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Donnerstag, 5. Juli 2018

Mittelalterlich in den Mai starten - das MPS in Dortmund

Es ist kaum zu übersehen: dieser Blog hat eine kleine Pause gemacht. Grund dafür war zum einen das Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai, die mich wie wohl auch viele andere Blogger gründlich verunsichert hat. Auch jetzt ist noch so vieles unklar, aber ich möchte dieses Hobby einfach nicht aufgeben, also geht es ab heute weiter. Zum anderen halten mich im Moment aber auch die anhaltende Hitzewelle sowie ein Rückenproblem von längeren Aufenthalten am PC ab, also werde ich das Ganze wohl auch jetzt etwas langsamer angehen.

Nun aber weiter da, wo ich vor etwas über einem Monat stehen geblieben war und damit zu ein paar Worten zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund. Dieses wollte ich eigentlich nur an einem Tag besuchen. Da sich meine Freunde jedoch nicht für einen Tag entscheiden konnten und somit zum Teil am Montag und zum Teil am Dienstag kamen, ich jedoch auf keinen verzichten wollte, wurden spontan doch zwei Tage draus.

Montag gab es ein ziemlich gutes Musikprogramm ganz nach meinem Geschmack. Da wäre zum einen die sympathische Gruppe Faey, die mit ihren fröhlichen Folk-Pop Stücken gute Laune auf dem MPS verbreitete. Neben Eigenkompositionen ihrer zwei Alben "Golden Apples" und "Honey & Cinnamon" hatte sich an diesem Tag auch eine interessante Coverversion von Ed Sheerans "Galway Girl" in das Programm geschlichen, welches vom Publikum ebenfalls gut aufgenommen wurde.

Andi von Faey

Auch Waldkauz beehrten an diesem Tag das MPS mit einem großartigen Konzert am frühen Abend. Die Pagan Folk Musik der noch recht jungen Band hat auf dem MPS mittlerweile eine große Fangemeinde, sodass sich auch dieses Mal schnell eine große, tanzfreudige Meute vor der Bühne einfand.

Niklas von Waldkauz und der Hut von Niel - war dies eine Entführung? :P

Für mich dieses Mal wie auch sonst immer ein Highlight war dann der abendliche Auftritt von Faun. Was kann es schöneres geben, als mit seiner langjährigen Lieblingsband an einem lauen Frühlingsabend in den Mai zu tanzen? Die Band wirkte ebenfalls gut gelaunt und spielfreudig und Stephans Ansage zum wohl thematisch passendsten Lied des Abends ("Walpurgisnacht") trieb einem vor Lachen fast schon Tränen in die Augen.


Nach diesem wunderschönen Konzert ging für mich dann auch schon der erste Tag auf dem MPS zu Ende. Da die Jahreskarte und damit auch das Campen auf dem Gelände für mich mittlerweile finanziell untragbar geworden sind, hieß es nach Hause zu fahren.

An Ausschlafen war dann aber auch nicht zu denken, schließlich ging es am nächsten Tag schon wieder zurück vom heimatlichen Aachen nach Dortmund. Mit einer anderen Freundin gab es an diesem Tag Ye Banished Privateers und Cuélebre zu erleben. Besonders auf Letztere hatte ich mich schon lange gefreut, da ich sie bisher aus den unterschiedlichsten Gründen immer wieder verpasst und so letztlich trotz vieler potenzieller Chancen erst einmal zuvor gesehen hatte.

Cuélebre

Alles in allem hatte ich mal wieder zwei schöne Tage auf dem MPS, die es mich schon ein wenig bedauern ließen, dass ich die Veranstaltung in diesem Jahr kaum noch besuchen werde. Manchmal vermisse ich da schon die guten alten Zeiten, in denen wir fast jedes Wochenende mit dabei sein konnten.

Samstag, 28. April 2018

Meine Musik des Jahres 2017

Wie zu jedem Jahreswechsel, möchte ich auch dieses Mal wieder (wenn auch leider verdammt spät) meinen kleinen musikalischen Rückblick in das vergangene Jahr machen. Auch 2017 sind wieder einige beachtenswerte Alben erschienen, die ich an dieser Stelle noch einmal kurz würdigen möchte. Rezensionen folgen wie immer, wenn und falls ich Lust und Muße habe und werden gegebenenfalls dann auch gleich verlinkt.


Meine Alben des Jahres 2017, wie immer alphabetisch und nicht irgendeinem Rang folgend:

Cesair - Omphalos

Cuélebre - Anaman

Faey - Honey & Cinnamon

Faun - Midgard (Tour Edition)

Fiona - Of Rivers And Tides

Kaunan - Forn

La Horde - Bonne Nouvelle*

The Moon And The Nightspirit - Metanoia

Seed -  Through The Veil

Shireen - Matriarch


Waldkauz - Mythos

Ye Banished Privateers - First Night Back In Port


* Ja, ich weiß, dass dieses Album streng genommen schon 2016 erschienen ist. Da sich mir aber erst letztes Jahr die Möglichkeit bot, es zu erwerben und anzuhören, musste ich es also mit in dieses Jahr tragen.

Kein Folk, aber trotzdem keinesfalls zu vergessen:

Fjørt - Couleur

Männi - Alkohol und Melancholie

Sonntag, 29. Oktober 2017

Tagesausflug zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum nach Bückeburg

Der zweite von den sehr wenigen Terminen des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums, die ich in diesem Jahr besucht habe, war das MPS in Bückeburg. Da ohne Jahreskarte für mich finanziell an ein ganzes Wochenende mit Camping überhaupt nicht zu denken war, wurde es ein Tagesausflug am Samstag des ersten Wochenendes. Dieser Tag bot musikalisch aber ohnehin schon so viel, dass ich mich am späten Abend ohne große Wehmut, dafür mit vielen schönen Eindrücken vom schönen Bückeburger Schlosspark verabschieden konnte.

Gleich nach dem Betreten des Geländes zogen mich die Klänge von Waldkauz hin zur ersten Bühne, die den schönen Tag nutzten, vor Ort große Teile ihres mittlerweile erschienenen, neuen Musikvideos zu "Baba Jaga" zu drehen. Waldkauz live sind immer wieder eine große Freude, weswegen ich es sehr schade fand, dass ich sie aufgrund des großen Angebots an Programmpunkten, die ich auch noch sehen wollte, nicht so oft anschauen konnte, wie ich gerne gewollt hätte.

Nina von Waldkauz

Nach dem Waldkauz-Auftritt hätte ich mich eigentlich auf den Weg machen wollen, meine Freundin zu suchen, die separat angereist war. Aber nun standen auf der selben Bühne Faey auf dem Programm, und so blieb ich irgendwie hängen. Ich mag Faey mit ihrer so unglaublich positiven Musik einfach unglaublich gerne und bei ihren Konzerten zaubern mir zudem die sympathischen Bühnenansagen der Musiker immer wieder ein bleibendes Lächeln ins Gesicht. 

Jürgen von Faey

Im Anschluss an diesen Auftritt machte ich mich dann aber tatsächlich endlich auf die Suche nach meiner Freundin und fand sie glücklicherweise auch recht bald. Zu zweit macht so eine Veranstaltung auf Dauer eben doch deutlich mehr Freude als allein. Wir inspizierten das Gelände, blieben mal vor dieser, mal vor jener Bühne hängen. Schön war es zum Beispiel, beim Auftritt von Ganaim vor der großen Bühne im Gras zu liegen und den schönen Irish Folk Klängen zu lauschen.

Und irgendwann war es dann Zeit für das große Abendkonzert meiner Lieblingsband Faun. Dieses war für mich natürlich wie immer ein absolutes Highlight. Ich ergatterte einen ziemlich guten Platz und nutze den langen, hellen Sommerabend, der es auch mir mit meiner ganz gewöhnlichen, aber heißgeliebten Kamera ermöglichte, ein paar schöne Fotos zu schießen.

Fiona von Faun

Zum gelungenen Abschluss des Tages gab es dann später noch ein beeindruckendes, großes Feuerspektakel, bevor es - diesmal gemeinsam - auf den Heimweg ging, den Kopf voller Eindrücke von einem schönen Tag im (phantastischen) Mittelalter.

Und weil es so schön ist, gibt es hier als Rausschmeißer noch oben erwähntes Waldkauz-Video:


Dienstag, 29. Dezember 2015

Das fünfte Wochenende auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Obwohl Weihnachten mittlerweile hinter uns liegt, ist der Phantastische Mittelalterliche Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund noch lange nicht vorbei. Am vergangenen, fünften Marktwochenende war ich am Samstag wieder mit dabei. Nach einem ersten Rundgang über das Gelände, wo ich im Ausverkauf am MPS-Merchzelt ein neues T-Shirt mit Odin-Print vom Künstler Voenix für mich fand, begab ich mich zum Bühnenbereich, um dort auf den ersten Auftritt des Tages und auf meine Freundin zu warten.

Nachdem es am Wochenende davor so schön mit ihnen gewesen war, habe ich mich natürlich sehr gefreut, auch an diesem Tag wieder Faey sehen zu dürfen. Diese spielten am Samstag "nur" zwei Auftritte, die ich mir beide ansah und präsentierten dem Publikum wieder eine bunte Mischung aus Songs ihres Albums und neuen Stücken, die man wohl im kommenden Jahr auf einer neuen CD wird finden können.

Sandra von Faey

Als sich die Dunkelheit bereits über das Gelände gesenkt hatte und der Vollmond über allem auftauchte, folgte an diesem Tag noch ein weiteres, ganz besonderes musikalisches Highlight. Die Niederländer von Cesair beehrten den Markt mit einem Auftritt. Ihre Musik, die sie selbst als Epic & Mythic Folk bezeichnen, boten sie dabei in etwas anderer Form dar als sonst. Eines ihrer Mitglieder - Fieke, die normalerweise an Akkordeon, Drehleiher und Dulcimer zu finden ist - konnte an diesem Tag leider nicht anwesend sein. Dafür gab es einen guten Grund, befindet sie sich doch derzeit in Korea, um dort den Klarinettisten Romain Guyot mitsamt Kammerorchester aufzunehmen. Trotzdem hinterließ sie natürlich eine musikalische Lücke, die gefüllt werden wollte. So kam es dann, dass Cesair an diesem Abend gleich drei hochkarätige musikalische Gäste zu sich auf die Bühne einluden. Zum einen wäre des Daphyd The Crow von Omnia am Slideridoo gewesen, zum anderen Klaartje und Faber von den niederländischen Pagan Folkern Sowulo, die dem Sound der Band eine weitere Geige und ein Piano hinzufügten.

Es wurde ein großartiger Auftritt, die Band und ihre Gäste hatten offensichtlich Spaß, was sich auch auf das Publikum übertrug. Außerdem stellten auch Cesair einiges neues Material vor und weckten somit die Hoffnung, dass man im kommenden Jahr vielleicht endlich mit einem richtigen, vollständigen, neuen Album rechnen darf. Schön wäre das in jedem Fall. Sogar Geschenke fürs Publikum hatte die Band mitgebracht, hübsch eingepackt warfen sie sie gegen Ende des Auftritts in die Menge. Wenn das mal keine schöne Geste war! :)

Monique von Cesair

Nach dem Auftritt von Cesair fanden meine Freundin und ich Zeit für einen Besuch bei Gisi's Kuhmilch und Kakao Kaschemme, wo ich eine leckere karibische Milch mit Bananen und Kokossirup trank. Gegessen hatten wir schon vorher bei unserer allgemein heißgeliebten Spätzleküche. Ich hatte mir an diesem Tag dort sogar die Deluxe-Spätzleversion mit Hirschrahmsauce und Preiselbeeren gegönnt. So. Unglaublich. Lecker!

Ein letzter Auftritt stand noch an an diesem Samstag Abend. Eigentlich hatte ich schon längst auf dem Heimweg seien wollen, aber die Neugier überwog dann doch. Außerdem hofften wir, dass sich das letzte Konzert zum Poispielen eignen würde (was es im Endeffekt leider nur bedingt tat, aber egal). An diesem Tag sollten nämlich Elfenthal auftreten. Wem das noch nichts sagt: Elfenthal ist das Projekt von John Kelly (ex Kelly Family) und seiner Frau Maite Itoiz, einer spanischen Sopranistin. Zusammen haben die beiden eine Band geschaffen, die einen Bogen zwischen alter Musik und einer Rockoper zu schlagen sucht. Obwohl wir an diesem Abend eindeutig mehr aus dem Rockoper-Bereich zu sehen bekamen, schimmerte die ruhige Seite dieses Projektes immer wieder durch. Zwischenzeitlich wurden von Maite immer wieder kleine Texte und Gedichte vorgelesen. Außerdem gab es sogar immer mal wieder choreografische Einlagen von John und seiner Frau, so wurden auch schonmal die Schwerter geschwungen. Man merkte der ganzen Show den liebevoll durchdachten Ablauf wirklich an. 
Musikalisch hat mich das Ganze etwas an Blackmore's Night erinnert und traf zugegebenermaßen nicht so hundertprozentig meinen Musikgeschmack, aber den Auftritt an sich werde ich so schnell nicht vergessen.

Hier gibt es mal einen kleinen Eindruck in das, was Elfenthal so machen: 


Bis zum Ende bleiben konnte ich aber leider nicht, sonst hätte ich meinen letzten Zug verpasst. Dachte ich zumindest. Im Endeffekt hätte das gar nichts gemacht, aber das konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen. Beim Eintreffen am Bahnhof erreichte mich die freudige Botschaft, dass mein Zug laut Anzeigetafel nicht bis nach Aachen, sondern nur bis Düsseldarf fahren sollte. Der Aushang stimmte dem zu, die App nicht. Mir wurde es in jedem Fall zu heikel und ich schwenkte auf den RE1 nach Aachen um. Der leider nicht in meiner Heimatstadt hält. Es entpuppte sich trotzdem als die richtige Entscheidung, denn als ich um 02:53 Uhr Aachen wieder verließ, war mein eigentlich angepeilter Zug dort noch immer nicht eingetroffen. Ungefähre Verspätung von 120 Minuten hieß es zuletzt. Ob er wohl je ankam? Ich jedenfalls fiel gegen halb vier glücklich ins Bett. Es war trotz aller Bahnwidrigkeiten ein schöner Tag!

Freitag, 25. Dezember 2015

Faey auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Der 4. Advent stand für mich bei meinem Besuch auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund ganz im Zeichen der Band Faey. Die Folkband aus dem Süden Deutschlands ist noch recht neu auf dem MPS, kann aber im nächsten Jahr auf gleich mehreren Terminen der Veranstaltung gehört werden.

Am Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt spielten Faey drei Auftritte, die ich mir auch alle angesehen habe. Der sympathischen Gruppe rund um Sängerin Sandra Elflein gelang es zum Glück schnell, das Publikum für sich zu gewinnen, sodass schon beim ersten Set viele der vorbeischlendernden Besucher vor der Bühne halt machten und sich das Konzert anschauten. Zu den späteren beiden Auftritten wurde es dann auch immer voller. Überhaupt war es an diesem Sonntag unheimlich voll - eigentlich auch kein Wunder, lagen die Temperaturen doch mit über 10°C weit höher als bei so manchem Sommer-MPS. Und im Sommer haben wir noch darüber gelacht, dass man auf dem Weihnachtsmarkt zelten kann...

Faey präsentierten an diesem Tag natürlich bekannte Stücke ihres ersten und bisher noch einzigen Albums "Golden Apples", darunter das energiegeladene Instrumental "Gipsy" oder das melancholische "Sehnsucht", hatten jedoch auch eine große Ladung an neuen Stücken dabei. Da wäre zum Beispiel "Wonderland", der wohl fröhlichste und beschwingteste Song, der jemals über eine Nacht mit üblem Filmriss geschrieben wurde. Oder "Flutterby", ein grundpositives Lied über die Dinge, die Sängerin Sandra gerne mag und das sie laut Ansage geschrieben hat, um sich selbst aufzumuntern, als es ihr nicht gut ging. Desweiteren gab es auch noch ein Trinklied, welches irgendwie doch kein Trinklied werden wollte und noch einiges mehr. Im kommenden Jahr darf man also wohl auf ein neues Album von Faey hoffen und nach dem, was man am Sonntag zu hören bekam, darf man durchaus gespannt-vorfreudig hoffen.

Sandra Elflein von Faey

Um sich den Markt entspannt anzuschauen, war der vergangene Sonntag wahrlich nicht der ideale Tag. Das gute Wetter hatte anscheinend die größte Zuschauermenge angelockt, die sich je an einem Tag auf ein MPS verirrt hat. Bewegung über das Gelände machte dies schwierig, weswegen meine Begleitung und ich den größten Teil des Tages in Bühnennähe ausharrten. Schon die Nahrungssuche gestaltete sich schwierig und ich war froh, dass mein gewünschter Nahrungslieferant an diesem Tag - die Süße Bude mit ihren leckeren Dracheneiern - sich in unmittelbarer Bühnennähe befand. Für den Heimweg gab es dann noch eine Tüte ebenfalls sehr leckerer Weihnachtsengel-Mandeln.

Wer Lust bekommen hat, den PLWM in Dortmund auch einmal zu besuchen, hat noch zwei Wochenenden Zeit dazu. Morgen geht es wieder los. Auch wer Lust hat, sich Faey einmal selbst anzuschauen, hat morgen noch einmal die Chance dazu. Ich werde mir das jedenfalls nicht entgehen lassen!

PS: Mit den Fotos hinke ich leider gnadenlos hinterher, aber sie kommen. Versprochen! :D

Montag, 23. Februar 2015

CD-Vorstellung: Faey - Golden Apples

Und hier kommt ein weiterer Titel aus meiner Musik 2014 Topliste:

Interpret:
Faey
Album: Golden Apples
Erschienen: 2014
Label: Screaming Banshee

Tracklist:

1. Golden Apples | 2. The Moon | 3. Neue Wege | 4. Sehnsucht | 5. Armies In The Sky | 6. Stürme | 7. Gipsy | 8. Faey | 9. Northerne Wind | 10. Armahan Kulku | 11. Die Blätter fallen | 12. Another Child

Bereits im vergangenen März erschien das mit Spannung erwartete Debütalbum der deutschen Folk-Pop-Band Faey. Ins Leben gerufen wurde die Band von Sandra Elflein, die dem einen oder anderen noch als Sängerin von Faun zur Zeit vom "Buch der Balladen" in Erinnerung geblieben sein dürfte. 

Obwohl mittlerweile zur richtigen Band angewachsen, wurde der erste Tonträger noch von Sandra Elflein und Dominik Schödel mit der Hilfe von Gastmusikern aufgenommen, unter ihnen Simon Michael Schmitt (Subway To Sally), der sich auch für die Produktion verantwortlich zeigte.
Optisch kommt der Silberling schon einmal äußert vielversprechend im Digipack mit ausführlichem, liebevoll gestalteten Booklet daher. Doch auch inhaltlich hat "Golden Apples" einiges zu bieten: Faey sagen von sich selbst, Musik machen zu wollen, welche die Hörer durch geheime Türen in ferne Zeiten und fremde Welten zu entführen vermag. Diesem Anspruch werden sie schon auf dem Erstlingswerk mehr als gerecht.

Auf der CD finden sich Songs Englisch und Deutsch, ein Text kommt sogar in finnischer Sprache daher. Einige der Lyrics hat Sängerin Sandra Elflein selbst geschrieben, doch der Großteil sind vertonte Gedichte. Gleich mehrfach begegnet einem der Name Robert Louis Stevenson, der wohl jedem als Autor der Schatzinsel bekannt sein sollte. Dass er auch Dichter war, war mir persönlich vorher unbekannt - was eine Schande ist, denn zumindest die von Faey ausgewählten Texte "The Moon", "Armies In The Fire", "Faey" und "Another Child" sind wunderschön! Mit William Butler Yeats ("Golden Apples"), Joseph von Eichendorff ("Stürme") und Friedrich Schiller ("Sehnsucht") findet man aber auch noch andere Poeten auf dem Album.

Meinem Empfinden nach ist es Faey wunderbar gelungen, jedem der vertonten Gedichte einen passenden musikalischen Rahmen zu geben. Die Musik unterstreicht stets die Stimmung der Gedichte, sodass man sich wahrhaftig in den Inhalt hineinträumen kann. Gerade beim Abschlusslied "Another Child" entsteht bei jedem Hören die Geschichte des Gedichts so klar vor meinen Augen, als würde ich dazu einen Film schauen.

Damit keine Missverständnisse aufkommen, weil ich die Fremdtexte so über den Klee gelobt habe: Auch die Songs mit Sandra Elfleins Texten gefallen mir alle wirklich richtig gut, besonders "Die Blätter fallen" hat es mir angetan und sich schnell zu meinem Lieblinssong des Albums gemausert. Auch das ganz ohne Gesang auskommende, energiegeladene "Gypsy" ist ein richtiges Highlight.
Musikalisch bewegen sich Faey wie bereits eingangs erwähnt im Bereich irgendwo zwischen Folk und Pop. Musikalisch geht es manchmal sehr poppig zu, die Folk-Instrumentierung verhindert aber zum Glück jedeJedes Abrutschen in Richtung Schlager, was bei deutschen Texten ja leider sehr schnell passiert. Für mich dürfte es dennoch gerne noch mehr Richtung Folk gehen, aber das ist natürlich rein subjektiv. Ein großartiges Album bleibt "Golden Apples" so oder so. Bleibt nur noch zu sagen: Ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen auf nordrhein-westfälischen Bühnen! :)

Meine Bewertung:

♥♥♥♥
[4/5]

Hörprobe:


Dienstag, 30. Dezember 2014

Meine Musik des Jahres 2014

Auch in diesem Jahr, das nun fast komplett hinter uns liegt, gab es wieder einen ganzen Haufen Musik-Neuerscheinungen, die es wert waren, ihnen ein Ohr zu leihen. Nach langem Hin - und Herüberlegen habe ich noch meine Favoritenliste erstellt. Hier ist sie:


Da ich mich nicht auf eine Rangfolge festlegen möchte, werde ich sie nun einfach alphabetisch aufzählen. Die Rezensionen folgen dann so nach und nach in den nächsten Tagen/Wochen, je nachdem, wieviel Zeit ich habe. Ab nächsten Jahr werde ich dann (so habe ich mir zumindest vorgenommen) auch häufiger Alben vorstellen. Neuerscheinungen wie auch ältere, die mir persönlich am Herzen liegen. 

Aber hier nun wirklich erst einmal die Liste mit der für mich besten neuen Musik des Jahres: 

Alben: 











Live-Album:


Musik-DVD:


Die Liste ist natürlich vollkommen subjektiv und meinen aktuellen Hörgewohnheiten gemäß ziemlich Folk- und Mittelalter-lastig. :)

Die Rezensionen werde ich nach und nach mit ihrem Erscheinen hier verlinken.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Das Konzertjahr 2014, Teil 4

Es ist Mittwoch, ich fühle mich gesundheitlich eher mäßig, habe frei und alle Hausaufgaben für diese Woche schon erledigt - ein perfekter Tag also, um die Berichterstattung rund um mein bisheriges Konzertjahr fortzusetzen! :)

05. April 2014: MPS Konzert Party, Westfalenhalle Dortmund

Ok, streng genommen handelt es sich hierbei nicht wirklich um ein Konzert, sondern eher um ein Festival oder wie der Name der Veranstaltung schon sagt, um eine Party. Da ich aber an dem Tag keine Fotos gemacht habe, scheint es mir zu langweilig, einen eigenen, großen Festivalartikel daraus zu basteln. 

Am 05. April war es also zum zweiten Mal so weit. Gisi, der Veranstalter des Mittelalterlich Phantasie Spectaculum - kurz MPS - lud ein zur Geburtstagsparty in der Dortmunder Westfalenhalle. Ursprünglich hatte die Party, bei der sowohl Gisis als auch der Geburtstag des MPS gefeiert werden sollen, dieses Jahr sogar zweitägig stattfinden sollen. Daraus wurde leider nichts, da der Vorverkauf insbesondere für den ersten Tag nur sehr schleppend verlief.

Aus der Zeit, in der die Veranstaltung noch als zweitägig angesetzt war, existiert auch ein Trailer:


Da die Gäste an diesem Tag aufgefordert waren, nach Möglichkeit in Gewandung zu erscheinen, war dies der perfekte Anlass für mich, meine neue Wikinger-Gewandung einzuweihen. Ich hatte sie in den Wochen zuvor mühsam und mit tatkräftiger Unterstützung meiner Mutter selbst genäht. In dieser Gewandung machte ich mich dann also mit ÖPNV auf den Weg zu unserem Treffpunkt vor einem "Restaurant" einer bekannten Fastfood-Kette. Für alle, die das noch nie probiert haben, kann ich nur sagen: Es ist eine Freude, sich gewandet zwischen "normalen" Bundesbürgern zu bewegen. Die Blicke, die einem zufliegen, sind oftmals mehr als Gold wert.

Noch etwas vor Einlass erreichten wir schließlich das Gelände der Westfalenhalle. Gelangweilt in der Warteschlange rumstehen entfiel gänzlich, denn vor der Halle gab es einen Mittelaltermarkt zu besichtigen, der seinem Namen dieses Jahr zum Glück gerechter wurde als im Jahr davor. Für die musikalische Unterhaltung sorgten zu jenem Zeitpunkt Mr. Hurley und die Pulveraffen und kurz darauf Satolstelamanderfanz.

Als wir schließlich doch in der Halle landeten, galt es erst einmal eine wichtige Anschaffung zu tätigen: Omnia hatten aus Anlass der Party den Vorverkauf ihres grandiosen neuen Albums "Earth Warrior" vorverlegt. Das Interesse war groß: Schon während die Band ihren Merch-Stand aufbaute, lauerte eine Schar Interessenten in der Nähe und wartete auf den Verkaufsstart.

Musikalisch wurde die Party dieses Jahr von Metusa eröffnet, die viele Songs vom neuen Album präsentierten. Leider war um diese Zeit noch nicht all zu viel los in der Halle und der Funke schien auch nicht recht auf das Publikum überspringen zu wollen - ein Phänomen, das mir bereits letztes Jahr bei vielen der Konzerte während der MPS-Party in der Westfalenhalle aufgefallen war. Vielleicht ist diese riesige Indoorbühne einfach nicht der richtige Rahmen für eine Mittelalterveranstaltung...

Ich muss zugeben, dass ich mich an die genaue Running Order der weiteren Konzerte nicht mehr so genau erinnere. Zu den Konzerten von den Cobblestones, Corvus Corax und Fiddler's Green kann ich sogar gar nichts sagen, da ich sie schlicht nicht gesehen habe. Die Spielzeiten dieser Bands habe ich nämlich draußen auf dem Markt verbracht, wo die Stimmung extrem gut war und ein leckerer Hanffladen auf den Verzehr wartete. 

Generell gab es gute Gründe, dem Markt vor der Türe einige Aufmerksamkeit zu widmen: Mr. Hurley und die Pulveraffen präsentierten draußen ihren neuen Song "Schrumpfkopf im Rumtopf" und mit Faey spielte eine ganz neue Band, deren Auftritte ich mir alle anschaute.

Faey zu sehen war für mich ein klares Highlight des Tages. Die Bamberger Band rund um die ehemalige Faun-Sängerin Sandra Elflein hatte gerade ihr erstes Album "Golden Apples" veröffentlicht und stellte sich an jemem Tag erstmals einem größeren Publikum außerhalb Süddeutschlands vor. Schon nach kurzer Zeit schaffte es die Band, das deutsche (!) Publikum zum tanzen zu bringen, man sah leichte Balfolk-Versuche, wie man sie sonst eher aus Holland kennt. So war auch eine unserer ersten Feststellungen: Die müssen in den Niederlanden spielen! Das wird SO eine Party! - Ein Wunsch, der sich hoffentlich erfüllt.

Hier eine kleine Hörprobe der Band:


Nun aber nochmal zurück zum Geschehen in der Halle: Auch Omnia präsentierten an diesem Tag eine ganz besondere Neuheit, nämlich ihren neuen Gitarristen Satrya, der bewies, dass Omnia ohne Gitarristen echt etwas gefehlt hatte - was einem vorher gar nicht so bewusst gewesen war.

Saltatio Mortis hatten natürlich die Stimmung auf ihrer Seite. Von allen Konzerten, die ich mir in der Halle angeschaut habe, tobte das Publikum bei ihnen am meisten. Auch waren sie an diesem Tag endlich wieder in voller Besetzung, da Jean sich von seinen schlimmen gesundheitlichen Problemen erholt hatte.

Als vorletztes spielten schließlich Feuerschwanz. Zu diesem Zeitpunkt war aber bei uns so ziemlich die Luft raus. Da man ohne Ankündigung die Tribünen an diesem Tag nicht geöffnet hatte, blieb als Alternative zum ganztägigem Stehen eigentlich nur, sich auf den Boden zu setzen. Das ist nach kurzer Zeit eher mäßig bequem. Gemeinsam beschlossen wir also, unseren Tag auf der MPS Konzert-Party zu beenden und uns auf den Heimweg zu machen. Sehr Leid tat mir, dass wir so die letzte Band des Abends, Knasterbart, verpassten, aber es hätte vermutlich eh keinen Sinn mehr gehabt. Vielleicht schaffen wir es ja bei der nächsten geplanten Party 2018 einmal, bis zum Ende durchzuhalten...