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Dienstag, 7. Januar 2025

Musikalischer Jahresabschluss 2024 - Rapalje in Wilhelmshaven

2024 war konzerttechnisch betrachtet kein gutes Jahr für mich. Finanziell und auch terminlich lange stark eingeschränkt, musste die Zahl der Konzertbesuche drastisch zurückgeschraubt werden. Eine frustrierende Angelegenheit für jemanden wie mich, der seit seiner Teenagerzeit eher auf dem Zahnfleisch hingekrochen wäre als die Chance auf einen schönen Konzertabend zu verpassen.

Da war es dann folglich auch eine tolle Sache, als eine Freundin einen letzten jährlichen Konzertbesuch vorschlug. Etwas besonderes sollte es sein, vielleicht auch ein bisschen verrückt. Und so fiel die Wahl am Ende auf den Auftritt von Rapalje im Pumpwerk in Wilhelmshaven.

Ein Ausflug in die Stadt war schon vor Jahren angedacht gewesen, wurde jedoch am Ende wie so vieles durch Corona vereitelt. Am 28. Dezember war es dann aber tatsächlich so weit. Morgens setzte ich mich mit meinem Deutschlandticket in den Zug, nach etwa drei Stunden gesellte sich meine Freundin zu mir, und nach nur *hüstel hüstel* knapp sieben Stunden Fahrt - und ohne Verspätung! - kamen wir in Wilhelmshaven an.

Das Wetter war - sagen wir mal - nordisch. Die Luft war auch ohne Regen nass und es hing bald ein recht ansehnlicher Nebel über dem Wasser. Doch noch vor Nacht und Nebel gelang es uns, einen Blick auf unsere Unterkunft zu erhaschen. Auch hier hatten wir uns etwas Feines überlegt. Kein schnödes Hotel, nein nein. Ein Schiff sollte es sein. Die Arcona, um genau zu sein. Das ehemalige Marinewohnschiff aus den Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts wurde erst vor kurzem zu einem Hostel umgebaut und lud uns ein zu einer Nacht in besonderem Ambiente.

Nach einem unkomplizierten, telefonischen Check-In konnten wir auch schnell unsere Kabinen beziehen und waren sehr angetan. Der schllichte und stilechte Charme wusste zu überzeugen, und die Betten wurden gleich getestet und als gemütlich befunden. 

Hungrig nach der langen Anreise stand als nächstes die Nahrungssuche auf dem Programm. Hier fiel unsere Wahl auf ein kleines, asiatisches Restaurant, das Asia Gia Bao. Auch dieses entpuppte sich schnell als richtig gute Entscheidung. Das Lokal selbst war gemütlich, das Personal unheimlich freundlich und das Essen superlecker!

So gestärkt war es dann endlich Zeit für den eigentlichen Höhepunkt des Abends, das Konzert. Kurz nach Einlass erwartete uns zunächst einmal eine eher unschöne Überraschung: eine lange, lange, überaus bewegungslose Schlange vor dem Pumpwerk. Eher mürrisch standen wir also eine ganze Weile in der Kälte, eh es dann endlich nach drinnen ging. Die Sitzplätze waren zu diesem Zeitpunkt leider bereits besetzt, was meiner von Rückenproblemen geplagten Begleitung eher weniger gefiel. Zum Glück fanden wir aber noch ein lauschiges Treppchen gleich neben der Bühne, wo sie sich zwischendurch hinsetzen konnte. So stand einem gelungenen Konzertabend nichts mehr im Weg.

Und ein gelungener Konzertabend wurde es. Begrüßt wurden wir von Marcel Dunker, der es mit der von ihm dargebotenen Mischung aus Folk Klassikern und anderen Evergreens in kürzester Zeit schaffte, das Publikum zum Mitsingen zu animieren. Bei so viel Bühnenpräsenz und Begeisterung war es für den Musiker offensichtlich gar kein Problem, die Bühne ganz allein mit seiner Gitarre zu erobern und die Zuhörer auch für den Rest des Abends gut anzuheizen.

Nach der üblichen Umbaupasue betraten dann mit den Niederländern von Rapalje die Headliner des Abends die Bühne, und eigentlich ist es gar nicht nötig, hier viele Worte zu verlieren, denn wer sich grob in "meinen" Kreisen bewegt, dem sind die Herren keine Unbekannten. Und so lieferten Rapalje natürlich auch an diesem Abend wieder eine erstklassige Show ab - unterhaltsame Ansagen und die Klärung der Frage, was Mann so unter dem Kilt trägt inklusive. Musikalisch gab es einen guten Querschnitt durch das große Repertoire der Band, der vom Publikum am Ende mit nicht enden wollenden 'Zugabe'-Rufen belohnt wurde. Und auch dieser Wunsch war Rapalje Befehl - in Teilen bereits umgezogen kamen sie schließlich tatsächlich noch ein letztes Mal auf die Bühne zurück, um ihre absolut herrliche Version von "The Wild Rover" zum Besten zu geben!

Bestens gelaunt verließen wir nach diesem schönen Abend das Pumpwerk, mit dem für uns neuen Wissen, dass es sich bei diesem Wilhelmshavener Jahresendkonzert um eine Art wiederkehrende Tradition handelt. Zum Glück bot die Rückfahrt am folgenden Tag mehr als genug Zeit, Gedanken darüber zu spinnen, ob man selbst dies nicht auch zu einer neuen Tradition entwickeln könnte... Mir scheint, da könnte es noch eine Fortsetzung geben, zwischen Rapalje, Wilhelmshaven und uns.

Sonntag, 22. November 2020

Neue Wege in schweren Zeiten - der MPS Skulpturenpark in Bückeburg

Einige Monate lang dachte ich in diesem Jahr, es werde wohl vorläufig keinerlei Veranstaltungen mehr geben. Zum Glück erwies sich dies als falsch und einige Veranstalter kämpften sich erfolgreich den harten, monatelangen Weg durch diverse Hygienekonzeüt bis hin zu genehmigungsfähigen Angeboten. Einer dieser Veranstalter war Gisbert "Gisi" Hiller, den wir wohl alle hinlänglich als den Mann hinter dem MPS kennen.

Wer der Facebook-Seite des MPS folgt, weiß, dass Gisi seine Fans gerne an allen Prozessen seiner Veranstaltung teilhaben lässt. So konnte man dort auch seit Beginn der Corona-Krise das zähe Ringen um die Genehmigung einer wie auch immer gearteten Veranstaltung quasi live verfolgen. Nach vielen Rückschlägen und sicherlich auch vielen verlorenen Nerven war es dann aber Ende Juli tatsächlich so weit und in Bückeburg ging der MPS Skulpturenpark an den Start.

Als treue Gäste des Bückeburger MPS ließen wir es uns nicht nehmen, der neuartigen Veranstaltung einen Besuch abzustatten, und so machten eine Freundin und ich uns gleich am 25. Juli auf den Weg ins benachbarte Niedersachsen. Tickets mit einem Einlass-Zeitfenster hatten wir bereits im Vorfeld online erworben und so klappte dann auch alles, wie es klappen sollte und wir kamen ohne Wartezeit und engeren Kontakt zu anderen Gästen auf das Gelände.

 

Bei einem ersten Rundgang über das Gelände war ich sehr schnell von der Veranstaltung angetan. Durch die strengen Einlassbeschränkungen war es nicht zu voll, an Ständen und potentiellen Engstellen sorgten Leitsysteme mit Wellenbrechern für eine problemlose Einhaltung der Mindestabstände.


 Der Skulpturenpark selbst war äußerst weitläufig aufgebaut und man hatte die zahlreichen Figuren von Dinosauriern, Tieren und Fabelwesen mit großer Liebe zum Detail aufgebaut, sodass das Betrachten und auch Fotografieren dort großen Spaß machte.

 

Für mich das Herzstück war jedoch der kleine Mittelaltermarkt mit den Szeneflächen, auf denen auch Musiker auftreten durften. Der schnuckelige Markt und die alten, kleinen Holzbühnen erinnerten mich wohlig an meine lange vergangenen Anfangszeiten auf dem MPS vor mittlerweile mehr als zehn Jahren. Nur einen großen Unterschied gab es: da Gedränge vor der Bühne dieses Jahr ein No-Go war, konnte man die Auftritte der Bands nur im Sitzen genießen. Das war vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, wäre aber nicht weiter schlimm gewesen. Was jedoch schon ein bisschen schade war, waren die Lautstärkebeschränkungen, die an den Bühnen galten. Dies hatte wohl mit irgendwelchen kuriosen Bedingungen zu tun, die einzuhalten waren, damit die Veranstaltung nicht fälschlich als Festival gewertet und damit zwangsläufig verboten worden wäre. Leider führte das aber auch dazu, dass man von den etwas weiter von den Bühnen entfernten Tischen fast nichts mehr von der Musik hören konnte.

 Abgesehen von dieser Kleinigkeiten hatten wir aber einen wirklich großartigen Tag auf dem Skulpturenpark in Bückeburg. Wie gut es tat, endlich wieder die live Musik von Rapalje und MacCabe & Kanaka zu genießen! Wie sehr wir uns freuten, wenigstens einmal in diesem Jahr wieder die leckeren Hirschrahm-Spätzle mit Preiselbeeren zu genießen! Es war die perfekte Auszeit von diesem nervtötenden Jahr, das einem so vieler Freuden beraubt.


 Ein tolles Erlebnis war es auch, am Lager von Forgotten North vorbeizuschländern und plötzlich mittendrin zu sein in einer spontanen Darbietung ihrer Musik. Solche Momente sind es, die mich seit Jahren immer wieder auf Mittelaltermärkte ziehen und die ich in diesem Jahr schmerzlich vermisst habe.


 Wirtschaftlich betrachtet, so konnte man später lesen, war der Skulpturenpark in Bückeburg leider kein großer Erfolg, was ich äußerst bedauerlich finde. Waren wirklich so viele zu verunsichert, um die Veranstaltung zu besuchen? Oder sprach das Konzept keine klare Zielgruppe an? Ich weiß es wirklich nicht. Mir hat der Tag dort jedenfalls ganz hervorragend gefallen und ich bin dem Veranstalter wirklich dankbar, dass er in diesem Jahr die Beharrlichkeit und auch die Kreativität besessen hat, eine solche Sache auf die Beine zu stellen. Und allen, die ihre Chance auf einen Besuch aus welchen Gründen auch immer versäumt haben: ihr habt etwas verpasst was eindeutig geholfen hat, dieses dunkle Jahr für uns alle ein bisschen bunter zu machen!

Montag, 21. September 2020

Dinos auf dem Weihnachtsmarkt - der PLWM in Dortmund

Erst kam ich mir ein wenig dumm vor, jetzt, bei einer Außentemperatur von knapp 30°C meine Erlebnisse aus der letzten Weihnachtssaison zu teilen, aber da hängt meiner Berichterstattung nun einmal. Und da mir der freundliche Discounter um die Ecke nun schon Weihnachts-Schoki als Wintertraum-Süßwaren unterjubeln will, fühl ich mich plötzlich nur noch halb so verpflichtet, irgendwem irgendwas zu erklären. ;)

Nun gut, auch im vergangenen Jahr lud MPS-Veranstalter Gisbert Hiller wieder zum Phantastischen Lichter Weihnachtsmarkt in den Dortmunder Fredenbaumpark - und allem "Telgte-war-aber-immer-viel-schöner"-Gemurre zum Trotz sind wir auch in diesem Jahr seinem Ruf wieder gefolgt. Und das sogar zweimal. :D

Da es nun aber schon so lange her ist und ich einmal auch gar keine Kamera dabei hatte, fasse ich meine Erlebnisse einfach mal zu einem Post zusammen. Der Markt an sich war so, wie man ihn aus den vergangenen Jahre kennengelernt hatte und wir nutzten unsere Rundgänge wie üblich hauptsächlich, um das leckere, kulinarische Angebot auszukosten (und in meinem Fall auch, um sich beim MPS-Stand noch mit der einen oder anderen Restbestands der Miroque-CDs einzudecken - wie ich deren Stand noch heute vermisse... u_u). 

Auch das musikalische Programm ließen wir natürlich nicht links liegen. Besonders hervorzuheben sind dabei wie in jedem Jahr Ye Banished Privateers, die auf dem PLWM neben ihren normalen Songs auch stets einige piratige Weihnachtssongs im Gepäck haben - und jedes Jahr kommt ein neuer hinzu, was für eine schöne Tradition! Außerdem durften wir noch den Klängen der Niederländer von Harmony Glen sowie Rapalje lauschen und hatten großen Spaß beim Auftritt von MacCabe & Kanaka, die an diesem Tag irgendwie Mr. Kanaka verloren hatten, aber trotzdem ein sehr stimmungsvolles Konzert ablieferten.

 

Der PLWM in der Abenddämmerung

So richtig schön wird der PLWM ja - da ist man sich weit und breit ziemlich einig - eh erst nach Sonnenuntergang. Da wurden auch im vergangenen Jahr wieder die Bäume illuminiert und der parkeigene See in ein Kerzenmeer verwandelt, was immer wieder ein wunderschöner Anblick ist.

Bei der letzten Auflage kam aber noch eine neue Attraktion hinzu: der Dinopark! Bereits auf dem Sommer-MPS in Bückeburg war Veranstalter Gisi ja auf den Dino gekommen, und dieses Thema setzte sich nun auf dem PLWM mit einem ganzen Dinobereich fort. Auch hier lohnte es sich, bis nach Sonnenuntergang zu warten, und bei einem unserer Besuche hing sogar noch Nebel in der Luft, was dem ganzen einen leicht unheimlichen Touch verlieh. 

Im Dunkeln sehen die Dinos mal so richtig lebensecht aus!

Obwohl das Wetter ja die gesamte Weihnachtsmarkt-Saison hindurch eher unwinterlich war, hatte ich zwei ziemlich schöne Tage auf dem PLWM. Dieses Jahr wäre ich garantiert wieder hingegangen, doch ob ein Markt in diesem Jahr durchführbar sein wird und in welcher Form steht natürlich aktuell noch in den Sternen. Dabei sehnt man sich doch gerade in einem solchen Schietjahr nach ein paar kleinen Lichtblicken.  

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Endlich wieder Marktzeit - ein erster Besuch auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Letztes Wochenende war sie endlich vorbei, die schon wieder viel zu lange und lästige Marktpause. Dafür sorgte die Eröffnung des Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund. Samstag machte ich mich zum ersten Mal auf den Weg dorthin.

Es war ein richtig merkwürdiges Gefühl, dieses Jahr nach Dortmund zu fahren, ist die Veranstaltung in meinem Kopf doch eng verbunden mit den Erinnerungen vieler Jahre aus Telgte. Dort hatte sie nämlich bisher immer stattgefunden. Dieses Jahr nun also Dortmund, ein weiterer Anfahrtsweg und damit leider auch weniger Besuche. So viele wie möglich sollen es aber natürlich dennoch werden!

Die deutsche Bahn tat an diesem Tag wieder alles, um meine Reise möglichst erfolgreich zu sabotieren, darum verzögerte sich meine Ankunft auch ein gutes Stück nach hinten. Am Bahnhof traf ich mich dann mit einer Freundin und wir machten uns gemeinsam auf den Weg. 

Paris war auch hier nicht unsichtbar, und so mussten wir am Einlass zunächst unsere Taschen kontrollieren lassen. Nachdem das erledigt war, konnten wir uns aber endlich ins Getümmel stürzen. Allererste Amtshandlung meinerseits war es, den Miroque-Stand anzupeilen und die neue Omnia-CD in mein Eigentum zu überführen. Weit kamen wir auch danach erstmal nicht, denn auf der großen Bühne spielten gerade Rapalje, die wir uns natürlich anschauten. Die Niederländer und der Mittelalter-Weihnachtsmarkt passen einfach jedes Jahr perfekt zueinander!

Maceál von Rapalje

Erst danach fanden wir Zeit, eine Runde über das Gelände zu drehen. An den Ständen fanden wir die ersten Inspirationen für Weihnachtsgeschenke wie natürliche Seifen und schöne Bienenwachskerzen, außerdem tolle Winterklamotten. Hätte man doch bloß etwas mehr Geld. :D

Auch die Essensstände wurden schonmal näher betrachtet und es fand sich das eine oder andere, was in dieser Weihnachtsmarktsaison unbedingt noch probiert werden möchte. Als erstes testeten wir einen Stand mit allerlei Leckereien wie Schneeballen und Schaumküssen. Dieser fand unsere vollste Zustimmung und wird sicher in den kommenden Wochen noch häufiger angesteuert werden. ;) 
Zum Mittagessen gab es später in meinem Fall dann nur noch eine Kleinigkeit, nämlich Kartoffelspalten mit Kräuterquark. Und bevor das Gequängel jetzt losgeht: nein, dieser Mittelalter-Weihnachtsmarkt beansprucht für sich ausdrücklich nicht, authentisch zu sein. Es spricht also nichts gegen Kartoffeln. :P

Beim Bummeln über das Gelände hörten wir plötzlich bekannte Stimmen. Sie führten uns in ein beheiztes Zelt mit vielen kuscheligen Sofas. Wir hatten die Kuschelbühne gefunden! Und mit ihr die zwei Damen von PurPur. Leider waren wir viel zu spät dran, so dass wir nur noch das letzte Lied des Sets ("Ritterlied", darum auch die ritterliche Mütze mit Visier auf dem Foto, falls sich wer wundert) mitnehmen konnten. Dafür kehrten wir aber später nochmal wieder, um uns das komplette folgende Set von einem Sofa in der ersten Reihe anzuschauen. Es wurde ein unglaublich witziges Konzert in sehr heimeliger Atmosphäre. Die Idee einer solchen Indoorbühne war echt eine großartige Idee von Veranstalter Gisi!

Gabria von PurPur

Für uns folgte dann bald schon der Abschluss des Tages: Dunkelschön beehrten den Markt mit einem Abendkonzert. Leider war ihnen das Wetter nicht hold. Hatte es sich noch den ganzen Tag halbwegs gehalten, setzte bald nach Konzertbeginn Regen ein, der viele Besucher vetrieb. Eine treue Schar Zuschauer (und wir natürlich auch) harrten tapfer aus und erlebten ein wirklich tolles Konzert. Das Repertoire von Dunkelschön ist ja ziemlich vielfältig, und so präsentierten sie auch an diesem Samstag Abend alles von rockigen Stücken über Balladen zu Markttraditionals. Es ist mir unverständlich, warum sich viele das wegen ein paar Regentropfen (na gut, zwischenzeitlich waren es vielleicht auch ein bisschen mehr als nur ein paar Tropfen :P) entgehen ließen.

Michael von Dunkelschön

Nach Dunkelschön machten wir uns dann auf den Heimweg und verpassten somit leider das Abschlusskonzert von Rapalje. Aber schließlich stand uns in diesem Jahr erstmals eine längere Rückfahrt bevor. Auf dem Weg runter vom Gelände bewunderten wir noch die nächtliche Beleuchtung, bei der man sich auf der Markt einmal wieder große Mühe gegeben hatte. Mit Kerzen erleuchtete Floße schwommen auf dem parkeigenen Teich, Bäume wurden angestrahlt und allerorten fand man Lichterketten, die für eine gemütliche Atmosphäre sorgten. 

 Beerenweine bei Nacht

Für uns war es ein sehr gelungener Auftakt. Ich freue mich schon sehr darauf, den Markt am kommenden Wochenende wieder zu besuchen. Dieses Mal - wenn alles klappt - sogar an zwei Tagen.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Kurs Nord: Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Rastede

Vom 14. bis zum 17. Mai verschlug es mich zum zweiten Mal in dieser Saison aufs MPS. Dieses Mal führte mich der Weg ziemlich weit nach Norden ins niedersächsische Rastede. Mehr als sechs Stunden Anfahrt hätte das für mich bedeutet, hätte ich nicht das Glück gehabt, am Vorabend bei einer Freundin auf halber Strecke schlafen zu können, um dann am Donnerstag gemeinsam weiter Richtung MPS zu fahren.

Angekommen in Rastede hieß es aber erst einmal, sich mental auf eine große Strapaze vorzubereiten: Die Campsite liegt dort nämlich leider mehrere Kilometer vom Bahnhof entfernt. Ich bereitet mich also schon einmal darauf vor, mit Zelt, Schlafsack, Luftmatraze, Gewandung, warmen Nachtklamotten und Verpfelgung für vier Tage den voraussichtlich mehr als einstündigen Marsch anzutreten. Puh. Doch an diesem Tage war mir das Glück hold: Nur wenige Minuten war ich gelaufen, als neben mir das Auto des Drachen daselbst, des MPS-Veranstalters Gisi, hielt. Er hatte Mitleid mit mir und fuhr mich tatsächlich mit seinem Auto bis zu Campsite. Ich war so froh! :D

Auf der Campsite wurde ich dann auch schon von einer früher angereisten Freundin erwartet, die mir einen Platz freigehalten hatte. Schnell das Zelt aufgebaut, in die Marktklamotten geschmissen, und auf ging es zum Gelände und ziemlich sofort auch zum ersten Konzert der großartigen Ye Banished Privateers! Die Band sollte das gesamte Wochenende prägen, denn trotz guter Vorsätze, uns allen Bands mit gleicher Aufmerksamkeit zu widmen, zog es uns immer wieder zu den Schweden. Bei einer Band, die regelmäßig auf der Bühne ihre Mitglieder auspeitscht, aufhängt, absticht oder ersäuft kommt eben nie Langeweile auf! :D
Absolutes Highlight des Wochenendes war auch die Spontanität, mit der die Band reagierte, als bei ihrem Nachtkonzert am Samstag plötzlich der Strom aussetzte. Statt zu warten, bis das wieder repariert wurde, begab sich das ganze Band an den äußersten Bühnenrand nach vorne, um dann Unplugged weiterzuspielen, nur beleuchtet von den Taschenlampen und Handys der Besucher. Die Stimmung war phänomenal und wir waren ganz vorne in der ersten Reihe mit dabei. Einfach klasse!


 Shameless Will von Ye Banished Privateers
Ein wenig zu kurz kamen deswegen unter anderem die ganz wundervollen Musiker von Versengold, das Knasterbart-Konzert Samstag Nacht verpassten wir gar ganz (Frevel!). Omnia, Celtica, Saor Patrol, Rapalje, Cultus Ferox und Mr. Hurley & die Pulveraffen schafften es aber glücklicherweise doch noch irgendwie in den Zeitplan, und der Samstag stand schließlich für mich ganz im Zeichen von The Dolmen, die ich einfach liebe. Besonders gefreut habe ich mich, als gleich zu Beginn mit "Dead Cats Don't Meow" mein Lieblingssong der Band gespielt wurde! An diesem Tag habe ich auch meine Dolmen-CD-Sammlung mit "Ballad of Cape Clear" um ein weiteres Album erweitert. Von der Komplettierung dieser Sammlung bin ich trotzdem noch meilenweit entfernt - schließlich hat die Band bereits um die 20 Alben veröffentlicht!



 Kayleigh Marchant von The Dolmen

Natürlich gab es aber auch an diesem Wochenende nicht nur Musik, sondern beispielsweise auch Sport anzuschauen. Zum Bruchenball waren einige Mannschaften sowie auch zwei Weibschaften angetreten, und alle lieferten sich spannende Spiele. Wenn es irgendwohin zum MPS verschlägt, der sollte wirklich einmal dem Bruchenballturnier beiwohnen, denn es ist jedes Mal ein großer Spaß zuzusehen. Zart besaiteten Menschen sei aber gesagt, dass es sich um einen eher ruppigen Sport handelt und durchaus schonmal jemand dabei verletzt wird.


 Waffenkontrolle beim Bruchenball

Seit langer Zeit zum ersten Mal schafften wir es in Rastede auch endlich einmal wieder, uns das große Ritterturnier von Ars Equitandi anzuschauen. Beliebt besonders bei Familien mit Kindern, lohnt es sich auch als Erwachsener Besucher ab und an einmal vorbeizuschauen. Eingebttet in eine Rahmengeschichte kann man hier Pferde und ihre Reiter in verschiedenen Turnierdisziplinen und auch Schwertkämpfer bewundern. Wenn es dunkel geworden ist, gibt es immer auch noch eine spezielle Show mit Feuer. Zu dieser haben wir es aber in Rastede nicht geschafft.



 Ritterturnier von Ars Equitandi

Wie immer einen Besuch wert waren auch die täglichen Markteröffnungen aka Bruder Rectus Morgenmesse. Neben einer witzigen Show gibt es da auch jedes Mal die Heerlager zu bestaunen, und in Rastede gab es davon eine ganze Menge. Natürlich wurde auch wieder der ein oder andere Grund zum Teeren und Federn von Teilnehmern und in einem Fall sogar einem Zuschauer gefunden und getreut dem diesjährigen Motto "Sei was du willst" mutierte auch schon mal Bruder Rectus zum Chef und der Tod zur Nonne.


Die Heerlager

Kulinarisch wurden wir an diesem Wochenende durch die Anwesenheit der Spätzleküche beglückt. So gab es an einem Tag Spätzle in Kräuterrahmsauce, während an einem anderen unbedingt die Spätzle in Hirschrahmsauce probiert werden musste. Ein köstlicher Schokobaumstriezel von Olis Striezeley sowie Dracheneier von der Süßen Bude ergänzten den Speiseplan ebenso wie eine mit Spinat und Feta gefüllte Grafenrolle von Wallners Steinofenbäckerei.

Einziger Wermutstropfen an diesem langen Wochenende: Das Wetter! Der Regen hielt sich zwar weitestgehend zurück, doch warm wurde es dafür auch nie wirklich. Nach zwei Nächten bei unter 5°C und einer, an der man beim Heimkommen von Eis auf der Zeltplane erwartet wurde, schien man so langsam die Bedeutung des Begriffs "Wärme" vergessen zu haben. Da war ich dann doch froh, als mich am Sonntag nach knapp 6 1/2 Stunden Heimfahrt ein wärmendes (und reinigendes - Haarewaschen unter kaltem Wasser fiel bei den Temperaturen ja weg) Bad, ein heißer Tee und ein kuscheliges Bett erwarteten. Anders als in einem der vergangenen Jahre ging das ganze dieses Mal für mich jedoch wenigstens ohne anschließende Nasennebenhöhlenentzündung ab. ^^

Das war es also, das zweite MPS der Saison. Momentan befinde ich mich in einer ziemlich langen Pause, doch im kommenden Monat geht es dann mit einem Tagesausflug nach Wassenberg weiter. The Dolmen und Omnia locken - das kann ich mir doch unmöglich entgehen lassen! :D

Montag, 18. Mai 2015

Sei watte wills - das Mittelalterlich Phantasie Specatculum in Dortmund

So, da bin ich nun tatsächlich schon vom zweiten MPS des Jahres zurück und habe es noch nicht einmal geschafft, meinen Bericht zum ersten zu schreiben. Das möchte ich jetzt endlich nachholen. Viel Spaß also mit meinem arg verspäteten Bericht zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund vom 30. April bis zum 3. Mai.

Los ging es etwas stressig tatsächlich erst am Donnerstag. Die um diese Zeit des Jahres natürlich noch etwas unerfreulichen Temperaturen hatten mich von einer Anreise einen Tag früher abgehalten. Ich zelte eindeutig lieber bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. :D

Also machte ich mich in aller Frühe mit Sack und Pack auf den Weg zum Fredenbaumpark Dortmund. Zum Glück klappte auch alles ohne bahnbedingte Zwischenfälle und ich konnte gegen Mittag mein Zelt aufstellen. Luxuriöserweise hatte mir eine Freundin, die bereits am Vortag angereist war, einen Platz freigehalten. Die Campsite war ansonsten für den ersten Veranstaltungstag schon ziemlich gut gefüllt. Noch schnell umgezogen, war ich bereit, mich für die nächsten vier Tage ins nicht ganz so authentische Mittelalter zu stürzen.

Zur Feier der neuen Saison schauten wir uns auch gleich mal die neue Markteröffnung (Bruder Rectus Morgenmesse) an - und waren so begeistert, dass wir auch an den folgenden Tagen meistens teilnahmen. Dabei gab es auch tatsächlich jeden Tag etwas neues zu sehen, denn zum Motto der diesjährigen MPS-Tour - "Sei was du willst", oder auf die Location in Dortmund angepasst auch "Sei watte wills" genannt - hatten sich die beteiligten wie Bruder Rectus, die Nonnen Kama und Sutra, der Tod mit seiner Sense Gisela, der hässliche Hans, Gawan und der Pisspage einiges einfallen lassen. Uns kamen manchmal fast die Tränen vor Lachen. Auch ohne Teeren und Federn ging das Wochenende natürlich (und zum Glück! ;) ) nicht ab.


Musikalisch wurde an den vier Tagen natürlich auch wieder einiges geboten. Ziemliches, oft begeistert angeschautes Highlight waren dabei die Schweden von Ye Banished Privateers. Wie eigentlich jedes Mal hatte die 29-köpfige Band, die immer "nur" mit ca. 10 Leuten anreist, wieder neue, uns noch unbekannte Gesichter dabei. Ich bin echt gespannt, ob wir irgendwann einmal alle Mitglieder gesehen haben werden. :D
Toll waren auch die Konzerte von Omnia und Knasterbart, die beide wie üblich nur jeweils ein Set spielten.
Alle anderen Bands (außer den Cobblestones, die wir aber nur ein paar Minuten spielen sahen), spielten mehrmals oder auch an mehreren Tagen und es gelang uns tatsächlich, sie uns alle mindestens einmal anzuschauen. An einem entspannten Nachmittag gab es Duivelspack und Saor Patrol. Ebenso entspannt ging es bei Rapalje zu, bei Cultus Ferox wurde es dafür merklich lauter. Von Celtica genossen wir ein wunderschönes Abendkonzert aus der ersten Reihe und Mr. Hurley & die Pulveraffen und Versengold kamen gleich mehrfach (wenn auch gefühlt nicht oft genug) zum Zug. Sogar einen Auftritt von Saltatio Mortis nahmen wir dieses Mal mit - etwas, das mir sonst wegen der Massen, die vor ihrer Bühne kampieren, meist zu stressig ist. :D

Ansonsten hielten wir uns an diesem Wochenende auffällig oft auf dem Kampfplatz auf. Eigentlich wollte ich gerne Fotos von Fictum, der tschechischen Fechtkampfgruppe machen. Daraus wurde leider nichts, dafür landeten wir an drei von vier Tagen beim Bruchenballturnier und hatten dabei riesigen Spaß. Auch hier griff das Motto "Sei was du willst", so dass die Hey Zwerge tatsächlich einmal als Gummibärenband antraten.

 
  Natürlich muss man an so einem langen Wochenende auch mal an das leibliche Wohl denken, und so war unser Entsetzen anfangs groß, als wir feststellen mussten: Unser erhoffter Lieblings-Essens-Stand, die Spätzleküche, war leider nicht anwesend. Verdammt. Doch im Nachhinein hatte das durchaus etwas Positives an sich, denn wir probierten dadurch endlich mal ein paar Sachen, die wir noch nie zuvor gegessen hatten. Wie den köstlichen überbackenen Camembert, das Chili sin Carne, den Zyklopenspieß oder den Schokobaumstriezel. Njamnjam. Verhungern wird beim MPS definitiv niemand. :D

Als es am Sonntag ans Abbauen ging, waren wir schon etwas traurig. Das erste MPS war wieder viel zu schnell vorbeigegangen. Sogar das Wetter war für diesen frühen Zeitpunkt im Jahr relativ gnädig gewesen und hatte uns nur mit wenig Regen und auch nicht mit übermäßig niedrigen Temperaturen gepiesackt. Doch zum Glück sollte es nur etwa drei Wochen später schon mit dem nächsten Termin weitergehen. Doch davon später mehr...

Freitag, 27. Februar 2015

Konzertbericht: Rapalje in Osnabrück

Hurra, die konzertfreie Pause, die bei mir seit Weihnachten geherrscht hat, hatte am vergangenen Freitag endlich ein Ende. An diesem Tag nämlich gaben sich Rapalje (wie eigentlich immer einmal im Jahr) die Ehre, die Osnabrücker Lagerhalle zu bespielen.

In weiser Voraussicht, dass es voll werden würde, waren wir rechtzeitig vor Einlass da. Dies stellte sich in mehrfacher Hinsicht als gute Entscheidung heraus. Zunächst einmal trafen wir so noch vor Einlass auf Morti von der Osnabrücker Mittelalterband Reliquiae, der uns für den kommenden Tag mit der Mission, Flyer bei einem anderen Konzert zu verteilen, betraute. Und dann bekamen wir bei Einlass auch genau den Platz in der Halle, auf den wir es abgesehen hatten: Außen rechts an der Wand, auf der ersten Stufe nach oben. Da sieht man gut und hat in der Regel seine Ruhe. Das sollte sich auch an diesem Tag wieder bewahrheiten.

Rapalje gliederten ihr Set wieder in zwei Teile mit einer Pause in der Mitte. Der erste Teil des Sets war von eher ruhigen Liedern geprägt, jedoch spielten sie dort auch schon die meisten Lieder, von denen wir so sehr hofften, dass sie sie spielen würden. Für mich besonders erfreulich waren "Caledonia", mein absoluter Rapalje-Lieblingssong, sowie "Wat zullen we drinken". Meine Begleitung erfreute sich sehr daran, das gleich zu Beginn "Hearts of Steel" gespielt wurde. Wir konnten also beide schon in der Mitte des Konzertes zufrieden sein. 

Doch auch die zweite Hälfte bot noch einmal gute Unterhaltung. Zunächst bewiesen Rapalje hier auch noch einmal eindrücklich, dass sie auch menschlich sehr sympathisch sind, als sie von der Bühne aus einer Besucherin, die sonst schon hätte gehen müssen, eine Mitfahrgelegenheit nach Hause organisierten.
Musikalisch gab es dann natürlich auch in der zweiten Halbzeit Celtic Folk vom feinsten, wobei dieser Teil mir lebhafter und tanzbarer vorkam. Klassiker wie "Are Ye Sleeping Maggie" oder "Raggle Taggle Gypsy" wurden ebenso gespielt wie das wunderschöne niederländische Stück "De stad Amsterdam", welches ich schon so lange nicht gehört hatte. Am Ende zog die Band dann wieder mitsamt ihren Instrumenten in den Vorraum, um dort das Publikum noch ein wenig weiter zu unterhalten.

Wir machten uns dann so langsam auf den Heimweg, bekamen den letzte Zug nach Hause jedoch ohne Hast und Eile. So ging ein schöner Konzertabend vorbei und mir wurde wieder einmal bewusst, wie sehr ich Rapalje als Liveband schätze. Ihre Konzerte sind für Fans keltischer Folkmusik und all jene, die einfach gerne zu guter Musik feiern und tanzen wollen, eine klare Empfehlung. Ich hoffe, man sieht sich auch im kommenden Jahr wieder zu einem netten Abend in der Lagerhalle!

Hörprobe:


Donnerstag, 4. Dezember 2014

Unterwegs auf dem Mittelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt Telgte

Alle Jahre wieder bedeuten die Adventswochenenden für mich eine für diese Zeit des Jahres sonst eher ungewöhnlich lange Zeit an der frischen Luft. Der Grund dafür? In Telgte findet der Mittelalterliche Lichter-Weihnachtsmarkt statt! 

Bis 2012 noch zum MPS gehörend, wird die Veranstaltung nun aber von Dito-Events durchgeführt. Die Veränderungen sind aber (zum Glück) nicht allzu gravierend, arbeitet man doch weiter eng zusammen. 

An diesem ersten Adventswochenende machte ich mich am Samstag mit einer Freundin auf den Weg in das bei Münster gelegene Örtchen Telgte. Pünktlich zum Weihnachtsmarkt war es kalt geworden, was aber nach jahrelangem Training und der systematischen Entwicklung des perfekten Zwiebel-Looks kein größeres Hindernis darstellte. 

Schwieriger war da schon die Anreise, denn die deutsche Bahn wollte an diesem Tag einmal so gar nicht wie wir. Gleich der erste Zug konnte mal eben mit einer Dreiviertelstunde Verspätung aufwarten, so dass die Route umgeplant werden musste. Im Anschlusszug wurde es dann jedoch erheblich besser und wir verbrachten einen Großteil der Fahrt mit einem Gespräch mit einer sehr netten Zugbegleiterin (jupp, das gibts tatsächlich!). Auch der Bus, der uns das letzte Stück von Münster nach Telgte befördern sollte, war ausnahmsweise einmal pünktlich (weswegen wir ihn fast verpasst hätten, haha).


Am frühen Nachmittag erreichten wir das Gelände pünktlich zum zweiten Auftritt von Rapalje. Die Stimmung vor uns auf der Bühne war ausgelassen und ich stellte einmal wieder fest, dass der celtic Folk der vier Niederländer bestens in die Weihnachtszeit passt. Besonders schön wirkte das ganze, weil man sich dieses Jahr auch so viel Mühe bei der Bühnengestaltung gegeben hatte. So stand an jeder Seite der Bühne ein hübsch dekorierter Weihnachtsbaum und auch an Lichterketten auf der Bühne wurde nicht gegeizt, was besonders im Dunkeln wunderschön anzuschauen war. 

Nach dem Konzert war endlich Zeit, den (im Verhältnis zum Sommer-MPS) kleinen aber feinen Mittelaltermarkt zu inspizieren. Dabei habe ich einmal wieder getrauert, dass mir stets das nötige Kleingeld fehlt. Sonst hätte ich mir sicher ein schönes Paar Stulpen oder ein wärmendes Tuch zum Umhängen gegönnt... *seufz*

Da war nun aber nichts zu machen, also stürzten wir uns lieber auf die kleinen, auch für uns erschwinglichen Freuden. Zum Mittagessen gab es eine deftige Ritterstange vom Brez'n Bäcker, zum wärmen im Anschluss noch eine warme Kokosmilch mit Kakao - lecker lecker!

Auch ist es für mich mittlerweile Tradition geworden, so ziemlich jeden Weihnachtsmarkt-Besuch in Telgte mit einem Ausflug zu einem der Mandelstände zu beenden. Dort gibt es einfach eine riesige Auswahl an Leckereien, die nur darauf warten, probiert zu werden. In dieser Woche fiel meine Wahl jedoch auf einen Klassiker, nämlich die Vanillemandeln. mal schauen, ob ich beim nächsten Mal wieder experimentierfreudiger sein werde. :)

Auch im Programm gab es aber natürlich noch einiges zu sehen. So schauten wir uns die Feuershow von Abraxas und Luna an. Es war wirklich schön, Abraxas nach dem schrecklichen Unfall im letzten Jahr wieder auf einer Bühne stehen zu sehen!

Sehr lustig war auch die Bescherung durch Nikolaus und Weihnachtsmann, die durch den Besuch von Rapalje eine ganz eigene niederländische Note bekam. Rapalje lassen es sich nämlich eigentlich nie nehmen, die Bescherung der kleinen und großen Kinder selbst in die Hand zu nehmen. Und wie sich das beim niederländischen Sinterklaas gehört, wurden zu diesem Zweck auch niederländische Lieder gesungen (vom Fanclub wurden in weiser Voraussicht Textblätter verteilt) und die Zwarten Pieten, die Gehilfen des Sinterklaas, mischten das Geschehen auf.

Mein persönliches Highlight aber war ein "Märchen", welches Rapalje auf der Bühne zum besten gaben. Ich konnte mich vor Lachen kaum noch einkriegen! :D Aber seht am besten selbst:

 
Ob ich es dieses Wochenende wieder nach Telgte schaffen werde, steht leider noch nicht ganz fest, aber spätestens am dritten Adventswochenende werde ich wieder mit dabei sein und natürlich auch hier berichten. Das wird ein Spaß, ich freue mich jetzt schon! :)

Sonntag, 12. Oktober 2014

Ja ist's schon wieder Saisonende? - Das MPS in Borken

Am 20. September machte ich mich ein letztes Mal in diesem Jahr auf den Weg zu einer Veranstaltung des MPS - des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums. Diesmal führte mich der Weg zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren wieder nach Borken.

Das MPS im Freizeitpark Pröbsting zählt zwar eigentlich zu den Terminen, bei denen meine Anreise gar nicht so lang ist - trotzdem hat es in den vergangenen Jahren nie sollen sein. 2010 bin ich zum ersten (und bis zu diesem jahr auch letzten) Mal da gewesen. Die Veranstaltung war zwar schön, doch erinnere ich mich heute am besten an die darauffolgende Nacht. Für meine Begleitung und mich war es damals das erste Mal, dass wir bei einem MPS gezeltet haben - und was waren wir unbedarft! Es war Mitte September und die Temperaturen fielen in der Nacht fast bis auf den Gefrierpunkt. Danach war ich erst einmal vom Camping im September geheilt :D
Dieses Jahr bot sich jedoch endlich einmal die Gelegenheit, der Veranstaltung ohne Übernachtung für einen Tagesausflug beizuwohnen.

Das Wetter war an jenem Septembertag sehr gnädig zu uns. Meine Jacke musste ich erst ziemlich spät in der Nacht beim Abschlusskonzert von Knasterbart anziehen. Aber bis dahin war es bei unserer Ankunft natürlich noch ein langer, erlebnisreicher Tag!

Ich muss zugeben, dass die Musik bis zum frühen Abend mal nicht unbedingt im Vordergrund stand. Die einzige Band, die ich mir da wirlich interessiert anschaute waren Versengold, die mich einfach jedes Mal wieder zu üerzeugen wissen. Ansonsten streiften wir mal hier, mal da vorbei, sahen ein wenig von der Kilkenny Band (und wussten da natürlich noch nicht, dass das auch die letzte Gelegenheit dazu sein sollte...), ein wenig Saltatio Mortis, ein wenig Mr. Hurley & die Pulveraffen.

Ansonsten vertrieben wir uns die Zeit eher mit anderen Dingen. So spielten wir zum Beispiel ziemlich viel Poi.
Konnte man Poi-Spieler zu Beginn meiner Mittelaltermarkt-Begeisterung in Deutschland noch eher selten antreffen, ist das mittlerweile ganz anders. Sobald wir irgendwo anfingen zu spielen, gesellten sich bald andere Spieler zu uns sowie auch Interessierte, die das gerne einmal ausprobieren wollten.

Als es Nachmittags zeitweise regnerisch wurde, machten wir uns langsam Gedanken über die Nahrungszufuhr. Dafür muss man wissen: Beim MPS hat man oft die Qual der Wahl, es gibt einfach zu viele Stände mit leckerem Essen. Dieses Mal stellte sich uns jedoch ein ganz ungewöhnliches Problem: All unsere Lieblingsessensstände waren nicht da! Viele von ihnen hätten wir vermutlich auf der am selben Wochenende stattfindenden Elf Fantasy Fair im niedertländischen Arcen entdecken können, aber da waren wir nunmal nicht. Dass sich diese beiden Events eigentlich jedes Jahr überschneiden ist übrigens eine wahre Schande - zu gerne möchte man sie eigentlich beide besuchen! =/
Eine Lösung für die Essensfrage fanden wir natürlich trotzdem: Es gab leckeres Stockbrot mit Schokolade, und später dann für mich noch eine Portion Dracheneier von der süßen Bude - beides super empfehlenswert! :)

Abends wurde es dann musikalisch richtig interessant für uns. Los ging es mit Omnia. Da es ja der letzte Termin der Saison war, entschieden wir uns, die Stunde Umbauzeit vor de, Set vor der Bühne zu verbringen, um vorne mit dabei zu sein. Die Stimmung da eben immer anders, als weiter hinten, wo die Leute stehen, die "nur mal schauen" wollen. Hinten ist dafpr natürlich die Bewegungsfreiheit größer, aber irgendwas ist halt immer. Überflüssig zu erwähnen, dass sich der Aufwand gelohnt hat!

Auch die nächste Umbaupause verbrachten wir vorne, denn im Anschluss spielten Faun auf der gleichen Bühne. Mit "Walpurgisnacht" und "Hymne der Nacht" spielte die Band zwei Stücke aus dem gerade erschienenen neuen Album "Luna", und beide wurden vom Publikum gut angenommen. Walpurgisnacht, zu dem die Band ja ein Video veröffentlicht hat (welches ich frevlerischer Weise noch gar nicht geteilt habe!), konnten viele auch schon mitsingen. Es war ein sehr schönes Faunkonzert (wobei eigentlich jedes Faun-Konzert sehr schön ist, hihi), aber ein bisschen wehmütig wurde man schon. Schließlich verabschiedet sich die Band nun in eine monatelange Konzertpause, bis sie im neuen Jahr mit "Luna" auf Tour gehen. Ich denke, da werden große Dinge auf uns zu kommen, auch wenn ich der Tour mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegensehe. Es steht für mich eigentlich fest, dass ich in Bielefeld und in Wuppertal dabei sein werde, und darauf freue ich mich natürlich. Was mich jedoch nicht freut ist das Wissen, dass ich nicht bei meiner Begleitung sitzen werde. Diese wird als Fotografin einen Platz vorne zugewiesen bekommen, während ich irgendwo ganz hinten aufschlagen werde, weil ich mir zweimal Tickets für die vorderen Plätze, die dieses Mal bis zu 50 Euro kosten werden, schlicht und ergreifend nicht leisten kann. So etwas kann die Vorfreude schon etwas trüben! :(

Hier nutze ich aber jetzt mal die Gelegenheit und teile das Walpurgisnacht-Video:



Aber nun zurück zum MPS, denn eine Sache stand nach Faun ja noch aus: Knasterbart! Eigentlich ist es sinnlos, große Worte zu dieser Band zu verlieren, man muss sie einfach erlebt haben, um zu begreifen, was da passiert. Es sei nur so viel verraten: Es gibt einen Grund dafür, dass ihre Konzerte selten vor Mitternacht überhaupt erst beginnen :D
Was ich vom Borkener Knasterbartkonzert nie, nie, nie vergessen werde (oder vielleicht besser: nie wieder werde vergessen können) ist der spontane Auftritt des - sagen wir mal diplomatisch - leicht angeheiterten William von Rapalje. Viele Leute fragen sich ja, was Schottenrockträger so unter ihren Röcken tragen. Ein ganzes Publikum kennt die Antwort nun, und viele hätten vermutlich lieber weiter in Ungewissheit gelebt - wir jedenfalls waren ganz froh, das Spektakel von etwas weiter hinten genießen zu dürfen ;)

Da man bei einem Knasterbart-Konzert nie so genau weiß, wann es endet und wir noch einen längeren Heimweg vor uns hatten, traten wir während der Zugabe den Rückzug an. Borken war wirklich ein würdiger Abschluss für die MPS-Saison 2014 und ich weiß jetzt schon, dass es mich schon bald wieder in den Fingern jucken wird und ich den Beginn der nächsten Saison, der dann noch in viel zu weiter Ferne liegen wird, sehnsüchtigst herbeisehnen werde. Schließlich gibt es nichts schöneres, als die Wochenenden zusammen mit Freunden draußen bei guter Musik und viel Spaß zu verbringen!

Freitag, 20. Juni 2014

Der erste Parteitag der Branntwein Volkspartei oder: MPS in Rastede, Tag 1

Am Donnerstag war es dann endlich so weit: Das MPS in Rastede 2014 begann! Wie schon am Tag zuvor begann auch dieser neue Tag, glücklicherweise etwas trockener, mit der Suche nach einem Bus. Zwischen der Campsite und dem Veranstaltungsgelände sollte es, wie bereits im Jahr zuvor, einen Shuttlebus geben. Kurz vorher wurde aber angekündigt, der Bus könne nun wohl doch nicht fahren, aber alle Aussagen widersprachen sich und die Gründe für den Ausfall kannte auch keiner. Nach einigen gezielten Nachfragen war schnell geklärt: Nein, kein Bus. Der direkte Weg zum Gelände, ein schlechter Privatweg, durfte in diesem Jahr nicht mehr befahren werden, ein anderer Weg war dem Bus wegen einer fehlenden Wendemöglichkeit nicht gegeben. Nun gut, was solls. Knapp 2 km zum Gelände sind gerade nach mehr als 12 Stunden Festival Nachts nicht erfreulich, aber doch machbar. Also stürzten wir uns zu Fuß ins Getümmel.

Musikalisch wurde an diesem Donnerstag auf dem MPS ein rieisges Programm aufgefahren. Wir begannen unseren Festivaltag mit den Niederländern von Rapalje. Die vier Herren kamen wie immer fröhlich-entspannt daher und bereiteten uns damit den perfekten Einstieg in ein langes Festivalwochenende.


Im Anschluss verweilten wir einfach gleich bei der Bühne und schauten uns Saor Patrol an. Wer die Schotten kennt, weiß, dass es dort weniger ruhig zur Sache geht. Die Dudelsäcke, das Schlagwerk und die E-Gitarre weckten uns endgültig aus der frühmittäglichen Lethargie - wer bei dieser Band still sitzen bleiben kann, muss wohl zu diesem seltsamen Menschenschlag gehören, der beim Klang von Dudelsäcken die Flucht ergreifen oder seine Ohren verstopfen möchte ;)


Weiter im Programm ging es ebenfalls recht schottisch mit Celtica, die dieses Jahr erstmalig auf dem MPS unterwegs sind, sich aber schon eine solide Fanbasis erspielt zu haben scheinen - und das zurecht! Die Mischung aus definitiv rockenden eigenen Stücken und Pipe and Drum Versionen bekannter Stücke anderen Künstler (U2 zum Beispiel) zündet einfach, das sollte man sich nicht entgehen lassen!


Wer jetzt annimmt, auf dem MPS kämen nur Musikfans auf ihre Kosten, der irrt natürlich. Vielmehr bietet die Veranstaltung auch alles, was ein wirklich guter Mittelaltermarkt nur bieten kann. Ritterturniere, Sport in Form von Bruchenball, kulinarische Genüsse, kampfvorführungen und vieles mehr. Seit vielen Jahren dabei ist zum Beispiel die tschechische Fechtkampftruppe Fictum, deren Vorführung auch immer mal wieder einen Besuch wert ist und besonders bei Familien mit Kindern extrem gut ankommt.


Da ich nun aber ein bekennender Musikfreak bin, tifft man mich trotzdem meistens vor einer der Bühnen an, wo einfach zu viel spannendes und wohlklingendes geboten wird. So führte mich mein Weg Nachmittags dann auch weiter zu Metusa, einer Band, die bei ihren Auftritten immer 100% gibt. Leider vermisse ich die Ende letzten Jahres ausgeschiedene Anja immer noch sehr bei den Liveauftritten - die Interaktion ziwschen ihr und Sänger Dominik bleibt einfach unersetzlich! Trotzdem bleibt die Band definitiv einen Besuch wert. Besonders spaßig für mich ist momentan ihre Performance von "Männer mit Bärten". Es hat sich nämlich zu einer Art Running Gag entwickelt, dass die Band das traditionelle Stück in immer anderem Gewand präsentiert - als Country Version oder auch auf die Melodie bekannter Stücke aus Pop-und Rock. In Rastede gab es so beispielsweise eine Version, die doch sehr stark an ein bekanntes Stück der Band Blur erinnerte.


Als nächstes gab es eine Band zu sehen, die ich vorher noch nie live gesehen hatte: die Dudelzwerge. Die Band bot das, was ich unter typischer Marktmusik verstehe, mit den Szeneklassikern, die man gleich am Anfang, wenn man sich mit der Szene beschäftigt, kennenlernt. Da sowas langsam auf dem MPS selten wird und die Songs alle gut gespielt waren, ist mir die Band durchaus positiv in Erinnerung geblieben. Auch die eigenen Songs der Band haben mir gut gefallen. Als Sängerin Emmi bei "Herr Mannelig" das Publikum durch die Aufforderung zum Mitsingen ein wenig Ärgern wollte, habe ich es ein wenig bereut, nicht vorne gestanden zu haben - dadurch, dass ich Schwedisch spreche, hätte ich dieser Bitte ja problemlos nachkommen können ;)


Im Anschluss daran machten wir uns daran, eine uns gut bekannte Band zu besuchen: Mr. Hurley & die Pulveraffen. Was soll ich sagen? Die Jungs sind einfach gut, wo die spielen kommt auch gute Laune auf, und so war es auch dieses Mal. Durch ausgiebiges Touren dürfte die Band den meisten ohnehin bekannt gewesen sein, entsprechend konnten auch alle bei Songs wie "Ach ja?!" fröhlich mitpöbeln und gröhlen, wie sich das für Piraten eben so gehört. Da in vermutlich nicht allzu neuer Zukunft neues Material der Band zu erwarten ist, wurden auch einige neue Songs präsentiert, die bisher noch auf keinem Album zu finden sind. Macht den Anschein, als käme da wieder Großes auf uns zu, denn Stücke wie "Urlaub" gehen richtig schön ins Ohr und danach nie wieder freiwillig raus aus eben jenem!


Aus dem gleichen Heimathafen wie die Pulveraffen kommt die Kilkennyband. Die drei Herren und eine Dame spielen Irish Folk und sind insgesamt durchaus sympathisch. Wer es also folkig, beschwingt und ohne Dudelsäcke mag, ist hier bestens aufgehoben.


Kommen wir nun aber zum wahren Höhepunkt des Tages: Dem ersten Parteitag der Branntwein Volkspartei! "Bitte was?" mögen sich jetzt viele fragen. Nun ja, große Ereignisse warfen an diesem Tag ihre Schatten voraus. Das Gossenpack von Knasterbart hatte zur Feier des einjährigen Bestehen und zum Albumrelease geladen und versprach, zur Feier des Tages auch gleich ein komplett neues Bühnenprogramm zu enthüllen. Den ganzen Tag wurden auf dem Gelände fleißig Plakate verteilt, und als die Sonne und die Kinderchen längst in ihren Betten verschwunden waren, war es tatsächlich so weit: Mit Branntweinfahnen schwingenden Gossengirls wurde das Knasterbart-Nachtkonzert eröffnet und die Frontmänner Hotze und Fips präsentierten das musikalische Parteiprogramm von den auf der Bühne aufgestellten Rednerpulten. Zahlreiche neue, noch nie live gespielte Tracks vom an diesem Tag erscheinenden ersten Album der Band wurden gespielt, ein neues Bandmitglied vorgestellt und die Tavernen auf dem MPS überboten sich gegenseitig mit kreativ dargebrachten, flüssigen Geschenken an die Bandmitglieder. Veranstalter Gisbert Hiller, genannt "Gisi", gewährte der vor der Bühne versammelten Meute sogar mehrere Zugaben, selbst auf die Gefahr hin, Ärger mit der Polizei zu bekommen (die Spielgenehmigung reichte eben irgendwie nicht bis zwei Uhr Nachts, gell).


Es war eine würdige Feier, und ausgelaugt, aber glücklich stolperten wir den unbeleuchteten Feldweg zu unseren Zelten zurück. So endete der erste Tag auf dem MPS in Rastede 2014.

Fortsetzung folgt!

Samstag, 10. Mai 2014

Das Konzertjahr 2014, Teil 1

An dieser Stelle möchte ich einen kleinen Rückblick geben auf die Konzerte, die ich dieses Jahres schon so besucht habe.
Eigentlichhatte ich das in einem Beitrag machen wollen, das war aber leider aufgrund der Menge der schon besuchten Veranstaltungen nicht möglich, ohne einen ellenlangen Text zu produzieren... Deswegen habe ich mich entschieden, das Ganze aufzuteilen. Hier nun erstmal Teil 1 :D

25. Januar: Cara, Lagerhalle Osnabrück

Eröffnen durfte den jährlichen Konzertreigen dieses Mal eine Band, die ich vorher noch nicht kannte. Cara kommen aus Deutschland, Irland und Schottland und spielen Irish Folk - und zwar richtig guten, wie ich an diesem Abend erfahren durfte. Das Konzert fand in der Lagerhalle in Osnabrück statt, in der zu diesem Zweck Stühle aufgestellt worden waren. Diese Stühle füllten sich auch sehr bald, wobei meine Begleitung und ich belustigt feststellten, dass wir den Altersdurchschnitt an diesem Abend wohl recht erheblich senkten. Als die Bandmitglieder vor dem Auftritt Flyer verteilten, wollten sie gar erst nicht glauben, dass wir wirklich zum Konzert wollten und uns keine geben ;)

Mit dem Konzert entführten Cara die Zuhörer dann in eine ganz eigene, keltische Welt. Tanzbare Stücke, bei denen man sich kaum ruhig auf den Stühlen halten konnte wechselten sich ab mit wunderschönen Balladen. Richtig lohnenswert war es auch, etwas genauer auf die Texte zu achten. Wer das beispielsweise bei "The Widow's Promise" beherzigte, der konnte sich bald kaum noch halten vor Lachen. Ein besonders schönes Detail fand ich ja auch, dass die Bandmitglieder sich zur Feier das Tages - der 25. Januar ist der Geburtstag des schottischen Dichters Robert Burns - Haggis-Broschen an die Kleidung gesteckt hatten. Sachen gibt's! :D

Nur so nebenbei: Als wir die Location schließlich glücklich und zufrieden verließen, gab es noch eine ganz besondere Seltenheit zu bestaunen: Schnee! An diesem Abend sah ich den einzigen Schnee in Deutschland im gesamten 'Winter' - aber nun zurück zum eigentlichen Thema ;)

Sollten Cara sich jedenfalls noch einmal in die Nähe verirren (was ich bei der Begeisterung des Publikums doch wohl schwer hoffen will), bin ich sicher wieder mit dabei. Und dieses Mal habe ich dann hoffentlich auch genug Geld dabei, um mir eine CD der wundervollen Truppe zuzulegen!

Kleine Soundprobe:


21. Februar: Rapalje, Lagerhalle Osnabrück

Und weiter geht es mit Celtic Folk, wieder in der Lagerhalle, dieses Mal jedoch nicht bestuhlt und aus den Niederlanden: Rapalje! Obwohl ich die Band als fleißiger MPS-Gänger natürlich schon seit Jahren kannte, hatte ich es bisher noch nie zu einem Clubkonzert der vier Schottenrockträger geschafft.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Wiederfinden der Lagerhalle (verdammt, ist Osnabrück eine verwinkelte Stadt!) suchten meine Begleitung und ich uns ein lauschiges Plätzchen in der Menge und dann ging es auch schon los. Dass die Stimmung in der Halle sofort super war, brauche ich eigentlich gar nicht zu erwähnen. Schließlich ist es sowas wie ein Naturgesetz, dass bei Rapalje-Auftritten die Laune sämtlicher Anwesenden sich unmittelbar zum Besten wendet. Da war auch dieser Abend keine Ausnahme. Auch die Setliste dürfte mit Hits wie "Caledonia", "Wat zullen we drinken" oder "Heart of Steele" wohl alle Fans glücklich gemacht haben. Im Anschluss an das reguläre Konzert gab es dann sogar noch eine Zugabe auf den Tischen im Vorraum der Lagerhalle. So sieht ein gelungener Konzertabend aus!

[Den folgenden Absatz können alle ignorieren, die nicht die drei nervtötenden Teenager sind, welche in der ersten Hälfte des Konzertes hinter uns standen: Es geschieht euch sowas von Recht, wenn meine Begleitung euch mit ihrer Anmerkung für den Abend die Laune verdorben hat. Sich mitten ins Publikum zu stellen, um dann während des kompletten Auftritts lauter als die Musik über die besten Haarfrisuren im Freundeskreis zu quatschen, geht einfach mal gar nicht. Solche Leute wie euch mag keiner. Punkt.

Und auch hier nochmal was zum Reinhören:


Montag, 5. Mai 2014

Unter Kelten und Piraten - Das MPS in Dortmund, Samstag

Wie angekündigt folgt hier nun mein Bericht von meinem zweiten Tag beim MPS in Dortmund.

Samstag, 03. Mai:

Mein Samstag auf dem MPS begann ungewöhnlich spät gegen 17 Uhr. Vorher hatte ich mich einfach nicht aus dem Urlaub verabschieden können und den Markt in Venlo besucht. Als ich dann endlich das Veranstaltungsgelände erreichte, begrüßte mich zunächst die Musik der Kilkenny Band. Obwohl ich mich eigentlich zunächst einmal auf die Suche nach meinen Freunden, die schon irgendwo auf dem Gelände herumliefen, machen wollte, blieb ich doch lieber eine Weile vor der Bühne und lauschte den Irish Folk-Klängen der Osnabrücker Band.
 Shawn von der Kilkenny Band

Danach nahm ich die Suche wieder auf. Sie stellte sich als ziemlich schwierig heraus, denn es war unheimlich voll auf dem Gelände, und das sogar ganz ohne die Publikumsmagnete von Saltatio Mortis, die bei diesem MPS nur am Mittwoch anwesend waren.
Nach etwa zwei Runden über das recht weitläufige Gelände fand ich meine Freunde dann endlich bei den Piraten von Vroudenspil (sprich: Freudenspiel). Zu reden blieb zunächst wenig Zeit, denn direkt im Anschluss hieß es: Schnell schnell, Bühnenwechsel, denn mit Elmsfeuer wartete eine weitere Piratenband, die angehört werden wollte. 

Danach war es endlich Zeit für Celtica. Die schottisch-amerikanisch-österreichische Combo spielt Pipes Rock und vertonen nebst eigener Lieder auch bekannte Songs aus Rock, Pop und Filmmusik mit viel Wumms und Dudelsack. Auch sie sind, wie schon die Ye Banished Privateers am Mittwoch, ein MPS-Neuzugang in diesem Jahr, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
Weil es so schön war, schauten wir uns Celtica natürlich später auch noch bei ihrem großen Nachtkonzert an.


Celtica | Pipes Rock!

Vorher gab es allerdings noch einen anderen absoluten Pflichtpunkt im Programm: Omnia! Die niederländischen Paganfolker zählen zu meinen absoluten Lieblingsbands und werden auch nach über 20 besuchten Konzerten nie langweilig.
Leider waren die Umstände in Dortmund für uns dieses Mal etwas widrig. Wie üblich peilten wir einen Platz in der ersten Reihe an, hatten aber wenig Glück und erwischten nur noch suboptimale Plätze vor der Treppe, die zentral auf die Bühne führt. Ich selbst hatte dann nachher noch das Pech, dass sich eine Fotografin vor mich stellte und die ganze Zeit dort stehen blieb (ich hatte irgendwie angenommen, dass sie sich nach einigen Liedern weiterbewegt. Irren ist bekanntlich menschlich ;) . Außerdem war es generell sehr voll, da der Platz vor der Bühne eigentlich etwas zu eng war für die Massen, die Omnia mittlerweile anlocken. Tanztechnisch musste man sich also etwas einschränken. Das tat der Stimmung trotzdem keinen Abbruch. Wie üblich bei Omnia verwandelte sich selbst der Soundcheck schon zum unterhaltsamen Erlebnis für das schon eine Stunde vor Beginn versammelte Publikum. In ihrem Set präsentierten Omnia dann eine schöne Mischung aus neuen und alten, ruhigen und tanzbaren Stücken. es war, wie üblich, ein sehr schöner Auftritt.


Steve von Omnia

Nach dem Celtica-Nachtkonzert entschlossen wir uns, das Gelände zu verlassen und uns auf den knapp einstündigen Heimweg zu machen. Als wir den Waldweg zum Parkplatz entlangliefen, begleitete uns aus dem Hintergrund noch das wunderschöne "Caledonia" von Rapalje. Ein perfekter Abschluss eines gelungenen MPS-Besuchs.