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Dienstag, 27. Februar 2018

Konzertbericht: Wardruna in Utrecht

Am 15. Oktober stand endlich ein ganz besonderer, lange heiß ersehnter Konzertabend bevor. Die norwegische Ausnahme-Band Wardruna machte auf einer ihrer eher seltenen Touren Halt im niederländischen Utrecht. Ein Termin, der schon lange im Voraus ausverkauft war und den wir entsprechend auch schon lange geplant hatten, allen Schwierigkeiten beim Ticketkauf zum trotz. Wer nicht Besitzer eine Kreditkarte ist und schon einmal versucht hat, Tickets für ein Konzert in den Niederlanden zu besorgen, weiß sicher, wovon ich spreche...

Das TivoliVredenburg in Utrecht erwies sich als rieisiger Gebäudekomplex mit mehreren Veranstaltungssälen. Das Ronda, das Venue, in dem unser Konzert stattfand, war dennoch bald gefunden. Ein guter Platz war gar nicht so leicht zu finden, da viele sich schon früh ihre Plätze ausgeguckt hatten und wir doch recht spät erst auf die Suche gingen. Vorher hatten wir einen vergeblichen Versuch unternommen, an den Merchstand der Band zu gelangen. Dieser war jedoch so überfüllt, dass wir die Aktion kurzerhand auf die Pause zwischen Vor- und Hauptband verschoben. Als wir uns im Publikum umhörten, stellten wir fest, dass wir bei weitem nicht die einzigen Deutschen waren, die an diesem Tag den Weg nach Utrecht auf sich genommen hatten. Eigentlich auch kein Wunder, war dies doch für einen gar nicht so unerheblichen Teil Deutschlands der am Besten zu erreichende Termin. NRW und Niedersachen, unsere bevorzugten Konzertziele, waren bei der Tour nämlich leider großzügig ausgespart worden.

Als Vorband hatten an diesem Abend Kaunan die Ehre, das Nordic Folk Projekt von Faun-Sänger Oliver Pade. Diese stellten ihr gerade erschienenes erstes Album "Forn" vor und eröffneten den Abend mit ihren mitreißenden, tanzbaren Klängen auf sehr ansprechende Weise. Sie dürften sich an diesem Abend sicher den einen oder anderen neuen Fan erspielt haben.


In der Umbaupause gelang es uns dann tatsächlich, zum Merchstand durchzudringen, wo ich die Kaunan-LP sowie die 10" von Einar Selviks "Snake Pit Poetry" erwarb. Letzteres dürfte dem geneigten Freund der Fernsehserie "Vikings" als Ragnars Todeslied bekannt sein.


Im Anschluss begaben wir uns auf die Empore und fanden dort ein recht lauschiges Plätzchen, von dem aus wir einen guten Blick auf die kommende Wardruna-Show haben würden.

Das Wardruna-Konzert, welches nun folgte, zählt für mich zu den absoluten musikalischen Highlights des vergangenen Jahres. Es dauerte keine Minute, bis einen dieser Auftritt in seinen Bann geschlagen hatte. Die Musik von Wardruna besitzt einfach eine solche Kraft und Intensität, dass es gar keiner großen Bühnenshow bedarf, sie perfekt in Szene zu setzen. Ein auf den ersten Blick vollkommen unspektakulärer Bühnenhintergrund erwies sich als absolut geniale Leinwand für ein Spiel von Licht und Schatten und fesselte das Auge das ganze Konzert über immer wieder aufs Neue. Die schon auf den Studioalben mäachtigen Songs der Band entfesselten live nochmal eine ganz neue Energie. So begann das Konzert mit dem Stück "Tyr" schon mit einem regelrechten Paukenschlag, und auch Songs wie "Fehu" oder "Raido" ließen einem das Herz vor Freude hüpfen in ihrer unglaublichen Intensität.

Abgeschlossen wurde der Auftritt der Band schließlich mit "Helvegen", welches einen mit seiner ganzen düsteren Schicksalsschwere einfach nur in seinen Bann schlug und sprachlos zurückließ, was für ein wunderbares Erlebnis einem dort gerade zu Teil geworden war.


Als Zugabe kehrte Sänger Einar Selvik schließlich noch einmal alleine auf die Bühne zurück, um das Stück "Snake Pit Poetry" zu performen. Ein wunderschöner, würdevoller Abschluss eines in ganzer Linie außergewöhnlichen Konzertabends, der jede noch so lange Anfahrt wert gewesen war!

Mittwoch, 27. Juli 2016

Das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Dortmund, 2. Wochenende

Mit erheblicher Verspätung *verlegen räusper* folgt hier nun doch noch mein Post zum wirklich großartigen zweiten Wochenende, das ich am 10. & 11. Juni (ja, kein Tippfehler ^^) besucht habe. Zu Bückeburg wird es dieses Jahr übrigens leider keine Berichte von mir geben, da ich beide Wochenenden krankheitsbedingt ausfallen lassen musste...

Nun aber zu Dortmund. Zu diesem Wochenende machte ich mich Freitags erstmals in diesem Jahr wieder mit Zeltausrüstung auf den Weg. Drei Tage MPS standen bevor, von denen ich jedoch nur zwei besuchen wollte.

Nach dem Zeltaufbau blieb noch etwas Zeit zur Erholung, bis ich mich mit meiner Freundin und Mitcamperin auf den Weg auf das Gelände machte. Musikalisch gab es schon an diesem Freitag einiges zu sehen. So machten wir uns zunächst auf zu Corvus Corax.

Corvus Corax

Die Herren tragen ihren Ruf als Könige der Spielleute nicht zu unrecht und bieten live immer wieder ein tolles Erlebnis. So auch an diesen Tag, wo es Sänger Castus sogar schon zum Eröffnungskonzert gelang, bei seinem Besuch im Publikum eine stattliche Masse an Tänzern um sich herum zu versammeln, die mit ihm als Lindwurm durch die Gegend zogen.

Einen weiteren Grund zur Freude boten die schwedischen Piraten von Ye Banished Privateers, die wir uns an diesem Wochenende gleich mehrere Male anschauen sollten.

Ye Banished Privateers

Wie fast schon üblich hatten sie auch an diesem Wochenende wieder neue Gesichter mitgebracht - ob es und wohl jemals gelingen wird, die gesamte Crew zu kennen? :D

Bald wurde es dann schon Zeit für das Abendprogramm. Und das hätte mit Omnia und Cesair so schön werden können, eigentlich sogar schön werden müssen. Wäre dem Veranstalter nicht ein ziemlicher Lapsus unterlaufen: beide Bands überschnitten sich, mit fatalen Folgen für die hierzulande noch weitaus unbekannteren Cesair. Es ist nun wirklich kein Geheimnis, dass beide Bands einen sehr ähnlichen Fankreis bedienen und mir darum absolut unbegreiflich, wie man sie nebeneinander spielen lassen kann.

Da es nun aber nicht zu ändern war, beschloss ich, mich bei Omnia ausnahmsweise ganz nach hinten zu stellen, um jederzeit gehen zu können. So schaute ich mir die erste Hälfte des Omnia-Konzertes an und wäre liebend gerne auch bis zum Ende geblieben, war es doch meine erste Chance, Omnia wieder mit Drehleier zu bewundern. Außerdem spielten sie an diesem Abend einige Songs ihres mittlerweile erschienenen neuen Albums "Prayer", darunter das ungewöhnliche, aber wirklich faszinierende "Alan Lee Tango". Trotzdem raffte ich mich einige Minuten vor Beginn des Cesair-Konzerts auf und wechselte zu deren Bühne. Eine Entscheidung, die ich keine Sekunde lang bereut habe.

Omnia

Fünf Minuten vor Konzertbeginn erwartete mich bei Cesair gähnende Leere und auch nach Beginn des Konzertes blieb es relativ leer, bis Omnia ihr Set beendet hatten und plötzlich scharenweise Menschen einfielen. Trotzdem war es von Anfang an ein bemerkenswertes Konzert. Cesair sind eine tolle Liveband, die meinem Gefühl nach jedes Mal besser wird. Sie hatten diesmal auch einige spannende musikalische Gäste dabei, nämlich Jyoti Verhoeff als zusätzliche Stimme und Fanny von Brisinga an der Harfe. Am Ende enterte - selbst für die Band unerwartete - noch Joris von Leaves' Eyes die Bühne. Durch das zu Beginn fehlende Publikum entstand nicht jene für Deutschland so typische Situation, dass alle wie die Ölsardinen stehen, um möglichst vorne zu stehen, sondern den Leuten blieb richtig viel Platz zum Tanzen, den sie auch gerne nutzten. So kann man wohl sagen, dass sowohl Band als auch Publikum das Beste (und zwar was richtig Gutes!) aus einer an sich eher mäßigen Situation gemacht haben.

Cesair

Ausklingen ließen wir den wunderschön lauene Sommerabend im Anschluss noch beim Nachtkonzert von Ye Banished Privateers. Glücklich und heiser gesungen ging es dann zurück ins Zelt.

Auch am Samstag stand uns wieder ein volles Programm bevor. Wir eröffneten den Tag mit Vroudenspil, die in Toppform waren und gleich zu Beginn gute Stimmung verbreiteten.

Vroudenspil

Musikalisch hervorheben möchte ich aber ganz besonders zwei Bands: Waldkauz und Faun, die zu meiner großen Freude auch noch direkt hintereinander auf der selben Bühne auftraten. So begaben wir uns zum Waldkauz-Nachmittagskonzert an den angenehm schattigen Ort des Geschehens und blieben einfach gleich bis zum späten Abend dort stehen. :D

Ich glaube, ich habe schon das eine oder andere Mal erwähnt, wie sehr ich Waldkauz mag. Auch in Dortmund konnten sie mich mit ihren Qualitäten als Liveband wieder vollstens überzeugen. Mittlerweile wurden die Songs ihres ersten Albums schon durch einige neue Lieder ergänzt, die große Lust auf neues Studiomaterial machen. Die Stimmung bei diesem nachmittäglichen Konzert war insgesamt sehr gut. Nach der viel zu langen Zeit des Regen hatte endlich der Sommer Einzug gehalten und die Leute tanzten ausgelassen, oftmals barfuß, unter den Bäumen, die die Bühne umgaben.

Waldkauz

Viel zu schnell war das Konzert vorbei und man fand sich wartend wieder, stand doch vor dem Auftritt von Faun (für uns der erste in diesem Jahr!) noch der Bühnenumbau. Also: eine Stunde warten. Denn wo man einmal so schön vorne stand, wollte man diesen Platz natürlich gerne behalten...

Irgendwann war die Pause dann auch endlich vorbei und Faun betraten die Bühne, um an diesem wunderschönen Sommerabend ihr Konzert zu spielen. Und obwohl ich Faun mittlerweile so oft gesehen habe, war es wieder überwältigend gut. Neue Lieder gab es an diesem Abend leider noch keine zu hören, aber dafür einen schönen Querschnitt durch die langjährige Geschichte der Band. Auch die Faune selbst wirkten äußerst gut gelaunt und hatten sichtlich Spaß an diesem Auftritt. Irgendwer aus dem Publikum schenkte ihnen ein Stück Melone, das zu essen während des Konzertes nicht so gut gelang, dafür aber sofort nach Abschluss des Auftritts wieder in Angriff genommen wurde. Nach einem solchen Konzert weiß ich immer wieder ganz genau, warum ich Faun schon seit so vielen Jahren meine Lieblingsband nenne. ♥

 Faun

Nach dem Auftritt stand noch ein kurzer Besuch am Faun-Merchzelt an. Sänger Oliver hatte gerade sein drittes Buch "Wanderlust" veröffentlicht, welches es an diesem Wochenende zum ersten Mal zu kaufen gab. Obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, an diesem Wochenende nichts auszugeben, konnte ich diesen Vorsatz nach einer solchen Ankündigung natürlich nicht mehr einhalten. :D Vielleicht stelle ich das Buch ja demnächst mal hier vor. Gelesen habe ich es natürlich längst. ^^

Den Samstag ließen wir dann ausnahmsweise mal nicht bei einem Konzert ausklingen, sondern beim großen Feuerspektakel. Wieder begaben wir uns früh zum Ort des Geschehens und konnten uns so Plätze in der ersten Reihe sichern. So mussten wir zwar eine ganze Weile rumsitzen, hatten dann jedoch einen tollen Blick auf die beeindruckende Show. Besonders Danse Infernale ließen mich regelrecht mit offenem Mund dastehen, so schön anzusehen war das Ganze!

Obwohl das MPS am Sonntag noch weiterging, fuhr ich, nachdem ich ausgeschlafen hatte, nach Hause. Keiner meiner Freunde war an diesem Tag noch vor Ort, und alleine hatte ich dann auch keine Lust mehr. Ich verließ das Gelände mit großer Vorfreude auf das kurz bevorstehende MPS in Bückeburg, das ich dann ja leider wegen einer doofer Bronchitis nicht besuchen konnte. :( Diesen Sonntag ist dafür eine Fahrt zum MPS nach Köln geplant. Ich hoffe so sehr, dass das klappt und uns nicht die zahlreichen, für diesen Tag angekündigten Großdemos in der Stadt noch einen tüchtigen Strich durch die Rechnung zu machen versuchen... Drückt mir die Daumen!