Freitag, 28. Juni 2019

Konzertbericht: Männi "Mir tut alles weh" Releaseparty

Ein ganz besonderes Konzert stand am 15. März an. An diesem Tag erschien das neue, zweite Album von Männi, welches den klangvollen Namen "Mir tut alles weh" trägt. So ein Release muss natürlich gefeiert werden, und dafür hatte sich der Musiker etwas Besonderes einfallen lassen. So gab es kurz vor der Veröffentlichung des Albums einen Aufruf  auf facebook. Demnach solle die Releaseparty an einem geheimen Ort nahe Aachen stattfinden. Weitere Infos erhielt, wer per Mail sein Interesse bekundete. Das klang spannend, und klar wollten meine Freundin und ich mehr wissen.

So kam es dann, dass wir uns an jenem Freitagabend auf den Weg in ein nettes Wohnviertel einer unserer Nachbarstädte machten, wo in der Garage eines Freundes von Männi die Releaseparty stattfand. Bald hatte sich die Garage, die im übrigen eher ein ziemlich cool eingerichteter Freizeitraum war, ordentlich gefüllt. Für Getränke war gesorgt, man wechselte ein paar Worte mit Gastgeber und Musiker und freute sich auf den bevorstehenden Abend.

Highlight der Releaseparty war natürlich das Konzert, das Männi gab. Die Stimmung in dem kleinen Raum kochte von Anfang an. Die meisten Besucher hatten sicher die Chance genutzt, das Album vorzubestellen und es so ein paar Tage vor dem offiziellen Release erhalten, sodass nun auch bei den neuen Songs ordentlich mitgesungen werden konnte. Bei einem der Songs, "Alles hier", wurden auch Videoaufnahmen gemacht, die hoffentlich später einmal als Musikvideo das Licht der Öffentlichkeit erblicken werden. Und natürlich hatte der Gastgeber das Exklusivrecht, sich am Ende die letzte Zugabe zu wünschen. Viel zu schnell war das Konzert dann aber auch wieder vorbei, schließlich konnte und wollte man die Nerven und die Gutmütigkeit der Nachbarn auch nicht strapazieren. Grund zum Trübsal Blasen gab es aber keinen, denn die Party war sicher noch lange nicht vorbei. 

Ich denke jedenfalls, dass dies für alle Anwesenden ein Abend war, den sie so schnell nicht vergessen werden. Das können wir gerne beim nächsten Album wiederholen! :P

Zum Abschluss noch eine kleine Hörprobe:


Dienstag, 25. Juni 2019

Der Legende auf der Spur - die Wacken Winter Nights 2019

Wacken - dieser Name klingt in den Ohren von Freunden härterer Klänge nach dem gelobtem Land. Auch ich habe schon seit meiner Teenagerzeit davon geträumt, einmal dorthin zu fahren - geklappt hat es aber nie, und seit acht Jahren ist das große Sommerfestival eh aus dem Rennen, weil es zeitlich stets mit meinem Lieblingsfestival, dem in einer ganz anderen Szene ebenfalls legendären Castlefest, zusammenfällt. Doch im Februar bot sich nun tatsächlich die Möglichkeit, es einmal nach Wacken zu schaffen. Seit drei Jahren findet dort nämlich noch ein zweites Festival statt, das Wacken Winter Nights. Es handelt sich dabei um ein viel kleineres Festival als die große Sommeredition, und der Schwerpunkt liegt deutlich mehr auf Mittelalter und Folk Metal, was meinem Musikgeschmack sowieso sehr entgegen kommt.


Freitag Morgen machten wir uns zu viert mit dem Auto auf den Weg. Die Fahrt von Rheine aus nahm natürlich einiges an Zeit in Anspruch, aber mit guter Musik (Heilung!) und guter Gesellschaft ließ sich das schon problemlos meistern. Die Verkehrlage meinte es auch nicht schlecht mit uns, sodass wir wie geplant in den Mittagsstunden an unserer gebuchten Wohnung in einem Dorf etwa eine halbe Stunde von Wacken entfernt ankamen. Die Besitzer des Hauses, in dem wir die Wohnung hatten, erwiesen sich als sehr nett und auch die Wohnung war so schön, dass man dort auch gerne einen längeren Urlaub verbracht hätte. Unsere Pläne waren aber natürlich etwas andere, sodass wir uns nur flott einrichteten und uns dann auf den Weg gen Wacken machten.

Das kleine Örtchen war mir vom ersten Moment an sympathisch. Alle dort - Festivalbesucher, Bewohner, Ordner - waren superfreundlich und gut gelaunt, die Stimmung erwartungsvoll. Selbst das Wetter hatte beschlossen, für dieses besondere Wochenende mal eben eine Art Vorfrühling einzuläuten. Beste Bedingungen also! Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg vom Parkplatz zum Gelände - ein langer, langer Weg, der uns besonders auf den abendlichen Heimwegen noch ganz schön quälen sollte. xD

Am Einlass erhielten wir unsere Bändchen sowie einen Goodie Bag. Dieser war gefüllt mit allerhand netten und nützlichen Sachen wie Kugelschreiber, Feuerzeug oder Halsbonbon gegen Heiserkeit vom Mitgröhlen. Leider war der Gurt etwas kurz, sodass es nicht ganz so einfach war, sich das Teil irgendwo festzumachen - wohl dem, der einen Gürtel hatte, an den er das Ding hängen konnte.

Auf dem Festivalgelände angekommen, machten wir erstmal eine Runde, um uns einen Überblick zu verschaffen. Das Gelände war überschaubar, aber schön. Die größten, überdachten Bühnen trugen wohlklingende Namen wie Ice Palace und Theatre Of Grace. Die Mystic Woods Bühnen mussten wir eine ganze Weile suchen, da wir nicht damit gerechnet hatten, dass es sich gar nicht um Bühnen im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr um lauschige Plätzchen nahe der Bäume auf dem Gelände handelte.


Musikalisch fanden wir unser Zuhause für dieses Wochenende aber im Wesentlichen im Ice Palace, einem riesigen Zirkuszelt mit der größten Bühne des Festivals. Schon am Freitag konnte sich das Line Up dort sehen lassen. Die verrückten Norweger von Trollfest schafften wir zeitlich leider nicht mehr und während des folgenden Auftritts von Arkona erkundeten wir lieber das Gelände, aber danach waren wir eigentlich nicht mehr aus dem Zelt zu bekommen. Am frühen Abend spielten dort Heilung, eines der absoluten Highlights dieses Festivals und auch insgesamt einer der Hauptgründe, Wacken in diesem Jahr endlich zu besuchen. Diese Band ist live ein derartiges Erlebnis, ihre Musik so einzigartig, das muss man einfach mal gesehen haben! Weiter ging es dann mit den Finnen von Turisas, die sich auch schnell als sehr stimmungsvolle Liveband erwiesen. Im Anschluss blieb uns kurz Zeit, dem Theatre Of Grace einen Besuch abzustatten, doch beim Auftritt von Bannkreis war leider keine Chance mehr auf einen Platz. Selbst der Platz vor dem Zelt mit der Bühne war voll mit Menschen, die einen Blick auf das neue Projekt von Subway To Sally-Sänger Eric Fish erhaschen wollten. Auf den Headliner dieses Abends, Korpiklaani, hatten wir uns im Vorfeld alle gefreut, doch deren Auftritt wurde leider die große Enttäuschung des Wochenendes. Ich habe die Band schon mehrere Male live gesehen, die Auftritte waren stets großartige, wilde Parties - doch an diesem Abend war es einfach nur furchtbar langweilig. Die Band hatte sich aus irgendeinem Grund entschieden, sämtliche Hits aus dem Programm zu nehmen und auf neuere und auch ältere, weniger bekannte Songs zu setzen - was bei einem feierwütigen Festivalpublikum, welches ja nicht nur aus Hardcorefans der Band besteht, aber einfach nicht funktionierte. Der Funken sprang nicht über, der Raum vor der Bühne leerte sich zusehends. Auch wir räumten irgendwann enttäuscht das Feld. Das war ein Auftritt, welcher der Band so gar nicht gerecht wurde und ihr sicher wenig neue Freunde beschert hat.

Auch am Samstag verbrachten wir den Hauptteil unserer Zeit wieder im Ice Palace, angefangen mit dem nachmittäglichen Auftritt der Folk Metal Band Vogelfrey, die mit einem durchweg coolen, sympathischen und unterhaltsamen Auftritt überzeugte. Im Anschluss wurde es dann düster mit dem epischen Pagan Metal von Moonsorrow. Die Band kannte ich vorher nur flüchtig, der Sound überzeugte mich aber auf ganzer Linie. Die Finnen haben das eben drauf mit dem Metal. ;) Eluveitie im Anschluss mauserten sich jedoch ganz schnell zu meinem musikalischen Tageshighlight. Der Auftritt, den sie an diesem Tag in Wacken hinlegten, war der Beste der Schweizer, den ich bisher miterleben durfte. Ein Hit folgte dem nächsten, Sound und Stimmung waren gewaltig. Ein richtig, richtig gutes Konzert! Headliner an diesem Abend waren Saltatio Mortis, die wir uns jedoch nicht mehr ansahen.

Ehe wir es uns versahen, war auch schon der letzte Festivaltag angebrochen. Dieser wurde im Ice Palace mit The O'Reillys and the Paddyhats fulminant mit Irish Folk Punk eröffnet. Die gute Laune konnte man dann auch gleich beibehalten, als nächstes standen nämlich Feuerschwanz auf der großen Bühne. Deren Auftritt hatte ich gar nicht in Gänze sehen wollen, aber es war einfach so lustig, dass wir im Endeffekt doch ziemlich bis zum Schluss dort blieben. Danach ging es dann flott weiter ins Theatre Of Grace, um die letzte Gelegenheit wahrzunehmen, die Dänen von Huldre live zu erleben. Diese gaben beim Wacken ihr Abschiedskonzert. Ich muss ja zugeben, dass mich die Folk Metal Band um Sängerin Nanna Barslev auf CD nie so ganz überzeugen konnte, die verwandten reinen Folk-Projekte Asynje und Gny waren mir immer lieber. Aber live auf der Bühne erwies sich die Band als durchaus erfreuliches Erlebnis und ich war froh, diese lezte Möglichkeit genutzt und dem Auftritt eine Chance gegeben zu haben. Viel zu schnell nahte dann aber auch schon das Ende des Festival-Wochenendes. Dieses kam in Form von meiner Lieblingsband Faun, was für mich natürlich einen perfekten Abschluss bildete. Und auch wenn man auf den ersten Blick meinen könnte, Faun und Wacken würden denkbar schlecht zusammenpassen, wurde die Band hervorragend angenommen. Auch gestandene Metalheads zeigten sich sichtlich begeistert vom Auftritt der Band. Ein schöneres Ende hätte zumindest ich mir für unseren Wacken-Ausflug nicht vorstellen können!


Obwohl mein Bericht nun irgendwie den Eindruck erweckt, wir hätten nur vor der Bühne des Ice Palace geklebt, ist das natürlich gar nicht wahr. Das Festival fing jeden Tag erst zu sehr angenehmer Zeit gegen Mittag oder gar erst am frühen Nachmittag an, sodass uns einiges an Zeit blieb, ausgiebig zu frühstücken und dann noch das Örtchen Wacken zu erkunden. So besuchten wir natürlich die bekannten Wacken-Skulpturen und statteten dem Wacken Store sowie dem Wacken Outlet einen Besuch ab und deckten uns mit allerlei Souvenirs ein. Neben dem quasi obligatorischen T-Shirt besitze ich nun auch eine Wacken-Schneekugel, einen großen Einkaufbeutel sowie eine Packung Wacken-Kaffee. Und zu unserem großen Entzücken gibt es in Wacken sogar so eine Memodaillen-Maschine. Das sind diese Dinger, in denen man ein 5-Cent-Stück plattkurbelt und so daraus ein Andenken herstellt. Für die Dinger bin ich ja tatsächlich immer zu haben. :D

Und auch auf dem Gelände bekamen wir selbstverständlich nicht nur das Programm auf den großen Bühnen mit. Bei der Old Village Chapel und den beiden Mystic Woods-Spielstätten trafen wir auch immer wieder auf die unterschiedlichsten Bands. Neben alten Bekannten wie Trollfaust, der Pressgëng und MacCabe & Kanaka durften wir dort auch spannende neue Musik entdecken. So zum Beispiel die verrückten kalifornischen Piraten von The Dread Crew Of Oddwood oder die Münsteraner von Dragol, die mich mit ihrer spannenden, atmosphärischen Performance irgendwo zwischen Musik, Rollenspiel und wirklich düsterem Märchen auf sehr positive Weise ein bisschen an die frühen Sachen von Goethes Erben erinnert haben.

Dragol

Wie man diesem laaangen Bericht wohl unschwer entnehmen kann, haben wir wirklich so einiges erlebt bei unserem ersten Besuch in Wacken. Auch wenn es sich beim Wacken Winter Nights um ein deutlich kleineres Event handelt als beim großen Bruder im August, hat sich die weite Anfahrt in meinen Augen auf ganzer Linie gelohnt. Musik und Sound waren klasse, die Größe sehr angenehm. Alle Beteiligten Künstler, Mitarbeiter und Besucher wirkten durchweg entspannt und gut gelaunt, was dem Festival eine klasse Atmosphäre verschaffte. Und wer weiß, vielleicht geschieht ja irgendwann mal ein kleines Wunder und es tut sich die Möglichkeit auf, auch im Sommer nochmal wiederzukommen. Bis dahin ist es aber in jedem Fall schön zu wissen, dass auch in den sonst eher festivalarmen Wintermonaten ein lohnender Grund besteht, dem beschaulichen Wacken einen Besuch abzustatten!

Montag, 24. Juni 2019

Konzertbericht: Fjørt in Aachen

Das Konzertjahr begann 2019 spät für mich. Den ganzen Januar war nichts los, dafür stand am 03. Februar ein heißersehnter Termin an. Fjørt gaben sich an diesem Tag in ihrer Heimatstadt Aachen die Ehre und schlossen ihre Südwärts-Tournee ab.

Der Musikbunker war bereits im Voraus ausverkauft gewesen und so war es auch schon gut voll, als die Vorband die Bühne betrat. We Never Learned To Live aus Brighton heizten dem Publikum gut ein. Auf die Ohren gab es hier soliden Post-Hardcore, der ziemlich gut ankam. Definitiv ein guter Opener für diesen Konzertabend!


In der Umbaupause stieg dann die Spannung. Auch noch die letzten Lücken im ausverkauft immer ordentlich vollen Musikbunker füllten sich. Dennoch gelang es uns (wir = zwei Frauen, ergo: im Rahmen eines Konzertes dieses Genres unterdurchschnittlich klein xD) dieses Mal, einen Platz zu ergattern, bei dem wir wenigstens ein bisschen was von der Bühne sahen. Das war schonmal sehr erfreulich, denn beim Letzten Auftritt der Band in der Kaiserstadt 2016 hatten wir diesbezüglich ziemliches Pech gehabt.

Als es dann endlich los ging, dauerte nicht lange, bis der Laden kochte. Fjørt bewiesen einmal wieder, was für eine großartige Liveband sie sind und das Publikum zeigte seine Liebe durch extreme, lautstark bewiesene Textsicherheit und den Willen, einfach vom ersten Ton des Konzerts an bis zum Ende einfach nur zu eskalieren. 

Das Set von Fjørt bestand natürlich schwerpunktmäßig aus Songs der aktuellen Platte Couleur, von denen einige, wie beispielsweise "Eden" frenetisch bejubelt wurden. Doch auch die älteren Songs der Band wurden zum Glück nicht vergessen. Neben einigen Stücken vom Vorgänger "Kontakt" schafften es mit "Valhalla" und "D'accord" auch zwei Stücke vom ersten Langspieler der Band ins Programm. Gut angenommen wurden sie alle, was ja auch kein Wunder ist, da man sich in Fankreisen wohl weitestgehend einig ist, dass es bei Fjørt eigentlich keine Stücke gibt, die qualitativ nach unten ausbrechen würden. So wurde dieses Konzert dann auch mehr al eineinhalb Stunden sowohl von den Musikern auf der Bühne als auch von ihren Fans uneingeschränkt zelebriert.

Doch bei allem Willen zu feiern kam auch der Inhalt nicht zu kurz. Mit Songs wie "Raison" und "Paroli" positionierte sich die Band, unterstützt durch entsprechende Ansagen, wieder klar und deutlich gegen rechts - was man ja gerade in der heutigen Zeit leider wieder nicht laut und oft genug tun kann. Bassist und Sänger David Frings äußerte sich zudem noch überaus kritisch zu einer Angelegenheit, die alle Liebhaber von Party-, Musik- und Untergrundkultur in Aachen dieser Tage bewegt. Kurz vor dem Konzert hatte es für diese Szene nämlich einmal wieder einen herben Rückschlag gegeben, als einer Ruhestörungs-Klage aus der Nachbarschaft des Musikbunkers stattgegeben wurde, was zu massiven Einschränkungen im weiteren Betrieb des Venues geführt hat. Damit ist nun wieder einmal eine der wichtigsten Institutionen für alternative Musik in Aachen akut bedroht.


Nach über eineinhalb Stunden, in denen Band und Publikum Vollgas gegeben hatten, ging das Konzert von Fjørt nach mehreren Zugaben dann zu Ende. Aufgeheizt und verschwitzt zerstreute sich die Menge langsam. Auch wir machten uns bald auf den Heimweg, noch lange mit diesem euphorischen Gefühl in uns, wie man es nur nach einem wirklich großartigen Konzert hat. Mit so einem gewaltigen Knall kann in Zukunft gerne jedes Konzertjahr beginnen!

Weltreise im Tagesformat: Der Erlebnis-Zoo Hannover

Das neue Jahr begann mit einem Tagesausflug nach Hannover. Uns hatte mal wieder die Lust überkommen, einen neuen Zoo zu entdecken. NRW haben wir diesbezüglich schon seit Jahren abgegrast (obwohl wir natürlich auch die dortigen Zoos gerne mehrmals besuchen), und so fiel unsere Wahl auf die niedersächsische Landeshauptstadt. Diese war von unserem Startpunkt in Münster aus noch bequem als Tagestrip mit dem Zug zu erreichen, und der Zoo dort wirkte auch wie ein reizvolles Ziel.

Der Erlebnis Zoo Hannover verspricht seinen Besuchern eine Weltreise an einem Tag. Entsprechend ist der Zoo in verschiedene Regionen gegliedert. Die Kontinente der Welt lassen sich dabei ebenso erkunden wie die niedersächsische Landschaft. In den Sommermonaten lockt auch noch die Sambesi-Bootsfahrt, auf die wir im Januar natürlich leider verzichten mussten. Allerdings ließ sich Afrika natürlich auch wunderbar zu Fuß erkunden.

Im Zoo gab es allerhand weite Landschaften zu erkunden

Für mich persönlich war ein besonderes Highlight der Besuch Yukon Bays. Liebevoll wie eine kleine, kanadische Hafenstadt arrangiert, fand hier auch die Robbenshow statt, die wir uns natürlich nicht entgehen ließen.

Bei der Robbenshow 
 
Aber auch insgesamt fiel die Gestaltung der Gehege und Wege sehr positiv auf. Überall gab es liebevolle Details zu entdecken, die Tiere hatten große und abwechslungsreiche Lebensräume. Es gab überall Punkte, von denen aus man die Gehege gut einsehen und ohne störende Gitter fotografieren konnte, die Tiere hatten aber natürlich auch immer Rückzugsmöglichkeiten. Also alles ganz so, wie man es sich von einem modernen Zoo wünscht! 

Entspannter Wolf

Von der Größe her war der Zoo in Hannover für uns ziemlich perfekt. Er war weder zu groß noch zu klein, man konnte an einem Tag alles sehen, ohne irgendwann in Hektik ausbrechen zu müssen. Einzig für einen Besuch des 360° Panoramas Amazonien von Yadegar Asisi, welches zur Zeit neben dem Zoo gastiert und wofür man auch Kombitickets hätte erwerben können, blieb uns am Ende keine Zeit mehr.

Doch nun genug der Worte, einen Zoo sollte man anschauen - darum gibt es hier abschließend lieber noch ein paar Impressionen von meinem Zoobesuch:

Auch die einheimische Tierwelt wurde angemessen präsentiert - Bauernhof-Feeling bei den Schafen

Ich liebe es, Vögel zu fotografieren - und in Hannover ging das vielerorts auch ohne Profi-Equipment ganz wunderbar!

Die beiden Gesellen hatten sich einen etwas ungewöhnlichen Lieblingsplatz ausgesucht


Bleibt abschließend nur zu sagen, dass wir einen sehr schönen Tag im Erlebnis Zoo Hannover hatten und ganz sicher gerne wiederkommen werden!

Donnerstag, 20. Juni 2019

Ausflug ins Zauberland: Zu Besuch beim Haldenzauber in Hückelhoven

Veranstaltungen, die mit Lichtern und Illuminationen jeglicher Art spielen sind im Moment schwer in Mode und schießen gefühlt wie Pilze aus dem Boden. Eine weitere solche Veranstaltung feierte im vergangenen Winter ihre Premiere im tiefsten Westen Deutschlands. Dort lockte der Haldenzauber die Massen nach Hückelhoven auf die Millicher Halde. Die Abraumhalde aus der Zeit des Kohleabbaus in der Region verwandelte sich für mehrere Wochen nach Einbruch der Dunkleheit in ein wahrhaft zauberhaftes Märchenland.


Am Tag meines Besuchs war trotz mäßigen Wetters der Andrang gewaltig. Die Veranstaltung war in der ganzen Umgebung bereits lange im Voraus großzügig beworben worden, und die zu diesem Zeitpunkt bereits eingegangenen ersten Erfahrungsberichte machten neugierig, den Haldenzauber live zu erleben. So reihten wir uns ein in die lange Schlange Wartender aller Altersklassen.

Am Einlass musste man sich dann entscheiden: der reguläre Weg nach oben führte über eine lange (wirklich lange) Treppe. Wer nicht gut zu Fuß oder einfach faul war, konnte aber auch den Pendelbus nehmen. Wir entschieden uns für die Treppe. Manch einen ließen wir auf dem steilen Weg nach oben keuchend hinter uns. Oben angekommen machten wir uns gleich auf den Weg.


Anders als beispielsweise bei den Herbstlichtern im nahgelegenen Jülich, bewegte man sich beim Haldenzauber nicht frei durch die Gegend, sondern folgte einem Rundweg. Dieser führte einen vorbei an den unterschiedlichsten Illuminationen. Viele der Figuren waren dabei aus der Natur gegriffen: Leuchtende Eulen schwebten über unseren Köpfen, Fuchs und Eichhörnchen versteckten sich zwischen den Bäumen, ein majestätischer Hirsch überragte uns alle. Es war wirklich ein wenig, als wäre man in einem Zauberwald direkt in einem alten Märchen gelandet. Auf einer Lichtung gab es außerdem noch eine kleine Lichtshow.

Durch den großen Besucherandrang musste man manchmal etwas warten, bis man eine der Figuren in Gänze betrachten konnte, doch insgesamt hielt sich das echt im Rahmen. Der Rundgang war eigentlich auch nicht besonders lang, doch trotzdem hatte man am Ende das Gefühl, eine ganze Menge toller Eindrücke gesammelt zu haben.

Ich war von dieser ersten Auflage des Haldenzaubers jedenfalls wirklich angetan. Die illuminierten Figuren waren alle wunderschön und passten super in das Setting der mit Bäumen bewachsenen Halde. Umso mehr freut es mich, dass die Veranstaltung in 2019 in die zweite Runde gehen soll. Vom 29. November bis zum 05. Januar des nächsten Jahres soll es wieder so weit sein.


Ein kleines Manko gibt es jedoch: Hückelhoven ist nicht der Nabel der Welt, die Millicher Halde liegt selbst von der Stadt aus betrachtet abgelegen und der ÖPNV in der Gegend ist dürftig, insbesondere in den Abendstunden. Mit anderen Worten: wer wie ich kein Auto besitzt, ist ziemlich ausfgeschmissen. Hätte mich nicht eine Freundin mit Auto mitgenommen, wäre es mir quasi unmöglich gewesen, die Veranstaltung zu besuchen, obwohl sie nicht weit von meinem Zuhause entfernt stattfand. Einen Shuttleservice - natürlich auch bezahlt - beispielsweise zum Bahnhof Hückelhoven-Baal, fände ich darum eine großartige Sache.

Dienstag, 18. Juni 2019

Karibische Weihnachten: der Phantastische Mittelalterliche Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund

Ich hatte Dortmund nach der German Comic Con kaum verlassen, als es am nächsten Tag schon wieder zurück dorthin ging. Dieses Mal war mein Ziel jedoch der Phantastische Mittelalterliche Lichter-Weihnachtsmarkt im Fredenbaumpark. Als die Veranstaltung vor einigen Jahren noch in Telgte stattfand, haben meine Freunde und ich in der Vorweihnachtszeit fast dort gewohnt, doch seit dem Umzug nach Dortmund sind die Besuche leider viel seltener geworden. So sollte es an diesem 2. Dezember auch unser einziger Besuch für 2018 bleiben.

Es lockten wieder einmal unsere Lieblingspiraten von Ye Banished Privateers. Seit ein paar Jahren ist es gute Tradition, dass die Schweden auf dem MPS-Weihnachtsmarkt aufspielen und als ganz besonderes Schmankerl jedes Jahr ein neues, piratiges Weihnachtslied mitbringen. Das alleine schon ist immer einen Besuch wert. Nach Hits wie "Henry Morgan's Coming To Port" oder "Oh Cannonball" beglückte die Band uns in diesem Winter mit "Ring The Bells". Das Ganze war jedenfalls wieder ein großer Spaß - und wer weiß, wenn die Tradition fortgesetzt wird, haben wir vielleicht in ein paar Jahren die erste Piraten-Weihnachtsplatte der Welt vorliegen, die unser aller Weihnachtsfest musikalisch sicher sehr bereichern wird! :P


Zwischen den Konzerten blieb reichlich Zeit, um das Gelände zu inspizieren. Viel hatte sich nicht verändert. Für gutes Essen war wie üblich alleorten gesorgt, von Hanffladen bis gebrannte Mandeln war für jeden Geschmack, Hungergrad und Geldbeutel etwas dabei. Auch wer sich neu mittelalterlich einkleiden wollte oder auf der Suche nach dem einen oder anderen neuen Schmuckstück war, musste nicht lange suchen. Wem es kalt wurde, der konnte sich in einem Zelt aufwärmen oder sich mit einem alkoholischen oder auch alkoholfreien Heißgetränk eindecken.

Trotzdem fällt es mir, insbesondere während des Tages, jedes Mal wieder schwer, dem Gelände etwas abzugewinnen. Und ich weiß, dass es vielen, die sich noch an Telgte erinnern, ähnlich geht. Der Aufbau des Marktes ist weitestgehend unromantisch quadratisch, praktisch gut, wenig mittelalterliche Matten gegen den Schlamm inklusive. [Und ja, ich zähle zu den Puristen, die sich nie über den Schlamm beschwert, sondern ihn als gegeben hingenommen haben. Einige meiner schönsten MPS-Erlebnisse endeten mit nassen Füßen, versauten Schuhen und Schlamm bis zu den Knien ^^]. Das Zelt hat für mich zu viel Oktoberfest-Charakter, unangenehm alkoholgeschwängerte Luft und zu hoher Lautstärkepegel treiben mich in der Regel nach zwei Minuten rückwärts wieder hinaus. Die Bühne im Infield hingegen empfinde ich als zu groß für den Anlass. Tja, offenbar werde ich alt und trauere lieber jahrelang den guten alten Zeiten hinterher, anstatt mich irgendwann mal an die Neuerungen zu gewöhnen. ;)

Im Dunkeln entfaltet der PLWM dann endlich mal seinen vielgelobten Charme. Die Nacht verdeckt die unschönen, pragmatischen Bauelemente und zahlreiche Kerzen und Lichter im Wasser und an den Ständen sorgen doch noch für etwas Romantik und Mittelalter-Flair. Insbesondere der Blick über den See ist wirklich jedes Mal wieder beeindruckend.

Insgesamt hatten wir jedenfalls einen recht netten Tag auf dem Phantastischen Mittelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund. Da es nicht besonders kalt war, konnte man es ganz gut länger draußen aushalten, und durch das Bühnenprogramm ist die Veranstaltung, die mir persönlich mittlerweile sonst stark auf ein Mainstream-Publikum zugeschnitten scheint, auch für Szeneanhänger immer noch einen Besuch wert. Und gerade in der dunklen Jahreszeit gibt es ja sonst auch eher wenige Anlässe, sich in mittelalterlichem Rahmen zu treffen.

Mittwoch, 12. Juni 2019

Es lebe das Fandom: die German Comic Con in Dortmund

So im Nachhinein betrachtet weiß ich gar nicht mehr, welcher Teufel uns geritten hat, die German Comic Con in Dortmund ausgerechnet am Samstag zu besuchen. Zuvor waren wir mit dem Sonntag als Besuchstag immer sehr gut gefahren. Aber man soll ja alles mal ausprobieren. Also trafen wir uns am Samstag, den ersten Dezember, wie gewohnt eine Stunde nach Beginn der Veranstaltung in Dortmund am Hauptbahnhof und machten uns mit der U-Bahn auf den Weg zur Westfalenhalle.

Der Einlass war recht schnell bewältigt und obwohl es natürlich voll war, kamen wir eigentlich ganz gut voran. Wir bestaunten - natürlich! - den gewaltigen X-Wing Nachbau von Z Montagen, in dem man sich auch fotografieren lassen konnte.

Must-see für Star Wars Fans

Sehr sehenswert war aber auch die Lego-Ausstellung. Dort gab es große und kleine Legomodelle zu entdecken. Ein genauerer Blick lohnte sich, denn es versteckte sich das eine oder andere lustige Detail in den liebevollaufgebauten Szenen. Ob als Fan von Phantastischen Tierwesen oder von Doctor Who, nach dem Besuch hatte man plötzlich selber wieder Lust, sich ein neues Legoset zuzulegen oder die alten Steinchen aus dem Keller zu holen und einfach mal wieder loszulegen!

Newt Scamanders Koffer aus kleinen Steinchen

Natürlich gab es auch wieder allerhand Möglichkeiten, sein Geld loszuwerden, sowohl bei den anwesenden Künstlern als auch bei den Händlern. Im Gegensatz zum Vorjahr, wo es damit traurigerweise einmal ziemlich mau aussah, konnte man in diesem Jahr auch wieder bei den Comics fündig werden. Filmfreunde fanden außerdem auf der großen Filmbörse ein großes Angebot.

AT-AT Amigurumi - ich wünschte, ich könnte auch mehr häkeln als einen Topflappen xD

Auch waren selbstverständlich zahlreiche Stars anwesend, allen voran natürlich Chuck Norris, der so freventisch bejubelt wurde, dass man es durch die halbe Halle hören konnte. Wir statteten an jenem Tag Maude Hirst (bekannt als Helga aus Vikings) einen kurzen Besuch bei ihrem öffentlichen Panel ab und erhaschten bei der Autogrammstunde einen kurzen Blick auf Anthony Head, der sich seit seiner Zeit als Buffys Wächter Mr. Giles optisch tatsächlich kaum verändert hat.

Auffällig war an jenem Tag auch die hohe Dichte kreischender Teenies. Diese waren wohl im Wesentlichen dem Ruf zum ersten deutschen Nickelodeon Slimefest gefolgt, dessen illustre Gäste allen der Schulzeit Entwachsenen weitestgehend unbekannt schienen, bei ihrer jungen Zielgruppe aber bestens ankamen.

Im Laufe des Tages wurde es natürlich immer voller, was irgendwann anstrengend wurde. Wir entschieden uns also, unsere Einkäufe zu tätigen (gar nicht mal so viele eigentlich) und vor Veranstaltungsende das Feld zu räumen. Meine Ausbeute an jenem Tag bestand aus unerwartet vielen neuen Klamotten (Ein Attack On Titan Hoodie, ein Gryffindor-Shirt und ein Doctor Who-Shirt) und der entzückenden "Ich bin dein Kater"-Postkarte von TinyTami. Die lustige Winterfell-Postkarte gab es gratis beim Stand von Lappan, wo gerade das Buch "Game Of Cartoons" beworben wurde.

Genau mein Humor :D

Tja, und auf dem Weg von der Halle zur U-Bahnstation passierte dann das, was wir bei unseren sonst so sorgfältigen Planungen nicht miteinbezogen hatten und was selbst Chuck Norris höchstpersönlich nicht hätte entschärfen können: Im nahgelegenen Stadion war das Fußballspiel von Borussia Dortmund zu Ende gegangen. Fußballfans und Züge, das ist, wie wohl jeder regelmäßige Bahnfahrer weiß, eine unheilige Kombination. Es bedeutet Stress, Lärm und Dreck für alle, die mit diesem Sport nichts am Hut haben, und es bedeutet immer saftige Verspätungen. Und so war es auch an diesem Tag. Wir kapitulierten und ließen sich die Fußballfans alleine um die ersten Bahnen prügeln (was diese auch leidenschaftlich taten). Die sonst knapp zehnminütige Fahrt zum Hauptbahnhof kostete uns so fast eine Stunde und zahlreiche Nerven. Und wir beschlossen, nie, nie, nie wieder die German Comic Con in Dortmund an einem Samstag zu besuchen, denn so ging ein eigentlich sehr schöner, wenn auch ziemlich anstrengender Tag denkbar unerfreulich zu Ende.