Mittwoch, 7. Mai 2014

Albumvorstellung: Folk For The People

Heute möchte ich, quasi als Eröffnung der neuen Rubrik "Albumvorstellung", ein ganz besonderes musikalisches Projekt vorstellen. Das Album trägt den Namen "Folk For The People" und kann einzig als digitales Album über Bandcamp erworben werden. Obwohl ich normalerweise ein großer Freund physischer Tonträger bin, ob nun auf CD oder ganz klassisch auf Vinyl, soll dieses Projekt hier nicht unerwähnt bleiben, und das aus gutem Grund.

Bei "Folk For The People" handelt es sich um eine Compilation, zu der 35 internationale Folkbands beigetragen haben. Einige Bands, insbesondere von denen aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien, waren mir vor Erwerb der Compilation schon bekannt, die meisten jedoch überhaupt nicht. Es sei aber so viel gesagt: Auf dem Album verbergen sich einige Perlen, die darauf warten, entdeckt zu werden!

Mit Faun und The Dolmen haben zwei Bands einen Beitrag geleistet, die beispielsweise den Besuchern des Mittelalterlich Phanatsie Spectaculums nicht fremd sein dürften. Freunden niederländischer Folkmusik dürften unter anderem Bands wie LEAF, Sowulo oder Kelten Zonder Grenzen ein freudiges "Oh!" entlocken und wer je die Gelegenheit hatte, die Belgier von Rastaban live zu sehen, der dürfte auch mit diesem Namen gute Erinnerungen verbinden.

Neben diesen vielleicht dem Einen oder Anderem bekannten Namen finden sich auf der Compilation zahlreiche osteuropäische Bands, vorrangig aus der Ukraine. Und das ist auch kein Wunder, betrachtet man die Geschichte des Albums: Bei "Folk For The People" handelt es sich nämlich um eine Benefiz-Compilation für die Opfer der Repression in der Ukraine. Sämtliche Erlöse aus dem Verkauf der Compilation fließen an die Organisation EuromaidanSOS. Bisher sind so schon um die 2500 Euro zusammengekommen.

Ins Leben gefrufen wurde die Aktion von Mich Rozek, dem Drummer der belgischen Gruppe Rastaban, die ebenfalls auf dem Album vertreten ist. Er hat selber ukrainische Vorfahren und die Aktion vor dem Hintergrund der Unruhen in Kiew innerhalb kürzester Zeit aufgebaut, um den Opfern der Gewalt dort zu helfen.

Wer sich entscheidet, die Compilation zu kaufen und herunterzuladen, bekommt für nur 10 Euro (oder natürlich mehr, wenn er oder sie eine größere Spende machen möchte) eine ausgezeichnete Folk-Compilation mit mehr als 3 Stunden Musik. Dabei gibt es allerhand zu entdecken, auf das man zufällig vermutlich nie gestoßen wäre - und man leistet einen kleinen Beitrag zur Hilfe. Wenn das mal kein guter Deal ist!


Ausflugstipp: Die Schlossgärten in Arcen

Mal wieder Lust auf einen schönen Ausflug? Dann lohnt ein kurzer Sprung über die niederländische Grenze in das kleine Städtchen Arcen in der Nähe von Venlo. Dort warten die weitläufigen Schlossgärten (niederländisch: Kasteeltuinen) auf ihre Besucher.


Kurz nach seinem Eintritt in die Gärten erhascht man einen Blick auf den perfekt symmetrischen Teil. Obwohl das nicht unbedingt meiner Definition von einem schönen Garten entspricht, ist es doch auf jeden Fall beeindruckend zu sehen. Hier ist der Ausgangspunkt für eine Gartenreise durch verschiedene Landschaften.

So findet man in den Schlossgärten in Arcen zum Beispiel ein Rosarium, einen Wasser- und einen Berggarten, ein Tropenhaus sowie einen "De Vallei" genannten Teil, in dem Gartenvorstellungen verschiedener Kulturen präsentiert werden.

Besonders beeindruckt hat mich hierbei der östliche Garten. Als Freund asiatischer Kultur fand ich es einfach wunderschön, durch Bambushaine zu spazieren und die verschiedenen in die Gartenlandschaft integrierten Kunstelemente wie Götterstatuen oder Pagoden zu entdecken.




Auch einige Tiere kann man in den Schlossgärten besuchen, darunter Totenkopfäffchen, verschieden Vögel wie Storche, Flamingos, Pfaue oder Fasane und - mein besonderes Highlight - Koikarpfen, die man füttern und streicheln darf.

Wer dafür noch Zeit findet oder Kinder dabei hat, für die ein ganzer Tag voll Gartenkultur vielleicht zu unspektakulär ist, für den gibt es auf dem Gelände auch noch eine Minigolfanlage. Diese ist in den Berggarten integriert und weist einige ganz schön knifflige Bahnen auf.

Wo es Schlossgärten gibt, da muss es natürlich auch irgendwo ein Schloss geben. Das ist auch in Arcen der Fall.


Man erreicht das barocke Schloss, welches jedoch in seinen Grundzügen auf das 17. Jahrhundert zurückgeht, wenn man die Brücke über den Wassergraben nimmt. Hier befindet sich auch gleichzeitig der Eingang zu den Schlossgärten.
Generell kann das Schloss besichtigt werden, jedoch war am Tag meines Besuches die Kapelle geschlossen, da dort gerade eine Hochzeit stattfand.
Im Schloss erhielten wir eine kleine Führung durch einen freundlichen Mitarbeiter. Er erzählte uns unter anderem, warum das Schloss nicht die typische barocke Symmetrie aufweist oder wie es dazu kam, dass die einst nur in einem Teich lebenden Koikarpfen heute über sämtliche Gewässer der Anlage verstreut leben.
Wer eine Antwort auf diese Fragen sucht, der sollte schon einmal seine Reise nach Arcen planen, denn ich werde sie an dieser Stelle nicht beantworten. Schließlich soll man ja nie zu viel verraten und es ist ohnehin viel schöner, solche Rätsel selbst zu lösen.

Die Schlossgärten in Arcen sind dieses Jahr bis zum 2. November geöffnet. Informationen über Preise und Sonderveranstaltungen gibt es auf der (deutschen) Homepage der Gärten:

Kasteeltuinen Arcen

Dienstag, 6. Mai 2014

HobbitCon 2014 in Bonn


Am Ostersonntag habe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Convention besucht, nämlich die HobbitCon in Bonn. Das war ein sehr interessantes Erlebnis und ich habe darüber einen Artikel für den Onlineauftritt des Magazins "Miroque - lebendige Geschichte" verfasst. Diesen wollte ich an der Stelle hier gerne einmal teilen:


Auf dem Bild sehr ihr zwei Cosplayer, die am Tag meines Besuches am Costume Contest teilgenommen haben.

Viel Spaß mit dem Artikel!

Montag, 5. Mai 2014

Unter Kelten und Piraten - Das MPS in Dortmund, Samstag

Wie angekündigt folgt hier nun mein Bericht von meinem zweiten Tag beim MPS in Dortmund.

Samstag, 03. Mai:

Mein Samstag auf dem MPS begann ungewöhnlich spät gegen 17 Uhr. Vorher hatte ich mich einfach nicht aus dem Urlaub verabschieden können und den Markt in Venlo besucht. Als ich dann endlich das Veranstaltungsgelände erreichte, begrüßte mich zunächst die Musik der Kilkenny Band. Obwohl ich mich eigentlich zunächst einmal auf die Suche nach meinen Freunden, die schon irgendwo auf dem Gelände herumliefen, machen wollte, blieb ich doch lieber eine Weile vor der Bühne und lauschte den Irish Folk-Klängen der Osnabrücker Band.
 Shawn von der Kilkenny Band

Danach nahm ich die Suche wieder auf. Sie stellte sich als ziemlich schwierig heraus, denn es war unheimlich voll auf dem Gelände, und das sogar ganz ohne die Publikumsmagnete von Saltatio Mortis, die bei diesem MPS nur am Mittwoch anwesend waren.
Nach etwa zwei Runden über das recht weitläufige Gelände fand ich meine Freunde dann endlich bei den Piraten von Vroudenspil (sprich: Freudenspiel). Zu reden blieb zunächst wenig Zeit, denn direkt im Anschluss hieß es: Schnell schnell, Bühnenwechsel, denn mit Elmsfeuer wartete eine weitere Piratenband, die angehört werden wollte. 

Danach war es endlich Zeit für Celtica. Die schottisch-amerikanisch-österreichische Combo spielt Pipes Rock und vertonen nebst eigener Lieder auch bekannte Songs aus Rock, Pop und Filmmusik mit viel Wumms und Dudelsack. Auch sie sind, wie schon die Ye Banished Privateers am Mittwoch, ein MPS-Neuzugang in diesem Jahr, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
Weil es so schön war, schauten wir uns Celtica natürlich später auch noch bei ihrem großen Nachtkonzert an.


Celtica | Pipes Rock!

Vorher gab es allerdings noch einen anderen absoluten Pflichtpunkt im Programm: Omnia! Die niederländischen Paganfolker zählen zu meinen absoluten Lieblingsbands und werden auch nach über 20 besuchten Konzerten nie langweilig.
Leider waren die Umstände in Dortmund für uns dieses Mal etwas widrig. Wie üblich peilten wir einen Platz in der ersten Reihe an, hatten aber wenig Glück und erwischten nur noch suboptimale Plätze vor der Treppe, die zentral auf die Bühne führt. Ich selbst hatte dann nachher noch das Pech, dass sich eine Fotografin vor mich stellte und die ganze Zeit dort stehen blieb (ich hatte irgendwie angenommen, dass sie sich nach einigen Liedern weiterbewegt. Irren ist bekanntlich menschlich ;) . Außerdem war es generell sehr voll, da der Platz vor der Bühne eigentlich etwas zu eng war für die Massen, die Omnia mittlerweile anlocken. Tanztechnisch musste man sich also etwas einschränken. Das tat der Stimmung trotzdem keinen Abbruch. Wie üblich bei Omnia verwandelte sich selbst der Soundcheck schon zum unterhaltsamen Erlebnis für das schon eine Stunde vor Beginn versammelte Publikum. In ihrem Set präsentierten Omnia dann eine schöne Mischung aus neuen und alten, ruhigen und tanzbaren Stücken. es war, wie üblich, ein sehr schöner Auftritt.


Steve von Omnia

Nach dem Celtica-Nachtkonzert entschlossen wir uns, das Gelände zu verlassen und uns auf den knapp einstündigen Heimweg zu machen. Als wir den Waldweg zum Parkplatz entlangliefen, begleitete uns aus dem Hintergrund noch das wunderschöne "Caledonia" von Rapalje. Ein perfekter Abschluss eines gelungenen MPS-Besuchs.

Alternativer Tanz in den Mai: Das MPS in Dortmund, erster Tag

...und schon ist es wieder vorbei, das schöne, lange Wochenende - und mit ihm das erste MPS (Mittelalterlich Phantasie Spectaculum) dieses Jahr in meinen Gefilden. Für mich ging es dieses Mal nur an zwei Tagen (Mittwoch und Samstag) nach Dortmund. An den anderen Tagen wartete ein Kurzurlaub an der niederländischen Grenze mit meiner Familie. Aber dazu später mehr. In diesem Eintrag soll es nun erstmal um meine Erlebnisse beim MPS gehen. 

Mittwoch, 30. April:

Mittwoch Vormittag ging es los. Die Anfahrt mit der Bahn verlief problemlos (was ja bekanntlich keine Selbstverständlichkeit ist) und das Reisegepäck war auch ausnahmsweise einmal relativ leicht, da es nur um eine Übernachtung im Zelt einer Freundin ging. 

Zunächst spielte sogar das Wetter mit. Der Wetterbericht hatte uns schon schlimmes befürchten lassen, aber sowohl beim Zeltaufbau als in den ersten Stunden auf dem Gelände blieb es trocken. 

So konnten wir in Ruhe Saor Patrol und Ye Banished Privateers genießen, eine schwedische Piratenband, die dieses Jahr ganz neu auf dem MPS ist. Ich kann nur jedem, der die Möglichkeit hat, dazu raten sich diese coole Truppe anzuschauen. Die Band tritt bei ihren Konzerten mit wechselnder Besetzung an, auf den Weg nach Dortmund hatten sie sich zu elft gemacht. Obwohl die Band den meisten Besuchern vorher unbekannt gewesen sein dürfte, gelang es ihnen in kürzester Zeit, das Publikum für sich zu gewinnen, und das nur zurecht. Gut gespielter Piraten-Folk, witzige Showeinlagen und lebhafte Interaktion mit den Leuten vor der Bühne sorgten dafür, dass von Konzert zu Konzert an diesem Tag mehr Zuschauer zur Folkbühne strömten. 

Für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Die Band hat auch ein ziemlich gutes Video zu ihrem Song "Welcome To Tortuga" gemacht:


Am Vorabend wollten wir dann die immer wieder grandiosen Mr. Hurley & die Pulveraffen genießen, doch es sollte leider anders kommen: Mitten während des Sets kam auf einmal Gisi (Gisbert Hiller, der Veranstalter des MPS) auf die Bühne um uns von einer akuten Unwetterwarnung in Kenntnis zu setzen. Der Himmel sah zu diesem Zeitpunkt noch total unverdächtig aus, doch wir entschlossen uns trotzdem schweren Herzens, das Gelände vorläufig zu verlassen und uns zu unserem Zelt zu begeben - eine weise Entscheidung, wie sich kurz darauf rausstellte. Das Wetter kippte wirklich blitzschnell um und wir ließen Gewitter und Starkregen von unserem Zelt aus über uns ergehen. Die Veranstaltung musste auf Anweisung von Polizei und Feuerwehr ohnehin kurzzeitig unterbrochen werden.

Nach dem Unwetter war es um die Motivation meiner Begleitung geschehen, so dass ich im Endeffkt alleine zum Knasterbart-Konzert gehen musste, welches um Mitternacht beginnen sollte. Zum Glück bleibt man beim MPS selten lange allein, so dass ich bald ein nettes Gespräch mit meiner Nebenmann in der ersten Reihe führte, während wir auf den Beginn des Konzertes warteten. Der ganze Zeitplan hatte sich als Folge des Unwetters verschoben, weswegen das Konzert erst um Eins anfing. Doch wie üblich waren Knasterbart das Warten mehr als wert, auch wenn sie dieses Jahr "nur" bis 3 Uhr Nachts spielten. Sämtliche Gossenhauer der Band wie die "Leckere Lotta" und "Mein Stammbaum ist ein Kreis" wurden zum besten gegeben und bei Instrumentalstücken wie dem "Hinterwäldlertanz" konnte ausgiebig in den Mai getanzt werden. (Nur so nebenbei: Während des Soundchecks, also kurz nach Mitternacht, war sogar ein Maikäfer auf die Bühne geflattert. Das nenne ich mal symbolisch! :D )
Nach dem Konzert konnte ich es mal wieder kaum noch erwarten, das bald erscheinende Album in den Händen zu halten!

So ging der Mittwoch für mich zu Ende und nach einem kurzen Schlafzwischenstop im Zelt machte ich mich auf den Weg in den Urlaub um dann am Samstag für einen weiteren Tag auf das MPS zurückzukehren. Doch das ist eine andere Geschichte, und sie soll später erzählt werden...

Dienstag, 29. April 2014

Vorfreude

Sooo, die Uni-Verpflichtungen für diese Woche sind abgehakt. Der Rucksack ist gepackt. Voll-Fleece-Schlafanzug für die Nacht: Check. Dicke Socken: Check. Gewandung nebst unauthentischem Regencape: Sowieso. 

Das alles zusammen kann nur eins heißen: Morgen geht es zum ersten Mal dieses Jahr auf in Richtung MPS, nach Dortmund. Die Wettervoraussichten sind zwar gewohnt schlecht, aber das kennen wir ja schon. Spielen wir halt wieder im Schlamm, was soll's. Hauptsache, es geht endlich wieder los!

Zur musikalischen Einstimmung an dieser Stelle ein nettes Video der morgigen Headliner, Knasterbart. So sieht wahre Gossenpoesie aus ;)


Ist sonst noch wer dabei und freut sich ebenso wie ich?

Blog-Wiederbelebung

Genau 199 Tage ist es her, seit ich meinen letzten Post hier gemacht habe. So viel zu meinen guten Vorsätzen, das Bloggen dieses Mal regelmäßiger zu halten... Aber was soll's, manchmal kommt das Leben eben ein wenig anders. :)

Auf jeden Fall habe ich beschlossen, diesen Account wiederzubeleben und ihn in etwas anderer Form als vorher zu nutzen. Bisher hatte ich mir ja gedacht, dass es hier nur um Skandinavien gehen sollte und alles, was mir eben dazu einfällt. Nun ist es aber so, dass mich in meinem Leben auch ganz andere Dinge bewegen. Deswegen werde ich an dieser Stelle ab sofort über alles berichten, was mir persönlich gerade wichtig oder interessant scheint.

Zunächst aber möchte ich dann doch noch meinen Bericht über mein Auslandssemester zu Ende bringen: Ich bin mittlerweile schon längst wieder zu Hause und hatte mehr als genug Zeit, über meine Erfahrungen in Schweden nachzudenken. Es war alles in allem oft keine einfache Zeit für mich und ich habe erkannt, wie viel mir meine Freunde und meine Familie in Deutschland eigentlich bedeuten. Aber auch in Växjö habe ich viele tolle Leute kennengelernt, ohne die es mir sicher sehr viel schlechter ergangen wäre.
Obwohl ich insgesamt sehr froh bin, wieder zurück zu sein, ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich gewisse Dinge in Växjö vermisse. Dazu zählt besonders die allgegenwärtige Natur, die Wälder und Seen überall um einen herum. Darum ist für mich auch sicher: ich werde so bald wie möglich nach Schweden zurückkehren. Diesmal jedoch nur als Urlauber, denn mein Leben findet hier in Deutschland statt, wo meine Familie und mein Freundeskreis sind. Sie alle möchte ich nicht noch einmal so lange vermissen müssen.