Wie schon erwähnt, war das Jahr 2021 veranstaltungstechnisch eher eine Art schwarzes Loch als alles andere. Dies änderte sich erst im Juli dank des Veranstalters des allseits bekannten Mittelalterlich Phantasie Spectaculum, dem es irgendwie am Ende doch noch gelungen war, ein Konzept zu entwickeln, welches von den Behörden während der Corona-Zeit abgenommen wurde - die Geburt das Hoch Rock.
Dafür ging es zurück auf ein Gelände, welches für die regulären MPS-Versnatltungen zu diesem Zeitpunkt bereits zu klein geworden war: nach Borken, an den Pröbstingsee. Mit stark limitierter Besucherzahl, Maskenpflicht und Kleingruppen-Bestuhlung an Bierzeltgarnituren hatte die Veranstaltung vom Ambiente natürlich nicht den üblichen phantastischen Charme eines MPS-Events, doch ich erinnere mich noch sehr genau, wie absolut glücklich es mich damals machte, endlich überhaupt einmal wieder raus zu dürfen und live Musik zu genießen!
Hinzu kam, dass das Line-Up einfach gewaltig war. Meine Freundin und ich entschieden uns damals für einen Besuch am ersten Veranstaltungstag, weil die Musikauswahl dort perfekt auf uns zugeschnitten war. Als es dann endlich so weit war und der Spaß losging, störte sich auch niemand mehr an dem eher unsommerlichen, kühl-nassen Wetter.
Eröffnet wurde das Festival von Shireen. Die niederländische Band, die ihre Musik selbst als Witchpop bezeichnet, war keine unbekannte für uns, hatte jedoch an diesem Tag das erste Mal die Ehre, sich dem deutschen MPS-Publikum vorzustellen. Mit ihrer ziemlich einzigartigen Musik und der wie gewohnt fesselnden Live-Performance brauchten sie auch nicht lange, auch dieses Publikum in ihren Bann zu ziehen.
Weiter ging es nach einer Umbaupause dann mit Faun, die wie immer einen absolut magischen Auftritt hinlegten. Für die Band war es damals selbst das erste Konzert nach neun Monaten Corona-Zwangspause, und für die Fans war es zudem die erste Möglichkeit überhaupt, Adaya, die der Band im Vorjahr beigetreten war, live auf einem Festival zu erleben. Da ist es doch kein Wunder, dass sowohl Band als auch Publikum mehr als enthusiastisch waren - doch obwohl es schwer fiel, die eigenen Beine zu bändigen, wurde sich an das Gebot gehalten, das Konzert nur im Sitzen zu genießen.
Headliner an diesem Abend waren dann zu guter Letzt Versengold. Auch ihnen merkte man an, wie viel Freude es ihnen machte, endlich wieder vor Publikum spielen zu dürfen, und die feierliche Stimmung übertrug sich auch auf das Publikum - vielleicht konnte man nicht tanzen, dafür aber umso lauter mitsingen!
Viel zu früh ging dann ein wunderschöner Abend auch schon wieder zu Ende. Leider erfuhren wir genau an diesem Tag auch, dass das ursprünglich zur Durchführung freigegebene Castlefest in den Niederlanden wegen neuer behördlicher Anordnungen kurzfristig abgesagt werden musste - ein trauriger Reminder, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch sehr weit von allem entfernt waren, was man als 'Normalität' hätte bezeichnen mögen.
Wie bereits im letzten Post angedeutet, war ich vergangenes Wochenende noch einmal auf einem Open Air unterwegs. Es handelte sich dabei mal wieder um eine Veranstaltung des MPS, und zwar um den letzten NRW Termin der Saison in Borken.
Lange war ich mir unschlüssig, ob ich überhaupt fahren soll. Freitag anreisen ging nicht und überhaupt finde ich Zelten gegen Ende September immer so ein bisschen heikel. Schlechte Erfahrungen und so. :D
Nach Überlegungen mit einer ebenfalls unschlüssigen Freundin ließ sich dann aber ein guter Kompromiss finden: ein verkürzter Tagesausflug am Samstag.
Also machte ich mich am Samstag Morgen auf den Weg, um pünktlich zur Eröffnung anzukommen, wurde von meiner Freundin am Bahnhof in Borken aufgesammelt und wir stürzten uns ins Getümmel. Schlau geworden aus dem nasse-Füße-Desaster in Telgte hatte ich mir mittlerweile Gummistiefel angeschafft und diese auch eingepackt, nachdem sowohl vom Veranstalter als auch von Versengold über facebook der Nutzen solcher auf dem Gelände angemahnt wurde. Und sinnvoll waren sie wirklich, denn insbesondere die Wege wurden im Laufe des Tages zusehends matschiger.
Das MPS in Borken zählt insgesamt zu den kleineren Terminen der Veranstaltung und das Wetter war an diesem Tag auch nicht überwältigend, sodass die Veranstaltung zwar ordentlich besucht, aber nicht überlaufen war.
An das Musikprogramm an diesem Samstag hatte ich keine hohen Ansprüche, lediglich die großartigen The Dolmen wollte ich unbedingt sehen. Das ließ sich auch problemlos 1 1/2 Mal einrichten (beim zweiten Anlauf verpassten wir leider das halbe Set, weil wir bei Toilette & Nahrungsbeschaffung anzustehen hatten). :D The Dolmen hatten wieder Anja (ehemals Metusa) an den Flöten dabei und auch am Schlagzeug gab es externe Unterstützung in Form von Chris (ebenfalls ex Metusa). Außerdem hatte Josh ein neues Spielzeug dabei (eine Posaune), was Kayleigh fast zur Verzweiflung brachte und zu einer überaus interessanten Version meines Dolmen-Lieblingssongs "Dead Cats Don't Meow" führte. :D
Ansonsten ließen wir uns eigentlich den ganzen Tag mal hier hin und mal dort hin treiben, sahen das wirklich gute Nachmittagsset von Saltatio Mortis, ein wenig von Mr. Hurley & die Pulveraffen und recht viel Saor Patrol, deren neuer Mann an den Trommeln zu überzeugen wusste.
Da ich diesmal gar keine Fotos gemacht habe und es hier sonst so karg aussieht, binde ich an dieser Stelle einfach mal ein schönes Saor Patrol Video ein. Duncarron, wo dieses Video entstanden ist, ist überhaupt der Grund für die Existenz dieser Band. Mit ihren Auftritten, Aufnahmen und Merchandise-Artikeln sammelt die Band nämlich Geld für den Ausbau dieses historischen Dorfes in Schottland. Eine feine Sache, wie ich finde, weswegen man die Info ja auch ruhig mal ein wenig teilen kann.
Ansonsten nutzten wir noch ein letztes Mal das kulinarische Angebot möglichst gut aus. Zum Mittagessen gab es für mich Schupfnudeln mit Vanillesauce und Mohn (köstlich!), und für den Heimweg dann noch den Baumstriezel des Jahres mit Schokolade & Kokos (ebenso köstlich!).
Nach dem Abendkonzert von The Dolmen war es dann auch schon Zeit, sich auf den Rückweg zu machen. Die ersten Töne von Omnia vernahmen wir noch im Vorbeigehen, aber sehen konnten wir die Band dieses Mal leider nicht.
Dennoch war es ein gelungener Tagesausflug und der Gedanke, dass nun eine so lange Pause folgt, macht mich schon ein wenig wehmütig. Es ist doch unglaublich, wie schnell der Sommer dieses Jahr wieder vergangen ist...
Am 20. September machte ich mich ein letztes Mal in diesem Jahr auf den Weg zu einer Veranstaltung des MPS - des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums. Diesmal führte mich der Weg zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren wieder nach Borken.
Das MPS im Freizeitpark Pröbsting zählt zwar eigentlich zu den
Terminen, bei denen meine Anreise gar nicht so lang ist - trotzdem hat
es in den vergangenen Jahren nie sollen sein. 2010 bin ich zum ersten
(und bis zu diesem jahr auch letzten) Mal da gewesen. Die Veranstaltung
war zwar schön, doch erinnere ich mich heute am besten an die
darauffolgende Nacht. Für meine Begleitung und mich war es damals das
erste Mal, dass wir bei einem MPS gezeltet haben - und was waren wir
unbedarft! Es war Mitte September und die Temperaturen fielen in der
Nacht fast bis auf den Gefrierpunkt. Danach war ich erst einmal vom
Camping im September geheilt :D
Dieses Jahr bot sich jedoch endlich einmal die Gelegenheit, der
Veranstaltung ohne Übernachtung für einen Tagesausflug beizuwohnen.
Das Wetter war an jenem Septembertag sehr gnädig zu uns. Meine Jacke
musste ich erst ziemlich spät in der Nacht beim Abschlusskonzert von Knasterbart anziehen. Aber bis dahin war es bei unserer Ankunft natürlich noch ein langer, erlebnisreicher Tag!
Ich muss zugeben, dass die Musik bis zum frühen Abend mal nicht
unbedingt im Vordergrund stand. Die einzige Band, die ich mir da wirlich
interessiert anschaute waren Versengold, die mich
einfach jedes Mal wieder zu üerzeugen wissen. Ansonsten streiften wir
mal hier, mal da vorbei, sahen ein wenig von der Kilkenny Band (und wussten da natürlich noch nicht, dass das auch die letzte Gelegenheit dazu sein sollte...), ein wenig Saltatio Mortis, ein wenig Mr. Hurley & die Pulveraffen.
Ansonsten vertrieben wir uns die Zeit eher mit anderen Dingen. So spielten wir zum Beispiel ziemlich viel Poi.
Konnte man Poi-Spieler zu Beginn meiner Mittelaltermarkt-Begeisterung in
Deutschland noch eher selten antreffen, ist das mittlerweile ganz
anders. Sobald wir irgendwo anfingen zu spielen, gesellten sich bald
andere Spieler zu uns sowie auch Interessierte, die das gerne einmal
ausprobieren wollten.
Als es Nachmittags zeitweise regnerisch wurde, machten wir uns
langsam Gedanken über die Nahrungszufuhr. Dafür muss man wissen: Beim
MPS hat man oft die Qual der Wahl, es gibt einfach zu viele Stände mit
leckerem Essen. Dieses Mal stellte sich uns jedoch ein ganz
ungewöhnliches Problem: All unsere Lieblingsessensstände waren nicht da!
Viele von ihnen hätten wir vermutlich auf der am selben Wochenende
stattfindenden Elf Fantasy Fair im niedertländischen Arcen entdecken
können, aber da waren wir nunmal nicht. Dass sich diese beiden Events
eigentlich jedes Jahr überschneiden ist übrigens eine wahre Schande - zu
gerne möchte man sie eigentlich beide besuchen! =/
Eine Lösung für die Essensfrage fanden wir natürlich trotzdem: Es gab
leckeres Stockbrot mit Schokolade, und später dann für mich noch eine
Portion Dracheneier von der süßen Bude - beides super empfehlenswert! :)
Abends wurde es dann musikalisch richtig interessant für uns. Los ging es mit Omnia.
Da es ja der letzte Termin der Saison war, entschieden wir uns, die
Stunde Umbauzeit vor de, Set vor der Bühne zu verbringen, um vorne mit
dabei zu sein. Die Stimmung da eben immer anders, als weiter hinten, wo
die Leute stehen, die "nur mal schauen" wollen. Hinten ist dafpr
natürlich die Bewegungsfreiheit größer, aber irgendwas ist halt immer.
Überflüssig zu erwähnen, dass sich der Aufwand gelohnt hat!
Auch die nächste Umbaupause verbrachten wir vorne, denn im Anschluss spielten Faun auf der gleichen Bühne. Mit "Walpurgisnacht" und "Hymne der Nacht" spielte die Band zwei Stücke aus dem gerade erschienenen neuen Album "Luna",
und beide wurden vom Publikum gut angenommen. Walpurgisnacht, zu dem
die Band ja ein Video veröffentlicht hat (welches ich frevlerischer
Weise noch gar nicht geteilt habe!), konnten viele auch schon mitsingen.
Es war ein sehr schönes Faunkonzert (wobei eigentlich jedes
Faun-Konzert sehr schön ist, hihi), aber ein bisschen wehmütig wurde man
schon. Schließlich verabschiedet sich die Band nun in eine monatelange
Konzertpause, bis sie im neuen Jahr mit "Luna" auf Tour gehen.
Ich denke, da werden große Dinge auf uns zu kommen, auch wenn ich der
Tour mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegensehe. Es steht
für mich eigentlich fest, dass ich in Bielefeld und in Wuppertal dabei
sein werde, und darauf freue ich mich natürlich. Was mich jedoch nicht
freut ist das Wissen, dass ich nicht bei meiner Begleitung sitzen werde.
Diese wird als Fotografin einen Platz vorne zugewiesen bekommen,
während ich irgendwo ganz hinten aufschlagen werde, weil ich mir zweimal
Tickets für die vorderen Plätze, die dieses Mal bis zu 50 Euro kosten
werden, schlicht und ergreifend nicht leisten kann. So etwas kann die
Vorfreude schon etwas trüben! :(
Hier nutze ich aber jetzt mal die Gelegenheit und teile das Walpurgisnacht-Video:
Aber nun zurück zum MPS, denn eine Sache stand nach Faun ja noch aus: Knasterbart!
Eigentlich ist es sinnlos, große Worte zu dieser Band zu verlieren, man
muss sie einfach erlebt haben, um zu begreifen, was da passiert. Es sei
nur so viel verraten: Es gibt einen Grund dafür, dass ihre Konzerte
selten vor Mitternacht überhaupt erst beginnen :D
Was ich vom Borkener Knasterbartkonzert nie, nie, nie vergessen werde
(oder vielleicht besser: nie wieder werde vergessen können) ist der
spontane Auftritt des - sagen wir mal diplomatisch - leicht
angeheiterten William von Rapalje.
Viele Leute fragen sich ja, was Schottenrockträger so unter ihren Röcken
tragen. Ein ganzes Publikum kennt die Antwort nun, und viele hätten
vermutlich lieber weiter in Ungewissheit gelebt - wir jedenfalls waren
ganz froh, das Spektakel von etwas weiter hinten genießen zu dürfen ;)
Da man bei einem Knasterbart-Konzert nie so genau weiß, wann es
endet und wir noch einen längeren Heimweg vor uns hatten, traten wir
während der Zugabe den Rückzug an. Borken war wirklich ein würdiger
Abschluss für die MPS-Saison 2014 und ich weiß jetzt schon, dass es mich
schon bald wieder in den Fingern jucken wird und ich den Beginn der
nächsten Saison, der dann noch in viel zu weiter Ferne liegen wird,
sehnsüchtigst herbeisehnen werde. Schließlich gibt es nichts schöneres,
als die Wochenenden zusammen mit Freunden draußen bei guter Musik und
viel Spaß zu verbringen!