Auch in diesem Jahr, das nun fast komplett hinter uns liegt, gab es wieder einen ganzen Haufen Musik-Neuerscheinungen, die es wert waren, ihnen ein Ohr zu leihen. Nach langem Hin - und Herüberlegen habe ich noch meine Favoritenliste erstellt. Hier ist sie:
Da ich mich nicht auf eine Rangfolge festlegen möchte, werde ich sie nun einfach alphabetisch aufzählen. Die Rezensionen folgen dann so nach und nach in den nächsten Tagen/Wochen, je nachdem, wieviel Zeit ich habe. Ab nächsten Jahr werde ich dann (so habe ich mir zumindest vorgenommen) auch häufiger Alben vorstellen. Neuerscheinungen wie auch ältere, die mir persönlich am Herzen liegen.
Aber hier nun wirklich erst einmal die Liste mit der für mich besten neuen Musik des Jahres:
Am Sonntag habe ich mich zusammen mit meiner Mutter schon zum zweiten Mal in diesem Jahr ins neueröffnete Centre Charlemagne nach Aachen begeben. Anlass dieses Mal war eine derzeit gastierende Ausstellung mit dem klangvollen Namen "Fahndung nach Augustus - Suche nach den Wurzeln der Euregio".
Erarbeitet wurde die Ausstellung von einer deutsch-niederländischen
Wissenschaftsgruppe, die auf den Namen "Euregionale Vicusgruppe" hört
und aus Archäologen, Historikern und Museumsleuten besteht. Gegründet
wurde die Gruppe mit der Absicht, die Geschichte der vier heutigen
Städte Aachen, Maastricht, Heerlen und Jülich zu untersuchen, die alle
aus einstigen römischen Siedlungen hervorgegangen sind.
Die bisherigen Ergebnisse ihrer Untersuchungen kann man nun eben in der momentan in Aachen befindlichen Ausstellung bestaunen.
Doch warum Augustus? Zunächst einmal, weil sich dessen Tod dieses
Jahr zum 2000. Mal jährt und man als überaus bedeutende historische
Persönlichkeit aus diesem Anlass sicher eine Ausstellung verdient hat.
Doch es gibt noch einen anderen Grund: Die Wissenschaftler sind in
ihren Untersuchungen nämlich zu dem Schluss gekommen, dass alle vier
vorgestellten Städte mit großer Wahrscheinlichkeit auf Siedlungen aus
augusteischer Zeit zurückgehen.
Wie sie zu diesem Schluss gekommen sind und wer Kaiser Augustus eigentlich war, darüber gibt die Ausstellung Auskunft.
So werden verschiedenste Funde aus allen Zeiten präsentiert, die den
großen Imperator darstellen. Da gibt es Keramik, Fibeln, Münzen und noch
vieles mehr zu bestaunen. Ein Film informiert zudem über die Kleidung
und Ausrüstung eines römischen Soldaten zu Augustus' Zeit.
Außerdem
erhalten Besucher einen Einblick in die Arbeit von Archäologen. So wird
beispielsweise das Verfahren der Dendrochronologie erklärt, mit dessen
Hilfe sich Funde aus Holz sehr genau datieren lassen.
Wem das bloße Schlendern durch die sehr interessante Ausstellung zu
wenig ist, für den hat man sich im Centre Charlemagne noch etwas ganz
besonders einfallen lassen:
Bei Betreten der Wechselausstellung finden Besucher einen Stapel mit kleinen Broschüren vor, die den Titel "Wer wird Imperator?"
tragen. Beim Aufklappen erwartet sie dann ein 18 Fragen umfassendes
Quiz. Die Fragen sind knifflig, aber alle mit Hilfe der
Ausstellungsstücke und deren Begleittexten zu beantworten. Eine wirklich
schöne Idee für ungeduldige Kinder, aber auch für Erwachsene, da man so
auf einige Besonderheiten der ausgestellten Stücke gestoßen wird, die
man sonst vielleicht übersehen hätte.
Wer das mindestens zur Hälfte gelöste Quiz am Ende des
Museumsbesuches abgibt, der hat die Möglichkeit an einem Gewinnspiel
teilzunehmen. Wir haben unseres vollständig ausgefüllt aber als
Erinnerungsstück mit nach Hause genommen:
Die überaus lohnenswerte Ausstellung gibt es noch bis zum 11. Januar
2015 im Centre Charlemagne in Aachen zu sehen. Danach zieht sie weiter
in andere Museen nach Heerlen, Jülich und Maastricht.
Die Tickets in Aachen kosten 5, ermäßigt 3 Euro. Im Centre
Charlemagne befindet sich neben der Augustus-Ausstellung auch noch eine
sehenswerte Dauerausstellung zur Aachener Stadtgeschichte.
Einen kleinen Nachtrag zum Weihnachtsmarkt in
Telgte kann ich mir nun doch nicht verkneifen, einfach weil ich mich so
sehr darüber gefreut habe (und mich noch immer daran erfreue). Beim
Stand von Miroque, der Besuchern größerer Mittelaltermärkte - und
Festivals sicherlich bekannt ist, gab es in Telgte nämlich einen
Ausverkauf. Bücher, CDs, DVDs - alles gab es zu unglaublichen
Spottpreisen. Ich habe natürlich auch ordentlich zugeschlagen, und das
hier ist meine Ausbeute:
Alles zusammen gab es für 9 Euro. Ich bin immernoch ganz happy! :D
Am 4. Advent ging es für mich ein letztes Mal zum Mittelalter-Lichterweihnachtsmarkt nach Telgte.
Das Wetter zeigte sich an diesem Sonntag mal wieder von seiner
fiesesten Seite. So begleitete die Besucher den ganzen Tag über ein
fieser Nieselregen. Für uns hatte das Ganze aber auch etwas Gutes: Das
große Bällchenbad auf dem Gelände war zeitweise ganz leer, so dass auch
wir übergroßen Spielkinder uns darin vergnügen konnten. Auch mit Mitte
20 macht es noch riesigen Spaß, mit Anlauf in die kleinen, goldenen
Bällchen abzutauchen! :D
Gekommen waren wir natürlich aus musikalischen Gründen, nämlich wegen Versengold.
Die Bremer Jungs spielten auch an diesem letzten Adventswochenende
wieder ihren herrlich tanzbaren Folk mit intelligenten und witzigen
Texten und trotzen dabei zwei Tagen der Kälte und dem miesen Wetter.
Das erste Konzert des Tages gestalteten sie sogar als Wunschkonzert
und auch beim abschließenden Abendkonzert gab es eine schöne
Überraschung. Dort nämlich performten sie mit Unterstützung von Martin
von den Cobblestones, die an diesem Wochenende ebenfalls spielten, den Song "Allschön die Maid"
- ein Song, den sie sonst fast gar nicht live spielen! Das ganze war
wirklich witzig, was auch noch von den leichten, aber gut überdeckten
Textschwächen von Sänger Snorre verstärkt wurde.
Hier gibt es ein Video von dem Auftritt:
Auch die Cobblestones schauten wir uns an diesem
Tag mal wieder an. Ich muss ja zugeben, dass ich um diese Band, obwohl
sie sehr soliden Irish Folk spielen, im Sommer eher einen weiten Bogen
gemacht habe. Es ist nämlich so... die Herren haben da eine
Angewohnheit, die mich und meine Freunde nach spätestens drei Liedern
beginnt in den Wahnsinn zu treiben. Und zwar prosten sie sich, anderen,
der Welt und weiß-der-Geier-wem-sonst-noch nach jeden Lied zu. Auf
Irisch. Sláinte! Irgendwann kann ich das einfach nicht mehr ertragen, so
Leid es mir tut. Bei den recht kurzen Weihnachtsmarkt-Sets ging es dann
aber gerade noch so. :D
Da Telgte ein ziemlich konservatives Örtchen ist, galt es wie an
jedem Tag auch eine Mittagspause zu überbrücken, in der keine Musik
gespielt wurde. Diese verbrachten wir in einem der großen Zelte mit
einem netten Würfelspiel.
Irgendwann später mussten wir uns dann zwangsläufig auf
Nahrungssuche begeben. Noch verwöhnt von der riesigen Auswahl am Vortag
in Hannover fiel und das gar nicht so leicht. Eigentlich hatte ich mich
unheimlich auf die von mir angedachteFalafeltasche mit Salat gefreut -
wie groß war dann die Enttäuschung, als ich feststellen musste, dass es
diese plötzlich nicht mehr gab! Ich hoffe immer noch inständig, dass das
keine dauerhafte Änderung ist, denn ich würde dieses Gericht sehr
vermissen. Letzten Endes entschied ich mich dann für ein Lachsbrötchen
mit Meerrettich - ebenfalls sehr lecker!
Nach dem letzten Set von Versengold beendeten wir ziemlich wehmütig
unseren Besuch in Telgte, mit dem Wissen, dass nun die lange, lange
Winterpause beginnt. Ein Vierteljahr ohne Mittelaltermärkte, die
ansonsten so sehr meine Wochenenden bestimmen. Der Gedanke deprimiert
mich schon jetzt! :D
Doch immerhin war der Lichter-Weihnachtsmarkt in Telgte wie in
jedem Jahr wieder ein würdiger Jahresabschluss und ich freue mich jetzt
schon darauf, wenn wir uns in der kommenden Saison alle wiedersehen!
Ich hatte ja erwähnt, dass da noch ein paar
vorweihnachtliche Erlebnisberichte ausstehen: Und hier kommt dann auch
endlich mal der erste.
Am Samstag des letzten Adventswochenendes verschlug es mich und
eine Freundinnämlich nach Hannover, in das historische Dorf am
Leineufer.
Trotz großer Vorfreude fragte ich mich morgens um sechs, als der
Wecker klingelte, jedoch zunächst einmal: sind wir eigentlich verrückt?
Aber der Weg nach Hannover ist weit, und es muss sich ja auch lohnen,
also verließen wir tatsächlich zunächst einmal das Bett und später dann
sogar das Haus, um uns auf den Weg zum Bahnhof zu machen.
Erstaunlicherweise war uns das Schicksal sogar einmal hold und wir
erreichten trotz minimaler Umsteigezeit unseren angestrebten
Anschlusszug, der uns direkt nach Hannover bringen sollte.
Die Fahrt verlief soweit auch problemlos, nur einen kleinen Disput
mit einer zickigen Dame, die sich mit ihrem Sohn zu uns setzen wollte,
galt es auszustehen: Sie fragte, ob die Plätze frei seien, meine
Begleitung antwortete mit "Ja". Das hatte die gute Frau aber wohl nicht
gehört, und anscheinend waren wir ihr beim Freiräumen der Sitze auch
nicht schnell genug (sowas dauert eben mit Winterklamotten und Gepäck
für einen ganzen Tag draußen!), jedenfalls fing sie sofort zu zetern an,
wir seien unfreundlich und man solle sich besser nicht mit ihr anlegen.
Woraufhin ich bedauerlicherweise ein wenig lachen musste. Immerhin war
sie dann still, vermutlich beleidigt, weil wir ihre Drohung nicht ernst
nahmen... Mir soll's egal sein, aber manche Leute sind echt verdammt
unentspannt, gerade vor Weihnachten. ^^
Kurz nach 11 erreichten wir wie geplant Hannover. Ich war vorher
noch nie dort gewesen (außer in den Herrenhäuser Gärten), fand aber,
dass die Stadt auf den ersten Blick sympathisch wirkte. In der
Einkaufspassage sahen wir eine riesige Weihnachtspyramide, die irgendwie
ziemlich beeindruckend wirkte:
Nachdem wir diese eingehend betrachtet hatten, machten wir uns auf
den Weg zum historischen Dorf am Leineufer und schauten uns dort einmal
um. Der Begriff "Dorf" hatte bei uns eigentlich etwas andere
Assoziationen geweckt, denn eigentlich handelte es sich eher um einen
historischen Weihnachtsmarkt mit Ständen und Buden aus Holz. Aber es gab
dafür wirklich schöne Stände, auch mit tollen Geschenkideen für
Weihnachten.
Direkt neben dem historischen Dorf gab es noch einen finnischen
Weihnachtsmarkt, den wir uns auch unbedingt anschauen wollten. Dieser
war zwar sehr klein, aber auch wirklich fein. Dort gab es einige
kulinarische Spezialitäten, die wir unbedingt probieren mussten. Da wäre
zunächst einmal der Glöggi, also finnische (Beeren-)Glühwein, wobei wir
uns an die alkoholfreie Variante für Kinder hielten. Unheimlich lecker!
Zum Essen wählten wir zunächst kaelische Piroggen, gefüllt mit
Milchreis. Das klingt im ersten Moment vielleicht etwas
gewöhnungsbedürftig, war aber auch total lecker. So sahen sie aus:
Als Hauptspeise wagten wir uns jedoch an dunkles Brot mit
Rentierfleisch und Käse überbacken und mit Preiselbeersauce abgerundet.
Mir läuft noch heute das Wasser im Mund zusammen, wenn ich daran denke! :D
Einer der Hauptgründe für unseren Besuch an jenem Wochenende war
jedoch einmal wieder musikalischer Natur und spielte im historischen
Dorf auf, wohin wir uns deswegen auch bald zurückbegaben. Unsere
Lieblingspiraten von Ye Banished Privateers waren
nämlich an diesem Wochenende extra aus dem hohen Norden Schwedens
angereist, um ein wenig karibisches Flair auf dem Markt zu verbreiten.
Das Wetter war ihnen und uns leider überhaupt nicht hold: Kurz vor
dem ersten Auftritt ging ein richtig fieser Graupelschauer mit kräftigen
Windböen nieder, der die Bühne vorübergehend unbespielbar machte und
auch sonst einige Schäden verursachte. Doch die Privateers wären wohl
kaum die coolsten Piraten weit uns breit, hätten sie sich davon
beeindrucken lassen. Die Bande schnappte sich ihre Instrumente und
spielte einfach unverstärkt an der Taverne, bis die Bühne zum dritten
Auftritt wieder funktionstüchtig war.
Da ich selber keine besonders brauchbaren Bilder von der Band
gemacht habe, gibt es stattdessen ein schönes Video von Freunden, jedoch
an einem anderen Tag gemacht:
Den letzten Auftritt der Band an jenem Tag sahen wir leider gar
nicht mehr. Wir waren nass, durchgefroren und müde und wussten, dass
eine lange Rückfahrt vor uns liegt. Auf der Rückfahrt klappte dann
bahntechnisch leider auch gar nichts mehr, weswegen wir trotzdem erst zu
Hause ankamen, als es längst Zeit zum Schlafen war - denn am nächsten
Tag wartete gleich der nächste Weihnachtsmarkt auf uns. Aber davon
später mehr. :)
Und schon ist es wieder vorbei, das
Weihnachtsfest. Wie jedes Jahr kommt es mir am Jahresende so vor, als
renne die Zeit jetzt ganz besonders schnell. Schon sind wir Mitten in
den Rauhnächten und Silvester steht vor der Tür. Ich hoffe, ihr hattet
alle frohe Weihnachten und genießt die Zeit zwischen den Jahren!
Heiligabend verlief bei mir eigentlich wie jedes Jahr: Feier im
kleinen Familienkreis, also Eltern, Katzen, Kaninchen und ich. Die
näheren Verwandten wohnen alle am anderen Ende Deutschlands,
größtenteils in der Gegend um Wittenberg, wo auch ich geboren bin - und
wer will im Winter an Weihnachten schon so weite Strecken zurücklegen?
Am Tage wurde der Baum geschmückt (dieses jahr ausnahmsweise von mir
allein, weil mein Vater ausgerechnet an diesem Tag noch einen Termin im
Krankenhaus hatte), Nachmittags gab es dann das traditionelle
Weihnachtsessen: Würstchen & Kartoffelsalat! :D
Gegen Abend war es dann natürlich auch Zeit für die Bescherung. Ich
habe einige superschöne Bücher bekommen, von denen mein persönlicher
Favorit auf den Titel "VogelWild" hört - ein wundervoller
Bildband von vier renommierten finnischen Vogelfotografen. Ich
fotografiere ja selber liebend gerne Vögel, so gut das eben mit meiner
Kamera geht (und ich finde, dafür dass ich keine Spiegelreflexkamera
besitze, geht es mit meiner geliebten Nikon Coolpix L820 doch ziemlich
zufriedenstellend ;) ).
Ausklingen lassen haben wir den Heiligabend dann mit dem alle Jahre
wiederkehrenden Ritual einer bestimmten Weihnachts-CD, nämlich "Warten aufs Christkind" von den Roten Rosen. :D Die gehört bei uns seit ihrem Erscheinen einfach zum Weihnachtsfest dazu, wie bei anderen Familien der Kirchgang.
Ich denke, fast jeder erinnert sich wohl an dieses Lied aus besagtem Album:
Zu den beiden Weihnachtsfeiertagen weiß ich nicht viel zu erzählen.
Das Wetter war hier eher mäßig, weswegen ich die meiste Zeit zu Hause
verbracht habe und es genossen habe, endlich einfach mal Zeit zum Lesen
und zum Keyboardspielen zu haben und sämtliche lästige Pflichten zu
ignorieren. Und natürlich gab es viel leckeres Essen, das gehört ja nun
auch irgendwie dazu.
So sah also mein Weihnachtsfest aus. Ich hoffe, ihr wart mit eurem ähnlich glücklich wie ich mit meinem. :)
Ich möchte euch allen eine fröhliche Weihnacht wünschen. Genießt die Zeit und lasst euch nicht unnötig stressen! ;)
Ich hoffe, ihr verbringt das Fest mit den Leuten, die euch etwas
bedeuten. Ich werde wie üblich im kleinen Rahmen nur mit meinen Eltern
und meinen Haustieren feiern. Der Baum ist schon aufgestellt und wartet
nur noch darauf, morgen geschmückt zu werden. An die letzten Geschenke
muss ich allerdings gleich noch einmal Hand anlegen, da bin ich einer
dieser unverbesserlichen Auf-Den-Letzten-Drücker-Menschen! :D
Dann verabschiede ich mich jetzt mal mit einem kleinen, japanischen Weihnachtslied in die Feierlichkeiten:
Noch ausstehende Berichte über diverse Weihnachtsmarkterlebnisse der
letzten Wochen folgen dann in den nächsten Tagen. Außerdem plane ich
noch, meine Lieblingsplatten des Jahres 2014 vorzustellen. Gut, dass in
der Zeit zwischen den Jahren in der Regel viel Zeit für solche
Angelegenheiten ist. Ich hoffe, man liest sich! :)