Bestens ausgeschlafen machten wir uns am Freitag gegen Mittag wieder auf den Weg zum Veranstaltungsgelände. Der erste volle Castlefest-Tag stand an, und es standen so einige tolle Programmpunkte an!
Pyjama Party mit La Horde
Los ging es für uns um kurz nach 12 mit der mittlerweile schon fast traditionellen Pyjama Party von La Horde, die auch dieses Mal wieder ein großer Spaß wurde - Kissenschlacht und ausufernde Macarena-Tänze inklusive. In diesem Jahr hatten sich die Musiker von La Horde sogar eigene "Good Morning, Castlefest!"-T-Shirts drucken lassen, und wie immer verbreiteten sie mit ihrer manchmal augenzwinkernden Musik und den unterhaltsamen Ansagen gute Stimmung und sorgten für einen gelungenen musikalischen Auftakt des Tages.
Der Wickerman
Im Anschluss wurde es dann erstmal Zeit für einen kompletten Rundgang über das Gelände sowie natürlich für einen Besuch beim Wickerman, um unsere Opfer darzubringen. Der Wicker kam 2019 als majestätischer Wolf daher, der einerseits für individuelle Stärke, andererseits aber auch für die Bedeutung der Gruppe stand. Ganz davon abgesehen, dass Wölfe zu meinen Lieblingstieren gehören, war auch mein Opfer in diesem Jahr ein für mich persönlich sehr bedeutsames, weswegen mir dieser Wickerman wohl noch lange in besonderer Erinnerung bleiben wird...
Monique von Cesair
Den Nachmittag über ließen wir uns dann mal hierhin, mal dorthin treiben. Wir statteten dem PaganFolk Panel mit unter anderem Waldkauz einen kurzen Besuch ab, wechselten dann aber zur ForestStage, um noch ein wenig das Konzert von Cesair zu genießen.
Christopher & Maria von u.a. Euzen im Q&A-Panel
Danach ging es zurück zur CastlefestAcademy mit dem unterhaltsamen Q&A mit Maria und Christopher von Songleikr, Euzen und Heilung, bei dem sich ulkigerweise auch Gitarrist Harald bei den Fragenden einreihte, um nach dem Verbleib der Autoschlüssel zu fragen. Im Anschluss blieb noch Zeit zum Essen sowie für einen Besuch bei The Sidh, welche die Forest Stage einmal wieder von vorne bis hinten zum Tanzen brachten.
Hein von Shireen
Als es langsam dunkel wurde, stand dann das erste von zwei tollen und von mir heiß erwarteten Konzerten an. Auf der gemütlich gelegenen Meadow Stage gaben sich Shireen die Ehre und lieferten einen wirklich beeindruckenden Auftritt ab. Die ohnehin schon beeindruckenden Songs von "Matriarch", dem ersten und bisher einzigen Album des Band, entfalten live tatsächlich noch einmal eine ganz andere Dynamik und Intensität - ein Bühnenerlebnis, welches man sich nicht entgehenlassen sollte! Umso bedauerlicher, dass wir nicht ganz bis zum Ende bleiben konnten, weil wir in dem Dilemma steckten, auch beim letzten Konzert des Abends gerne noch einen guten Platz zu ergattern.
Euzen rocken die Forest Stage
So machten wir uns zu den letzten Tönen von Shireen auf den doch recht langen Weg zur ForestStage, wo wir pünktlich für den Beginn des letzten Konzerts des Tages eintrafen. Auf der Bühne standen Euzen, deren Auftritt ebenso wie die Lichtshow mal wieder eine totale Wucht war! Sängerin Maria, diesmal im militärisch angehauchten Outfit, schafft es einfach wie keine Zweite, die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln - ihre Stimmgewalt und Bühnenpräsenz waren auch bei disem Konzert wieder beeindruckend.
So ging dann auch dieser erste Festivaltag gefühlt viel zu schnell zu Neige und mit dem Samstag stand schon der wohl wichtigste und am besten besuchte Tag des Castlefests vor der Tür. Doch davon natürlich mehr im nächsten Post...
Irgendwie haben mich momentan die Schreibfaulheit und eine hartnäckige Erkältung voll im Griff. Darum hinke ich nun irgendwie richtig massiv hinterher mit den Dingen, über die ich eigentlich noch so hatte schreiben wollen. Zeit, der liegen gebliebenen Arbeit den Kampf anzusagen!
Kurz vor Weihnachten (ich sagte ja, es ist massiv) ergab sich relativ spontan ein Tagesausflug zum Winter Castlefest. Eigentlich ist der Weg ins niederländische Lisse ja ein bisschen weit für einen solchen spontan-Tagestrip, aber das Line Up war so gut, dass wir diesen Umstand gekonnt ignorierten und am Samstag einfach fuhren. Und was für ein Glück, dass wir das getan haben!
Ein bisschen merkwürdig war es schon, das uns in den mittlerweile recht zahlreichen Jahren, die wir das sommerliche Castlefest schon besuchen so vertraute Gelände plötzlich im tiefsten Winter wiederzusehen. Doch das Glücksgefühl ließ trotz leichten Nebels nicht lange auf sich warten, denn die Castlefest-Stimmung war zweifelsohne da.
Wir erreichten das Festivalgelände ziemlich pünktlich zu Beginn des ersten Konzertes. Dieses wurde von Sowulo im warmen Zelt gegeben. Die Konzerte sollten sich fortan den ganzen Tag ziemlich nahtlos auf jener Bühne im Zelt und einer kleinen Freiluft-Bühne abwechseln. Während dieses ersten Konzerts fiel es mir noch ziemlich schwer, mich auf das Geschehen auf der Bühne zu konzentrieren, sodass ich Sowulo irgendwie eher gehört als gesehen habe. Doch da war eben noch zu viel Neues um mich herum, Eindrücke wollten gesammelt werden und das Zelt in Augenschein genommen werden. Trotzdem habe ich das Konzert von Sowulo als sehr schön in Erinnerung, die Band heizte dem Publikum ordentlich ein und präsentierte dabei auch gleich das eine oder andere neue Stück. Schließlich hatten sie sich das Winter Castlefest zum Release-Termin ihres neuen, zweiten Albums "Sol" auserkoren, welches gleich nach dem Konzert Einlass in meine Musiksammlung fand.
Die kurze Konzertpause nach dem Auftritt von Sowulo nutzten wir, um uns den Rest des Geländes ein erstes Mal näher anzusehen. Ein erster Rundgang war relativ schnell bewerkstelligt, umfasst das Areal doch nur einen Bruchteil der Fläche des großen Castlefests im August.
Im Anschluss konnten wir uns dann wieder im Zelt aufwärmen und dabei die Klänge von Shireen genießen. Auch die spielten einiges bisher unveröffentlichtes Material, welches große Lust auf das in Arbeit befindliche erste Album der Band machte.
Ohne Pause ging es nach dem Auftritt von Shireen draußen mit Virelai weiter, die wir natürlich nicht verpassen wollten. Es war schon eine ganze Weile her, dass man die Band auf einem Castlefest erleben durfte und sie waren von uns schmerzlich vermisst worden. Hier bot sich auch die erste tolle Gelegenheit zu tanzen, wie man eben nur auf einem Festival wie dem Castlefest tanzen kann. Angeführt von Sängerin Mia tanzten wir gefühlt eine Viertelstunde in großen Kreisen und Schleifen über das Gelände. Anstrengend, aber auch superspaßig!
Virelai
Wieder ohne Pause fingen im Zelt Seed mit ihrem Set an, bei denen wir aber leider eine Auszeit nehmen mussten. Irgendwann muss man nunmal auch grundlegende menschliche Bedürfnisse befriedigen, und schon am frühen Nachmittag vor Hunger umfallen wäre doch irgendwie dumm gewesen ;) Während Seed also im Zelt sicher einen tollen Auftritt hinlegten (ich habe keinen Grund daran zu zweifeln, durfte ich mich von den Live-Qualitäten der Band doch zuletzt wenige Monate zuvor auf dem Sommer Castlefest überzeugen), begaben wir uns zum Frying Dutchman.
Danach ging es dann aber mit voller Energie weiter, als auf der Außenbühne Asynje spielten. Wenn es eine Band gibt, deren Abwesenheit beim Castlefest mich in den vergangenen Jahren richtig, richtig hart getroffen hat, dann war es die von Asynje. Denn diese Band passt einfach zu diesem Festival, als wären sie füreinander geschaffen worden. Insbesondere den Song "Viking Party Polka" verbinde ich so stark mit dem Castlefest und er weckt jedesmal so schöne Erinnerungen, dass ich am liebsten sofort anfangen würde, durch den Raum zu tanzen, wenn ich ihn höre. Notfalls auch durchs Zugabteil, wenn ich ihn eben unterwegs höre. :P
Jedenfalls wurde natürlich auch dieses Asynje-Konzert ein absolutes Highlight des Tages, zumal Sängerin Nanna in einer ganz - nennen wir es mal "speziellen" - Laune war und so abging, dass selbst ihre Bandkollegen aufrichtig erstaunt wirkten.
Asynje
Das anschließende Konzert von The Dolmen sahen wir auch nicht ganz komplett, denn es wurde Zeit, dem Auto einen Besuch abzustatten um die mittlerweile gesammelten Einkäufe zu verstauen. Zu der Sowulo-CD hatten sich nämlich in der Zwischenzeit noch CDs von Trolska Polska, Asynje und The Dolmen sowie ein Castlefest-Geburtstagskalender gesellt. Die Bands hatten sich wahrlich nicht lumpen lassen, was neue Veröffentlichung pünktlich zum Winter Castlefest anging! Das Finale des Konzerts bekamen wir zum Glück aber doch noch mit, und es ließ mich ein wenig bedauern, den Rest verpasst zu haben. Aber so ist das nunmal, wenn es den ganzen Tag quasi keine Pausen im Line-Up gibt, und wir hatten wirklich lange überlegt, welche Auftritte wir "opfern" würden und uns mit Seed und The Dolmen schweren Herzens für die beiden entschieden, die wir schon im August gesehen hatten.
Mittlerweile war es draußen vollständig dunkel geworden. Als letzte Band auf der Außenbühne spielten Trolska Polska ihre einzigartigen Trollklänge. Die Dänen hatten sich dabei gleich ganz kompromisslos entschieden, ihr ebenfalls gerade erschienenes zweites Album "Untold Tales" komplett vorzustellen und gar keine alten Stücke zu spielen. Das Konzept ging auf, Band und Publikum hatten sichtlich Spaß beim imitieren von Trolltänzen- und Geräuschen.
Die gute Stimmung wurde dann gleich weiter ins Zelt getragen, wo Rastaban ihren Auftritt hatten. Die Belgier bewiesen wieder einmal, dass sie eine super Liveband sind, und brachten das Publikum ordentlich zum tanzen. Ich freute mich an diesem Tag bereits darauf, dass ich die Band keine zwei Wochen später bei ihrem ersten Deutschland-Konzert auf dem Mittelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund würde wiedersehen dürfen.
Nach dem Konzert gab es dann tatsächlich mal eine Spielpause, die wir für einen weiteren Besuch beim Frying Dutchman nutzen (ist sehr lecker da, aber das kulinarische Angebot war bedauerlicherweise auch wirklich etwas arg klein, sodass sich die Alternativen in Grenzen hielten). Danach suchten wir uns einen Platz für das Yule-Ritual.
Dieses wurde 2016 von Taloch Jameson, dem Sänger von The Dolmen geleitet, der auch in seiner englischen Heimat in derartigen Zeremonien aktiv ist und das Ritual zu einem ganz besonderen, unvergesslichen Erlebnis machte. Ganz dicht bei uns stand eine Gruppe junger Leute, die ziemlich negativ auffielen, weil sie das Ganze offensichtlich für einen dummen Scherz hielten. Kaum hatte Taloch jedoch mit der Zeremonie begonnen, wurden auch sie ganz still. Jeder lauschte seinen Worten, die - obwohl nicht laut - im ganzen Publikum verstanden werden konnten. Wie beeindruckend es schließlich war, als plötzlich die ganze versammelte Menschenmenge schwieg. Und was für eine Kraft sie dann entwickelte, als alle gemeinsam anhoben zu summen und schließlich zu rufen! Das waren wirklich ein paar magische Minuten für alle Versammelten.
Leider blieb nicht viel Zeit, um ganz in Ruhe den Gedanken und Gefühlen nachzuhängen, die eine solche Zeremonie in einem auslöst, folgte doch sogleich das letzte Konzert des Festivaltages. Dieses wurde von den wunderbaren Euzen gespielt. Wie üblich klebten meine (und sicherlich nicht nur meine) Augen förmlich das ganze Konzert über auf Sängerin Maria, die einfach eine sagenhafte Ausstrahlung und Bühnenpräsenz besitzt. Das großartige Outfit, dass sie trug (entworfen von Annicke, der Sängerin von Shireen) fing ebenfalls die Blicke der Leute ein.
Es wurde ein wundervoller Ausklang für einen durch und durch schönen Festivaltag. Die Musik von Euzen lud zum tanzen und singen und sich einfach nur wohlfühlen ein. Viel zu schnell ging der Auftritt dann auch seinem Ende entgegen und es wurde Zeit, sich zu verabschieden von diesem wundervollen Ort mit all seinen wundervollen Menschen.
Wir sehen uns im August, liebes Castlefest. Und vielleicht sehen wir uns dann ja auch nochmal im Dezember. Und ganz vielleicht dann auch nicht nur für einen Tag. Mal schauen, was die Zeit für Möglichkeiten eröffnet! ♥
Und weiter geht es mit einem Titel von meiner Musik des Jahres 2015-Liste. Auch dies wieder ein Titel, der mir sehr am Herzen liegt.
Interpret: L.E.A.F.
Album: Lys
Erschienen: 13. Oktober 2015
Label: Screaming Banshee
Tracklist:
01. Flamme | 02. Sol | 03. Ran | 04. Terveh | 05. Harpa Toner | 06. Nymånen | 07. Vinda | 08. Fylgja | 09. Suurin | 10. Lys
Was lange währt, wird endlich gut. Dieses alte Sprichwort trifft auf das erste Studialbum von L.E.A.F. in vollem Ausmaß zu. Es ist die erste Veröffentlichung des Projektes um die niederländische Musikerin Kaat Geevers aka Kati Ran seit der selbstbetitelten EP 2012. Dass sich seitdem viel getan hat im Hause L.E.A.F. zeigt sich schon bei einem Blick ins Booklet. Ursprünglich als Band begonnen, besteht L.E.A.F. nun mehr nur noch aus Kaat selbst. Verschiedene befreundete Musiker begleiten die CD dafür als musikalische Gäste, unter ihnen Maria Franz und Christopher Juul (Euzen), Oliver S.Tyr (Faun) oder Kai Uwe Faust (Heilung).
Musikalisch hat es L.E.A.F., wie schon der Albentitel "Lys" sowie die meisten der Songtitel verraten, mit diesem Werk in den hohen Norden Europas, also nach Skandinavien verschlagen. Gehüllt in wunderschön ruhige, folkige Klänge und untermalt von Instrumenten wie der schwedischen Nyckelharpa oder dem Dulcimer erzählen die Lieder alte, skandinavische Geschichten ("Harpa Toner", "Nymånen") oder beschwören die alten nordischen Götter ("Lys"). Wunderschön auch die Ballade "Vinda" aus der Feder von Maria Franz, die das Stück auch gesanglich unterstützt. Doch auch Ausflüge in andere Kultur - und Sprachkreise werden auf "Lys" unternommen. "Fylgja" kommt trotz des altnordischen Titels mit deutschem Text daher, während "Terveh" und "Suurin" [was jedoch nicht wie im Booklet angegeben "Wolf", sondern "der Größte" heißt - Verzeihung & Klugscheißermodus off] die Zuhörer nach Finnland entführen.
Die musikalische Entwicklung, welche das Projekt L.E.A.F. in den vergangenen Jahren durchgemacht hat, wird besonders schön am Beispiel von "Nymånen" deutlich, welches auch schon auf der 2012er EP zu hören war. Obwohl klar wiederzuerkennen, hat sich das Stück auch hörbar weiterentwickelt. Instrumentierung und Produktion lassen das Stück viel dichter klingen, auch hat Sängerin Kaat klar an ihrer Aussprache der skandinavischen Sprachen gearbeitet.
Was wirklich alle Songs des Albums gemeinsam haben, ist eine ganz besondere Stimmung, die zum Träumen einlädt. Auch Charlotte Boers Design zur CD - unaufdringlich und schlicht, aber gerade damit wunderschön und durch und durch ansprechend - passt meiner Meinung nach perfekt zu dieser Stimmung, die sich für mich nur schwer in Worte fassen lässt. Versuchen will ich es trotzdem.
Manchmal verbinde ich mit einem Lied oder einem Album eine bestimmte Jahreszeit, einen bestimmten Ort, eine bestimmte Zeit. "Lys" ist so ein Album, und ich empfinde es stark als eine CD, die in die Nacht gehört. Wenn es draußen dunkel geworden ist, ich auf dem Rückweg von einem schönen Ausflug erschöpft im Zug sitze oder nach Hause laufe, dann kann ich mit diesem Album alles um mich herum vergessen und mich einfach darin verlieren. Es gibt mir dann einfach ein wundebar geborgenes Gefühl, diese CD zu hören. So ist es L.E.A.F. mit "Lys" gelungen, sich innerhalb kürzester Zeit einen Platz unter den Alben zu ergattern, die ich sicher noch lange und oft mit großer Freude werde genießen können. Ich empfehle jedem, der sich für Nordic Folk und Pagan Folk erwärmen kann, diesem Album ein Ohr zu leihen.
Irgendwie bin ich momentan ein wenig blogfaul, allerdings war im vergangenen Monat auch einfach nicht allzu viel los, was meine Motivation hätte beflügeln können. Wenige Unternehmungen, viel grau, Winter von seiner unerfreulichsten Seite. Alles sieht aber danach aus, dass sich das im Februar endlich wieder ändert - zumindest habe ich große Pläne. :D
Nun aber zum Thema dieses Beitrags. Ich hatte ja in meinem Post zum letzten L.E.A.F-Video "Suurin" bereits angekündigt, dass noch ein weiteres optisches (und natürlich auch akustisches) Meisterwerk des Nordic Folk Projektes zu erwarten sein. Und am Sonntag war es dann auch endlich so weit.
Das zweite L.E.A.F-Video entstand zum norwegischen Song "Vinda". Sängerin Kaat / Kati bekommt hier musikalische Unterstützung von Jaqueline von Helisir.
"Vinda" findet sich auch auf dem Album "Lys" (ich bleib dabei: Rezension folgt bald), dort allerdings mit Unterstützung von Maria Franz (Euzen), von der auch der wunderschöne Text stammt.
Dann mach ich mich mal ans Werk, auf dass es nicht wieder so lange wie im vergangenen Jahr dauert. :D Hier kommt die erste Rezension zu meiner Musik des Jahres 2015 Liste.
Interpret: Euzen
Album: Metamorph
Erschienen: 20. Februar 2015
Label: Westpark Music
Tracklist:
1. The Stage | 2. The Order | 3. Mind | 4. Wasted | 5. Phobia | 6. Vis A Vis | 7. Metamorph | 8. Me And My | 9. Ours | 10. Words | 11. Mirage
"Metamorphose". Der Duden versteht darunter eine Umgestaltung oder Verwandlung, der Begriff findet in vielen Gebieten Verwendung. Die Dänen von Euzen haben ihn nun als Vorlage für den Titel ihres neuen, Anfang vergangenen Jahres erschienenen, dritten Studioalbums "Metamorph" herangezogen. Wie bereits bei seinen Vorgängern geht es auch auf dieser lang ersehnten Erscheinung wieder gewohnt elektronisch-experimentell zu.
Die Musik von Euzen mit Worten zu beschreiben fällt nicht leicht, zumal sich die Band mit jeder Veröffentlichung neu zu erfinden scheint. Was jedoch auf allen Alben prägnant bleibt, sind die elektronischen Klanglandschaften, die Tausendsassa Christopher Juul - vielen auch noch von Valravn oder als Betreiber der Lava Studios in Kopenhagen bekannt - schafft. Deren Klänge fallen bei einigen Liedern von "Metamorph" ungewohnt hart aus und setzen so ganz neue Akzente in der Musik der Band. Richtig gewaltig kommen Songs wie "The Stage" oder "Wasted" durch sie rüber. Zunächst ist man überrascht, doch bald schlagen einen die Klänge in ihren Bann.
Euzen wären natürlich nicht Euzen ohne ihre Sängerin. Maria Franz weiß auch auf "Metamorph" wieder vollstens zu überzeugen, stimmlich wie auch textlich. Passend zur Musik wirkt auch ihr Gesang experimentierfreudig und schafft es mühelos, die unterschiedlichsten Stimmungen der Songs zu transportieren. In "Wasted" hört man förmlich die Wut und den Tadel über sinnlos und leichtfertig verschwendete Talente, während in "Phobia" eine mysteriös-erotische Stimmung mitschwingt.
Überhaupt sind die Texte auf "Metamorph", wie von Euzen nicht anders erwartet, wieder äußerst interessant und vielschichtig. 0815-Liebeslieder sucht man hier glücklicherweise vergebens. Manche der Texte wie "Wasted" tragen eine klare Botschaft, der zu lauschen sich lohnt. Andere wiederum wirken durchaus kryptisch und wollen von jedem selbst interpretiert werden. So findet sich im Booklet der CD auch zu jedem der Lieder ein Wörterbucheintrag, welcher nicht immer in offensichtlichem Zusammenhang mit dem jeweiligen Song steht.
Insgesamt besticht das Album durch ein Artwork, welches hervorragend dessen Stimmung transportiert. Die CD kommt im schicken Digipack, welches komplett in Graustufen gehalten ist. Bandfotos gibt es keine, dafür tauchen die Musiker als Wachsfiguren auf, deren Gesichtszüge jedoch nur angedeutet sind.
Euzen fordern ihre Hörer auf dem aktuellen Album, sowohl zur Musik als auch zu den Texten muss sich jeder erst einen Zugang suchen. Doch wer aufmerksam zuhört und seinen Kopf benutzt, der wird mit "Metamorph" mit einem weiteren Meisterwerk dieser außergewöhnlichen Band belohnt. Hut ab für dieses bemerkenswerte Album!
Guten Tag allerseits! Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich in diesem neuen Jahr die Zeit gefunden habe, mich hier einmal wieder zu Wort zu melden. Trotzdem möchte ich euch allen noch ein frohes neues Jahr wünschen und hoffe, dass ihr gut reingerutscht seid.
Bei mir war Silvester selbst eher unspektakulär, ich war zu Hause und habe versucht, meine kleine Katze zu trösten. Für Tiere ist dieses Fest einfach die Hölle.
Nun ist es also Zeit für meinen jährlichen musikalischen Rückblick. Ich habe lange überlegt, ob ich sowas für 2015 wirklich wieder machen soll, habe ich doch im letzten Durchgang fast das ganze Jahr benötigt, um alle angedachten Rezensionen zu veröffentlichen. Doch da pure Vernunft bekanntlich niemals siegen darf und 2015 musikalisch ein wirklich sehr produktives Jahr für viele Künstler meiner Szene war: hier ist sie, meine Liste mit der besten Musik 2015. :D
Saltatio Mortis - Zirkus Zeitgeist ohne Strom und Stecker
Versengold - Live
Vogelfrey - Sturm und Klang
Vroudenspil - Fauler Zauber
V/A - Herbstmond
Für die Alben von meiner Favoritenliste werde ich in jedem Fall Rezensionen schreiben und diese hier verlinken, bei denen von der zweiten Liste werde ich es ganz nach Lust und Laune halten. Es sollte mich fast schon wundern, wenn ich es bei allen schaffe. :D
Bevor ich mich aber den Alben widme, steht noch ein letzter Konzertbericht vom Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt aus. Mit etwas Glück kommt dieser noch heute.
Heute möchte ich endlich zu Ende bringen, was ich vor knapp 10 Monaten begonnen habe, nämlich meine Musik-Bestenliste des vergangenen Jahres. Asche über mein Haupt, aber da hat tatsächlich noch ein Titel gefehlt, nämlich die einzige Musik-DVD, die es auf die Liste geschafft hat. Und wenn ich jetzt damit fertig bin, kann ich ja quasi schon mit meinen Favoriten dieses Jahres anfangen...vielleicht bin ich dieses Mal ja etwas schneller...ich bin hoffnungslos! *seufz* :D
Interpret: Euzen
DVD: Live From The Euzeniverse
Label: Westpark Music
Erscheinungsdatum: Ende 2014/Anfang 2015
Technische Daten:
Picture Format: PAL 16.9 | Disc Format: DVD 9 | Region Code: 0 | All Areas | Audio: PCM
Tracklist:
1. Vilje | 2. Mellow Flow | 3. Cruel All By Myself | 4. Surreal Medley | 5. Dwelling | 6. Faltered Fractions | 7. Run | 8. Judged By | 9. Coherence | 10. You're On | 11. Myriads | 12. The Great Escape | 13. A Place For Friends | EXTRA: Live Videos from Colours of Ostrava, WGT, Castlefest, Colos Saal & Rudolfstadt TFF | Official Videos (You're On, Judged By, The Great Escape) | Exclusive Behind The Scenes Material From The Making Of "You're On", "Judged By" and "The Great Escape" Music Videos
Zwei Alben hatten Euzen bereits veröffentlicht und das dritte war in Arbeit, als Ende 2014 ihre erste Musik-DVD mit dem Titel "Live From The Euzeniverse" auf den Markt kam. Im Zentrum dieser DVD steht ein Liveauftritt der Band, den sie im Leipziger UT Connewitz gegeben hatten. Der Live-Teil der DVD enthält das komplette Konzert mit 13 Titeln, die einen guten Querschnitt durch die beiden Alben von Euzen bietet.
Wer Euzen einmal live sehen durfte, dürfte die Livequalitäten der Band schnell schätzen gelernt haben. Entsprechend macht es auch Freude, die Band "live" auf dem heimischen TV-Gerät zu betrachten. Der Ton ist sehr gut, das Bild lässt genauso wenig Wünsche offen wie der Schnitt der Aufnahmen. Sängerin Maria fesselt mit ihrer Bühnenpräsenz den Blick des Zuschauers ebenso schnell, als wäre man vor Ort dabei. Auch das Publikum wirkt sichtlich glücklich und zufrieden.
Neben dem Konzert enthält "Live From The Euzeniverse" auch noch einige Extras, die jeden Fan zu erfreuen wissen. Neben Liveaufnahmen von verschiedenen Festivals in ganz Europa wären da ganz besonders die drei Musikvideos zu "Judged By", "You're On" und "The Great Escape" zu nennen. Bisher konnte man diese Videos, von denen jedes für sich ein kleines Kunstwerk darstellt, nur auf den einschlägigen Onlineplattformen sehen. Auf einem Fernsehbildschirm ist das nochmal ein ganz neues Erlebnis! Wer sich für die Hintergründe des Entstehens eines solchen Musikvideos interessiert, findet auf der DVD auch noch exklusives Behind The Scenes Material.
Auch optisch macht diese erste DVD von Euzen einiges her, kommt sie doch im schick hochglänzenden Digipack mit hochwertigem, dicken Fotobooklet.
Und wer lieber "nur" hört, anstatt auch zu schauen, dem sei gesagt: Den Auftritt aus dem UT Connewitz gibt es über den Shop der Band auch als Audioversion zum Download. Für alle, welche die DVD dort bestellen, ist das Herunterladen sogar kostenlos.
Ein bisschen wehmütig wurde ich ja schon, als es am Sonntag morgen ans Packen ging und wir unser Bed & Breakfast verlassen mussten. Das Ende des Castlefests war plötzlich viel zu nah... Doch ein (wenn auch verhältnismäßig kurzer) Festivaltag lag ja zum Glück noch vor uns!
Los ging es mal wieder mit Kelten zonder Grenzen, zu deren Klängen trotz der frühen mittäglichen Stunde schon eifrig getanzt wurde. Leider gab es bei diesem frühen Set im wesentlichen Paartänze, ich musste mich also mit Zugucken begnügen. Bei Ketten - und Reihentänzen mache ich ja gerne mal mit, aber Paartänze sind nicht so meins, da schaue ich lieber nur zu... ^^
Tanzende bei Kelten zonder Grenzen
Im Anschluss statteten wir Theodor Bastard einen Besuch ab. Der Bandname stellte sich als etwas irreführend heraus, wir hatten halt irgendwie mit einem Theodor gerechnet, landeten dann aber bei einer vierköpfigen Band mit einer etwas entrückt wirkenden Sängerin. Überraschung geglückt. :D
Theodor Bastard machten aber in jedem Fall mal ziemlich interessante Musik, die zu beschreiben mir aber reichlich schwer fällt. Ziemlich experimentelle Sachen mit Ethno/World Music Einschlag. In jedem Fall spannend, wenn auch an mancher Stelle ein wenig irritierend. Auf jeden Fall eine Band, die ich persönlich im Auge behalten möchte.
Unerwartet - Theodor Bastard
Danach ließen wir uns wieder ein bisschen treiben, erledigten noch die letzten Einkäufe, schauten uns noch einmal gründlich um und landeten irgendwann bei den leicht verrückten Dänen von Trolska Polska. Da gab es eine Trollparty mit allem was dazu gehört. Es wurde sich über den Boden gerollt und dutzende Festivalgäste, die ihre Instrumente dabei hatten, durften auf der Bühne mitmusizieren.
Trolska Polska
Gegen Mittag besuchten wir noch einmal unseren heißgeliebten Stand von Vegetarisch in Berlin. Für mich gab es da an diesem Tag ein leckeres geröstetes Käse-Spinat Sandwich. Und mit den letzten Münzen wurde dann später noch ein leckerer Fruchtbecher erstanden. Super erfrischend mit selbst zusammengestelltem Obst.
Relativ entspannt von hinten genossen wir dabei Omnia, die sich mit Maria von Euzen eine Gastsängerin eingeladen hatten und später dann auch noch Drehleierunterstützung von Fieke van den Hurk bekamen. Natürlich spielte die Band zum Abschluss auch "Morrigan" und man findet wohl selten ein lauter mitschreiendes Publikum als das auf dem Castlefest. Festival und Songs gehören ja auch einfach zusammen, selbst wenn die Band das Lied mittlerweile auch anderswo regelmäßig spielt.
Omnia mit Unterstützung von Maria
Gleich nach Omnia machten wir uns noch ein letztes Mal auf den langen Weg zur kleinen Meadow Stage, um Triskilian zu sehen. Im schönsten Sonnenschein machten wir es uns auf der Wiese bequem, lauschten den Folkklängen der Band und beobachteten die tanzenden Paare, die das Parkett vor der Bühne bevölkerten. Im Anschluss tätigte ich den letzten Musikkauf des Wochenendes und bin nun endlich stolzer Besitzer der wirklich großartigen CD "°neo".
Jule von Triskilian
Und plötzlich war es dann soweit: Das letzte Konzert des Castlefests 2015. Die Niederländer von Prima Nocta spielten auf der Hauptbühne klassische mittelalterliche Marktmusik im Stile von Corvus Corax. Eigentlich hatten wir das Konzert auch gar nicht bis zum Ende ansehen wollen, standen uns doch noch etliche Stunden Rückfahrt bevor. Aber dann musste noch dies und jenes erledigt werden und plötzlich war gar nicht mehr so viel Zeit bis zum Ende. Und außerdem hatte man ja von so einem interessanten Ritual während des letzten Konzerts gehört, das man schon ganz gerne mal sehen wollte...
Also blieben wir und sahen erstmalig den "Fruit Cocktail" live. Beim Castlefest hat es sich nämlich so eingebürgert, dass während des letzten Konzerts Mitglieder der Crew als Früchte verkleidet auf die Bühne kommen und stagediven. Und ich bin so froh, dass wir endlich einmal dageblieben sind, denn das Ganze war wirklich ein Heidenspaß! :D
Es gibt auch schon ein schönes Video davon:
Und das war es dann auch schon wieder, das Castlefest 2015. Jetzt heißt es wieder ein Jahr warten. Das Zimmer für nächstes Jahr ist schon reserviert. Wir kommen ganz bestimmt wieder! :)
Es gelang uns, pünktlich an der großen Forest Stage zu stehen, um den Beginn des Auftritts von The Dolmen mitzuerleben. Das hier war nämlich ein Konzert, welches ich um keinen Preis verpassen wollte. Mal davon abgesehen, dass The Dolmen sowieso eine tolle Band sind, gab es an jenem Tag noch zwei ganz besondere Anreize für den Konzertbesuch: The Dolmen hatten nämlich angekündigt, an diesem Tag eine Live-DVD aufnehmen zu wollen und sie hatten Besuch mitgebracht.
Menschen, die sich ein wenig in der Mittelalterszene bewegen, dürften die Besucherin sogar wiedererkennen:
Anja als Flötenspielerin bei The Dolmen
Anja Novotny war bis vor einiger Zeit festes Mitglied bei Metusa und viele waren traurig, als sie ging. Um so schöner, sie noch einmal auf einer Bühne wiederzusehen. Sie lieh The Dolmen auf dem Castlefest ihre Flötenkünste und wird wohl auch auf dem in vermutlich eher näherer Zukunft erscheinenen neuen Album der Band, welches auf den Titel "Nuada" hören soll, vertreten sein. Mich freut es. :)
The Dolmen lieferten ein großartiges Konzert ab und die Menge tobte sehr bald. Sie hätten sich sicher keinen besseren Ort für eine DVD-Aufnahme aussuchen können als das Castlefest. Die Band, die auf eine über zwanzigjährige Geschichte zurückblicken kann, präsentierte zur Feier des Anlasses auch selten gespielte, ältere Lieder aus ihrem Repertorie. Doch auch neuere und allseits bekannte und beliebte Songs wie "Rebel Fairy Fling", "The Islander" oder mein persönlicher Leibling "Dead Cats don't meow" fehlten nicht. Ich bin schon wirklich gespannt auf das fertige Werk!
Kayleigh Marchant, The Dolmen
Nach dem Dolmen-Konzert wurde es plötzlich auffällig leer auf dem Gelände, man konnte sich freier die Straßen mit den Ständen entlangbewegen, als man es sonst gewohnt ist. Woran das lag? Auf der Village Stage spielten Omnia. Und da das Castlefest und Omnia schon von jeher zusammengehören, will sich das kaum jemand entgehen lassen. Vor der Bühne war dann auch die Hölle los, weswegen wir lieber zur Folk Stage umschwänkten und ein wenig den Tänzern bei Kelten Zonder Grenzen zusahen.
Zum letzten Auftritt des Abends standen wir dann aber wieder bereit an der Hauptbühne und bemühten uns sogar einmal um einen Platz in der ersten Reihe. Schließlich waren es die einzigartigen Euzen, die dort gleich spielen sollten!
Auch Euzen kamen in diesem Jahr mit neuem Album zum Castlefest. Das Werk trägt den Namen "Metamorph" und die Band präsentierte einige Songs aus diesem.
Schon der Beginn des Konzertes war fulminant, als die Band "The Stage" spielte und dabei von einer atemberaubenden Lichtshow unterstützt wurde. Zuständig für das Licht zeigte sich bei ihrem Auftritt nämlich Kilian Keuchel, der auch das Licht für Faun macht.
Sängerin Maria zog während des Konzertes wieder einmal alle Blicke auf sich mit ihrer Ausstrahlung und Bühnenpräsenz. Auch ihr Kleid (Design: Marie-Louise Ridderberg) war ein echter Hingucker. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie viele Tausend Fotos an diesem Abend von ihr entstanden sind. ;)
Maria Franz, Euzen
Neben den neuen Songs wie "Wasted" oder "Phobia" spielten Euzen aber natürlich auch ältere Songs wie "Judged By" und die Konzertzeit ging viel zu schnell zu Ende. Schnell machten wir uns auf den Weg nach Hause. Am nächsten Tag sollte es auf dem Castlefest schon um 10 Uhr losgehen...
Die dänischen Experimentalelektroniker von Euzen haben heute mit "Phobia"
ihr lang erwartetes neues Video veröffentlicht. Dabei haben sie sich
auch dieses Mal nicht lumpen lassen und wieder ein überaus ästhetisches
Video geschaffen. "Phobia" ist die erste Videoauskopplung vom aktuellen, dritten Album der Band, welches auf den Namen "Metamorph" hört.
Wem gefällt, was er oder sie hier hört und sieht: Euzen treten dieses Wochenende auf dem Wave Gotik Treffen
in Leipzig auf. Wer da ist, sollte sich das nicht entgehen lassen, denn
die Band um Sängerin Maria Franz besitzt eine unglaubliche
Bühnenpräsenz!
Auch in diesem Jahr, das nun fast komplett hinter uns liegt, gab es wieder einen ganzen Haufen Musik-Neuerscheinungen, die es wert waren, ihnen ein Ohr zu leihen. Nach langem Hin - und Herüberlegen habe ich noch meine Favoritenliste erstellt. Hier ist sie:
Da ich mich nicht auf eine Rangfolge festlegen möchte, werde ich sie nun einfach alphabetisch aufzählen. Die Rezensionen folgen dann so nach und nach in den nächsten Tagen/Wochen, je nachdem, wieviel Zeit ich habe. Ab nächsten Jahr werde ich dann (so habe ich mir zumindest vorgenommen) auch häufiger Alben vorstellen. Neuerscheinungen wie auch ältere, die mir persönlich am Herzen liegen.
Aber hier nun wirklich erst einmal die Liste mit der für mich besten neuen Musik des Jahres:
Nach unserer Mittagspause ging es für uns im Musikprogramm weiter mit den sympathisch-verrückten Belgiern von La Horde.
Diese entpuppten sich bald als wohl coolste Neuentdeckung des ganzen
Festivals - wie soll man auch eine Band toppen, die eine Folk-Version
des Tetris-Songs spielen und dabei mit ihren Geigen Ping Pong spielen?
;) Der ganze Auftritt hatte wirklich Unterhaltungswert, der
seinesgleichen sucht und die Musik war tanzbar und lud - egal ob mit
oder ohne Französischkentnisse - zum Mitsingen ein.
Weiter ging es mit den großartigen Euzen, die wir
schon im Vorfeld des Festivals mit Spannung erwartet hatten. Sängerin
Maria war wieder einmal fantastisch und es war fast unmöglich, den Blick
von ihr abzuwenden. Wenn jemand einmal erleben möchte, was
Bühnenpräsenz bedeutet: Auf auf zum nächsten Auftritt dieser dänischen
Combo.
Neben Songs der bisher veröffentlichten zwei Alben gab es
auch schon erste Ausblicke auf das dritte Album, welches sich gerade in
Arbeit befindet. Ich bin seit dem Auftritt unheimlich gespannt auf das
Ergebnis, es scheint tendenziell etwas lauter zu werden, zumindest
wirkten die präsentierten Songs ziemlich druckvoll. Das wird sicher eine
interessante Neuerscheinung!
Eigentlich ungeplant landeten wir direkt im Anschluss bei Rastaban.
Ursprünglich hatten wir uns die belgische Tribal Folk Band an einem
anderen Tag anschauen wollen, blieben dann aber einfach hängen. Seit wir
vor drei Jahren das erste Mal auf dem Castlefest waren, haben Rastaban
jedes Jahr gespielt. Sie gehören einfach dazu und ohne sie würde echt
etwas fehlen. Die Stimmung bei ihren Konzerten ist immer super und es
macht einfach Spaß, dabei zu sein. Dieses Jahr gab es sogar eine
Premiäre: Ich habe es zum ersten Mal erlebt, dass es nicht geregnet hat,
wenn die Band ihren Song "Desert" gespielt hat. Nach zwei Jahren, in
denen dieses Lied unweigerlich den Regen angezogen hat (ausgerechnet,
ich meine: ein Wüstenlied!), hatten wohl alle schon begonnen, an eine
Art Fluch zu glauben. ;)
An diser Stelle mache ich dann mal wieder eine Pause. Das
Freitagnachmittagsprogramm ist jetzt durch, im nächsten Beitrag widme
ich mich dem Abendprogramm.
Am ersten Augustwochenende 2012 war es Zeit für meinen allerersten
Besuch beim Castlefest - ein Moment, den ich schon lange herbeigesehnt
hatte. Für die unter euch, die noch nie vom Castlefest gehört haben: Das
muss sich ändern :D
Es handelt sich dabei um ein jährlich
stattfindendes Musikfestival in Lisse, nahe Amsterdam - also in den
Niederlanden. Jedoch ist es ein sehr besonderes Festival, das weitaus
mehr als "nur" Musik zu bieten hat. Musikalisch finden sich viele
Vertreter aus Folk und Mittelaltermusik (Pagan Folk ist hier ein gutes
Stichwort - das Festival ist eng verknüft mit der niederländischen Band
'Omnia'), aber auch Worldmusic und experimentelle Sachen finden hier
genug Raum und ein offenes Publikum. Insgesamt ist die Stimmung unter
den Leuten sehr offen und freundlich, es wird viel getanz und es gibt
unter den Besuchern viele schön kostimierte Menschen zu sehen. Wer sich
darauf einlässt, kann hier wirklich in einer anderen Welt landen,
bevölkert von den unterschiedlichsten Wesen :) Zum Festival gehört auch
ein Ritual, nämlich die feierliche Verbrennung der Wicker-Figur, in
diesem Jahr der WickerGaia, der die Besucher vorher persönliche
Gegenstände, Speisen etc. geopfert haben. All diese Dinge machen das
Castlefest in meinem Augen zu einem einzigartigen, ganz besonderem
Festival und ich freue mich jetzt schon darauf, in 2013 dorthin
zurückzukehren.
Doch was hat das alles jetzt mit dem Norden, also
dem Thema dieses Blogs zu tun? Nun, unter den zahlreichen,
internationalen Künstlern, die dort auftraten befanden sich auch einige
aus dem hohen Norden, und um die soll es nun im Folgenden gehen.
Eröffnet wurde der Reigen an nordischen Bands schon am Donnerstag
beim Eröffnungskonzert mit den Norwegern von Wardruna. Leider konnte ich
an diesem Tag selbst noch nicht anwesend sein, deswegen kann ich zu
diesem Auftritt natürlich auch nichts sagen (nur so viel: Unter den
Glücklichen, die da sein durfte, herrschte ziemliche Einigkeit, dass es
genial war ;))
Wer sich jedoch lieber selbst ein Bild machen möchte, für den gibt es hier ein Video vom besagten Auftritt:
Am Samstag spielten dann die Dänen von Asynje auf. Asynje machen
traditionellen skandinavischen Folk, gerne mit mittelalterlichen
Elementen und Texten sowie unter Einsatz interessanter Instrumente.
Gesungen wird auf Dänisch von Frontfrau Nanna. Das Ganze ist die meiste
Zeit über sehr ruhig, ohne dabei aber langweilig zu werden. Und wie das
Publikum an diesem Tag bewies, ist diese Art der Musik auch durchaus
tanzbar und eignete sich richtig gut dafür, die vielleicht auch gerade
erst auf dem Festival erworbenen Fertigkeiten im Balfolk (=
Volkstümliche, Mittelalter-und Renaissance-Tänze, meist für größere
Gruppen Tänzer in Reihen oder Kreisen) auszuprobieren :)
(Asynje)
Am Sonntag Nachmittag wurde es dann etwas experimenteller, als Euzen
auf der großen Bühne auftraten. Die Musik von Euzen zu beschreiben ist
nicht ganz einfach. Hier treffen die klassischen Instrumente von Bands
aus unserer Zeit auf elektronische Elemente und den Gesang der
charismatischen Sängerin Maria. Diese war in ihrem elfengleichen Kleid
und durch ihre faszinierende Art sich auf der Bühne zu bewegen sowieso
ständig im Mittelpunkt des Interesses und man hätte auch durchaus das
ganze Konzert damit verbringen können, ihr zuzuschauen. Als dann auch
noch bei einem Lied die wunderbare Beatrice Baumann die Bühne betrat,
dürften wohl keine ästhetischen Wünsche mehr offen geblieben sein. Ihre
Show mit Kontaktjonglage passte einfach perfekt zur Musik!
(Euzen)
Obwohl auch viele der anderen Künstler wunderbar waren, beende ich
nun dieses Beitrag, da diese anderen Musiker eben leider nicht in den
Rahmen passen, den ich mir in diesem Blog gesetzt habe. Ich hoffe
trotzdem, dass der ein oder anderen neugierig geworden ist und sich die
genannten Bands und vielleicht auch das Festival an sich einmal näher
anschaut :)