Sonntag, 5. Oktober 2014

Buchrezension: Johanna Thydell - An der Decke leuchten die Sterne

Autor: Johanna Thydell
Titel: An der Decke leuchten die Sterne [schwedisches Original: I Taket Lyser Stjärnorna]
Erschienen: 2003 [Deutschland: 2005]

Im Zimmer der jungen Jenna leuchten die Sterne von der Decke, und unter einem von ihnen hat sie ein Gedicht mir ihren geheimsten Gedanken versteckt. Jennas Leben ist alles andere als leicht, denn neben den üblichen Problemen, die das Teenager-Alter nun einmal mit sich bringen muss sie ständig mit der Sorge um ihre schwer krebskranke Mutter leben.
Johanna Thydells Roman schildert in altersgerechter Sprache Jennas Leben, ihre Hoffnungen und Ängste. Dabei erfährt der Leser von Jennas erster Liebe Zacke, von den Problemen mit ihrer langjährigen besten Freundin Susanna sowie Jennas zwiespältigen Gefühlen zur beliebten Vicki, die sie lange beneidet, bis sie herausfindet, dass auch hinter deren strahlendem Auftreten ein ganzer Haufen Probleme und Ängste versteckt sind.

Das alles macht "An der Decke leuchten die Sterne" zu einem wunderbaren Jugendbuch, das aber auch ältere Leser durchaus noch zu berühren weiß. Man kann sich sehr schnell mit den vorkommenden Charakteren identifizieren und keiner von ihnen wirkt in irgendeiner Form flach oder starr. So entdeckt man selsbt unter der Fassade der scheinbar oberflächlichen Vicki schnell unheimlich viel mehr.

In Schweden wurde dieser Roman sogar mit dem August-Preis ausgezeichnet, dem wohl renomiertesten Literaturpreis des Landes. Seit einiger Zeit existiert auch eine Filmversion, die ihren Weg nach Deutschland leider bis heute noch nicht gefunden hat, in ihrem Herkunftsland jedoch ebenfalls äußerst erfolgreich war.

Es ist zu hoffen, dass dieser wirklich gute Roman auch in Deutschland noch auf das Interesse stoßen wird, das ihm eigentlich zusteht, versteht er es doch unheimlich gut, ein so ernstes Thema wie das einer Krebserkrankung in der eigenen Familie so bewegend und in für Jugendliche geeigneter Form zu behandeln.

Meine Wertung:

♥ ♥ ♥ ♥ ♥
[5/5]

Konzertbericht: INVSN in Münster

Mit fast einem Monat Verspätung (ich bin hoffnungslos *seufz*) folgt an dieser Stelle mein kleiner Bericht zum Konzert von INVSN, welches am 8. September im Gleis 22 in Münster stattfand. 

Eröffnet wurde der Abend mit einem Soloset des Kanadiers Tim Crabtree, seines Zeichens der Mensch hinter einem Projekt namens Paper Beat Scissors. War mir der gute Mann vorher vollkommen unbekannt, gelang es ihm sehr schnell, mich und weite Teile des Publikums mit seinen überwiegend ruhigen und stets wunderschönen Songs zu fesseln. Obwohl alleine auf der Bühne, gelang es ihm problemlos, den Raum mit seiner Musik auszufüllen. In seinen Ansagen wirkte er zudem auch noch äußerst sympathisch auf mich.
Nach zahlreichen weniger positiven Erfahrungen mit Supportbands, die ich in der letzten Zeit gemacht habe, war der Auftritt von Paper Beat Scissors eine unheimlich angenehme und positive Erfahrung und ich würde mich sehr auf ein Wiedersehen auf der einen oder anderen Bühne freuen. Auch das selbstbetitelte Album ist mittlerweile in meinen Besitz übergegangen und vermag zu überzeugen.

Hörprobe:


Nach einer nicht zu langen Pause ging es dann weiter mit dem Hauptact des Abends, den Schweden von INVSN (sprich: engl. 'Invasion').
Obwohl das Konzert an einem Montag stattfand, war das Gleis an diesem Tag recht gut besucht, so dass viele das großartige Konzert, das die Band spielte, erleben konnten. Gespielt wurden fast alle Songs des selbstbetitelten ersten Albums der Gruppe sowie die englische Version eines der Songs der schwedisch singenden Vorgängerband Invasionen ("A Different Kind Of God", im Original "En Annan Slags Gud"). Sänger Dennis Lyxzén erwähnte - wie bei eigentlich jedem Besuch in Münster - wie sehr er diese Stadt schätze, was beim einheimischen Publikum natürlich gut ankam.
Etwas überfordert war er jedoch, als das Publikum auch nach beendetem Set und Zugabe keine Ruhe geben wollte. Er klagte uns sein Leid, dass deutsche Publiken (so das denn der Plural von Publikum ist :D ) stets extrem lange Konzerte wollen würden und die Band doch schon alles gespielt hätte, was sie zu spielen haben. Auf den Ruf des Pulikums, einfach nochmal von vorne anzufangen, ging die Band dann leider auch nicht ein, gab zum Abschluss jedoch noch eine Coverversion eines Songs einer befreundeten Band zum Besten.

Damit endete dieser überaus schöne Abend dann auch leider tatsächlich schon, ich erstand am Merchstand noch die neue 7" der Band und machte mich überaus glücklich und zufrieden auf den Heimweg. Auf die nächste Deutschlandtour der Schweden freue ich mich schon jetzt!

Hörprobe:


Donnerstag, 18. September 2014

Buchrezension: Frances Hodgson Burnett - A Little Princess

Autor: Frances Hodgson Burnett
Titel: A Little Princess [deutsch: Sara, die kleine Prinzessin]
Erschienen: 1888

Als die kleine Sara Crewe in das Londoner Mädchen-Internat von Fräulein Minchin kommt, erscheint sie den anderen Schülerinnen zunächst wie eine wahre Prinzessin. Ihr Vater, der in Indien zu Geld gekommen ist, wünscht sich nur das Beste für seine kleine Tochter und verfügt, dass ihr alle Wünsche erfüllt werden sollen. Die Schulleiterin Fräulein Minchin heißt dies zwar nicht gut, erkennt aber die Chance auf Prestige, die sich ihrem Internat durch die neue Schülerin bietet und macht das junge Mädchen trotz ihrer offensichtlichen Abneigung gegen sie zur Vorzeigeschülerin. Dies weckt selbstverständlich den Neid einiger anderer Schülerinnen, doch die meisten kommen nicht umhin, das intelligente, freundliche Mädchen mit der lebhaften Fantasie in ihr Herz zu schließen.
Doch Saras Schicksal wendet sich auf einen Schlag, als ihr Vater in Indien stirbt und seine Tochter scheinbar mittellos zurücklässt. Fräulein Minchin sieht ihre Gelegenheit, sich des verhassten Mädchens zu entledigen und Sara verliert alles. Fortan muss sie sich unter unwürdigen Bedingungen als Haushaltshilfe in der Schule verdingen und in einer kalten Kammer unter dem Dach leben. Das einzige, was ihr in dieser Situation hilft, ist ihre Fantasie. Mit Hilfe der Vorstellung, sie sei eine wahre Prinzessin, kämpft sie sich durch den Alltag und versucht, ihre Tugenden und Hoffnungen auf keinen Fall zu verlieren, bis eines Tages ihre Fantasien Wirklichkeit zu werden scheinen...

Frances Hodgson Burnett's "A Little Princess" ist ein Kinder/Jugendbuch aus dem Jahre 1888. Ich habe es als Erwachsener zum ersten Mal gelesen und war trotzdem hin und weg. Sara, die Hauptperson der Geschichte, ist ein wirklich bemerkenswertes Mädchen. Sie ist klug, höflich und verfügt über eine blühende Fantasie. Obwohl sie alles bekommen kann, was sie möchte und es gewöhnt ist, von allen mit Respekt behandelt zu werden, ist sie niemals überheblich oder betrachtet andere als minderwertig. Man muss sie einfach gern haben. Entsprechend leidet man auch mit ihr, als sie plötzlich mittellos dasteht und so viel schlechtes erdulden muss.

Das Buch ist eindeutig für eine weibliche Leserschaft konzipiert, handelt es sich doch um eine ganz klassische Prinzessinnengeschichte. Obwohl mehr als 100 Jahre alt, ist das Buch meiner Meinung nach auch im englischen Original gut verständlich. Mir hat es mit meinen 25 Jahren wirklich Freude bereitet, "A Little Princess" zu lesen, ich habe die Geschichte förmlich verschlungen und wollte das Buch zwischendurch gar nicht mehr aus der Hand legen. Meine Ausgabe war zudem noch mit wunderschönen Illustrationen von Tasha Tudor versehen, die es auch noch zu einem wahren Augenschmaus gemacht haben. Alle, die sich für schöne Kinderbuchklassiker erwärmen können, sollten diesem Buch unbedingt eine Chance geben!

Meine Wertung:

♥ ♥ ♥ ♥ ♥
[5/5]

Ein cooles Geburtstagsgeschenk

Gestern habe ich meinen 26. Geburtstag gefeiert. Es war ein wunderschöner Tag mit einem tollen Ausflug, über den ich an anderer Stelle noch berichten werde. Es haben aber auch viele Leute an mich gedacht, mir gratuliert und mir tolle Sachen geschenkt, worüber ich mich sehr gefreut habe.

Ein sehr originelles Geschenk, über das ich mich riesig gefreut habe, kam dabei von meiner Mutter, die einmal wieder bewiesen hat, wie gut sie mich kennt :D

Das ist besagtes Geschenk:


Ein Fingerhut - aber ein ganz besonderer! Mal davon abgesehen, dass ich gerne kleine Sachen per Hand nähe und sowas also durchaus nützlich für mich ist, hat mich dieses Modell eines Fingerhutes echt fasziniert. Er hat nämlich ein historisches Vorbild.

Dieser Fingerhut, der in der Thimble Collection von Westair erschienen ist, zeigt nämlich einen Helm aus dem 8. Jahrhundert, der 1982 in York gefunden wurde. Bekannt ist der Helm unter dem Namen Coppergate - oder York-Helm. Es handelt sich um einen angelsächsischen Helm.

Ich freue mich jetzt schon darauf, ihn möglichst bald einmal im Praxistest ausprobieren zu dürfen! :)

CD-Vorstellung: Ye Banished Privateers - The Legend Of Libertalia

[Kurze Vorbemerkung: Als großer Musikfan, der ich nun einmal bin, hatte ich schon lange die Idee im Hinterkopf, mich mal an der einen oder anderen Rezension in dem Bereich zu versuchen. Bisher habe ich mich dann aber doch nie rangetraut, weil es gar nicht so einfach ist, Musik mit Worten zu beschreiben. Ich bitte also um Nachsicht mit dieser meiner allerersten Rezension einer CD :D]

Interpret: Ye Banished Privateers
Titel: The Legend Of Libertalia
Erscheinungsdatum: 12. September 2014
Label: Totentanz

Tracklist:
1. Bring Out Your Dead | 2. You And Me And The Devil Makes Three | 3. Gangplank | 4. Lonely It Be | 5. Dead Man's Song | 6. Sticks And Stones | 7. Libertalia | 8. Ship Is Sinking | 9. Cat O'Nine | 10. Fisher Lass

Dieser Tage veröffentlicht die Piratenmeute von Ye Banished Privateers mit "The Legend Of Libertalia" ihr zweites Album. Und was für eines! - möchte ich schon einmal vorwegnehmen. 

Doch bevor wir zum Inhalt der CD kommen, hier erstmal ein paar Worte zur Band: Ye Banished Privateers stammen aus Umeå in Nordschweden. Mit 26 Mitgliedern, von denen mal diese und mal jene die Bühnen der Welt entern, kann man sie wohl zurecht als unkonventionelle Band bezeichnen. Musikalisch widmen sich die Damen und Herren - wer hätte es gedacht - der Piratenmusik. Geboten werden also Songs, die sich inhaltlich mit Piraterie und Seefahrt beschäftigen. Vom Stil her kommt man der Musik wohl am ehsten mit Tags wie "Folk" oder auch "Shanty" nah, ohne aber ganz den Kern der Sache zu treffen. Bei last.fm steht auch die Bezeichnung "Pirate Punk" hoch im Kurs, welche gar nicht mal so schlecht passt. 

Nach dem schon wirklich tollen, in Eigenproduktion veröffentlichten ersten Album "Songs and Curses" liegt nun also mit "The Legend Of Libertalia" der zweite Longplayer vor. Was sofort auffällt, ist der klangliche Unterschied. Durch die professionellere Produktion kommen die einzelnen Instrumente und Gesänge viel besser zur Geltung als zuvor. Aber auch die Songs sind einfach eine Wucht. Schon der Opener "Bring Out Your Dead" lädt augenblicklich zum mittanzen, mitpfeifen, mitsingen ein. Und wer dann schließlich beim titelgebenden Track des Albums "Libertalia" immernoch nicht das Bedürfnis verspürt, sich mit erhobenen Fäusten die Kehle aus dem Leib zu Brüllen, dem ist meiner Meinung nach wirklich nicht mehr zu helfen. Das Lied ist schon kein Ohrwurm mehr, das ist eine verdammte Hymne, arrr!

Verschnaufpausen in Form von langsamen Liedern gibt es auf dem neuen Album wenige, aber auch diese sind durchweg gelungen. Insbesondere den letzten Song "Fisher Lass" möchte ich in dem Fall nicht unerwähnt lassen. Das Lied erzählt eine herzzerreißend traurige Geschichte von einem Fischermädchen, das auf die Rückkehr ihres Geliebten von der See wartet und bildet den perfekten Abschluss für dieses rundherum gelungene Werk. Für mich so kurz nach Erscheinen eindeutig schon eines der besten Alben, denen ich dieses Jahr mein Ohr geliehen habe. Auf ein baldiges Wiedersehen auf deutschen Bühnen, liebe Privateers!

Meine Bewertung:

♥ ♥ ♥ ♥ ♥
[5/5]

Hörprobe:


Montag, 15. September 2014

Ein Tag unter Piraten - das Pirates-Festival in Jülich

Wieder einmal hat sich das Leben zwischen mich und meine guten Vorsätze regelmäßig zu bloggen gestellt - darum folgt auch erst jetzt, über einen halben Monat verspätet, mein Bericht zum Pirates Festival, welches ich am letzten Augustwochenende besucht habe. :D


Bereits zum zweiten Mal verwandelte sich an diesem Wochenende der Brückenkopfpark in Jülich bei Aachen in eine Piratenhochburg. Freibeuter, Piraten und alles, was die See in aller Herren Länder sonst noch so an leicht zwielichtigen Gestalten zu bieten hat, versammelten sich zu diesem Zweck für bis zu vier Tage auf dem historischen Gelände um ihr Handwerk auszuüben, aber natürlich vor allem, um zu feiern. Und was braucht man zum Feiern? Ganz genau: Gute Musik! Und diese lieferte am Samstag, als ich das Festival besuchte, mehrere hochkarätige Piratenbands.

Los ging es für mich aber zunächst mit den größten Feinden der Piraten: Mit der Pressgëng hatte sich doch tatsächlich eine Truppe Marineangehöriger in das Piratennest verirrt! Da der Pirat an sich aber tolerant ist und die vier Herren musikalisch einiges zur Unterhaltung aufbieten konnte, war dieser Umstand natürlich schnell verziehen und die ansonst eher verfeindeten Parteien feierten einträchtig zusammen.


Die anderen Bands des Tages passten da schon viel eindeutiger ins Piratenmilieu. Zunächst einmal wären da die Damen und Herren von Elmsfeuer, die, unterstützt von ihrem Fahnenschwingenden Fanclub Piratenrock präsentierten. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war dieses sehr solide Set das letzte, was ich von der Band in dieser Form erleben sollte. Wenig später gaben zwei Mitglieder ihren Ausstieg bekannt und die restlichen Auftritte der Saison wurden abgesagt. Es scheint noch recht ungewiss, wie genau es mit der Truppe nun weitergehen wird.


Wie üblich richtig gut waren auch Vroudenspil, deren Sänger bewundernswerter Weise kurz nach einer schweren Rücken-OP wieder die Bühne enterte. Richtig gut war hier dieses Mal die Zusammenarbeit mit einer Band, auf die ich nun etwas genauer eingehen will, weil sie das absolute, unbestrittene, nahezu unglaublich großartige Highlight des Festivals war. Die Rede ist von Ye Banished Privateers!

Was ist nun so besonders an dieser Band? Nun, ich denke, am deutlichsten wird das, wenn man sie einmal erlebt hat. Aber hier trotzdem ein Erklärungsversuch: Man stelle sich eine Bühne vor, sehr piratig dekoriert. Plötzlich betreten zwölf Damen und Herren dieselbe. Sie tragen die ab piratigst aussehenden Kostüme, die du außerhalb bekannter Hollywood-Filme jemals gesehen hast. Sie nehmen ihre Instrumente zur Hand und legen alle zusammen los. Und du fühlst dich einfach umgeblasen von der Energie, die dir da entgegenschlägt. Du willst tanzen, feiern, gröhlen, und das nicht zu knapp. Bitteschön - da hast du Ye Banished Privateers! :D
Die Band besteht streng genommen jedoch nicht nur aus zwölf, sondern aus sechsundzwanzig Mitgliedern. Ja, richtig gelesen: Sechsundzwanzig. Und wer Zeit und Lust hat, tritt eben auf. Natürlich gibt es eine Art Kernbesetzung, aber weite Teile der Band sind sehr flexibel. Stammen tut die Band übrigens - das aber nur ganz nebenbei - aus Umeå, der neben Riga leicht stiefmütterlich behandelten zweiten europäischen Kulturhauptstadt dieses Jahr. Eine Stadt, aus der ein ganzer Haufen großartiger Musik kommt. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ye Banished Privateers veröffentlichen jedenfalls am Freitag ihr zweites Album "The Legend Of Libertalia". Beim Pirates-Festival gab es einen exklusiven Presale, weswegen ich das Album jetzt schon eine ganze Weile mein eigen nenne. Und - wer hätte es gedacht - es ist großartig! Ich werde es demnächst einmal an dieser Stelle präsentieren.

An mehreren Stellen des Tages arbeitete die Band jedenfalls, wie bereits angedeutet, mit Vroudenspil zusammen, was wirklich unheimlich cool war. Sie hatten für ihre deutschen Piratenkollegen sogar ein tolles, typisch nordschwedisches Geschenk mitgebracht: einen (vermutlich selbstgebrannten) Schnaps inklusive irgendeinem Biberdrüsen-Extrakt. Das ganze muss ziemlich scheußlich geschmeckt haben und die Schweden hatten offenbar einen Heidenspaß dabei, das Verkosten zu filmen. :D

Eine weitere ziemlich gute Band an diesem Tag waren Pyrates!. Obwohl sie schon mehrfach auf Veranstaltungen gespielt haben, die ich besucht habe, habe ich die Band bisher immer verpasst. Auch bei Pirates war es eher ein Zufall, dass ich sie gesehen habe - aber ein ziemlich glücklicher! Die Jungs machten unheimlich Stimmung, da wurde tierisch getanzt (und das in Deutschland ;) ) und es war insgesamt einfach ziemlich cool!


Natürlich wurde aber nicht nur Musik geboten an diesem schönen Tag. Die verschiedenen Lager zeigten das Leben von Piraten, Kanonenschüsse donnerten den ganzen Tag über das Gelände. In Zusammenarbeit verschiedener Piratengruppen, darunter den Flint's Buccaneers, gab es ein großes Theaterstück in bester Fluch der Karibik-Manier mit viel Action, Stunts und Feuer. Es war deutlich zu erkennen, wie viel Herzblut in diesem Stück steckte. Umso bedauerlicher, dass das Wetter nicht bei allen Vorführungen mitspielen wollte.

Krönender Abschluss des Samstags war dann aber doch wieder musikalischer Art: Gegen Mitternacht spielten Ye Banished Privateers ein richtig schönes Tavernenkonzert, also Unplugged, spontan und sehr familiär. Ein mehr als würdiger Abschluss eines wunderschönen Tages!

Mittwoch, 3. September 2014

Heimspiel mit Hindernissen - Das MPS in Telgte

Mitte August war es wieder Zeit für das MPS in Telgte. Obwohl dieses MPS eigentlich das absolute Heimspiel für mich ist, hatte ich es davor zwei Jahre lang nicht dorthin geschafft. Und auch dieses Jahr stand die Veranstaltung für mich persönlich unter keinem besonders guten Stern, aber das tut hier zum Glück nichts zur Sache und ich werde es entsprechend totschweigen :)

Aber kommen wir zur Veranstaltung selbst. An dieser gab es nämlich - wie auch nicht anders zu erwarten gewesen war - absolut nichts auszusetzen. Für Mitte August war es nicht besonders warm, aber immerhin hielt sich der Regen an diesem Tag zurück.

Musikalisch sehr positiv aufgefallen sind mir in diesem Fall Cultus Ferox. Erstmals bekam ich etwas von ihrem Abendkonzert mit, das stets rockiger ausfällt als die Konzerte am Tage. Diese etwas lautere Gangart konnte bei mir richtig punkten. Extrem Spaß hatte ich auch, als die Band die Worte "Wir wollen immer artig sein, denn nur so hat man uns gern" anstimmte. :D Irgendwie herrlich aus ihren Kehlen, und ein Ohrwurm für sämtliche folgende Tage.


Abends gab es dann mein MPS-Lieblingsdoppel: Omnia und Faun. Zum ersten Mal seit langem schlichen wir uns eine Stunde vor Beginn des Omnia-Konzertes Richtung Bühne, um uns einen Platz in der ersten Reihe zu erkämpfen und diesen bis nach dem Auftritt von Faun zu behalten. Eine lohnenswerte Sache. Auch wenn man weiter hinten viel mehr Bewegungsfreiheit hat und nicht zwei jeweils einstündige Umbaupausen mit stupidem Warten verschwenden muss, ist die Stimmung in der ersten Reihe eben einfach ganz anders. Es ist jetzt schon beschlossene Sache, dass wir das auf unserem diesjährigen MPS-Saisonabschluss in Borken wieder so machen werden.

Nachdem Faun die Bühne verlassen hatten, war ich bester Laune. Wegen der anfangs schon erwähnten persönlichen Umstände war es leider nicht lange und problemlos möglich, diese Laune zu halten. Oder mit anderen Worten: Der Tag war gelaufen. Und am nächsten Tag sollte es noch schlimmer werden.

Relativ unmotiviert schleppte ich mich am Sonntag, deutlich nach Veranstaltungsbeginn, zurück nach Telgte. Es wurde ein kurzer Ausflug. Das Wetter war ziemlich grässlich, meine Verfassung (körperlicher wie seelischer Natur) auch. Die einzige Band, die ich mir an diesem Tag wirklich angeschaut habe, war Saor Patrol. Bei denen gab es auch gleich eine Überraschung: Mit Marcus war ein Mitglied verschwunden, aus gesundheitlichen Gründen, wie es hieß. Seinen Platz übernahm - offenbar ziemlich spontan - ein anderer, der meiner Erinnerung nach Paul hieß, und der während des Auftritts quasi angelehrt wurde. Es wurde trotz allem ein gutes Konzert. Wenig später gab die Band bekannt, dass Marcus die Band dauerhaft würde verlassen müssen. Offenbar war es nicht nur für mich ein nur mäßig glorreiches MPS...