Montag, 20. Juli 2020

Sackpfeifen am Affenfelsen: Das Mittelalter Spectaculum im Osnabrücker Zoo

Am Tag nach dem Heidevolk-Konzert ging es zu einer Freundin nach Münster, und von dort war es am Sonntag nur noch ein Katzensprung nach Osnabrück, wo zum wiederholten Male ein Mittelalter Spectaculum stattfand. 


An mehreren Stellen im Zoo wurde zu diesem Zweck ein kleiner Mittelaltermarkt aufgebaut und es gab ein Programm mit Musikern und Gauklern. Beim Standort der Bühne war natürlich darauf geachtet worden, dass diese nicht zu nah an den Tiergehegen stand. Diese wurden also keinem übermäßigen, zusätzlichen Stress ausgesetzt. Die Konzerte fanden zudem auch unverstärkt statt. Zu unserer großen Freude zählten zum musikalischen Programm auch wieder Obscuratis, deren Auftritte wir am Tag unseres Besuches natürlich fleißig besuchten. 

Heimspiel im Zoo: Obscuratis aus Osnabrück

Doch natürlich verbrachten wir nicht den gesamten Tag auf dem Mittelaltermarkt, sondern nutzen auch die Gelegenheit, einen ausgiebigen Rundgang durch den Osnabrücker Zoo zu unternehmen, den wir zu diesem Zeitpunkt schon eine ganze Weile nicht mehr besucht hatten. Eigentlich eine Schande, denn es handelt sich um einen wirklich schönen Zoo, der auch mit Bus und Bahn gut zu erreichen ist.

Hier gibt es jetzt eigentlich auch gar nicht mehr so viele Worte zu erzählen, stattdessen lasse ich abschließend lieber ein paar Impressionen aus dem Zoo für sich sprechen:

Wunderschön: Paradieskranich

Schlummernder Polarfuchs - wie niedlich kann man denn bitte im Schlaf aussehen? ♥

Die Hudson Bay Wölfe beim Mittagschlaf

Neugieriges Rußköpfchen

Zeit fürs Mittagessen

Auch ohne den Mittelaltermarkt wäre es sicher kein Problem gewesen, den ganzen Tag im Osnabrücker Zoo zu verbringen, denn es gab viel zu entdecken. Die Gehege der Tier waren geräumig und vielseitig gestaltet und - wie man sieht - oftmals auch sehr fotofreundlich gestaltet. Wir hatten jedenfalls viel Spaß bei unserem Besuch.

Sonntag, 12. Juli 2020

Konzertbericht: Heidevolk in Heerlen

Am 4. Oktober verschlug es mich in die nahen Niederlande. Nur einen Katzensprung von meinem Zuhause entfernt gab sich an diesem Abend mit Heidevolk eine meiner liebsten Folkmetal-Bands die Ehre.

Begleitet wurde ich dabei von einer mutigen Freundin, die ohne großes Zögern zusagte, obwohl sie die Band überhaupt nicht kannte. Gemeinsam machten wir uns also am Abend auf den Weg nach Heerlen. Die Parkplatzsuche gestaltete sich als nicht ganz so einfach, aber der Club war dafür schnell gefunden.

Das Poppodium Nieuwe Nor erwies sich als eher kleiner Club und machte gleich einen positiven Eindruck. Die Mitarbeiter waren sehr freundlich und gut gelaunt. Ausverkauft war das Konzert zwar nicht, aber es war auch nicht schlecht besucht und die Leute hatten sichtlich Lust auf den Abend mitgebracht.

So ging es dann um 20 Uhr auch schon mit dem Support los. Alvenrad stammten ebenso wie der Headliner des Abends aus den Niederlanden und singen auch in dieser Sprache. Die Band bezeichnet ihre Musik als Skaldic Folk Metal, wobei zum Folkmetal auch ein deutlicher Prog Rock-Einfluss hinzukommt. Insgesamt ergibt das eine sehr vielseitige Mischung, die auch live an diesem Abend Spaß beim Zuhören machte. Hinzu kam, dass die Jungs wirklich sympathisch und lustig rüberkamen und gerade in den Ansagen auch allerlei Schabernack mit dem Publikum trieben. 


Nach der obligatorischen Umbaupause (die wir dazu nutzten, das Getränkemarken-System zu verstehen), betraten schließlich Heidevolk die Bühne und lieferten einmal mehr ein durch und durch episches Konzert. Natürlich stellten sie dabei viele Lieder ihres aktuellen Albums "Vuur van verzet" (zu deutsch: Feuer des Widerstands, falls es wen interessiert), darunter natürlich auch das als Video ausgekoppelte "A Wolf In My Heart / Een wolf in mijn hart", dessen bloße Existenz auf Englisch das Publikum nicht eben zu begeistern schien. Eigentlich ja auch kein Wunder, stellen doch die niederländischen Texte ein nicht zu unterschätzendes Alleinstellungsmerkmal der Musik der Gruppe dar. 
Ein absolutes Highlight war auch die Darbietung von "Yngwaz' zonen", welches in seiner ganzen musikalischen Reduziertheit in live unglaublich episch rüberkam. Und sogar einen Erzähler hatten Heidevolk an diesem Abend als Gast mitgebracht, welcher dem Publikum eine witzige Anekdote aus dem Schankhaus präsentierte - zum Leidwesen meiner der Sprache nicht kundigen Freundin natürlich auf Niederländisch :P Ein alter Bekannter war es zudem auch noch, denn auch bei meinem heißgeliebten Castlefest hat der gute Tim Talesman einen festen Platz im Programm - eine nette Überraschung. Und auch sein Auftitt wusste zu überzeugen: durch seine lebhafte und unterhaltsame Erzählweisegelang es ihm mühelos, die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln. Eine sehr interessante Abwechslung!

Doch im Zentrum standen natürlich trotzdem stets die Mannen von Heidevolk, und die ließen es sich nicht nehmen, auch ihre beliebtesten Songs zu spielen. Zu meiner großen Freude war mein persönlicher Favorit "Nehalennia" dabei, doch die allgemeine Eskalation folgte natürlich am Ende der Show mit dem Mitgröhl-Stück schlechthin.Kaum einer in diesem Raum, der nicht aus voller Kehle "Ik ben Vulgaris Magistralis, en ik ri-j op een mammoet in het rond" mitgesungen hätte.


So ging dann schließlich ein weiterer wunderbarer Konzertabend zu Ende und wir machten uns auf den sehr kurzen Heimweg. Das war auch gut so, denn am Wochenende stand noch eine andere Veranstaltung vor der Tür.

Montag, 1. Juni 2020

New Steps: Mein erstes Festival Mediaval

Mit dem heutigen Post kann ich es mir mal ziemlich leicht machen, denn der Bericht zu meinem ersten Besuch auf dem Festival Mediaval im oberfränkischen Selb erschien schon wenige Tage nach dem Festival auf jarwinbenadar. Den Link dazu findet ihr hier:


Ich habe mich wirklich sehr gefreut, dass ich gefragt wurde, um 2019 mit dabei zu sein und es wurde auch ein wirklich spannendes Wochenende. So viele neue Menschen und auch Bands habe ich schon lange nicht mehr in so kurzer Zeit kennenlernen dürfen! Dieses Jahr hätte ich wieder mit dabei sein sollen, aber ob es dazu denn nun kommt, steht natürlich aktuell ziemlich in den Sternen.

Wie mich diese ganze Situation frustriert! Man merkt ja auch, dass es auf diesem Blog aktuell nur sehr langsam voran geht, obwohl noch einige Berichte aus dem vergangenen Jahr und der Zeit vor diesem vermaledeyten Virus ausstehen. Das liegt ganz einfach daran, dass mir oft die Motivation fehlt. Wenn ich mich hier mit all den schönen Erlebnissen der vergangenen Zeit beschäftige, erinnert mich das einfach ziemlich schmerzlich daran, dass es solche schönen Momente auf nicht absehbare Zeit nicht mehr geben wird. Das zieht mich dann nur noch mehr runter, und das brauch ich gerade wirklich als allerletztes. Habt also Nachsehen mit mir. 

Um nicht ganz so deprimierend aufzuhören, beende ich diesen Beitrag nun ohne viele weitere Worte mit dem schönen Aftermovie zum letzten Festival Mediaval:


In diesem Sinne: Bis wann auch immer!

Montag, 11. Mai 2020

Auf zu neuen Ufern - das erste Piratenabenteuer in Zülpich

Ende August stand ein sehnsüchtig erwarteter Termin im Kalender, nämlich das erste Piratenabenteuer in Zülpich. Es handelte sich dabei quasi um die Nachfolgeveranstaltung des legendären Pirates Festivals im Jülicher Brückenkopfpark. Da jener sich leider als zu groß und zu teuer erwiesen hatte für eine Special Interest Veranstaltung dieser Art, musste das Festival einige Jahre pausieren. Umso größer war die Vorfreude auf das Comeback am neuen Austragungsort.


Aus diversen Gründen hatten wir für diese Erstauflage nur ein Ticket für den Samstag, angereist wurde aber dennoch schon am Freitag. Denn, das sei gesagt: die Anreise nach Zülpich ohne eigenes Auto ist schonmal ein Abenteuer für sich. Für mich ging es erst einmal mit dem Zug nach Düren, wo ich dann mit Sack und Pack einen Sprint sondergleichen hinlegen musste, um den nicht gerade großzügig fahrenden Bus nach Zülpich noch zu ergattern. Dem rücksichtsvollen Busfahrer sei Dank gelang es. Im Anschluss begann eine lange Rundfahrt durch die Gegend, leider ohne Durchsagen, weswegen ich echt froh war, an der richtigen Bushaltestelle auszusteigen. xD

Endlich angekommen, blieb Zeit durchzuatmen, denn meine Freundin kam erst ein wenig später mit dem Bus aus der anderen Richtung an. Gemeinsam ging es dann Richtung Zeltplatz, den wir dank der Hilfe eines zufällig vorbeikommenden Piraten auch sehr schnell fanden. Und schon beim Eingang zeigte sich: dies würde der angenehmste Festival-Campingplatz werden, den ich bisher erleben durfte. Alle, sowohl Helfer als auch Besucher waren super freundlich, die Stimmung war friedlich und entspannt. Kein asoziales übergroßes-Areal-Abstecken wie bei gewissen anderen Veranstaltungen, und Nachts konnte man sogar schlafen! Man hatte nicht einmal Bedenken, seine Wertsachen allein zu lassen, weil der Eingang immer besetzt war.

Da wir ja nun nur ein Ticket für den Samstag hatten, blieb uns nun einige freie Zeit. Das machte aber nichts, denn diese verging wie im Flug. Sogar für die Versorgung war durch einen nahgelegenen Supermarkt gesorgt. 

Blick auf das Gelände

Am Samstag wurde es dann endlich Zeit, das Gelände zu erobern. Dieses erwies sich im Vergleich zu seinem Vorgänger in Jülich zwar als ziemlich klein, erweckte dafür aber umso mehr den Eindruck eines gemütlichen Piratennests. Wir machten im Laufe des Tages so einige Spaziergänge über das Gelände, und immer gab es etwas Neues zu entdecken. Man kam ganz wunderbar ins Gespräch mit Händlern, Besuchern und Musikern, und irgendwann hatten wir plötzlich sogar ein ganz entzückendes Frettchen auf dem Arm! ♥ 

Auch die Besucher trugen ihren Teil bei zur großartigen Atmosphäre dieses Festivals. Die Menge an Gewandeten war extrem hoch, und die Leute kamen aus den verschiedensten Ländern. Man hörte die unterschiedlichsten Sprachen, es war fast wie in einer echten, quirligen Hafenstadt. 

Pyrolysis auf der Festungsbühne

Und musikalisch war der Tag natürlich ein Traum. An der gemütlichen Festungsbühne erlebten wir wunderbare, energiegeladene Auftritte von MacCabe & Kanaka sowie Pyrolysis und freuten uns den ganzen Tag wie Bolle auf den Abend mit der Swedish Pirate Armada. Man hatte sich nämlich ganz und gar nicht lumpen lassen und es möglich gemacht, zum ersten Mal auf deutschem Boden die drei großartigen schwedischen Piratenbands Stormfrun, Pat Razket und Ye Banished Privateers gemeinsam zu erleben. Was für eine Party, das schreit nach Wiederholung!

 Wie viele Piraten passen auf eine Bühne?

Nach so einem erlebnisreichen Tag schliefen wir natürlich hervorragend, und eh wir es uns versahen, war es schon Zeit für Abbau und Abreise. Diese erwies sich für mich als ziemliche Katastrophe - etwa fünf Stunden für 60 Kilometer sind selbst für erprobte ÖPNV-Nutzer heftig... ^^ Aber reden wir nicht weiter drüber.

Das Piratenabenteuer in Zülpich erwies sich für mich als eines der schönsten Festivals des vergangenen Jahres. Es war liebevoll gestaltet, stimmungsvoll und verfügte über ein absolut großartiges Programm. Man merkte deutlich, dass der Veranstalter sein Herzblut in diese Veranstaltung gesteckt hatte und dass es auch für das Publikum ein besonderer Termin im vollen August-Eventkalender war. 

Stockbrot, arrr!

In diesem Jahr (ja, ich rede von 2020) soll das Festival erneut stattfinden. Angesetzt ist es für das Wochenende vom 7.-9. August. Mit vergrößertem Gelände und verringerter Besucherzahl hofft man derzeit noch, nicht unter die aktuell geltenden Beschränkungen für Großveranstaltungen zu fallen. Ich hoffe sehr, dass das nicht nur ein schöner Traum bleibt (und endlich mal jemand den Arsch in der Hose hat, den Begriff 'Großveranstaltung' zu konkretisieren, damit die ohnehin schon gebeutelten Veranstalter wenigstens etwas Planungssicherheit erhalten!). Mein Ticket ist jedenfalls geordert, und das dieses Mal gleich für das ganze Wochenende.

Montag, 4. Mai 2020

Weil's so schön war: der nächste Ausflug in den Allwetterzoo nach Münster

Ziemlich tiefenentspannt (und vielleicht auch ein klitzekleines bisschen übermüdet) machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg in den Allwetterzoo in Münster. Da ich schon mehrfach über diesen Zoo berichtet habe, möchte ich auch gar nicht so viele Worte verlieren. Obwohl unser Besuch an einem Sonntag stattfand, war es relativ ruhig und nicht zu voll im Allwetterzoo. Auch die Tiere zeigten sich sichtlich entspannt. Hier einfach mal noch ein paar Bilder von jenem Besuch:

Vergnügtes Zebra beim Sandbad
Familie Otter hält Mittagschlaf
Auch bei den Affen scheint man eher verschlafen zu sein
Nur der Gepard erweckte den Anschein, ein wenig wach(sam) zu sein.

Wenn das mal keine chilligen Impressionen sind? ;) Schon relativ früh am Nachmittag übermannte uns dann aber doch die Müdigkeit und wir machten uns auf den Weg nach Hause. Damit ging ein weiteres erlebnisreiches August-Wochenende zu Ende. Das folgende Wochenende war mein einziges Off-Wochenende in diesem Monat, aber am danach folgenden, letzten Wochenende stand noch ein weiteres, lang erwartetes Highlight auf dem Plan. Doch dazu mehr im nächsten Post.

Dienstag, 28. April 2020

Auf Wiedersehen, Planwiese - das letzte MPS in Telgte

Wie in jedem August (außer dem dieses Jahr folgenden, aber das ist ja nun wieder eine ganz andere Geschichte) war auch 2019 wieder kaum Zeit zur Erholung nach dem Castlefest. Schon am nächsten Wochenende stand der alljährliche Besuch auf dem MPS in Telgte auf dem Plan. Dies konnte man sich im vergangenen Jahr schon allein darum nicht entgehen lassen, weil es gleichzeitig auch ein Abschiednehmen war: Nachdem mehrere Jahre zuvor bereits der Mittelalterliche Lichter-Weihnachtsmarkt aus Telgte nach Dortmund abgewandert war, sollte auch das große Sommer-MPS zum letzten Mal in dem kleinen Örtchen im Münsterland stattfinden. 

Für diese letzte Feier hatte man 2019 ein Line-Up aufgefahren, das sich wirklich sehen lassen konnte. Neben den MPS-Stammgästen wie Saltatio Mortis und Versengold standen auch einige neue Namen auf dem Programm. So konnten wir natürlich nicht widerstehen und statteten bei unserem Besuch am Samstag den Musketieren von D'Artagnan einen Besuch ab. Die Band hatte schon bei ihrer Gründung im Jahr 2017 für einiges an Aufsehen in der Mittelalter-Szene gesorgt, ist deren Sänger Ben Metzner doch vielen schon länger als Prinz Richard Hodenherz von Feuerschwanz bekannt. D'Artagnan fahren musikalisch jedoch einen ziemlich anderen Kurs und zogen mit ihrem reichlich pathetischen Musketier-Folk mit nicht zu überhörenden Schlagerelementen ein ganz neues Publikum auf das MPS. An der Show war auch wirklich nichts auszusetzen, es ging pompös ab auf der Bühne und auch die Fans zeigten sich begeistert. Mein Ding ist das musikalisch aber einfach nicht, und so wanderte ich nach einiger Zeit weiter zur Festival-Bühne.

D'Artagnan

Dort gab sich an diesem Abend die Letzte Instanz die Ehre und brachten ungewohnt harte und düstere Töne auf das MPS. Hier wurde ich musikalisch schon viel glücklicher. Auch die Letzte Instanz brachte sichtbar neues Publikum mit auf das Festival, aber auch klassische MPS-Besucher vergnügten sich sichtlich vor der Bühne. Auch der Band schien es auf dem MPS zu gefallen, wie sie immer wieder in ihren teils ausführlichen und interessanten Ansagen erkennen ließen. 

Holly von der Letzten Instanz

Doch natürlich klebten wir alle nicht den ganzen Tag vor irgendeiner Bühne, denn es gab wieder genug zu entdecken. Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir von dieser letzten Auflage des MPS in Telgte die kleine Spielwiese neben dem Jonglage-Stand, wo man sämtliche Utensilien einmal probieren konnte und wo wir lange mit Pois, Devil Sticks und Diabolo herumspielten. Außerdem besorgten eine Freundin und ich uns je zwei kleine, magnetische Kugeln. Diese sollen eigentlich negative Energien aus dem Körper ziehen, aber man kann mit ihnen auch einfach sehr viel Spaß haben. Sie machen nämlich tolle Geräusche beim in-die-Luft-werfen und lassen sich fototrächtig an diversen Stellen des Körpers befestigen. Offensichtlich hatten wir an jenem Samstag unseren extremen Spielkinder-Tag. xD 

Am Abend begann dann für mich das vorfreudige Warten, denn nach einer längeren Umbaupause stand noch ein wie immer heiß ersehntes Konzert meiner Lieblingsband Faun auf dem Programm. Um nicht den halben Abend mit Rumstehen und Warten zu verschwenden, verzichtete ich dieses Mal auf einen Platz ganz vorne vor der Bühne und suchte mir später ein gemütliches Plätzchen etwas weiter hinten. Die Stimmung während des Konzerts war mal wieder hervorragend, sodass es wie immer eine große Freude war, den mystischen Klängen der Band unter dem Blätterdach der Bäume auf der Telgter Planwiese zu lauschen. 

Danach wurde es dann aber auch höchste Zeit, sich auf den Heimweg zu machen, denn auch der nächste Tag war schon längst verplant. Jedenfalls war dieses MPS in Telgte ein sehr schönes letztes Mal, das ich gerne in Erinnerung behalten werde. Generell war der Standort Telgte eines meiner ersten Stamm-MPS und ich verbinde sehr viele schöne Erlebnisse mit diesem Ort. Umso mehr hat es mich gefreut, dass der Termin und das Gelände von den Veranstaltern des Anno in Gütersloh übernommen wurden. In diesem Jahr wird da ja nun leider wie aus allem anderen auch nichts, aber so sehen wir uns vielleicht wenigstens alle in 2021 in Telgte wieder, um eine neue Ära der dortigen Mittelaltermärkte zu eröffnen.

Montag, 27. April 2020

Abschied nehmen - der Sonntag auf dem Castlefest

Schon war er wieder da, der letzte Tag des Castlefests. Obwohl man nach drei Tagen Festival stets ein wenig müde ist, mischt sich immer eine gute Portion Wehmut mit in den Sonntag. Die Koffer stehen gepackt im Auto, man überlegt, wofür man seine letzten Münzen und sein letztes Geld so ausgeben könnte. Hier noch ein Mango-Lassi, dort vielleicht doch noch eine weitere neue CD. Castlefest ist schließlich nur einmal im Jahr (naja, streng genommen sind es mittlerweile zweimal, aber die Winter-Edition ist eine ganz andere Geschichte). Die letzte Chance, in noch ein wenig neue Musik hineinzuhören, nutzten wir bei Vael und Drusuna, die beide 2019 zum ersten Mal auf dem Castlefest zu Gast waren. 

Am Nachmittag standen dann auch nochmal zwei mit Vorfreude erwartete Konzerte auf dem Programm. Zunächst einmal gaben sich Virelai die Ehre und brachten sogar uns steife Deutsche zum Kettentanzen. :P Die Dänen rund um Sängerin Mia brachten wieder reichlich gute Laune mit und ließen es sich nicht nehmen, dem Publikum auch den einen oder anderen Text in ihrer Muttersprache beizubringen. 

Virelai

Und dann war da natürlich noch das legendäre letzte Konzert des Castlefests, das man sich nicht entgehen lassen sollte. In diesem Jahr hatten erneut Russkaja die Ehre, was natürlich wieder mit einem wunderbaren Abriss endete. Diese Band macht live einfach unheimlich Spaß und hat es darum ganz zurecht verdient, schon zum zweiten Mal den traditionellen Fruit Salad zu beherbergen. Auch die Musiker selbst hatten sichtlich Spaß dabei zuzusehen, wie Veranstalter und Teilnehmer des Festivals in Obstkostümen von der Bühne ins Publikum sprangen. Das ist aber auch einfach eine wunderbare Abschluss-Tradition für ein Festival, die auch wir uns selten entgehen lassen. :D 

Russkaja lassen sich feiern

Viel zu schnell war dann auch dieses letzte Konzert vorbei und es hieß Abschied nehmen. Damals war ich zu hundert Prozent davon überzeugt, dass es sich wie immer um einen Abschied für ein Jahr handeln würde und wir uns alle am ersten Augustwochenende 2020 wieder dort sehen würde. Die Unterkunft war reservier, alles war gut. Nun ist seit einigen Tagen klar, dass es in diesem Jahr auch kein Castlefest geben wird. Das war natürlich zu befürchten, auch wenn die Hoffnung bis ganz zum Schluss blieb. Keine Absage (und ich hatte davon schon echt viele in den letzten eineinhalb Monaten...) hat mich so hart getroffen wie diese. Das Castlefest ist für mich so viel mehr als nur ein Festival, allein der Gedanke, dass es bald wieder vor der Tür steht, konnte mich über so manche richtig schwere Zeit bringen. Und jetzt haben wir eine schwere Zeit, wo das einfach nicht mehr funktioniert und ich habe bisher noch keinen Weg gefunden, das richtig zu kompensieren. Albern? Wenn ihr meint, aber so fühle ich nun einmal und verachte aus tiefster Seele all jene, die Kultur in einer Zeit wie dieser für verzichtbar halten.

Bleibt mir also wohl nichts übrig als zu beten, dass wir alle diese Situation überstehen und uns wenigstens im nächsten Jahr wiedersehen werden...