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Sonntag, 26. April 2020

Große Rituale und kleine Enttäuschungen: Der Samstag auf dem Castlefest

Mal wieder fast einen Monat kein neuer Beitrag von mir. Und das, obwohl ich doch sogar einen neuen PC habe und endlich wieder vernünftig arbeiten kann. Faulheit war es aber auch nicht wirklich, vielmehr macht mir die aktuelle Situation ziemlich zu schaffen und ich habe es noch nicht so recht geschafft, in unser - Verzeihung - beschissenes neues Schicksal zu fügen. Alle meine Pläne für dieses Jahr zogen winkend an mir vorbei und ließen mich irgendwo zwischen traurig, aufmüpfig und resigniert zurück. Lange war ich mir unsicher, ob die Erinnerungen an all die Dinge, die ich dieses Jahr nicht erleben werde, mich nicht eher noch mehr runterziehen werden, aber mittlerweile vermisse ich das Schreiben hier so sehr, dass ich es einfach mal ausprobieren werde. Also, weiter geht es mit dem dritten Tag des Castlefest 2019:

Da der Samstag auf dem Castlefest stets ein langer und anstrengender Tag zu sein pflegt, ließen wir es auch dieses Mal wieder Morgens ruhig angehen und ließen uns lange ohne konkreten Plan von hier nach dort über das Gelände treiben.

Das erste Konzert, das wir uns ausgiebig ansahen, fand erst am Nachmittag auf der Forest Stage statt. Waldkauz passen einfach so perfekt auf dieses Festival, dass man sich einen Besuch nicht entgehen lassen sollte. Die Hildesheimer Band überzeugte mal wieder auf ganzer Linie mit ihrem vielseitigen Pagan Folk und brachte das Publikum mal zum Tanzen, mal zum Träumen. 

Peter von Waldkauz

Auch für das nächste Konzert an der Forest Stage waren wir zugegen, beehrten nach Jahren der Abweseheit endlich einmal wieder die Dänen von Asynje das Castlefest. Asynje waren schon bei unserem ersten Besuch des Festivals im Jahre 2012 Teil des Line-Ups und zählten somit zu den ersten Bands dieser Szene, die wir dort kennen und lieben lernten. Auch bei diesem Castlefest wirkte ihr Nordic Folk wieder auf ganzer Linie begeisternd. Die Band selbst wirkte auch sichtlich erfreut darüber, mal wieder auf dem Castlefest zu spielen und so blieb dann auch bei Songs wie "Viking Party Polka" kein Bein still.

Søren von Asynje

Nach diesem herrlichen Konzert begann die Zeit des langen Wartens, wie sie wohl jeder Castlefest-Besucher vom Samstag kennt. Wer etwas von der Verbrennung des Wickerman und der Zeremonie rund um dieses Ereignis sehen möchte, sollte beizeiten an der Forest Stage sein und sich ein Plätzchen sichern. Wir hatten uns einige Stunden zuvor wie traditionell wieder mit Muffins ausgestattet und ergatterten einen Platz vor der Bühne. Nicht perfekt für den Wickerman, dafür aber mit der bewegenden Zeremonie voll im Fokus. 

In diesem Jahr hatte man die Verbrennung des Wickerman zeitlich nach hinten verlegt, erst um 21:30 Uhr sollte es losgehen. Dies wurde von vielen bemängelt, die beispielsweise nur einen Tagesausflug von weiter entfernt machten oder mit ihren Kindern das Ritual verfolgen wollten. Für die Stimmung war es aber keine schlechte Wahl, denn so fiel dieser Höhepunkt des Festivals 2019 auf die Zeit der Dämmerung, was dem Ganzen noch einen extra-mystischen Touch gab. Außerdem war man ja schon froh, dass man dank des unermüdlichen Einsatzes der Feuerwehr die Zeremonie auch in diesem zweiten Dürrejahr in Folge überhaupt wieder durchführen durfte.

Veranstalter Mark van der Stelt während des Wickerman-Rituals

Die Zeremonie selbst war wieder äußerst bewegend, und da mein Opfer in diesem Jahr so persönlicher Natur war und ich mich auch noch sehr stark mit der Form des Wickers identifizierte, standen mir danach ziemlich die Tränen in den Augen. Mir ist das ja immer etwas unangenehm in der Öffentlichkeit, aber da viele während des Rituals weinen, ist es wohl in Ordnung so. Wie in jedem Jahr gibt es die Zeremonie für alle, die nicht dabei sein konnten oder in Erinnerungen schwelgen möchten auch wieder auf Youtube:


Im Anschluss an die Verbrennung nahm der Abend dann leider einen nicht mehr so idealen Verlauf. An der Hauptbühne wollten wir nicht bleiben, ein DJ-Set direkt im Anschluss an das Ritual schien uns wenig attraktiv. Auf der Meadow Stage jedoch sollte noch ein Konzert stattfinden, das nach Aufmerksamkeit schrie. Dort standen die Belga Boys auf dem Plan, eine Fusionierung der beiden Bands La Horde und Rastaban. Sicher war das Set zum Schreien komisch, doch da enttäuschte mich das Castlefest zum ersten Mal in unserer langjährigen Besuchergeschichte mal so richtig: uns wurde der Einlass verwehrt, das Konzert sei nur für Campinggäste. Das stand so nicht im Programm und klärte sich wohl im Laufe des Abends auch als Irrtum auf, doch davon hatten wir nichts mehr. Nach der Abweisung entschieden wir uns nämlich, den Besuch aus Mangel an Alternativen für diesen Tag zu beenden und machten uns auf den Heimweg...

Dienstag, 3. März 2020

Von Kissenschlachten und verschwundenen Autoschlüsseln - Der Freitag auf dem Castlefest

Bestens ausgeschlafen machten wir uns am Freitag gegen Mittag wieder auf den Weg zum Veranstaltungsgelände. Der erste volle Castlefest-Tag stand an, und es standen so einige tolle Programmpunkte an!

Pyjama Party mit La Horde

Los ging es für uns um kurz nach 12 mit der mittlerweile schon fast traditionellen Pyjama Party von La Horde, die auch dieses Mal wieder ein großer Spaß wurde - Kissenschlacht und ausufernde Macarena-Tänze inklusive. In diesem Jahr hatten sich die Musiker von La Horde sogar eigene "Good Morning, Castlefest!"-T-Shirts drucken lassen, und wie immer verbreiteten sie mit ihrer manchmal augenzwinkernden Musik und den unterhaltsamen Ansagen gute Stimmung und sorgten für einen gelungenen musikalischen Auftakt des Tages.

Der Wickerman

Im Anschluss wurde es dann erstmal Zeit für einen kompletten Rundgang über das Gelände sowie natürlich für einen Besuch beim Wickerman, um unsere Opfer darzubringen. Der Wicker kam 2019 als majestätischer Wolf daher, der einerseits für individuelle Stärke, andererseits aber auch für die Bedeutung der Gruppe stand. Ganz davon abgesehen, dass Wölfe zu meinen Lieblingstieren gehören, war auch mein Opfer in diesem Jahr ein für mich persönlich sehr bedeutsames, weswegen mir dieser Wickerman wohl noch lange in besonderer Erinnerung bleiben wird...

Monique von Cesair

Den Nachmittag über ließen wir uns dann mal hierhin, mal dorthin treiben. Wir statteten dem Pagan Folk Panel mit unter anderem Waldkauz einen kurzen Besuch ab, wechselten dann aber zur Forest Stage, um noch ein wenig das Konzert von Cesair zu genießen. 

Christopher & Maria von u.a. Euzen im Q&A-Panel

Danach ging es zurück zur Castlefest Academy mit dem unterhaltsamen Q&A mit Maria und Christopher von Songleikr, Euzen und Heilung, bei dem sich ulkigerweise auch Gitarrist Harald bei den Fragenden einreihte, um nach dem Verbleib der Autoschlüssel zu fragen. Im Anschluss blieb noch Zeit zum Essen sowie für einen Besuch bei The Sidh, welche die Forest Stage einmal wieder von vorne bis hinten zum Tanzen brachten.

Hein von Shireen

Als es langsam dunkel wurde, stand dann das erste von zwei tollen und von mir heiß erwarteten Konzerten an. Auf der gemütlich gelegenen Meadow Stage gaben sich Shireen die Ehre und lieferten einen wirklich beeindruckenden Auftritt ab. Die ohnehin schon beeindruckenden Songs von "Matriarch", dem ersten und bisher einzigen Album des Band, entfalten live tatsächlich noch einmal eine ganz andere Dynamik und Intensität - ein Bühnenerlebnis, welches man sich nicht entgehenlassen sollte! Umso bedauerlicher, dass wir nicht ganz bis zum Ende bleiben konnten, weil wir in dem Dilemma steckten, auch beim letzten Konzert des Abends gerne noch einen guten Platz zu ergattern.

Euzen rocken die Forest Stage

So machten wir uns zu den letzten Tönen von Shireen auf den doch recht langen Weg zur Forest Stage, wo wir pünktlich für den Beginn des letzten Konzerts des Tages eintrafen. Auf der Bühne standen Euzen, deren Auftritt ebenso wie die Lichtshow mal wieder eine totale Wucht war! Sängerin Maria, diesmal im militärisch angehauchten Outfit, schafft es einfach wie keine Zweite, die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln - ihre Stimmgewalt und Bühnenpräsenz waren auch bei disem Konzert wieder beeindruckend. 

So ging dann auch dieser erste Festivaltag gefühlt viel zu schnell zu Neige und mit dem Samstag stand schon der wohl wichtigste und am besten besuchte Tag des Castlefests vor der Tür. Doch davon natürlich mehr im nächsten Post...

Samstag, 15. Dezember 2018

Castlefest 2018: Die Musik

In den kommenden drei Tagen des Festivals erwartete uns wieder eine ganze Menge an großartiger Musik. Vertraute Namen waren ebenso vertreten wie uns noch unbekannte Bands und Künstler. Hier möchte ich nun einmal auf die (in meinen Augen) musikalischen Highlights eingehen. Da es viele gab, wird das wohl ein etwas längerer Beitrag, aber die Musik ist schließlich keine Nebensache bei einem Festival wie dem Castlefest, auch wenn insbesondere diese Veranstaltung natürlich noch so viel mehr bietet! ♥

Leider habe ich in diesem Jahr nicht so furchtbar viele eigene Fotos gemacht, die Hitze und der Staub haben mir da dann doch etwas die Lust genommen. Aber da ich mit diesem Beitrag nun eh so spät dran bin, sind mittlerweile schon einige der offiziellen Live-Videos vom Festival online. Und um sich ein Bild zu machen, sind diese doch wohl auch ganz schön, will ich meinen. 

Nun aber zu meinen Castlefest-Höhepunkten 2018:

Fiona:


Das erste persönliche Highlight dieses Castlefests erwartete uns bereits am frühen Freitag Abend. Fiona, vielen als Mitglied der Pagan Folk Band Faun bekannt, gab ihr allererstes Solokonzert. Bereits im vergangenen Jahr war ihr Album "Of Rivers And Tides" erschienen, auf dem sie sich ganz ihrer Leidenschaft für das Pianospiel widmet. Dieses brachte sie nun auf der gemütlichen Meadow Stage auf die Bühne, und es wurde ein wunderschönes Debüt. Während des ganzen Konzerts sah man ihr die Freude am Spiel an und die mal verträumten, mal verspielten Stücke übertrugen ihre Stimmung auch auf das neugierige und offene Publikum. Musikalisch gab es auch noch tatkräftige Unterstützung illustrer Gäste wie beispielsweise Maya Fridman am Cello sowie Nina von Waldkauz an der Flöte. 

Eivør:

Auch die Headlinerin am Freitag erwies sich als ein absoluter Höhepunkt des Festivals. Eivør Pálsdóttir von den Färöer Inseln verzauberte das Publikum mit einer Mischung aus experimenteller nordischer Folk- und Popmusik sowie ihrer einzigartigen, fast schon archaisch anmutenden Gesangstechnik ins Stücken wie "Trøllabundin". Ein fesselndes Konzerterlebnis von einer durch und durch sympathisch wirkenden Sängerin.


Waldkauz:

Seit wir auf die immer noch recht junge, deutsche Pagan Folk Band Waldkauz aufmerksam geworden sind - und das müsste etwas vor vier Jahren gewesen sein - haben meine Freundin und ich uns gewünscht, sie einmal auf dem Castlefest erleben zu dürfen. Diese Band passt dort einfach perfekt hin, dachten wir, und eine persönliche Verbindung zu dem Festival haben sie auch noch. Und in diesem Jahr wurden unsere Wünsche nun endlich erhört. Waldkauz durften das Castlefest am Sonntag auf der Meadow Stage musikalisch abschließen. Leider gab es im Vorfeld ein paar Unklarheiten, ob auch nicht-Camper das Konzert besuchen dürfen. Anscheinend durften sie, wir jedenfalls waren ohne Campingticket dabei, aber der Zulauf wäre ohne diese Unklarheiten vermutlich doch noch etwas größer gewesen. Trotzdem wurde es ein sehr gelungener Festival-Einstand für die Band, mit super Stimmung vor und auf der Bühne. Einer Wiederholung dürfte da doch eigentlich nichts mehr im Weg stehen, oder?

Faun:

Ich denke, hier muss ich nicht viel schreiben. Meine Lieblingsband auf meinem Lieblingsfestival, diekt nach dem Wicker-Ritual. Ach ja: und wir fast schon zufällig immerhin in der zweiten Reihe vor der Bühne. Ein sehr, sehr schöner Abschluss für den Festivalsamstag!

The Sidh:

Meine Überraschung des diesjährigen Castlefests. Dudelsäcke und fast schon technoartige elektronische Beats, kann das? Und wie das kann! Die Band rockte unheimlich, das Publikum tanzte ekstatisch. Gerüchten zufolge war das Merch so schnell ausverkauft, dass bereits kurz nach Beginn des Festivals einer nach Italien zurückfliegen und Nachschub holen musste. Ein wirklich passender Act für den traditionellen Fruit Salad am Sonntag Nachmittag!


Kaunan:

Nordic Folk wie man ihn sich schöner nicht wünschen kann. Macht mir jedes Mal wieder gute Laune und lädt durchaus zum Tanzen ein.

Emian:

Mit Emian und dem Castlefest haben sich zwei Dinge gefunden, die einfach perfekt zusammenpassen. Wer die Stimmung sucht, die mich dieses Festival so lieben lassen, der muss nur einmal ein Konzert dieser italienischen Pagan Folker besuchen und die ausgelassene Stimmung vor und auf der Bühne betrachten.


Brisinga:

Eine weitere neue Band für mich auf diesem Castlefest. Da haben wir uns am Sonntag sogar mal bei unserem sonst zeitlich etwas ausschweifenden Frühstück zusammengerissen, um den Anfang nicht zu verpassen. Die jungen Frauen wussten dann mit ihrer sehr eigenständigen Folkmusik bei Songs wie "Sinä ja minä" auch durchaus das Interesse der Zuhörer zu wecken. Man darf sicher gespannt sein, was von ihnen in der Zukunft noch so zu hören sein wird.

Irfan:

Die bulgarische Band ist für mich seit meinem ersten Castlefest-Besuch untrennbar mit diesem Festival verbunden, und die meditativen Klänge passen dort auch einfach ganz wunderbar hin. Musik zum Träumen und Entspannen auf dem wohl ohnehin schon entspanntesten Festival der Welt.


Árstíðir:


Die Band mit dem für den Großteil der Menschheit unaussprechlichen Namen spielt genau die Art von Pop, wie man ihn irgendwie nur in Island hinbekommt. Durch und durch ruhig und entspannt kann man sich in diesen Klängen ganz leicht verlieren.

PerKelt:

PerKelt beschreiben ihre Musik selbst als Pagan Speed Folk und gehen live wirklich ab wie Schmitz Katze, hatten aber auch ihre ebenfalls sehr ansprechenden ruhigen Momente. Gute Stimmung war bei dieser Musik jedenfalls vorprogrammiert!


Sowulo:

Nordisch inspirierter Pagan Folk ohne Gesang. Ein Konzert, welchem wir wegen der zeitweise fast schon erbarmungslosen Hitze dieses Jahr von einem Schattenplatz ohne Blick auf die Bühne gelauscht haben und welches trotzdem ein Genuss war. 

Sunfire:

Die neue Band von Ex-Omnia Gitarristen Satria Karsono und der musikalischen Tausendsasserin Sophie Zaaijer zählte für mich zu den wohl ungewöhnlichsten Beiträgen des diesjährigen Castlefests. Musikalisch und optisch wurde man hier quasi in einen Saloon im wilden Westen versetzt. So etwas hat die Szene meines Wissens nach wirklich auch noch nicht erlebt!


Leider war es uns auch in diesem Jahr unmöglich, alle Bands zu sehen, sodass ebenfalls großartige Bands wie The Dolmen, Seed und The Moon and The Nightspirit diesmal weitestgehend auf der Strecke blieben. Das Line-Up war eben wieder einmal so gut, dass man sich am liebsten jede Band einmal angesehen hätte, was jedoch rein zeitlich nicht machbar war. Ein Luxusproblem, welches ich so auch von keinem anderen Festival kenne.

Da das Castlefest jedoch noch sehr viel mehr zu bieten hat als das Musikprogramm, möchte ich mich im letzten noch folgenden Teil meines Rückblicks noch mit dem Drumherum, dem Ambiente und dem nicht-musikalischen Programm beschäftigen. Doch dazu dann später mehr.

Donnerstag, 5. Juli 2018

Mittelalterlich in den Mai starten - das MPS in Dortmund

Es ist kaum zu übersehen: dieser Blog hat eine kleine Pause gemacht. Grund dafür war zum einen das Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai, die mich wie wohl auch viele andere Blogger gründlich verunsichert hat. Auch jetzt ist noch so vieles unklar, aber ich möchte dieses Hobby einfach nicht aufgeben, also geht es ab heute weiter. Zum anderen halten mich im Moment aber auch die anhaltende Hitzewelle sowie ein Rückenproblem von längeren Aufenthalten am PC ab, also werde ich das Ganze wohl auch jetzt etwas langsamer angehen.

Nun aber weiter da, wo ich vor etwas über einem Monat stehen geblieben war und damit zu ein paar Worten zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund. Dieses wollte ich eigentlich nur an einem Tag besuchen. Da sich meine Freunde jedoch nicht für einen Tag entscheiden konnten und somit zum Teil am Montag und zum Teil am Dienstag kamen, ich jedoch auf keinen verzichten wollte, wurden spontan doch zwei Tage draus.

Montag gab es ein ziemlich gutes Musikprogramm ganz nach meinem Geschmack. Da wäre zum einen die sympathische Gruppe Faey, die mit ihren fröhlichen Folk-Pop Stücken gute Laune auf dem MPS verbreitete. Neben Eigenkompositionen ihrer zwei Alben "Golden Apples" und "Honey & Cinnamon" hatte sich an diesem Tag auch eine interessante Coverversion von Ed Sheerans "Galway Girl" in das Programm geschlichen, welches vom Publikum ebenfalls gut aufgenommen wurde.

Andi von Faey

Auch Waldkauz beehrten an diesem Tag das MPS mit einem großartigen Konzert am frühen Abend. Die Pagan Folk Musik der noch recht jungen Band hat auf dem MPS mittlerweile eine große Fangemeinde, sodass sich auch dieses Mal schnell eine große, tanzfreudige Meute vor der Bühne einfand.

Niklas von Waldkauz und der Hut von Niel - war dies eine Entführung? :P

Für mich dieses Mal wie auch sonst immer ein Highlight war dann der abendliche Auftritt von Faun. Was kann es schöneres geben, als mit seiner langjährigen Lieblingsband an einem lauen Frühlingsabend in den Mai zu tanzen? Die Band wirkte ebenfalls gut gelaunt und spielfreudig und Stephans Ansage zum wohl thematisch passendsten Lied des Abends ("Walpurgisnacht") trieb einem vor Lachen fast schon Tränen in die Augen.


Nach diesem wunderschönen Konzert ging für mich dann auch schon der erste Tag auf dem MPS zu Ende. Da die Jahreskarte und damit auch das Campen auf dem Gelände für mich mittlerweile finanziell untragbar geworden sind, hieß es nach Hause zu fahren.

An Ausschlafen war dann aber auch nicht zu denken, schließlich ging es am nächsten Tag schon wieder zurück vom heimatlichen Aachen nach Dortmund. Mit einer anderen Freundin gab es an diesem Tag Ye Banished Privateers und Cuélebre zu erleben. Besonders auf Letztere hatte ich mich schon lange gefreut, da ich sie bisher aus den unterschiedlichsten Gründen immer wieder verpasst und so letztlich trotz vieler potenzieller Chancen erst einmal zuvor gesehen hatte.

Cuélebre

Alles in allem hatte ich mal wieder zwei schöne Tage auf dem MPS, die es mich schon ein wenig bedauern ließen, dass ich die Veranstaltung in diesem Jahr kaum noch besuchen werde. Manchmal vermisse ich da schon die guten alten Zeiten, in denen wir fast jedes Wochenende mit dabei sein konnten.

Samstag, 28. April 2018

Meine Musik des Jahres 2017

Wie zu jedem Jahreswechsel, möchte ich auch dieses Mal wieder (wenn auch leider verdammt spät) meinen kleinen musikalischen Rückblick in das vergangene Jahr machen. Auch 2017 sind wieder einige beachtenswerte Alben erschienen, die ich an dieser Stelle noch einmal kurz würdigen möchte. Rezensionen folgen wie immer, wenn und falls ich Lust und Muße habe und werden gegebenenfalls dann auch gleich verlinkt.


Meine Alben des Jahres 2017, wie immer alphabetisch und nicht irgendeinem Rang folgend:

Cesair - Omphalos

Cuélebre - Anaman

Faey - Honey & Cinnamon

Faun - Midgard (Tour Edition)

Fiona - Of Rivers And Tides

Kaunan - Forn

La Horde - Bonne Nouvelle*

The Moon And The Nightspirit - Metanoia

Seed -  Through The Veil

Shireen - Matriarch


Waldkauz - Mythos

Ye Banished Privateers - First Night Back In Port


* Ja, ich weiß, dass dieses Album streng genommen schon 2016 erschienen ist. Da sich mir aber erst letztes Jahr die Möglichkeit bot, es zu erwerben und anzuhören, musste ich es also mit in dieses Jahr tragen.

Kein Folk, aber trotzdem keinesfalls zu vergessen:

Fjørt - Couleur

Männi - Alkohol und Melancholie

Dienstag, 16. Januar 2018

Konzertbericht: Das Fare Thee Well Festival in Münster

Der August ist veranstaltungstechnisch traditionell ein sehr vollgepackter Monat, da machte auch 2017 keine Ausnahme. Und so ging es schon wenige Tage nach dem MPS in Telgte mit der nächsten Veranstaltung weiter: dem Fare Thee Well Festival in Münster am 18. August. Der Anlass für dieses Festival im Jovel war ein ganz Besonderer: Shawn Hellmann verabschiedete sich an diesem Abend aus seinem Musikerleben, um sich seinem beruflichen Werdegang zu widmen.

Wer in den letzten Jahren in der Mittelalter- und Folkszene rund um Münster und Osnabrück herum unterwegs war, der dürfte um diesen Mann nicht herumgekommen sein, so aktiv war er mit den unterschiedlichsten Projekten. So kommt es auch, dass er an diesem seinen Abschlussabend selbst als Musiker in allen beteiligten Bands gespielt hat. Eine ganz schön anstrengende Abschiedparty also!

Los ging es mit den Punch Drunk Poets. Die Band mit den eingängigen Songs irgendwo zwischen Folk, Rock und Pop und den wirklich beachtenswerten Texten sind in Münster schon lange keine Unbekannten mehr. Ihr Konzert war ein wirklich gelungener Opener für diesen langen Konzertabend, und ihre Verabschiedungsworte an Shawn verliehen dem Abend einen Hauch von Melancholie, der sich - dem Anlass entsprechend, bis zum Ende durchziehen sollte.



Gleich im Anschluss wurde es dann folkiger mit The Scarlet Scallywags. Diese hatte ich vorher nur dem Namen nach gekannt, war live dann aber sehr schnell von ihnen angetan. Hier gab es viel traditionellen Irish Folk, meist gut gelaunt und sehr tanzbar. Da kam schnell richtig gute Stimmung auf!


In der Umbaupasue gab es dann noch eine ganz besondere Überraschung: zwei Freunde hatten eigens ein eigenes Shanty für Shawn geschrieben, das sie auf der Bühne zum Besten gaben und ihm dann sogar als selbstgemachte CD überreichten. Der im Stück Besungene war dann auch sichtlich gerührt von so viel Liebe und Mühe, wie ihm hier entgegengebracht wurde.

Weiter ging es dann mit der Kilkenny Band, der Band, in der ich Shawn vor mehreren Jahren im Bastard Club in Osnabrück das erste Mal habe spielen sehen und deren Aktivitäten ich seitdem gerne folge. Auch sie spielten ein großartiges Set, traditionelle Tunes wechselten sich mit eigenen Stücken ab, was eine sehr schöne Mischung ergab. Auch hier wurden natürlich einige Abschiedsworte an Shawn gerichtet, unter anderem auch, dass es für ihn immer einen Platz in der Band geben werde.


Schließlich wurde es dann auch schon Zeit für die letzte Band, in der Shawn einen aktiven Part hatte. Die Pagan Folk Gruppe Waldkauz hatte ihn in der Zeit davor sehr oft als Unterstützung dabeigehabt, sei es auf der Bühne oder am Merch. Auch sie hatten sich etwas ganz Besonderes als Abschiedgeschenk ausgedacht und schenkten Shawn einen Ausflug in den Zoo zu seinen geliebten Faultieren. Der junge Mann kam an diesem Abend so langsam aus der Rührung gar nicht mehr heraus!


Mit dem (im übrigen wundervollen) Konzert von Waldkauz endete dann tatsächlich Shawns Leben als aktiver Musiker - wobei wir wohl alle hoffen, dass es nur ein vorübergehender Abschied ist.

Viele machten sich nach den Konzerten auf den Heimweg, doch die Party war zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorbei. Wer noch Lust hatte zu feiern, der konnte dies nach einer Pause mit der Osnabrücker Band Überfällig tun. Auch uns zog es jedoch nach Hause, da es doch ein langer Abend gewesen war. So kann ich über alles, was später in dieser Nacht noch geschehen sein mag, auch nichts mehr schreiben. So oder so, in jedem Fall dürfte dies ein Abend gewesen sein, den alle Beteiligten und auch die Besucher so schnell nicht vergessen werden!

Sonntag, 29. Oktober 2017

Tagesausflug zum Mittelalterlich Phantasie Spectaculum nach Bückeburg

Der zweite von den sehr wenigen Terminen des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums, die ich in diesem Jahr besucht habe, war das MPS in Bückeburg. Da ohne Jahreskarte für mich finanziell an ein ganzes Wochenende mit Camping überhaupt nicht zu denken war, wurde es ein Tagesausflug am Samstag des ersten Wochenendes. Dieser Tag bot musikalisch aber ohnehin schon so viel, dass ich mich am späten Abend ohne große Wehmut, dafür mit vielen schönen Eindrücken vom schönen Bückeburger Schlosspark verabschieden konnte.

Gleich nach dem Betreten des Geländes zogen mich die Klänge von Waldkauz hin zur ersten Bühne, die den schönen Tag nutzten, vor Ort große Teile ihres mittlerweile erschienenen, neuen Musikvideos zu "Baba Jaga" zu drehen. Waldkauz live sind immer wieder eine große Freude, weswegen ich es sehr schade fand, dass ich sie aufgrund des großen Angebots an Programmpunkten, die ich auch noch sehen wollte, nicht so oft anschauen konnte, wie ich gerne gewollt hätte.

Nina von Waldkauz

Nach dem Waldkauz-Auftritt hätte ich mich eigentlich auf den Weg machen wollen, meine Freundin zu suchen, die separat angereist war. Aber nun standen auf der selben Bühne Faey auf dem Programm, und so blieb ich irgendwie hängen. Ich mag Faey mit ihrer so unglaublich positiven Musik einfach unglaublich gerne und bei ihren Konzerten zaubern mir zudem die sympathischen Bühnenansagen der Musiker immer wieder ein bleibendes Lächeln ins Gesicht. 

Jürgen von Faey

Im Anschluss an diesen Auftritt machte ich mich dann aber tatsächlich endlich auf die Suche nach meiner Freundin und fand sie glücklicherweise auch recht bald. Zu zweit macht so eine Veranstaltung auf Dauer eben doch deutlich mehr Freude als allein. Wir inspizierten das Gelände, blieben mal vor dieser, mal vor jener Bühne hängen. Schön war es zum Beispiel, beim Auftritt von Ganaim vor der großen Bühne im Gras zu liegen und den schönen Irish Folk Klängen zu lauschen.

Und irgendwann war es dann Zeit für das große Abendkonzert meiner Lieblingsband Faun. Dieses war für mich natürlich wie immer ein absolutes Highlight. Ich ergatterte einen ziemlich guten Platz und nutze den langen, hellen Sommerabend, der es auch mir mit meiner ganz gewöhnlichen, aber heißgeliebten Kamera ermöglichte, ein paar schöne Fotos zu schießen.

Fiona von Faun

Zum gelungenen Abschluss des Tages gab es dann später noch ein beeindruckendes, großes Feuerspektakel, bevor es - diesmal gemeinsam - auf den Heimweg ging, den Kopf voller Eindrücke von einem schönen Tag im (phantastischen) Mittelalter.

Und weil es so schön ist, gibt es hier als Rausschmeißer noch oben erwähntes Waldkauz-Video:


Mittwoch, 27. Juli 2016

Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund, 2. Wochenende

Mit erheblicher Verspätung *verlegen räusper* folgt hier nun doch noch mein Post zum wirklich großartigen zweiten Wochenende, das ich am 10. & 11. Juni (ja, kein Tippfehler ^^) besucht habe. Zu Bückeburg wird es dieses Jahr übrigens leider keine Berichte von mir geben, da ich beide Wochenenden krankheitsbedingt ausfallen lassen musste...

Nun aber zu Dortmund. Zu diesem Wochenende machte ich mich Freitags erstmals in diesem Jahr wieder mit Zeltausrüstung auf den Weg. Drei Tage MPS standen bevor, von denen ich jedoch nur zwei besuchen wollte.

Nach dem Zeltaufbau blieb noch etwas Zeit zur Erholung, bis ich mich mit meiner Freundin und Mitcamperin auf den Weg auf das Gelände machte. Musikalisch gab es schon an diesem Freitag einiges zu sehen. So machten wir uns zunächst auf zu Corvus Corax.

Corvus Corax

Die Herren tragen ihren Ruf als Könige der Spielleute nicht zu unrecht und bieten live immer wieder ein tolles Erlebnis. So auch an diesen Tag, wo es Sänger Castus sogar schon zum Eröffnungskonzert gelang, bei seinem Besuch im Publikum eine stattliche Masse an Tänzern um sich herum zu versammeln, die mit ihm als Lindwurm durch die Gegend zogen.

Einen weiteren Grund zur Freude boten die schwedischen Piraten von Ye Banished Privateers, die wir uns an diesem Wochenende gleich mehrere Male anschauen sollten.

Ye Banished Privateers

Wie fast schon üblich hatten sie auch an diesem Wochenende wieder neue Gesichter mitgebracht - ob es und wohl jemals gelingen wird, die gesamte Crew zu kennen? :D

Bald wurde es dann schon Zeit für das Abendprogramm. Und das hätte mit Omnia und Cesair so schön werden können, eigentlich sogar schön werden müssen. Wäre dem Veranstalter nicht ein ziemlicher Lapsus unterlaufen: beide Bands überschnitten sich, mit fatalen Folgen für die hierzulande noch weitaus unbekannteren Cesair. Es ist nun wirklich kein Geheimnis, dass beide Bands einen sehr ähnlichen Fankreis bedienen und mir darum absolut unbegreiflich, wie man sie nebeneinander spielen lassen kann.

Da es nun aber nicht zu ändern war, beschloss ich, mich bei Omnia ausnahmsweise ganz nach hinten zu stellen, um jederzeit gehen zu können. So schaute ich mir die erste Hälfte des Omnia-Konzertes an und wäre liebend gerne auch bis zum Ende geblieben, war es doch meine erste Chance, Omnia wieder mit Drehleier zu bewundern. Außerdem spielten sie an diesem Abend einige Songs ihres mittlerweile erschienenen neuen Albums "Prayer", darunter das ungewöhnliche, aber wirklich faszinierende "Alan Lee Tango". Trotzdem raffte ich mich einige Minuten vor Beginn des Cesair-Konzerts auf und wechselte zu deren Bühne. Eine Entscheidung, die ich keine Sekunde lang bereut habe.

Omnia

Fünf Minuten vor Konzertbeginn erwartete mich bei Cesair gähnende Leere und auch nach Beginn des Konzertes blieb es relativ leer, bis Omnia ihr Set beendet hatten und plötzlich scharenweise Menschen einfielen. Trotzdem war es von Anfang an ein bemerkenswertes Konzert. Cesair sind eine tolle Liveband, die meinem Gefühl nach jedes Mal besser wird. Sie hatten diesmal auch einige spannende musikalische Gäste dabei, nämlich Jyoti Verhoeff als zusätzliche Stimme und Fanny von Brisinga an der Harfe. Am Ende enterte - selbst für die Band unerwartete - noch Joris von Leaves' Eyes die Bühne. Durch das zu Beginn fehlende Publikum entstand nicht jene für Deutschland so typische Situation, dass alle wie die Ölsardinen stehen, um möglichst vorne zu stehen, sondern den Leuten blieb richtig viel Platz zum Tanzen, den sie auch gerne nutzten. So kann man wohl sagen, dass sowohl Band als auch Publikum das Beste (und zwar was richtig Gutes!) aus einer an sich eher mäßigen Situation gemacht haben.

Cesair

Ausklingen ließen wir den wunderschön lauene Sommerabend im Anschluss noch beim Nachtkonzert von Ye Banished Privateers. Glücklich und heiser gesungen ging es dann zurück ins Zelt.

Auch am Samstag stand uns wieder ein volles Programm bevor. Wir eröffneten den Tag mit Vroudenspil, die in Toppform waren und gleich zu Beginn gute Stimmung verbreiteten.

Vroudenspil

Musikalisch hervorheben möchte ich aber ganz besonders zwei Bands: Waldkauz und Faun, die zu meiner großen Freude auch noch direkt hintereinander auf der selben Bühne auftraten. So begaben wir uns zum Waldkauz-Nachmittagskonzert an den angenehm schattigen Ort des Geschehens und blieben einfach gleich bis zum späten Abend dort stehen. :D

Ich glaube, ich habe schon das eine oder andere Mal erwähnt, wie sehr ich Waldkauz mag. Auch in Dortmund konnten sie mich mit ihren Qualitäten als Liveband wieder vollstens überzeugen. Mittlerweile wurden die Songs ihres ersten Albums schon durch einige neue Lieder ergänzt, die große Lust auf neues Studiomaterial machen. Die Stimmung bei diesem nachmittäglichen Konzert war insgesamt sehr gut. Nach der viel zu langen Zeit des Regen hatte endlich der Sommer Einzug gehalten und die Leute tanzten ausgelassen, oftmals barfuß, unter den Bäumen, die die Bühne umgaben.

Waldkauz

Viel zu schnell war das Konzert vorbei und man fand sich wartend wieder, stand doch vor dem Auftritt von Faun (für uns der erste in diesem Jahr!) noch der Bühnenumbau. Also: eine Stunde warten. Denn wo man einmal so schön vorne stand, wollte man diesen Platz natürlich gerne behalten...

Irgendwann war die Pause dann auch endlich vorbei und Faun betraten die Bühne, um an diesem wunderschönen Sommerabend ihr Konzert zu spielen. Und obwohl ich Faun mittlerweile so oft gesehen habe, war es wieder überwältigend gut. Neue Lieder gab es an diesem Abend leider noch keine zu hören, aber dafür einen schönen Querschnitt durch die langjährige Geschichte der Band. Auch die Faune selbst wirkten äußerst gut gelaunt und hatten sichtlich Spaß an diesem Auftritt. Irgendwer aus dem Publikum schenkte ihnen ein Stück Melone, das zu essen während des Konzertes nicht so gut gelang, dafür aber sofort nach Abschluss des Auftritts wieder in Angriff genommen wurde. Nach einem solchen Konzert weiß ich immer wieder ganz genau, warum ich Faun schon seit so vielen Jahren meine Lieblingsband nenne. ♥

 Faun

Nach dem Auftritt stand noch ein kurzer Besuch am Faun-Merchzelt an. Sänger Oliver hatte gerade sein drittes Buch "Wanderlust" veröffentlicht, welches es an diesem Wochenende zum ersten Mal zu kaufen gab. Obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, an diesem Wochenende nichts auszugeben, konnte ich diesen Vorsatz nach einer solchen Ankündigung natürlich nicht mehr einhalten. :D Vielleicht stelle ich das Buch ja demnächst mal hier vor. Gelesen habe ich es natürlich längst. ^^

Den Samstag ließen wir dann ausnahmsweise mal nicht bei einem Konzert ausklingen, sondern beim großen Feuerspektakel. Wieder begaben wir uns früh zum Ort des Geschehens und konnten uns so Plätze in der ersten Reihe sichern. So mussten wir zwar eine ganze Weile rumsitzen, hatten dann jedoch einen tollen Blick auf die beeindruckende Show. Besonders Danse Infernale ließen mich regelrecht mit offenem Mund dastehen, so schön anzusehen war das Ganze!

Obwohl das MPS am Sonntag noch weiterging, fuhr ich, nachdem ich ausgeschlafen hatte, nach Hause. Keiner meiner Freunde war an diesem Tag noch vor Ort, und alleine hatte ich dann auch keine Lust mehr. Ich verließ das Gelände mit großer Vorfreude auf das kurz bevorstehende MPS in Bückeburg, das ich dann ja leider wegen einer doofer Bronchitis nicht besuchen konnte. :( Diesen Sonntag ist dafür eine Fahrt zum MPS nach Köln geplant. Ich hoffe so sehr, dass das klappt und uns nicht die zahlreichen, für diesen Tag angekündigten Großdemos in der Stadt noch einen tüchtigen Strich durch die Rechnung zu machen versuchen... Drückt mir die Daumen!

Dienstag, 12. Juli 2016

Neues Video: Waldkauz - Mati Syra Zemlya

Hallo zusammen! Ja, ich lebe noch - oder zumindest so halb. Da wurde es letzte Woche endlich doch mal so richtig sommerlich und ich habe mir natürlich gleich eine hübsche Bronchitis eingefangen und durfte das Wochenende zu Hause verbringen. Ist ja auch nicht so, dass ich was anderes vorgehabt hätte. Das MPS in Bückeburg inklusive Konzert meiner Lieblingsband Faun zum Beispiel :'(

Da Jammern aber bekanntlich auch nichts ändert, widme ich mich jetzt dem Thema dieses Posts. Das ist nämlich viel schöner und erfreulicher. Die ganz entzückenden Jungs und Mädels von Waldkauz haben nämlich gestern ihr allererstes Musikvideo veröffentlicht. Und weil es so wunderschön geworden ist, möchte ich es auch niemandem vorenthalten:


Der Songs selbst - "Mati Syra Zemlya" - ist auch schon eine ganze Weile als Download erhältlich, wird aber bald auch als Single in CD-Form erscheinen - inklusive diesem wundervollen Video. Ich jedenfalls freu mich drauf! ♥

Mittwoch, 6. April 2016

Konzertbericht: Osterkonzert in Osnabrück

Nun, da habe ich aber wirklich etwas rumgetrödelt mit meinem Bericht zum alljährlichen Osterkonzert in der Osnabrücker Lagerhalle. Eineinhalb Wochen ist es nun schon wieder her, dass Reliquiae zu ihrem für uns mittlerweile schon zur Tradition gewordenen Konzert am Ostersamstag eingeladen hatten. Und diesmal gab es sogar doppelt Grund zum Feiern: Mit einem neuen Reliquiae-Album feierte sich das Osterfest doch gleich noch viel schöner!

Wer ein Fest zu feiern hat, der lädt sich natürlich auch Gäste ein. Das hatten auch Reliquiae in diesem Jahr wieder getan. Waldkauz und Trollfaust waren der Einladung gefolgt und spielten an diesem Abend für das Publikum auf.

Eröffnet wurde der Konzertabend durch Waldkauz. Die junge Pagan Folk-Gruppe brachte mit ihren tanzbaren Klängen schnell Bewegung ins Publikum. Sie spielten Songs ihres bisher einzigen Albums, hatten jedoch auch neues Material im Gepäck, darunter "Mati Syra Zemlya", ein slawisches Stück, das dazu aufruft, sein Leben bewusst und mit allen Sinnen zu erleben. Besagtes Stück wird am 15. April sogar als Single veröffentlicht werden - zunächst nur in Downloadform, später aber wohl auch als physischer Tonträger. Weiterhin nicht fehlen im Set der Band durfte "Heiden unserer Zeit", zu dem Waldkauz weite Teile des Publikums zum lautstarken Mitsingen motivieren konnten. 
 Ihr neues Merchandise hatte die Band auch mitgebracht, sodass nun seit Ostersonntag ein schönes Waldkauz-Poster meine Wand ziert. ♥

Hörprobe:


Als die Damen und Herren von Waldkauz schließlich die Bühne verließen, hatte sich die gute Laune bereits im ganzen Publikum ausgebreitet. Gespannt betrachtete man den aufwändigen Bühnenaufbau, der dem Auftritt der zweiten Band des Abends vorausging. Trollfaust lieferten dann vor einem massigen Stahlgestell auf der Bühne ein Konzert ab, das in krassem Kontrast zum Auftritt ihrer Vorgänger Waldkauz stand. Bei den Trollen regierten Dudelsäcke und Trommeln. Und eine Männlichkeit, die manch zartem Wesen in der ersten Reihe ein wenig Angst zu machen schien, wie wir amüsiert beim Blick um uns herum feststellten. Mit Trollfaust ließ es sich ausgezeichnet feiern und gröhlen, und auch die Füße mussten nie still stehen. Und wer hätte sich schon nicht gefreut, von der Band zum Abschluss als mittelmäßiges Publikum gelobt zu werden! ;)

Hörprobe:


Trollfaust verließen die Bühne, wieder wurde umgebaut, und schon war die Zeit für die letzte Band des Abends gekommen. Reliquiae hatten sich schick gemacht für ihren Auftritt. Das Mittelalter war da optisch von der Bühne verschwunden - recht passend, da mit den neuen Stücken auch eindeutig die Rockelemente das Ruder übernommen hatten. Reliquiae präsentierten viele Stücke von ihrem neuen Album "Winter", welches vor Ort sogar schon erstanden werden konnte - offizielles Release ist erst am kommenden Freitag (08.04). Der dichte, rockige Sound mit den mittelalterlichen Akzenten wusste dabei auf ganzer Linie zu überzeugen. Außerdem machte es großen Spaß zu sehen, wie Sänger Bastus in den jeweiligen Stücken aufging und einen ganzen Haufen an fast schon theatralischer Ausdruckskraft in seine Darbietungen legte. Mich persönlich überzeugten an diesem Abend von den neuen Stücken besonders "Schwefelholz" sowie "Flucht".
Natürlich hatten aber auch ein paar ältere Stücke ihren Weg in das Set von Reliquiae gefunden, darunter der allseits beliebte "Sisyphos." Das Publikum wirkte allgemein begeistert vom Auftritt der Band und ließ sie natürlich nicht ohne Zugabe gehen. 

Hörprobe:


Allen Protesten zum Trotz ging der Konzertabend dann aber doch irgendwann einmal zu Ende. Wir machten uns auf den Weg zum Bahnhof, verirrten uns dabei zum x-ten Mal (Osnabrück, ich hasse dich!) und verpassten beinah unsere Zug nach Hause. In der Nacht wurden dann die Uhren umgestellt, weswegen ich mich auf der Fahrt zum elterlichen Osteressen am nächsten Tag auch irgendwie mehr tot als lebendig fühlte. Wert war das dieser tolle Abend aber trotzdem alle Male. Und ich erwarte, dass wir uns nächstes Jahr alle an der selben Stelle wiedersehen - schöne Traditionen soll man schließlich beibehalten!

Mittwoch, 13. Januar 2016

CD-Vorstellung: Waldkauz - Komm' mit

Und weiter geht es mit meiner Musik des Jahres 2015.

Interpret: Waldkauz
Album: Komm' mit
Erschienen: März 2015
Label: -

Tracklist:
01. Prolog | 02. Midsummer's Night | 03. Kuun Valossa | Cernunnos | 05. Tanzgeist | 06. Green Roots | 07. Emerald Isle | 08. Der 111. Geburtstag | 09. Viento Y Onda | 10. Laub des Waldes | 11. Ostara | 12. Heiden unserer Zeit | 13. Im Winde

Mit ihrem Debütalbum "Komm' mit" ist den jungen Hildesheimer Pagan Folkern von Waldkauz in meinen Augen gleich ein ganz großer Wurf gelungen. Hätte ich mich nicht gegen ein Ranking und stattdessen für eine alphabetische Auflistung entschieden, stünde dieses Album auf meiner Liste jedenfalls ganz weit oben, denn es hat mich bereits vom ersten Hördurchlauf an gefesselt. 

Waldkauz bringen mit ihrem ersten Album nämlich einen lang ersehnten frischen Wind in die deutsche Pagan Folk Szene und verstehen es einfach, die Hörer mit ihren Klängen zu verzaubern. Musikalisch zeigen sie sich dabei musikalisch angenehm vielfältig und setzen von Anfang an auf Eigenkompositionen. Inhaltlich drücken die Stücke oft eine enge Naturverbundenheit aus, und besonders bei ruhigeren Stücken wie "Cernunnos", "Green Roots" oder "Laub des Waldes" lohnt es sich, einmal einfach die Augen zu schließen und sich von der Musik in die Stille tiefer, grüner Wälder entführen zu lassen. "Emerald Island" hingegen pendelt in seiner Stimmung in bester Peter Pan-Manier auf ganz faszinierende Weise zwischen kindlicher Unbeschwertheit und der Sehnsucht nach etwas unerreichbar Verlorenem. Dann wieder  gibt es da Stücke wie "Tanzgeist" oder "Der 111. Geburtstag", bei denen man die Beine nicht stillhalten kann, weil sie in ihrer Lebhaftigkeit so klar zum Tanzen einladen. Und es sollte mich doch sehr wundern, wenn das extrem eingängige "Heiden unserer Zeit" nicht bald zu einer Hymne der Band und vielleicht sogar der deutschen Pagan Folk Szene avancieren sollte.

Der Gesang der beiden Sängerinnen Gina und Nina harmoniert auf dem ganzen Album wunderbar miteinander und auch der männliche Gesang von Niklas fügt sich nahtlos in das Gesamtbild. Die Instrumentierung mit Flöten, Harfe & Drehleier weiß jeden Pagan Folk-Fan zu überzeugen, so dass wirklich keine Wünsche offen bleiben. 

Auch optisch macht der Erstling von Waldkauz einiges her, kommt die CD doch im naturfarbenen, matten Digipack mit ausführlichem, grafisch sehr ansprechenden Booklet daher. Was soll man da schon zusammenfassend noch sagen, außer: Die Damen und Herren von Waldkauz haben auf ihrem Debüt "Komm' mit" einfach alles richtig gemacht. So kann es, soll es, darf es gerne noch ganz lange weitergehen!

Hörprobe:


Dienstag, 5. Januar 2016

Meine Musik des Jahres 2015

Guten Tag allerseits! Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich in diesem neuen Jahr die Zeit gefunden habe, mich hier einmal wieder zu Wort zu melden. Trotzdem möchte ich euch allen noch ein frohes neues Jahr wünschen und hoffe, dass ihr gut reingerutscht seid.

Bei mir war Silvester selbst eher unspektakulär, ich war zu Hause und habe versucht, meine kleine Katze zu trösten. Für Tiere ist dieses Fest einfach die Hölle.

Nun ist es also Zeit für meinen jährlichen musikalischen Rückblick. Ich habe lange überlegt, ob ich sowas für 2015 wirklich wieder machen soll, habe ich doch im letzten Durchgang fast das ganze Jahr benötigt, um alle angedachten Rezensionen zu veröffentlichen. Doch da pure Vernunft bekanntlich niemals siegen darf und 2015 musikalisch ein wirklich sehr produktives Jahr für viele Künstler meiner Szene war: hier ist sie, meine Liste mit der besten Musik 2015. :D


Die Favoriten:




Heilung - Oefnir


Omnia - Naked Harp

Rastaban - Arise

Seed - Portal To Elfland

Versengold - Zeitlos



Weiterhin erwähnenswert:

Die Irrlichter - Rauhnächte

Korpiklaani - Noita

Leaves' Eyes - King of Kings

Mr. Hurley & die Pulveraffen - Voodoo

Nachtgeschrei - Staub und Schatten

Saltatio Mortis - Zirkus Zeitgeist

Saltatio Mortis - Zirkus Zeitgeist ohne Strom und Stecker

Versengold - Live

Vogelfrey - Sturm und Klang

Vroudenspil - Fauler Zauber

V/A - Herbstmond


Für die Alben von meiner Favoritenliste werde ich in jedem Fall Rezensionen schreiben und diese hier verlinken, bei denen von der zweiten Liste werde ich es ganz nach Lust und Laune halten. Es sollte mich fast schon wundern, wenn ich es bei allen schaffe. :D

Bevor ich mich aber den Alben widme, steht noch ein letzter Konzertbericht vom Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt aus. Mit etwas Glück kommt dieser noch heute.

Samstag, 19. Dezember 2015

Von aufblasbaren Bananen und Schlüsselbund-Glöckchen - Endlich wieder auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund

Nach einem nicht geplanten Totalausfall am vergangenen Wochenende und der damit extrem ärgerlicherweise verpassten Chance, die großartigen Ye Banished Privateers noch einmal live zu sehen, ging es gestern endlich wieder nach Dortmund zum PLWM. 

Schon das vierte Veranstaltungs-Wochenende gastiert der Phantastische Mittelalterliche Lichter Weihnachtsmarkt dieses Jahr schon im Fredenbaumpark in der Dortmunder Nordstadt und hat es dabei in diesem Jahr ganz und gar nicht einfach. Das Wetter könnte unweihnachticher nicht sein, immer wieder hatte man in dieser Zeit Probleme mit Sturm und starken Regenfällen. Auch die Besucherzahlen sind - wetterbedingt? - rückläufig. Es ist ein Trauerspiel, zusehen zu müssen, wie der Markt in diesem Jahr gegen diverse Widrigkeiten zu kämpfen hat.

Wir selber standen gestern pünktlich zur Eröffnung am frühen Nachmittag am Eingang und begehrten Einlass. Unser erster Gang führte uns einmal wieder zum Miroque-Stand, wo eine tolle Überraschung auf uns wartete. Wie bereits im vergangenen Jahr hatte man dort einen kleinen Schlussverkauf eingerichtet, bei dem es ältere Miroque-Hefte, Bücher zu mittelalterlichen Themen und natürlich CDs und DVDs zu sehr günstigen Preisen zu bekommen gab. Für nur 5 Euro ist meine Musiksammlung nun um drei Titel reicher (Subway To Sally - Nackt II Ltd. Edition CD + DVD | Vermaledeyt - SaltaNeo, signiert | Mikuskovics Baum - Lux Natus Est). Ein wirklich schönes Weihnachtsgeschenk von Miroque an die Besucher! ♥

Dann stand auch schon das erste Konzert des Tages auf dem Programm: Saor Patrol spielten auf. Wir genossen die schottischen Pipes and Drums Klänge und außerdem den Spaß, den die Jungs mit einer geschenkten aufblasbaren Banane hatten. Und man soll kaum glauben, wie viel Spaß man mit so einem Ding haben kann. :D

Charlie Allan von Saor Patrol

Nach einer kurzen Pause ging es dann auch schon weiter mit Waldkauz, einer wirklich tollen, jungen Pagan Folk Band aus Hildesheim. Ich empfehle wirklich, ihnen mal beide Ohren zu leihen, ob nun live oder auf ihrem in diesem Jahr erschienenen ersten Album "Komm' mit", welches ich hier auch bald einmal vorstellen werde. Schließlich nähern wir uns dem Jahresende und es wird somit Zeit für die Musik des Jahres. ;) Nach dem Auftritt besuchte ich das kleine Merchzelt der Band und bin nun stolzer Besitzer eines Waldkauz-Shirts. Ausnahmsweise ist es sogar nicht schwarz, sondern braun. :P

Nach dem ersten Set von Waldkauz nahmen wir uns die Zeit, für eine Runde über das Gelände und die Nahrungssuche. Meine Wahl fiel an diesem Tag auf einen Schmachtlappen von Wallners Steinofenbäckerei. Dabei handelt es sich um einen Brotfladen belegt mit Schmand, Schinkenwürfeln und Gouda. Sehr, sehr lecker. 

Gut versorgt begaben wir uns im Anschluss zur Feuershow von Danse Infernale. Diese war wirklich beeindruckend schön.

Waldkauz

Mit dem zweiten Waldkauz-Set ging unser Tag auf dem PWLM dann auch schon vorbei. Für dieses Konzert hatte sich die Band noch eine ganz besondere Mitmachaktion für das Publikum ausgedacht. Man sollte ein Lied mit seinem Schlüsselbund rhytmisch klingelnd begleiten, um für ein bisschen Weihnachtsflair zu sorgen. Das klang wirklich gut und es machten auch viele Zuschauer mit. Jemand bekam sogar einen Sticker geschenkt für den ersten "Ausziehen!"-Ruf während eines Waldkauz-Auftritts. Es war ein wirklich sehr schönes Konzert.

Wer die Band gerne live sehen möchte, hat heute noch einmal die Chance dazu. Ich selber pausiere heute mal (die Weihnachtsplätzchen backen sich schließlich auch nicht von selbst!), aber morgen geht es dann wieder nach Dortmund. Auf dem Programm stehen dann Saor Patrol und Faey. Ich freu mich drauf! :)

Donnerstag, 23. Juli 2015

Back To Bückebeach - Das MPS in Bückeburg, zweites Wochenende

Er hat wieder ein wenig auf sich warten lassen, mein Bericht zum zweiten Wochenende auf dem Mittelalterlich Phantasie Specatculum in Bückeburg. Bereits am vergangenen Freitag machte ich mich die zweite Woche in Folge auf den langen Weg nach Niedersachsen. 

Die Anreise stand dabei zunächst unter keinem allzu guten Stern. Das fing schon auf dem örtlichen Bahnhof an, wo der Zug laut Ansage zunächst pünktlich und dann mit fünf Minuten Verspätung eintreffen sollte, um dann letztendlich mehr als 20 Minuten zu spät zu kommen und zwei Stationen weiter kaputtzugehen. Damit verlängerte sich die ohnehin schon mehr als vierstündige Anfahrt um eine weitere Stunde und der vorgesehene Bus zur Campite wurde auch nicht erreicht. That's life, und danach ging es dann zum Glück stetig bergauf mit dem Wochenende.

Nachdem wir den Rest des Freitags schwitzend in der Sonne vor unseren Zelten verbracht hatten, wurde es Samstag Vormittag Zeit, das Gelände zu stürmen. Erste Anlaufstelle: Bruder Rectus Morgenmesse! Die Markteröffnung ist diese Saison definitiv ein Highlight, welches ich jedem Besucher nahlegen möchte. Durch das wunderbar flexible Motto "Sei was du willst" lohnt sich auch ein häufigerer Besuch, da immer wieder etwas neues passiert.
Markteröffnung: Die Bayern werden geteert und gefedert.

Nach der Markteröffnung unternahmen wir einen kleinen Geländerundgang. Gleich als erstes entdeckten wir dabei ein Heerlager mit einem kleinen Barfußparcours, den wir gerne ausprobierten und im Anschluss unser Barfußabzeichen in Empang nehmen konnten. 

Im Anschluss besichtigten wir das Mausolueum:
Heerlagerbereich vor dem Mausoleum

Das Bückeburger Mausoleum befindet sich nämlich auf dem Festivalgelände, und zur Feier des zwanzigsten MPS-Jahres in Bückeburg hatte Veranstalter Gisbert "Gisi" Hiller allen Besuchern kostenlosen Eintritt ermöglicht. Ein tolles Geschenk, denn das Mausoleum ist von innen noch beeindruckender als von außen mit seiner prachtvollen goldenen Kuppel, den strahlenden Fensterrosen und den schmuckvollen Ornamenten an den Wänden.

Natürlich widmeten wir uns auch dem musikalischen Programm in Bückeburg, denn auch da gab es einige Highlights. Wie schon in der Vorwoche spielten die wunderbaren, jungen Pagan Folker von Waldkauz, die ich sowohl live als auch auf CD jedem ans Herz legen mag, der sich für dieses Genre begeistern kann. 

Ihre MPS-Premiere feierten an diesem Wochenende PurPur. Die zwei Damen, die Zwillinge sind und ihre Musik Zwillingsfolk nennen, präsentierten vor der lauschigen, kleinen Bühne direkt am Fuße des Mausoleums eher ruhige Folktöne, wobei mich ihre wirklich wunderschönen Stimmen ebenso zu überzeugen wussten wie die mal poetischen, mal witzigen Texte. Sie teilten sich die Bühne mit den Spielleuten von Duivelspack, mit denen sie sich offenbar auch blendend verstanden, was zu überaus unterhaltsamen Interaktionen führte.

Eine kurze Pause vom musikalischen Geschehen nahmen wir uns für das Bruchenballturnier. Eine ungewöhnlich große Zahl an Mannschaften (sowie zwei Weibschaften) hatte sich an diesem Tag für das Turnier gemeldet, und die Spiele konnten sich allesamt sehen lassen. Optisches Highlight war ein Team, welches unter dem Namen "Men in Tights" antrat und damit für allgemeine Erheiterung sorgten.
"Men in Tights" beim Bruchenballturnier

Am frühen Abend gab es eine weitere musikalische Premiere auf dem MPS, über die ich mich sehr gefreut habe. Die Niederländer von Cesair spielten ein absolut großartiges Konzert, und es zerriss einem schier das Herz, dass man gezwungen war, vor dem Ende zu gehen, um beim sich nahtlos auf einer der anderen Bühnen anschließenden Faun-Konzert einen Platz zu ergattern, von dem aus man die Band auch ohne Fernglas erkennen konnte.

Trotzdem bleiben Cesair einer der ganz großen Höhepunkte dieses Festivalstages und ich kann es schon kaum noch erwarten, die Band kommende Woche auf dem Castlefest wiederzusehen.
Ihr Auftritt kam auch bei den anderen Besuchern sichtlich gut an, weswegen zu hoffen ist, dass die Band vielleicht auch für künftige MPS-Termine gebucht werden könnte. Mich würde das jedenfalls unheimlich freuen - und sogar noch mehr, wenn die Band dann so in den Zeitplan integriert wird, dass es keine unschönen Überschneidungen mit musikalisch artverwandten Bands gibt...

 Cesair rocken erstmals das MPS

Wie bereits angedeutet, ging es sofort im Anschluss an den Auftritt von Cesair mit Faun weiter. Die Band spielte in Bückeburg ihren ersten Open Air Termin des Sommers und es war wie immer unheimlich schön, sie live zu sehen. Sie spielten eine schöne Mischung aus neuen und alten Songs, die kaum Wünsche offen ließ. Leider verloren sie dabei ein wenig die Zeit aus den Augen (wie schön, dass das bei Faun-Konzerten nicht nur den Fans vor der Bühne passiert!), weswegen die Zugabe nur sehr kurz ausfiel. So habe ich persönlich "Hymn To Pan" sehr vermisst, ein Lied, das wunderbar zu dieser schönen, lauen Sommernacht gepasst hätte und (so vermute ich jetzt einfach mal aus Erfahrung) Teil der Zugabe hätte sein sollen.

Nun ist es auch so, dass nach einem derart schönen Faun-Konzert musikalisch nicht mehr viel passieren kann, was einen vom Hocker reißt. So ließen wir dann auch langsam unseren Abend ausklingen, liefen noch einmal über das schöne Gelände, was von den Feuerschalen und Scheiterhaufen erhellt wurde, lauschten ein paar Minuten den Klängen von Saltatio Mortis und beendeten dann unseren Festivaltag.

Am nächsten Tag ging es dann auch nur noch einmal kurz auf das Gelände. Das Wetter war in der Nacht gekippt und hatte Campsite und Festivalareal in eine Seenlandschaft verwandelt - etwas, das eigentlich jedes Jahr früher oder später passiert. So recht ließ sich von der Nässe dann auch niemand stören, das Publikum bei den Sandsacks hatte vielmehr großen Spaß am Spielen in den Pfützen vor der Bühne. Die Band wiederum hatte großen Spaß, wenn jemand ausrutschte und in eine jener Pfützen fiel. Die Stimmung war großartig, die Musik der Sandsacks im übrigen auch.

Trotzdem hieß es dann Abschied nehmen. Wir sehen uns in einem Jahr wieder, liebes Bückeburg!