Dienstag, 27. September 2016

CD-Vorstellung: Wardruna - Ragnarok - Runaljod

Am 21. Oktober veröffentlichen die norwegischen Ausnahmemusiker von Wardruna mit "Ragnarok" ihr drittes Album, welches gleichzeitig den Abschluss ihrer großen Runaljod-Trilogie bildet. Für jarwinbenadar durfte ich bereits reinhören in das grandiose Werk. Hier geht es zu meiner Rezension:



Einen kurzen Einblick gibt es bereits in Form eines Teaservideos zum Opener "Tyr", Am 6. Oktober soll zudem ein vollständiges Musikvideo zum Song "Raido" erscheinen.


Montag, 26. September 2016

Wie es leuchtet! - Das September Special in Aachen

Am vergangenen Samstag habe ich meinen 28. Geburtstag gefeiert. Wunderbarer Weise fand in dieser Woche im nahgelegenen Aachen das September Special statt, ein großes Stadtfest mit allerlei Programm. Und noch viel wunderbarer Weise spielte just an diesem Samstag eine Band, die mir schon seit vielen Jahren lieb und teuer ist: Emma6!

Gemeinsam mit einer Freundin machte ich mich darum am frühen Nachmittag auf nach Aachen. Unsere erste Anlaufstelle war auch gleich die Bühne vor dem Rathaus, auf der um 15 Uhr besagte Band spielte. Da die Jungs aus der Gegend kommen, in der ich aufgewachsen bin und auch schon eine ganze Weile aktiv sind, hatte ich früher schon öfters die Gelegenheit, sie live sehen zu können. Dann spielte die Band mit zunehmendem Erfolg seltener in unserer Umgebung und auch wir hatten seltener Zeit, sodass ich sie viele Jahre nicht mehr zu sehen bekam. Da war es wirklich schön, diesen Umstand endlich beseitigen zu können.

Obwohl es noch relativ früh am Tag war, hatte sich eine ordentliche Schar Menschen für das Konzert versammelt, selbst das eine oder andere Bandshirt war zu sehen. Fast eineinhalb Stunden spielten Emma6 an diesem Tag für das Aachener Publikum und verbreiteten mit ihrer Musik beste Laune. Die Band spielte sowohl Stücke ihrer bisher erschienenen zwei Alben als auch einiges an neuem Material. "Paradiso" durfte da natürlich ebenso fehlen wie "Fast" oder "Was kann ich dafür, dass ich aus den 80ern bin", welches sich im Laufe der Jahre gehörig verändert hat, aber noch immer ganz wundertoll klingt. Eine frohe Botschaft gab es auch noch: Ein neues Album ist für das nächste Frühjahr geplant, und ich denke, man kann sich da auf eine sehr vielversprechende Neuerscheinung freuen! Wegen der anstehenden neuen CD räumte die Band an diesem Tag auch ihr Merchlager, ein schönes Poster zum letzten Album "Passen" gab es zu jedem Kauf gratis dazu. Doof nur, dass wir noch einige Stunden in Aachen vor uns hatten und ein Poster das bei all den Menschen und dem leider für den Abend vorhergesagten Regen kaum überlebt hätte. Also mussten wir schweren Herzens verzichten.

Emma6

Als nächstes machten wir uns daran, die kulinarischen Angebote auf dem SeptemberSpecial zu erforschen. Auf Empfehlung meiner Freundin hin testete ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Crêpe mit Kinderschokolade. Echt lecker, muss ich sagen! Zum Essen machten wir es uns auf dem Katschhof mit Blick auf das Riesenrad bequem.

Crêpe-Pause auf dem Katschhof

Im Anschluss hatten wir erstmal keinen konkreten Plan, sondern bummelten eine ganze Weile durch die Straßen von Aachen. Da die meisten Geschäfte schon geschlossen hatten, wurde es ein Schaufensterbummel. Am frühen Abend stieß dann noch der Freund meiner Freundin zu uns und wir machten uns erneut auf Nahrungssuche. Nach einigen komplett besetzten Restaurants wurden wir im Palladion fündig, einem griechischen Restaurant, wo wir lecker zu Abend aßen.

Dann wurde es auch schon Zeit für den Abschluss des Abends. Unter dem Titel "Aachen leuchtet" gab es vom Marktplatz aus eine ganz besondere Lichtshow, die mit 3D-Technologie auf die Fassade des historischen Rathauses projiziert wurde. Ein wirklich beeindruckender Anblick, die zehnminütige Show verging wie im Fluge!


Mittlerweile war es schon recht spät geworden und Regen war über der Stadt aufgezogen, sodass wir uns gleich nach der Show auf den Weg zum Bahnhof und nach Hause machten. So ging ein wunderschöner Geburtstag zu Ende.

Sonntag, 25. September 2016

Ein schöner halber Tag im Duisburger Zoo

Das anhaltend schöne Wetter macht mich noch immer ein wenig schreibfaul, sodass ich nun schon wieder hinterherhinke mit den Dingen, die ich hier eigentlich so hatte schreiben wollen in der letzten Zeit. In Anbetracht der Tatsache, dass wir schon Ende September haben, ist ein Ende dieses Zustandes aber wohl abzusehen. ;)

So ist es nun auch schon wieder zwei Wochen und einen Tag her, dass ich mit einer Freundin einen meiner absoluten Lieblingszoos besucht habe, nämlich den Duisburger Zoo. Da wir es ruhig angehen lassen wollten, trafen wir uns erst um die Mittagszeit, sodass uns etwa ein halber Tag zur Verfügung stand. Da wir den Zoo in den vergangenen Jahren schon häufiger besucht hatten, war das auch ganz in Ordnung so, obwohl wir so natürlich nicht alles zu sehen schafften.

Ein bisschen größer als unsere Haustierchen

Es herrschte wunderschöner Sonnenschein, war aber nicht zu heiß. Beste Voraussetzungen also für einen schönen Tag. Und den hatten wir auch. Ohne den Stress, alles sehen zu wollen, verweilten wir bei einigen Tieren ziemlich lange, so zum Beispiel bei den Elefanten oder den Fischkatzen. Im Tropenhaus Rio Negro zwang uns ein kleiner, neugieriger Tukan zu einem ungewöhnlich langen Aufenthalt: er saß einfach dort mit seinem großen, spitzen Schnabel und wir trauten uns eine ganze Weile nicht an ihm vorbei, wollten aber unbedingt die Meerschweinchen sehen, die man von einem Ausguck hinter ihm betrachten konnte. So standen wir etwas unschlüssig da, während all die kleinen Kinder furchtlos den vorwitzigen Vogel passierten. :D

Bewacht vom gefiederten Türsteher

Natürlich durfte auch ein Besuch im Zooshop nicht fehlen, wo ich mir ein Plüsch-Schaf kaufte, dass ich eine ganze Zeit lang durch den Zoo tragen durfte, da der Shop leider eine ganze Weile vor dem Zoo schließt. Ein seltsames, aber nicht unangenehmes Gefühl, mit 27 Jahren mit einem Plüschtier unter dem Arm durch den Zoo zu laufen. :P

Ein bisschen chillen

Als sich der Tag seinem Ende näherte, legten wir eine kleine Rast bei den großen Maras ein, die ihrerseits auch gerade Siesta hielten. Den hinteren Teil des Zoos, in dem sich der wunderbare und von mir heißgeliebte Chinagarten befindet, mussten wir aus zeitlichen Gründen an diesem Tag leider vollständig links liegen lassen. Grund genug, bald mal wieder einen Besuch zu planen und dann die andere Hälfte des Zoos noch einmal genauer zu erkunden!

Freitag, 16. September 2016

So viel zu entdecken, so wenig Zeit - Ausflug in den Tierpark Sababurg

Wer mich oder diesen Blog hier kennt, der dürfte gemerkt haben: Ich liebe Mittelaltermärkte, bin aber auch Zoos und Tierparks alles andere als abgeneigt. Wie schön, wenn sich zwei eher unterschiedliche Interessen wie diese auch mal verbinden lassen. Und sogar besonders schön, wenn das an einem Ort passiert, den ich schon länger auf meiner mentalen Places-To-Visit-Liste stehen habe. Grund genug, sich am 03. September zu einer für mein Verständnis nahezu unmenschlich frühen Zeit auf den Weg zu machen nach Hessen in den Tierpark Sababurg!

Nach einer mehrstündigen Anreise mit Bussen und Bahnen erreichten meine Freundin und ich gegen Mittag den Tierpark, der an diesem Wochenende zum Mittelalterlichen Spectaculum geladen hatte. Bis wir den Markt dann tatsächlich erreichten, sollte allerdings noch einige Zeit verstreichen, luden doch auf dem Weg schon zahlreiche verschiedene Tierarten zum verweilen ein. Esel wollten gestreichelt, Fischotter in ihrem Gehege gesucht werden, Wellensittiche durften sogar in ihrer riesigen Voliere besucht und gefüttert werden. Das Wetter war großartig, sodass viele Tiere entspannt in der Sonne dösend angetroffen werden konnten.

Auf Tuchfühlung mit den neugierigen Wellensittichen

Beidseitige Neugierde auch bei den Kattas

Die Trommeln wiesen uns dann aber doch noch den Weg zum Mittelaltermarkt. Dieser fand auf einer großen Freifläche mitten im Tierpark statt, mit genug Abstand zu den Tiergehegen, sodass deren Bewohner sich von den lauten Marktklängen nicht gestört fühlen mussten. Der Markt war nicht riesig, aber liebevoll aufgebaut mit einigen interessanten Ständen, die man nicht auf jedem Mittelaltermarkt findet. Es gab ein schönes Karussel im Wikingerschiff-Stil und eine "Wipp-Lounge" (eine Wippe direkt neben den langweiligen Bierbänken für die Erwachsenen) für die Kinder. Der Heerlager-Bereich war ebenfalls ansehnlich und auf der Bühne gab es ein vielseitiges Programm. An Musikern spielten so beispielsweise Tarranis, Unvermeydbar und Fabula auf und beschallten das Gelände mit solider Marktmusik. Da das Gelände in einer Schräge lag, hatte man von oben einen wunderschönen Ausblick über den gesamten Markt und sah in der Ferne auch gleich die Sababurg.

Heerlager mit Burgblick

Auf das so genannte Dornröschenschloss Sababurg bot sich von einigen Stellen des Tierparks aus ein herrlicher Ausblick, wobei der Anblick des modernen Anbaus - vermutlich ein Hotel? - für uns das Panorama doch empfindlich störte. Doch es sei gesagt: wer lang genug sucht, der findet auch den einen oder anderen Winkel im Tierpark, von dem aus sich die Sababurg ohne störende bunte Markisen und Parabolantennen betrachten und fotografieren lässt. ;) Wikipedia erzählte mir übrgens gerade, dass die Sababurg der Ursprung eines meiner liebsten Brettspiele aus der Kinderzeit, nämlich Sagaland, ist. Eine sehr schöne Vorstellung! :)

Sababurg vom Tierpark aus betrachtet

Viel Zeit auf dem Markt verbrachten wir letzten Endes nicht an diesem Tag, dafür gab es im Tierpark einfach zu viel zu sehen. Schon um hier alles zu sehen, reichte unsere Zeit kaum. Eigentlich auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Tierpark eine Größe von 130 ha hat und mehr als 80 verschiedene Tierarten zeigt! Für einen Besuch der Fütterungen oder der Greifvogel-Flugschauen sowie eine Fahrt mit dem Tierpark-Express blieb da leider keine Zeit mehr. Einen ausgedehnten Aufenthalt in den verschiedenen Streichelzoo-Arealen ließen wir uns aber nicht nehmen und begaben uns mit vor Ort gekauften Futter zu den hungrigen und frechen Ziegen sowie den zurückhaltendereren, aber ebenfalls hungrigen Schafen.

Komm fressen: Junge Waliser Schwarzhalsziege

Ziemlich lange verweilten wir auch im hinteren Bereich des Tierparks. Hier gab es in schönen und sehr weitläufigen Gehegen einige meiner liebsten Tiere zu sehen. Die Wölfe waren etwas schläfrig, dafür zeigten sich die weißen Hirsche in ihrer ganzen Pracht. In einem Bereich wähnte man sich gar in Skandinavien. Dort gab es ein Lapplandlager mit den Rentieren, welches zwar leider für Besucher geschlossen war, aber dennoch einen schönen Anblick bot, bei dem man fast glaubte, in Sápmi gelandet zu sein. Außerdem ließen sich von der rustikalen Elch-Lodge aus die majestätischen Elche beobachten während die schwedisch anmutende Kaffee-Stuga (samt Elch-Warnschild) zu einer kleinen Stärkung einlud.

In der Sonne dösender Wolf

Prächtiger weißer Hirsch

Lapplandlager Björkträsk

Viel zu schnell kam die Zeit, sich auf den Rückweg zu machen. Nach dem stundenlangen Laufen waren wir zwar auch durchaus schon müde, aber es hätte doch noch so viel zu sehen gegeben. Auf dem Rückweg mit dem Bus zum Bahnhof in Hofgeismar warf ich im Vorbeifahren noch einen kurzen, sehnsüchtigen Blick auf den Eingang zum Urwald Sababurg. Für einen Besuch hier hatte die Zeit natürlich auch nicht mehr gereicht. Somit gibt es also mehr als nur einen Grund, irgendwann noch einmal zurückzukommen. Ich würde die lange Fahrt jederzeit wieder auf mich nehmen!

Auf Wiedersehen im Tierpark Sababurg!

Sonntag, 4. September 2016

Ein Spaziergang im Botanischen Garten in Münster

Jahrelang habe ich in Münster gelebt und auch heute bin ich noch ziemlich oft in der schönen Stadt im Norden Nordrhein-Westfalens unterwegs, doch in all den Jahren habe ich es nicht einmal in den Botanischen Garten gleich hinter dem Schloss geschafft. Dieser Missstand wurde am vergangenen Freitag nun endlich behoben.

Der Hauptgrund für den Besuch war das dringende Bedürfnis, den neu angelegten Barfußpfad zu testen. Dieser war von zwei Auszubildenden angelegt und erst am vergangenen Montag eröffnet worden. Obwohl nicht besonders groß, war es doch sehr schön, bei dem wunderbaren Spätsommerwetter barfuß die verschiedenen Untergründe wie Sand, Torf oder Kiesel zu begehen.

Der neue Barfußpfad

Wo man dann schon einmal da war, blieb auch noch Zeit für eine kurze Runde durch den schon 1803 angelegten Botanischen Garten, wobei ich mich echt gefragt habe, warum ich in all den Jahren noch nicht ein einziges Mal da war. Denn es ist wirklich ein schöner Ort mitten im Herzen Münsters. Zahlreiche verschiedenen thematische Bereiche zeigen die Flora verschiedener Regionen der Welt, außerdem gibt es Wassergärten, Steingärten, Kräutergärten und vieles mehr. Vieles darf auch ausdrücklich angefasst oder beschnüffelt werden. Da kann man dann zum Beispiel herausfinden, wie viele verschiedene Minzsorten es gibt und dass die Schokoladenminze ihren Namen nicht zu unrecht trägt. Ob ein aus ihr auch einen nach After Eight schmeckenden Minztee zubereiten kann, konnte man uns auf Nachfrage aber leider nicht versichern.

Auch in kargen Gegenden grünt es

Für mich steht jedenfalls fest, dass dies nicht mein einziger Besuch im Botanischen Garten in Münster bleiben wird. Ich plane, öfters und in verschiedenen Jahreszeiten wiederzukehren, denn es gibt noch sehr viel zu entdecken. Dann nehme ich auch mehr Zeit und meine Kamera mit und nehme mir vielleicht auch die Zeit, es mir mit einem guten Buch in einer ruhigen Ecken bequem zu machen und die im inneren Münsters so ungewohnte Ruhe zu genießen.

Mittwoch, 31. August 2016

Die Karibik zu Gast in Jülich - Das Pirates-Festival 2016

Am vergangenen Wochenende verwandelte sich der Jülicher Brückenkopf-Park bei wahrlich karibischen Temperaturen bereits zum vierten Mal in ein großes Piratennest. Am Sonntag begab ich mich bei einem Tagesausflug mitten hinein ins Getümmel von Pirates - eine abenteuerliche Zeitreise.

Man muss ja sagen, dass sich die Planer der Bahnstrecke nach Jülich nicht gerade mit Ruhm beckleckert haben. Mit dem Auto hätte ich für die dann knapp 25 Kilometer lange Strecke etwa eine halbe Stunde gebraucht. Mit dem Zug waren es knapp 1 1/2 Stunden, inklusive zwei sehr knapp berechneten Umstiegen. Entsprechend war ich auch sehr froh, als die Fahrt ohne größere Schwierigkeiten hinter mir lag und ich in Jülich die einem Backofen gleichende Rurtalbahn mit ihren riesigen Fenstern verlassen durfte.

Auf dem Weg nach Jülich: Und ich dachte, die abenteuerliche Zeitreise würde erst im Brückenkopf-Park beginnen! :P

Dann hieß es erstmal: und jetzt? Es war einer dieser Momente, in denen ich echt unglaublich glücklich über die Erfindung mobilen Internets war, hätte ich für meine Suche nach dem Fußweg zum Brückenkopf-Park doch sonst sicher erheblich länger gebraucht. Einen Bus zum Veranstaltungsort gab es zwar auch, doch fuhr der am Sonntag nur alle zwei Stunden... Egal, denn hatte man erstmal den richtigen Weg gefunden, war es eigentlich gar nicht so weit bis zum Brückenkopf-Park.

Am frühen Nachmittag konnte ich mich dann endlich ins Piraten-Abenteuer stürzen. Zunächst schlenderte ich eine Weile alleine über das Gelände und schaute mich gründlich um. Der Aufbau der zahlreichen Piratenlager war wieder sehr detailreich und liebevoll und auf dem Marktplatz gab es so manche schöne Sache zu entdecken. Später nahm ich von dort ein schönes, kleines Windspiel mit nach Hause. Erst einmal zog es mich jedoch zum Stand mit den kalten Getränken und dem Eis. Ein fruchtiges Eis schien nämlich perfekt an diesem Wochenende, das mehr Sonne und Wärme mit sich brachte, als man von diesem Sommer noch zu erhoffen gewagt hatte. Über meinem Eis traf ich dann auch eine Freundin, die schon das ganze Wochenende in Jülich gewesen war und die mir erzählte, was ich so verpasst hatte und was ich an diesem Tag auf keinen Fall verpassen sollte.

Das Wetter passte natürlich auch sehr gut zum Thema der Veranstaltung, wähnte man sich doch tatsächlich fast in karibischen Gefilden. Um die Hitze den ganzen Tag über für alle erträglich zu machen, hatte man auf dem ganzen Gelände Wassersprenger und kleine Planschbecken aufgestellt. Ich jedenfalls fand mich mehr als einmal im erfrischenden Regen des ein oder anderen Wassersprengers wieder, was wirklich eine Wohltat war!

Natürlich gab es beim Pirates auch reichlich Programm. Der erste Punkt, den ich auf gar keinen Fall verpassen wollte, war das Konzert von Magda Andersson. Vielen hauptsächlich bekannt als Mitglied von Ye Banished Privateers, macht sie jedoch auch solo ganz wunderbare Musik. Bei ihrem Auftritt am Sonntag ging es entspannt und ruhig zu, ganz passend zu den folkpopigen / Singer-Songwriter-artigen Klängen - und das alles mit schwedischen Texten. Magda hatte an diesem Tag auch ihr Album "Korsa Gränser" mit dabei, was sie in einer Art Pre-Release verkaufte. Das mitzunehmen ließ ich mir natürlich nicht nehmen, und da sich die Chance bot, die CD auch signieren zu lassen, nahm ich auch diese Möglichkeit wahr. Dabei überwand ich mich sogar, sie auf Schwedisch anzusprechen. Obwohl mir mein gesprochenes Schwedisch immer arg dürftig vorkommt, wurde ich verstanden (yeah! ^^) und sie schien sich auch zu freuen, dass jemand ein bisschen von ihren Texten verstehen konnte.

Magda Andersson

Gleich im Anschluss ging es weiter zu einem anderen Konzert, von dem meine Freundin meinte, ich dürfe es nicht verpassen. Wie recht sie hatte! Pat Razket waren mir vorher überhaupt kein Begriff gewesen, obwohl ich eines der Mitglieder bereits von Ye Banished Privateers kannte. Die schwedischen Piraten machten sowohl bei ihrem Akustik-Gig unter einem kleinen Sonnensegel als auch später auf der großen Bühne richtig Stimmung und ich fragte mich wirklich, woher Schweden nur all die großartigen musizierenden Piraten nimmt. :D


Viel zu schnell wurde es dann auch schon Abend, und das letzte Konzert des Tages und des Festivals stand an: Ye Banished Privateers! Wie nicht anders zu erwarten, lieferten die den krönenden Abschluss eines insgesamt sehr schönen Festivaltages.

Als das Konzert vorbei war, blickte ich auf die Uhr. 19:24 Uhr. Die ambitionierte Idee, den Zug um 19:43 Uhr noch erwischen zu können, erwuchs in mir. Schließlich kommt der Zug in Jülich - wer hätte es erwartet - auch nur einmal stündlich. ich verabschiedete mich also relativ zügig von meiner Freundin und verließ um halb acht das Gelände, um mir den für etwa 15 bis 20 Minuten gedachten  Rückweg bei der noch immer herrschenden Hitze in knapp 13 Minuten anzutun. Obwohl ich den letzten halben Kilometer rennen musste, hatte mein Plan Erfolg, doch ich fühlte mich irgendwie ziemlich zerflossen.

Laut Programmheft soll das Pirates vom 25. bis zum 27. August 2017 in die fünfte Runde gehen. Es wäre mir eine Freude, wieder dabei sein zu dürfen - dann vielleicht auch wieder drei Tage mit Übernachtung vor Ort.

Montag, 29. August 2016

Ein Klassiker mit tollem Programm - Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum Telgte

Am 13. & 14. August stand mal wieder einer der klassischen MPS-Termine vor der Tür, die ich nach Möglichkeit in jedem Jahr besuche: Telgte nahe Münster. Doch sind normalerweise zwei ganze Tage Pflicht, wurden es diesmal nur zwei kürzere Ausflüge.

Los ging es nach mehrstündiger Anfahrt erst am Nachmittag, pünktlich zum Auftritt von Corvus Corax, den wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Die Band rührte an diesem Tag kräftig die Werbetrommel für ihr neues Werk "Ars Mystica", welches ich vor einiger Zeit für jarwinbenadar rezensieren durfte (was ich irgendwie vergaß, hier zu posten...) sowie für das anstehende, neue BerlinksiBeat Album. 

Erst danach fanden wir ein wenig Zeit, über das Gelände zu schlendern, welches trotz schon längerer anhaltender Hitze an einigen Stellen ganz schön verschlammt daherkam. Ein ziemlich deutliches Zeichen, wie unglaublich viel Regen zuvor in diesem Sommer gefallen war... An dem Samstag selber war das Wetter dafür richtig schön, es war eine der ersten Festivalnächte, die ich fast durchgängig nur im T-Shirt verbringen konnte.

Nach einer kulinarischen Stärkung hieß es für den Rest des Festivaltages Abschied nehmen von der Freundin, mit der ich dort war. Da wir beide einen ziemlich unterschiedlichen Musikgeschmack haben, standen bei uns beiden völlig andere Bands auf dem Plan.

Für mich stand der Abend im Zeichen des Pagan Folk. Los ging es mit Omnia, die das Publikum schnell dazu brachten, die notdürftig abgedeckte Schlammdecke vor der Bühne mit ausgiebigem Tanzen so richtig aufzuwühlen. Dabei präsentierten sie natürlich auch einige Songs der neuen CD "Prayer", die es bislang nur bei der Band selbst zu kaufen gibt. Da ich Omnia dieses Jahr gar nicht so oft gesehen habe, war es für mich auch eine der ersten Gelegenheiten, sie mit der nach vielen Jahren wieder ins Repertoire aufgenommenen Drehleier erleben zu dürfen, die den Sound der Band um einen tollen Aspekt erweitert.

Im Anschluss hieß es dann wieder, sich ein lauschiges Plätzchen vor der Bühne zu suchen und zu warten. Nach einer Umbaupause und dem Soundcheck folgten nämlich gleich Faun. Allein bleibt man beim Warten auf Faun-Konzerten zum Glück selten lange, und so fand ich mich bald vertieft in ein Gespräch mit meiner netten Nebenfrau. So verging die Zeit bis zum Auftritt der Band rasend schnell. Das Konzert selbst war dann wieder ganz wundervoll. Faun erinnerten sich sogar an das letzte Jahr, wo es während des Konzertes angefangen hatte zu schütten wie aus Eimern und erst mehr als zwei Tage später wieder aufgehört hatte. Die Fans vor der Bühne - eine Freundin & mich eingeschlossen - juckte das damals wenig, die meisten blieben einfach stehen und feierten wie wild weiter. Dafür bedankte sich die Band ein Jahr später noch einmal. Auch in diesem Jahr war die Stimmung im Publikum super, nur dass es diesmal eben eine wunderschöne, laue Sommernacht war. Faun spielten ebenfalls einen neuen Songs - "Nacht des Nordens" - vom zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienenen neuen Album, aber natürlich auch ganz viele Stücke aus den unterschiedlichsten Phasen ihres langjährigen Schaffens.

Leider das einzige Foto, das ich an diesem Tag gemacht habe: Faun beim Soundcheck

Mit den letzten Tönen des Faun-Konzertes endete auch der erste Tag auf dem MPS in Telgte. Obwohl es für ein MPS ein relativ frühes Ende war, kamen wir erst super spät zur Ruhe und zum Schlafen. Am nächsten Tag war ich darum gar nicht so unglücklich, dass ich nur noch kurz auf das Gelände konnte. Wir fuhren pünktlich zur Eröffnung nach Telgte und sahen uns ein amüsantes Konzert von Mr. Hurley & die Pulveraffen an, danach machte ich mich auf den langen Heimweg. Meine Freundin hielt es, wie ich später erfuhr, auch nicht viel länger aus. Die Müdigkeit hatte uns an diesem Tag wohl sehr fest im Griff. Trotzdem war dieser kurze Sonntag ein hübscher Ausklang für das MPS Telgte 2016.