Donnerstag, 27. August 2015

Zu Gast auf einer römischen Baustelle - das LWL Römermuseum in Haltern am See

Am Dienstag habe ich mit einer Freundin mal wieder einen schönen Museumsausflug gemacht. Unser Ziel war dieses Mal das LWL Römermuseum in Haltern am See.

Da wir nicht wussten, wie groß das Museum ist, machten wir uns recht zeitig auf den Weg, um genug Zeit zu haben und betraten das Museum noch vor 12 Uhr Mittags. An der Kasse wurden wir sehr freundlich begrüßt, entrichteten den überaus günstigen Eintrittspreis (2 Euro für Studenten) und folgten dem Rat der Dame am Einlass, unseren Museumsbesuch im hauseigenen Mini-Kino zu beginnen.

Dort erwartete und ein etwa 8-minütiger Film, der uns in das Leben römischer Soldaten in der germanischen Provinz einführte. Der Film zeigte ein sehr realistisches Bild davon, wie es damals ausgesehen haben könnte und entließ uns mit einer Vorstellung davon, wie das Römerlager in Haltern einst aufgebaut war.

Im Anschluss betraten wir die Ausstellung. Neben den normalen Ausstellungsstücken gab es dabei auch noch einige Besonderheiten der aktuellen Sonderausstellung zu sehen. Diese Sonderausstellung, die noch bis zum 27. September zu sehen ist, trägt den Titel "Hier baut Rom" und ist als Mitmach-Ausstellung angelegt.

Und zum Mitmachen und Ausprobieren gab es für Groß und Klein wirklich einiges: Man konnte lernen, mit dem römischen Abakus zu rechnen, auf einer Wachstafel zu schreiben oder ein Haus auf römische Art zu decken. Auch konnte man selber testen, wie schwer das Marschgepäck eines römischen Soldaten wog (locker 18kg!) oder welche Entlastung ein einfacher Flaschenzug bietet.

Natürlich fand sich auch in den Vitrinen viel Informatives: Römisches Geschirr, das in Haltern gefunden wurde konnte ebenso betrachtet werden wie Werkzeuge, Münzen, Waffen oder Nahrungsreste, die Aufschluss über die Ernährung der Soldaten in Germanien gab.

Wir waren insgesamt etwa 3 Stunden in der Ausstellung. Hätten wir alles selber ausprobiert, hätten wir aber auch noch mehr Zeit dort verbringen können. Zudem wird das Museum gerade auch noch erweitert. Auf dem Außengelände entsteht nämlich gerade der Römerpark Aliso. Dort soll bald das Westtor des Halterner Kastells am Originalfundplatz neu entstehen. Später sollen dann auch die Innenbauten folgen. Diese sollen als archäologische Baustelle mit historischen Handwerkstechniken und authentischen Materialien und Werkzeugen errichtet werden. Das Ganze klingt sehr spannend und ich werde sehr gerne wiederkommen, wenn die Bauarbeiten fortgeschritten sind und man die archäologische Baustelle vielleicht auch einmal besichtigen kann.


Infomaterial

Nach dem Museumsbesuch schauten wir uns noch im kleinen Museumsshop um. Dort gab es viele interessante Bücher, aber auch einige nette Mitbringsel und auch kleine Spielereien für Kinder. Ich gönnte mir ein Infoheft der Altertumskommission für Westfalen, welches sich mit dem Römerlager in Haltern beschäftigt. Einige ältere Hefte der Kommission über frühe Burgen in Westfalen konnte man zudem kostenlos mitnehmen, wo ich gerne zugegriffen habe.

Da noch so viel vom Tag übrig war, beschlossen wir, unseren Ausflug nach Haltern noch etwas zu verlängern und statteten dem absolut sehenswerten Naturwildpark Granat noch einmal einen Besuch ab. Es war ein sehr schöner Ausflug!

Mittwoch, 26. August 2015

Flüssige Sonne für alle - Das MPS in Telgte

Eigentlich hatten wir uns das mit dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Telgte ja doch etwas anders vorgestellt. Die ganze Woche hatte wunderschönes Sommerwetter geherrscht und sowas hatten wir uns natürlich auch für das Wochenende gewünscht. Allerdings sah das der Sonnenschein wohl anders und trat pünktlich zum Beginn der Veranstaltung weitestgehend den Rückzug an.

Wir ließen uns natürlich trotzdem nicht aufhalten und bis zum Samstag Abend war uns das Wetter auch relativ gnädig. So konnten wir in aller Gelassenheit das Gelände erkunden und das musikalische Programm, das unter Anderen aus Versengold, Mr. Hurley & Die Pulveraffen und natürlich Saltatio Mortis bestand, genießen. Doch ehrlich gesagt bildete das musikalische Programm an diesem Tag ausnahmsweise mal nur den Hintergrund. Denn wir hatten uns einiges vorgenommen.

Zunächst einmal hatten eine Freundin und ich uns verabredet, unsere Tin Whistles mit auf das Gelände zu bringen. Gerne hätte ich auch noch meine Blockflöte mitgebracht, aber das habe ich mich aufgrund der Wettervorhersage dann doch nicht recht getraut. Als ziemlicher Anfänger auf der Tin Whistle nahm ich an diesem Tag die Rolle des Lehrlings ein und meine Freundin mühte sich, mir eine Melodie von Ye Banished Privateers beizubringen. Das war ziemlich lustig, hat den Umstehenden aber sicher manchmal ein wenig in den Ohren wehgetan. ;)

Außerdem hatten wir uns vorgenommen, ein für uns neues Spiel zu testen: MPS-Bingo!
Original MPS-Bingo nach zwei Tagen Regen :D

Meine Freundin hatte die Idee beim Castlefest entdeckt und die auszufüllenden Felder auf das MPS angepasst. Ich würde sagen, dass das Spiel diesen ersten Test voll und ganz bestanden hat. Es hat sehr großen Spaß gemacht und man hat durch das genaue Hinsehen das ein oder andere skurrile Kostüm entdeckt! :D

Abends wurde es dann aber doch nochmal so richtig interessant in musikalischer Hinsicht: Faun spielten einen ihrer in diesem Jahr so seltenen MPS-Auftritte. Wir machten uns erstmals seit längerer Zeit wieder die Mühe, uns einen Platz in der ersten Reihe zu sichern. Dabei lernten wir zwei nette Damen kennen, die neben uns standen und es stellte sich heraus, dass eine von ihnen in der gleichen Kleinstadt wie ich wohnt. Zufälle gibt es!
Faun, vor dem Regen

Während des Auftritts von Faun passierte es dann. Zunächst wunderte ich mich nur, warum es plötzlich so früh dunkel wurde. Dann entdeckte ich die unschön gelblich-graue Farbe des Himmels. Und dann öffnete jener Himmel auch schon seine Pforten. Innerhalb einer Minute waren wir Tapferen, die vor der Bühne stehengeblieben waren (und das waren doch einige!) nass bis auf die Haut. Der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die Leute tanzten wie verrückt im Regen, die Stimmung steigerte sich sogar noch im Vergleich zu vor dem Regen. Es war wirklich eines der besten Faun-Konzerte, die ich jemals erlebt habe (und ich habe da einige Vergleichswerte :P)!

Was zunächst wie ein typischer Schauer gewirkt hatte, hörte dann aber bestimmt über eine halbe Stunde einfach nicht mehr auf. Als es sich endlich beruhigte, konnte ich meinen Rock und meine Socken auswringen, so nass waren sie. Aber es galt, durchzuhalten, denn mit Knasterbart stand noch ein letzter Punkt auf dem Tagesprogramm. 

Der Sonntag begrüßte uns dann mit Dauerregen. War es zunächst nur ein feiner Regen, ging dieser zum Nachmittag hin in dauerhaften Starkregen über. Es war ein ziemliches Trauerspiel. Meine Schuhe waren noch vom Vortag nass, immerhin trockene Klamotten hatte ich mir aber zum Glück von einer Freundin leihen können. Das Gelände hatte sich in eine einzige große Matschfläche verwandelt und wir verbrachten weite Teile des Tages unter einem der Sonnensegel im Stroh. Irgendwann wurde mir das zu langweilig, sodass ich beschloss, als einzige von uns den ursprünglichen Plan beizubehalten, und mir das Konzert von Omnia trotzdem von vorne anzusehen. Etwa eine Viertelstunde vor Beginn stellte ich mich also in den Regen und sicherte mir somit einen Platz in der dritten Reihe - bei gutem Wetter wäre das ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Belohnt wurde ich mit einem Konzert bei bester Stimmung, denn alle, die da vor der Bühne standen, wollten uneingeschränkt Omnia sehen. Sonst hätte sich das wohl keiner angetan. ;)

Zu meiner eigenen Überraschung habe ich mich an diesem Wochenende nicht erkältet. Wir sind ja mit einigen Jahren MPS-Erfahrung schon an einiges gewöhnt, aber das war selbst für unsere Verhältnisse extrem. In der darauffolgenden Woche habe ich mir endlich Gummistiefel gekauft. So nasse Füße möchte ich mir nämlich nicht noch einmal holen. :D

Montag, 24. August 2015

Totgesagte leben länger - das Wurmstock Festival in Übach-Palenberg

Das war vielleicht eine nette Überraschung, als im Stadtbild des kleinen Örtchens Übach-Palenberg im Juli plötzlich Plakate auftauchten, die für das Wurmstock Festival 2015 warben. Als Jugendlicher bildete dieses kleine Festival einen festen jährlichen Termin in meinem Kalender, bis es eines Jahres (war es 2007?) plötzlich verschwand. Als ich alt genug war, darauf zu stoßen, wurde es schon nicht mehr wie zu Beginn in Übach-Palenberg sondern im Nachbarort Geilenkirchen veranstaltet und bot dort lokalen Bands ein Podium. Galatea, die Schülerband meines Gymnasiums waren eigentlich immer mit dabei. Ebenso die Übacher Punkband Rigids und manchmal auch Cyrcus aus Heinsberg. Bis auf letztere sind heute alle in die Untiefen der Musikgeschichte entschwunden, aber die guten Erinnerungen bleiben.

Doch zurück ins Jahr 2015: Am 9. August war es also so weit und das Wurmstock-Festival ertlebte seine Wiederbelebung in der Klangmuschel im Naherholungsgebiet der Stadt Übach-Palenberg. Ein Veranstaltungsort nur etwa zehn Minuten Laufweg von meiner Haustür entfernt -  dass das zum Pflichttermin wurde, ist wohl kein Wunder. Also kramte ich mein altes Wurmstock T-Shirt aus dem hintersten Winkel des Schrankes und machte mich zu 15 Uhr auf den Weg.

Das Wurmstock hatte sich bei seiner Wiederbelebung ein wenig verändert. Veranstalter waren heute wie damals die Jusos, doch in diesem Jahr schloss sich das Festival einem Familienfest der SPD an. Entsprechend gemischt war das Publikum: Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen, die das schöne Wetter ins Naherholungsgebiet verschlagen hatte, Ausflügler aus den benachbarten Niederlanden. Nur an klassischem jungen Festivalpublikum, die so ein Festival eigentlich anziehen sollte, war eher wenig zu sehen.

Das Herzstück des diesjährigen Wurmstock Festivals bildete außerdem ein Band Contest. Bis auf die letzten zwei auftretenden Bands nahmen alle anwesenden Bands daran teil. Zu gewinnen gab es einen Aufenthalt im Tonstudio, gesponsert vom örtlichen Café Seetreff. Jede Band hatte 30 Minuten Spielzeit, die Entscheidung für den Sieger wurde von einer Jury getroffen. Leider wurde nicht weiter darauf eingegangen, wer in dieser Jury saß und nach welchen Kriterien sie ihre Entscheidung troffen.

Eröffnet wurde das Festival von The Bro. Die drei Herren waren die ältesten Teilnehmer, doch für ihre Band war es wohl das allererste Konzert. Sie präsentierten dem Publikum klassische Blues Rock Musik.
The Bro in der Klangmuschel

Weiter ging es mit Queen's Revenge, einer jungen Alternative Rock Band mit Sängerin. Diese hatten an jenem Tag eindeutig die meisten Fans mitgebracht. Es wurde richtig laut und voll vor der Bühne. Ich war wenig verwundert, dass sie am Ende den Band Contest für sich entscheiden konnten. Musikalisch waren sie zwar nicht meine absoluten Favoriten des Tages, aber sie strahlten wirklich Spielfreude aus und vermochten es, das Publikum mitzureißen!
Queen's Revenge

Es folgte die Band mit dem großartigsten Bandnamen des Tages: Abschaumbad! Begeistert von diesem Namen hoffte ich, dass die drei Jungs auch musikalisch würden mithalten können. Und das konnten sie. Bei Abschaumbad gab es Deutschpunk ohne große Schnörkel und mit einer gehörigen Portion Humor. Die drei kamen einfach total sympathisch rüber und sorgten mit Musik, Ansagen und T-Shirt Verlosung für den einen oder anderen Lacher. Keine Ahnung, was die Coesfelder nach Übach-Palenberg verschlagen hat, aber ich war froh, dass sie da waren!
Abschaumbad

Einen weniger langen Anfahrtsweg hatten die Wegberger von Against Stagnation, die im Anschluss spielten. Die vier Jungs lieferten ein ziemlich solides Rock-Metal Gemisch ab, dem ich persönlich auch gute Siegeschancen für den Band Contest attestiert hätte.
Against Stagnation

Mittlerweile war der Nachmittag schon fortgeschritten und die Reihen der Familienfestbesucher hatten sich bereits etwas gelichtet. Als nächstes angekündigt wurden Devastor aus Aachen. Bandname und Logo schrien nach härteren Tönen, doch als die Band aufbaute, war die Irritaion erst einmal groß. Bunte Hemden? Ein Fronter im One Piece Shirt? Was passiert jetzt? (Und wo hat der das coole Shirt her? :P) Es stellte sich heraus, dass die Band nur ihr Outfit ein wenig an den familienfreundlichen Anlass angepasst hatte. Harte Töne gab es zum Glück trotzdem. Mir gefielen Devastor richtig gut, meine Mutter, die auch mal kurz vorbeigeschaut hatte, schlugen sie jedoch in die Flucht. :D Im Anschluss an den Auftritt verschenkte die Band dann sogar noch einige ihrere CDs. Ich danke an dieser Stelle noch einmal recht herzlich für mein Exemplar!
Devastor

Es blieb auch weiterhin laut. Als letzte Band des Contests traten Never Back Down aus Heinsberg an. Denen klaue ich ihre Genre-Eigenbezeichnung jetzt einfach mal von ihrer facebook-Seite: Melodic Hardcore with Beatdown influences. So. Never Back Down gefielen mir ebenfalls ziemlich gut. Auf der Bühne bot besonders der Fronter vollen Einsatz und stand gefühlt keine Sekunde still.
Never Back Down

Die Jury zog sich nun zu ihren Beratungen zurück, während dem Publikum mit Sleepers eine weitere Band geboten wurde. Ein wenig misstrauisch beäugte ich den Aufbau der Kölner: Warum zur Hölle wurde das Mikro des Frontmanns vor die Bühne gestellt? Und warum hatte das Mikro überhaupt so ein langes Kabel? Wie sich herausstellen sollte, bestritt der Sänger der Band den Auftritt tatsächlich vor der Bühne. Anfangs drehte er dem Publikum dabei ziemlich häufig den Rücken zu, was ich nicht so optimal fand, aber im Lauf des Auftritts bewegte er sich immer mehr in das Publikum, ließ die Menschen über das Mikrokabel springen, als er sich durch die Menge bewegte und forderte Zuschauer durch Hinhalten des Mikros zum Mitsingen auf. Das Ganze war hochgradig faszinierend, zudem traf die Musik wirklich einen Nerv bei mir. Sleepers waren mit ihrem Melodic Hardcore definitiv mein musikalisches Highlight des Tages!
Sleepers

Als Sleepers fertig waren, wurden mit Queen's Revenge die Sieger des Band Contests gekürt. Glückwünsche wurden ausgeteilt, Erinnerungsfotos gemacht. Dann wurde die Bühne wieder frei gegeben für den letzten Act des Tages. Abgeschlossen werden sollte das Wurmstock Festival von Jiggz aus Aachen. Ich blieb noch kurz da, um wenigstens einmal reinzuhören, machte mich dann jedoch bald auf den Heimweg. Jiggz machen Rap, und das ist einfach eine Musikrichtung, für die ich mich nicht begeistern kann.

Mich würde es wirklich sehr freuen, wenn es gelingen würde, das Wurmstock Festival auch in Zukunft wieder regelmäßig durchzuführen. Ich wäre in jedem Fall dabei!

Hier geht es zur vollständigen Galerie!

Montag, 17. August 2015

Neues Video: Vogelfrey - Sturmgesang

Puh, was liegt da bloß für ein Wochenende hinter mir? Ein hartes, unermesslich nasses, aber doch irgendwie ganz schönes, um es mal kurz zu fassen. Damit stehen nun schon zwei Festivalberichte aus, aber ich bin heute viel zu müde für einen längeren Artikel.

Alternativ, so habe ich mir gedacht, gäbe es da doch mal wieder ein schönes neues Video, welches es sich zu präsentieren lohnt. Also mache ich das doch mal:

Die Nordlichter von Vogelfrey kamen nämlich vor einigen Tagen mit einem neuen Video daher. "Sturmgesang" ist ein Vorbote des wahrhaft lang erwarteten dritten Albums der Band, welches am 28. August endlich erscheinen soll und auf den Namen "Sturm und Klang" hören wird.

Es gibt mal wieder Folk Metal vom Feinsten, das Reinhören lohnt sich!


Viel Spaß mit dem Video, die Festivalerlebnisse der vergangenen zwei Wochen folgen dann hoffentlich in den nächsten Tagen. :D

Freitag, 14. August 2015

Dies und das

Eigentlich habe ich ja noch einen Festivalbericht ausstehen, aber ich hatte auch mal wieder Lust, etwas zu schreiben, das nichts mit irgendwelchen besuchten Veranstaltungen zu tun hat. Also mache ich das jetzt einfach. :)

Eigentlich herrscht in meinem Leben momentan das totale Chaos. Mein näherrückender 27. Geburtstag in Kombination mit einem noch immer nicht abgeschlossenen Masterstudium stellen mich vor ungeahnte Herausforderungen. Sämtliche Stellen machen mir klar, dass man in diesem Alter einfach nicht mehr studieren sollte. Und ich bin ja auch froh, wenn ich endlich fertig bin, aber ein paar letzte Monate dauert es halt leider noch. Und es war ja auch nicht so geplant. Meine Familie wurde innerhalb der letzten zwölf Monate von einer Katastrophe nach der anderen heimgesucht, da fiel es zeitweise echt schwer, sich auf das Studium zu konzentrieren. Ohne meine Freunde und das, was wir eben so in der Freizeit zu tun pflegen, wäre ich sicher durchgedreht.

Vor zwei Wochen gab es aber auch endlich mal wieder ein freudiges Ereignis: Unsere zugelaufene Katze hat wieder Junge bekommen, diesmal sechs putzmuntere kleine Gesellen.
Drei von sechs kleinen Kätzchen

Leider gab es aber auch hier bald Probleme. Ihren angestammten Platz auf der Terasse musste die Katzenfamilie nämlich wegen der großen Hitze verlassen. Als Alternative boten wir ihr einen Platz im Gerätehäuschen unter unserem großen Magnolienbaum. Doch auch das ging nicht lange gut. Unsere Nachbarn haben nämlich seit einiger Zeit einen großen Hund in Pflege, eine Bordeax Dogge. Der Hund ist eigentlich total lieb und unsere Katze (die übrigens Jammerjule heißt), hat sich auch nie an ihm gestört. Bis der Hund vorgestern den Fehler machte, beim Gassigehen seine Schnauze ein paar Zentimeter durch das Tor unserer Garageneinfahrt zu stecken. Jule ging zum Angriff über und seitdem herrscht zwischen den beiden Krieg. Unter der Magnolie kann die Katze den Hund sehen, und das konnte sie danach offenbar nicht mehr ertragen. Darum ist sie gestern mit den Kleinen nochmal umgezogen, unter einen Brombeerstrauch. 

Und wir sterben jetzt bei jedem Regenschauer tausend Tode. Denn da ist es natürlich nicht richtig trocken. Aber wir wissen auch nicht, was wir sonst machen sollen. Wieder Umsiedeln bringt leider nichts, bedeutet nur Stress für die Katzen und die Jule bringt die Kleinen dann gleich wieder zurück. Und unter der Terasse, was ansonsten eine gute Alternative wäre, ist es natürlich noch immer viel zu warm. :(

Ich persönlich freue mich ja trotzdem über die Wärme. Durch das gute Wetter war es mir auch erstmalig seit Jahren möglich, etwas von den Perseiden mitzubekommen. In der Nacht auf Donnerstag saß ich eine Weile draußen und konnte in der Zeit immerhin fünf Sternschnuppen beobachten. Und das, obwohl die Beobachtungsbedingungen hier nicht optimal sind. Leider sehe ich nämlich nur einen sehr eingeschränkten Teil des Himmels und muss zudem damit leben, dass zwei Straßenlaternen in unseren Garten scheinen.

Gestern Abend ist mir beim allnächtlichen In-den-Himmel-schauen jedoch etwas ganz besonderes aufgefallen: Wetterleuchten! Ich war wirklich fasziniert, denn so stark habe lange habe ich das noch nie beobachten können. Es war absolut still, kein Wind wehte und direkt über meinem Kopf leuchteten die Sterne, trotzdem wurde der Himmel in der einen Richtung immer wieder blitzartig hell erleuchtet. Das war schon wirklich ein Ereignis...

Mittwoch, 12. August 2015

Castlefest Nachbericht Teil 6: Mehr als nur Musik

Da ich mich in den vergangenen Beiträgen hauptsächlich auf das Bühnenprogramm konzentriert habe, ist vielleicht der Eindruck entstanden, dass es sich beim Castlefest um ein reines Musikfestival handelt. Das kann ich nun aber so nicht stehen lassen, denn es wird dem Festival einfach nicht gerecht. Darum habe ich nun zum Abschluss noch einige nicht-musikalische Eindrücke gesammelt.

neben dem Bühnenprogramm gibt es auf dem Castlefest noch zahlreiche andere Sachen zu sehen, zu erleben und zu bestaunen. Es gibt Workshops, Lesungen, einen LARP-Bereich, ein kleines Steampunkdorf, und und und...

In diesem Jahr gab es sogar einen Wunschbaum, an den man seine Wünsche an bunten Bändern anhängen konnte. Die Art der Wünsche war ganz unterschiedlicher Natur. Von Keksen und Bier bishin zum Weltfrieden war eigentlich alles dabei. Auch ich konnte nicht widerstehen und habe eines angebracht. Was da drauf stand, bleibt aber geheim. ;)
 Der Wishing Tree

Außerdem gibt es Walking Acts wie Medusa, die in jedem Jahr Kostüme zu einem neuen Thema präsentieren. Dieses Mal wurde es dabei ziemlich echsenhaft grün:
Medusa

Aber auch die Besucher auf dem Castlefest zeigen gerne, was sie können - und viele können da einiges. Zahlreiche Leute sind mit Pois, Hula Hoops oder Kontaktjonglageausrüstung unterwegs, stellen sich irgendwo hin und legen einfach los:
Kontaktjonglage

Und natürlich wird getanzt, was das Zeug hält. In Deutschland ist man da ja meist etwas reservierter, aber beim Castlefest tanzt praktisch jeder. Das schöne dort ist ja auch: jeder kann tanzen, wie er möchte. Niemand wird sich daran stören oder lachen, wenn jemand nicht im Rhytmus tanzt oder sich sehr expressiv bewegt. Das macht Lust zuzugucken oder sogar mal mitzumachen, auch wenn man weiß, dass man eigentlich nicht besonders gut tanzen "kann". Davon könnte man sich hierzulande wirklich mal eine Scheibe abschneiden.
Überall tanzende Menschen!
Fächertanz

Aber auch für ernste Themen wie Umweltschutz ist auf dem Castlefest Raum: So gibt es beispielsweise die großartigen Greenthingz, eine Gruppe grüner Waldwesen, die dafür sorgen, dass kein Müll in der Gegend herumgeschmissen wird. Außerdem sind Greenpeace jedes Jahr vertreten. Neben einem Informationsstand gibt es immer zahlreiche Spendenboxen auf dem ganzen Gelände.

Großartig finde ich auch die Greenpeace-Aktion "Free Tree Hugs":


Die Möglichkeit, einen Baum zu umarmen, wird wirklich gerne genutzt und ich finde es einfach eine total schöne Idee. :)

Dieses Gesamtpaket aus guter Musik, entspannt miteinander feiernden Menschen und einer schier grenzenlosen "Sei-und-mach-was-du-willst"-Mentalität macht das Castlefest für mich zum schönsten Festival der Welt. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Mal!

Dienstag, 11. August 2015

Castlefest Nachbericht Teil 5: Der Sonntag musikalisch

Ein bisschen wehmütig wurde ich ja schon, als es am Sonntag morgen ans Packen ging und wir unser Bed & Breakfast verlassen mussten. Das Ende des Castlefests war plötzlich viel zu nah... Doch ein (wenn auch verhältnismäßig kurzer) Festivaltag lag ja zum Glück noch vor uns!

Los ging es mal wieder mit Kelten zonder Grenzen, zu deren Klängen trotz der frühen mittäglichen Stunde schon eifrig getanzt wurde. Leider gab es bei diesem frühen Set im wesentlichen Paartänze, ich musste mich also mit Zugucken begnügen. Bei Ketten - und Reihentänzen mache ich ja gerne mal mit, aber Paartänze sind nicht so meins, da schaue ich lieber nur zu... ^^
Tanzende bei Kelten zonder Grenzen

Im Anschluss statteten wir Theodor Bastard einen Besuch ab. Der Bandname stellte sich als etwas irreführend heraus, wir hatten halt irgendwie mit einem Theodor gerechnet, landeten dann aber bei einer vierköpfigen Band mit einer etwas entrückt wirkenden Sängerin. Überraschung geglückt. :D

Theodor Bastard machten aber in jedem Fall mal ziemlich interessante Musik, die zu beschreiben mir aber reichlich schwer fällt. Ziemlich experimentelle Sachen mit Ethno/World Music Einschlag. In jedem Fall spannend, wenn auch an mancher Stelle ein wenig irritierend. Auf jeden Fall eine Band, die ich persönlich im Auge behalten möchte.
Unerwartet - Theodor Bastard

Danach ließen wir uns wieder ein bisschen treiben, erledigten noch die letzten Einkäufe, schauten uns noch einmal gründlich um und landeten irgendwann bei den leicht verrückten Dänen von Trolska Polska. Da gab es eine Trollparty mit allem was dazu gehört. Es wurde sich über den Boden gerollt und dutzende Festivalgäste, die ihre Instrumente dabei hatten, durften auf der Bühne mitmusizieren.
Trolska Polska

Gegen Mittag besuchten wir noch einmal unseren heißgeliebten Stand von Vegetarisch in Berlin. Für mich gab es da an diesem Tag ein leckeres geröstetes Käse-Spinat Sandwich. Und mit den letzten Münzen wurde dann später noch ein leckerer Fruchtbecher erstanden. Super erfrischend mit selbst zusammengestelltem Obst.

Relativ entspannt von hinten genossen wir dabei Omnia, die sich mit Maria von Euzen eine Gastsängerin eingeladen hatten und später dann auch noch Drehleierunterstützung von Fieke van den Hurk bekamen. Natürlich spielte die Band zum Abschluss auch "Morrigan" und man findet wohl selten ein lauter mitschreiendes Publikum als das auf dem Castlefest. Festival und Songs gehören ja auch einfach zusammen, selbst wenn die Band das Lied mittlerweile auch anderswo regelmäßig spielt.
Omnia mit Unterstützung von Maria

Gleich nach Omnia machten wir uns noch ein letztes Mal auf den langen Weg zur kleinen Meadow Stage, um Triskilian zu sehen. Im schönsten Sonnenschein machten wir es uns auf der Wiese bequem,  lauschten den Folkklängen der Band und beobachteten die tanzenden Paare, die das Parkett vor der Bühne bevölkerten. Im Anschluss tätigte ich den letzten Musikkauf des Wochenendes und bin nun endlich stolzer Besitzer der wirklich großartigen CD "°neo".
Jule von Triskilian

Und plötzlich war es dann soweit: Das letzte Konzert des Castlefests 2015. Die Niederländer von Prima Nocta spielten auf der Hauptbühne klassische mittelalterliche Marktmusik im Stile von Corvus Corax. Eigentlich hatten wir das Konzert auch gar nicht bis zum Ende ansehen wollen, standen uns doch noch etliche Stunden Rückfahrt bevor. Aber dann musste noch dies und jenes erledigt werden und plötzlich war gar nicht mehr so viel Zeit bis zum Ende. Und außerdem hatte man ja von so einem interessanten Ritual während des letzten Konzerts gehört, das man schon ganz gerne mal sehen wollte...

Also blieben wir und sahen erstmalig den "Fruit Cocktail" live. Beim Castlefest hat es sich nämlich so eingebürgert, dass während des letzten Konzerts Mitglieder der Crew als Früchte verkleidet auf die Bühne kommen und stagediven. Und ich bin so froh, dass wir endlich einmal dageblieben sind, denn das Ganze war wirklich ein Heidenspaß! :D

Es gibt auch schon ein schönes Video davon:



Und das war es dann auch schon wieder, das Castlefest 2015. Jetzt heißt es wieder ein Jahr warten. Das Zimmer für nächstes Jahr ist schon reserviert. Wir kommen ganz bestimmt wieder! :)

Eine kleine Fortsetzung folgt noch! ;)