgradig kompetent Píntos Ansagen übernahm. ;)

Im Anschluss hieß es für uns dann aber endgültig Abschied nehmen vom MPS in Bückeburg - zumindest für dieses Wochenende. Denn heute wird noch das Zelt geflickt, und dann geht es morgen zurück Richtung Niedersachsen. Pünktlich zur geplanten Ankunft sind Windböen gemeldet, der Samstag soll regnerisch werden, während uns der Abreisetag wohl mit bestem Sonnenwetter begrüßen wird. Aber so ist das eben im schönen Bückeburg.

Dienstag, 28. April 2015

Konzertbericht: Vogelfrey in Essen

Nachdem sich meine Hoffnungen auf einen Besuch der Elf Fantasy Fair am vergangenen Samstag auch in diesem Jahr wieder zerschlagen hatten (irgendwann schaff ich es wieder da hin *seufz*), hatte ich eigentlich mit einem langweiligen Wochenende gerechnet. Zum Glück kommt es aber manchmal auf positive Weise anders als man gedacht hat und so ging es dann am Freitag relativ spontan nach Essen. Dort hatten sich in der Zeche Carl gleich drei Bands angekündigt.

Los ging es mit Harpyie. Leider musste ich nach einigen Liedern einmal wieder feststellen, dass ich mit dieser Band einfach nicht warm werde. Harpyie machen mitterlalterliche Musik mit deutlichen Folk-Metal-Elementen und müssten damit eigentlich total in meinen Musikgeschmack passen. Tun sie aber nicht. Da es meiner Freundin ähnlich ging, verließen wir nach "Blutsbrüder" den Saal und überließen den Fans der Band den Platz. Man kann und muss ja zum Glück nicht alles mögen.

Als Harpyie nach knapp einer Stunde die Bühne verließen, nahmen wir unsere Plätze vor der Bühne dann auch gerne wieder ein, denn als nächstes spielten Metusa. Die präsentierten sich auch an diesem Abend wieder in Hochform, sodass sich für "Gemeinsam" eine ganz ordentliche Rudermannschaft fand und sich auch weite Teile des Publikums zu den Klängen von "In der Taverne" zu einem Tänzchen überreden ließen. Es macht ganz den Anschein, dass Metusa nach dem letzten, ziemlich gravierenden Line-Up Wechsel endgültig zu alter Stärke zurückgefunden haben.

Gegen 23 Uhr betrat dann schließlich der Hauptact des Abends die Bühne. Vogelfrey aus Hamburg enterten die Bretter stilvoll im Assassinen-Outfit, um dann bis weit nach Mitternacht Folk Metal vom feinsten zu spielen. Zu hören hab es dabei sowohl Songs der schon veröffentlichten zwei Platten als auch Material des bald erscheinenden dritten Albums "Sturm und Klang". Und es sei gesagt: Man bekam verdammt große Lust, das fertige Album bald in Händen halten zu dürfen!
Auch war es ehrlich gesagt ziemlich großartig, tatsächlich mal eine Band zu sehen, die sich einen Ventilator auf die Bühne stellt um sich dann von diesem die Metal-Haarpracht kunstvoll hochwehen zu lassen. So ein bisschen Gepose ist doch manchmal echt ne feine Sache. Und wir haben Sänger Jannik echt um die Fluffigkeit seiner Haare beneidet! :D

Leider ereilte uns an diesem Abend wieder einmal das Schicksal, die Location vor Ende der Veranstaltung verlassen zu müssen, sodass wir die letzten Songs und die Zugabe nicht mehr mitbekamen. Ob es wohl noch Feenfleisch gab? :D

Hörprobe:


Die Rückfahrt gestaltete sich dann leider eher unangenehm, da wir den Zug mit einer Horde Kerle teilen mussten, die gerade in bester Bierlaune vom Frei.Wild-Konzert in Oberhausen kamen und dann den halben Zug mit ihrer Handymucke beschallten... 

Freitag, 17. April 2015

CD-Vorstellung: Metusa - Zahn der Zeit

Nie wieder sammle ich ein Jahr und nehme mir dann vor, alle Rezensionen kurz hintereinander zu Beginn eines neuen Jahres zu schreiben. Vier Monate später und meine Musik des Jahres 2014 ist noch immer nicht abgeschlossen. :D Egal, da muss ich jetzt durch, weiter gehts!

Interpret: Metusa
Titel: Zahn der Zeit
Erschienen: 2014
Label: Eigenproduktion

Tracklist:
01. Kreiger der Spielleute | 02. Gemeinsam | 03. Das Biest | 04. Auf Wolken | 05. Flucht | 06. Gelebt | 07. Gwendoline | 08. Stundenglas | 09. Hüter der Meere | 10. Hinterm Horizont | 11. Könige von Morgen

Das vierte Album von Metusa erschien für mich letztes Jahr wie aus heiterem Himmel. Bis heute weiß ich nicht, ob die Werbung dafür einfach komplett an mir vorbei gegangen ist oder es einfach keine gab. So oder so, als Metusa ihre MPS-Kollegen von Saltatio Mortis auf deren Tour begeliteten, lag "Zahn der Zeit" vor uns wurde von mir auch gleich in freudiger Erwartung mitgenommen. 

Vor Entstehen des Albums hatte sich das Besetzungskarussel bei Metusa tüchtig gedreht. Sängerin und Dudelsack- und Flötenspielerin Anja hatte die Band verlassen, für sie kamen Verena als neue Sängerin und Alanna am Dudelsack. Trotzdem bleiben Metusa auf "Zahn der Zeit" ihrem bisherigen Kurs treu. Textlich und auch musikalisch fühlt sich das neue Album weiterhin der (mitunter räuberischen) Seefahrt verbunden, wie man zum Beispiel am extrem eingängigen "Gemeinsam" hören kann. Passend dazu wird auch die Zusammenarbeit mit Sea Shepherd weiter gefördert. So prangt auf der letzten Seite des Booklets die Flagge jener Organisation und mit "Hüter der Meere" gibt es einen Song, der sich kritisch mit der Ausbeutung der Meere durch den Menschen auseinandersetzt und zum Kampf gegen ebenjene aufruft.

Insgesamt befinden sich auf dem Album viele Songs mit intelligenten, nachdenklichen und kritischen Texten. Da wäre beispielsweise "Gwendoline", das mit Männern abrechnet, die meinen, ihre Frauen/Freundinnen bevormunden und unterdrücken zu können oder auch "Gelebt", dass den Sinn eines angepassten, gesellschaftlich konformen Lebens in Frage stellt. 

Das Talent der neuen Sängerin Verena kommt meiner Meinung nach besonders gut beim letzten Stück des Albums, "Könige von Morgen", zur Geltung. Selten hat ein Lied für mich so schön das Vagantendasein fahrender Musiker vor meinen Augen entstehen lassen. 

"Zahn der Zeit" kommt im optisch sehr ansprechenden Digipack daher, die Texte können allesamt im Booklet nachgelesen werden. Wieder einmal ist Metusa ein überaus gutes Album gelungen, das zu hören immer wieder Spaß macht!

Meine Wertung:

♥♥♥♥
[4/5]

Hörprobe:


Donnerstag, 16. April 2015

Konzertbericht: Osterkonzert in Osnabrück

Mittlerweile hat es sich zu einer schönen, jedes Jahr wiederkehrenden Tradition entwickelt, dass in der Osnabrücker Lagerhalle am Ostersamstag ein Osterkonzert veranstaltet wird. Ein Event, dass auch an diesem ersten Wochenende im April zahlreiche Mittelalterfreunde anlockte. Auf dem Programm standen in diesem Jahr Metusa und Reliquiae.

Beim Betreten der Lagerhalle erwartete die auf den Einlass wartenden Fans jedoch erst einmal eine Überraschung, die sich sehr bald als ziemlich unschön herausstellen sollte: Im Restaurantbereich der Lagerhalle, von dem aus eine Tür in den Konzertsaal führt, wurde Public Viewing veranstaltet. Die Begeisterung meiner Begleitung und mir hielt sich von Anfang an in Grenzen. Keine von uns beiden interessiert sich für Fußball, dafür verfügen wir beide über zahlreiche negative Erfahrungen mit den Fans dieser Sportart. An diesem Abend sollte sich zu diesen Erfahrungen eine weitere gesellen.

Wir reihten uns brav in die Schlange für den Einlass ein, und jene, die nach uns kamen, taten natürlich dasselbe. Plötzlich fielen einige Reihen hinter uns böse Worte: Einer der Fußballfans fühlte sich durch die Einlassschlange gestört, er konnte die Leinwand nicht mehr sehen. Das meinte er dem Mädchen, welches ihm im Weg war zeigen zu müssen, indem er ihr erst sagte, sie solle nach draußen verschwinden und sie dann an den Schultern aus dem Weg zu schieben versuchte. Er hielt das mit all seiner Unfreundlichkeit für sein gutes Recht, weil er ja bezahlte habe. Klar, wir alle natürlich nicht, oder wie? ^^ Sie verschwand ein wenig nach hinten und ein Mann nahm ihren Platz ein. Es kam, wie es klischeehaft kommen musste, und der Fußballfan wurde handgreiflich. Beinah kam es zu einer Schlägerei zwischen ihm und dem Konzertbesucher, den er sich packte und anschrie mit den Worten, er habe doch freundlich gefragt. Nun, seine Definition von "freundlich" muss sich gravierend von der in unserer Warteschlange unterscheiden. Auf der anderen Seite des Raumes gab es übrigens noch eine andere Leinwand, er hätte das Problem also auch einfach lösen können, indem er sich umgedreht und auf diese geschaut hätte... Aber offenbar legen gewisse Fußballfans großen Wert darauf, alle negativen Attribute, mit denen man sie gerne versieht, auch immer wieder aufs Neue zu bestätigen.

Irgendwann war es dann zum Glück endlich so weit und die Tür zur Konzertlocation öffnete sich. Ab da ging es endlich bergauf mit dem Abend. Als erste der beiden Bands betraten die Osnabrücker Reliquiae die Bühne. Für die war es an diesem Abend ein Auftritt mit einem ganz besonderen Anlss: Es war die Abschiedsshow ihres Schlagzeugers Zsolt, der die Band von Anfang an begleitet hatte. Um diese Zeit noch einmal Revue passieren zu lassen, spielte die Band an diesem Abend nicht nur Songs ihres aktuellen Albums "Pandora", sondern auch eine recht große Anzahl des Vorgängers "Audi Vide Tace". Außerdem gaben sie erste vielversprechende musikalische Einblicke in ihr bald erscheinendes, neues Album "Winter".

Zsolts Abschied während des Konzertes war dann auch wirklich bewegend für alle Anwesenden. Sogar seine Familie war anwesend, um ihm nach seinem letzten Songs Blumen und herzförmige Luftballons zu überreichen. Für ihn übernahm dann sein Nachfolger Lasko die Drumsticks. Am Ende des Auftritts jedoch tauchte Zsolt noch einmal kurz auf, um sich und Reliquiae mit ein paar sicher bald legendären Worten von der Bühne zu verabschieden: Die Kuh machte muh, das Schaf macht mäh, ihr saht gerade Reliquiae ;)

Hörprobe:


Nicht lange, nachdem Reliquiae die Bühne verlassen hatten, betrat McRogan dieselbe, um das Publikum für einige Minuten mit seinem Stepptanz zu unterhalten und irisches Flair in die Halle zu bringen. Die Leute unterstützten ihn dabei fleißig mit ihrem Klatschen.

Nach der Umbaupause ging es dann weiter mit der zweiten Band des Abends: Metusa. Auch die gaben alles und unterhielten das Publikum mit ihren größten Hits. Etwas ältere Stücke wie "Tanz", "Piratenseele" und "Fünf Nächte" fehlten da ebenso wenig wie Stücke vom aktuellen Album. Bei "Hüter der Meere" ließ die Band im Publikum sogar einen aufblasbaren Wal kreisen, den in Bewegung zu halten allen Anwesenden sichtlich Spaß bereitete.

Richtig großartig wurde es, als Sänger Dominik Reliqiaue als die beste Band Osnabrücks lobte und kurz darauf Schlagzeuger Henne nach vorne trat um einzuwenden, dass er ja Mr. Hurley & die Pulveraffen viel toller fände, nur um daraufhin von Dominik von der Bühne gejagt zu werden. Zum Scherz rief Dominik dann nach einem Schlagzeger von Reliquiae als Ersatz, woraufhin tatsächlich Zsolt auf die Bühne gestolpert kam und prompt engagiert wurde, das nächste Lied mit ihnen zu spielen. Kurzzeitig verfügte Metusa dann sogar über eine Drei-Mann-Rhytmussektion, als er sowohl von Henne als auch von Dominik unterstützt wurde.

Ich muss ja gestehen, dass ich bei Metusa lange mit dem Weggang von Sängerin Anja gehadert habe. Dadurch war eine Lücke entstanden, die zunächst nicht füllbar zu sein schien. Wer die großartige Interaktion, die auf der Bühne zwischen ihr und Frontmann Dominik herrschte, miterlebt hat, weiß sicher, wovon ich spreche. An diesem Abend konnten mich Metusa jedoch endlich wieder ähnlich begeistern wie früher, worüber ich mich sehr gefreut habe.

Hörprobe:


Leider konnten wir den Auftritt von Metusa jedoch nur bis zum letzten Lied vor der Zugabe verfolgen, danach mussten wir uns auf den Weg zum Bahnhof begeben. Da beide Bands an diesem Abend ein volles Set spielten (es handelte sich also quasi um eine Doppelheadlinershow), war es spät geworden und den letzten Zug wollten wir auf keinen Fall verpassen - schließlich fuhr der nächste erst am kommenden Morgen und es galt, in der Lage zu sein, den Ostersonntag für alle zufriedenstellend mit der Familie zu verbringen.

Trotz des unglücklichen Starts war es ein sehr schöner Abend und ich hoffe, dass uns die Tradition der Osnabrücker Osterkonzerte noch lange erhalten bleiben wird.

Dienstag, 30. Dezember 2014

Meine Musik des Jahres 2014

Auch in diesem Jahr, das nun fast komplett hinter uns liegt, gab es wieder einen ganzen Haufen Musik-Neuerscheinungen, die es wert waren, ihnen ein Ohr zu leihen. Nach langem Hin - und Herüberlegen habe ich noch meine Favoritenliste erstellt. Hier ist sie:


Da ich mich nicht auf eine Rangfolge festlegen möchte, werde ich sie nun einfach alphabetisch aufzählen. Die Rezensionen folgen dann so nach und nach in den nächsten Tagen/Wochen, je nachdem, wieviel Zeit ich habe. Ab nächsten Jahr werde ich dann (so habe ich mir zumindest vorgenommen) auch häufiger Alben vorstellen. Neuerscheinungen wie auch ältere, die mir persönlich am Herzen liegen. 

Aber hier nun wirklich erst einmal die Liste mit der für mich besten neuen Musik des Jahres: 

Alben: 











Live-Album:


Musik-DVD:


Die Liste ist natürlich vollkommen subjektiv und meinen aktuellen Hörgewohnheiten gemäß ziemlich Folk- und Mittelalter-lastig. :)

Die Rezensionen werde ich nach und nach mit ihrem Erscheinen hier verlinken.

Freitag, 20. Juni 2014

Der erste Parteitag der Branntwein Volkspartei oder: MPS in Rastede, Tag 1

Am Donnerstag war es dann endlich so weit: Das MPS in Rastede 2014 begann! Wie schon am Tag zuvor begann auch dieser neue Tag, glücklicherweise etwas trockener, mit der Suche nach einem Bus. Zwischen der Campsite und dem Veranstaltungsgelände sollte es, wie bereits im Jahr zuvor, einen Shuttlebus geben. Kurz vorher wurde aber angekündigt, der Bus könne nun wohl doch nicht fahren, aber alle Aussagen widersprachen sich und die Gründe für den Ausfall kannte auch keiner. Nach einigen gezielten Nachfragen war schnell geklärt: Nein, kein Bus. Der direkte Weg zum Gelände, ein schlechter Privatweg, durfte in diesem Jahr nicht mehr befahren werden, ein anderer Weg war dem Bus wegen einer fehlenden Wendemöglichkeit nicht gegeben. Nun gut, was solls. Knapp 2 km zum Gelände sind gerade nach mehr als 12 Stunden Festival Nachts nicht erfreulich, aber doch machbar. Also stürzten wir uns zu Fuß ins Getümmel.

Musikalisch wurde an diesem Donnerstag auf dem MPS ein rieisges Programm aufgefahren. Wir begannen unseren Festivaltag mit den Niederländern von Rapalje. Die vier Herren kamen wie immer fröhlich-entspannt daher und bereiteten uns damit den perfekten Einstieg in ein langes Festivalwochenende.


Im Anschluss verweilten wir einfach gleich bei der Bühne und schauten uns Saor Patrol an. Wer die Schotten kennt, weiß, dass es dort weniger ruhig zur Sache geht. Die Dudelsäcke, das Schlagwerk und die E-Gitarre weckten uns endgültig aus der frühmittäglichen Lethargie - wer bei dieser Band still sitzen bleiben kann, muss wohl zu diesem seltsamen Menschenschlag gehören, der beim Klang von Dudelsäcken die Flucht ergreifen oder seine Ohren verstopfen möchte ;)


Weiter im Programm ging es ebenfalls recht schottisch mit Celtica, die dieses Jahr erstmalig auf dem MPS unterwegs sind, sich aber schon eine solide Fanbasis erspielt zu haben scheinen - und das zurecht! Die Mischung aus definitiv rockenden eigenen Stücken und Pipe and Drum Versionen bekannter Stücke anderen Künstler (U2 zum Beispiel) zündet einfach, das sollte man sich nicht entgehen lassen!


Wer jetzt annimmt, auf dem MPS kämen nur Musikfans auf ihre Kosten, der irrt natürlich. Vielmehr bietet die Veranstaltung auch alles, was ein wirklich guter Mittelaltermarkt nur bieten kann. Ritterturniere, Sport in Form von Bruchenball, kulinarische Genüsse, kampfvorführungen und vieles mehr. Seit vielen Jahren dabei ist zum Beispiel die tschechische Fechtkampftruppe Fictum, deren Vorführung auch immer mal wieder einen Besuch wert ist und besonders bei Familien mit Kindern extrem gut ankommt.


Da ich nun aber ein bekennender Musikfreak bin, tifft man mich trotzdem meistens vor einer der Bühnen an, wo einfach zu viel spannendes und wohlklingendes geboten wird. So führte mich mein Weg Nachmittags dann auch weiter zu Metusa, einer Band, die bei ihren Auftritten immer 100% gibt. Leider vermisse ich die Ende letzten Jahres ausgeschiedene Anja immer noch sehr bei den Liveauftritten - die Interaktion ziwschen ihr und Sänger Dominik bleibt einfach unersetzlich! Trotzdem bleibt die Band definitiv einen Besuch wert. Besonders spaßig für mich ist momentan ihre Performance von "Männer mit Bärten". Es hat sich nämlich zu einer Art Running Gag entwickelt, dass die Band das traditionelle Stück in immer anderem Gewand präsentiert - als Country Version oder auch auf die Melodie bekannter Stücke aus Pop-und Rock. In Rastede gab es so beispielsweise eine Version, die doch sehr stark an ein bekanntes Stück der Band Blur erinnerte.


Als nächstes gab es eine Band zu sehen, die ich vorher noch nie live gesehen hatte: die Dudelzwerge. Die Band bot das, was ich unter typischer Marktmusik verstehe, mit den Szeneklassikern, die man gleich am Anfang, wenn man sich mit der Szene beschäftigt, kennenlernt. Da sowas langsam auf dem MPS selten wird und die Songs alle gut gespielt waren, ist mir die Band durchaus positiv in Erinnerung geblieben. Auch die eigenen Songs der Band haben mir gut gefallen. Als Sängerin Emmi bei "Herr Mannelig" das Publikum durch die Aufforderung zum Mitsingen ein wenig Ärgern wollte, habe ich es ein wenig bereut, nicht vorne gestanden zu haben - dadurch, dass ich Schwedisch spreche, hätte ich dieser Bitte ja problemlos nachkommen können ;)


Im Anschluss daran machten wir uns daran, eine uns gut bekannte Band zu besuchen: Mr. Hurley & die Pulveraffen. Was soll ich sagen? Die Jungs sind einfach gut, wo die spielen kommt auch gute Laune auf, und so war es auch dieses Mal. Durch ausgiebiges Touren dürfte die Band den meisten ohnehin bekannt gewesen sein, entsprechend konnten auch alle bei Songs wie "Ach ja?!" fröhlich mitpöbeln und gröhlen, wie sich das für Piraten eben so gehört. Da in vermutlich nicht allzu neuer Zukunft neues Material der Band zu erwarten ist, wurden auch einige neue Songs präsentiert, die bisher noch auf keinem Album zu finden sind. Macht den Anschein, als käme da wieder Großes auf uns zu, denn Stücke wie "Urlaub" gehen richtig schön ins Ohr und danach nie wieder freiwillig raus aus eben jenem!


Aus dem gleichen Heimathafen wie die Pulveraffen kommt die Kilkennyband. Die drei Herren und eine Dame spielen Irish Folk und sind insgesamt durchaus sympathisch. Wer es also folkig, beschwingt und ohne Dudelsäcke mag, ist hier bestens aufgehoben.


Kommen wir nun aber zum wahren Höhepunkt des Tages: Dem ersten Parteitag der Branntwein Volkspartei! "Bitte was?" mögen sich jetzt viele fragen. Nun ja, große Ereignisse warfen an diesem Tag ihre Schatten voraus. Das Gossenpack von Knasterbart hatte zur Feier des einjährigen Bestehen und zum Albumrelease geladen und versprach, zur Feier des Tages auch gleich ein komplett neues Bühnenprogramm zu enthüllen. Den ganzen Tag wurden auf dem Gelände fleißig Plakate verteilt, und als die Sonne und die Kinderchen längst in ihren Betten verschwunden waren, war es tatsächlich so weit: Mit Branntweinfahnen schwingenden Gossengirls wurde das Knasterbart-Nachtkonzert eröffnet und die Frontmänner Hotze und Fips präsentierten das musikalische Parteiprogramm von den auf der Bühne aufgestellten Rednerpulten. Zahlreiche neue, noch nie live gespielte Tracks vom an diesem Tag erscheinenden ersten Album der Band wurden gespielt, ein neues Bandmitglied vorgestellt und die Tavernen auf dem MPS überboten sich gegenseitig mit kreativ dargebrachten, flüssigen Geschenken an die Bandmitglieder. Veranstalter Gisbert Hiller, genannt "Gisi", gewährte der vor der Bühne versammelten Meute sogar mehrere Zugaben, selbst auf die Gefahr hin, Ärger mit der Polizei zu bekommen (die Spielgenehmigung reichte eben irgendwie nicht bis zwei Uhr Nachts, gell).


Es war eine würdige Feier, und ausgelaugt, aber glücklich stolperten wir den unbeleuchteten Feldweg zu unseren Zelten zurück. So endete der erste Tag auf dem MPS in Rastede 2014.

Fortsetzung folgt!

Mittwoch, 14. Mai 2014

Das Konzertjahr 2014, Teil 4

Es ist Mittwoch, ich fühle mich gesundheitlich eher mäßig, habe frei und alle Hausaufgaben für diese Woche schon erledigt - ein perfekter Tag also, um die Berichterstattung rund um mein bisheriges Konzertjahr fortzusetzen! :)

05. April 2014: MPS Konzert Party, Westfalenhalle Dortmund

Ok, streng genommen handelt es sich hierbei nicht wirklich um ein Konzert, sondern eher um ein Festival oder wie der Name der Veranstaltung schon sagt, um eine Party. Da ich aber an dem Tag keine Fotos gemacht habe, scheint es mir zu langweilig, einen eigenen, großen Festivalartikel daraus zu basteln. 

Am 05. April war es also zum zweiten Mal so weit. Gisi, der Veranstalter des Mittelalterlich Phantasie Spectaculum - kurz MPS - lud ein zur Geburtstagsparty in der Dortmunder Westfalenhalle. Ursprünglich hatte die Party, bei der sowohl Gisis als auch der Geburtstag des MPS gefeiert werden sollen, dieses Jahr sogar zweitägig stattfinden sollen. Daraus wurde leider nichts, da der Vorverkauf insbesondere für den ersten Tag nur sehr schleppend verlief.

Aus der Zeit, in der die Veranstaltung noch als zweitägig angesetzt war, existiert auch ein Trailer:


Da die Gäste an diesem Tag aufgefordert waren, nach Möglichkeit in Gewandung zu erscheinen, war dies der perfekte Anlass für mich, meine neue Wikinger-Gewandung einzuweihen. Ich hatte sie in den Wochen zuvor mühsam und mit tatkräftiger Unterstützung meiner Mutter selbst genäht. In dieser Gewandung machte ich mich dann also mit ÖPNV auf den Weg zu unserem Treffpunkt vor einem "Restaurant" einer bekannten Fastfood-Kette. Für alle, die das noch nie probiert haben, kann ich nur sagen: Es ist eine Freude, sich gewandet zwischen "normalen" Bundesbürgern zu bewegen. Die Blicke, die einem zufliegen, sind oftmals mehr als Gold wert.

Noch etwas vor Einlass erreichten wir schließlich das Gelände der Westfalenhalle. Gelangweilt in der Warteschlange rumstehen entfiel gänzlich, denn vor der Halle gab es einen Mittelaltermarkt zu besichtigen, der seinem Namen dieses Jahr zum Glück gerechter wurde als im Jahr davor. Für die musikalische Unterhaltung sorgten zu jenem Zeitpunkt Mr. Hurley und die Pulveraffen und kurz darauf Satolstelamanderfanz.

Als wir schließlich doch in der Halle landeten, galt es erst einmal eine wichtige Anschaffung zu tätigen: Omnia hatten aus Anlass der Party den Vorverkauf ihres grandiosen neuen Albums "Earth Warrior" vorverlegt. Das Interesse war groß: Schon während die Band ihren Merch-Stand aufbaute, lauerte eine Schar Interessenten in der Nähe und wartete auf den Verkaufsstart.

Musikalisch wurde die Party dieses Jahr von Metusa eröffnet, die viele Songs vom neuen Album präsentierten. Leider war um diese Zeit noch nicht all zu viel los in der Halle und der Funke schien auch nicht recht auf das Publikum überspringen zu wollen - ein Phänomen, das mir bereits letztes Jahr bei vielen der Konzerte während der MPS-Party in der Westfalenhalle aufgefallen war. Vielleicht ist diese riesige Indoorbühne einfach nicht der richtige Rahmen für eine Mittelalterveranstaltung...

Ich muss zugeben, dass ich mich an die genaue Running Order der weiteren Konzerte nicht mehr so genau erinnere. Zu den Konzerten von den Cobblestones, Corvus Corax und Fiddler's Green kann ich sogar gar nichts sagen, da ich sie schlicht nicht gesehen habe. Die Spielzeiten dieser Bands habe ich nämlich draußen auf dem Markt verbracht, wo die Stimmung extrem gut war und ein leckerer Hanffladen auf den Verzehr wartete. 

Generell gab es gute Gründe, dem Markt vor der Türe einige Aufmerksamkeit zu widmen: Mr. Hurley und die Pulveraffen präsentierten draußen ihren neuen Song "Schrumpfkopf im Rumtopf" und mit Faey spielte eine ganz neue Band, deren Auftritte ich mir alle anschaute.

Faey zu sehen war für mich ein klares Highlight des Tages. Die Bamberger Band rund um die ehemalige Faun-Sängerin Sandra Elflein hatte gerade ihr erstes Album "Golden Apples" veröffentlicht und stellte sich an jemem Tag erstmals einem größeren Publikum außerhalb Süddeutschlands vor. Schon nach kurzer Zeit schaffte es die Band, das deutsche (!) Publikum zum tanzen zu bringen, man sah leichte Balfolk-Versuche, wie man sie sonst eher aus Holland kennt. So war auch eine unserer ersten Feststellungen: Die müssen in den Niederlanden spielen! Das wird SO eine Party! - Ein Wunsch, der sich hoffentlich erfüllt.

Hier eine kleine Hörprobe der Band:


Nun aber nochmal zurück zum Geschehen in der Halle: Auch Omnia präsentierten an diesem Tag eine ganz besondere Neuheit, nämlich ihren neuen Gitarristen Satrya, der bewies, dass Omnia ohne Gitarristen echt etwas gefehlt hatte - was einem vorher gar nicht so bewusst gewesen war.

Saltatio Mortis hatten natürlich die Stimmung auf ihrer Seite. Von allen Konzerten, die ich mir in der Halle angeschaut habe, tobte das Publikum bei ihnen am meisten. Auch waren sie an diesem Tag endlich wieder in voller Besetzung, da Jean sich von seinen schlimmen gesundheitlichen Problemen erholt hatte.

Als vorletztes spielten schließlich Feuerschwanz. Zu diesem Zeitpunkt war aber bei uns so ziemlich die Luft raus. Da man ohne Ankündigung die Tribünen an diesem Tag nicht geöffnet hatte, blieb als Alternative zum ganztägigem Stehen eigentlich nur, sich auf den Boden zu setzen. Das ist nach kurzer Zeit eher mäßig bequem. Gemeinsam beschlossen wir also, unseren Tag auf der MPS Konzert-Party zu beenden und uns auf den Heimweg zu machen. Sehr Leid tat mir, dass wir so die letzte Band des Abends, Knasterbart, verpassten, aber es hätte vermutlich eh keinen Sinn mehr gehabt. Vielleicht schaffen wir es ja bei der nächsten geplanten Party 2018 einmal, bis zum Ende durchzuhalten...

Montag, 12. Mai 2014

Das Konzertjahr 2014, Teil 3

21. März: Saltatio Mortis (Support: Metusa), Hyde Park Osnabrück

Im März machten Saltatio Mortis im Rahmen ihrer "Das schwarze IXI"-Tour halt im Hyde Park. Nicht dem großen in London, sonderen dem etwas kleineren, dem etwas Abseits gelegenen in Osnabrück. Obwohl das Ding mit öffentlichen Verkehrmitteln eher mäßig gut zu erreichen (bzw. vor allem Nachts zu verlassen) ist, war dies ein guter Anlass, sich doch einmal wieder dorthin zu begeben.

Als wir die Location knapp eine Stunde vor Einlass erreichten, wartete wie gewöhnlich bei Saltatio Mortis schon eine stattliche Schlnage vor der Halle. Viele waren trotz der eher winterlichen Temperaturen erstaunlich leicht bekleidet - da gilt wohl das Motto "Wer schön sein will, muss leiden". Dafür, dass es in der Warteschlange nicht langweilig wurde, sorgte unter anderem Dominik, der Sänger der Supportband Metusa, der überall, wo er auftaucht, für Action sorgt. Für den youtube-Kanal von Metusa bewegte er sich mit einer Kamera durch die Wartenden und erforschte mit dieser sogar, was es wohl unter den Schottenröcken einiger junger männlicher Besucher zu sehen gab.

Als dann alle drin waren und Metusa ihren Auftritt absolvierten, war es in der Halle schon gerammelt voll. Die Jungs und Mädels um Frontsau Dominik aka Domenicus der Saitenreiter präsentierten an diesem Abend ihr neues Album "Zahn der Zeit". Für mich war es auch ihr erstes richtiges Konzert in der neuen Besetzung nach dem Weggang von Dudelsack-und Flötenspielerin Anja. Obwohl mir das Konzert durchaus gut gefallen hat, kann man doch nicht leugnen, welch große Lücke Anja mit ihrem Ausstieg hinterlassen hat und es wird für mich noch eine ganze Weile dauern, bis ich mich an die neue Besetzung gewöhnt habe. Aber das ist vermutlich nur ganz natürlich. Von den neuen Songs blieb mir besonders das fröhlich zum Mitsingen geeignete "Gemeinsam" im Gedächtnis.

Hier wie üblich eine kleine Hörprobe der Band:


Nach Metusa hieß es dann Bühne frei für die Headliner: Saltatio Mortis. Diese mussten an diesem Abend wie auch an den anderen Terminen der Tour in unvollständiger Besetzung auftreten, da Schlagzeuger Jean während einer Probe am Beginn der Tour ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Sein Fehlen hörte man natürlich, doch die Band machte aus der schwierigen Situation das Beste und rockte, was das Zeug hält. In der Halle wurde es bald auch unerträglich heiß und eng, was auch mein einziger Minuspunkt an diesem Abend war.

Falls jemand die Band wirklich noch nicht kennen sollte, folgt auch hier nochmal ein kleiner Appetizer:


Am Ende waren alle verschwitzt und zufrieden und meine Begleitung und ich machten uns auf den Heimweg. Schon am nächsten Abend sollte der Konzertspaß weitergehen...

22. März: Punch'n'Judy, The Muddy Echoes & die B.R.U.T.. Consol 4, Gelsenkirchen

Nicht einmal 24 Stunden später machten wir uns also auf den Weg ins Ruhrgebiet. Anlass unseres Besuchs war ein Konzert von Punch'n'Judy. Die Location war mal etwas ungewöhnlich für unsere Verhältnisse, eine Art Jugendzentrum in einem ehemaligen Zechengebäude. Und es passiert ja auch nicht aller Tage, dass man in einem Venue vor Beginn des Konzerts darauf hingewiesen wird, nicht in den Flur zu kotzen oder in der Umgebung wild zu pinkeln... Wie dem auch sei: Bevor Punch'N'Judy die Bühne entern durften, warteten zunächst noch zwei andere Bands auf uns.

Eröffnet wurde der Abend von "Die B.R.U.T.", einem spontan ins Leben gerufenem Projekt einiger Lokalgrößen (so sagte man uns), die wir als ortsfremde natürlich nicht kannten. Das traf textlich jetzt nicht so ganz mein Geschmack, musikalisch war es eine ungewöhnliche Mischung aus Deutschpunk mit ausgedehnten Metal-Gitarrenriff-Parts.

Es folgten The Muddy Echoes, eine lokale Indie Pop/Rock Band, die durchaus angenehm zu hören waren. Leider machte bei ihnen der Sound an einigen Stellen ganz schöne Mucken, was den Hörgenuss etwas dämpfte.

Zum Abschluss kamen dann die von uns lange erwarteten Punch'n'Judy. Musikalisch ging es hier nochmal in eine ganz andere Richtung, welche die Band selbst Crossover-Folk nennt. Die Band hatte eine ordentliche Anzahl an Fans mitgebracht, so dass die Stimmung von Anfang an super war und alle bei Band-Hits wie dem "Koboldkönig" oder "Grace O'Malley" mitsingen konnte. Schon alleine dieser Auftritt machte den ganzen Weg nach Gelsenkirchen mehr als lohnenswert!

Da seit letztem Jahr auch ein offizielles Video der Band existiert, welches passender Weise auch noch genau in der Location aufgenommen wurde, in der das von mir besuchte Konzert stattfand, möchte ich euch auch dieses nicht vorenthalten: