Wie schon erwähnt, war das Jahr 2021 veranstaltungstechnisch eher eine Art schwarzes Loch als alles andere. Dies änderte sich erst im Juli dank des Veranstalters des allseits bekannten Mittelalterlich Phantasie Spectaculum, dem es irgendwie am Ende doch noch gelungen war, ein Konzept zu entwickeln, welches von den Behörden während der Corona-Zeit abgenommen wurde - die Geburt das Hoch Rock.
Dafür ging es zurück auf ein Gelände, welches für die regulären MPS-Versnatltungen zu diesem Zeitpunkt bereits zu klein geworden war: nach Borken, an den Pröbstingsee. Mit stark limitierter Besucherzahl, Maskenpflicht und Kleingruppen-Bestuhlung an Bierzeltgarnituren hatte die Veranstaltung vom Ambiente natürlich nicht den üblichen phantastischen Charme eines MPS-Events, doch ich erinnere mich noch sehr genau, wie absolut glücklich es mich damals machte, endlich überhaupt einmal wieder raus zu dürfen und live Musik zu genießen!
Hinzu kam, dass das Line-Up einfach gewaltig war. Meine Freundin und ich entschieden uns damals für einen Besuch am ersten Veranstaltungstag, weil die Musikauswahl dort perfekt auf uns zugeschnitten war. Als es dann endlich so weit war und der Spaß losging, störte sich auch niemand mehr an dem eher unsommerlichen, kühl-nassen Wetter.
Eröffnet wurde das Festival von Shireen. Die niederländische Band, die ihre Musik selbst als Witchpop bezeichnet, war keine unbekannte für uns, hatte jedoch an diesem Tag das erste Mal die Ehre, sich dem deutschen MPS-Publikum vorzustellen. Mit ihrer ziemlich einzigartigen Musik und der wie gewohnt fesselnden Live-Performance brauchten sie auch nicht lange, auch dieses Publikum in ihren Bann zu ziehen.
Weiter ging es nach einer Umbaupause dann mit Faun, die wie immer einen absolut magischen Auftritt hinlegten. Für die Band war es damals selbst das erste Konzert nach neun Monaten Corona-Zwangspause, und für die Fans war es zudem die erste Möglichkeit überhaupt, Adaya, die der Band im Vorjahr beigetreten war, live auf einem Festival zu erleben. Da ist es doch kein Wunder, dass sowohl Band als auch Publikum mehr als enthusiastisch waren - doch obwohl es schwer fiel, die eigenen Beine zu bändigen, wurde sich an das Gebot gehalten, das Konzert nur im Sitzen zu genießen.
Headliner an diesem Abend waren dann zu guter Letzt Versengold. Auch ihnen merkte man an, wie viel Freude es ihnen machte, endlich wieder vor Publikum spielen zu dürfen, und die feierliche Stimmung übertrug sich auch auf das Publikum - vielleicht konnte man nicht tanzen, dafür aber umso lauter mitsingen!
Viel zu früh ging dann ein wunderschöner Abend auch schon wieder zu Ende. Leider erfuhren wir genau an diesem Tag auch, dass das ursprünglich zur Durchführung freigegebene Castlefest in den Niederlanden wegen neuer behördlicher Anordnungen kurzfristig abgesagt werden musste - ein trauriger Reminder, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch sehr weit von allem entfernt waren, was man als 'Normalität' hätte bezeichnen mögen.
Bestens ausgeschlafen machten wir uns am Freitag gegen Mittag wieder auf den Weg zum Veranstaltungsgelände. Der erste volle Castlefest-Tag stand an, und es standen so einige tolle Programmpunkte an!
Pyjama Party mit La Horde
Los ging es für uns um kurz nach 12 mit der mittlerweile schon fast traditionellen Pyjama Party von La Horde, die auch dieses Mal wieder ein großer Spaß wurde - Kissenschlacht und ausufernde Macarena-Tänze inklusive. In diesem Jahr hatten sich die Musiker von La Horde sogar eigene "Good Morning, Castlefest!"-T-Shirts drucken lassen, und wie immer verbreiteten sie mit ihrer manchmal augenzwinkernden Musik und den unterhaltsamen Ansagen gute Stimmung und sorgten für einen gelungenen musikalischen Auftakt des Tages.
Der Wickerman
Im Anschluss wurde es dann erstmal Zeit für einen kompletten Rundgang über das Gelände sowie natürlich für einen Besuch beim Wickerman, um unsere Opfer darzubringen. Der Wicker kam 2019 als majestätischer Wolf daher, der einerseits für individuelle Stärke, andererseits aber auch für die Bedeutung der Gruppe stand. Ganz davon abgesehen, dass Wölfe zu meinen Lieblingstieren gehören, war auch mein Opfer in diesem Jahr ein für mich persönlich sehr bedeutsames, weswegen mir dieser Wickerman wohl noch lange in besonderer Erinnerung bleiben wird...
Monique von Cesair
Den Nachmittag über ließen wir uns dann mal hierhin, mal dorthin treiben. Wir statteten dem PaganFolk Panel mit unter anderem Waldkauz einen kurzen Besuch ab, wechselten dann aber zur ForestStage, um noch ein wenig das Konzert von Cesair zu genießen.
Christopher & Maria von u.a. Euzen im Q&A-Panel
Danach ging es zurück zur CastlefestAcademy mit dem unterhaltsamen Q&A mit Maria und Christopher von Songleikr, Euzen und Heilung, bei dem sich ulkigerweise auch Gitarrist Harald bei den Fragenden einreihte, um nach dem Verbleib der Autoschlüssel zu fragen. Im Anschluss blieb noch Zeit zum Essen sowie für einen Besuch bei The Sidh, welche die Forest Stage einmal wieder von vorne bis hinten zum Tanzen brachten.
Hein von Shireen
Als es langsam dunkel wurde, stand dann das erste von zwei tollen und von mir heiß erwarteten Konzerten an. Auf der gemütlich gelegenen Meadow Stage gaben sich Shireen die Ehre und lieferten einen wirklich beeindruckenden Auftritt ab. Die ohnehin schon beeindruckenden Songs von "Matriarch", dem ersten und bisher einzigen Album des Band, entfalten live tatsächlich noch einmal eine ganz andere Dynamik und Intensität - ein Bühnenerlebnis, welches man sich nicht entgehenlassen sollte! Umso bedauerlicher, dass wir nicht ganz bis zum Ende bleiben konnten, weil wir in dem Dilemma steckten, auch beim letzten Konzert des Abends gerne noch einen guten Platz zu ergattern.
Euzen rocken die Forest Stage
So machten wir uns zu den letzten Tönen von Shireen auf den doch recht langen Weg zur ForestStage, wo wir pünktlich für den Beginn des letzten Konzerts des Tages eintrafen. Auf der Bühne standen Euzen, deren Auftritt ebenso wie die Lichtshow mal wieder eine totale Wucht war! Sängerin Maria, diesmal im militärisch angehauchten Outfit, schafft es einfach wie keine Zweite, die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln - ihre Stimmgewalt und Bühnenpräsenz waren auch bei disem Konzert wieder beeindruckend.
So ging dann auch dieser erste Festivaltag gefühlt viel zu schnell zu Neige und mit dem Samstag stand schon der wohl wichtigste und am besten besuchte Tag des Castlefests vor der Tür. Doch davon natürlich mehr im nächsten Post...
Wie zu jedem Jahreswechsel, möchte ich auch dieses Mal wieder (wenn auch leider verdammt spät) meinen kleinen musikalischen Rückblick in das vergangene Jahr machen. Auch 2017 sind wieder einige beachtenswerte Alben erschienen, die ich an dieser Stelle noch einmal kurz würdigen möchte. Rezensionen folgen wie immer, wenn und falls ich Lust und Muße habe und werden gegebenenfalls dann auch gleich verlinkt.
Meine Alben des Jahres 2017, wie immer alphabetisch und nicht irgendeinem Rang folgend:
* Ja, ich weiß, dass dieses Album streng genommen schon 2016 erschienen ist. Da sich mir aber erst letztes Jahr die Möglichkeit bot, es zu erwerben und anzuhören, musste ich es also mit in dieses Jahr tragen.
Kein Folk, aber trotzdem keinesfalls zu vergessen:
Irgendwie haben mich momentan die Schreibfaulheit und eine hartnäckige Erkältung voll im Griff. Darum hinke ich nun irgendwie richtig massiv hinterher mit den Dingen, über die ich eigentlich noch so hatte schreiben wollen. Zeit, der liegen gebliebenen Arbeit den Kampf anzusagen!
Kurz vor Weihnachten (ich sagte ja, es ist massiv) ergab sich relativ spontan ein Tagesausflug zum Winter Castlefest. Eigentlich ist der Weg ins niederländische Lisse ja ein bisschen weit für einen solchen spontan-Tagestrip, aber das Line Up war so gut, dass wir diesen Umstand gekonnt ignorierten und am Samstag einfach fuhren. Und was für ein Glück, dass wir das getan haben!
Ein bisschen merkwürdig war es schon, das uns in den mittlerweile recht zahlreichen Jahren, die wir das sommerliche Castlefest schon besuchen so vertraute Gelände plötzlich im tiefsten Winter wiederzusehen. Doch das Glücksgefühl ließ trotz leichten Nebels nicht lange auf sich warten, denn die Castlefest-Stimmung war zweifelsohne da.
Wir erreichten das Festivalgelände ziemlich pünktlich zu Beginn des ersten Konzertes. Dieses wurde von Sowulo im warmen Zelt gegeben. Die Konzerte sollten sich fortan den ganzen Tag ziemlich nahtlos auf jener Bühne im Zelt und einer kleinen Freiluft-Bühne abwechseln. Während dieses ersten Konzerts fiel es mir noch ziemlich schwer, mich auf das Geschehen auf der Bühne zu konzentrieren, sodass ich Sowulo irgendwie eher gehört als gesehen habe. Doch da war eben noch zu viel Neues um mich herum, Eindrücke wollten gesammelt werden und das Zelt in Augenschein genommen werden. Trotzdem habe ich das Konzert von Sowulo als sehr schön in Erinnerung, die Band heizte dem Publikum ordentlich ein und präsentierte dabei auch gleich das eine oder andere neue Stück. Schließlich hatten sie sich das Winter Castlefest zum Release-Termin ihres neuen, zweiten Albums "Sol" auserkoren, welches gleich nach dem Konzert Einlass in meine Musiksammlung fand.
Die kurze Konzertpause nach dem Auftritt von Sowulo nutzten wir, um uns den Rest des Geländes ein erstes Mal näher anzusehen. Ein erster Rundgang war relativ schnell bewerkstelligt, umfasst das Areal doch nur einen Bruchteil der Fläche des großen Castlefests im August.
Im Anschluss konnten wir uns dann wieder im Zelt aufwärmen und dabei die Klänge von Shireen genießen. Auch die spielten einiges bisher unveröffentlichtes Material, welches große Lust auf das in Arbeit befindliche erste Album der Band machte.
Ohne Pause ging es nach dem Auftritt von Shireen draußen mit Virelai weiter, die wir natürlich nicht verpassen wollten. Es war schon eine ganze Weile her, dass man die Band auf einem Castlefest erleben durfte und sie waren von uns schmerzlich vermisst worden. Hier bot sich auch die erste tolle Gelegenheit zu tanzen, wie man eben nur auf einem Festival wie dem Castlefest tanzen kann. Angeführt von Sängerin Mia tanzten wir gefühlt eine Viertelstunde in großen Kreisen und Schleifen über das Gelände. Anstrengend, aber auch superspaßig!
Virelai
Wieder ohne Pause fingen im Zelt Seed mit ihrem Set an, bei denen wir aber leider eine Auszeit nehmen mussten. Irgendwann muss man nunmal auch grundlegende menschliche Bedürfnisse befriedigen, und schon am frühen Nachmittag vor Hunger umfallen wäre doch irgendwie dumm gewesen ;) Während Seed also im Zelt sicher einen tollen Auftritt hinlegten (ich habe keinen Grund daran zu zweifeln, durfte ich mich von den Live-Qualitäten der Band doch zuletzt wenige Monate zuvor auf dem Sommer Castlefest überzeugen), begaben wir uns zum Frying Dutchman.
Danach ging es dann aber mit voller Energie weiter, als auf der Außenbühne Asynje spielten. Wenn es eine Band gibt, deren Abwesenheit beim Castlefest mich in den vergangenen Jahren richtig, richtig hart getroffen hat, dann war es die von Asynje. Denn diese Band passt einfach zu diesem Festival, als wären sie füreinander geschaffen worden. Insbesondere den Song "Viking Party Polka" verbinde ich so stark mit dem Castlefest und er weckt jedesmal so schöne Erinnerungen, dass ich am liebsten sofort anfangen würde, durch den Raum zu tanzen, wenn ich ihn höre. Notfalls auch durchs Zugabteil, wenn ich ihn eben unterwegs höre. :P
Jedenfalls wurde natürlich auch dieses Asynje-Konzert ein absolutes Highlight des Tages, zumal Sängerin Nanna in einer ganz - nennen wir es mal "speziellen" - Laune war und so abging, dass selbst ihre Bandkollegen aufrichtig erstaunt wirkten.
Asynje
Das anschließende Konzert von The Dolmen sahen wir auch nicht ganz komplett, denn es wurde Zeit, dem Auto einen Besuch abzustatten um die mittlerweile gesammelten Einkäufe zu verstauen. Zu der Sowulo-CD hatten sich nämlich in der Zwischenzeit noch CDs von Trolska Polska, Asynje und The Dolmen sowie ein Castlefest-Geburtstagskalender gesellt. Die Bands hatten sich wahrlich nicht lumpen lassen, was neue Veröffentlichung pünktlich zum Winter Castlefest anging! Das Finale des Konzerts bekamen wir zum Glück aber doch noch mit, und es ließ mich ein wenig bedauern, den Rest verpasst zu haben. Aber so ist das nunmal, wenn es den ganzen Tag quasi keine Pausen im Line-Up gibt, und wir hatten wirklich lange überlegt, welche Auftritte wir "opfern" würden und uns mit Seed und The Dolmen schweren Herzens für die beiden entschieden, die wir schon im August gesehen hatten.
Mittlerweile war es draußen vollständig dunkel geworden. Als letzte Band auf der Außenbühne spielten Trolska Polska ihre einzigartigen Trollklänge. Die Dänen hatten sich dabei gleich ganz kompromisslos entschieden, ihr ebenfalls gerade erschienenes zweites Album "Untold Tales" komplett vorzustellen und gar keine alten Stücke zu spielen. Das Konzept ging auf, Band und Publikum hatten sichtlich Spaß beim imitieren von Trolltänzen- und Geräuschen.
Die gute Stimmung wurde dann gleich weiter ins Zelt getragen, wo Rastaban ihren Auftritt hatten. Die Belgier bewiesen wieder einmal, dass sie eine super Liveband sind, und brachten das Publikum ordentlich zum tanzen. Ich freute mich an diesem Tag bereits darauf, dass ich die Band keine zwei Wochen später bei ihrem ersten Deutschland-Konzert auf dem Mittelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund würde wiedersehen dürfen.
Nach dem Konzert gab es dann tatsächlich mal eine Spielpause, die wir für einen weiteren Besuch beim Frying Dutchman nutzen (ist sehr lecker da, aber das kulinarische Angebot war bedauerlicherweise auch wirklich etwas arg klein, sodass sich die Alternativen in Grenzen hielten). Danach suchten wir uns einen Platz für das Yule-Ritual.
Dieses wurde 2016 von Taloch Jameson, dem Sänger von The Dolmen geleitet, der auch in seiner englischen Heimat in derartigen Zeremonien aktiv ist und das Ritual zu einem ganz besonderen, unvergesslichen Erlebnis machte. Ganz dicht bei uns stand eine Gruppe junger Leute, die ziemlich negativ auffielen, weil sie das Ganze offensichtlich für einen dummen Scherz hielten. Kaum hatte Taloch jedoch mit der Zeremonie begonnen, wurden auch sie ganz still. Jeder lauschte seinen Worten, die - obwohl nicht laut - im ganzen Publikum verstanden werden konnten. Wie beeindruckend es schließlich war, als plötzlich die ganze versammelte Menschenmenge schwieg. Und was für eine Kraft sie dann entwickelte, als alle gemeinsam anhoben zu summen und schließlich zu rufen! Das waren wirklich ein paar magische Minuten für alle Versammelten.
Leider blieb nicht viel Zeit, um ganz in Ruhe den Gedanken und Gefühlen nachzuhängen, die eine solche Zeremonie in einem auslöst, folgte doch sogleich das letzte Konzert des Festivaltages. Dieses wurde von den wunderbaren Euzen gespielt. Wie üblich klebten meine (und sicherlich nicht nur meine) Augen förmlich das ganze Konzert über auf Sängerin Maria, die einfach eine sagenhafte Ausstrahlung und Bühnenpräsenz besitzt. Das großartige Outfit, dass sie trug (entworfen von Annicke, der Sängerin von Shireen) fing ebenfalls die Blicke der Leute ein.
Es wurde ein wundervoller Ausklang für einen durch und durch schönen Festivaltag. Die Musik von Euzen lud zum tanzen und singen und sich einfach nur wohlfühlen ein. Viel zu schnell ging der Auftritt dann auch seinem Ende entgegen und es wurde Zeit, sich zu verabschieden von diesem wundervollen Ort mit all seinen wundervollen Menschen.
Wir sehen uns im August, liebes Castlefest. Und vielleicht sehen wir uns dann ja auch nochmal im Dezember. Und ganz vielleicht dann auch nicht nur für einen Tag. Mal schauen, was die Zeit für Möglichkeiten eröffnet! ♥
Nun dann, es wird Zeit, die Castlefest-Berichterstattung endlich zu einem Ende zu bringen. Da dies das einzige Festival ist, bei dem Shopping traditionell dazugehört, weil es einfach so viele schöne Dinge gibt, die man sonst nirgendwo findet, möchte ich hier einfach kurz die "Ausbeute" präsentieren. Die fiel in diesem Jahr recht schmuck-lastig aus:
Das Armband auf der linken Seite stammt von Gnoom Artful Things, die wunderschönen, naturnahen Schmuck handfertigen und bei denen ich mich Jahr für Jahr mit tollen, neuen Sachen eindecken könnte.
Die Kette in der Mitte stammt von The Gift Of Magic, einem Stand, der mir in diesem Jahr zum ersten Mal aufgefallen ist.
Die beiden Anhänger auf der rechten Seite - Mond und keltischer Lebensbaum - stammen von einem Stand, der eigentlich auf Dreadlock - und Bartperlen spezialisiert war, etwas versteckt jedoch auch ganz tollen Schmuck dabei hatte.
Doch auch ein paar andere Sachen kamen noch mit nach Hause:
Das Pyrolsysis-Shirt (unten rechts) habe ich ja bereits erwähnt. Ich finde das Logo der Band einfach großartig! :D
Mit dem Bild (links) habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Schon seit Jahren habe ich mir ein Bild von Yperman Fantasy Paints gewünscht, und dieses Jahr habe ich mich endlich für eines entschieden. Es hat zwar nur Postkartengröße, aber wer die Wände meines Zimmers kennt, weiß: für viel mehr wäre hier eh kein Platz mehr gewesen! :P
Musik gab es für uns dieses Jahr relativ wenig, nur die EP von Shireen sowie eine One Track-Single von Sowulo, die leider gar nicht auf dem Festival gespielt haben. Zu der Sowulo-Single gibt es übrigens auch ein sehr sehenswertes Video, das ich hier einfach mal einfügen möchte:
Das war es dann für dieses Jahr wirklich in Sachen Castlefest. Ich freue mich dennoch jetzt schon wieder aufs nächste Mal! ♥
Ehe wir uns versahen, war es dann auch schon soweit: Sonntag. Der letzte Tag. Abschied vom Castlefest für ein ganzes, langes Jahr. Und dieser Abschiedstag fing auch noch damit an, dass wir beim Eintreffen auf dem Gelände mal wieder später dran waren, als wir vorgehabt hatten. Und das Cuélebre, die wir uns hatten ansehen wollen, gleichzeitig ein paar Minuten früher fertig waren, als sie es laut Plan hätten sein sollen. Dumm gelaufen, das Ganze. :D
Was uns erwartet hätte, wären wir ausnahmsweise mal pünktlich gewesen... ^^
Zu Shireen schafften wir es dann jedoch pünktlich. Letztes Mal hatten sie zu den Bands gezählt, die zu sehen wir zeitlich nicht geschafft hatten, doch in diesem Jahr schauten wir uns dafür ein ganzes Konzert von ihnen an. Es war ein Konzert, das irgendwie von Lied zu Lied besser zu werden schien und für uns beide mit dem Kauf der EP der Band endete.
Shireen
Im Anschluss blieb noch kurz Zeit, sich eine weitere, uns bisher unbekannte Band anzusehen: PerKelt. Obwohl die Band durchaus zu gefallen wusste, blieb uns leider keine Zeit, den ganzen Auftritt zu verfolgen. Schließlich gab es noch so viel zu tun! Den Sonntag hatten wir uns als Einkaufstag ausgesucht, und so mussten noch einige Besorgungen gemacht werden. Der "Ausbeute" des diesjährigen Castlefests werde ich mich aber auch noch in einem eigenen, kleinen Post widmen. ;)
Außerdem ist der Sonntag natürlich der Tag, an dem die letzten Münzen, die man auf dem Gelände zum Kaufen von Essen & Getränken benötigt, ausgegeben werden müssen. Also verbrachten wir relativ viel Zeit mit der Nahrungssuche und schlossen den Tag kulinarisch mit einem schon mehr oder weniger zur Tradition gewordenen Früchtebecher ab. Dafür suchten wir uns ein lauschiges Plätzchen hinter der Asche des WickerDragon bekamen so auch noch fast das ganze Konzert von Feuerschwanz mit. Eigentlich hatten wir uns zu dieser Zeit schon längst auf dem Rückweg befinden wollen, aber beim Castlefest ändern sich solche Pläne recht schnell schon einmal aus einer entspannten Laune heraus. Im Endeffekt sahen wir sogar noch den alljährlichen Abschluss, bei dem Veranstalter & Helfer in Obstkostümen von der Bühne ins Publikum springen. Ein sehr vergnüglicher Anblick! :D
Dann hieß es aber wirklich Abschied nehmen. Ein letztes Mal gingen wir den liebevoll dekorierten Weg vom Gelände nach draußen entlang, der in diesem Jahr so faszinierend von Alice im Wunderland inspiriert war und machten uns auf den Heimweg. So ging unser fünftes Castlefest zu Ende.
Die Unterkunft fürs nächste Jahr ist bereits gebucht. Wir kommen wieder, um alle zusammen an diesem schönen Ort Lughnasad zu feiern. ♥
Die alljährliche Castlefest-bedingte Tiefenentspannung hatte bei der Festivaleröffnung am Freitag eindeutig bereits eingesetzt. Darum schafften wir es auch nicht gleich zu Einlass um 11 Uhr auf das Gelände, da das unser gemütliches Frühstück beeinträchtigt hätte. :D
Trotzdem kamen wir immernoch früh genug an, um einen kleinen Ausflug zu Hats 'n Dreads zu machen, bevor die ersten geplanten musikalischen Punkte auf unserem Programm standen. Dieser Stand ist einfach jedes Jahr ein muss, denn dort kann man wunderbare Wooldreads in allen Farben und Längen bekommen und bei Bedarf auch gleich einsetzen lassen. Ich habe dieses Jahr nur einige neue Dreads mitgenommen, keine einsetzen lassen, aber die Vorteile des Einsetzen Lassens sind wirklich nicht zu verachten. Ich selber bekomme die Dinger nie so nah an meinen Haaransatz und sie halten auch nicht so bombenfest wie wenn es professionell gemacht wird. :D
Musikalisch begann der Tag für mich dann um 12 Uhr Mittags mit Irfan. Die Bulgarier sind oft und gerne gesehene Gäste auf dem Castlefest, und in diesem Jahr hatten sie neben dem lange angekündigten neuen Album "The Eternal Return" auch ihre neue Sängerin Darina Zlatkova mit dabei. Ich habe Irfan auf diesem Castlefest zum dritten Mal gesehen, und jedes Mal hatten sie eine andere Sängerin dabei. Faszinierenderweise waren sie alle auf ihre Art und Weise gut, und das galt auch in diesem Jahr wieder, überzeugte Darina doch mit ihrer vollen Stimme, die wunderbar zum atmosphärischen Sound der Band passt.
Ivaylo von Irfan
Im Anschluss an Irfan hatten wir uns eigentlich die Dänen von Trolska Polska ansehen wollen, doch daraus sollten an diesem Freitag nichts werden. Die Band hatte irgendwelche technischen Probleme und nachdem eine gefühlte Ewigkeit nichts passiert war, entschieden wir uns um und wechselten zur Folk Stage, auf der die Belgier von Rastaban ihr erstes Konzert des Festivals gaben.
Rastaban gehören zu den Stammbands des Castlefests, bisher waren sie in allen vier Jahren, an denen wir das Festival besuchten, zu Gast und verbreiteten mit ihrem Tribal Folk gute Stimmung. Das mit der guten Stimmung war auch in diesem Jahr nicht anders. Die Leute tanzten und die Bandkollegen von La Horde feuerten aus dem Publikum nochmal zusätzlich an.
Marine von Rastaban
Genau wie Irfan hatten auch Rastaban neue Musik mitgebracht, ihr zweites Album "Arise", welches mein erster Musikeinkauf an diesem Wochenende wurde. Ich werde es irgendwann später vorstellen, wenn ich endlich mal mit der Musik-Bestenliste aus dem vergangenen Jahr durch bin. :P
Ohne Pause ging es im Programm für uns weiter. Auf der Village Stage spielten Cesair ihr erstes Set, und das wollten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen. Als erste Band des Tages, die wir uns anschauten, hatten Cesair kein neues Album dabei. Als Kompromiss hätte es da eine überarbeitete Variante des ersten Albums gegeben, aber lassen wir das...
Cesair präsentierten jedenfalls Songs ihres großartigen einzigen Albums, aber auch neue Stücke, die richtig große Lust auf einen Nachfolger machten. Auch live gefällt mir die Band von Jahr zu Jahr besser, da ist mittlerweile richtig viel Energie auf der Bühne (wobei ich aber anmerken möchte, dass die Band auch schon am Anfang keine schlechte Liveband war!).
Fieke von Cesair
Nach dem Auftritt von Cesair gab es endlich eine kleine Programmpause für uns. Wir blieben, wo wir waren, besorgten uns etwas zu Essen (Gefülltes Brot mit Käse, köstlich!) und machten es uns auf dem Gras gemütlich. Und auf dem Gras war es so gemütlich, dass wir irgendwie den Anfang von Folk Noir verpassten. :D
Und jetzt muss es leider raus: Folk Noir, auf die ich mich sehr gefreut hatte, wurden für mich die musikalische Enttäuschung des diesjährigen Castlefests. Die Band, in der auch Oliver und Stephan von Faun spielen, hatte sich nach dem Ausstieg von Kaat Geevers eine neue Sängerin zugelegt. Das fand ich schade, weil ich Kaat mag, aber es kam wenig überraschend. Ihren Platz nahm Livy Pear ein, die auch sehr sympathisch rüberkam und eine wirklich sehr gute Stimme vorzuweisen hat.
Livy Pear von Folk Noir
Wo dann also das Problem war? Das Problem lag darin, dass diese neuen Folk Noir musikalisch nicht mehr viel mit dem zu tun hatten, was Folk Noir vorher ausgemacht hat. Ruhige, oftmals leicht düster angehauchte Folkklänge nämlich. Was da aus den Boxen kam, war sehr gitarrenlastig und irritierend laut für mich und es hat - schlicht und ergreifend - so gar nicht mehr meinen Geschmack getroffen. Was man mir wohl auch angesehen hat... ^^
Weiter ging es dann mit La Horde - eine Band die man sich, sollte sich die Chance bieten, nicht entgehen lassen sollte. Wo La Horde sind, tobt die Party. Die Folk Party, versteht sich. Manchmal mit einem gewissen Hauch Neunzigerjahre Eurodance. Klingt abgedreht? Ist es auch, aber so verdammt gut. :D
Eigentlich auf dem Weg zur Hauptbühne blieben wir im Anschluss noch kurz bei Shireen auf der Folkstage hängen. Dort begegneten uns Thomas und Sophie wieder, die wir zuvor schon auf der Bühne mit Cesair bewundern durften. Im Gegensatz zu diesen waren mit Shireen vorher jedoch (außer dem Namen nach) unbekannt. Was es hier zu hören gab und was die Band auf ihrem facebook-Profil als Witchpop bezeichnet, konnte aber durchaus punkten, wenn wir auch leider nur kurz bleiben konnten.
Annicke von Shireen
Denn mittlerweile war es schon früher Abend geworden und zwei Highlights warteten auf uns, die wir auf keinen Fall verpassen wollten. Doch davon mehr in meinem nächsten Post...