Dienstag, 11. Dezember 2018

Es geht los: Castlefest 2018, Anreise & Openingsconcert

Wenn mich jemand fragt, was ich am 1. Augustwochenende mache, dann kann ich seit nunmehr sieben Jahren immer die gleiche Antwort geben. Dieses Wochenende ist nämlich stets reserviert für das beste Festival der Welt, das Castlefest im niederländischen Lisse. Und so machten meine Freundin und ich uns natürlich auch in diesem Jahr am Donnerstag voller Vorfreude auf den Weg. Dieses Mal reisten wir jedoch mit einem leicht bangen Gefühl an, denn bei der Buchung unseres Stamm-B&Bs hatte es ein Problem gegeben. Was genau das bedeuten würde, das sollten wir dann vor Ort erfahren...

Die Anreise verlief problemlos, das Wetter war wie in diesem ganzen verrückten Sommer hervorragend, und auch das Buchungsproblem wurde geklärt - wenn auch etwas unkonventionell. Da unser Zimmer wegen eines Missverständnisses schon belegt war, wurden wir kurzerhand bei der Herbergsbesitzerin Zuhause im Gästezimmer einquartiert. Statt getrennter Zimmer und eigener Betten hatten wir nun ein Doppelbett und die Gesellschaft der freundlichen Hausherrin sowie ihrer Freundin, die sich gerade besuchte. Alles etwas ungewohnt, aber im Großen und Ganzen kein wirkliches Problem.

So machten wir uns dann irgendwann in aller Ruhe auf den Weg zum Festivalgelände, besorgten uns unsere Einlassbändchen und Essensmünzen und inspizierten schon ein wenig das Gelände. Da uns das musikalische Programm des Openingsconcerts in diesem Jahr jedoch nicht so sehr interessierte, entschieden wir uns nach dem Essen noch für einen Abstecher ans Meer.

Und was für eine Idee das war! Wir erlebten einen traumhaften Sonnenuntergang am Meer und einige wirklich magische Momente, als der Boden unter unseren nassen Füßen plötzlich zu leuchten anfing. Wir waren, wie uns ein freundlicher Spaziergänger erklärte, wohl auf eine Art fluoreszierende Algen gestoßen. Es war einfach wunderschön!

Premiere: ein Foto von mir auf meinem Blog. Weil ich es so 
schön finde, und weil man mich eh nicht erkennt :P

Als wir uns vom Meer lösen konnten, war es schon längst dunkel geworden und wir gingen bald zu Bett. Schließlich standen uns drei aufregende uns anstrengende Festivaltage bevor!

Filmvorstellung: Muse - Drones World Tour

Ich bin kein regelmäßiger Kinogänger, und so musste 2018 auch erst mehr als das halbe Jahr vergehen, bis es mich zum ersten Mal in einen Kinosaal zog. Anlass war die Ausstrahlung des Konzertfilmes "Drones World Tour" von Muse am 12. Juli. 

Nach Rammstein hatte nun also auch die britische Rockband Muse ihre Live Performance festgehalten und in Form eines Kinofilms festgehalten. Eine schöne Möglichkeit für alle, die dabei waren, sich noch einmal zurückzuerinnern. Aber auch für Leute wie mich, die so einen Einblick in die Bühnenshow der Band bekommen. Und was soll ich sagen: ich für meinen Teil war ziemlich beeindruckt von dem, was Muse da auf die Beine gestellt hatten! 

Der Sound im Kino ließ wenig zu wünschen übrig, auch die Lautstärke war angemessen. Doch richtig faszinierend waren die Bilder, die das Konzerterlebnis vor den Augen entstehen ließen. Was Muse den Besuchern auf der Drones World Tour 2015/16 darboten, war offensichtlich lange kein schnödes Rockkonzert mehr, sondern ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk - und dieses ließ sich auch ganz hervorragend für die große Kinoleinwand festhalten.

In eineinhalb Stunden gab es einen guten Querschnitt durch das langjährige und vielseitige Schaffen der Band zu hören, verschiedene Kameras hielten das Geschehen aus den unterschiedlichsten Winkeln fest und ließen die Show so plastisch vor den Augen der Kinobesucher entstehen. Gelegentliche Schwenks ins Publikum vermittelten auch einen guten Einblick in die offensichtlich großartige Stimmung bei den Auftritten.

Als ich nach Ende der Vorführung das Kino verließ, hatte ich jedenfalls plötzlich unbändige Lust, mal wieder ein Muse-Konzert zu besuchen. Und ich wette, dass es nicht nur mir so ging, denn aus zahlreichen Autos tönten beim Verlassen des Parkplatzes die vertrauten Klänge des einen oder anderen Stücks der Band. Da kann man nur sagen: Ziel erreicht, setzen, sehr gut!


Samstag, 17. November 2018

Auf in neue Welten: El Mundo Fantasia in Landgraaf

Am 7. und 8. Juli verwandelte sich der Freizeitpark Mondo Verde im niederländischen Landgraaf bereits zum dritten Mal in eine andere Welt als es wieder hieß: El Mundo Fantasia. Zwei Tage lang füllte sich die weitläufige Parkanlage mit allerlei buntem Volk. Disney-Prinzessinnen trafen dort auf Hogwarts-Schüler und Steampunk-Anhänger schritten mit Wikingern einher. Kurzum: sämtliche vorstellbare Fantasiewelten hielten Einzug und machten einen Ausflug in die Gärten der Welt zu einem wahrlich außergewöhnlichen Erlebnis.

In Deutschland gibt es derlei Events meines Wissens nach bisher nicht, und so musste man als Interessierter bisher weit fahren um ähnliche Veranstaltungen wie die Elf Fantasy Fair zu erleben. Da ist es doch schön, dass man nun versucht, mit El Mundo Fantasia ein weiteres Fantasy-Spektakel dieser Art gleich hinter der niederländisch-deutschen Grenze bei Aachen zu etablieren. Und in diesem Jahr hatte ich auch endlich die Möglichkeit, mir besagte Veranstaltung einmal anzuschauen.

Welten treffen aufeinander bei El Mundo Fantasia

Am Tag meines Besuches, dem Samstag, war der Park bei bestem Wetter gut gefüllt, wirkte durch seine Weitläufigkeit jedoch zum Glück selten überlaufen. Zahlreiche Besucher waren in aufwendigen und kreativen Kostümen erschienen, die sie nur zu gerne zur Schau stellten. Für Fotografen bot die Parklandschaft dabei natürlich zahlreiche tolle Kulissen, sodass man aller Orten auf kleine Shootings mit den Kostümierten stoßen konnte.

Die Dino-Apokalypse ist hier

Ein Rahmenprogramm gab es natürlich auch. So spielte unter anderem die junge niederländische Folkband Pyrolysis, die auch schon bei großen Szenefestivals wie dem Castlefest zu überzeugen wussten sowie Pyrates!, eine der renommiertesten Piratenbands, die derzeit auf den Bühnen der Welt unterwegs sind. [Für alle Außenstehenden, die sich nun wundern: ja, es gibt eine nennenswerte Szene für Piratenmusik ;)]. Außerden gab es Kostümpremierungen und überall immer wieder kleine Vorführungen von Besuchern und Ausstellern.

Trommlercorps geht auch in cool

Natürlich konnte man auch gerne sein Geld auf dem Magical Market loswerden. Dort boten die verschiedentsen Aussteller ihre Waren an. Von der Runen-Halskette bis zu Harry Potters Butterbier war auch hier für jeden Geschmack etwas dabei. So kam an diesem Tag dank des tollen Loeff Bureau Creative nach ach so vielen Jahren dann doch endlich noch die Eule mit dem lang ersehnten Brief aus Hogwarts zu mir: :P

After all this time...

Und dann sollte man natürlich nicht vergessen, das schon Mondo Verde an sich ein sehr lohnendes Ausflugsziel ist. Wem der Rummel im Zentrum der Veranstaltung zu viel wurde, konnte sich auch jederzeit in die etwas abseits gelegenen Teile des Parks zurückziehen und dort die Gartenlandschaften sowie die Tiergehege besuchen.

Ich jedenfalls hatte einen sehr schönen Tag beim El Mundo Fantasia. Die Veranstaltung hat durchaus noch Wachstumspotenzial und scheint auch nach drei Jahren noch eher ein Geheimtipp zu sein - inesbondere in Deutschland. Es wäre zu wünschen, dass sich das noch ändert und sich so in Landgraaf ein wahres Fantasy-Spektakel etablieren kann. So eine kreative Veranstaltung können wir hier wirklich gut gebrauchen. ♥

Samstag, 3. November 2018

Auf den Spuren der Nibelungen - Städtetrip nach Worms

Sogar ein kleiner Kurzurlaub war bei mir in diesem Jahr mal wieder drin. Zusammen mit meiner Mutter ging es ins Rheinland-Pfälzische Worms. Schon die Anfahrt mit der Bahn machte Lust auf diesen Urlaub, verlief die Bahnstrecke doch zu weiten Teilen äußerst malerisch am Rhein entlang. Egal wann und wo man aus dem Fenster blickte, die nächste Burg war nie weit. Perfekt für mich als bekennender Mittelalter-Fan!

Angekommen in Worms ging es dann erstmal auf die Suche nach unserem Hotel. Dabei hat es uns für unseren Aufenthalt in das Hotel Boos verschlagen, was sich als ganz vorzügliche Wahl herausstellte. Die Lage war perfekt, weder weit entfernt von Bahnhof, noch von der Innenstadt. Außerdem stellte sich das Hotel als etwas ganz Besonderes heraus. Es handelt sich nämlich um ein Themenhotel, welches sich ganz einem der Themen in Worms schlechthin gewidmet hat - den Nibelungen. Dieses sagenumwobene Geschlecht aus der bekannten Sage begegnet einen in diesem Hotel an allen Stellen. Buntglasfenster erzählen Episoden aus der Sage und im Speisesaal gibt es gar ein unheimlich liebevoll gestaltetes, kleines Nibelungenmuseum. Auch der unheimlich freundliche Inhaber des Hotels erzählt einem gerne die eine oder andere Anekdote. Und wenn man ganz viel Glück hat und eine aufmerksame Elfe ist, dann überreicht einem der Zwergenkönig Alberich höchstpersönlich vielleicht sogar ein kleines Stück Gold aus dem sagenumwobenen Nibelungenhort. ;)

Anfahrt und Hotelsuche verliefen jedenfalls so reibungslos, dass uns im Anschluss noch Zeit blieb für eine erste kurze Besichtigung der Stadt, die wir dann in den nächsten anderthalb Tagen fortsetzten. Es stellte sich bald heraus, dass Worms für jemanden wie mich, der sich für Geschichte interessiert, ein sehr lohnenswertes Ausflugsziel ist. Themen, die einem dabei immer wieder begegnen, sind das Mittelalter, die Nibelungen sowie Martin Luther, was mich als gebürtige Wittenbergerin natürlich auch interessiert. Auch die lange jüdische Geschichte der Stadt ist Aufmerksamkeit wert und ein Besuch des alten jüdischen Friedhofs "Heiliger Sand" kann ich jedem Touristen nur empfehlen. Es handelt sich hierbei um einen wirklich faszinierenden Ort der wirkt wie von der Zeit vergessen. Doch Achtung: Männer dürfen den Ort nur mit einer Kopfbedeckung betreten, was man im Vorfeld wissen sollte!

Blick auf den Dom

Berühmt ist die Stadt unter Anderem auch für ihren romanischen Dom, der neben den Domen von Speyer und Mainz zu den drei rheinischen Kaiserdomen zählt und den wir natürlich auch von allen Seiten, von außen und von innen besichtigten. Drinnen gab es allerhand über die lange und bewegte Geschichte des Gotteshauses zu lernen, aber besonders aufgefallen ist mir dabei ein ziemlich modernes Detail über dem Domportal. Wenn man ganz genau hinsieht, kann man dort zwischen all den kirchentypischen Heiligendarstellungen nämlich ein ziemlich ungewöhnliches Gesichtchen entdecken - das eines Dackels. Dieser wurde erst im 20. Jahrhundert dort angebracht, und es gibt auch eine außergewöhnliche Hintergrundgeschichte dazu. Der Dackel gehörte nämlich dem Dombaumeister, der in den 20er Jahren an dem alten Gemäuer arbeitete. Der treue Hund biss seinem auf einem Gerüst arbeitenden Herrchen damals ins Bein und zwang ihn so, einen Schritt zur Seite zu gehen. Damit rettete er ihm das Leben, als wenige Sekunden später ein Stein auf die Stelle hinunterfiel, wo der Baumeister zuvor noch gestanden hatte. Da ist es doch wahrlich kein Wunder, dass dem Dackel im Anschluss ein solches Denkmal gesetzt wurde!

Auch die Geschichte der Reformation in Deutschland ist eng mit der Geschichte von Worms verbunden. Immerhin wurde hier 1521 der berühmte Reichstag abgehalten, an dessen Ende die Ächtung Martin Luthers stand, nachdem dieser sich geweigert hatte, seine Ansichten zu widerrufen. Folglich begegnen einem auch heute noch die Spuren Luthers allerorts in Worms, unter Anderem in Form eines gewaltigen Denkmals.

Luther-Denkmal

Und dann wären da natürlich noch die Nibelungen. So ist Worms ja bekannt für seine Nibelungen-Festspiele und hat dem deutschen Nationalepos sogar ein ganzes Museum gewidmet - seit der Schließung des Nibelungenmuseums in Xanten das einzige Museum, welches sich ganz dem dramatischen Stoff widmet. Ein Besuch durfte da natürlich nicht fehlen. Das Museum liegt architektonisch spannend in einem Teil der historischen Stadtmauer, was natürlich einiges zur passenden Stimmung beiträgt. Außerdem fällt es aus dem Rahmen eines gewöhnlichen Museums, weil es quasi über keinerlei Exponate verfügt. Wer das Museum besuchen möchte, sollte dennoch einiges an Zeit mitbringen, denn das Museum hat es sich zum Ziel gesetzt, seinen Besuchern die Nibelungensage zu erzählen. Mit Audioguide macht man sich auf den Weg und hat gleich zu Beginn die Qual der Wahl: möchte man das Museum im Zeichen von Wagners "Ring der Nibelungen" besichtigen oder doch lieber dem ursprünglichen Sagenstoff näherkommen, indem man sich mit dem unbekannten Dichter auf Spurensuche begibt?

Wir entschieden uns an jenem Tag für den ursprünglichen Sagenstoff und lernten so beim Aufstieg auf den so genannten "Sehturm" allerhand über das Nibelungenlied, seinen unbekannten Erschaffer sowie die Zeit seiner Entstehung. Allein dieser Teil nimmt, wenn man sich wirklich alles anhören möchte, etwas zwei Stunden in Anspruch. Im "Hörturm" kann man sogar mehr Zeit verbringen, denn dort kann man sich auf hölzernen Thronen niederlassen und ganze Passagen des Nibelungenliedes hören. Besonders spannend dabei fand ich, dass die Texte auch im mittelalterlichen Deutsch vorgelesen wurde. Außerdem gab es auch hier wieder eine Menge an interessanten Informationen zum Sagenstoff sowie seiner Rezeption beispielsweise in der nordischen Literatur dea Mittelalters.

Blick auf das Nibelungenmuseum von oben

Irgendwann ist bei so viel Input aber die Grenze dessen, was man bei einem Besuch aufnehmen kann, erreicht, sodass wir uns gar nicht mehr alles anhörten. Hätten wir die Zeit gehabt, hätte ich das Museum gerne ein zweites Mal besucht und so all die Eindrücke aufgeteilt, aber das war ja nun leider nicht möglich.

Doch natürlich bietet Worms nicht nur Geschichte und Kultur, und auch wir haben uns durchaus auch mit anderen Dingen beschäftigt. So lässt es sich in der munteren Innenstadt ganz wunderbar shoppen und Eis essen, und auch ein Besuch in einem der zahlreichen schönen Restaurants direkt am Rhein durfte nicht fehlen.

Mir hat unser Kurztrip nach Worms jedenfalls sehr gut gefallen. Die Stadt hat einiges zu bieten und man kann sich dort als Tourist mit Interesse an Geschichte und Kultur problemlos mehrere Tage beschäftigen. Hinzu kommt, dass die Stadt eine angenehme Größe hat, wir konnten alle unsere Ziele fußläufig von unserem Hotel aus erreichen. Für mich war das ein sehr gelungener Urlaub.

Sonntag, 28. Oktober 2018

Münster kann auch laut - das Vainstream Rockfest

In diesem Jahr habe ich mir nach langer Zeit einmal wieder den Besuch eines (verhältnismäßig) großen Festivals gegönnt. Eigentlich habe ich es ja eher mit den kleineren, weniger vollen Festivals, aber das Line Up beim diesjährigen Vainstream Rockfests am 30. Juni in Münster war dann doch einfach unwiderstehlich. Also verließ ich meine kleine Mittelalter-Komfortzone und machte mich ganz alleine auf den Weg zum ausverkauften Haverkamp, um dort auch mal wieder meiner Leidenschaft für härtere Klänge nachkommen zu können. Freundlicherweise durfte ich mich einmal wieder bei einer Freundin in der Stadt einquartieren, und so konnte der Spaß für mich auch schon mit der ersten Band losgehen, die um 9:45 Uhr auf der Bühne stand. 

Stray From The Path erinnerten mich (auch wenn sie das wohl nicht mehr so gerne hören, haha) deutlich an Rage Against The Machine, waren aber auf jeden Fall ein guter Opener und brachten einiges an Energie mit auf die Bühne.

Das Vainstream ist ein Festival ohne Pausen, die zwei großen und die eine kleiner Bühne wurden also immer nahtlos aneinander anschließend bespielt. Als zweite Band standen dann um kurz nach 10 Blessthefall auf dem Programm, die ich vorher nicht kannte und die somit meine Neuentdeckung dieses Tages wurde. Der eher melodische Post-Hardcore der Amerikaner gefiel mir wirklich ausgesprochen gut, während ich mit den beiden Bands danach - Any Given Day sowie Lionheart eher weniger anfangen konnte und die Zeit für einen Rundgang über das Gelände nutzte. Zu dieser Zeit ging das auch noch ziemlich gut, während es im Laude des Tages dann immer enger auf dem ausverkauften Festival wurde. 


Bei den großartige Bury Tomorrow stand ich dann aber wieder aufmerksam vor der Bühne und genoss das tolle Konzert, während ich mir Neck Deep von etwas weiter hinten an einem der wenigen hartumkämpften Schattenplätze anhörte.


Im Anschluss stand auf der etwas abseits liegenden, kleinen Throwdown-Stage ein weiteres, heiß ersehntes Konzert auf dem Plan: Modern Life Is War. Hier wurde ich auch nicht enttäuscht, die Band hat live noch mehr Power als auf den Studioaufnahmen, und der Lautstärkepegel der kleinen Bühne hatte es auch noch wirklich in sich. Für mich ein absoluter Höhepunkt des Vainstreams in diesem Jahr! 


Silverstein, Terror und The Bronx waren alle nicht unbedingt in meinem Interesse und wurden so zum Mittagessen und für eine weitere kleine Schattenpause mit Slusheis genutzt. Es war an diesem Samstag einfach höllisch heiß, und alle Bühnen standen in der prallen Sonne, da waren solche Auszeiten einfach notwendig. Ansonsten hatten die Veranstalter aber auch gut vorgesorgt: in den vorderen Reihen wurde ordentlich Wasser gespritzt, außerdem durfte man ein 1-Liter-Tetrapak Wasser oder Saft mit auf das Gelände bringen und sich auch Wasser bei den Waschbecken an den Toiletten abzapfen. So ließ sich das Wetter problemlos überstehen.

Beim Konzert von Sondaschule erwischte ich dann leider einen schlechten Platz mit Nachbarn, die sich die ganze Zeit so laut unterhielten, dass es das Konzert übertönte. Warum sich solche Leute nicht einfach nach hinten stellen, werde ich wohl nie verstehen, aber sei's drum. Stick To Your Guns, Asking Alexandria und Touché Amoré schaute ich mir dann auch eher nebenher an, während danach ein ganzer Block von Konzerten anstand, die mich überhaupt erst zu diesem Festivalbesuch bewegt hatten.

Los ging es mit Enter Shikari. Diese hatte ich bereits bei meinem letzten Besuch auf dem Vainstream vor einigen Jahren live gesehen, als gut befunden - und dann irgendwie nie weiter verfolgt. Das änderte sich dann mit diesem Auftritt schlagartig. Was für eine Energie, und wie großartig die Stücke vom aktuellen Album "The Spark"! Die nächsten Wochen habe ich quasi nichts anderes mehr gehört, und bei der kommenden Deutschandtour werde ich in Köln auch mit dabei sein, worauf ich mich jetzt schon freue. ♥


Gleich am Anfang ging es dann mit Boysetsfire weiter, die ich schon seit vielen Jahren hatte live sehen wollen. Nie hatte es klappen wollen, aber an diesem Tag war es dann endlich so weit. Meine hohen Erwartungen wurden zum Glück auch nicht enttäuscht. Es wurde ein sehr schöner Auftritt mit einer hervorragenden Stimmung im Publikum. Überall wurde lautstark mitgesungen, insbesondere natürlich bei den Klassikern wie "Empire".


Nach Boysetsfire stand mit Kadavar nochmal eine Band auf dem Programm, die meinem Geschmack nicht so sehr entsprach und ich nutze die Zeit, mir einen guten Platz für den Rest des Abends zu suchen. 

Auf den folgenden Auftritt von Casper war ich auch schon im Vorfeld sehr gespannt gewesen. Obwohl Hip Hop in etwa 99 Prozent der Fälle so gar nicht Meins ist, mag ich die Musik von Casper eigentlich sehr. Allerdings hatte ich bis daher noch nie ein Konzert dieses Genres gesehen, das mich überzeugen konnte. Das sollte sich an diesem Tag dann aber endlich ändern. Ich hatte große Freude an diesem Auftritt, und weite Teile des Publikums schienen ähnlich zu empfinden. Die Stimmung war von Anfang an gut, wurde aber im Laufe des Konzerts sogar immer besser. Viele waren textfest und der Umstieg vom Moshen zum Bouncen fiel nicht besonders schwer.


Als vorletzte Band betraten nach Casper schließlich Bullet For My Valentine die Bühne. Obwohl ich die Band musikalisch wirklich nicht schlecht finde (wobei traurigerweise mein Hauptaugenmerk bis heute auf dem 2005er Debüt "The Poison" liegt), konnten mich die Waliser live nicht wirklich mitreißen. Der Bühnenaufbau war beeindruckend, die Show eher so gar nicht. Das ganze wirkte ziemlich professionell und leidenschaftslos runtergespielt. Für mich ziemlich unerwartet die Enttäuschung des Tages.

Der Abschluss des Festivaltages konnte mich dann aber wieder versöhnlicher stimmen. Auch die Beatsteaks waren eine jener Band, die ich schon lange gerne mal live sehen wollte, erzählt man sich doch auch nur gutes über ihre Bühnenqualitäten. Und der Ruf ist nicht unbegründet: In kürzester Zeit hatte die Band das Publikum voll in der Hand, und die Setlist mit Titeln aus allen Schaffensphasen der Bandgeschichte sollte wohl alle zufriedengestellt haben. Ein großartiger Abschluss für einen wunderbaren Festivaltag in Münster!


Dienstag, 16. Oktober 2018

Die Schotten kommen! - Die Celtic Euregio Days in Herzogenrath-Merkstein

Diesen Sommer war die Region rund um Aachen aus meiner Sicht wirklich gut bedient mit spannenden Veranstaltungen. Eine davon, die Celtic Euregio Days, fand am 16. und 17. Juni auf dem Gelände der Grube Adolf in Herzogenrath-Merkstein statt und konnte sich wirklich sehen lassen!

Der noch relativ junge deutsch-schottische Freundschaftsbund für Kultur und Soziales e.V. veranstaltete dieses schottisch-irische Musikfest in diesem Jahr zum ersten Mal, und glücklicherweise folgten Viele den einladenden Klängen von Pipes und Drums und statteten dem neuen Fest einen Besuch ab. Die Grenznähe bewirkte dabei, dass auch viele Interessierte aus den Niederlanden ihren Weg nach Merkstein fanden.

Moderne Sicherheitsanforderungen kreativ umgesetzt

Auch ich verbrachte mit einer Freundin und meiner Mutter einen ganzen Nachmittag dort, denn es gab viel zu entdecken. Zunächst einmal wäre da das historische Zeltlager, welches wirklich liebevoll und detailtreu war und so eine große Freude zum Betrachten darstellte. Auch die Lagernden waren alle sehr freundlich und interessiert am Austausch mit den Besuchern und gingen gerne auf Fragen ein. 

Glamping à la Charles Stuart

Außerdem gab es auch einige Verkaufsstände, an denen beispielsweise schottische Wollkleidung oder andere landestypische Dinge angeboten wurden. Und dass auch nach Betrachten aller Lager und Stände keine Langeweile aufkam, dafür sorgte ein vielseitiges und interessantes Programm, welches auch schon im Vorfeld online im umfangreichen Programmheft einzusehen war.

Der Verein Scottish Sounds aus Grevenbroich führte die Zuhörer mit Dudelsäcken und Trommeln in die Welt der traditionellen schottischen Musik ein, während die lokale Band Spielmannsfeuer mittelalterliche Klänge präsentierte. Gegen Ende der Veranstaltung gab es auf der Bühne mit Shindig dann auch noch einmal Irish Folk zu hören.

Irish Folk von Shindig

Doch auch andere, nicht musikalische Programmpunkte wurden geboten. So gab es eine Falknershow, Kampfvorführungen sowie eine Modenschau mit traditioneller schottischer Kleidung. Auch lokale Künstler und Vereine, die Nichts mit Schottland zu tun hatten, wie der Verein Bergbaudenkmal Grube Adolf, der auch Mitveranstalter war sowie der Folklorekreis Eurode erhielten bei den Celtic Euregio Days ein Forum, sich einem breiteren Publikum vorzustellen. Zu guter Letzt gab es auch noch eine Tombola für den guten Zweck, mit deren Erlös der gemeinnützige Aachener Verein Centro de los Angeles e.V. unterstützt wurde.

Kampfvorführung

Mit den Celtic Euregio Days ist in diesem Jahr eine spannende neue Veranstaltung im Aachener Raum entstanden, deren Erstauflage auf ganzer Linie überzeugte. Umso erfreulicher ist es da doch zu hören, dass das Fest nächstes Jahr in die zweite Runde gehen soll. Angesetzt ist es für das Wochenende vom 29. zum 30. Juni 2019, Veranstaltungsort soll wieder die Grube Adolf in Herzogenrath-Merkstein sein.

Mittwoch, 10. Oktober 2018

CD-Vorstellung: Fairytale - Autumn's Crown

Hier ist es in der letzten Zeit mal wieder ziemlich ruhig geworden und die Artikel, die noch geschrieben werden wollen, laufen immer weiter auf u_u Immerhin gibt es aber einen guten Grund dafür: ich habe seit Kurzem einen neuen Nebenjob. Da gab es dann erstmal auch allerhand zu klären, nebst zwei Jobs als Katzensitter, und meine Gedanken waren irgendwie überall, aber leider nicht bei meinem Blog. Und so kam es dann auch, dass eine geplante Rezension viel länger warten musste, als das eigentlich der Fall hätte sein sollen.

Gestern ist sie dann aber doch noch fertig geworden, meine Rezension zum Album "Autumn's Crown" von Fairytale. Ihr findet sie auch diesmal wieder bei jarwinbenadar:


Und wer schon so mal etwas reinhören möchte (was ich nur dringend empfehlen kann):