Freitag, 18. Januar 2019

CD-Vorstellung: Jensen & Daubenspeck - Global Game

Wieder einmal durfte ich mich für jarwinbenadar - die übrigens seit Kurzem in ganz neuem Glanz erstrahlen - als Rezensent betätigen. Nachdem ich in den vergangenen Jahren bereits die beiden EPs "Silent Travelling" sowie "Life Songs" besprechen durfte, hatte ich nun die Möglichkeit, das Album "Global Game" des norwegisch-deutschen Singer-Songwriter-Duos Jensen & Daubenspeck unter die Lupe zu nehmen. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr hier nachlesen:


Eine kleine Kostprobe findet ihr ansonsten auch im offiziellen Video zum Titeltrack des Albums:



Mir war es jedenfalls eine große Freude, dieses Werk besprechen zu dürfen. :)

Castlefest 2018: die Impressionen

Ich werde nie müde zu betonen, dass das Castlefest weitaus mehr ist als nur ein Musikfestival mit richtig gutem Line-Up. Es ist ein kunterbunter Treffpunkt für die unterschiedlichsten Menschen: Neuheiden jeglicher Facon, Hippies, Cosplayer, Nerds, Steampunk-Fans - sie alle und noch viele mehr kommen hier Jahr für Jahr zusammen, um ein langes Wochenende voller Frieden, Spaß und toller Momente zu erleben. Das war auch 2018 wieder uneingeschränkt der Fall. Darum möchte ich hier, zum Abschluss meiner kleinen, alljährlichen Castlefest-Retrospektive, auch noch einmal auf all die nicht-musikalischen Highlights des Festivals eingehen.


Allem voran wäre da natürlich die Verbrennung des Wickermans zu nennen. Diese bezeichnet in jedem Jahr den wohl unbestrittenen Höhepunkt des Festivals. Dieses Mal stellte die Weidenfigur einen Schamanen (Pathfinder) dar, es ging also um Anleitung bei der Suche nach dem eigenen Weg. Dabei stand die Durchführung des Rituals in diesem Jahr sehr lange auf Messers Schneide. Aufgrund der extremen Hitze dieses Sommers herrschte auch in den Niederlanden höchste Waldbrandgefahr. Durch den enthusiastischen Einsatz der anwesenden Feuerwehrkräfte, denen man ihre ernsthaften Bemühungen sehr anmerkte und die den ganzen Tag das Gelände weiträumig um den Verbrennungsplatz wässerten, konnte die Zeremonie dann aber zum Glück doch stattfinden. Sie wurde dieses Mal sogar noch größer begangen als in den Jahren zuvor, ein unheimlich beeindruckendes und erhebendes Erlebnis. Wer den Ablauf selbst einmal verfolgen oder aber wie ich gerne noch einmal in Erinnerungen schwelgen möchte, für den wurde das Ganze zum Glück auch wieder filmisch festgehalten:


Auch abgesehen von diesem großen Ritual ließ sich überall auf dem Gelände Spannendes entdecken. Immer einen Besuch wert war wie in jedem Jahr das Lager der Heidense Bende. An anderere Stelle als zuvor, aber weiterhin ein Ruhepol, wenn einem der Trubel anderswo mal zu viel wurde, konnte man dort die verschiedensten Dinge erleben: Von Trommelkreisen über das gemeinsame Basteln von Opfern für das Wicker-Ritual bis hin zu Massagen oder Gesichtsbemalungen - bei der Heidense Bende ist immer etwas los.

Trommelkreis im Lager der Heidense Bende

Eine eher neue Entwicklung auf dem Castlefest war 2018 der Ausbau verschiedenster Interview-Panels, wie man sie von Conventions kennt. Trotz der enormen Hitze in dem Zelt, wo diese stattfanden, kamen sie sichtlich gut an und auch wir ließen es uns nicht nehmen, uns das Q&A-Panel mit Faun anzusehen. Es wurde ein sehr vergnügliches Interview mit ganz neuen Einblicken in das Entstehen der Band und die Abläufe bei Major-Plattenfirmen.

Faun im Q&A Panel

Und selbst für den zugegebenermaßen wirklich langen Zugangsweg zum Gelände hatte sich die Castlefest-Crew auch in diesem Jahr wieder einiges Neues ausgedacht. So verkürzten Schilder mit Witzen und Scherzfragen den auf Einlass wartenden die Zeit, es gab einen Speed-Dating-Baum sowie eine Lobes- und eine Klagemauer, an der die Besucher mit Edding ihre Eindrücke hinterlassen konnten.

Lobesmauer

Kurzum: auch in 2018, bei meinem nunmehr bereits siebten Besuch, war das Castlefest für mich wieder das schönste Festival des Jahres. Hier stimmt einfach alles, vom Ambiente über das Programm bis hin zum Essen und Shopping. Ein offeneres, friedlicheres und bunteres Festival habe ich bisher noch nirgendwo gefunden. Das Motto - "Where fantasy becomes your reality" - ist hier wirklich Programm. Die Unterkunft für die nächste Auflage ist natürlich schon gebucht! ♥


Zum Abschluss: die Shopping-Ausbeute dieses Jahres, unzählige neue CDs nicht mitgezählt. Die kleine Katze in der zuckersüßen Verpackung stammt von Loeff Bureau Creative, die Kettenanhänger aus dem allerletzten Ausverkauf der wunderbaren Schmucklinie von Gnoom.

Samstag, 15. Dezember 2018

Castlefest 2018: Die Musik

In den kommenden drei Tagen des Festivals erwartete uns wieder eine ganze Menge an großartiger Musik. Vertraute Namen waren ebenso vertreten wie uns noch unbekannte Bands und Künstler. Hier möchte ich nun einmal auf die (in meinen Augen) musikalischen Highlights eingehen. Da es viele gab, wird das wohl ein etwas längerer Beitrag, aber die Musik ist schließlich keine Nebensache bei einem Festival wie dem Castlefest, auch wenn insbesondere diese Veranstaltung natürlich noch so viel mehr bietet! ♥

Leider habe ich in diesem Jahr nicht so furchtbar viele eigene Fotos gemacht, die Hitze und der Staub haben mir da dann doch etwas die Lust genommen. Aber da ich mit diesem Beitrag nun eh so spät dran bin, sind mittlerweile schon einige der offiziellen Live-Videos vom Festival online. Und um sich ein Bild zu machen, sind diese doch wohl auch ganz schön, will ich meinen. 

Nun aber zu meinen Castlefest-Höhepunkten 2018:

Fiona:


Das erste persönliche Highlight dieses Castlefests erwartete uns bereits am frühen Freitag Abend. Fiona, vielen als Mitglied der Pagan Folk Band Faun bekannt, gab ihr allererstes Solokonzert. Bereits im vergangenen Jahr war ihr Album "Of Rivers And Tides" erschienen, auf dem sie sich ganz ihrer Leidenschaft für das Pianospiel widmet. Dieses brachte sie nun auf der gemütlichen Meadow Stage auf die Bühne, und es wurde ein wunderschönes Debüt. Während des ganzen Konzerts sah man ihr die Freude am Spiel an und die mal verträumten, mal verspielten Stücke übertrugen ihre Stimmung auch auf das neugierige und offene Publikum. Musikalisch gab es auch noch tatkräftige Unterstützung illustrer Gäste wie beispielsweise Maya Fridman am Cello sowie Nina von Waldkauz an der Flöte. 

Eivør:

Auch die Headlinerin am Freitag erwies sich als ein absoluter Höhepunkt des Festivals. Eivør Pálsdóttir von den Färöer Inseln verzauberte das Publikum mit einer Mischung aus experimenteller nordischer Folk- und Popmusik sowie ihrer einzigartigen, fast schon archaisch anmutenden Gesangstechnik ins Stücken wie "Trøllabundin". Ein fesselndes Konzerterlebnis von einer durch und durch sympathisch wirkenden Sängerin.


Waldkauz:

Seit wir auf die immer noch recht junge, deutsche Pagan Folk Band Waldkauz aufmerksam geworden sind - und das müsste etwas vor vier Jahren gewesen sein - haben meine Freundin und ich uns gewünscht, sie einmal auf dem Castlefest erleben zu dürfen. Diese Band passt dort einfach perfekt hin, dachten wir, und eine persönliche Verbindung zu dem Festival haben sie auch noch. Und in diesem Jahr wurden unsere Wünsche nun endlich erhört. Waldkauz durften das Castlefest am Sonntag auf der Meadow Stage musikalisch abschließen. Leider gab es im Vorfeld ein paar Unklarheiten, ob auch nicht-Camper das Konzert besuchen dürfen. Anscheinend durften sie, wir jedenfalls waren ohne Campingticket dabei, aber der Zulauf wäre ohne diese Unklarheiten vermutlich doch noch etwas größer gewesen. Trotzdem wurde es ein sehr gelungener Festival-Einstand für die Band, mit super Stimmung vor und auf der Bühne. Einer Wiederholung dürfte da doch eigentlich nichts mehr im Weg stehen, oder?

Faun:

Ich denke, hier muss ich nicht viel schreiben. Meine Lieblingsband auf meinem Lieblingsfestival, diekt nach dem Wicker-Ritual. Ach ja: und wir fast schon zufällig immerhin in der zweiten Reihe vor der Bühne. Ein sehr, sehr schöner Abschluss für den Festivalsamstag!

The Sidh:

Meine Überraschung des diesjährigen Castlefests. Dudelsäcke und fast schon technoartige elektronische Beats, kann das? Und wie das kann! Die Band rockte unheimlich, das Publikum tanzte ekstatisch. Gerüchten zufolge war das Merch so schnell ausverkauft, dass bereits kurz nach Beginn des Festivals einer nach Italien zurückfliegen und Nachschub holen musste. Ein wirklich passender Act für den traditionellen Fruit Salad am Sonntag Nachmittag!


Kaunan:

Nordic Folk wie man ihn sich schöner nicht wünschen kann. Macht mir jedes Mal wieder gute Laune und lädt durchaus zum Tanzen ein.

Emian:

Mit Emian und dem Castlefest haben sich zwei Dinge gefunden, die einfach perfekt zusammenpassen. Wer die Stimmung sucht, die mich dieses Festival so lieben lassen, der muss nur einmal ein Konzert dieser italienischen Pagan Folker besuchen und die ausgelassene Stimmung vor und auf der Bühne betrachten.


Brisinga:

Eine weitere neue Band für mich auf diesem Castlefest. Da haben wir uns am Sonntag sogar mal bei unserem sonst zeitlich etwas ausschweifenden Frühstück zusammengerissen, um den Anfang nicht zu verpassen. Die jungen Frauen wussten dann mit ihrer sehr eigenständigen Folkmusik bei Songs wie "Sinä ja minä" auch durchaus das Interesse der Zuhörer zu wecken. Man darf sicher gespannt sein, was von ihnen in der Zukunft noch so zu hören sein wird.

Irfan:

Die bulgarische Band ist für mich seit meinem ersten Castlefest-Besuch untrennbar mit diesem Festival verbunden, und die meditativen Klänge passen dort auch einfach ganz wunderbar hin. Musik zum Träumen und Entspannen auf dem wohl ohnehin schon entspanntesten Festival der Welt.


Árstíðir:


Die Band mit dem für den Großteil der Menschheit unaussprechlichen Namen spielt genau die Art von Pop, wie man ihn irgendwie nur in Island hinbekommt. Durch und durch ruhig und entspannt kann man sich in diesen Klängen ganz leicht verlieren.

PerKelt:

PerKelt beschreiben ihre Musik selbst als Pagan Speed Folk und gehen live wirklich ab wie Schmitz Katze, hatten aber auch ihre ebenfalls sehr ansprechenden ruhigen Momente. Gute Stimmung war bei dieser Musik jedenfalls vorprogrammiert!


Sowulo:

Nordisch inspirierter Pagan Folk ohne Gesang. Ein Konzert, welchem wir wegen der zeitweise fast schon erbarmungslosen Hitze dieses Jahr von einem Schattenplatz ohne Blick auf die Bühne gelauscht haben und welches trotzdem ein Genuss war. 

Sunfire:

Die neue Band von Ex-Omnia Gitarristen Satria Karsono und der musikalischen Tausendsasserin Sophie Zaaijer zählte für mich zu den wohl ungewöhnlichsten Beiträgen des diesjährigen Castlefests. Musikalisch und optisch wurde man hier quasi in einen Saloon im wilden Westen versetzt. So etwas hat die Szene meines Wissens nach wirklich auch noch nicht erlebt!


Leider war es uns auch in diesem Jahr unmöglich, alle Bands zu sehen, sodass ebenfalls großartige Bands wie The Dolmen, Seed und The Moon and The Nightspirit diesmal weitestgehend auf der Strecke blieben. Das Line-Up war eben wieder einmal so gut, dass man sich am liebsten jede Band einmal angesehen hätte, was jedoch rein zeitlich nicht machbar war. Ein Luxusproblem, welches ich so auch von keinem anderen Festival kenne.

Da das Castlefest jedoch noch sehr viel mehr zu bieten hat als das Musikprogramm, möchte ich mich im letzten noch folgenden Teil meines Rückblicks noch mit dem Drumherum, dem Ambiente und dem nicht-musikalischen Programm beschäftigen. Doch dazu dann später mehr.

Dienstag, 11. Dezember 2018

Es geht los: Castlefest 2018, Anreise & Openingsconcert

Wenn mich jemand fragt, was ich am 1. Augustwochenende mache, dann kann ich seit nunmehr sieben Jahren immer die gleiche Antwort geben. Dieses Wochenende ist nämlich stets reserviert für das beste Festival der Welt, das Castlefest im niederländischen Lisse. Und so machten meine Freundin und ich uns natürlich auch in diesem Jahr am Donnerstag voller Vorfreude auf den Weg. Dieses Mal reisten wir jedoch mit einem leicht bangen Gefühl an, denn bei der Buchung unseres Stamm-B&Bs hatte es ein Problem gegeben. Was genau das bedeuten würde, das sollten wir dann vor Ort erfahren...

Die Anreise verlief problemlos, das Wetter war wie in diesem ganzen verrückten Sommer hervorragend, und auch das Buchungsproblem wurde geklärt - wenn auch etwas unkonventionell. Da unser Zimmer wegen eines Missverständnisses schon belegt war, wurden wir kurzerhand bei der Herbergsbesitzerin Zuhause im Gästezimmer einquartiert. Statt getrennter Zimmer und eigener Betten hatten wir nun ein Doppelbett und die Gesellschaft der freundlichen Hausherrin sowie ihrer Freundin, die sich gerade besuchte. Alles etwas ungewohnt, aber im Großen und Ganzen kein wirkliches Problem.

So machten wir uns dann irgendwann in aller Ruhe auf den Weg zum Festivalgelände, besorgten uns unsere Einlassbändchen und Essensmünzen und inspizierten schon ein wenig das Gelände. Da uns das musikalische Programm des Openingsconcerts in diesem Jahr jedoch nicht so sehr interessierte, entschieden wir uns nach dem Essen noch für einen Abstecher ans Meer.

Und was für eine Idee das war! Wir erlebten einen traumhaften Sonnenuntergang am Meer und einige wirklich magische Momente, als der Boden unter unseren nassen Füßen plötzlich zu leuchten anfing. Wir waren, wie uns ein freundlicher Spaziergänger erklärte, wohl auf eine Art fluoreszierende Algen gestoßen. Es war einfach wunderschön!

Premiere: ein Foto von mir auf meinem Blog. Weil ich es so 
schön finde, und weil man mich eh nicht erkennt :P

Als wir uns vom Meer lösen konnten, war es schon längst dunkel geworden und wir gingen bald zu Bett. Schließlich standen uns drei aufregende uns anstrengende Festivaltage bevor!

Filmvorstellung: Muse - Drones World Tour

Ich bin kein regelmäßiger Kinogänger, und so musste 2018 auch erst mehr als das halbe Jahr vergehen, bis es mich zum ersten Mal in einen Kinosaal zog. Anlass war die Ausstrahlung des Konzertfilmes "Drones World Tour" von Muse am 12. Juli. 

Nach Rammstein hatte nun also auch die britische Rockband Muse ihre Live Performance festgehalten und in Form eines Kinofilms festgehalten. Eine schöne Möglichkeit für alle, die dabei waren, sich noch einmal zurückzuerinnern. Aber auch für Leute wie mich, die so einen Einblick in die Bühnenshow der Band bekommen. Und was soll ich sagen: ich für meinen Teil war ziemlich beeindruckt von dem, was Muse da auf die Beine gestellt hatten! 

Der Sound im Kino ließ wenig zu wünschen übrig, auch die Lautstärke war angemessen. Doch richtig faszinierend waren die Bilder, die das Konzerterlebnis vor den Augen entstehen ließen. Was Muse den Besuchern auf der Drones World Tour 2015/16 darboten, war offensichtlich lange kein schnödes Rockkonzert mehr, sondern ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk - und dieses ließ sich auch ganz hervorragend für die große Kinoleinwand festhalten.

In eineinhalb Stunden gab es einen guten Querschnitt durch das langjährige und vielseitige Schaffen der Band zu hören, verschiedene Kameras hielten das Geschehen aus den unterschiedlichsten Winkeln fest und ließen die Show so plastisch vor den Augen der Kinobesucher entstehen. Gelegentliche Schwenks ins Publikum vermittelten auch einen guten Einblick in die offensichtlich großartige Stimmung bei den Auftritten.

Als ich nach Ende der Vorführung das Kino verließ, hatte ich jedenfalls plötzlich unbändige Lust, mal wieder ein Muse-Konzert zu besuchen. Und ich wette, dass es nicht nur mir so ging, denn aus zahlreichen Autos tönten beim Verlassen des Parkplatzes die vertrauten Klänge des einen oder anderen Stücks der Band. Da kann man nur sagen: Ziel erreicht, setzen, sehr gut!


Samstag, 17. November 2018

Auf in neue Welten: El Mundo Fantasia in Landgraaf

Am 7. und 8. Juli verwandelte sich der Freizeitpark Mondo Verde im niederländischen Landgraaf bereits zum dritten Mal in eine andere Welt als es wieder hieß: El Mundo Fantasia. Zwei Tage lang füllte sich die weitläufige Parkanlage mit allerlei buntem Volk. Disney-Prinzessinnen trafen dort auf Hogwarts-Schüler und Steampunk-Anhänger schritten mit Wikingern einher. Kurzum: sämtliche vorstellbare Fantasiewelten hielten Einzug und machten einen Ausflug in die Gärten der Welt zu einem wahrlich außergewöhnlichen Erlebnis.

In Deutschland gibt es derlei Events meines Wissens nach bisher nicht, und so musste man als Interessierter bisher weit fahren um ähnliche Veranstaltungen wie die Elf Fantasy Fair zu erleben. Da ist es doch schön, dass man nun versucht, mit El Mundo Fantasia ein weiteres Fantasy-Spektakel dieser Art gleich hinter der niederländisch-deutschen Grenze bei Aachen zu etablieren. Und in diesem Jahr hatte ich auch endlich die Möglichkeit, mir besagte Veranstaltung einmal anzuschauen.

Welten treffen aufeinander bei El Mundo Fantasia

Am Tag meines Besuches, dem Samstag, war der Park bei bestem Wetter gut gefüllt, wirkte durch seine Weitläufigkeit jedoch zum Glück selten überlaufen. Zahlreiche Besucher waren in aufwendigen und kreativen Kostümen erschienen, die sie nur zu gerne zur Schau stellten. Für Fotografen bot die Parklandschaft dabei natürlich zahlreiche tolle Kulissen, sodass man aller Orten auf kleine Shootings mit den Kostümierten stoßen konnte.

Die Dino-Apokalypse ist hier

Ein Rahmenprogramm gab es natürlich auch. So spielte unter anderem die junge niederländische Folkband Pyrolysis, die auch schon bei großen Szenefestivals wie dem Castlefest zu überzeugen wussten sowie Pyrates!, eine der renommiertesten Piratenbands, die derzeit auf den Bühnen der Welt unterwegs sind. [Für alle Außenstehenden, die sich nun wundern: ja, es gibt eine nennenswerte Szene für Piratenmusik ;)]. Außerden gab es Kostümpremierungen und überall immer wieder kleine Vorführungen von Besuchern und Ausstellern.

Trommlercorps geht auch in cool

Natürlich konnte man auch gerne sein Geld auf dem Magical Market loswerden. Dort boten die verschiedentsen Aussteller ihre Waren an. Von der Runen-Halskette bis zu Harry Potters Butterbier war auch hier für jeden Geschmack etwas dabei. So kam an diesem Tag dank des tollen Loeff Bureau Creative nach ach so vielen Jahren dann doch endlich noch die Eule mit dem lang ersehnten Brief aus Hogwarts zu mir: :P

After all this time...

Und dann sollte man natürlich nicht vergessen, das schon Mondo Verde an sich ein sehr lohnendes Ausflugsziel ist. Wem der Rummel im Zentrum der Veranstaltung zu viel wurde, konnte sich auch jederzeit in die etwas abseits gelegenen Teile des Parks zurückziehen und dort die Gartenlandschaften sowie die Tiergehege besuchen.

Ich jedenfalls hatte einen sehr schönen Tag beim El Mundo Fantasia. Die Veranstaltung hat durchaus noch Wachstumspotenzial und scheint auch nach drei Jahren noch eher ein Geheimtipp zu sein - inesbondere in Deutschland. Es wäre zu wünschen, dass sich das noch ändert und sich so in Landgraaf ein wahres Fantasy-Spektakel etablieren kann. So eine kreative Veranstaltung können wir hier wirklich gut gebrauchen. ♥

Samstag, 3. November 2018

Auf den Spuren der Nibelungen - Städtetrip nach Worms

Sogar ein kleiner Kurzurlaub war bei mir in diesem Jahr mal wieder drin. Zusammen mit meiner Mutter ging es ins Rheinland-Pfälzische Worms. Schon die Anfahrt mit der Bahn machte Lust auf diesen Urlaub, verlief die Bahnstrecke doch zu weiten Teilen äußerst malerisch am Rhein entlang. Egal wann und wo man aus dem Fenster blickte, die nächste Burg war nie weit. Perfekt für mich als bekennender Mittelalter-Fan!

Angekommen in Worms ging es dann erstmal auf die Suche nach unserem Hotel. Dabei hat es uns für unseren Aufenthalt in das Hotel Boos verschlagen, was sich als ganz vorzügliche Wahl herausstellte. Die Lage war perfekt, weder weit entfernt von Bahnhof, noch von der Innenstadt. Außerdem stellte sich das Hotel als etwas ganz Besonderes heraus. Es handelt sich nämlich um ein Themenhotel, welches sich ganz einem der Themen in Worms schlechthin gewidmet hat - den Nibelungen. Dieses sagenumwobene Geschlecht aus der bekannten Sage begegnet einen in diesem Hotel an allen Stellen. Buntglasfenster erzählen Episoden aus der Sage und im Speisesaal gibt es gar ein unheimlich liebevoll gestaltetes, kleines Nibelungenmuseum. Auch der unheimlich freundliche Inhaber des Hotels erzählt einem gerne die eine oder andere Anekdote. Und wenn man ganz viel Glück hat und eine aufmerksame Elfe ist, dann überreicht einem der Zwergenkönig Alberich höchstpersönlich vielleicht sogar ein kleines Stück Gold aus dem sagenumwobenen Nibelungenhort. ;)

Anfahrt und Hotelsuche verliefen jedenfalls so reibungslos, dass uns im Anschluss noch Zeit blieb für eine erste kurze Besichtigung der Stadt, die wir dann in den nächsten anderthalb Tagen fortsetzten. Es stellte sich bald heraus, dass Worms für jemanden wie mich, der sich für Geschichte interessiert, ein sehr lohnenswertes Ausflugsziel ist. Themen, die einem dabei immer wieder begegnen, sind das Mittelalter, die Nibelungen sowie Martin Luther, was mich als gebürtige Wittenbergerin natürlich auch interessiert. Auch die lange jüdische Geschichte der Stadt ist Aufmerksamkeit wert und ein Besuch des alten jüdischen Friedhofs "Heiliger Sand" kann ich jedem Touristen nur empfehlen. Es handelt sich hierbei um einen wirklich faszinierenden Ort der wirkt wie von der Zeit vergessen. Doch Achtung: Männer dürfen den Ort nur mit einer Kopfbedeckung betreten, was man im Vorfeld wissen sollte!

Blick auf den Dom

Berühmt ist die Stadt unter Anderem auch für ihren romanischen Dom, der neben den Domen von Speyer und Mainz zu den drei rheinischen Kaiserdomen zählt und den wir natürlich auch von allen Seiten, von außen und von innen besichtigten. Drinnen gab es allerhand über die lange und bewegte Geschichte des Gotteshauses zu lernen, aber besonders aufgefallen ist mir dabei ein ziemlich modernes Detail über dem Domportal. Wenn man ganz genau hinsieht, kann man dort zwischen all den kirchentypischen Heiligendarstellungen nämlich ein ziemlich ungewöhnliches Gesichtchen entdecken - das eines Dackels. Dieser wurde erst im 20. Jahrhundert dort angebracht, und es gibt auch eine außergewöhnliche Hintergrundgeschichte dazu. Der Dackel gehörte nämlich dem Dombaumeister, der in den 20er Jahren an dem alten Gemäuer arbeitete. Der treue Hund biss seinem auf einem Gerüst arbeitenden Herrchen damals ins Bein und zwang ihn so, einen Schritt zur Seite zu gehen. Damit rettete er ihm das Leben, als wenige Sekunden später ein Stein auf die Stelle hinunterfiel, wo der Baumeister zuvor noch gestanden hatte. Da ist es doch wahrlich kein Wunder, dass dem Dackel im Anschluss ein solches Denkmal gesetzt wurde!

Auch die Geschichte der Reformation in Deutschland ist eng mit der Geschichte von Worms verbunden. Immerhin wurde hier 1521 der berühmte Reichstag abgehalten, an dessen Ende die Ächtung Martin Luthers stand, nachdem dieser sich geweigert hatte, seine Ansichten zu widerrufen. Folglich begegnen einem auch heute noch die Spuren Luthers allerorts in Worms, unter Anderem in Form eines gewaltigen Denkmals.

Luther-Denkmal

Und dann wären da natürlich noch die Nibelungen. So ist Worms ja bekannt für seine Nibelungen-Festspiele und hat dem deutschen Nationalepos sogar ein ganzes Museum gewidmet - seit der Schließung des Nibelungenmuseums in Xanten das einzige Museum, welches sich ganz dem dramatischen Stoff widmet. Ein Besuch durfte da natürlich nicht fehlen. Das Museum liegt architektonisch spannend in einem Teil der historischen Stadtmauer, was natürlich einiges zur passenden Stimmung beiträgt. Außerdem fällt es aus dem Rahmen eines gewöhnlichen Museums, weil es quasi über keinerlei Exponate verfügt. Wer das Museum besuchen möchte, sollte dennoch einiges an Zeit mitbringen, denn das Museum hat es sich zum Ziel gesetzt, seinen Besuchern die Nibelungensage zu erzählen. Mit Audioguide macht man sich auf den Weg und hat gleich zu Beginn die Qual der Wahl: möchte man das Museum im Zeichen von Wagners "Ring der Nibelungen" besichtigen oder doch lieber dem ursprünglichen Sagenstoff näherkommen, indem man sich mit dem unbekannten Dichter auf Spurensuche begibt?

Wir entschieden uns an jenem Tag für den ursprünglichen Sagenstoff und lernten so beim Aufstieg auf den so genannten "Sehturm" allerhand über das Nibelungenlied, seinen unbekannten Erschaffer sowie die Zeit seiner Entstehung. Allein dieser Teil nimmt, wenn man sich wirklich alles anhören möchte, etwas zwei Stunden in Anspruch. Im "Hörturm" kann man sogar mehr Zeit verbringen, denn dort kann man sich auf hölzernen Thronen niederlassen und ganze Passagen des Nibelungenliedes hören. Besonders spannend dabei fand ich, dass die Texte auch im mittelalterlichen Deutsch vorgelesen wurde. Außerdem gab es auch hier wieder eine Menge an interessanten Informationen zum Sagenstoff sowie seiner Rezeption beispielsweise in der nordischen Literatur dea Mittelalters.

Blick auf das Nibelungenmuseum von oben

Irgendwann ist bei so viel Input aber die Grenze dessen, was man bei einem Besuch aufnehmen kann, erreicht, sodass wir uns gar nicht mehr alles anhörten. Hätten wir die Zeit gehabt, hätte ich das Museum gerne ein zweites Mal besucht und so all die Eindrücke aufgeteilt, aber das war ja nun leider nicht möglich.

Doch natürlich bietet Worms nicht nur Geschichte und Kultur, und auch wir haben uns durchaus auch mit anderen Dingen beschäftigt. So lässt es sich in der munteren Innenstadt ganz wunderbar shoppen und Eis essen, und auch ein Besuch in einem der zahlreichen schönen Restaurants direkt am Rhein durfte nicht fehlen.

Mir hat unser Kurztrip nach Worms jedenfalls sehr gut gefallen. Die Stadt hat einiges zu bieten und man kann sich dort als Tourist mit Interesse an Geschichte und Kultur problemlos mehrere Tage beschäftigen. Hinzu kommt, dass die Stadt eine angenehme Größe hat, wir konnten alle unsere Ziele fußläufig von unserem Hotel aus erreichen. Für mich war das ein sehr gelungener Urlaub.