Donnerstag, 16. Februar 2017

Rückblick Winter Castlefest 2016

Irgendwie haben mich momentan die Schreibfaulheit und eine hartnäckige Erkältung voll im Griff. Darum hinke ich nun irgendwie richtig massiv hinterher mit den Dingen, über die ich eigentlich noch so hatte schreiben wollen. Zeit, der liegen gebliebenen Arbeit den Kampf anzusagen!

Kurz vor Weihnachten (ich sagte ja, es ist massiv) ergab sich relativ spontan ein Tagesausflug zum Winter Castlefest. Eigentlich ist der Weg ins niederländische Lisse ja ein bisschen weit für einen solchen spontan-Tagestrip, aber das Line Up war so gut, dass wir diesen Umstand gekonnt ignorierten und am Samstag einfach fuhren. Und was für ein Glück, dass wir das getan haben!

 Ein bisschen merkwürdig war es schon, das uns in den mittlerweile recht zahlreichen Jahren, die wir das sommerliche Castlefest schon besuchen so vertraute Gelände plötzlich im tiefsten Winter wiederzusehen. Doch das Glücksgefühl ließ trotz leichten Nebels nicht lange auf sich warten, denn die Castlefest-Stimmung war zweifelsohne da.

Wir erreichten das Festivalgelände ziemlich pünktlich zu Beginn des ersten Konzertes. Dieses wurde von Sowulo im warmen Zelt gegeben. Die Konzerte sollten sich fortan den ganzen Tag ziemlich nahtlos auf jener Bühne im Zelt und einer kleinen Freiluft-Bühne abwechseln. Während dieses ersten Konzerts fiel es mir noch ziemlich schwer, mich auf das Geschehen auf der Bühne zu konzentrieren, sodass ich Sowulo irgendwie eher gehört als gesehen habe. Doch da war eben noch zu viel Neues um mich herum, Eindrücke wollten gesammelt werden und das Zelt in Augenschein genommen werden. Trotzdem habe ich das Konzert von Sowulo als sehr schön in Erinnerung, die Band heizte dem Publikum ordentlich ein und präsentierte dabei auch gleich das eine oder andere neue Stück. Schließlich hatten sie sich das Winter Castlefest zum Release-Termin ihres neuen, zweiten Albums "Sol" auserkoren, welches gleich nach dem Konzert Einlass in meine Musiksammlung fand.

Die kurze Konzertpause nach dem Auftritt von Sowulo nutzten wir, um uns den Rest des Geländes ein erstes Mal näher anzusehen. Ein erster Rundgang war relativ schnell bewerkstelligt, umfasst das Areal doch nur einen Bruchteil der Fläche des großen Castlefests im August.

Im Anschluss konnten wir uns dann wieder im Zelt aufwärmen und dabei die Klänge von Shireen genießen. Auch die spielten einiges bisher unveröffentlichtes Material, welches große Lust auf das in Arbeit befindliche erste Album der Band machte.


Ohne Pause ging es nach dem Auftritt von Shireen draußen mit Virelai weiter, die wir natürlich nicht verpassen wollten. Es war schon eine ganze Weile her, dass man die Band auf einem Castlefest erleben durfte und sie waren von uns schmerzlich vermisst worden. Hier bot sich auch die erste tolle Gelegenheit zu tanzen, wie man eben nur auf einem Festival wie dem Castlefest tanzen kann. Angeführt von Sängerin Mia tanzten wir gefühlt eine Viertelstunde in großen Kreisen und Schleifen über das Gelände. Anstrengend, aber auch superspaßig!
Virelai

Wieder ohne Pause fingen im Zelt Seed mit ihrem Set an, bei denen wir aber leider eine Auszeit nehmen mussten. Irgendwann muss man nunmal auch grundlegende menschliche Bedürfnisse befriedigen, und schon am frühen Nachmittag vor Hunger umfallen wäre doch irgendwie dumm gewesen ;) Während Seed also im Zelt sicher einen tollen Auftritt hinlegten (ich habe keinen Grund daran zu zweifeln, durfte ich mich von den Live-Qualitäten der Band doch zuletzt wenige Monate zuvor auf dem Sommer Castlefest überzeugen), begaben wir uns zum Frying Dutchman.

Danach ging es dann aber mit voller Energie weiter, als auf der Außenbühne Asynje spielten. Wenn es eine Band gibt, deren Abwesenheit beim Castlefest mich in den vergangenen Jahren richtig, richtig hart getroffen hat, dann war es die von Asynje. Denn diese Band passt einfach zu diesem Festival, als wären sie füreinander geschaffen worden. Insbesondere den Song "Viking Party Polka" verbinde ich so stark mit dem Castlefest und er weckt jedesmal so schöne Erinnerungen, dass ich am liebsten sofort anfangen würde, durch den Raum zu tanzen, wenn ich ihn höre. Notfalls auch durchs Zugabteil, wenn ich ihn eben unterwegs höre. :P
Jedenfalls wurde natürlich auch dieses Asynje-Konzert ein absolutes Highlight des Tages, zumal Sängerin Nanna in einer ganz - nennen wir es mal "speziellen" - Laune war und so abging, dass selbst ihre Bandkollegen aufrichtig erstaunt wirkten.

Asynje

Das anschließende Konzert von The Dolmen sahen wir auch nicht ganz komplett, denn es wurde Zeit, dem Auto einen Besuch abzustatten um die mittlerweile gesammelten Einkäufe zu verstauen. Zu der Sowulo-CD hatten sich nämlich in der Zwischenzeit noch CDs von Trolska Polska, Asynje und The Dolmen sowie ein Castlefest-Geburtstagskalender gesellt. Die Bands hatten sich wahrlich nicht lumpen lassen, was neue Veröffentlichung pünktlich zum Winter Castlefest anging! Das Finale des Konzerts bekamen wir zum Glück aber doch noch mit, und es ließ mich ein wenig bedauern, den Rest verpasst zu haben. Aber so ist das nunmal, wenn es den ganzen Tag quasi keine Pausen im Line-Up gibt, und wir hatten wirklich lange überlegt, welche Auftritte wir "opfern" würden und uns mit Seed und The Dolmen schweren Herzens für die beiden entschieden, die wir schon im August gesehen hatten.


Mittlerweile war es draußen vollständig dunkel geworden. Als letzte Band auf der Außenbühne spielten Trolska Polska ihre einzigartigen Trollklänge. Die Dänen hatten sich dabei gleich ganz kompromisslos entschieden, ihr ebenfalls gerade erschienenes zweites Album "Untold Tales" komplett vorzustellen und gar keine alten Stücke zu spielen. Das Konzept ging auf, Band und Publikum hatten sichtlich Spaß beim imitieren von Trolltänzen- und Geräuschen.

Die gute Stimmung wurde dann gleich weiter ins Zelt getragen, wo Rastaban ihren Auftritt hatten. Die Belgier bewiesen wieder einmal, dass sie eine super Liveband sind, und brachten das Publikum ordentlich zum tanzen. Ich freute mich an diesem Tag bereits darauf, dass ich die Band keine zwei Wochen später bei ihrem ersten Deutschland-Konzert auf dem Mittelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund würde wiedersehen dürfen.

Nach dem Konzert gab es dann tatsächlich mal eine Spielpause, die wir für einen weiteren Besuch beim Frying Dutchman nutzen (ist sehr lecker da, aber das kulinarische Angebot war bedauerlicherweise auch wirklich etwas arg klein, sodass sich die Alternativen in Grenzen hielten). Danach suchten wir uns einen Platz für das Yule-Ritual.

Dieses wurde 2016 von Taloch Jameson, dem Sänger von The Dolmen geleitet, der auch in seiner englischen Heimat in derartigen Zeremonien aktiv ist und das Ritual zu einem ganz besonderen, unvergesslichen Erlebnis machte. Ganz dicht bei uns stand eine Gruppe junger Leute, die ziemlich negativ auffielen, weil sie das Ganze offensichtlich für einen dummen Scherz hielten. Kaum hatte Taloch jedoch mit der Zeremonie begonnen, wurden auch sie ganz still. Jeder lauschte seinen Worten, die - obwohl nicht laut - im ganzen Publikum verstanden werden konnten. Wie beeindruckend es schließlich war, als plötzlich die ganze versammelte Menschenmenge schwieg. Und was für eine Kraft sie dann entwickelte, als alle gemeinsam anhoben zu summen und schließlich zu rufen! Das waren wirklich ein paar magische Minuten für alle Versammelten.

Leider blieb nicht viel Zeit, um ganz in Ruhe den Gedanken und Gefühlen nachzuhängen, die eine solche Zeremonie in einem auslöst, folgte doch sogleich das letzte Konzert des Festivaltages. Dieses wurde von den wunderbaren Euzen gespielt. Wie üblich klebten meine (und sicherlich nicht nur meine) Augen förmlich das ganze Konzert über auf Sängerin Maria, die einfach eine sagenhafte Ausstrahlung und Bühnenpräsenz besitzt. Das großartige Outfit, dass sie trug (entworfen von Annicke, der Sängerin von Shireen) fing ebenfalls die Blicke der Leute ein.
Es wurde ein wundervoller Ausklang für einen durch und durch schönen Festivaltag. Die Musik von Euzen lud zum tanzen und singen und sich einfach nur wohlfühlen ein. Viel zu schnell ging der Auftritt dann auch seinem Ende entgegen und es wurde Zeit, sich zu verabschieden von diesem wundervollen Ort mit all seinen wundervollen Menschen.


Wir sehen uns im August, liebes Castlefest. Und vielleicht sehen wir uns dann ja auch nochmal im Dezember. Und ganz vielleicht dann auch nicht nur für einen Tag. Mal schauen, was die Zeit für Möglichkeiten eröffnet! ♥

Samstag, 21. Januar 2017

Das Münsterland anno dazumal - Zu Besuch im Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster

Guten Morgen allerseits! Ich habe endlich wieder einigermaßen stabiles Internet, also kann es ja heute endlich mal weitergehen mit den Rückständen aus dem letzten Jahr.

Den letzten Freitag vor Weihnachten habe ich für einen Besuch im Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster genutzt. Obwohl ich einige Jahre in der Stadt gelebt habe, hatte ich es dorthin irgendwie nie geschafft. Es wurde also höchste Zeit, das nachzuholen!

An dem Tag gab es im Mühlenhof nicht nur das Freilichtmuseum zu besichtigen, es fand außerdem noch ein Westfälischer Weihnachtsmarkt statt. Dieser war ziemlich schnuckelig, die meisten Stände hätten auch sehr schön auf einen Kunsthandwerkermarkt gepasst. Im Backhaus des Museums hatte sich aber beispielsweise auch ein Bäcker niedergelassen, der leckere Backwaren aus dem alten Ofen anbot. So konnte man sich bestens versorgt an den Rundgang machen.

Eingang Schuhmacherhaus

Obwohl der Mühlenhof ein recht kleines Freilichtmuseum ist, gab es bei unserem Rundgang viel zu entdecken. Ziel des Museums ist es, das Leben im Münsterland zu zeigen, wie es in der Vergangenheit ausgesehen hat. Dafür wurden rund 30 alte Gebäude zusammengetragen, von denen die meisten tatsächlich aus dem 16. bis 19. Jahrhundert stammen und eigens auf das Museumsgelände umgesetzt wurden. Neben dem bereits erwähnten Backhaus findet man beispielsweise eine Kapelle, einen Glockenturm, eine kleine Schule, ein Dorflädchen oder auch die Werkstätten verschiedener Handwerker. Im Zentrum des Museum findet sich außerdem die namengebende Mühle, eine Bockwindmühle aus dem 18. Jahrhundert.

Bockwindmühle im Zentrum des Mühlenhofs

Der Rundgang durch den Mühlenhof war ein sehr interessantes Erlebnis, und zum Ende hin hatten wir das Glück, dass die untergehende Sonne das Gelände und die Gebäude in ein zauberhaftes Licht tauchte, was wirklich sehr schön anzusehen war.

Alter Dorfladen

Zum Abschluss haben wir uns dann fest vorgenommen, das Museum noch einmal an einem regulären Tag zu besuchen, an dem es keine Sonderveranstaltung gibt und wir folglich auch mehr Zeit haben, uns den Gebäuden, ihrer Funktion und den in ihnen ausgestellten Gerätschaften zu widmen. Am besten im Sommer, wenn auch der Bauerngarten des großen Gräftenhofs nicht so brach liegt wie er das Ende Dezember ganz natürlich tut.

Das Freilichtmuseum Mühlenhof verfügt übrigens auch über eine sehr informative Homepage, die eindeutig einen Blick wert ist: https://www.muehlenhof-muenster.org/

Samstag, 7. Januar 2017

Neues Video: Sowulo - Ginnungagap

Es ist ein wenig ärgerlich, aber dieser Blog musste in den letzten Tagen eine Zwangspause einlegen, weil die Internetverbindung momentan immer wieder streikt. Ich wage auch noch gar nicht zu hoffen, dass das Problem sich von selbst bereinigt hat, aber möchte nun zumindest das aktuelle (wenn auch langsame) Vorhandensein des Internets nutzen, um diese kleine Videovorstellung hier vorzunehmen.

Erst drei Wochen ist es her, dass die Niederländer von Sowulo mit "Sol" ihr zweites Album veröffentlicht haben (Rezension folgt), da legen sie gleich noch ein Video nach. "Ginnungagap" heißt das gute Stück und beschäftigt sich mit einem bedeutenden Begriff der nordischen Mythologie. Dort bezeichnet Ginnungagap, die gähnende Kluft, den leeren Raum vor dem Beginn der Welt, in dem diese dann ihren Anfang nimmt. Wer sich näher für dieses faszinierende Thema interessiert, dem sei ein Blick in die Lieder-Edda herzlich empfohlen, in der sich die Völuspá, das Lied der Seherin, näher mit der Entstehung der Welt beschäftigt.

Nun aber viel Spaß mit dem Video!

Montag, 2. Januar 2017

Schnee!

Das war heute Morgen beim Aufwachen eine schöne Überraschung. War ich am Abend zuvor noch bei Regen eingeschlafen, hatte sich dieser über Nacht doch heimlich, still und leise in den ersten Schnee des Winters verwandelt. Klar, dass ich da gleich einen schönen Winterspaziergang machen musste, schließlich ist die weiße Pracht bei uns eine ziemlich seltene und flüchtige Angelegenheit. Ob in den kommenden Tagen noch ein bisschen Schnee nachkommen wird? Mich würde es unheimlich freuen. ♥

Sonntag, 1. Januar 2017

Konzertbericht: Omnia in Bochum

Zunächst einmal möchte ich natürlich allen Besucherns dieses Blogs ein frohes neues Jahr wünschen. Ich hoffe, ihr seid gut reingerutscht und helft nun euren Haustieren, die Traumata der letzten Nacht zu überwinden... Da ich Silvester nie besonders ausufernd feiere, bin ich nun fit und bereit, die noch ausstehenden Berichte des letzten Monats fortzusetzen. Heute auf dem Programm stehen alte Bekannte auf diesem Blog: Omnia!

Die niederländische Pagan Folk Gruppe machte am 15. Dezember im Rahmen ihrer "Prayer"-Tour Halt in Bochum. Die Chance, die Band noch ein letztes Mal für unbestimmte Zeit live zu sehen, konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Für alle, die es nicht mitbekommen haben sollten: Omnia haben vor einiger Zeit angekündigt, dass sie sich nach der "Prayer"-Tour in ein halbjähriges Sabbatical zurückziehen würden und in dieser Zeit keine Konzerte geben würden. Hinzu kommt nun noch der traurige Umstand, dass es mit dem Veranstalter des Mittelalterlich Phantasie Specataculums zu einem Zerwürfnis kam und die Band dort in Zukunft nicht mehr zu sehen sein wird. Gleiches gilt im Übrigen für das Castlefest...

Grund genug also, dieses Konzert in der Bochumer Matrix ausgiebig zu genießen. So füllte sich die Konzerthalle an diesem Donnerstag auch sehr gut und Omnia enttäuschten ihr Publikum nicht. Sie präsentierten sich gut gelaunt und voller Energie. Sänger Steve setzte sich mit seinen Ansagen einmal wieder sehr deutlich gegen die Zerstörung der Natur und den schädlichen Einfluss multinationaler Konzerne und politischer Machthaber ein und machte so deutlich, dass Omnia nicht nur verdammt gute Musik spielen, sondern auch eine Botschaft haben, mit der sie die Leute zu erreichen versuchen.

Natürlich spielten sie zahlreiche Songs ihres aktuellen Albums "Prayer". Einige der Songs konnten Fans schon bei den Festivalterminen der Band im Sommer hören, doch es gab auch Neuzugänge. Darunter fand sich auch das für europäische Ohren exotisch anmutende Stück "Mongol", welches sowohl Band als auch Publikum sichtlich Spaß bereitete. Aber auch Bandklassiker wie "Etrezomp-Ni Kelted" und "Fee Ra Huri" durften natürlich nicht im Set fehlen. 

Auch mit Zugaben ließ sich die Band nicht lumpen und verabschiedete sich erst nach über zwei Stunden mit dem fulminanten "Morrigan", welches für mich auch nach so vielen Jahren noch den perfekten Abschluss für jedes Omnia-Konzert bildet.

Mittlerweile hat sich die Band, die in den letzten Jahren besonders die deutschen Bühnen fast schon exzessiv bespielt hat, in ihre wohlverdiente Pause zurückgezogen. Ich wünsche ihnen, dass sie gestärkt und kreativer denn je aus dieser Pause zurückkehren und dann recht bald wieder die Veranstaltungsorte des Landes unsicher machen werden. Ich jedenfalls freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen!

Hörprobe:


Samstag, 31. Dezember 2016

Unterwegs: Ein Tag auf der German Comic Con in Dortmund

Hallo liebe Leser! Nein, ich bin nicht vom Weihnachtsbaum erschlagen wurden oder sonst irgendwo über die Feiertage verschütt gegangen. Wie so oft gab es um das Weihnachtsfest herum einfach so viel zu erledigen, dass ich nicht zum Bloggen gekommen bin. Das Haus wollte dekoriert, Plätzchen gebacken, Geschenke ausgesucht und eingepackt werden - ihr kennt das ja bestimmt. Nun ist es aber gar nicht so, dass ich in dieser Zeit nicht auch die eine oder andere Sache unternommen hätte, und nun hinke ich mal wieder hoffnungslos mit dem Bloggen hinterher.

Den Anfang meiner Aufholjagd mache ich nun heute Abend mit einem kleinen Bericht zur German Comic Con in Dortmund, die ich am 03. Dezember besucht habe. Ja, ich weiß, das ist mittlerweile verdammt lange her, aber da es doch so schön war...

Die Convention fand in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in der Dortmunder Westfalenhalle statt, es war jedoch mein erster Besuch dort. Um dem in der Regel zu erwartenden Ansturm zur Eröffnung zu entgehen (und um trotz längerer Anfahrt halbwegs ausschlafen zu können), hatten meine Freundin und ich uns entschlossen, den Tag erst etwas später zu beginnen. Unser Plan ging gut auf und wir konnten die Hallen ohne Wartezeit betreten und uns gleich ins Getümmel stürzen.

Überblick über eine der Veranstaltungshallen

Wie es halt bei Conventions so ist, gab es in erster Linie mal wieder viele, viele Stände, an denen man viel Geld lassen konnte um seinem Fansein zu frönen. Das Spektrum war dabei auf der German Comic Con ziemlich breit. Nicht nur Fans amerikanischer Comics kamen auf ihre Kosten, auch in Bereichen wie Manga/Anime, Science Fiction oder Fantasy wurde einiges geboten. Vom Doctor Who Schallschraubenzieher-Pizzaschneider (mit Sound!) bis zum Bausatz verschiedener Star Trek Raumschiffe, kam wohl jeder Nerd auf seine Kosten.

So ging auch ich nicht mit leeren Taschen, dafür aber mit ziemlich leerem Geldbeutel nach Hause. Beim Schallschraubenzieher blieb ich stark, dafür erweiterte ich jedoch meine zugegebenermaßen noch winzig kleine Amuse-Plüschtiersammlung um ein weiteres Exemplar. Außerdem gab es noch einen kleinen Molang-Schlüsselanhänger.

Molang

Neu in meiner kleinen Amuse-Familie: Baby Wooly

Ansonsten wurde ich dieses Mal vor allem bei den Postern schwach. Gleich zwei Werke der wunderbaren niederländischen Künstlerin Skarbog zieren nun Wand und Tür meines Zimmers. Desweiteren wurde ich bei einem Poster von Loonaris schwach. Am Stand von Soulhuntress kam dann noch ein wunderbares Lesezeichen hinzu.

Ein Teil der neuen Poster: Links oben das Motiv von Loonaris, rechts oben das von Skarbog

Doch natürlich haben wir nicht den ganzen Tag nur mit Shoppen verbracht. Zwar hatte keiner von uns die Neigung, sich bei einem der anwesenden Stargäste für ein Autogramm anzustellen, aber im Vorbeigehen erhaschten wir dann doch einen kurzen Blick auf Daniel Portman (Podrick Payne, Game Of Thrones) und Clive Standen (Rollo, Vikings).

Interessant zu sehen waren auch die Fahrzeuge, die das DeLorean Time Machine Team mit nach Dortmund gebracht hatte. Sowohl der DeLorean, wie er bekannt ist aus Zurück in die Zukunft, als auch der Batman Tumbler waren beliebte Fotohintergründe und damit auch ein super Platz, um die zahlreichen anwesenden Cosplayer einmal in Action zu erleben.

Zurück in die Zukunft

Natürlich gab es auch ein volles Bühnenprogramm, aber dieses ging, wie ich zugeben muss, ziemlich an uns vorbei. Um auf einer Convention wirklich alles mitzunehmen, ist ein Tag eben nicht einmal annährend genug. Außerdem spielten wir uns gegen Ende der Veranstaltung ein wenig fest, nachdem wir endlich einen Platz an dem Tisch ergattert hatten, an dem man das gute alte Mario Kart 64 spielen konnte. Da wir unbedingt alle Cups fahren wollten und die Zeit bei diesem Spiel einfach wie im Fluge vergeht, musste man uns am Ende förmlich aus der Halle kehren. Dabei waren wir so in das Spiel vertieft gewesen, dass wir gar nicht bemerkt hatten, wie der Abbau um uns herum bereits angefangen hatte. Die Klassiker sind halt eben doch die Besten. :D

So endete jedenfalls ein sehr schöner Sonntag auf der German Comic Con in Dortmund. Gut möglich, dass es mich im nächsten Jahr wieder dorthin zieht. 

Damit beende ich nun meinen letzten Blogeintrag im Jahre 2016 und trage so ungewollt viele Blog-Rückstände mit nach 2017, aber was solls. Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr. Hoffen wir, dass es ein gutes Jahr wird, welches uns allen viele schöne Momente beschert. :)

Samstag, 10. Dezember 2016

Konzertbericht: Faun in Bochum

Am 30. November fand sich in meinem Kalender ein Termin, auf den ich mich schon lange sehnsüchtig gefreut hatte. An diesem Mittwochabend machte nämlich meine nach all den Jahren immernoch unangefochtene Lieblingsband Faun einmal wieder Halt in Bochum. Im Zuge ihrer Akustiktour spielten sie ein Konzert in der wunderschönen Christuskirche.

Deutlich später als geplant erreichten meine Freundin und ich die Kirche, wo sich schon eine lange Schlange an Wartenden eingefunden hatte. Die späte Ankunft war zum Teil dem Weihnachtsmarkt-Trubel in der Innenstadt geschuldet, hauptsächlich aber unserem an diesem Tag irgendwie defekten Orientierungssinn. Im Endeffekt erwies sich unser Zuspätkommen jedoch als gar nicht weiter schlimm, konnten wir doch einen super Platz in der ersten Reihe der Empore ergattern. Von dort hatten wir während des ganzen Konzerts einen perfekten Überblick und sahen die Faune mal aus einer ganz anderen Perspektive.

Der Auftritt von Faun an diesem Abend war einmal wieder schlicht und ergreifend großartig. Bei den Akustikkonzerten der Band kommen die zahlreichen verschiedenen Instrumente, welche die Musiker verwenden, immer ganz besonders gut zur Geltung. Überhaupt erwies sich die Akustik in der Christuskirche wieder als wahrer Genuss, erreicht der Klang in dem hohen Gebäude doch einfach jeden Winkel und hat so viel Kraft, dass das Zuhören eine wahre Freude ist.

Musikalisch präsentierten Faun einen schönen Querschnitt durch ihr langjähriges Schaffen. Ganz neu waren die akustischen Bearbeitungen von Songs wie der "Rabenballade", "Alswinn" oder "Lughnasad" vom aktuellen Album "Midgard". Doch auch Klassiker der Bandgeschichte wie "Ne Aludj El" oder "Tanz über die Brücke" konnten hier einmal wieder live bewundert werden. Zu meiner sehr großen Freude hatten auch zahlreiche Stücke vom Album "Eden", welches bis heute mein absolutes Lieblingsalbum von Faun ist, ihren Weg auf die Setlist gefunden.

Obwohl das bestuhlte Konzert mit Pause und zwei Zugaben wirklich lange ging, verging die Zeit gefühlt wie im Flug. Gefühlt noch gar nicht wieder bereit für den Eintritt in die Realität, wurde es doch sehr bald Zeit für den Weg zurück zum Bahnhof. Leider verliefen wir uns auf diesem wieder, nur anders als auf dem Hinweg. Traurig genug, bei einer Location, die wir schon so oft besucht haben. Das wir dabei im Bochumer Bermudadreieck landeten, war dann auch irgendwie sehr passend. Die Neuorientierung kostete uns dann auch so viel Zeit, dass wir unseren Zug verpassten. Der nächste Zug verschwand dann vor seiner Abfahrt plötzlich spurlos aus den Fahrplänen (oder fuhr abweichend von Gleis 9 3/4, wer weiß das schon?), sodass uns eine lange Nacht bevorstand, bis wir den Tag gegen drei Uhr morgens endlich glücklich, aber sehr müde abschließen durften.

Zum Glück entschuldige die Erinnerung an das wunderschöne Konzert all diese kleinen Missgeschicke, sodass wohl keiner von uns den Ausflug nach Bochum bereut hat, so hart der nächste Tag auch gewesen sein mag. Und nun heißt es geduldig zu warten, bis Faun im kommenden März mit ihrem aktuellen Album "Midgard" auf Tour gehen und dabei auch in Wuppertal Halt machen. Ein Termin, auf den ich mich jetzt schon sehr freue!

Hörprobe: