Sonntag, 20. Januar 2019

Geburtstagsparty mit Katzen - 3 Jahre Café Milou in Aachen

Lange Zeit konnten wir in Deutschland wie so oft nur neidisch nach Japan blicken, als dort vor über zehn Jahren Katzencafés an Popularität gewannen. Ein gemütlicher Cafébesuch umgeben von entzückenden Katzen - der Traum jeder Katzenlady, ganz egal, ob verrückt oder nicht. ;)

Doch erfreulicherweise hat sich in den letzten Jahren auch hierzulande einiges getan, sodass man nun schon in mehreren Städten Katzencafés finden kann, so auch in Aachen.

Das Katzencafé Milou in der Alexanderstraße besteht nun schon seit mehr als drei Jahren. Am 1. September wurde dies gefeiert, was eine Freundin und ich für einen Besuch (nicht unseren ersten, übrigens) nutzten. Und da dachte ich, es sei nun wirklich einmal an der Zeit, das sympathische Café auch hier auf meinem Blog einmal vorzustellen.


Das Café Milou ist ein kleines Café, von außer auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu entdecken. Drinnen geht es unheimlich gemütlich zu: Sofas, Bänke, Stühle - jeder findet eine Sitzgelegneheit nach seinem Geschmack. Und mittendrin natürlich die Stars des Cafés, die vier Katzen Ruby, Klik Milo und Balou

Auf jedem der Tische finden die Besucher neben der Speisekarte auch die Regeln im Umgang mit den Katzen. Und überhaupt merkt man hier überall, dass das Wohlbefinden der Miezen im Mittelpunkt steht. Wenn die Katzen keine Lust auf den Kontakt mit den Besuchern haben, können sie sich jederzeit in einen separaten Bereich zurückziehen. Auch gibt es im Cafébereich überall Rückzugsmöglichkeiten: hohe Aussichtsplätze, Höhlen, etc. Spielzeuge gibt es natürlich auch, aber ebenso wie beim Streicheln gilt hier, dass stets die Katzen entscheiden, ob uns mit wem sie spielen wollen oder wer sie wann streicheln darf. Ich hätte allerdings auch noch nie erlebt, dass sich irgendeiner der Besucher nicht automatisch an die Formen des richtigen Umgangs mit den Katzen gehalten hätte.

Klik hat alles im Blick

Ein Katzencafé zieht natürlich Katzenmenschen an, und das sorgt für eine angenehm ruhige Atmosphäre im Café. Die Gespräche verlaufen ruhig, die Bewegungen langsam, schließlich möchte niemand die tierischen Bewohner stören. So lässt es sich den Aufenthalt ganz wunderbar genießen. Auf der Speisekarte des Café Milou stehen neben unterschiedlichen Kaffeespezialitäten auch wechselnde, selbstgebackene Kuchen, saisonale Speisen und selbstgemachte Tees oder Limonaden. Das Essensangebot ist dabei stets vegetarisch und wirklich sehr lecker. Die Preise sind etwas höher als in normalen Cafés, weil mit ihnen auch die Kosten der Katzen mit abgedeckt werden. Das ist aber alles noch voll im Rahmen, zumal der Grund wohl auch jedem einleuchten dürfte.

Zur Feier des dritten Geburtstags wurden an die Besucher außerdem noch nette Kleinigkeiten wie Schoko-Katzenzungen verteilt, die kleinen Besucher erhielten selbstgebastelte Katzenmasken. Viele Gäste brachten auch ihrerseits Geschenke mit oder verewigten sich im Gästebuch. Es war eine schöne, gemütliche Geburtstagsfeier in tollem Ambiente.

Jeden, den es mal nach Aachen verschlägt, kann ich einen Besuch im Katzencafé Milou wirklich nur ans Herz legen. Ich wünsche der Besitzerin und ihren lieben Miezen, dass es noch ganz viele schöne Geburtstage zu feiern geben wird!

Samstag, 19. Januar 2019

Klein, aber oho - Das Rodarock Festival in Herzogenrath

Am 11. August fand auf dem Gelände am alten Schwimmbad in Herzogenrath bei Aachen einmal wieder das Rodarock Festival statt. Obwohl quasi ein Heimspiel für mich, war ich seit meiner Schulzeit nicht mehr da gewesen. Irgendetwas war einfach immer dazwischengekommen. Um so erfreulicher fand ich es, dass es 2018 endlich einmal wieder klappen sollte.

Da wir uns jedoch unheimlich kurzfristig entschieden, gab es erst einmal ein paar zeitliche Komplikationen und so verpassten wir mit NV gleich mal die komplette erste Band des Tages. Vom Parkplatz aus konnten wir sie noch hören, aber als wir es auf das Gelände geschafft hatten, verließen sie gerade die Bühne. Wirklich schlechtes Timing unsererseits...

Während wir auf den Beginn der zweiten Band Incomplete warteten, amüsierten wir uns noch ein wenig über unsere Erlebnisse beim Einlass. Dort wurden wir von der netten jungen Dame, welche die Bändchen austeilte nämlich gefragt, ob wir auch schon 18 seien. Mit fast 30, da waren wir uns einig, kann man das langsam schon wieder als schmeichelhaft werten. ;) Und überhaupt: Echte Bändchen. Krass. Sowas hat es früher nicht gegeben! Du liebe Güte, sind wir alt geworden. :P

Als nächstes standen dann We Are Anchors auf dem Programm, die mir persönlich sehr gut gefielen. Will Of Ligeia hingegen, die insgesamt sehr gut ankamen, trafen unseren Musikgeschmack eher weniger. So nutzten wir die Zeit für einen kleinen Rundgang über das Gelände. Dieses war zwar nicht groß, aber trotz der sengenden Hitze gut besucht und wir trafen tatsächlich einige bekannte Gesichter. Wir besorgten uns Verzehrmarken und stellten erfreut fest, dass die Getränkepreise wirklich fair waren. Nur kulinarisch sah es leider etwas mau aus. Ich konnte mich mit den Hamburgern anfreunden, doch für meine Freundin, die kein Fleisch essen wollte, war die Situation etwas schwieriger. Suppe sowie ein sehr sauer eingelegter Gemüsesalat waren da vielleicht nicht die perfekten Alternativen. Auf Anfrage bekam sie zwar ein Hamburgerbrötchen ohne Fleisch, aber sind wir mal ehrlich: dass ist es vielleicht nicht unbedingt, womit man sich über einen langen Festivaltag ernähren möchte...

Aber nun wieder zurück zum Wesentlichen. Im Programm ging es nämlich mit Phoenix' Ashes weiter, die tatsächlich der Grund für unseren Besuch auf dem Festival waren. Die sympathische niederländische Post-Hardcore Band hatte uns einige Monate zuvor als Support der ohnehin großartigen Start A Revolution so überzeugt, dass wir sie unbedingt hatten wiedersehen wollen. Auch auf dem Rodarock überzeugten sie durch einen energiegeladenen Auftritt.


Mit The Pariah stand dann die erste Band des Tages auf dem Programm, die nicht aus der unmittelbaren Umgebung stammte. Die Melodic Hardcore Band aus dem Ruhrgebiet stand da gerade unmittelbar vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums "No Truth", in das man bei ihrem Auftritt auch schon den einen oder anderen vielversprechenden Einblick erhielt.


Die Desasterkids aus Berlin waren mir persönlich vorher vollkommen unbekannt (so ist das eben, wenn man nicht mehr wirklich drin ist in irgendeiner Szene ^^), wurden aber ziemlich schnell zu meiner Neuentdeckung des Tages. Die Musik traf voll meinen Geschmack und die Typen kamen einfach auf der ganzen Linie super sympathisch rüber. Definitiv eine Band, die ich im Auge behalten werden.


Mit Skywalker wurde es dann international auf dem Rodarock. Die Band aus England und Polen brachte einen ziemlich eigenen Stil mit auf das Festival und nennt bei ihren musikalischen Inspirationen nicht umsonst die Deftones.

Mittlerweile war es Abend geworden. Das hatte den unheimlichen Vorteil, dass sich die den ganzen Tag erbarmungslos brennende Sonne so langsam verzog, und mit ihr auch die Wespen, die das Festivalgelände in diesem Jahr wie eine Plage heimgesucht hatten. Mit Our Hollow, Our Home aus Southampton stand nun die drittletzte Band auf der Bühne. Ihr Konzert zählte für mich zu den Besten des Tages und machte mich neugierig, auch nach dem Auftritt näher reinzuhören.


Co-Headliner waren 2018 Napoleon, ebenfalls aus England. Musikalisch nicht ganz unser Fall, vertraten wir uns noch einmal die Füße, besorgten uns das gefühlt 25. Getränk des Tages und warteten auf den allgemein mit Spannung erwarteten Headliner.

Da hatte man sich beim Rodarock nicht lumpen lassen und die Kanadier von Counterparts eingeladen, die das Festival dann auch zu einem beeindruckenden und umjubelten Abschluss brachten.


So ging ein wirklich schöner Tag zu Ende. Nach einem ganzen Tag voll Musik, Hitze und der Flucht vor garstigen Wespen war ich dann aber auch echt froh, dass mir keine lange Heimreise, sondern nur der Rückweg in die Nachbarstadt bevorstand. Und hoffentlich vergehen bis zu meinem nächsten Besuch auf dem Rodarock nicht wieder so viele Jahre, das wäre nämlich wirklich schade drum. ;)

Freitag, 18. Januar 2019

CD-Vorstellung: Jensen & Daubenspeck - Global Game

Wieder einmal durfte ich mich für jarwinbenadar - die übrigens seit Kurzem in ganz neuem Glanz erstrahlen - als Rezensent betätigen. Nachdem ich in den vergangenen Jahren bereits die beiden EPs "Silent Travelling" sowie "Life Songs" besprechen durfte, hatte ich nun die Möglichkeit, das Album "Global Game" des norwegisch-deutschen Singer-Songwriter-Duos Jensen & Daubenspeck unter die Lupe zu nehmen. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr hier nachlesen:


Eine kleine Kostprobe findet ihr ansonsten auch im offiziellen Video zum Titeltrack des Albums:



Mir war es jedenfalls eine große Freude, dieses Werk besprechen zu dürfen. :)

Castlefest 2018: die Impressionen

Ich werde nie müde zu betonen, dass das Castlefest weitaus mehr ist als nur ein Musikfestival mit richtig gutem Line-Up. Es ist ein kunterbunter Treffpunkt für die unterschiedlichsten Menschen: Neuheiden jeglicher Facon, Hippies, Cosplayer, Nerds, Steampunk-Fans - sie alle und noch viele mehr kommen hier Jahr für Jahr zusammen, um ein langes Wochenende voller Frieden, Spaß und toller Momente zu erleben. Das war auch 2018 wieder uneingeschränkt der Fall. Darum möchte ich hier, zum Abschluss meiner kleinen, alljährlichen Castlefest-Retrospektive, auch noch einmal auf all die nicht-musikalischen Highlights des Festivals eingehen.


Allem voran wäre da natürlich die Verbrennung des Wickermans zu nennen. Diese bezeichnet in jedem Jahr den wohl unbestrittenen Höhepunkt des Festivals. Dieses Mal stellte die Weidenfigur einen Schamanen (Pathfinder) dar, es ging also um Anleitung bei der Suche nach dem eigenen Weg. Dabei stand die Durchführung des Rituals in diesem Jahr sehr lange auf Messers Schneide. Aufgrund der extremen Hitze dieses Sommers herrschte auch in den Niederlanden höchste Waldbrandgefahr. Durch den enthusiastischen Einsatz der anwesenden Feuerwehrkräfte, denen man ihre ernsthaften Bemühungen sehr anmerkte und die den ganzen Tag das Gelände weiträumig um den Verbrennungsplatz wässerten, konnte die Zeremonie dann aber zum Glück doch stattfinden. Sie wurde dieses Mal sogar noch größer begangen als in den Jahren zuvor, ein unheimlich beeindruckendes und erhebendes Erlebnis. Wer den Ablauf selbst einmal verfolgen oder aber wie ich gerne noch einmal in Erinnerungen schwelgen möchte, für den wurde das Ganze zum Glück auch wieder filmisch festgehalten:


Auch abgesehen von diesem großen Ritual ließ sich überall auf dem Gelände Spannendes entdecken. Immer einen Besuch wert war wie in jedem Jahr das Lager der Heidense Bende. An anderere Stelle als zuvor, aber weiterhin ein Ruhepol, wenn einem der Trubel anderswo mal zu viel wurde, konnte man dort die verschiedensten Dinge erleben: Von Trommelkreisen über das gemeinsame Basteln von Opfern für das Wicker-Ritual bis hin zu Massagen oder Gesichtsbemalungen - bei der Heidense Bende ist immer etwas los.

Trommelkreis im Lager der Heidense Bende

Eine eher neue Entwicklung auf dem Castlefest war 2018 der Ausbau verschiedenster Interview-Panels, wie man sie von Conventions kennt. Trotz der enormen Hitze in dem Zelt, wo diese stattfanden, kamen sie sichtlich gut an und auch wir ließen es uns nicht nehmen, uns das Q&A-Panel mit Faun anzusehen. Es wurde ein sehr vergnügliches Interview mit ganz neuen Einblicken in das Entstehen der Band und die Abläufe bei Major-Plattenfirmen.

Faun im Q&A Panel

Und selbst für den zugegebenermaßen wirklich langen Zugangsweg zum Gelände hatte sich die Castlefest-Crew auch in diesem Jahr wieder einiges Neues ausgedacht. So verkürzten Schilder mit Witzen und Scherzfragen den auf Einlass wartenden die Zeit, es gab einen Speed-Dating-Baum sowie eine Lobes- und eine Klagemauer, an der die Besucher mit Edding ihre Eindrücke hinterlassen konnten.

Lobesmauer

Kurzum: auch in 2018, bei meinem nunmehr bereits siebten Besuch, war das Castlefest für mich wieder das schönste Festival des Jahres. Hier stimmt einfach alles, vom Ambiente über das Programm bis hin zum Essen und Shopping. Ein offeneres, friedlicheres und bunteres Festival habe ich bisher noch nirgendwo gefunden. Das Motto - "Where fantasy becomes your reality" - ist hier wirklich Programm. Die Unterkunft für die nächste Auflage ist natürlich schon gebucht! ♥


Zum Abschluss: die Shopping-Ausbeute dieses Jahres, unzählige neue CDs nicht mitgezählt. Die kleine Katze in der zuckersüßen Verpackung stammt von Loeff Bureau Creative, die Kettenanhänger aus dem allerletzten Ausverkauf der wunderbaren Schmucklinie von Gnoom.

Samstag, 15. Dezember 2018

Castlefest 2018: Die Musik

In den kommenden drei Tagen des Festivals erwartete uns wieder eine ganze Menge an großartiger Musik. Vertraute Namen waren ebenso vertreten wie uns noch unbekannte Bands und Künstler. Hier möchte ich nun einmal auf die (in meinen Augen) musikalischen Highlights eingehen. Da es viele gab, wird das wohl ein etwas längerer Beitrag, aber die Musik ist schließlich keine Nebensache bei einem Festival wie dem Castlefest, auch wenn insbesondere diese Veranstaltung natürlich noch so viel mehr bietet! ♥

Leider habe ich in diesem Jahr nicht so furchtbar viele eigene Fotos gemacht, die Hitze und der Staub haben mir da dann doch etwas die Lust genommen. Aber da ich mit diesem Beitrag nun eh so spät dran bin, sind mittlerweile schon einige der offiziellen Live-Videos vom Festival online. Und um sich ein Bild zu machen, sind diese doch wohl auch ganz schön, will ich meinen. 

Nun aber zu meinen Castlefest-Höhepunkten 2018:

Fiona:


Das erste persönliche Highlight dieses Castlefests erwartete uns bereits am frühen Freitag Abend. Fiona, vielen als Mitglied der Pagan Folk Band Faun bekannt, gab ihr allererstes Solokonzert. Bereits im vergangenen Jahr war ihr Album "Of Rivers And Tides" erschienen, auf dem sie sich ganz ihrer Leidenschaft für das Pianospiel widmet. Dieses brachte sie nun auf der gemütlichen Meadow Stage auf die Bühne, und es wurde ein wunderschönes Debüt. Während des ganzen Konzerts sah man ihr die Freude am Spiel an und die mal verträumten, mal verspielten Stücke übertrugen ihre Stimmung auch auf das neugierige und offene Publikum. Musikalisch gab es auch noch tatkräftige Unterstützung illustrer Gäste wie beispielsweise Maya Fridman am Cello sowie Nina von Waldkauz an der Flöte. 

Eivør:

Auch die Headlinerin am Freitag erwies sich als ein absoluter Höhepunkt des Festivals. Eivør Pálsdóttir von den Färöer Inseln verzauberte das Publikum mit einer Mischung aus experimenteller nordischer Folk- und Popmusik sowie ihrer einzigartigen, fast schon archaisch anmutenden Gesangstechnik ins Stücken wie "Trøllabundin". Ein fesselndes Konzerterlebnis von einer durch und durch sympathisch wirkenden Sängerin.


Waldkauz:

Seit wir auf die immer noch recht junge, deutsche Pagan Folk Band Waldkauz aufmerksam geworden sind - und das müsste etwas vor vier Jahren gewesen sein - haben meine Freundin und ich uns gewünscht, sie einmal auf dem Castlefest erleben zu dürfen. Diese Band passt dort einfach perfekt hin, dachten wir, und eine persönliche Verbindung zu dem Festival haben sie auch noch. Und in diesem Jahr wurden unsere Wünsche nun endlich erhört. Waldkauz durften das Castlefest am Sonntag auf der Meadow Stage musikalisch abschließen. Leider gab es im Vorfeld ein paar Unklarheiten, ob auch nicht-Camper das Konzert besuchen dürfen. Anscheinend durften sie, wir jedenfalls waren ohne Campingticket dabei, aber der Zulauf wäre ohne diese Unklarheiten vermutlich doch noch etwas größer gewesen. Trotzdem wurde es ein sehr gelungener Festival-Einstand für die Band, mit super Stimmung vor und auf der Bühne. Einer Wiederholung dürfte da doch eigentlich nichts mehr im Weg stehen, oder?

Faun:

Ich denke, hier muss ich nicht viel schreiben. Meine Lieblingsband auf meinem Lieblingsfestival, diekt nach dem Wicker-Ritual. Ach ja: und wir fast schon zufällig immerhin in der zweiten Reihe vor der Bühne. Ein sehr, sehr schöner Abschluss für den Festivalsamstag!

The Sidh:

Meine Überraschung des diesjährigen Castlefests. Dudelsäcke und fast schon technoartige elektronische Beats, kann das? Und wie das kann! Die Band rockte unheimlich, das Publikum tanzte ekstatisch. Gerüchten zufolge war das Merch so schnell ausverkauft, dass bereits kurz nach Beginn des Festivals einer nach Italien zurückfliegen und Nachschub holen musste. Ein wirklich passender Act für den traditionellen Fruit Salad am Sonntag Nachmittag!


Kaunan:

Nordic Folk wie man ihn sich schöner nicht wünschen kann. Macht mir jedes Mal wieder gute Laune und lädt durchaus zum Tanzen ein.

Emian:

Mit Emian und dem Castlefest haben sich zwei Dinge gefunden, die einfach perfekt zusammenpassen. Wer die Stimmung sucht, die mich dieses Festival so lieben lassen, der muss nur einmal ein Konzert dieser italienischen Pagan Folker besuchen und die ausgelassene Stimmung vor und auf der Bühne betrachten.


Brisinga:

Eine weitere neue Band für mich auf diesem Castlefest. Da haben wir uns am Sonntag sogar mal bei unserem sonst zeitlich etwas ausschweifenden Frühstück zusammengerissen, um den Anfang nicht zu verpassen. Die jungen Frauen wussten dann mit ihrer sehr eigenständigen Folkmusik bei Songs wie "Sinä ja minä" auch durchaus das Interesse der Zuhörer zu wecken. Man darf sicher gespannt sein, was von ihnen in der Zukunft noch so zu hören sein wird.

Irfan:

Die bulgarische Band ist für mich seit meinem ersten Castlefest-Besuch untrennbar mit diesem Festival verbunden, und die meditativen Klänge passen dort auch einfach ganz wunderbar hin. Musik zum Träumen und Entspannen auf dem wohl ohnehin schon entspanntesten Festival der Welt.


Árstíðir:


Die Band mit dem für den Großteil der Menschheit unaussprechlichen Namen spielt genau die Art von Pop, wie man ihn irgendwie nur in Island hinbekommt. Durch und durch ruhig und entspannt kann man sich in diesen Klängen ganz leicht verlieren.

PerKelt:

PerKelt beschreiben ihre Musik selbst als Pagan Speed Folk und gehen live wirklich ab wie Schmitz Katze, hatten aber auch ihre ebenfalls sehr ansprechenden ruhigen Momente. Gute Stimmung war bei dieser Musik jedenfalls vorprogrammiert!


Sowulo:

Nordisch inspirierter Pagan Folk ohne Gesang. Ein Konzert, welchem wir wegen der zeitweise fast schon erbarmungslosen Hitze dieses Jahr von einem Schattenplatz ohne Blick auf die Bühne gelauscht haben und welches trotzdem ein Genuss war. 

Sunfire:

Die neue Band von Ex-Omnia Gitarristen Satria Karsono und der musikalischen Tausendsasserin Sophie Zaaijer zählte für mich zu den wohl ungewöhnlichsten Beiträgen des diesjährigen Castlefests. Musikalisch und optisch wurde man hier quasi in einen Saloon im wilden Westen versetzt. So etwas hat die Szene meines Wissens nach wirklich auch noch nicht erlebt!


Leider war es uns auch in diesem Jahr unmöglich, alle Bands zu sehen, sodass ebenfalls großartige Bands wie The Dolmen, Seed und The Moon and The Nightspirit diesmal weitestgehend auf der Strecke blieben. Das Line-Up war eben wieder einmal so gut, dass man sich am liebsten jede Band einmal angesehen hätte, was jedoch rein zeitlich nicht machbar war. Ein Luxusproblem, welches ich so auch von keinem anderen Festival kenne.

Da das Castlefest jedoch noch sehr viel mehr zu bieten hat als das Musikprogramm, möchte ich mich im letzten noch folgenden Teil meines Rückblicks noch mit dem Drumherum, dem Ambiente und dem nicht-musikalischen Programm beschäftigen. Doch dazu dann später mehr.

Dienstag, 11. Dezember 2018

Es geht los: Castlefest 2018, Anreise & Openingsconcert

Wenn mich jemand fragt, was ich am 1. Augustwochenende mache, dann kann ich seit nunmehr sieben Jahren immer die gleiche Antwort geben. Dieses Wochenende ist nämlich stets reserviert für das beste Festival der Welt, das Castlefest im niederländischen Lisse. Und so machten meine Freundin und ich uns natürlich auch in diesem Jahr am Donnerstag voller Vorfreude auf den Weg. Dieses Mal reisten wir jedoch mit einem leicht bangen Gefühl an, denn bei der Buchung unseres Stamm-B&Bs hatte es ein Problem gegeben. Was genau das bedeuten würde, das sollten wir dann vor Ort erfahren...

Die Anreise verlief problemlos, das Wetter war wie in diesem ganzen verrückten Sommer hervorragend, und auch das Buchungsproblem wurde geklärt - wenn auch etwas unkonventionell. Da unser Zimmer wegen eines Missverständnisses schon belegt war, wurden wir kurzerhand bei der Herbergsbesitzerin Zuhause im Gästezimmer einquartiert. Statt getrennter Zimmer und eigener Betten hatten wir nun ein Doppelbett und die Gesellschaft der freundlichen Hausherrin sowie ihrer Freundin, die sich gerade besuchte. Alles etwas ungewohnt, aber im Großen und Ganzen kein wirkliches Problem.

So machten wir uns dann irgendwann in aller Ruhe auf den Weg zum Festivalgelände, besorgten uns unsere Einlassbändchen und Essensmünzen und inspizierten schon ein wenig das Gelände. Da uns das musikalische Programm des Openingsconcerts in diesem Jahr jedoch nicht so sehr interessierte, entschieden wir uns nach dem Essen noch für einen Abstecher ans Meer.

Und was für eine Idee das war! Wir erlebten einen traumhaften Sonnenuntergang am Meer und einige wirklich magische Momente, als der Boden unter unseren nassen Füßen plötzlich zu leuchten anfing. Wir waren, wie uns ein freundlicher Spaziergänger erklärte, wohl auf eine Art fluoreszierende Algen gestoßen. Es war einfach wunderschön!

Premiere: ein Foto von mir auf meinem Blog. Weil ich es so 
schön finde, und weil man mich eh nicht erkennt :P

Als wir uns vom Meer lösen konnten, war es schon längst dunkel geworden und wir gingen bald zu Bett. Schließlich standen uns drei aufregende uns anstrengende Festivaltage bevor!

Filmvorstellung: Muse - Drones World Tour

Ich bin kein regelmäßiger Kinogänger, und so musste 2018 auch erst mehr als das halbe Jahr vergehen, bis es mich zum ersten Mal in einen Kinosaal zog. Anlass war die Ausstrahlung des Konzertfilmes "Drones World Tour" von Muse am 12. Juli. 

Nach Rammstein hatte nun also auch die britische Rockband Muse ihre Live Performance festgehalten und in Form eines Kinofilms festgehalten. Eine schöne Möglichkeit für alle, die dabei waren, sich noch einmal zurückzuerinnern. Aber auch für Leute wie mich, die so einen Einblick in die Bühnenshow der Band bekommen. Und was soll ich sagen: ich für meinen Teil war ziemlich beeindruckt von dem, was Muse da auf die Beine gestellt hatten! 

Der Sound im Kino ließ wenig zu wünschen übrig, auch die Lautstärke war angemessen. Doch richtig faszinierend waren die Bilder, die das Konzerterlebnis vor den Augen entstehen ließen. Was Muse den Besuchern auf der Drones World Tour 2015/16 darboten, war offensichtlich lange kein schnödes Rockkonzert mehr, sondern ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk - und dieses ließ sich auch ganz hervorragend für die große Kinoleinwand festhalten.

In eineinhalb Stunden gab es einen guten Querschnitt durch das langjährige und vielseitige Schaffen der Band zu hören, verschiedene Kameras hielten das Geschehen aus den unterschiedlichsten Winkeln fest und ließen die Show so plastisch vor den Augen der Kinobesucher entstehen. Gelegentliche Schwenks ins Publikum vermittelten auch einen guten Einblick in die offensichtlich großartige Stimmung bei den Auftritten.

Als ich nach Ende der Vorführung das Kino verließ, hatte ich jedenfalls plötzlich unbändige Lust, mal wieder ein Muse-Konzert zu besuchen. Und ich wette, dass es nicht nur mir so ging, denn aus zahlreichen Autos tönten beim Verlassen des Parkplatzes die vertrauten Klänge des einen oder anderen Stücks der Band. Da kann man nur sagen: Ziel erreicht, setzen, sehr gut!