Da ist doch tatsächlich schon wieder ein neues Jahr angebrochen und die Blog-Berichterstattung hängt noch irgendwo im letzten Sommer fest *hüstel*. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, allen Lesern ein frohes neues Jahr zu wünschen. Hoffentlich seid ihr alle gut reingerutscht und könnt auf ein gutes Jahr 2019 zurückblicken.
Für mich war 2019 definitiv ein gutes Jahr. Klar, nicht alles lief perfekt und es schmerzt mich immer noch, dass ich in diesem Jahr mein armes, kleines Kaninchen für immer gehen lassen musste, aber insgesamt verbinde ich mit dem nun vergangenen Jahr hauptsächlich positive Erinnerungen.
Auch musikalisch war 2019 ein wirklich spannendes Jahr. Die Liste der spannenden Neuerscheinungen im Mittelalter- und Folkbereich wollte förmlich kein Ende nehmen. Und hier ist sie nun für euch, meine Musik des Jahres 2019. Wie immer alphabetisch sortiert. Existierende Rezensionen werden verlinkt, die Fehlenden bei Lust und Laune nachgeliefert. Oder eben auch nicht. Oder erst in ein paar Jahren, wer weiß das schon. :P
Wacken - dieser Name klingt in den Ohren von Freunden härterer Klänge nach dem gelobtem Land. Auch ich habe schon seit meiner Teenagerzeit davon geträumt, einmal dorthin zu fahren - geklappt hat es aber nie, und seit acht Jahren ist das große Sommerfestival eh aus dem Rennen, weil es zeitlich stets mit meinem Lieblingsfestival, dem in einer ganz anderen Szene ebenfalls legendären Castlefest, zusammenfällt. Doch im Februar bot sich nun tatsächlich die Möglichkeit, es einmal nach Wacken zu schaffen. Seit drei Jahren findet dort nämlich noch ein zweites Festival statt, das Wacken Winter Nights. Es handelt sich dabei um ein viel kleineres Festival als die große Sommeredition, und der Schwerpunkt liegt deutlich mehr auf Mittelalter und Folk Metal, was meinem Musikgeschmack sowieso sehr entgegen kommt.
Freitag Morgen machten wir uns zu viert mit dem Auto auf den Weg. Die Fahrt von Rheine aus nahm natürlich einiges an Zeit in Anspruch, aber mit guter Musik (Heilung!) und guter Gesellschaft ließ sich das schon problemlos meistern. Die Verkehrlage meinte es auch nicht schlecht mit uns, sodass wir wie geplant in den Mittagsstunden an unserer gebuchten Wohnung in einem Dorf etwa eine halbe Stunde von Wacken entfernt ankamen. Die Besitzer des Hauses, in dem wir die Wohnung hatten, erwiesen sich als sehr nett und auch die Wohnung war so schön, dass man dort auch gerne einen längeren Urlaub verbracht hätte. Unsere Pläne waren aber natürlich etwas andere, sodass wir uns nur flott einrichteten und uns dann auf den Weg gen Wacken machten.
Das kleine Örtchen war mir vom ersten Moment an sympathisch. Alle dort - Festivalbesucher, Bewohner, Ordner - waren superfreundlich und gut gelaunt, die Stimmung erwartungsvoll. Selbst das Wetter hatte beschlossen, für dieses besondere Wochenende mal eben eine Art Vorfrühling einzuläuten. Beste Bedingungen also! Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg vom Parkplatz zum Gelände - ein langer, langer Weg, der uns besonders auf den abendlichen Heimwegen noch ganz schön quälen sollte. xD
Am Einlass erhielten wir unsere Bändchen sowie einen Goodie Bag. Dieser war gefüllt mit allerhand netten und nützlichen Sachen wie Kugelschreiber, Feuerzeug oder Halsbonbon gegen Heiserkeit vom Mitgröhlen. Leider war der Gurt etwas kurz, sodass es nicht ganz so einfach war, sich das Teil irgendwo festzumachen - wohl dem, der einen Gürtel hatte, an den er das Ding hängen konnte.
Auf dem Festivalgelände angekommen, machten wir erstmal eine Runde, um uns einen Überblick zu verschaffen. Das Gelände war überschaubar, aber schön. Die größten, überdachten Bühnen trugen wohlklingende Namen wie Ice Palace und Theatre Of Grace. Die Mystic Woods Bühnen mussten wir eine ganze Weile suchen, da wir nicht damit gerechnet hatten, dass es sich gar nicht um Bühnen im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr um lauschige Plätzchen nahe der Bäume auf dem Gelände handelte.
Musikalisch fanden wir unser Zuhause für dieses Wochenende aber im Wesentlichen im Ice Palace, einem riesigen Zirkuszelt mit der größten Bühne des Festivals. Schon am Freitag konnte sich das Line Up dort sehen lassen. Die verrückten Norweger von Trollfest schafften wir zeitlich leider nicht mehr und während des folgenden Auftritts von Arkona erkundeten wir lieber das Gelände, aber danach waren wir eigentlich nicht mehr aus dem Zelt zu bekommen. Am frühen Abend spielten dort Heilung, eines der absoluten Highlights dieses Festivals und auch insgesamt einer der Hauptgründe, Wacken in diesem Jahr endlich zu besuchen. Diese Band ist live ein derartiges Erlebnis, ihre Musik so einzigartig, das muss man einfach mal gesehen haben! Weiter ging es dann mit den Finnen von Turisas, die sich auch schnell als sehr stimmungsvolle Liveband erwiesen. Im Anschluss blieb uns kurz Zeit, dem Theatre Of Grace einen Besuch abzustatten, doch beim Auftritt von Bannkreis war leider keine Chance mehr auf einen Platz. Selbst der Platz vor dem Zelt mit der Bühne war voll mit Menschen, die einen Blick auf das neue Projekt von Subway To Sally-Sänger Eric Fish erhaschen wollten. Auf den Headliner dieses Abends, Korpiklaani, hatten wir uns im Vorfeld alle gefreut, doch deren Auftritt wurde leider die große Enttäuschung des Wochenendes. Ich habe die Band schon mehrere Male live gesehen, die Auftritte waren stets großartige, wilde Parties - doch an diesem Abend war es einfach nur furchtbar langweilig. Die Band hatte sich aus irgendeinem Grund entschieden, sämtliche Hits aus dem Programm zu nehmen und auf neuere und auch ältere, weniger bekannte Songs zu setzen - was bei einem feierwütigen Festivalpublikum, welches ja nicht nur aus Hardcorefans der Band besteht, aber einfach nicht funktionierte. Der Funken sprang nicht über, der Raum vor der Bühne leerte sich zusehends. Auch wir räumten irgendwann enttäuscht das Feld. Das war ein Auftritt, welcher der Band so gar nicht gerecht wurde und ihr sicher wenig neue Freunde beschert hat.
Auch am Samstag verbrachten wir den Hauptteil unserer Zeit wieder im Ice Palace, angefangen mit dem nachmittäglichen Auftritt der Folk Metal Band Vogelfrey, die mit einem durchweg coolen, sympathischen und unterhaltsamen Auftritt überzeugte. Im Anschluss wurde es dann düster mit dem epischen Pagan Metal von Moonsorrow. Die Band kannte ich vorher nur flüchtig, der Sound überzeugte mich aber auf ganzer Linie. Die Finnen haben das eben drauf mit dem Metal. ;) Eluveitie im Anschluss mauserten sich jedoch ganz schnell zu meinem musikalischen Tageshighlight. Der Auftritt, den sie an diesem Tag in Wacken hinlegten, war der Beste der Schweizer, den ich bisher miterleben durfte. Ein Hit folgte dem nächsten, Sound und Stimmung waren gewaltig. Ein richtig, richtig gutes Konzert! Headliner an diesem Abend waren Saltatio Mortis, die wir uns jedoch nicht mehr ansahen.
Ehe wir es uns versahen, war auch schon der letzte Festivaltag angebrochen. Dieser wurde im IcePalace mit The O'Reillys and the Paddyhats fulminant mit Irish Folk Punk eröffnet. Die gute Laune konnte man dann auch gleich beibehalten, als nächstes standen nämlich Feuerschwanz auf der großen Bühne. Deren Auftritt hatte ich gar nicht in Gänze sehen wollen, aber es war einfach so lustig, dass wir im Endeffekt doch ziemlich bis zum Schluss dort blieben. Danach ging es dann flott weiter ins Theatre Of Grace, um die letzte Gelegenheit wahrzunehmen, die Dänen von Huldre live zu erleben. Diese gaben beim Wacken ihr Abschiedskonzert. Ich muss ja zugeben, dass mich die Folk Metal Band um Sängerin Nanna Barslev auf CD nie so ganz überzeugen konnte, die verwandten reinen Folk-Projekte Asynje und Gny waren mir immer lieber. Aber live auf der Bühne erwies sich die Band als durchaus erfreuliches Erlebnis und ich war froh, diese lezte Möglichkeit genutzt und dem Auftritt eine Chance gegeben zu haben. Viel zu schnell nahte dann aber auch schon das Ende des Festival-Wochenendes. Dieses kam in Form von meiner Lieblingsband Faun, was für mich natürlich einen perfekten Abschluss bildete. Und auch wenn man auf den ersten Blick meinen könnte, Faun und Wacken würden denkbar schlecht zusammenpassen, wurde die Band hervorragend angenommen. Auch gestandene Metalheads zeigten sich sichtlich begeistert vom Auftritt der Band. Ein schöneres Ende hätte zumindest ich mir für unseren Wacken-Ausflug nicht vorstellen können!
Obwohl mein Bericht nun irgendwie den Eindruck erweckt, wir hätten nur vor der Bühne des IcePalace geklebt, ist das natürlich gar nicht wahr. Das Festival fing jeden Tag erst zu sehr angenehmer Zeit gegen Mittag oder gar erst am frühen Nachmittag an, sodass uns einiges an Zeit blieb, ausgiebig zu frühstücken und dann noch das Örtchen Wacken zu erkunden. So besuchten wir natürlich die bekannten Wacken-Skulpturen und statteten dem Wacken Store sowie dem Wacken Outlet einen Besuch ab und deckten uns mit allerlei Souvenirs ein. Neben dem quasi obligatorischen T-Shirt besitze ich nun auch eine Wacken-Schneekugel, einen großen Einkaufbeutel sowie eine Packung Wacken-Kaffee. Und zu unserem großen Entzücken gibt es in Wacken sogar so eine Memodaillen-Maschine. Das sind diese Dinger, in denen man ein 5-Cent-Stück plattkurbelt und so daraus ein Andenken herstellt. Für die Dinger bin ich ja tatsächlich immer zu haben. :D
Und auch auf dem Gelände bekamen wir selbstverständlich nicht nur das Programm auf den großen Bühnen mit. Bei der Old Village Chapel und den beiden Mystic Woods-Spielstätten trafen wir auch immer wieder auf die unterschiedlichsten Bands. Neben alten Bekannten wie Trollfaust, der Pressgëng und MacCabe & Kanaka durften wir dort auch spannende neue Musik entdecken. So zum Beispiel die verrückten kalifornischen Piraten von The Dread Crew Of Oddwood oder die Münsteraner von Dragol, die mich mit ihrer spannenden, atmosphärischen Performance irgendwo zwischen Musik, Rollenspiel und wirklich düsterem Märchen auf sehr positive Weise ein bisschen an die frühen Sachen von Goethes Erben erinnert haben.
Dragol
Wie man diesem laaangen Bericht wohl unschwer entnehmen kann, haben wir wirklich so einiges erlebt bei unserem ersten Besuch in Wacken. Auch wenn es sich beim Wacken Winter Nights um ein deutlich kleineres Event handelt als beim großen Bruder im August, hat sich die weite Anfahrt in meinen Augen auf ganzer Linie gelohnt. Musik und Sound waren klasse, die Größe sehr angenehm. Alle Beteiligten Künstler, Mitarbeiter und Besucher wirkten durchweg entspannt und gut gelaunt, was dem Festival eine klasse Atmosphäre verschaffte. Und wer weiß, vielleicht geschieht ja irgendwann mal ein kleines Wunder und es tut sich die Möglichkeit auf, auch im Sommer nochmal wiederzukommen. Bis dahin ist es aber in jedem Fall schön zu wissen, dass auch in den sonst eher festivalarmen Wintermonaten ein lohnender Grund besteht, dem beschaulichen Wacken einen Besuch abzustatten!
Die erste Veranstaltung im neuen Jahr ließ nicht lange auf sich warten. Am 13. Januar beehrten die Nordlichter von Vogelfrey die Domstadt Köln. Unterstützung erhielten sie dabei von Reliquiae - wenn das nicht gleich zwei gute Gründe zum Hinfahren waren, weiß ich auch nicht.
Vorbei an den traurigen Resten des nur Tage zuvor abgerissenen Undergrounds (was für ein Verlust das ist!), machten eine Freundin und ich uns auf den Weg zum Jungle Club. Dieser war auch schnell gefunden und überraschte durch eine interessante Kombination aus Clubbetrieb und Getränkemarkt. Streng betrachtet ja nicht die dümmste Verbindung...
Reliquiae machten ihre Sache natürlich wieder einmal sehr gut und heizten dem Publikum ordentlich ein. Anfangs deutlich im Mittelaltermarkt-Bereich angesiedelt, hat die Band in den vergangenen Jahren immer deutlicher Kurs Richtung Folkmetal genommen, was besonders bei den Liveshows zum Tragen kommt.
Obwohl nicht ausverkauft, war das Konzert glücklicherweise schon von Anfang an nicht schlecht besucht und die Leute schienen allgemein ganz gut in Feierlaune zu sein.
Das merkte man dann umso mehr, als mit Vogelfrey die Headliner auf die Bühne kamen. Die Band präsentierte an diesem Abend ihr aktuelles Album "In Ekstase", welches den meisten Anwesenden aber ohnehin schon bekannt war, sodass bei Songs wie "Mittelalter Rockstar" wunderbar mitgesungen werden konnte. Auch einige ältere Stücke wie "Heldentod" durften aber im Set natürlich nicht fehlen. Am Ende des Konzerts waren alle gut durchgeschwitzt, aber sichtlich glücklich und ließen Vogelfrey selbstverständlich nicht ohne ordentliche Zugabe von dannen ziehen.
Auch wir waren sehr zufrieden mit dieser Eröffnung unseres Konzertjahres 2018. Schon allein die Kombination Reliquiae und Vogelfrey passte ganz hervorragend (können wir das bei Gelegenheit mal wiederholen?), und dann waren auch noch beide Auftritte richtige Highlights. Und die nächsten Konzetbesuche waren schon in Planung und versprachen, dass dieses Jahr veranstaltungstechnisch ganz sicher kein Schlechtes werden würde!
Am vergangenen Samstag verschlug es mich an einen für mich ganz neuen Ort, nämlich in das sauerländische Altena. Dort fand an diesem Wochenende das mittelalterliche Winterspektakulum statt.
Burg Altena
Bei der Ankunft lag das beschauliche Städtchen schon im Dämmerlicht, und so bot die Burg Altena schon aus der Ferne vom Bahnhof aus gesehen einen hübschen Anblick. Jedoch barg die späte Ankunft mit der hereinbrechenden Dunkelheit auch ein kleines Problem in sich. Die Idee, den schon auf den Tourismus-Seiten im Internet als sehr steil beschriebenen Fußweg zur Burg zu Fuß zu bestreiten, erschien mir plötzlich wie eine sehr dumme Idee. Im Dunkeln einen mir fremden, bewaldeten Berg zu erklimmen ist eine Sache, die für orientierungslose und halbwegs nachtblinde Menschen wie mich nach langen Irrwegen und schmerzhaften Verstauchungen klingt. Doch zum Glück bietet Altena eine Alternative: den Erlebnisaufzug!
Dieser war schnell gefunden und stellte sich trotz langer Warteschlange und einiger Skepsis gegenüber einer zu bezahlenden Aufzugfahrt als weitere lohnenswerte Attraktion neben der Burg heraus. Nach dem Einlass spaziert man nämlich erst einmal durch einen museumsartigen Tunnel, der so allerhand zu bieten hat. Wer Zeit hat, kann sich an Audiostationen zahlreiche Legenden und Märchen aus der Region anhören. Außerdem passiert man auf seinem Weg allerhand interaktive Spielereien, die nicht nur Kinder zum innehalten und Spaß haben bewegen. Im Nachhinein bereue ich keinen Cent des zunächst nur zähneknirschend bezahlten Eintrittsgeldes!
Der Aufzug am Ende des Tunnels schließlich brachte die Besucher schließlich Schwall für Schwall nach oben zur Burg - und das in sehr bequemen 30 Sekunden. Ausgespuckt wurde man wirklich direkt in die Burg. Dort bot sich dann im Burghof und der Vorburg ein kleiner, aber sehr stimmungsvoller Mittelaltermarkt. Wer wollte, konnte auch das Burgenmuseum besichtigen und einen Rundgang durch die wirklich schöne Burg unternehmen. Aufgrund der späten Anreise blieb uns dafür aber leider kaum Zeit. Schließlich gab es für diesen Besuch einen konkreten Anlass, nämlich das Konzert von Vogelfrey.
Wir richteten uns also vor der Bühne im Burghof ein und stellten fest, dass es sich streng genommen sogar um zwei Konzerte handelte. Oder 1 1/2. Wie man so will. Zunächst betraten nur Sänger Jannik und Geiger Alex die Bühne, um dem Publikum unter dem Namen "Die Affenbrüder" einen kleinen Vorgeschmack zu bieten. Das ergab ein schönes, kleines Akkustik-Set, bei dem neben einer sehr ruhigen Version von "Heldentod" auch fremde Stücke von den Streunern oder Subway To Sally sowie der WoW-Kulthit "Die Horde rennt" dargeboten wurden.
Nach einer Pause folgte dann das Set vom Vogelfrey in kompletter Besetzung. Es wurde ein großartiges Konzert mit einer Setlist, die wohl kaum Wünsche offenließ. Vom "Ball der Gehängten" über "Der Tusch" bis zu "Strohfeuer" war von allen drei Alben der Band etwas dabei, und viele der Anwesenden kannten die Texte und sangen gerne mit. Alle anderen ließen sich gerne überreden, Textstücke zu lernen, schlicht Lalala zu singen und im Takt zu klatschen. Sänger Jannik hatte außerdem großen Spaß mit den anwesenden Kindern in der ersten Reihe und schaffte es, diese so für die Show zu begeistern, dass die Meisten fast das ganze Konzert sehr aufmerksam vorne sitzen und stehen blieben.
Vogelfrey
Obwohl Vogelfrey schon deutlich länger spielten, als es das Programm angekündigt hatte, ging das Konzert viel zu schnell vorbei. Noch während der Klänge des letzten Stückes mussten wir uns dann allerdings schon auf den Weg zurück zum Aufzug machen, um unseren Zug nicht zu verpassen.
Die Rückfahrt wurde ein Alptraum mit heimkehrender, im Fahrradabteil kiffenden Fußballfans und einem aggressiven Ballermannfan, der bei uns ebenso penetrant wie laut eine sicherlich sehr tragische musikalische Bildungslücke schloss. Wobei sich mir bis heute nicht so recht erschließen will, wo der Zusammenhang zwischen dem weiblichen Busen und Kartoffelsalat besteht. ;)
Alles in Allem war es aber ein wunderschöner Tag und ich würde Burg Altena gerne nochmal an einem ganz normalen Tag besuchen, um mir einfach die schöne Burg und das Museum anzusehen. Vielleicht ergibt sich ja irgendwann nochmal die Gelegenheit dazu.
Guten Tag allerseits! Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich in diesem neuen Jahr die Zeit gefunden habe, mich hier einmal wieder zu Wort zu melden. Trotzdem möchte ich euch allen noch ein frohes neues Jahr wünschen und hoffe, dass ihr gut reingerutscht seid.
Bei mir war Silvester selbst eher unspektakulär, ich war zu Hause und habe versucht, meine kleine Katze zu trösten. Für Tiere ist dieses Fest einfach die Hölle.
Nun ist es also Zeit für meinen jährlichen musikalischen Rückblick. Ich habe lange überlegt, ob ich sowas für 2015 wirklich wieder machen soll, habe ich doch im letzten Durchgang fast das ganze Jahr benötigt, um alle angedachten Rezensionen zu veröffentlichen. Doch da pure Vernunft bekanntlich niemals siegen darf und 2015 musikalisch ein wirklich sehr produktives Jahr für viele Künstler meiner Szene war: hier ist sie, meine Liste mit der besten Musik 2015. :D
Saltatio Mortis - Zirkus Zeitgeist ohne Strom und Stecker
Versengold - Live
Vogelfrey - Sturm und Klang
Vroudenspil - Fauler Zauber
V/A - Herbstmond
Für die Alben von meiner Favoritenliste werde ich in jedem Fall Rezensionen schreiben und diese hier verlinken, bei denen von der zweiten Liste werde ich es ganz nach Lust und Laune halten. Es sollte mich fast schon wundern, wenn ich es bei allen schaffe. :D
Bevor ich mich aber den Alben widme, steht noch ein letzter Konzertbericht vom Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt aus. Mit etwas Glück kommt dieser noch heute.
Es neigt sich schon dem Ende zu, das zweite Wochenende des Phantastischen Mittelalterlichen Lichter Weihnachtsmarkts (kurz: PLWM) in Dortmund. Daran, dass ich gerade hier sitze und darüber schreibe, lässt sich schon erahnen: für mich persönlich ist es schon vorbei. Und irgendwie lief eh alles anders als geplant.
Zwei ganze Tage im Fredenbaumpark - Freitag und Samstag - hätten es werden sollen, zusammen mit einer Freundin. Doch wie das Leben nunmal manchmal so ist, wurde die Freundin krank und ich stand alleine vor den Scherben der gemeinsamen Wochenendplänen. Dumm gelaufen, die Sache. Da stand ich nun also vor den Alternativen a) das Wochenende gelangweilt und leicht frustriert zu Hause verbringen oder b) alleine hinfahren.
Zwei Bands waren es schließlich, die den Ausschlag für Variante b) gaben. Zwei ganze Tage alleine fand ich dann aber doch zu deprimierend, weswegen ich mich am Freitag und am Samstag aufmachte, den Markt für zwei Ultrakurzausflüge anzupeilen.
Der PLWM in der Dämmerung
Am Freitag erreichte ich den Markt gegen 16:30 Uhr und wurde, noch bevor ich auch nur eine Runde über das Gelände drehen konnte, von Dudelsackklängen angezogen. Immer den Ohren nach erreichte ich bald den Schauplatz des Geschehens und fand mich mitten in einem Auftritt von Comes Vagantes wieder. Die Spielleute traten nicht auf einer Bühne auf (na gut, das Schlagwerk stand auf einer kleinen Bühne) und bewegten sich mit ihren Instrumenten auch immer wieder mitten durch ihr Publikum. Es war ein schöner Auftritt, klassische Marktmusik genauso, wie ich sie mag.
Anschließend fand ich noch die Zeit, für eine kleine Runde über das Gelände, bevor ich es mir schließlich in der ersten Reihe vor der Weihnachtsbühne gemütlich machte und auf die Band wartete, die eigentlich der einzige Grund für meinen Besuch an jenem Tag war.
17:30 Uhr war es dann auch schon so weit und Qntal betraten die Bühne. Obwohl keine typische MPS-Band, hatten sie eine ordentliche schar Fans angelockt und brachten auch viele der vorbeischlendernden Besucher dazu, innezuhalten und sich ihren Auftritt anzuschauen. auch ich war bald mehr als überzeugt, dass allein dieses Konzert die 2 1/2 stündige Anfahrt aus dem Aachener Umland absolut wert war.
Im Konzert ging es mal ruhig, mal lauter zu und die Mischung aus alten, mittelalterlichen Texten und Melodien und elektronischen Beats kam meinem Eindruck nach allgemein sehr gut an. Mich hat sie jedenfalls sehr fasziniert. Es sollte mich verwundern, wenn irgendjemand es bei Songs wie "Flamma" schaffte, nicht zumindest Kopf und Beine im Takt zu bewegen.
Syrah von Qntal
Ich wäre begeistert, wenn dies nicht das einzige Gastspiel von Qntal auf einer MPS-Veranstaltung bleiben würde. Schauen wir mal, was das nächste Jahr diesbezüglich so bringt...
Wäre meine Freundin nicht krank gewesen, hätte an diesem Freitagabend mit Vogelfrey noch ein weiteres musikalisches Highlight gewunken. So gab es aber keine Möglichkeit für mich, den Auftritt zu sehen und danach auch noch zu einer annährend humanen Zeit nach Hause zu kommen. Also musste ich diesen Punkt schweren Herzens streichen und machte mich ziemlich bald nach dem Auftritt von Qntal auf den Heimweg.
Der nächste Tag sah ähnlich aus: Am frühen Nachmittag machte ich mich auf den Weg und erreichte pünktlich zum zweiten Set von Versengold das PLWM-Gelände. Man merkte gleich, dass Versengold in dieser Szene mittlerweile einen richtig fetten Bekanntheitsstatus erreicht haben, denn es war unheimlich voll vor der Bühne. Leider dauerte das Set nur eine halbe Stunde, machte aber mit Songs wie "Einerley" und "Voll wie mein Krug" trotzdem richtig gute Laune. Zum Abschluss kündigte die Band noch an, später am Tag an der Drachenschenke das Release ihres ersten Livealbums feiern zu wollen. Eine Feier, die ich leider nicht mehr mitbekam.
Pínto, Paule und Honza von Versengold
Nach dem Konzert machte ich mich auf, das Nikolausgeld, was ich von meinen Großeltern bekommen hatte (vielen, vielen Dank dafür!) sinnvoll in ein Omnia-Shirt zu investieren. Motiv "Omnia est Chaos". Ich liebe es! ♥
Dann pflanzte ich mich wieder in die erste Reihe und wartete auf den Auftritt von Omnia. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich diese Band, die zu meinen absoluten Favoriten zählt, mittlerweile live gesehen habe. Es ist einfach jedes Mal wieder ein Erlebnis. Auch die Wartezeit vor dem Auftritt war nicht allzu langweilig, da Omnia es erstaunlicherweise immer wieder schaffen, auch ihren Soundcheck in etwas zu verwandeln, das man sich gerne anschaut. Und um 18 Uhr war es dann auch schon so weit und Omnia betraten die Bühne.
Satria von Omnia
Auch sie hatten ein riesiges und sehr textsicheres Publikum mitgebracht, welches bei älteren Stücken wie "Alive!" ebenso mitsingen konnte wie bei den Songs des letzten Albums "Earth Warrior". Von Jennys brandneuem quasi-Soloalbum "Naked Harp" gab es leider nichts zu hören, es konnte aber natürlich am Merchzelt der Band erstanden werden. Eine Investition, zu der ich persönlich nur wärmstens raten kann.
Als Omnia die Bühne wieder verließen, offenbarte ein Blick auf meine Uhr, dass ich wirklich spät dran war. Ich hatte es also ziemlich eilig, das Gelände Richtung U-Bahn Station zu verlassen. Leider verstreuten sich die Massen nur sehr langsam, zäh wie Kaugummi flossen die Menschenströme dahin. Also tat ich, was getan werden musste und nahm die Abkürzung an den Feuerstellen vorbei. Da ging nämlich kein Mensch. Mir war auch klar, warum das so war, handelt es sich doch um die wohl heimtückischste, schlammigste Stelle auf dem ganzen Gelände. Die Stelle, an der man sieht, was für großartige Arbeit Gisi und seine Mitarbeiert geleistet haben, indem sie weite Teile des Geländes mit Matten und ähnlichem ausgelegt haben, um sie begehbar zu halten. Das nur mal so für die ganzen "Ist aber matschig hier!"-Nörgler.
Fazit der Aktion: Meine Schuhe brauchen heute eine Tiefenreinigung, aber die verdammte U-Bahn ist nicht ohne mich gefahren. :D Dann mal bis nächstes Wochenende, lieber Phantastischer Mittelalterlicher Lichter Weihnachtsmarkt in Dortmund! :)
Puh, was liegt da bloß für ein Wochenende hinter mir? Ein hartes, unermesslich nasses, aber doch irgendwie ganz schönes, um es mal kurz zu fassen. Damit stehen nun schon zwei Festivalberichte aus, aber ich bin heute viel zu müde für einen längeren Artikel.
Alternativ, so habe ich mir gedacht, gäbe es da doch mal wieder ein schönes neues Video, welches es sich zu präsentieren lohnt. Also mache ich das doch mal:
Die Nordlichter von Vogelfrey kamen nämlich vor einigen Tagen mit einem neuen Video daher. "Sturmgesang" ist ein Vorbote des wahrhaft lang erwarteten dritten Albums der Band, welches am 28. August endlich erscheinen soll und auf den Namen "Sturm und Klang" hören wird.
Es gibt mal wieder Folk Metal vom Feinsten, das Reinhören lohnt sich!
Viel Spaß mit dem Video, die Festivalerlebnisse der vergangenen zwei Wochen folgen dann hoffentlich in den nächsten Tagen. :D
Nachdem sich meine Hoffnungen auf einen Besuch der Elf Fantasy Fair
am vergangenen Samstag auch in diesem Jahr wieder zerschlagen hatten
(irgendwann schaff ich es wieder da hin *seufz*), hatte ich eigentlich
mit einem langweiligen Wochenende gerechnet. Zum Glück kommt es aber
manchmal auf positive Weise anders als man gedacht hat und so ging es
dann am Freitag relativ spontan nach Essen. Dort hatten sich in der
Zeche Carl gleich drei Bands angekündigt.
Los ging es mit Harpyie. Leider musste ich nach einigen Liedern einmal wieder feststellen, dass ich mit dieser Band einfach nicht warm werde. Harpyie
machen mitterlalterliche Musik mit deutlichen Folk-Metal-Elementen und
müssten damit eigentlich total in meinen Musikgeschmack passen. Tun sie
aber nicht. Da es meiner Freundin ähnlich ging, verließen wir nach "Blutsbrüder" den Saal und überließen den Fans der Band den Platz. Man kann und muss ja zum Glück nicht alles mögen.
Als Harpyie nach knapp einer Stunde die Bühne
verließen, nahmen wir unsere Plätze vor der Bühne dann auch gerne wieder
ein, denn als nächstes spielten Metusa. Die präsentierten sich auch an diesem Abend wieder in Hochform, sodass sich für "Gemeinsam" eine ganz ordentliche Rudermannschaft fand und sich auch weite Teile des Publikums zu den Klängen von "In der Taverne" zu einem Tänzchen überreden ließen. Es macht ganz den Anschein, dass Metusa nach dem letzten, ziemlich gravierenden Line-Up Wechsel endgültig zu alter Stärke zurückgefunden haben.
Gegen 23 Uhr betrat dann schließlich der Hauptact des Abends die Bühne. Vogelfrey
aus Hamburg enterten die Bretter stilvoll im Assassinen-Outfit, um dann
bis weit nach Mitternacht Folk Metal vom feinsten zu spielen. Zu hören
hab es dabei sowohl Songs der schon veröffentlichten zwei Platten als
auch Material des bald erscheinenden dritten Albums "Sturm und Klang". Und es sei gesagt: Man bekam verdammt große Lust, das fertige Album bald in Händen halten zu dürfen!
Auch war es ehrlich gesagt ziemlich großartig, tatsächlich mal eine Band
zu sehen, die sich einen Ventilator auf die Bühne stellt um sich dann
von diesem die Metal-Haarpracht kunstvoll hochwehen zu lassen. So ein
bisschen Gepose ist doch manchmal echt ne feine Sache. Und wir haben
Sänger Jannik echt um die Fluffigkeit seiner Haare beneidet! :D
Leider ereilte uns an diesem Abend wieder einmal das Schicksal, die
Location vor Ende der Veranstaltung verlassen zu müssen, sodass wir die
letzten Songs und die Zugabe nicht mehr mitbekamen. Ob es wohl noch
Feenfleisch gab? :D
Hörprobe:
Die Rückfahrt gestaltete sich dann leider eher unangenehm, da wir den
Zug mit einer Horde Kerle teilen mussten, die gerade in bester Bierlaune
vom Frei.Wild-Konzert in Oberhausen kamen und dann den halben Zug mit
ihrer Handymucke beschallten...