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Samstag, 9. September 2017

Adieu MPS - mein Besuch auf dem wohl letzten Wassenberger Mittelalterspektakel

Obwohl das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Wassenberg für mich rein geografisch betrachtet der nächste Termin der ganzen Veranstaltungsreihe ist, hat es mich in der Vergangenheit auffällig selten dorthin verschlagen. Grund dafür war stets die schlechte Anbindung an de öffentlichen Nahverkehr: Wassenberg hat keinen Bahnhof, und die Busverbindungen sind - insbesondere ab dem frühen Abend äußerst überschaubar bis nicht mehr existent. Doch dieses Jahr gab es gute Gründe, noch einmal hinzufahren, steht das MPS Wassenberg doch auf der Liste der Termine, die in Zukunft nicht mehr durchgeführt werden. Und dann hatte sich mit Faun in diesem Jahr auch noch meine Lieblingsband angekündigt.

Ich besuchte die Veranstaltung mit meiner Mutter, die schon seit Jahren kein MPS mehr gesehen hatte, weswegen wir den Tag mit einem Geländerundgang begannen. Es ist als regelmäßiger MPS-Besucher wirklich schön, eine dieser Veranstaltungen mal mit jemand szenefremdem zu besuchen, da man so selbst alles noch einmal mit neuen Augen sehen kann. So kam es dann sogar dazu, dass ich erstmalig in meiner mittlerweile auch schon fast zehnjährigen Mittelaltermarkt-Liebe beim Mäuseroulette teilnahm - und prompt gewann!

Von den an diesem Tag aufspielenden Bands schauten wir uns tatsächlich alle kürzer oder länger an - Cultus Ferox sogar mehrmals, da die es meiner Mutter an jenem Tag angetan hatten. Auch Versengold vermochten zu begeistern, sebst wenn wir die leider nur einmal im Zeitplan unterbringen konnten.

Cultus Ferox

Auf der kleinen Bühne schauten wir uns die Cobblestones an. Bei Saor Patrol blieb es eher bei einer Stippvisite - irgendwann muss man schließlich auch was essen. Mit leckeren Schmachtlappen vom Bäcker bewaffnet ließen wir uns auf einer Bank in einer ruhigen Ecke des schönen Geländes rund um die Burg Wassenberg nieder und beobachteten eine Zeitlang einfach die vorbeiziehenden Leute. Das Wetter war toll, das Gelände gut besucht, jedoch zum Glück nicht überlaufen. Später, quasi als Nachtisch, gönnten wir uns dann noch einen köstlichen Baumstriezel mit Zucker und Zimt. Einfach zu wunderbar, die Teile!

Ein bekanntes, aber ungewohntes Gesicht als Vertretung für Pínto bei Versengold

Irgendwie war es mir tatsächlich gelungen, meine Mutter zu überreden, den üblichen Zirkus mitzumachen, den es eben mitzumachen gilt, wenn man Faun aus der ersten Reihe erleben möchte. Ich denke, sie hat es nicht bereut. Es wurde wieder ein wunderschönes Faun-Konzert, mit zahlreichen Stücken vom aktuellen Album "Midgard" - darunter auch "Odin", welches auch ohne die musikalische Unterstützung von Einar Selvik einfach magisch ist - aber auch guten, alten Bekannten wie "Iyansa", welches seine Faszination auf mich wohl niemals verlieren wird.

Faun

So ein Faun-Konzert ist immer der perfekte Abschluss für einen MPS-Tag, und so machten wir uns im Anschluss auch ganz gemächlich auf den Heimweg, selbst wenn das Programm noch eine Weile weiterging. Auf dem Weg zum Ausgang verweilten wir kurz beim Feuerspektakel, welches aber leider winzig klein war und nicht das Highlight, was es auf größeren Terminen der Veranstaltung zu sein pflegt und welches ich meiner Mutter sehr gerne gezeigt hätte.

Vom Parkplatz aus warf ich einen letzten Blick zurück. Der Mond hing schön und hell über der idyllischen nächtlichen Silhouette von Wassenberg. Da wurde ich doch etwas wehmütig, dass dies vermutlich mein letzter Ausflug ins Wassenberger Mittelalter gewesen sein wird.

Montag, 1. August 2016

Friedlich Feiern statt Demonstrieren - das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Köln

Nachdem ich dieses Jahr den einen oder anderen ursprünglich fest eingeplanten MPS-Termin habe ausfallen lassen müssen, hat es mich besonders gefreut, dass es wie zum Ausgleich endlich mal wieder nach Köln gehen sollte. Das Gelände am Fühlinger See hatte ich als besonders schön in Erinnerung, nur hatte ich es nach 2011 nicht mehr dorthin geschafft, überschnitt es sich doch alljährlich mit dem Castlefest in Lisse.

Dieses Jahr nun also die Überrschung: das MPS Köln eine Woche vor dem Castlefest! Einem Besuch stand also nichts im Weg. Da es am Fühlinger See schon seit einigen Jahren keine Campsite mehr gibt, wurde der Sonntag als Besuchstag ausgewählt, da man so bis zum an diesem Tag früheren Ende bleiben konnte und trotzdem noch nach Hause kam. Ein bisschen bang wurde es einem nur beim Gedanken an die zahlreichen, ebenfalls an diesem Sonntag stattfindenden Demonstrationen, unter ihnen die Türkische Großdemo sowie Demos rechter und linker Gruppen. Genug Sprengstoff also, um einen als Bahnfahrer die verkehrtechnische Lage den ganzen Tag über sicherheitshalber im Auge behalten zu lassen.

Am Fühlinger See angekommen, stellte sich schnell heraus: das Gelände ist so schön, wie man es in Erinnerung hatte. Heerlager, Stände und sogar zwei der Bühnen vor dem Hintergrund des Sees machen optisch wirklich was her. Wem es danach verlangte, der konnte natürlich auch schwimmen gehen. Einige hartgesottene taten dies auch, obwohl man nicht unbedingt behaupten kann, dass das Wetter dazu einlud. Für die Jahreszeit war es ziemlich frisch und leider gingen auch immer wieder Schauer über dem Gelände nieder. Egal, wir hatten schon MPS-Veranstaltungen mit weitaus schlechterem Wetter!

Musikalisch gönnten wir uns bei diesem Besuch ein bisschen von allem: Sören Vogelsang, Celtica, Weltenkrieger, Saor Patrol, die Cobblestones. Aber vor allem: Ye Banished Privateers! Schon wieder hatten die Schweden Crewmitglieder dabei, die wir noch nicht kannten, darunter sogar einen Sitar-Spieler. Obwohl an diesem Tag auf der Bühne weder ausgepeitscht, gehängt noch erstochen oder ersäuft wurde, waren alle drei Konzerte wieder ein riesiger Spaß, für den wir zeitweise sogar gerne im strömenden Regen stehen blieben (und dabei von der Band fotografiert wurden, der das anscheinend ziemlich verrückt vorkam xD). Songtechnisch blieben keine Wünsche offen, zwei mir vorher noch unbekannte Stücke steigerten die Vorfreude auf das nächste Album noch weiter - was ich vorher für kaum noch möglich gehalten hatte. Und was freue ich mich darauf, die Band schon nächstes Wochenende auf dem schönsten aller Festivals (aka Castlefest) wiederzusehen!

Ye Banished Privateers

Zum Abschluss des MPS-Tages gab es dann noch ein halbes Stündchen vom großen Versengold-Abendkonzert, bevor es Zeit wurde, sich auf den wegen den Demos sicherheitshalber etwas früher geplanten Rückweg zu machen. Trotz des mäßigen Wetters war es sehr schön, wieder einmal das MPS in Köln besuchen zu können.

Samstag, 19. Dezember 2015

Von aufblasbaren Bananen und Schlüsselbund-Glöckchen - Endlich wieder auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Nach einem nicht geplanten Totalausfall am vergangenen Wochenende und der damit extrem ärgerlicherweise verpassten Chance, die großartigen Ye Banished Privateers noch einmal live zu sehen, ging es gestern endlich wieder nach Dortmund zum PLWM. 

Schon das vierte Veranstaltungs-Wochenende gastiert der Phantastische Mittelalterliche Lichter Weihnachtsmarkt dieses Jahr schon im Fredenbaumpark in der Dortmunder Nordstadt und hat es dabei in diesem Jahr ganz und gar nicht einfach. Das Wetter könnte unweihnachticher nicht sein, immer wieder hatte man in dieser Zeit Probleme mit Sturm und starken Regenfällen. Auch die Besucherzahlen sind - wetterbedingt? - rückläufig. Es ist ein Trauerspiel, zusehen zu müssen, wie der Markt in diesem Jahr gegen diverse Widrigkeiten zu kämpfen hat.

Wir selber standen gestern pünktlich zur Eröffnung am frühen Nachmittag am Eingang und begehrten Einlass. Unser erster Gang führte uns einmal wieder zum Miroque-Stand, wo eine tolle Überraschung auf uns wartete. Wie bereits im vergangenen Jahr hatte man dort einen kleinen Schlussverkauf eingerichtet, bei dem es ältere Miroque-Hefte, Bücher zu mittelalterlichen Themen und natürlich CDs und DVDs zu sehr günstigen Preisen zu bekommen gab. Für nur 5 Euro ist meine Musiksammlung nun um drei Titel reicher (Subway To Sally - Nackt II Ltd. Edition CD + DVD | Vermaledeyt - SaltaNeo, signiert | Mikuskovics Baum - Lux Natus Est). Ein wirklich schönes Weihnachtsgeschenk von Miroque an die Besucher! ♥

Dann stand auch schon das erste Konzert des Tages auf dem Programm: Saor Patrol spielten auf. Wir genossen die schottischen Pipes and Drums Klänge und außerdem den Spaß, den die Jungs mit einer geschenkten aufblasbaren Banane hatten. Und man soll kaum glauben, wie viel Spaß man mit so einem Ding haben kann. :D

Charlie Allan von Saor Patrol

Nach einer kurzen Pause ging es dann auch schon weiter mit Waldkauz, einer wirklich tollen, jungen Pagan Folk Band aus Hildesheim. Ich empfehle wirklich, ihnen mal beide Ohren zu leihen, ob nun live oder auf ihrem in diesem Jahr erschienenen ersten Album "Komm' mit", welches ich hier auch bald einmal vorstellen werde. Schließlich nähern wir uns dem Jahresende und es wird somit Zeit für die Musik des Jahres. ;) Nach dem Auftritt besuchte ich das kleine Merchzelt der Band und bin nun stolzer Besitzer eines Waldkauz-Shirts. Ausnahmsweise ist es sogar nicht schwarz, sondern braun. :P

Nach dem ersten Set von Waldkauz nahmen wir uns die Zeit, für eine Runde über das Gelände und die Nahrungssuche. Meine Wahl fiel an diesem Tag auf einen Schmachtlappen von Wallners Steinofenbäckerei. Dabei handelt es sich um einen Brotfladen belegt mit Schmand, Schinkenwürfeln und Gouda. Sehr, sehr lecker. 

Gut versorgt begaben wir uns im Anschluss zur Feuershow von Danse Infernale. Diese war wirklich beeindruckend schön.

Waldkauz

Mit dem zweiten Waldkauz-Set ging unser Tag auf dem PWLM dann auch schon vorbei. Für dieses Konzert hatte sich die Band noch eine ganz besondere Mitmachaktion für das Publikum ausgedacht. Man sollte ein Lied mit seinem Schlüsselbund rhytmisch klingelnd begleiten, um für ein bisschen Weihnachtsflair zu sorgen. Das klang wirklich gut und es machten auch viele Zuschauer mit. Jemand bekam sogar einen Sticker geschenkt für den ersten "Ausziehen!"-Ruf während eines Waldkauz-Auftritts. Es war ein wirklich sehr schönes Konzert.

Wer die Band gerne live sehen möchte, hat heute noch einmal die Chance dazu. Ich selber pausiere heute mal (die Weihnachtsplätzchen backen sich schließlich auch nicht von selbst!), aber morgen geht es dann wieder nach Dortmund. Auf dem Programm stehen dann Saor Patrol und Faey. Ich freu mich drauf! :)

Dienstag, 22. September 2015

Saisonabschluss West - das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Borken

Wie bereits im letzten Post angedeutet, war ich vergangenes Wochenende noch einmal auf einem Open Air unterwegs. Es handelte sich dabei mal wieder um eine Veranstaltung des MPS, und zwar um den letzten NRW Termin der Saison in Borken.

Lange war ich mir unschlüssig, ob ich überhaupt fahren soll. Freitag anreisen ging nicht und überhaupt finde ich Zelten gegen Ende September immer so ein bisschen heikel. Schlechte Erfahrungen und so. :D

Nach Überlegungen mit einer ebenfalls unschlüssigen Freundin ließ sich dann aber ein guter Kompromiss finden: ein verkürzter Tagesausflug am Samstag.

Also machte ich mich am Samstag Morgen auf den Weg, um pünktlich zur Eröffnung anzukommen, wurde von meiner Freundin am Bahnhof in Borken aufgesammelt und wir stürzten uns ins Getümmel. Schlau geworden aus dem nasse-Füße-Desaster in Telgte hatte ich mir mittlerweile Gummistiefel angeschafft und diese auch eingepackt, nachdem sowohl vom Veranstalter als auch von Versengold über facebook der Nutzen solcher auf dem Gelände angemahnt wurde. Und sinnvoll waren sie wirklich, denn insbesondere die Wege wurden im Laufe des Tages zusehends matschiger.

Das MPS in Borken zählt insgesamt zu den kleineren Terminen der Veranstaltung und das Wetter war an diesem Tag auch nicht überwältigend, sodass die Veranstaltung zwar ordentlich besucht, aber nicht überlaufen war.

An das Musikprogramm an diesem Samstag hatte ich keine hohen Ansprüche, lediglich die großartigen The Dolmen wollte ich unbedingt sehen. Das ließ sich auch problemlos 1 1/2 Mal einrichten (beim zweiten Anlauf verpassten wir leider das halbe Set, weil wir bei Toilette & Nahrungsbeschaffung anzustehen hatten). :D The Dolmen hatten wieder Anja (ehemals Metusa) an den Flöten dabei und auch am Schlagzeug gab es externe Unterstützung in Form von Chris (ebenfalls ex Metusa). Außerdem hatte Josh ein neues Spielzeug dabei (eine Posaune), was Kayleigh fast zur Verzweiflung brachte und zu einer überaus interessanten Version meines Dolmen-Lieblingssongs "Dead Cats Don't Meow" führte. :D
Ansonsten ließen wir uns eigentlich den ganzen Tag mal hier hin und mal dort hin treiben, sahen das wirklich gute Nachmittagsset von Saltatio Mortis, ein wenig von Mr. Hurley & die Pulveraffen und recht viel Saor Patrol, deren neuer Mann an den Trommeln zu überzeugen wusste.

Da ich diesmal gar keine Fotos gemacht habe und es hier sonst so karg aussieht, binde ich an dieser Stelle einfach mal ein schönes Saor Patrol Video ein. Duncarron, wo dieses Video entstanden ist, ist überhaupt der Grund für die Existenz dieser Band. Mit ihren Auftritten, Aufnahmen und Merchandise-Artikeln sammelt die Band nämlich Geld für den Ausbau dieses historischen Dorfes in Schottland. Eine feine Sache, wie ich finde, weswegen man die Info ja auch ruhig mal ein wenig teilen kann.


Ansonsten nutzten wir noch ein letztes Mal das kulinarische Angebot möglichst gut aus. Zum Mittagessen gab es für mich Schupfnudeln mit Vanillesauce und Mohn (köstlich!), und für den Heimweg dann noch den Baumstriezel des Jahres mit Schokolade & Kokos (ebenso köstlich!). 

Nach dem Abendkonzert von The Dolmen war es dann auch schon Zeit, sich auf den Rückweg zu machen. Die ersten Töne von Omnia vernahmen wir noch im Vorbeigehen, aber sehen konnten wir die Band dieses Mal leider nicht. 

Dennoch war es ein gelungener Tagesausflug und der Gedanke, dass nun eine so lange Pause folgt, macht mich schon ein wenig wehmütig. Es ist doch unglaublich, wie schnell der Sommer dieses Jahr wieder vergangen ist...

Donnerstag, 16. Juli 2015

Fegefeuer und Sintflut - Das MPS in Bückeburg, erstes Wochenende

The Show must go on, wie es so schön heißt. Darum folgt hier nun, nur einen Tag nach Beginn des Umzugs auf der Großbaustelle meines neuen Blogs mein Bericht zum ersten Wochenenden des Mittelalterlich Phantasie Specatculum in Bückeburg.

 Der hässliche Hans teert einen 'Übeltäter'

"Fegefeuer und Sintflut" - so heißt es auf den Shirts zum diesjährigen MPS in Bückeburg. Ein weise gewählter Slogan, den die Verantwortlichen sich da ausgedacht haben, fällt Bückeburg doch alljährlich durch heftige Wetterkapriolen auf. Da will es wohl auch dieses Jahr wieder keine Ausnahme machen, obwohl das erste Wochenende da noch ziemlich harmlos daherkam, wenn ich mir so den Wetterbericht für das nun Folgende anschaue....

Wir erreichten das beschauliche Bückeburg am frühen Freitag Vormittag bei bestem Wetter. Nach dem Zeltaufbau in einer ruhigen Ecke der Campsite (die auch tatsächlich einmal das ganze Wochenende ruhig bleiben sollte!), gingen wir Einkaufen. Lebensmittel für das bevorstehende Wochenende, Eis und etwas kaltes zu Trinken wegen der Hitze. 

Am Samstag klarte es dann pünktlich zum Veranstaltungsbeginn ebenfalls auf und uns erwartete ein schöner Tag bei bestem Wetter. Eis und kühle Getränke waren hoch frequentiert, ebenso die aufgestellten Sprenkler, unter denen sich die Leute abkühlen konnten. Ich musste auf eine solche Abkühlung an diesem Wochenende jedoch leider verzichten, da ich mir kurz vorher die Niere verkühlt hatte und noch nicht wieder ganz fit war. 

Aber dabei sein ist ja bekanntlich alles, also ging ich den Tag einfach etwas ruhiger an und widmete mich der gebotenen musikalischen Vielfalt: Mr. Hurley & die Pulveraffen durften ebenso wenig fehlen wie Versengold, Metusa und Saor Patrol oder die Neu-MPSler Bands Pyrates! und Waldkauz. Abends stand dann natürlich das große Omnia-Abendkonzert an, bei dem die Band Unterstützung von Kontaktjongleur Kelvin Kalvus erhielt.

Steve von Omnia und Kelvin Kalvus

Abgeschlossen wurde der Tag musikalisch von Knasterbart, die mich mit ihrem neuen Programm (inklusive absolut großartigem Intro) einmal wieder auf ganzer Linie überzeugen konnten. Und glücklicherweise wurden sie diesmal auch nicht wieder genötigt, ihr Konzert endlos in die Länge zu ziehen. ;)

Mit dem Sonntag kam dann der Regen, und zwar ziemlich püntklich zum Zeltabbau. Trotzdem entschieden wir uns, noch einmal eine Weile aufs Gelände zu gehen. Dort spielten auf der großen Bühne gleich zu Beginn Waldkauz, denen es tatsächlich gelang, das müde Publikum schon um diese Zeit ordentlich zum Tanzen zu bringen.

Sie teilten sich die Bühne an diesem Tag mit Versengold, deren erstes Konzert wir uns auch noch anschauten. Bodhrán-Spieler Pínto fehlte an diesem Wochenende, was irgendwie seltsam war, doch die Band hatte mit ihrem Roadie Kevin in gewisser Weise einen "Ersatzmann" dabei, der absolut freiwillig und hochgradig kompetent Píntos Ansagen übernahm. ;)

Im Anschluss hieß es für uns dann aber endgültig Abschied nehmen vom MPS in Bückeburg - zumindest für dieses Wochenende. Denn heute wird noch das Zelt geflickt, und dann geht es morgen zurück Richtung Niedersachsen. Pünktlich zur geplanten Ankunft sind Windböen gemeldet, der Samstag soll regnerisch werden, während uns der Abreisetag wohl mit bestem Sonnenwetter begrüßen wird. Aber so ist das eben im schönen Bückeburg.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Kurs Nord: Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Rastede

Vom 14. bis zum 17. Mai verschlug es mich zum zweiten Mal in dieser Saison aufs MPS. Dieses Mal führte mich der Weg ziemlich weit nach Norden ins niedersächsische Rastede. Mehr als sechs Stunden Anfahrt hätte das für mich bedeutet, hätte ich nicht das Glück gehabt, am Vorabend bei einer Freundin auf halber Strecke schlafen zu können, um dann am Donnerstag gemeinsam weiter Richtung MPS zu fahren.

Angekommen in Rastede hieß es aber erst einmal, sich mental auf eine große Strapaze vorzubereiten: Die Campsite liegt dort nämlich leider mehrere Kilometer vom Bahnhof entfernt. Ich bereitet mich also schon einmal darauf vor, mit Zelt, Schlafsack, Luftmatraze, Gewandung, warmen Nachtklamotten und Verpfelgung für vier Tage den voraussichtlich mehr als einstündigen Marsch anzutreten. Puh. Doch an diesem Tage war mir das Glück hold: Nur wenige Minuten war ich gelaufen, als neben mir das Auto des Drachen daselbst, des MPS-Veranstalters Gisi, hielt. Er hatte Mitleid mit mir und fuhr mich tatsächlich mit seinem Auto bis zu Campsite. Ich war so froh! :D

Auf der Campsite wurde ich dann auch schon von einer früher angereisten Freundin erwartet, die mir einen Platz freigehalten hatte. Schnell das Zelt aufgebaut, in die Marktklamotten geschmissen, und auf ging es zum Gelände und ziemlich sofort auch zum ersten Konzert der großartigen Ye Banished Privateers! Die Band sollte das gesamte Wochenende prägen, denn trotz guter Vorsätze, uns allen Bands mit gleicher Aufmerksamkeit zu widmen, zog es uns immer wieder zu den Schweden. Bei einer Band, die regelmäßig auf der Bühne ihre Mitglieder auspeitscht, aufhängt, absticht oder ersäuft kommt eben nie Langeweile auf! :D
Absolutes Highlight des Wochenendes war auch die Spontanität, mit der die Band reagierte, als bei ihrem Nachtkonzert am Samstag plötzlich der Strom aussetzte. Statt zu warten, bis das wieder repariert wurde, begab sich das ganze Band an den äußersten Bühnenrand nach vorne, um dann Unplugged weiterzuspielen, nur beleuchtet von den Taschenlampen und Handys der Besucher. Die Stimmung war phänomenal und wir waren ganz vorne in der ersten Reihe mit dabei. Einfach klasse!


 Shameless Will von Ye Banished Privateers
Ein wenig zu kurz kamen deswegen unter anderem die ganz wundervollen Musiker von Versengold, das Knasterbart-Konzert Samstag Nacht verpassten wir gar ganz (Frevel!). Omnia, Celtica, Saor Patrol, Rapalje, Cultus Ferox und Mr. Hurley & die Pulveraffen schafften es aber glücklicherweise doch noch irgendwie in den Zeitplan, und der Samstag stand schließlich für mich ganz im Zeichen von The Dolmen, die ich einfach liebe. Besonders gefreut habe ich mich, als gleich zu Beginn mit "Dead Cats Don't Meow" mein Lieblingssong der Band gespielt wurde! An diesem Tag habe ich auch meine Dolmen-CD-Sammlung mit "Ballad of Cape Clear" um ein weiteres Album erweitert. Von der Komplettierung dieser Sammlung bin ich trotzdem noch meilenweit entfernt - schließlich hat die Band bereits um die 20 Alben veröffentlicht!



 Kayleigh Marchant von The Dolmen

Natürlich gab es aber auch an diesem Wochenende nicht nur Musik, sondern beispielsweise auch Sport anzuschauen. Zum Bruchenball waren einige Mannschaften sowie auch zwei Weibschaften angetreten, und alle lieferten sich spannende Spiele. Wenn es irgendwohin zum MPS verschlägt, der sollte wirklich einmal dem Bruchenballturnier beiwohnen, denn es ist jedes Mal ein großer Spaß zuzusehen. Zart besaiteten Menschen sei aber gesagt, dass es sich um einen eher ruppigen Sport handelt und durchaus schonmal jemand dabei verletzt wird.


 Waffenkontrolle beim Bruchenball

Seit langer Zeit zum ersten Mal schafften wir es in Rastede auch endlich einmal wieder, uns das große Ritterturnier von Ars Equitandi anzuschauen. Beliebt besonders bei Familien mit Kindern, lohnt es sich auch als Erwachsener Besucher ab und an einmal vorbeizuschauen. Eingebttet in eine Rahmengeschichte kann man hier Pferde und ihre Reiter in verschiedenen Turnierdisziplinen und auch Schwertkämpfer bewundern. Wenn es dunkel geworden ist, gibt es immer auch noch eine spezielle Show mit Feuer. Zu dieser haben wir es aber in Rastede nicht geschafft.



 Ritterturnier von Ars Equitandi

Wie immer einen Besuch wert waren auch die täglichen Markteröffnungen aka Bruder Rectus Morgenmesse. Neben einer witzigen Show gibt es da auch jedes Mal die Heerlager zu bestaunen, und in Rastede gab es davon eine ganze Menge. Natürlich wurde auch wieder der ein oder andere Grund zum Teeren und Federn von Teilnehmern und in einem Fall sogar einem Zuschauer gefunden und getreut dem diesjährigen Motto "Sei was du willst" mutierte auch schon mal Bruder Rectus zum Chef und der Tod zur Nonne.


Die Heerlager

Kulinarisch wurden wir an diesem Wochenende durch die Anwesenheit der Spätzleküche beglückt. So gab es an einem Tag Spätzle in Kräuterrahmsauce, während an einem anderen unbedingt die Spätzle in Hirschrahmsauce probiert werden musste. Ein köstlicher Schokobaumstriezel von Olis Striezeley sowie Dracheneier von der Süßen Bude ergänzten den Speiseplan ebenso wie eine mit Spinat und Feta gefüllte Grafenrolle von Wallners Steinofenbäckerei.

Einziger Wermutstropfen an diesem langen Wochenende: Das Wetter! Der Regen hielt sich zwar weitestgehend zurück, doch warm wurde es dafür auch nie wirklich. Nach zwei Nächten bei unter 5°C und einer, an der man beim Heimkommen von Eis auf der Zeltplane erwartet wurde, schien man so langsam die Bedeutung des Begriffs "Wärme" vergessen zu haben. Da war ich dann doch froh, als mich am Sonntag nach knapp 6 1/2 Stunden Heimfahrt ein wärmendes (und reinigendes - Haarewaschen unter kaltem Wasser fiel bei den Temperaturen ja weg) Bad, ein heißer Tee und ein kuscheliges Bett erwarteten. Anders als in einem der vergangenen Jahre ging das ganze dieses Mal für mich jedoch wenigstens ohne anschließende Nasennebenhöhlenentzündung ab. ^^

Das war es also, das zweite MPS der Saison. Momentan befinde ich mich in einer ziemlich langen Pause, doch im kommenden Monat geht es dann mit einem Tagesausflug nach Wassenberg weiter. The Dolmen und Omnia locken - das kann ich mir doch unmöglich entgehen lassen! :D

Montag, 18. Mai 2015

Sei watte wills - das Mittelalterlich Phantasie Specatculum in Dortmund

So, da bin ich nun tatsächlich schon vom zweiten MPS des Jahres zurück und habe es noch nicht einmal geschafft, meinen Bericht zum ersten zu schreiben. Das möchte ich jetzt endlich nachholen. Viel Spaß also mit meinem arg verspäteten Bericht zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund vom 30. April bis zum 3. Mai.

Los ging es etwas stressig tatsächlich erst am Donnerstag. Die um diese Zeit des Jahres natürlich noch etwas unerfreulichen Temperaturen hatten mich von einer Anreise einen Tag früher abgehalten. Ich zelte eindeutig lieber bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. :D

Also machte ich mich in aller Frühe mit Sack und Pack auf den Weg zum Fredenbaumpark Dortmund. Zum Glück klappte auch alles ohne bahnbedingte Zwischenfälle und ich konnte gegen Mittag mein Zelt aufstellen. Luxuriöserweise hatte mir eine Freundin, die bereits am Vortag angereist war, einen Platz freigehalten. Die Campsite war ansonsten für den ersten Veranstaltungstag schon ziemlich gut gefüllt. Noch schnell umgezogen, war ich bereit, mich für die nächsten vier Tage ins nicht ganz so authentische Mittelalter zu stürzen.

Zur Feier der neuen Saison schauten wir uns auch gleich mal die neue Markteröffnung (Bruder Rectus Morgenmesse) an - und waren so begeistert, dass wir auch an den folgenden Tagen meistens teilnahmen. Dabei gab es auch tatsächlich jeden Tag etwas neues zu sehen, denn zum Motto der diesjährigen MPS-Tour - "Sei was du willst", oder auf die Location in Dortmund angepasst auch "Sei watte wills" genannt - hatten sich die beteiligten wie Bruder Rectus, die Nonnen Kama und Sutra, der Tod mit seiner Sense Gisela, der hässliche Hans, Gawan und der Pisspage einiges einfallen lassen. Uns kamen manchmal fast die Tränen vor Lachen. Auch ohne Teeren und Federn ging das Wochenende natürlich (und zum Glück! ;) ) nicht ab.


Musikalisch wurde an den vier Tagen natürlich auch wieder einiges geboten. Ziemliches, oft begeistert angeschautes Highlight waren dabei die Schweden von Ye Banished Privateers. Wie eigentlich jedes Mal hatte die 29-köpfige Band, die immer "nur" mit ca. 10 Leuten anreist, wieder neue, uns noch unbekannte Gesichter dabei. Ich bin echt gespannt, ob wir irgendwann einmal alle Mitglieder gesehen haben werden. :D
Toll waren auch die Konzerte von Omnia und Knasterbart, die beide wie üblich nur jeweils ein Set spielten.
Alle anderen Bands (außer den Cobblestones, die wir aber nur ein paar Minuten spielen sahen), spielten mehrmals oder auch an mehreren Tagen und es gelang uns tatsächlich, sie uns alle mindestens einmal anzuschauen. An einem entspannten Nachmittag gab es Duivelspack und Saor Patrol. Ebenso entspannt ging es bei Rapalje zu, bei Cultus Ferox wurde es dafür merklich lauter. Von Celtica genossen wir ein wunderschönes Abendkonzert aus der ersten Reihe und Mr. Hurley & die Pulveraffen und Versengold kamen gleich mehrfach (wenn auch gefühlt nicht oft genug) zum Zug. Sogar einen Auftritt von Saltatio Mortis nahmen wir dieses Mal mit - etwas, das mir sonst wegen der Massen, die vor ihrer Bühne kampieren, meist zu stressig ist. :D

Ansonsten hielten wir uns an diesem Wochenende auffällig oft auf dem Kampfplatz auf. Eigentlich wollte ich gerne Fotos von Fictum, der tschechischen Fechtkampfgruppe machen. Daraus wurde leider nichts, dafür landeten wir an drei von vier Tagen beim Bruchenballturnier und hatten dabei riesigen Spaß. Auch hier griff das Motto "Sei was du willst", so dass die Hey Zwerge tatsächlich einmal als Gummibärenband antraten.

 
  Natürlich muss man an so einem langen Wochenende auch mal an das leibliche Wohl denken, und so war unser Entsetzen anfangs groß, als wir feststellen mussten: Unser erhoffter Lieblings-Essens-Stand, die Spätzleküche, war leider nicht anwesend. Verdammt. Doch im Nachhinein hatte das durchaus etwas Positives an sich, denn wir probierten dadurch endlich mal ein paar Sachen, die wir noch nie zuvor gegessen hatten. Wie den köstlichen überbackenen Camembert, das Chili sin Carne, den Zyklopenspieß oder den Schokobaumstriezel. Njamnjam. Verhungern wird beim MPS definitiv niemand. :D

Als es am Sonntag ans Abbauen ging, waren wir schon etwas traurig. Das erste MPS war wieder viel zu schnell vorbeigegangen. Sogar das Wetter war für diesen frühen Zeitpunkt im Jahr relativ gnädig gewesen und hatte uns nur mit wenig Regen und auch nicht mit übermäßig niedrigen Temperaturen gepiesackt. Doch zum Glück sollte es nur etwa drei Wochen später schon mit dem nächsten Termin weitergehen. Doch davon später mehr...

Mittwoch, 3. September 2014

Heimspiel mit Hindernissen - Das MPS in Telgte

Mitte August war es wieder Zeit für das MPS in Telgte. Obwohl dieses MPS eigentlich das absolute Heimspiel für mich ist, hatte ich es davor zwei Jahre lang nicht dorthin geschafft. Und auch dieses Jahr stand die Veranstaltung für mich persönlich unter keinem besonders guten Stern, aber das tut hier zum Glück nichts zur Sache und ich werde es entsprechend totschweigen :)

Aber kommen wir zur Veranstaltung selbst. An dieser gab es nämlich - wie auch nicht anders zu erwarten gewesen war - absolut nichts auszusetzen. Für Mitte August war es nicht besonders warm, aber immerhin hielt sich der Regen an diesem Tag zurück.

Musikalisch sehr positiv aufgefallen sind mir in diesem Fall Cultus Ferox. Erstmals bekam ich etwas von ihrem Abendkonzert mit, das stets rockiger ausfällt als die Konzerte am Tage. Diese etwas lautere Gangart konnte bei mir richtig punkten. Extrem Spaß hatte ich auch, als die Band die Worte "Wir wollen immer artig sein, denn nur so hat man uns gern" anstimmte. :D Irgendwie herrlich aus ihren Kehlen, und ein Ohrwurm für sämtliche folgende Tage.


Abends gab es dann mein MPS-Lieblingsdoppel: Omnia und Faun. Zum ersten Mal seit langem schlichen wir uns eine Stunde vor Beginn des Omnia-Konzertes Richtung Bühne, um uns einen Platz in der ersten Reihe zu erkämpfen und diesen bis nach dem Auftritt von Faun zu behalten. Eine lohnenswerte Sache. Auch wenn man weiter hinten viel mehr Bewegungsfreiheit hat und nicht zwei jeweils einstündige Umbaupausen mit stupidem Warten verschwenden muss, ist die Stimmung in der ersten Reihe eben einfach ganz anders. Es ist jetzt schon beschlossene Sache, dass wir das auf unserem diesjährigen MPS-Saisonabschluss in Borken wieder so machen werden.

Nachdem Faun die Bühne verlassen hatten, war ich bester Laune. Wegen der anfangs schon erwähnten persönlichen Umstände war es leider nicht lange und problemlos möglich, diese Laune zu halten. Oder mit anderen Worten: Der Tag war gelaufen. Und am nächsten Tag sollte es noch schlimmer werden.

Relativ unmotiviert schleppte ich mich am Sonntag, deutlich nach Veranstaltungsbeginn, zurück nach Telgte. Es wurde ein kurzer Ausflug. Das Wetter war ziemlich grässlich, meine Verfassung (körperlicher wie seelischer Natur) auch. Die einzige Band, die ich mir an diesem Tag wirklich angeschaut habe, war Saor Patrol. Bei denen gab es auch gleich eine Überraschung: Mit Marcus war ein Mitglied verschwunden, aus gesundheitlichen Gründen, wie es hieß. Seinen Platz übernahm - offenbar ziemlich spontan - ein anderer, der meiner Erinnerung nach Paul hieß, und der während des Auftritts quasi angelehrt wurde. Es wurde trotz allem ein gutes Konzert. Wenig später gab die Band bekannt, dass Marcus die Band dauerhaft würde verlassen müssen. Offenbar war es nicht nur für mich ein nur mäßig glorreiches MPS...

Mittwoch, 6. August 2014

Samstäglicher Ausflug nach Bückebeach - das MPS in Bückeburg, zweites Wochenende

Guten Morgen allerseits! Hiermit melde ich mich nach 2 1/2 Wochen voll mit Urlaub und Musik zurück. Entsprechend gibt es jetzt natürlich viel zu erzählen und obwohl mir besonders die Ereignisse des letzten Wochenendes naheliegen, habe ich mich entschlossen, chronologisch vorzugehen und erst einmal noch meinen Bericht zumzweiten MPS-Wochenende in Bückeburg abzugeben.


Aus Stressminimierungsgründen habe ich das MPS am zweiten Wochenende in Bückeburg nur am Samstag als Tagesausflug besucht. Meine Kamera war zwar auch dabei, allerdings hatte ich irgendwie keine Lust Bilder zu machen, weswegen ich dieses Mal auch nur ein neutrales Bild aus Bückeburg einfügen kann. Passiert. Aber unser Fußweg zum Veranstaltungsgelände lässt sich doch auch sehen:


Musikalisch konnte sich das Festival an jenem zweiten Wochenende für meinen Geschmack zwar nicht mit dem ersten messen, doch mit Corvus Corax war zumindest doch ein Highlight dabei. Die Könige der Spielleute liefern eben immer Killershows ab, und da waren auch die Auftritte an diesem Tag keine Ausnahme. Erstmals habe ich mich auch dem Kettentanz angeschlossen, den die Band häufig mit Castus an der Spitze veranstaltet und bin so letztendlich mit einer langen, langen Kette anderer Menschen auf der dafür eigentlich viel zu kleinen Bühne gelandet. :D

Eine neue Band gab es für mich an diesem Tag auch zu entdecken, nämlich Cultus Ferox. Obwohl diese mir dem Namen nach natürlich geläufig waren, hatte es sich bisher einfach noch nie ergeben, dass ich sie irgendwo hätte spielen sehen können. Gesehen habe ich von den Jungs jedoch wenig, da wir den Auftritt von den im Schatten unter einem Sonnensegel platzierten Strohballen verfolgten. Dafür kann man uns jetzt als Weicheier beschimpfen, aber an diesem Tag war es einfach heiß. Wirklich, wirklich heiß.

Der Veranstalter hatte zum Glück auf die bereits im Vorfeld angekündigte Hitze reagiert und auf dem ganzen Gelände Gartenduschen und Rasensprenger verteilt. So bin ich quasi den ganzen Tag klitschnass und barfuß durch die Gegend gesprungen, was einfach super war.

Ansonsten waren Saor Patrol natürlich auch mal wieder super, zum ernsthaft Poispielen, zu dem deren Musik wirklich einlädt, war es mir aber leider zu warm. Außerdem hatte ich einen langen Rock an, und das ist immer so eine Sache mit den Pois :D

Nach dem letzten Corvus Corax Konzert, dass wir im Wesentlichen mit dem Blasen von Seifenblasen zubrachten (was für eine Kombi :P ), ging es dann auch schon nach Hause. Schon am nächsten Tag sollte es schließlich in den Urlaub gehen. Obwohl das Ganze mit dem Tagesausflug direkt vor dem Urlaub natürlich ein wenig stressig war, bin ich froh, das MPS in Bückeburg auch am zweiten Wochenende nicht ganz verpasst zu haben.

Freitag, 20. Juni 2014

Der erste Parteitag der Branntwein Volkspartei oder: MPS in Rastede, Tag 1

Am Donnerstag war es dann endlich so weit: Das MPS in Rastede 2014 begann! Wie schon am Tag zuvor begann auch dieser neue Tag, glücklicherweise etwas trockener, mit der Suche nach einem Bus. Zwischen der Campsite und dem Veranstaltungsgelände sollte es, wie bereits im Jahr zuvor, einen Shuttlebus geben. Kurz vorher wurde aber angekündigt, der Bus könne nun wohl doch nicht fahren, aber alle Aussagen widersprachen sich und die Gründe für den Ausfall kannte auch keiner. Nach einigen gezielten Nachfragen war schnell geklärt: Nein, kein Bus. Der direkte Weg zum Gelände, ein schlechter Privatweg, durfte in diesem Jahr nicht mehr befahren werden, ein anderer Weg war dem Bus wegen einer fehlenden Wendemöglichkeit nicht gegeben. Nun gut, was solls. Knapp 2 km zum Gelände sind gerade nach mehr als 12 Stunden Festival Nachts nicht erfreulich, aber doch machbar. Also stürzten wir uns zu Fuß ins Getümmel.

Musikalisch wurde an diesem Donnerstag auf dem MPS ein rieisges Programm aufgefahren. Wir begannen unseren Festivaltag mit den Niederländern von Rapalje. Die vier Herren kamen wie immer fröhlich-entspannt daher und bereiteten uns damit den perfekten Einstieg in ein langes Festivalwochenende.


Im Anschluss verweilten wir einfach gleich bei der Bühne und schauten uns Saor Patrol an. Wer die Schotten kennt, weiß, dass es dort weniger ruhig zur Sache geht. Die Dudelsäcke, das Schlagwerk und die E-Gitarre weckten uns endgültig aus der frühmittäglichen Lethargie - wer bei dieser Band still sitzen bleiben kann, muss wohl zu diesem seltsamen Menschenschlag gehören, der beim Klang von Dudelsäcken die Flucht ergreifen oder seine Ohren verstopfen möchte ;)


Weiter im Programm ging es ebenfalls recht schottisch mit Celtica, die dieses Jahr erstmalig auf dem MPS unterwegs sind, sich aber schon eine solide Fanbasis erspielt zu haben scheinen - und das zurecht! Die Mischung aus definitiv rockenden eigenen Stücken und Pipe and Drum Versionen bekannter Stücke anderen Künstler (U2 zum Beispiel) zündet einfach, das sollte man sich nicht entgehen lassen!


Wer jetzt annimmt, auf dem MPS kämen nur Musikfans auf ihre Kosten, der irrt natürlich. Vielmehr bietet die Veranstaltung auch alles, was ein wirklich guter Mittelaltermarkt nur bieten kann. Ritterturniere, Sport in Form von Bruchenball, kulinarische Genüsse, kampfvorführungen und vieles mehr. Seit vielen Jahren dabei ist zum Beispiel die tschechische Fechtkampftruppe Fictum, deren Vorführung auch immer mal wieder einen Besuch wert ist und besonders bei Familien mit Kindern extrem gut ankommt.


Da ich nun aber ein bekennender Musikfreak bin, tifft man mich trotzdem meistens vor einer der Bühnen an, wo einfach zu viel spannendes und wohlklingendes geboten wird. So führte mich mein Weg Nachmittags dann auch weiter zu Metusa, einer Band, die bei ihren Auftritten immer 100% gibt. Leider vermisse ich die Ende letzten Jahres ausgeschiedene Anja immer noch sehr bei den Liveauftritten - die Interaktion ziwschen ihr und Sänger Dominik bleibt einfach unersetzlich! Trotzdem bleibt die Band definitiv einen Besuch wert. Besonders spaßig für mich ist momentan ihre Performance von "Männer mit Bärten". Es hat sich nämlich zu einer Art Running Gag entwickelt, dass die Band das traditionelle Stück in immer anderem Gewand präsentiert - als Country Version oder auch auf die Melodie bekannter Stücke aus Pop-und Rock. In Rastede gab es so beispielsweise eine Version, die doch sehr stark an ein bekanntes Stück der Band Blur erinnerte.


Als nächstes gab es eine Band zu sehen, die ich vorher noch nie live gesehen hatte: die Dudelzwerge. Die Band bot das, was ich unter typischer Marktmusik verstehe, mit den Szeneklassikern, die man gleich am Anfang, wenn man sich mit der Szene beschäftigt, kennenlernt. Da sowas langsam auf dem MPS selten wird und die Songs alle gut gespielt waren, ist mir die Band durchaus positiv in Erinnerung geblieben. Auch die eigenen Songs der Band haben mir gut gefallen. Als Sängerin Emmi bei "Herr Mannelig" das Publikum durch die Aufforderung zum Mitsingen ein wenig Ärgern wollte, habe ich es ein wenig bereut, nicht vorne gestanden zu haben - dadurch, dass ich Schwedisch spreche, hätte ich dieser Bitte ja problemlos nachkommen können ;)


Im Anschluss daran machten wir uns daran, eine uns gut bekannte Band zu besuchen: Mr. Hurley & die Pulveraffen. Was soll ich sagen? Die Jungs sind einfach gut, wo die spielen kommt auch gute Laune auf, und so war es auch dieses Mal. Durch ausgiebiges Touren dürfte die Band den meisten ohnehin bekannt gewesen sein, entsprechend konnten auch alle bei Songs wie "Ach ja?!" fröhlich mitpöbeln und gröhlen, wie sich das für Piraten eben so gehört. Da in vermutlich nicht allzu neuer Zukunft neues Material der Band zu erwarten ist, wurden auch einige neue Songs präsentiert, die bisher noch auf keinem Album zu finden sind. Macht den Anschein, als käme da wieder Großes auf uns zu, denn Stücke wie "Urlaub" gehen richtig schön ins Ohr und danach nie wieder freiwillig raus aus eben jenem!


Aus dem gleichen Heimathafen wie die Pulveraffen kommt die Kilkennyband. Die drei Herren und eine Dame spielen Irish Folk und sind insgesamt durchaus sympathisch. Wer es also folkig, beschwingt und ohne Dudelsäcke mag, ist hier bestens aufgehoben.


Kommen wir nun aber zum wahren Höhepunkt des Tages: Dem ersten Parteitag der Branntwein Volkspartei! "Bitte was?" mögen sich jetzt viele fragen. Nun ja, große Ereignisse warfen an diesem Tag ihre Schatten voraus. Das Gossenpack von Knasterbart hatte zur Feier des einjährigen Bestehen und zum Albumrelease geladen und versprach, zur Feier des Tages auch gleich ein komplett neues Bühnenprogramm zu enthüllen. Den ganzen Tag wurden auf dem Gelände fleißig Plakate verteilt, und als die Sonne und die Kinderchen längst in ihren Betten verschwunden waren, war es tatsächlich so weit: Mit Branntweinfahnen schwingenden Gossengirls wurde das Knasterbart-Nachtkonzert eröffnet und die Frontmänner Hotze und Fips präsentierten das musikalische Parteiprogramm von den auf der Bühne aufgestellten Rednerpulten. Zahlreiche neue, noch nie live gespielte Tracks vom an diesem Tag erscheinenden ersten Album der Band wurden gespielt, ein neues Bandmitglied vorgestellt und die Tavernen auf dem MPS überboten sich gegenseitig mit kreativ dargebrachten, flüssigen Geschenken an die Bandmitglieder. Veranstalter Gisbert Hiller, genannt "Gisi", gewährte der vor der Bühne versammelten Meute sogar mehrere Zugaben, selbst auf die Gefahr hin, Ärger mit der Polizei zu bekommen (die Spielgenehmigung reichte eben irgendwie nicht bis zwei Uhr Nachts, gell).


Es war eine würdige Feier, und ausgelaugt, aber glücklich stolperten wir den unbeleuchteten Feldweg zu unseren Zelten zurück. So endete der erste Tag auf dem MPS in Rastede 2014.

Fortsetzung folgt!

Montag, 5. Mai 2014

Alternativer Tanz in den Mai: Das MPS in Dortmund, erster Tag

...und schon ist es wieder vorbei, das schöne, lange Wochenende - und mit ihm das erste MPS (Mittelalterlich Phantasie Spectaculum) dieses Jahr in meinen Gefilden. Für mich ging es dieses Mal nur an zwei Tagen (Mittwoch und Samstag) nach Dortmund. An den anderen Tagen wartete ein Kurzurlaub an der niederländischen Grenze mit meiner Familie. Aber dazu später mehr. In diesem Eintrag soll es nun erstmal um meine Erlebnisse beim MPS gehen. 

Mittwoch, 30. April:

Mittwoch Vormittag ging es los. Die Anfahrt mit der Bahn verlief problemlos (was ja bekanntlich keine Selbstverständlichkeit ist) und das Reisegepäck war auch ausnahmsweise einmal relativ leicht, da es nur um eine Übernachtung im Zelt einer Freundin ging. 

Zunächst spielte sogar das Wetter mit. Der Wetterbericht hatte uns schon schlimmes befürchten lassen, aber sowohl beim Zeltaufbau als in den ersten Stunden auf dem Gelände blieb es trocken. 

So konnten wir in Ruhe Saor Patrol und Ye Banished Privateers genießen, eine schwedische Piratenband, die dieses Jahr ganz neu auf dem MPS ist. Ich kann nur jedem, der die Möglichkeit hat, dazu raten sich diese coole Truppe anzuschauen. Die Band tritt bei ihren Konzerten mit wechselnder Besetzung an, auf den Weg nach Dortmund hatten sie sich zu elft gemacht. Obwohl die Band den meisten Besuchern vorher unbekannt gewesen sein dürfte, gelang es ihnen in kürzester Zeit, das Publikum für sich zu gewinnen, und das nur zurecht. Gut gespielter Piraten-Folk, witzige Showeinlagen und lebhafte Interaktion mit den Leuten vor der Bühne sorgten dafür, dass von Konzert zu Konzert an diesem Tag mehr Zuschauer zur Folkbühne strömten. 

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Die Band hat auch ein ziemlich gutes Video zu ihrem Song "Welcome To Tortuga" gemacht:


Am Vorabend wollten wir dann die immer wieder grandiosen Mr. Hurley & die Pulveraffen genießen, doch es sollte leider anders kommen: Mitten während des Sets kam auf einmal Gisi (Gisbert Hiller, der Veranstalter des MPS) auf die Bühne um uns von einer akuten Unwetterwarnung in Kenntnis zu setzen. Der Himmel sah zu diesem Zeitpunkt noch total unverdächtig aus, doch wir entschlossen uns trotzdem schweren Herzens, das Gelände vorläufig zu verlassen und uns zu unserem Zelt zu begeben - eine weise Entscheidung, wie sich kurz darauf rausstellte. Das Wetter kippte wirklich blitzschnell um und wir ließen Gewitter und Starkregen von unserem Zelt aus über uns ergehen. Die Veranstaltung musste auf Anweisung von Polizei und Feuerwehr ohnehin kurzzeitig unterbrochen werden.

Nach dem Unwetter war es um die Motivation meiner Begleitung geschehen, so dass ich im Endeffkt alleine zum Knasterbart-Konzert gehen musste, welches um Mitternacht beginnen sollte. Zum Glück bleibt man beim MPS selten lange allein, so dass ich bald ein nettes Gespräch mit meiner Nebenmann in der ersten Reihe führte, während wir auf den Beginn des Konzertes warteten. Der ganze Zeitplan hatte sich als Folge des Unwetters verschoben, weswegen das Konzert erst um Eins anfing. Doch wie üblich waren Knasterbart das Warten mehr als wert, auch wenn sie dieses Jahr "nur" bis 3 Uhr Nachts spielten. Sämtliche Gossenhauer der Band wie die "Leckere Lotta" und "Mein Stammbaum ist ein Kreis" wurden zum besten gegeben und bei Instrumentalstücken wie dem "Hinterwäldlertanz" konnte ausgiebig in den Mai getanzt werden. (Nur so nebenbei: Während des Soundchecks, also kurz nach Mitternacht, war sogar ein Maikäfer auf die Bühne geflattert. Das nenne ich mal symbolisch! :D )
Nach dem Konzert konnte ich es mal wieder kaum noch erwarten, das bald erscheinende Album in den Händen zu halten!

So ging der Mittwoch für mich zu Ende und nach einem kurzen Schlafzwischenstop im Zelt machte ich mich auf den Weg in den Urlaub um dann am Samstag für einen weiteren Tag auf das MPS zurückzukehren. Doch das ist eine andere Geschichte, und sie soll später erzählt werden...