Mittwoch, 21. Januar 2015

Lebenszeichen

In den letzten Wochen habe ich mich mal wieder ziemlich rar gemacht. Mir war einfach nicht nach Schreiben, da mir zu viele andere Dinge im Kopf herumgehen.

Heute gebe es eigentlich auch genug zu tun, aber ich könnte mich ohnehin nicht darauf konzentrieren. Mein armes kleines Kaninchen wird in diesem Moment mal wieder operiert, wegen einer Krankheitsgeschichte, die sich nun schon seit letztem Herbst hinzieht. Jetzt bange ich natürlich, dass alles gutläuft und dabei schien mir Bloggen eine gute Beschäftigungstherapie zu sein.

Generell ist momentan recht viel zu tun, während in der Freizeit nicht so viel los ist. Das Tutorium zur Kulturgeschichte der Wikinger, das ich nun jeden Montag halte, könnte auch besser laufen. Es ist jedes Mal ein Haufen Vorbereitung und vorher ist nie sicher, ob überhaupt irgendjemand kommt. Das frustet ziemlich. Ich habe mir schon überlegt, aus den Ergebnissen meiner Vorbereitungen kleine Blogeinträge zu machen, dann hat wenigstens irgendwer außer mir noch einen Nutzen davon. Ich könnte ja mit der nordischen Mythologie anfangen, das Bloggen zu dem Thema wollte ich ja ohnehin fortsetzen.

Ansonsten habe ich ja erzählt, dass ich vor zwei Wochen bei der Anti-Pegida/Mügida Demonstration in Münster war. Das ganze war ziemlich beeindruckend. Wir hatten vorher Sorge, ob überhaupt ansehnlich viele Leute kommen würden, denn Münster scheint manchmal schwer zu mobilisieren. Aber die Sorge stellte sich als ganz unbegründet heraus: mehr als 10.000 Menschen versammelten sich an diesem Montag und zogen mit Kerzen durch die Innenstadt zum Dom, wo es dann eine Kundgebung gab. Die Leute, die gekommen waren, kamen dabei anscheinend aus allen möglichen Spektren der Gesellschaft: Die Antifa wat ebenso anwesend wie die CDU. Bei der Kundgebung gab es dann ebenfalls Reden ganz unterschiedlicher Menschen, von lokalen Politikern über Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften bis hin zu Musikern. Besonders beeindruckt hat mich jedoch die Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer rassistischer Übergriffe. Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, wenn 10.000 Menschen miteinander schweigen.

Freizeittechnisch war - wie gesagt - eher wenig los. Ich habe es endlich geschafft, mich mit einer guten Freundin zu treffen und geburtstagsgeschenke auszutauschen. Mein Geburtstag war im September, ihrer im November - wir waren beide geschockt, wie lange wir uns nicht mehr getroffen hatten. Jedenfalls waren wir an dem Tag zusammen im Kino, um endlich den letzten Hobbit-Film zu sehen. Wie ich befürchtet hatte, musste ich dabei weinen. :D

Ansonsten lese ich im Moment viel, schreibe Postkarten (ich bin nämlich Postcrosser) und beobachte Vögel. Alles ziemlich ruhig also, weswegen ich mich so langsam wirklich nach dem Frühling sehne, wenn es wieder raus auf die Mittelaltermärkte dieser Welt geht. :)

Sonntag, 4. Januar 2015

Morgen...

... wird ein ziemlich ereignisreicher Tag und zumindest vor dem ersten Teil graut es mir jetzt schon.

Den Rest dieses eigentlich sehr schönen Tages werde ich wohl mit diesem netten Bücherstapel verbringen:


An sich sind das alles sehr spannende Bücher, aber trotzdem mag ich mich heute ungerne damit beschäftigen. Ich brauche sie nämlich, weil ich morgen und in den kommenden Montagen ein Tutorium an meinem Institut an der Uni leiten werde. Das Thema ist die Kulturgeschichte der Wikinger und morgen werde ich mich insbesondere mit der nordischen Mythologie beschäftigen.

Ich finde das Thema echt spannend und habe mich auch schon vorher ein wenig damit beschäftigt, aber das ganze vor anderen Leuten zu präsentieren ist ehrlich gesagt mein Albtraum. Ich spreche total ungerne vor anderen Menschen, auch wenn es nicht viele sind und vergesse dann immer die Hälfte von dem, was ich sagen wollte. Ich bin dafür eben einfach nicht gemacht und drücke mich viel lieber schriftlich aus.

Manchmal muss man aber eben leider über seinen Schatten springen, und mag er noch so lang sein. Ich brauche dringend die Note, die ich mit diesem Tutorium erwerben kann, damit ich endlich mein Studium zu Ende bringen kann. Denn dafür ist die Zeit langsam mehr als reif.
Dass ich jetzt schon tausend Tode sterbe und heute Nacht vermutlich kein Auge zumachen werde ändert aber leider auch das Wissen um die Wichtigkeit der Sache nichts.

Wenn ich diese Herausforderung morgen hinter mich gebracht habe, sollte es aber bergauf gehen mit dem Tag. Dann möchte ich nämlich in die Stadt und mir einen Tagesplaner holen. Ich habe dieses Jahr so lange gegrübelt, was ich mir für einen Wandkalender holen soll, dass ich total vergessen habe, dass ich ja auch noch eine Agenda für meine Termine und Aufgaben brauche. :D

Am späten Nachmittag steht dann noch ein besonderer Punkt auf meinem Tagesplan: Das Aktionsbündnis "Münster gegen PEGIDA/MüGIDA" demonstriert dann nämlich in der Innenstadt. Da mir jegliche rechte Tendenzen in der Gesellschaft schon immer zuwider waren, werde ich mich gemeinsam mit einer Freundin dieser Demo anschließen. Ich bin sehr gespannt, wie das ganze ablaufen wird und werde sicherlich darüber berichten.

Jetzt aber gönne ich mir erstmal noch einen kurzen Spaziergang, um ein bisschen runterzukommen und das schöne Wetter zu genießen, bevor ich mich wieder an die Vorbereitung meines Referats mache.
Ich wünsche euch einen schönen (Rest-)Sonntag!

Donnerstag, 1. Januar 2015

Frohes neues Jahr!

Ich möchte euch allen ein frohes neues Jahr wünschen und hoffe, dass ihr gut reingerutscht seid! Möge es ein gutes Jahr werden mit vielen schönen Erlebnissen. :)

Ich habe wie üblich nicht groß gefeiert, sondern Silvester im engen Familienkreis verbracht. Um Mitternacht ging es nach dem Anstoßen raus um das Feuerwerk zu bewundern und den Nachbarn ein frohes neues Jahr zu wünschen.

Dieses Jahr hatte ich sogar mal was ganz stilvolles zum Anstoßen :D


Wer sich jetzt wundert: ich trinke keinen Alkohol. Wenn es also doch mal einen Grund zum Anstoßen gibt, brauche ich einen "Ersatz". In der Regel werden es Energydrinks, aber dieses Jahr hat mir meine Mutter diese nette Flasche Kinderpunsch mitgebracht, was mich sehr gefreut hat. :D

Dienstag, 30. Dezember 2014

Meine Musik des Jahres 2014

Auch in diesem Jahr, das nun fast komplett hinter uns liegt, gab es wieder einen ganzen Haufen Musik-Neuerscheinungen, die es wert waren, ihnen ein Ohr zu leihen. Nach langem Hin - und Herüberlegen habe ich noch meine Favoritenliste erstellt. Hier ist sie:


Da ich mich nicht auf eine Rangfolge festlegen möchte, werde ich sie nun einfach alphabetisch aufzählen. Die Rezensionen folgen dann so nach und nach in den nächsten Tagen/Wochen, je nachdem, wieviel Zeit ich habe. Ab nächsten Jahr werde ich dann (so habe ich mir zumindest vorgenommen) auch häufiger Alben vorstellen. Neuerscheinungen wie auch ältere, die mir persönlich am Herzen liegen. 

Aber hier nun wirklich erst einmal die Liste mit der für mich besten neuen Musik des Jahres: 

Alben: 











Live-Album:


Musik-DVD:


Die Liste ist natürlich vollkommen subjektiv und meinen aktuellen Hörgewohnheiten gemäß ziemlich Folk- und Mittelalter-lastig. :)

Die Rezensionen werde ich nach und nach mit ihrem Erscheinen hier verlinken.

Fahndung nach Augustus - Besuch in der aktuellen Wanderausstellung in Aachen

Am Sonntag habe ich mich zusammen mit meiner Mutter schon zum zweiten Mal in diesem Jahr ins neueröffnete Centre Charlemagne nach Aachen begeben. Anlass dieses Mal war eine derzeit gastierende Ausstellung mit dem klangvollen Namen "Fahndung nach Augustus - Suche nach den Wurzeln der Euregio".

Erarbeitet wurde die Ausstellung von einer deutsch-niederländischen Wissenschaftsgruppe, die auf den Namen "Euregionale Vicusgruppe" hört und aus Archäologen, Historikern und Museumsleuten besteht. Gegründet wurde die Gruppe mit der Absicht, die Geschichte der vier heutigen Städte Aachen, Maastricht, Heerlen und Jülich zu untersuchen, die alle aus einstigen römischen Siedlungen hervorgegangen sind.

Die bisherigen Ergebnisse ihrer Untersuchungen kann man nun eben in der momentan in Aachen befindlichen Ausstellung bestaunen.
Doch warum Augustus? Zunächst einmal, weil sich dessen Tod dieses Jahr zum 2000. Mal jährt und man als überaus bedeutende historische Persönlichkeit aus diesem Anlass sicher eine Ausstellung verdient hat.
Doch es gibt noch einen anderen Grund: Die Wissenschaftler sind in ihren Untersuchungen nämlich zu dem Schluss gekommen, dass alle vier vorgestellten Städte mit großer Wahrscheinlichkeit auf Siedlungen aus augusteischer Zeit zurückgehen.

Wie sie zu diesem Schluss gekommen sind und wer Kaiser Augustus eigentlich war, darüber gibt die Ausstellung Auskunft.
So werden verschiedenste Funde aus allen Zeiten präsentiert, die den großen Imperator darstellen. Da gibt es Keramik, Fibeln, Münzen und noch vieles mehr zu bestaunen. Ein Film informiert zudem über die Kleidung und Ausrüstung eines römischen Soldaten zu Augustus' Zeit.
Außerdem erhalten Besucher einen Einblick in die Arbeit von Archäologen. So wird beispielsweise das Verfahren der Dendrochronologie erklärt, mit dessen Hilfe sich Funde aus Holz sehr genau datieren lassen.

Wem das bloße Schlendern durch die sehr interessante Ausstellung zu wenig ist, für den hat man sich im Centre Charlemagne noch etwas ganz besonders einfallen lassen:
Bei Betreten der Wechselausstellung finden Besucher einen Stapel mit kleinen Broschüren vor, die den Titel "Wer wird Imperator?" tragen. Beim Aufklappen erwartet sie dann ein 18 Fragen umfassendes Quiz. Die Fragen sind knifflig, aber alle mit Hilfe der Ausstellungsstücke und deren Begleittexten zu beantworten. Eine wirklich schöne Idee für ungeduldige Kinder, aber auch für Erwachsene, da man so auf einige Besonderheiten der ausgestellten Stücke gestoßen wird, die man sonst vielleicht übersehen hätte.

Wer das mindestens zur Hälfte gelöste Quiz am Ende des Museumsbesuches abgibt, der hat die Möglichkeit an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Wir haben unseres vollständig ausgefüllt aber als Erinnerungsstück mit nach Hause genommen:


Die überaus lohnenswerte Ausstellung gibt es noch bis zum 11. Januar 2015 im Centre Charlemagne in Aachen zu sehen. Danach zieht sie weiter in andere Museen nach Heerlen, Jülich und Maastricht.
Die Tickets in Aachen kosten 5, ermäßigt 3 Euro. Im Centre Charlemagne befindet sich neben der Augustus-Ausstellung auch noch eine sehenswerte Dauerausstellung zur Aachener Stadtgeschichte.

Weihnachtsmarkt-Ausbeute

Einen kleinen Nachtrag zum Weihnachtsmarkt in Telgte kann ich mir nun doch nicht verkneifen, einfach weil ich mich so sehr darüber gefreut habe (und mich noch immer daran erfreue). Beim Stand von Miroque, der Besuchern größerer Mittelaltermärkte - und Festivals sicherlich bekannt ist, gab es in Telgte nämlich einen Ausverkauf. Bücher, CDs, DVDs - alles gab es zu unglaublichen Spottpreisen. Ich habe natürlich auch ordentlich zugeschlagen, und das hier ist meine Ausbeute:


 Alles zusammen gab es für 9 Euro. Ich bin immernoch ganz happy! :D

Montag, 29. Dezember 2014

Riesenspaß im Bällebad - der Mittelalter-Lichterweihnachtsmarkt in Telgte, 4. Wochenende

Am 4. Advent ging es für mich ein letztes Mal zum Mittelalter-Lichterweihnachtsmarkt nach Telgte.
Das Wetter zeigte sich an diesem Sonntag mal wieder von seiner fiesesten Seite. So begleitete die Besucher den ganzen Tag über ein fieser Nieselregen. Für uns hatte das Ganze aber auch etwas Gutes: Das große Bällchenbad auf dem Gelände war zeitweise ganz leer, so dass auch wir übergroßen Spielkinder uns darin vergnügen konnten. Auch mit Mitte 20 macht es noch riesigen Spaß, mit Anlauf in die kleinen, goldenen Bällchen abzutauchen! :D

Gekommen waren wir natürlich aus musikalischen Gründen, nämlich wegen Versengold. Die Bremer Jungs spielten auch an diesem letzten Adventswochenende wieder ihren herrlich tanzbaren Folk mit intelligenten und witzigen Texten und trotzen dabei zwei Tagen der Kälte und dem miesen Wetter.



Das erste Konzert des Tages gestalteten sie sogar als Wunschkonzert und auch beim abschließenden Abendkonzert gab es eine schöne Überraschung. Dort nämlich performten sie mit Unterstützung von Martin von den Cobblestones, die an diesem Wochenende ebenfalls spielten, den Song "Allschön die Maid" - ein Song, den sie sonst fast gar nicht live spielen! Das ganze war wirklich witzig, was auch noch von den leichten, aber gut überdeckten Textschwächen von Sänger Snorre verstärkt wurde. :D
Hier gibt es ein Video von dem Auftritt:



Auch die Cobblestones schauten wir uns an diesem Tag mal wieder an. Ich muss ja zugeben, dass ich um diese Band, obwohl sie sehr soliden Irish Folk spielen, im Sommer eher einen weiten Bogen gemacht habe. Es ist nämlich so... die Herren haben da eine Angewohnheit, die mich und meine Freunde nach spätestens drei Liedern beginnt in den Wahnsinn zu treiben. Und zwar prosten sie sich, anderen, der Welt und weiß-der-Geier-wem-sonst-noch nach jeden Lied zu. Auf Irisch. Sláinte! Irgendwann kann ich das einfach nicht mehr ertragen, so Leid es mir tut. Bei den recht kurzen Weihnachtsmarkt-Sets ging es dann aber gerade noch so. :D

Da Telgte ein ziemlich konservatives Örtchen ist, galt es wie an jedem Tag auch eine Mittagspause zu überbrücken, in der keine Musik gespielt wurde. Diese verbrachten wir in einem der großen Zelte mit einem netten Würfelspiel.

Irgendwann später mussten wir uns dann zwangsläufig auf Nahrungssuche begeben. Noch verwöhnt von der riesigen Auswahl am Vortag in Hannover fiel und das gar nicht so leicht. Eigentlich hatte ich mich unheimlich auf die von mir angedachteFalafeltasche mit Salat gefreut - wie groß war dann die Enttäuschung, als ich feststellen musste, dass es diese plötzlich nicht mehr gab! Ich hoffe immer noch inständig, dass das keine dauerhafte Änderung ist, denn ich würde dieses Gericht sehr vermissen. Letzten Endes entschied ich mich dann für ein Lachsbrötchen mit Meerrettich - ebenfalls sehr lecker!

Nach dem letzten Set von Versengold beendeten wir ziemlich wehmütig unseren Besuch in Telgte, mit dem Wissen, dass nun die lange, lange Winterpause beginnt. Ein Vierteljahr ohne Mittelaltermärkte, die ansonsten so sehr meine Wochenenden bestimmen. Der Gedanke deprimiert mich schon jetzt! :D

Doch immerhin war der Lichter-Weihnachtsmarkt in Telgte wie in jedem Jahr wieder ein würdiger Jahresabschluss und ich freue mich jetzt schon darauf, wenn wir uns in der kommenden Saison alle wiedersehen!