Mittwoch, 4. Februar 2015

Nordische Mythologie, Teil 2 - Die Weltvorstellung in der nordischen Mythologie

Lange hat es gedauert, aber nun habe ich es endlich geschafft, den zweiten Teil meines Artikels zur nordischen Mythologie fertigzustellen. Diesmal soll es um das Bild der Welt gehen, welches in den Mythen vermittelt wird. Viel Spaß damit!

Die Entstehung der Welt in der nordischen Mythologie:

Keine Mythologie, die etwas auf sich hält, kommt ohne Schöpfungslegende aus. Da bildet auch die nordische Mythologie keine Ausnahme. Dazu, wie diese Entstehungsgeschichte der Welt aussieht, liefert der Isländer Snorri Sturluson in seiner mittelalterlichen Prosa-Edda den wohl entscheidendsten Beitrag.

Am Anfang war seiner Schilderung nach nichts als Chaos. Im hohen Norden befand sich Niflheim, wo ewiges Eis herrschte. Im südlichen Muspelheim hingegen gab es nur Feuer. Eines Tages kamen diese beiden Extreme in einem Graben namens Ginnungagap in Berührung miteinander und aus ihnen entstand das erste lebende Wesen, der Urriese Ymir.

Dieser nahm sich bald eine Gefährtin, die Kuh Audumla, die ihn auch nährte. Wieso es ausgerechnet eine Kuh war und woher diese kam, wirft natürlich gewisse Fragen auf – doch in der Mythologie ist es nun einmal wie in der Religion und manche Fragen werden wohl für immer ungeklärt bleiben.

Jedenfalls gelang es jener Urkuh, den ersten Menschen aus einem Stein zu lecken. Dieser erhielt den Namen Búri. Ymir hingegen gebar aus seiner Achselhöhle das erste Riesenpaar.

Der Menschensohn Búri bekam irgendwann einen eigenen Sohn, der sich mit einer Riesentochter verband. Zusammen bekamen sie drei Kinder: Odin, Vili und , ihres Zeichens die ersten Götter.

Undankbar, wie Verwandte zuweilen sind, brachten diese drei jungen Götter eines Tages Ymir um. Ihre Tat sollte jedoch durchaus positive Folgen für die Zukunft haben, denn aus seinen Körperteilen gestalteten sie die Welt. So wurde aus Ymirs Schädel der Himmel gemacht und aus seinem Gehirn die Wolken. Aus seinem Fleisch schufen sie Inseln und Länder und aus seinem Blut das Meer, die Augenbrauen verwendeten sie für Midgard, die Heimat der Menschen.

Insgesamt standen die Götter den Riesen damals wohl schon recht negativ gegenüber, denn sie verbannten die übrigen von ihnen in das unwirtliche Utgard. Menschen schienen ihnen da schon deutlich mehr zuzusagen, so dass sie aus angeschwemmten Stämmen das erste Menschenpaar Ask und Embla schufen. Ich schätze, ich bin nicht der einzige, der hier einen dezenten christlichen Einfluss wittert – auch wenn dieser in der aktuellen Forschung eher angezweifelt wird.

Nachdem wir nun also gesehen haben, wie laut nordischer Mythologie die Welt entstanden ist, scheint es im Anschluss nur logisch, sich einmal anzuschauen, wie die fertige Welt ausgesehen haben soll.

Wie sieht sie also aus, die Welt der nordischen Mythologie?

Der Vorstellung nach, die in den schriftlichen Quellen zur nordischen Mythologie vermittelt wird, hat die Welt einen Aufbau, der uns aus heutiger Sicht etwas seltsam anmuten mag.

Die Menschen leben dieser Vorstellung nach in Midgard. Außerhalb ihrer Welt liegt Utgard. Dort leben fremde Wesen wie Trolle und Riesen, die selbst den Göttern gefährlich werden können. Getrennt sind die beiden Welten durch ein riesiges Meer, das kein Mensch überqueren kann, weil in ihm die riesige Midgardschlange haust. Dieses Ungeheuer ist eines der Kinder des listigen Gottes Loki. Oft wird sie als Ouroboros dargestellt – sie beißt sich also in den eigenen Schwanz und bildet so einen Weltkreis.

Dann gibt es da natürlich noch Asgard, den Sitz der Götter. Dieser kann von Midgard aus über die Regenbogenbrücke Bifröst erreicht werden. Bewacht wird sie vom Gott Heimdall, einem Sohn Odins.

Im Zentrum des ganzen Weltengebildes jedoch steht ein Baum – Yggdrasil, die Weltenesche, die auch die ganze Welt umspannt. Ihre Wurzeln reichen bis in die Unterwelt, wo die Totengöttin Hel herrscht und seine Krone stützt das Himmelszelt. Am Fuße des Baumes entspringen verschiedene Quellen, unter ihnen auch jene, an der Odin von Mimir die Runen empfängt. Auch die drei Nornen haben an Yggdrasils Fuß ihren Sitz und weben dort die Schicksalsfäden der Menschen.

Doch wie das nun einmal mit lebenden Wesen wie Bäumen der Fall ist, so ist auch Yggdrasil nicht unsterblich. So fressen am Fuße des Baumes Hirsche die Triebe ab während unterirdisch Schlangen an den Wurzeln nagen. Da Yggdrasil aber wie bereits erwähnt die Welt stützt und zusammenhält, ist die logische Konsequenz, dass auch die Welt um sie herum nicht unsterblich ist. Und auch davon, wie dieses Weltenende aussehen wird, hat man in der nordischen Mythologie eine ganz genau Vorstellung: Das Stichwort lautet Ragnarök.

Das Ende der Welt – Ragnarök

Die Welt in der nordischen Mythologie ist nicht auf Unendlichkeit ausgelegt. Das wissen auch schon die Götter, und so beginnt der Anfang vom Ende auch ausgerechnet mit dem Tod eines der ihren, den die Götter so schmerzhaft zu verhindern versucht hatten.

Balder, ein Sohn Odins uns seiner Gattin Frigg ist eine jener Gestalten, bei der man von Anfang an befürchten muss, sie seien einfach zu perfekt für diese Welt: Von allen gemocht, immer gut und freundlich, ist er der Liebling der Götter. Als er eines Nachts von seinem eigenen Tod träumt, setzt seine Mutter alle Hebel in Bewegung, um diesen zu verhindern. Dazu nötigt sie allen Dingen auf der Welt das Versprechen ab, ihren Sohn nicht zu verletzen. Einzig eine kleine Mistel wird von dem Schwur befreit – sie scheint einfach zu jung und harmlos, als dass man sie einen solchen Schwur leisten lassen könnte. Eine Entscheidung, die sich als großer Fehler herausstellen sollte…

Loki, das Enfant Terrible unter den Göttern, sieht Balders Beliebtheit gar nicht gerne. Und als er dann von dem kleinen Mistelzweig erfährt, eröffnet sich ihm die Chance, auf die er gewartet hat. Als sich die Götter eines Tages einen Spaß daraus machen, mit verschiedenen Dingen nach dem nun unverletzlichen Balder zu werfen, überredet der listige Gott Hödur, Balders blinden Bruder, den Mistelzweig nach diesem zu werfen – und macht ihn so unfreiwillig zum Brudermörder.

Die Götter versuchen im Anschluss Balder aus der Unterwelt zurückzuholen, doch auch dieser Versuch wird von Loki vereitelt, weil er sich als einziges Wesen auf der ganzen Welt weigert, um den guten Gott zu trauern. Auch wenn Loki im Anschluss daran fürchterlich für seine Tat bestraft werden wird, kann das Weltenende nicht mehr abgewendet werden.

Ragnarök beginnt mit einem drei Jahre andauernden Krieg. Ihm folgt der schreckliche, ebenfalls drei Jahre währende Fimbulwinter. Es kommt zu Überschwemmungen und Naglfar, das Schiff aus den Nägeln der Verstorbenen, setzt die Segel. Heimdall bläst in das Gjallarhorn um Götter und Menschen zu warnen. Die Einherjer – die in der Schlacht gestorbenen Krieger, die Odin in Wallhall versammelt und auf den letzten Kampf vorbereitet hat, machen sich zum Kampf bereit und das große Gemetzel beginnt: Die Regenbogenbrücke Bifröst stürzt ein, der Gott Tyr und der Höllenhund Garm töten sich ebenso gegenseitig wie Thor und die Midgardschlange. Odin wird vom Fenriswolf verschlungen, Loki und Heimdall fallen beide im Kampf gegeneinander. Der Feuerriese Surt setzt schließlich die ganze Welt in Brand – doch schließlich wird aus diesem Chaos eine neue, bessere Welt entstehen. Eine Welt, in der auch der gute Balder wieder unter die Lebenden zurückkehren soll…

Das war dann also Teil 2 meiner kleinen Serie zur nordischen Mythologie für euch. Ich hoffe, sie hat euch gefallen. Wer noch einmal Teil 1 nachlesen möchte, hier geht es zum Artikel:

Die nordische Mythologie Teil 1 - Was versteht man eigentlich unter Nordischer Mythologie?

Im nächsten Teil, der erscheinen wird, wenn er eben fertig ist, möchte ich mich ich mich etwas eingehender mit einigen der Göttern beschäftigen. Ich würde mich freuen, wenn ihr wieder reinlest.
Feedback ist natürlich erwünscht. Auch wenn ihr Fehler entdeckt, würde ich mich über eine Anmerkung freuen.

CD-Vorstellung: Knasterbart - Branntwein für alle!

Ganz ambitioniert geht es nun schon heute weiter mit den Rezensionen meiner Musik des vergangenen Jahres. Heute an der Reihe: Knasterbart!

Interpret: Knasterbart
Album: Branntwein für alle!
Erscheinungsdatum: Mai 2014
Label: Fuego

Tracklist:
1. Gossenhauer | 2. Geteiltes Leid ist halbes Leid | 3. Gossenabitur | 4. Gossenabitanz | 5. Branntwein für alle! | 6. Jammerjule | 7. Lieber widerlich als wieder nich | 8. Gott will es | 9. Kein Knaster im Knast | 10. Mein Stammbaum ist ein Kreis | 11. Hinterwäldlertanz | 12. Ich trinke also bin ich | 13. Knüppelkalle | 14. Horst die Filzlaus

Als Knasterbart für den vergangenen Mai die Veröffentlichung ihres ersten Albums ankündigten, war die Band für viele Besucher des Mittelalterlich Phantasie Spectaculums schon mehr als ein Geheimtipp.

Geboren aus einer - wie man wohl ohne schlechtes Gewissen behaupten darf - wortwörtlichen Schnapslaune, hatte sich das als Soloprojekt von Hotze Knasterbart (aka Snorre Snoerkelfrey von Versengold, aka Malte Hoyer) binnen kurzer Zeit zu DEM großen neuen Live-Ding schlechthin entwickelt.

Mit "Branntwein für alle!" lag dem geneigten Hörer dann pünktlich zum einjährigen Live-Jubiläum auf dem MPS in Rastede endlich der erste Silberling des mittlerweile zur Band angewachsenen Projektes vor. Hatte man sich vorher gefragt, ob die großartige Liveband auch als Tonträger funktionieren würde, bekam man eine mehr als deutliche Antwort: Oh ja, das funktioniert - und wie das funktioniert!

Den Sound der Band zu beschreiben ist nicht ganz leicht. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als "Gossenfolk", was den Nagel in der Tat ziemlich auf den Kopf trifft.
Musikalisch findet man hier wunderbar tanz- und feierbaren Folk, der einen gewissen Versengold-Einschlag nicht verbergen kann. Eigentlich auch kein Wunder, sind doch Hotze, Hackepeter und Fidolin Knasterbart unter anderen Namen auch als Mitglieder eben jener Formation bekannt. Wer bei diesen Klängen die Füße still halten kann, muss über übermenschliche Beherrschungskraft verfügen und ist dafür eher zu bedauern als zu beneiden.

Was das Hören von "Branntwein für alle!" dann aber zu einem wirklich unwiderstehlichen Hörvergnügen macht, sind die Texte. Hotze, Snorre, Malte oder wie auch immer man ihn nennen möchte ist einfach ein begnadeter Texter, das beweist er auch beim Knasterbart-Erstling einmal wieder eindringlich. Er vermag es einfach wie kein anderer, in seinen Songs herrliche, kleine Geschichten zu erzählen - die im Fall von Knasterbart eben meist wunderbar absurd und komisch sind.
Auch Fummelfips aka Mr. Hurley aka Simon Erichsen (Herrgott, dieses Namenschaos!) steht dem in nichts nach. Entsprechend ist das, was die beiden gemeinsam abliefern, zum Wegschmeißen komisch.

Als ich den Fehler machte, mir das Album gleich zum ersten Mal während einer Zugfahrt anzuhören, müssen meine Mitreisenden gedacht haben, dass ich nen tüchtigen Knall habe - aber es war einfach unmöglich, bei Songs wie "Ich trinke also bin ich" oder dem schon vor Veröffentlichung zur Hymne gewordenen "Gossenabitur" nicht laut loszulachen oder anständig mit den Füßen zu wippen. Und bis heute habe ich mir fest vorgenommen, in einer ruhigen Stunde einmal nachzuzeichnen, wie das mit den Verwandtschaftsbeziehungen aus "Mein Stammbaum ist ein Kreis" wohl auf einem Blatt Papier aussieht...

Für mich jedenfalls ist Knasterbart mit "Branntwein für alle!" ein ganz großer Wurf gelungen. Das Album bringt einen lang ersehnten frischen Wind in die Mittelalterszene, in der die Band sich ja größtenteils tummelt und zeigt, dass es durchaus möglich ist, über - nennen wir es mal "gossenrelevante Themen" - zu singen, ohne dabei in einen primitiven Humor zu sinken. 

Danke Knasterbart für dieses großartige Album - ich freue mich schon auf eine Fortsetzung und auf ein Wiedersehen auf den Märkten dieses Jahres!

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥
[5/5]

Hörprobe:


Dienstag, 3. Februar 2015

CD-Vorstellung: Faun - Luna

So, dann mache ich mich endlich mal ans Werk und fange wie schon vor Ewigkeiten angekündigt damit an, meine Musik des letzten Jahres ordentlich zu rezensieren. Den Anfang macht eine meiner Lieblingsbands, Faun.

Interpret: Faun
Titel: Luna [Deluxe Edition]
Erscheinungsdatum: 05. September 2014
Label: Electrola / Universal

Tracklist:
1. Luna Prolog | 2. Walpurgisnacht | 3. Buntes Volk (feat. Micha Rhein von In Extremo) | 4. Menuett | 5. Hekate | 6. Blaue Stunde | 7. Cuncti Simus | 8. Hörst du die Trommeln | 9. Die Wilde Jagd | 10. Frau Erde | 11. Hymne der Nacht | 12. Abschied | 13. Wind & Geige XIV (Bonus) | 14. Die Lieder werden bleiben (Bonus) | 15. Era Escuro (Bonus)

Das Entsetzen vieler Fans war groß, als Faun 2012 ihren Wechsel zu Electrola beim Major Universal bekanntgaben. Bei manch einem wurde es sogar noch größer, als 2013 mit "Von den Elben" das erste Album auf jenem Label erschien. Das war Musik, die deutlich anders klang als alles, was Faun zuvor veröffentlicht hatten. Fast verschwunden waren die verspielten Instrumentalparts, die Songs kamen plötzlich allesamt in radiotauglicher Länge daher und einige von ihnen stammten nicht einmal aus der Feder der Band. Ein gemeinsames Lied mit Santiano und ein Auftritt bei Carmen Nebel war dann endgültig mehr, als so mancher Fan ertragen konnte. Doch der Erfolg gab der Band letztendlich recht: Das Album wurde der bislang größte kommerzielle Erfolg der Gruppe und bescherte ihnen ausverkaufte Hallen und zahlreiche Fernsehauftritte.

Nur eineinhalb Jahre später lag im September schließlich der Nachfolger in den Regalen der Plattenläden: "Luna", ein Konzeptalbum, das sich mit verschiedenen Facetten des Mondes auseinandersetzt. Neben einer schnöden Standard-Edition erschien dieses Album auch zeitgleich in einer weitaus aufwendigeren Deluxe-Edition, die ich an dieser Stelle nun vorstellen möchte.

"Das Auge isst mit" gilt für Musiksammler wie mich auch beim Neuerwerb von Tonträgern. Und hier vermag die Deluxe-Edition schon einmal zu punkten: Die CD kommt im Digipack mit 40-seitigem Booklet und im Pappschuber. Ein wahrer Hingucker im Regal, den man dank des liebevoll gestalteten und informativen Booklets immer wieder gerne zur Hand nimmt. Für einige der Illustrationen konnte die Band übrigens die bekannte spanische Künstlerin Victoria Francés gewinnen.

Doch was bei einer neuen CD wirklich zählt, ist natürlich der Inhalt, zu dem ich nun kommen möchte.
Um Enttäuschungen gleich von Beginn an vorzubeugen, beginne ich mit einer simplen Wahrheit: Wer gehofft hatte, Faun würden mit "Luna" klanglich in die Zeit vor "Von den Elben" zurückkehren, dessen Wünsche werden sich nicht erfüllen. Vielmehr hat die Band es meiner Meinung nach geschafft, eine perfekte Balance zu finden zwischen ihrem "alten" Sound und den extrem poppigen Songs des letzten Albums. Die Lieder sind durchweg eingängig, aber nicht zu simpel. Die Instrumentalparts, die ich bei "Von den Elben" so schmerzlich vermisst habe, sind zurück und bereichern die CD ungemein. 

Viele der Lieder sind in deutscher Sprache gesungen, weswegen man dem thematischen Konzept natürlich ausgezeichnet folgen kann und ich schwöre Stein und Bein, dass Songs wie "Hekate", "Blaue Stunde" oder "Hymne der Nacht" ihre wahre Kraft erst richtig entfalten, wenn man sie während eines nächtlichen Spaziergangs hört - und was könnte man sich schon mehr wünschen von einem Konzeptalbum, das sich mit dem Mond beschäftigt?

Anspieltipps zu nennen fällt bei diesem Album wirklich nicht leicht, man sollte es am besten als Gesamtkunstwerk betrachten. Sollte ich doch neben den bereits genannten einige Lieder herauspicken, so würde ich "Era Escuro", einen der drei Bonustracks auf der Deluxe-Edition wählen sowie "Cuncti Simus", welches die Band schon seit vielen Jahren live bei ihren Acoustic-Gigs spielt. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr es mich gefreut hat, dass die Faune sich letzlich doch noch dazu entschieden haben, dieses wunderschöne Stück als Studioversion einzuspielen!

Meine Meinung zu "Luna" sollte in den letzten Abschnitten hoffentlich deutlich geworden sein:
Faun haben sich in den letzten Jahren verändert, daran besteht kein Zweifel. Sie haben mit dieser Veränderung einen mutigen Schritt vollzogen, der sie alte Fans gekostet hat, ihnen auf der anderen Seite aber auch viele neue Fans beschert hat.
Wer selbst auch nur ein bisschen Mut aufbringt, über den eigenen Tellerrand zu blicken, sollte "Luna" eine Chance geben, denn was sich auf diesem Silberling findet, mag zwar anders klingen als zuvor - schlechter ist es deswegen aber auf keinen Fall!

Meine Bewertung:

♥♥♥♥♥
[5/5]

Hörprobe:


Buchvorstellung: Die Elfenbeinschnitzer-Trilogie von Sue Harrison

Heute möchte ich mal wieder eine Buchtrilogie vorstellen. Es handelt sich dabei um drei ältere Romane, die in Deutschland in den Neunzigerjahren veröffentlicht wurden.

Es handelt sich um die im Englischen als Ivory Carver Trilogy veröffentlichte Romanereihe von der Amerikanerin Sue Harrison. In Deutschland wurden die drei Romane augenscheinlich nicht als Trilogie vermarktet, weil das wahrscheinlich nicht in den Zeitgeist passte. Ich werde in dieser Rezension trotzdem von der Elfenbeinschnitzertrilogie sprechen.

Die Trilogie umfasst die drei Bände:

- Vater Himmel, Mutter Erde (deutsch 1995, engl. Original Mother Earth Father Sky 1990)

- Schwester Mond (deutsch 1995, engl. Original My Sister The Moon 1992)

- Bruder Wind (deutsch 1998, engl. Original Brother Wind 1994)

Inhalt:

Sue Harrison entführt ihre Leser in der Elfenbeinschnitzer-Trilogie in die Ferne Vergangenheit nach Alaska, genauer gesagt auf die Inselgruppe der Aleuten. Tausende Jahre vor unserer Zeitrechnung lebt dort die junge Chagak. Sie ist auf dem Weg, eine Frau zu werden und sieht aufgeregt ihrer Verbindung mit einem Jäger ihres Stammes entgegen, als plötzlich fremde ihr Dorf überfallen. Durch einen Zufall ist Chagak nicht in der Siedlung, als es geschieht und kommt so als einzige mit dem Leben davon. Verzweifelt macht sie sich auf den gefährlichen Weg zu entfernten Verwandten ihrer Mutter. Der erste Roman "Vater Himmel, Mutter Erde" begleitet sie auf ihrer langen und schweren Suche nach einem neuen Stamm.

"Schwester Mond" setzt einige Jahre nach dem Ende des ersten Romans an. In diesem wie auch im letzten Band der Trilogie, "Bruder Wind", verfolgt der Leser die Erlebnisse einiger Personen, die zu Chagaks neuem Stamm gehören, unter anderen die ihrer Söhne sowie eines Mädchens namens Kiin. Man erlebt dabei mit, wie sich Kiin von einem unsicheren Mädchen, welches unter wirklich traurigen Bedingungen aufwächst, zu einer mutigen Frau entwickelt, die sich ihren Platz im Leben erkämpft. Als begabte Elfenbeinschnitzerin wird sie von einem namenlosen Niemand zu einer allgemein angesehenen Person und kann sich so überall und allen Widrigkeiten zum Trotz behaupten.

Mit ihren drei Romanen über die Vergangenheit der Ureinweohner der Aleuten hat Sue Harrison meiner Meinung nach eine überaus lesenswerte Trilogie geschaffen. Sie hat für ihre Geschichte ein ungewöhnliches, aber eben deswegen spannendes Umfeld gewählt und Charaktere erschaffen, mit denen man sich identifizieren kann.
Dies gilt in besonderem Maße für die weiblichen Figuren, die auch meist im Zentrum stehen. Diese müssen oftmals viel durchmachen, ehe sie ihr Glück und ihren Frieden finden und die Leser leiden dabei mit ihnen. 

Wer jetzt jedoch einen typischen historischen Frauenroman erwartet, der dürfte enttäuscht werden: Das Umfeld, in dem die drei Romane spielen, ist extrem rauh, das Leben der Menschen schwer und von den Launen der Natur bestimmt - da bleibt nicht immer Platz für große Gefühle. 

Sue Harrison hat für ihre Romane gründlich recherchiert, was das Lesen zu einer lehrreichen Erfahrung macht. Die Wohnstätten der Menschen, ihre Werkzeuge und Handwerkstechniken - alles wird ausführlich geschildert und wird so vor dem inneren Auge lebendig. Da sich die Beschreibungen jedoch gut in die Geschichte fügen, wirkt das Ganze beim Lesen zum Glück nicht belehrrend. 

Ein Element, das mir persönlich sehr gut gefallen hat, ist die Verwendung von aleutischen Legenden. Insbesondere ab dem zweiten Band beginnt die Autorin in zunehmenden Maße, jene Legenden in die Geschichte einzuflechten. 

Mich konnte die Autorin mit dieser Trilogie vollends überzeugen und ich freue mich jetzt schon darauf, mir in näherer Zukunft auch ihre zweite Trilogie über die Aleuten vorzunehmen. Diese hört auf den Namen "Storyteller Trilogy" und wurde ebenfalls ab Ende der 90er Jahre ins Deutsche übersetzt. Ich werde von meinen Leseerfahrungen berichten.

Meine Wertung:

♥♥♥♥
[4/5]

Mittwoch, 21. Januar 2015

Lebenszeichen

In den letzten Wochen habe ich mich mal wieder ziemlich rar gemacht. Mir war einfach nicht nach Schreiben, da mir zu viele andere Dinge im Kopf herumgehen.

Heute gebe es eigentlich auch genug zu tun, aber ich könnte mich ohnehin nicht darauf konzentrieren. Mein armes kleines Kaninchen wird in diesem Moment mal wieder operiert, wegen einer Krankheitsgeschichte, die sich nun schon seit letztem Herbst hinzieht. Jetzt bange ich natürlich, dass alles gutläuft und dabei schien mir Bloggen eine gute Beschäftigungstherapie zu sein.

Generell ist momentan recht viel zu tun, während in der Freizeit nicht so viel los ist. Das Tutorium zur Kulturgeschichte der Wikinger, das ich nun jeden Montag halte, könnte auch besser laufen. Es ist jedes Mal ein Haufen Vorbereitung und vorher ist nie sicher, ob überhaupt irgendjemand kommt. Das frustet ziemlich. Ich habe mir schon überlegt, aus den Ergebnissen meiner Vorbereitungen kleine Blogeinträge zu machen, dann hat wenigstens irgendwer außer mir noch einen Nutzen davon. Ich könnte ja mit der nordischen Mythologie anfangen, das Bloggen zu dem Thema wollte ich ja ohnehin fortsetzen.

Ansonsten habe ich ja erzählt, dass ich vor zwei Wochen bei der Anti-Pegida/Mügida Demonstration in Münster war. Das ganze war ziemlich beeindruckend. Wir hatten vorher Sorge, ob überhaupt ansehnlich viele Leute kommen würden, denn Münster scheint manchmal schwer zu mobilisieren. Aber die Sorge stellte sich als ganz unbegründet heraus: mehr als 10.000 Menschen versammelten sich an diesem Montag und zogen mit Kerzen durch die Innenstadt zum Dom, wo es dann eine Kundgebung gab. Die Leute, die gekommen waren, kamen dabei anscheinend aus allen möglichen Spektren der Gesellschaft: Die Antifa wat ebenso anwesend wie die CDU. Bei der Kundgebung gab es dann ebenfalls Reden ganz unterschiedlicher Menschen, von lokalen Politikern über Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften bis hin zu Musikern. Besonders beeindruckt hat mich jedoch die Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer rassistischer Übergriffe. Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, wenn 10.000 Menschen miteinander schweigen.

Freizeittechnisch war - wie gesagt - eher wenig los. Ich habe es endlich geschafft, mich mit einer guten Freundin zu treffen und geburtstagsgeschenke auszutauschen. Mein Geburtstag war im September, ihrer im November - wir waren beide geschockt, wie lange wir uns nicht mehr getroffen hatten. Jedenfalls waren wir an dem Tag zusammen im Kino, um endlich den letzten Hobbit-Film zu sehen. Wie ich befürchtet hatte, musste ich dabei weinen. :D

Ansonsten lese ich im Moment viel, schreibe Postkarten (ich bin nämlich Postcrosser) und beobachte Vögel. Alles ziemlich ruhig also, weswegen ich mich so langsam wirklich nach dem Frühling sehne, wenn es wieder raus auf die Mittelaltermärkte dieser Welt geht. :)

Sonntag, 4. Januar 2015

Morgen...

... wird ein ziemlich ereignisreicher Tag und zumindest vor dem ersten Teil graut es mir jetzt schon.

Den Rest dieses eigentlich sehr schönen Tages werde ich wohl mit diesem netten Bücherstapel verbringen:


An sich sind das alles sehr spannende Bücher, aber trotzdem mag ich mich heute ungerne damit beschäftigen. Ich brauche sie nämlich, weil ich morgen und in den kommenden Montagen ein Tutorium an meinem Institut an der Uni leiten werde. Das Thema ist die Kulturgeschichte der Wikinger und morgen werde ich mich insbesondere mit der nordischen Mythologie beschäftigen.

Ich finde das Thema echt spannend und habe mich auch schon vorher ein wenig damit beschäftigt, aber das ganze vor anderen Leuten zu präsentieren ist ehrlich gesagt mein Albtraum. Ich spreche total ungerne vor anderen Menschen, auch wenn es nicht viele sind und vergesse dann immer die Hälfte von dem, was ich sagen wollte. Ich bin dafür eben einfach nicht gemacht und drücke mich viel lieber schriftlich aus.

Manchmal muss man aber eben leider über seinen Schatten springen, und mag er noch so lang sein. Ich brauche dringend die Note, die ich mit diesem Tutorium erwerben kann, damit ich endlich mein Studium zu Ende bringen kann. Denn dafür ist die Zeit langsam mehr als reif.
Dass ich jetzt schon tausend Tode sterbe und heute Nacht vermutlich kein Auge zumachen werde ändert aber leider auch das Wissen um die Wichtigkeit der Sache nichts.

Wenn ich diese Herausforderung morgen hinter mich gebracht habe, sollte es aber bergauf gehen mit dem Tag. Dann möchte ich nämlich in die Stadt und mir einen Tagesplaner holen. Ich habe dieses Jahr so lange gegrübelt, was ich mir für einen Wandkalender holen soll, dass ich total vergessen habe, dass ich ja auch noch eine Agenda für meine Termine und Aufgaben brauche. :D

Am späten Nachmittag steht dann noch ein besonderer Punkt auf meinem Tagesplan: Das Aktionsbündnis "Münster gegen PEGIDA/MüGIDA" demonstriert dann nämlich in der Innenstadt. Da mir jegliche rechte Tendenzen in der Gesellschaft schon immer zuwider waren, werde ich mich gemeinsam mit einer Freundin dieser Demo anschließen. Ich bin sehr gespannt, wie das ganze ablaufen wird und werde sicherlich darüber berichten.

Jetzt aber gönne ich mir erstmal noch einen kurzen Spaziergang, um ein bisschen runterzukommen und das schöne Wetter zu genießen, bevor ich mich wieder an die Vorbereitung meines Referats mache.
Ich wünsche euch einen schönen (Rest-)Sonntag!

Donnerstag, 1. Januar 2015

Frohes neues Jahr!

Ich möchte euch allen ein frohes neues Jahr wünschen und hoffe, dass ihr gut reingerutscht seid! Möge es ein gutes Jahr werden mit vielen schönen Erlebnissen. :)

Ich habe wie üblich nicht groß gefeiert, sondern Silvester im engen Familienkreis verbracht. Um Mitternacht ging es nach dem Anstoßen raus um das Feuerwerk zu bewundern und den Nachbarn ein frohes neues Jahr zu wünschen.

Dieses Jahr hatte ich sogar mal was ganz stilvolles zum Anstoßen :D


Wer sich jetzt wundert: ich trinke keinen Alkohol. Wenn es also doch mal einen Grund zum Anstoßen gibt, brauche ich einen "Ersatz". In der Regel werden es Energydrinks, aber dieses Jahr hat mir meine Mutter diese nette Flasche Kinderpunsch mitgebracht, was mich sehr gefreut hat. :D