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Dienstag, 14. März 2017

Konzertbericht: Punch'n'Judy in Dülmen

Am 18. Februar verschlug es mich mit einer Freundin erstmalig in die Neue Spinnerei nach Dülmen. Dort gaben sich an diesem Abend gleich drei Bands und ein Solokünstler die Ehre.

Unsere anfängliche Sorge, dass wir ein bisschen zu alt sein könnten für eine Location wie die Neue Spinnerei, die ziemlich auf Jugendarbeit konzentriert ist, erwies sich zum Glück schnell als unbegründet. Schon zum Einlass hatten sich Menschen aller Altersklassen eingefunden, die zusammen ein nettes und ansehnliches Publikum bildeten.

Bald ging es dann auch schon los mit dem ersten Auftritt des Abends. Dieser wurde bestritten von Complaints aus Köln. Der sympathische Singer-Songwriter wurde von dem optisch zugegebenermaßen ziemlich offensichtlich Metal-geprägten Publikum auch sehr positiv aufgenommen. Und das ganz zu recht, denn es machte wirklich Spaß, ihm zuzuhören, sowohl bei den ruhigen als auch bei den druckvolleren Stücken seines Sets.

Nach kurzer Pause ging es dann weiter mit Travels & Trunks aus Dortmund. Diese zelebrierten unheimlich charmant den Sound von einem Amerika längst vergangener Zeiten. Ganz was anderes, als meine Ohren sonst so gewohnt sind, aber gerade deswegen auch so spannend. Zu hören gab es sowohl Eigenkompositionen als auch Coverversionen, und für einige Lieder bekam die Band dann auch nochmal Unterstützung von Complaints, der den Sound der Band wunderbar ergänzte. Für große Erheiterung sorgte auch die Verabschiedung der Band, in der sie dem wirklich durchgängig ziemlich düster gekleideten Publikum dankten, dass sie zugehört hatten, obwohl es gar keinen Metal zu hören gab.


Als dritte Band standen Elmsfeuer auf dem Programm. Diese hatten zunächst einige Probleme mit der Technik, weswegen sich der Konzertbeginn leider verzögerte und ihr Set am Ende zeitlich beschnitten werden musste. Es war das erste Mal, dass ich sie in ihrer neuen Besetzung sah, die in der jüngeren Vergangenheit einige Änderungen durchgemacht hatte. Es wurde ein kurzes, aber großartiges Konzert. Das Publikum ging von Anfang an gut mit ab, es wurde mitgesungen und weite Teile der Menschen schlossen sich gerne dem rasanten Zug der Bandflagge durch den Raum an. Entsprechend war das Bedauern groß, als die Band ihren Auftritt beenden musste, ohne alle Songs von ihrer Setliste gespielt zu haben.


Doch es half ja alles nichts, das Ende der Veranstaltung näherte sich und eine Band, die wohl keiner der Anwesenden missen wollte, hatte ihr Set noch vor sich: Punch'n'Judy! Es wurde ein wahrhaft krönender Abschluss für einen auch vorher schon sehr gelungenen Konzertabend. Die Band präsentierte Stücke ihres erst vor kurzem erschienenen neuen Albums "Rum, Soda & Punch", aber ließ natürlich auch die Bandklassiker nicht außer Acht. So stand bei Liedern wie "Flibberty Gibbet" kein Tanzbein im Raum mehr still und es gab wohl kaum einen Menschen im Publikum, der den Text vom "Koboldkönig" nicht lautstark mitsang.


Dem Gefühl nach viel zu schnell verabschiedeten sich Punch'n'Judy dann aber auch schon wieder von ihrem Publikum. Recht verschwitzt, aber sehr glücklich machte man sich so langsam auf den Heimweg. Solche großartigen Veranstaltungen darf es in Dülmen in Zukunft gerne noch häufiger geben. Mir wäre es eine Freude, wieder mit dabei zu sein.

Montag, 5. Mai 2014

Alternativer Tanz in den Mai: Das MPS in Dortmund, erster Tag

...und schon ist es wieder vorbei, das schöne, lange Wochenende - und mit ihm das erste MPS (Mittelalterlich Phantasie Spectaculum) dieses Jahr in meinen Gefilden. Für mich ging es dieses Mal nur an zwei Tagen (Mittwoch und Samstag) nach Dortmund. An den anderen Tagen wartete ein Kurzurlaub an der niederländischen Grenze mit meiner Familie. Aber dazu später mehr. In diesem Eintrag soll es nun erstmal um meine Erlebnisse beim MPS gehen. 

Mittwoch, 30. April:

Mittwoch Vormittag ging es los. Die Anfahrt mit der Bahn verlief problemlos (was ja bekanntlich keine Selbstverständlichkeit ist) und das Reisegepäck war auch ausnahmsweise einmal relativ leicht, da es nur um eine Übernachtung im Zelt einer Freundin ging. 

Zunächst spielte sogar das Wetter mit. Der Wetterbericht hatte uns schon schlimmes befürchten lassen, aber sowohl beim Zeltaufbau als in den ersten Stunden auf dem Gelände blieb es trocken. 

So konnten wir in Ruhe Saor Patrol und Ye Banished Privateers genießen, eine schwedische Piratenband, die dieses Jahr ganz neu auf dem MPS ist. Ich kann nur jedem, der die Möglichkeit hat, dazu raten sich diese coole Truppe anzuschauen. Die Band tritt bei ihren Konzerten mit wechselnder Besetzung an, auf den Weg nach Dortmund hatten sie sich zu elft gemacht. Obwohl die Band den meisten Besuchern vorher unbekannt gewesen sein dürfte, gelang es ihnen in kürzester Zeit, das Publikum für sich zu gewinnen, und das nur zurecht. Gut gespielter Piraten-Folk, witzige Showeinlagen und lebhafte Interaktion mit den Leuten vor der Bühne sorgten dafür, dass von Konzert zu Konzert an diesem Tag mehr Zuschauer zur Folkbühne strömten. 

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Die Band hat auch ein ziemlich gutes Video zu ihrem Song "Welcome To Tortuga" gemacht:


Am Vorabend wollten wir dann die immer wieder grandiosen Mr. Hurley & die Pulveraffen genießen, doch es sollte leider anders kommen: Mitten während des Sets kam auf einmal Gisi (Gisbert Hiller, der Veranstalter des MPS) auf die Bühne um uns von einer akuten Unwetterwarnung in Kenntnis zu setzen. Der Himmel sah zu diesem Zeitpunkt noch total unverdächtig aus, doch wir entschlossen uns trotzdem schweren Herzens, das Gelände vorläufig zu verlassen und uns zu unserem Zelt zu begeben - eine weise Entscheidung, wie sich kurz darauf rausstellte. Das Wetter kippte wirklich blitzschnell um und wir ließen Gewitter und Starkregen von unserem Zelt aus über uns ergehen. Die Veranstaltung musste auf Anweisung von Polizei und Feuerwehr ohnehin kurzzeitig unterbrochen werden.

Nach dem Unwetter war es um die Motivation meiner Begleitung geschehen, so dass ich im Endeffkt alleine zum Knasterbart-Konzert gehen musste, welches um Mitternacht beginnen sollte. Zum Glück bleibt man beim MPS selten lange allein, so dass ich bald ein nettes Gespräch mit meiner Nebenmann in der ersten Reihe führte, während wir auf den Beginn des Konzertes warteten. Der ganze Zeitplan hatte sich als Folge des Unwetters verschoben, weswegen das Konzert erst um Eins anfing. Doch wie üblich waren Knasterbart das Warten mehr als wert, auch wenn sie dieses Jahr "nur" bis 3 Uhr Nachts spielten. Sämtliche Gossenhauer der Band wie die "Leckere Lotta" und "Mein Stammbaum ist ein Kreis" wurden zum besten gegeben und bei Instrumentalstücken wie dem "Hinterwäldlertanz" konnte ausgiebig in den Mai getanzt werden. (Nur so nebenbei: Während des Soundchecks, also kurz nach Mitternacht, war sogar ein Maikäfer auf die Bühne geflattert. Das nenne ich mal symbolisch! :D )
Nach dem Konzert konnte ich es mal wieder kaum noch erwarten, das bald erscheinende Album in den Händen zu halten!

So ging der Mittwoch für mich zu Ende und nach einem kurzen Schlafzwischenstop im Zelt machte ich mich auf den Weg in den Urlaub um dann am Samstag für einen weiteren Tag auf das MPS zurückzukehren. Doch das ist eine andere Geschichte, und sie soll später erzählt werden...