Montag, 18. August 2014

Endlich wieder am besten Ort der Welt - Castlefest Eröffnungskonzert am Donnerstag

Mit nur ein paar Wochen Verspätung *Hüstel* mache ich mich nun endlich an den Bericht zum diesjährigen Castlefest und beginne logischerweise mit dem Eröffnungskonzert am Donnerstag.

Für drei von uns (diesmal waren wir als Vierergruppe unterwegs) war der Donnerstag auch gleichzeitig der Anreisetag. Am späten Vormittag machten zwei von uns sich ganz gemütlich auf den Weg Richtung Festival in Lisse in der Nähe von Amsterdam. Der dritte im Bunde sollte uns später schon an unserem Bed & Breakfast erwarten und die Vierte reiste am nächsten Tag an. Trotz anfänglicher Verunsicherung direkt hinter der niederländischen Grenze, wo es schien, als verfolge uns ein Polizeiauto, verlief die Fahrt ohne Probleme. Irgendwann überholte das Auto einfach. Nicht, dass wir was zu verbergen gehabt hätten, aber wenn man die Polizei hinter sich hat, fühlt man sich einfach automatisch schuldig...

Am frühen Nachmittag erreichten wir dann unser Domizil für die kommenden drei Nächte. In diesem unseren dritten Castlefestjahr war es uns erstmals nicht gelungen, einen Platz in unserem Stamm-Bed & Breakfast in Lisse zu ergattern. So waren wir schließlich einige Kilometer weiter entfernt in Noordwijk aan Zee gelandet. Das Bed & Breakfast war aber auch super und kann uneingeschränkt weiterempfohlen werden. Von dort aus wären es auch nur zwei Kilometer bis zum Meer gewesen, aber wir haben es traurigerweise nicht dorthin geschafft. Bei 3 1/2 vollen Festivaltagen blieb dafür einfach keine Zeit.

Nun aber endlich zum Festival. Der Einlass war in diesem Jahr leider sehr unglücklich geregelt. Der Tunnel, durch den man in den Jahren davor zum Haupteingang gelangt war, war aus irgendeinem Grund gesperrt, weswegen sich alle durch einen langen, an diesem ersten Tag furchtbar schlecht beleuchteten Schotterweg kämpfen mussten, um zum Einlass zu gelangen. Auch war der Weg zur Bühne von diesem Punkt aus recht weit und der Einlass war gleichzeitig mit dem Beginn des ersten Konzertes. Es war also quasi nicht möglich, den Anfang dieses Konzertes zu sehen...

Irgendwann war es dann aber tatsächlich soweit und wir erreichten die Bühne, auf der gerade die bulgarische Band Irfan spielte. Obwohl die Band schon häufiger Gast auf dem Castlefest war, hatten sie in diesem Jahr erstmals ihre Originalsängerin mit dabei, eine recht zierliche Dame mit großartiger Stimme. Die Band präsentierte Songs ihrere zwei bereits veröffentlichten Alben ebenso wie einige Ausblicke auf das kommende Album. Zu diesem hatte es auf dem Festival eigentlich ein exklusives Pre-Release geben sollen, doch die Band war leider nicht rechtzeitig fertig geworden. Trotzdem kamen wir durch den Auftritt natürlich als eine der ersten in den Genuss, das neue Material anhören zu dürfen. Es sei so viel gesagt: Wer Irfan bisher gemocht hat, dürfte auch mit den neuen Songs glücklich werden - es klang alles sehr vielversprechend.


Im Anschluss an Irfan enterten Dikanda die Bühne. Die polnische Band macht musikalisch das, was für mich der Inbegriff von Balkan Beat ist. Das ist oft extrem tanzbar, manchmal aber auch balladesk und kommt auf dem Castlefest auf jeden Fall großartig an, und das zu recht. Ein absolutes Highlight sind auch Frontfrau Anias Ansagen zwischen den Songs. In experimentellen Englisch, mit viel Herzblut und Humor in der Stimme macht sie dem Publikum stets klar, was sie will und sorgt dabei stets für den einen oder anderen Lacher. Wie schon im Jahr davor war das ein wirklich cooler Auftritt.


Abschließen durften den Abend The Transsylvanians. Die Band hat eine ziemlich internationale Besetzung und Songs, die oft in Ungarisch gesungen (und teilweise auch gerappt) werden. Da ich es recht schwer finde, die Musik der Band angemessen zu beschreiben, hänge ich einfach mal ein (Audio-)Video als Hörprobe an, dann kann sich jeder ein eigenes Bild machen. Ich persönlich hatte Anfangs einige Probleme, mich an die Stimme der Sängerin zu gewöhnen, da mich diese konsequent an japanische Anime-Openings erinnert hat. Mittlerweile gefallen mir aber einige Lieder, wie der Beitrag zur diesjährigen Castlefest-Compilation ("Ki Ki Ki"), richtig gut.



Und das war auch schon der erste Tag. Sobald wie möglich werde ich den Bericht fortsetzen. Das Ganze wird vermutlich der längste Festivalbericht aller Zeiten, aber es ist ja auch das beste Festival aller Zeiten, also ist das doch nur angemessen ;)

Sonntag, 17. August 2014

Ich könnte...

...sollte, müsste mal wieder was bloggen, habe ich mir so gedacht. Leider bin ich aber nach zwei Tagen auf dem MPS in Telgte ein bisschen durch. Deswegen nur ganz kurz etwas, was ich schon lange teilen wollte. Eine kleine Bastelei, um genau zu sein.


Das Beutelchen ist aus Filz gemacht, ich habe es in mehrstündiger Kleinstarbeit selbst per Hand genäht und war durchaus mal zufrieden mit dem Ergebnis. Mittlerweile existiert es jedoch nicht mehr. Ich habe es als Opfer für den Wickerman auf dem diesjährigen Castlefest angefertigt, es ist also zu Lughnasadh in einer feierlichen Zeremonie mit diesem verbrannt worden :)

Nächste Woche werde ich mich endlich an die Arbeit machen und versuchen, ein paar angemessene Worte zu diesem ganz besonderen Festival zu schreiben. Bis dahin, hier ein kleiner, erster Eindruck in Form eines Videos, das die Verbrennung des Wickermans zeigt:

Mittwoch, 6. August 2014

Samstäglicher Ausflug nach Bückebeach - das MPS in Bückeburg, zweites Wochenende

Guten Morgen allerseits! Hiermit melde ich mich nach 2 1/2 Wochen voll mit Urlaub und Musik zurück. Entsprechend gibt es jetzt natürlich viel zu erzählen und obwohl mir besonders die Ereignisse des letzten Wochenendes naheliegen, habe ich mich entschlossen, chronologisch vorzugehen und erst einmal noch meinen Bericht zumzweiten MPS-Wochenende in Bückeburg abzugeben.


Aus Stressminimierungsgründen habe ich das MPS am zweiten Wochenende in Bückeburg nur am Samstag als Tagesausflug besucht. Meine Kamera war zwar auch dabei, allerdings hatte ich irgendwie keine Lust Bilder zu machen, weswegen ich dieses Mal auch nur ein neutrales Bild aus Bückeburg einfügen kann. Passiert. Aber unser Fußweg zum Veranstaltungsgelände lässt sich doch auch sehen:


Musikalisch konnte sich das Festival an jenem zweiten Wochenende für meinen Geschmack zwar nicht mit dem ersten messen, doch mit Corvus Corax war zumindest doch ein Highlight dabei. Die Könige der Spielleute liefern eben immer Killershows ab, und da waren auch die Auftritte an diesem Tag keine Ausnahme. Erstmals habe ich mich auch dem Kettentanz angeschlossen, den die Band häufig mit Castus an der Spitze veranstaltet und bin so letztendlich mit einer langen, langen Kette anderer Menschen auf der dafür eigentlich viel zu kleinen Bühne gelandet. :D

Eine neue Band gab es für mich an diesem Tag auch zu entdecken, nämlich Cultus Ferox. Obwohl diese mir dem Namen nach natürlich geläufig waren, hatte es sich bisher einfach noch nie ergeben, dass ich sie irgendwo hätte spielen sehen können. Gesehen habe ich von den Jungs jedoch wenig, da wir den Auftritt von den im Schatten unter einem Sonnensegel platzierten Strohballen verfolgten. Dafür kann man uns jetzt als Weicheier beschimpfen, aber an diesem Tag war es einfach heiß. Wirklich, wirklich heiß.

Der Veranstalter hatte zum Glück auf die bereits im Vorfeld angekündigte Hitze reagiert und auf dem ganzen Gelände Gartenduschen und Rasensprenger verteilt. So bin ich quasi den ganzen Tag klitschnass und barfuß durch die Gegend gesprungen, was einfach super war.

Ansonsten waren Saor Patrol natürlich auch mal wieder super, zum ernsthaft Poispielen, zu dem deren Musik wirklich einlädt, war es mir aber leider zu warm. Außerdem hatte ich einen langen Rock an, und das ist immer so eine Sache mit den Pois :D

Nach dem letzten Corvus Corax Konzert, dass wir im Wesentlichen mit dem Blasen von Seifenblasen zubrachten (was für eine Kombi :P ), ging es dann auch schon nach Hause. Schon am nächsten Tag sollte es schließlich in den Urlaub gehen. Obwohl das Ganze mit dem Tagesausflug direkt vor dem Urlaub natürlich ein wenig stressig war, bin ich froh, das MPS in Bückeburg auch am zweiten Wochenende nicht ganz verpasst zu haben.

Freitag, 18. Juli 2014

Gab es hier schon immer eine Seenplatte? - Das MPS in Bückeburg, erstes Wochenende

Bevor ich mich morgen erst einmal für zwei Wochen in den Urlaub mit anschließendem Castlefest verkrümele, möchte ich vorher noch ein paar Worte zum letzten Wochenende verlieren, welches ich auf dem MPS in Bückeburg verbracht habe. Eigentlich hatte ich ja auch dieses Wochenende dort verbringen wollen, aber nach einer kleinen Planänderung mache ich nun morgen nur einen Tagesausflug. Darüber werde ich aber wohl erst nach dem Urlaub etwas schreiben können.
Nun aber wirklich erstmal zum letzten Wochenende:

Das Abenteuer Bückeburg 2014 begann am Freitag um die Mittagszeit bei strahlenden Sonnenschein. Die Anreise verlief ohne größere Zwischenfälle, trotz mehr als 20 Minuten Verspätung der Bahn erwischten wir in Minden den Bus nach Bückeburg und mussten unsere Koffer nur noch knapp 10 Minuten zur Campsite rollen. Dort erwartete uns die Erkenntnis, dass es in Niedersachsen in den vorausgegangenen Tagen wohl genauso viel geregnet hatte wie in Nordrhein-Westfalen: Die halbe Campsite hatte sich in eine Seenplatte verwandelt! Doch wir fanden ein halbwegs trockenes Plätzchen und konnten fortan beobachten, wie Wohnwagen und Wohnmobile mit schwerem Gerät durch den Matsch gezogen werden mussten, während Kinder in den großen Pfützen auf dem Gelände plantschten.


Samstag wartete dann einmal wieder ein Top-Musikprogramm auf uns. Los ging es mit den Engländern von The Dolmen, die das MPS dieses Jahr nur sehr sporadisch beehren (dürfen?). Bei weiterhin besten Wetter war die Stimmung ausgelassen und gut, und tanzbar sind The Dolmen ja eh allemale.


Weiter ging es mit Versengold, die ich dieses Jahr bisher auch noch kaum auf dem MPS zu sehen bekommen hatte. Die fünf Jungs waren wie immer großartig und machten mich extra glücklich, als sie während des ersten Sets "Frey und vernarrt" spielten, mein absolutes Versengold-Lieblingsstück!


Ebenfalls sehr spaßig war es im Anschluss bei den Piraten von Vroudenspil, auch wenn Sänger Ratz von der Planke bei diesem ersten Set sichtlich angeschlagen war und im sitzen auftreten musste. Später ging es ihm dann zum Glück wieder besser.


Einen Abstecher zur großen Bühne machte ich schließlich, um mir seit langem Mal wieder ein Feuerschwanz-Konzert anzusehen. Faszinierend, dass das neue Mitglied Felix Taugenix seinem Vorgänger (zumindest flüchtig betrachtet) verdammt ähnlich sieht! :D Die Band spielte auch Songs ihres kommenden neuen Albums "Auf's Leben". Texte wie "Metsaufen, ich bin der kleine Bär", die sofort rege vom Publikum mitgegröhlt wurden, lassen erahnen, dass die Band auch auf diesem Album ihren Fans witzige und metschwangere Texte präsentieren wird. :)


Der Abend stand dann mit Omnia und Faun (letztere endlich mal als Headliner, jedoch bedauerlicherweise zeitgleich mit Knasterbart) im Zeichen des Pagan Folk. Da wir bei beiden Band recht weit hinten standen bzw. saßen, gibt es davon diesmal keine Bilder. Aber ich kann sagen, dass es auch dieses Mal wieder toll war! Sehr erfreulich war auch, dass die Band dort offiziell ihr kommendes Album ankündigte, welche auf den Namen "Luna" hören wird und sich als Konzeptalbum mit dem Mond beschäftigen wird. Ich kann es jetzt schon kaum noch erwarten, das gute Stück Anfang September in den Händen zu halten! <3

Am Sonntag ging es dann nur noch einmal kurz zurück aufs Gelände, um das erste Set von The Dolmen zu hören - ein schöner, entspannter Ausklang. Im Anschluss ging es dann in aller Ruhe durch den Schlosspark zurück zum Bahnhof mit dem Gedanken, dass Bückeburg wirklich ein schönes Städtchen ist, in dem man echt mal eine Sightseeing- und Fototour machen sollte. Vielleicht ja nächstes Jahr, denn bei meinem Tagestrip morgen werde ich wohl leider nicht dazu kommen!

Donnerstag, 10. Juli 2014

Das Keltisch Midzomer Festival in Bad Nieuweschans, NL

Am letzten Samstag war ich wieder einmal unterwegs, dieses Mal bereits zum zweiten Mal auf dem Keltisch Midzomer Festival im niederländischen Bad Nieweschans. Wem der Ort nichts sagt: es handelt sich dabei um ein kleines Städtchen gleich hinter der deutsch-niederländischen Grenze. Die nächste größere Stadt auf deutscher Seite ist Leer.

Obwohl der Wetterbericht etwas anderes befürchten hatte lassen, begann der Festivalausflug bei bestem Wetter. Sofort nach Einlass ging das musikalische Programm auf einer der drei Bühnen mit Jami's Fancy los. Das etwas ungleiche niederländische Duo - zwischen den beiden Mitgliedern liegen 33 Jahre altersunterschied - präsentierte Irish Folk mit Uilleann Pipe, irischen Flöten, Gitarre und Irish Bouzouki. Eine schöne Einstimmung auf das Festival.

Im Anschluss daran war es schon Zeit für eines der Highlights des Festivals, die Handfasting Zeremonie. Bei dieser Zeremonie erhalten jedes Jahr jeweils vier Paare die Möglichkeit, an einer neukeltischen Hochzeitszeremonie teilzunehmen. Geleitet wird diese von einem Druiden. Die Teilnehmer der Zeremonie werden durch verschiedenfarbige Bänder an den Händen verbunden, wobei die verschiedenen Farben für unterschiedliche Eigenschaften stehen. Nachdem die Zuschauer den Verbindungen ihren Segen gegeben haben, werden die Bänder wieder gelöst. Begleitet von fröhlicher Musik verlassen die Paare dann den Ring, in dem die Zeremonie stattgefunden hat, indem sie gemeinsam über einen Besen springen, wobei es sich um ein Fruchtbarkeitssymbol handelt. Die Paare sind nun für ein Jahr und einen Tag verbunden, dann können sie entscheiden, ob sie die Verbindung lösen wollen oder sie um ein weiteres Jahr oder gar für ein ganzes Leben erneueren wollen.
In diesem Jahr wurden am Samstag bei der Zeremonie sowohl deutsche als auch niederländische Paare zusammengegeben, die musikalische Untermalung stammte von Serpentyne. Es war wieder eine wunderschöne Zeremonie, die einen wirklich zu Tränen rühren konnte!


Eine kurze Programmpause erlaubte uns dann, das Gelände einmal näher zu inspizieren. Da das Festival eher klein ist, dauerte das nicht lange, doch wir blieben noch für einige Zeit beim Balfolk-Workshop hängen. Wem der Ausdruck nichts sagt: Beim Balfolk handelt es sich um Tanzveranstaltungen, bei denen Kreis-und Reihentänze getanzt werden - beispielsweise solche, wie man sie in Historienserien wie den Tudors bewundern darf, gerne jedoch auch welche, die etwas weniger komplex sind und deshalb von mehr Leuten schneller mitgetanzt werden können. ;)


Im Anschluss ging es schließlich wieder musikalisch weiter: Serpentyne, die eben noch die Zeremonie unterstützt hatten, traten auf der größten Bühne auf. Für mich war die Band an diesem Tag noch neu, aber sie wussten mich schnell zu überzeugen. Musikalisch wurde eine Mischung aus alten, traditionellen Songs in eigenem Gewand, so zum Beispiel "Pastime with good Company", und auch eigene Songs wie das extrem ohrwurmtaugliche "Boudica" geboten. Der anfänglichen Tanzfaulheit des Publikums wurde auch schnell abgeholfen, als eine der beiden Sängerinnen ins Publikum stieg und die Leute persönlich zum Tanzen aufforderte und mit ihnen gemeinsam dann einige Tanzschritte auf dem Platz vor der Bühne machte. Dieser Einladung konnte auch ich mich nicht entziehen - umso besser, dass es in den Niederlanden niemanden interessiert, wie gut oder schlecht man tanzt, solange es nur ordentlich Spaß macht ;)


Als nächstes waren die Niederländer von Seed (bitte kein 'E' zu viel benutzen) an der Reihe. Die junge Band spielt Pagan Folk und hat bisher noch keine Musik veröffentlicht. Umso gespannter war ich, was genau mich hier erwartet. Die akustischen Stücke wussten auch sofort zu überzeugen, bei den Liedern mit Gesang hätte man meiner Meinung nach den Gesang etwas deutlicher in den Vordergrund rücken können, sodass man den Texten besser hätte folgen können. Leider fielen weite Teile des Konzerts buchstäblich ins Wasser, als plötzlich ein fieser Platzregen niederging, während dem wir uns an der Kartoffelbräterei unterstellen durften. Einige Zuschauer ließen sich aber auch gar nicht stören und tanzten einfach im Regen weiter.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es mit dieser Band in Zukunft noch weitergehen wird und freue mich auf kommende Veröffentlichungen.




Gleich im Anschluss ging es weiter mit Serpentyne's Landsmannen-und Frauen von The Dolmen. Dass die Band live abgeht wie nix, sollte mitlerweile eigentlich jeder in der Szene mitbekommen haben - und so war es auch an diesem Tag wieder! Das neue, Geige spielende Mitglied fügte sich musikalisch super in die Truppe ein und die Band tat dem Publikum außerdem den Gefallen, das absolut großartige Piratenstück "Dead Cats Don't Meow" zu spielen - es ist echt eine Schande, dass die Band dieses Jahr nur so selten auf deutschen Veranstaltungen wie dem MPS unterwegs ist!


Als nächstes folgte für mich ein weiteres musikalisches Highlight, der Auftritt der Pagan Folk Band Sowulo. Die vier Niederländer spielen quasi ausschließlich Instrumentalstücke und hatten einen eigenen Priester dabei, der die nordischen Götter angerufen hat. Außerdem wurde während des ganzen Sets Weihrauch verbrannt - wirklich ein ganz besonderes Konzert. Die Band spielte Songs von ihrem bisher einzigen Album "Alvenrad", in dem die einzelnen Stücke besondere Jahreshöhepunkte des germanisch-heidnischen Kalenders thematisieren. Außerdem stellten sie ein neues Stück vor, was einen deutlichen Einfluss durch die Norweger von Wardruna nicht verbergen konnte und wirklich Lust auf neues Material machte.


Für mich endete der Festivaltag dann auch schon nach dem Auftritt der nächsten Band, den Co-Headlinern Heidevolk. Bei einem sonst sehr folkigen Festival vielen die mit ihrem Folk Metal natürlich schon ziemlich auf, konnten aber durchaus für Stimmung sorgen und das Publikum schaltete einfach von Tanzen auf Moshen und Headbangen um ;) Der Platz vor der Bühne hatte sich nach einem weiteren, heftigen Regen in eine Schlammfläche verwandelt, was das Ganze ein wenig an ein metallastiges Woodstock erinnern ließ. Heidevolk präsentierten einen Querschnitt durch ihre vier Alben und ließen dabei keine Hits aus: "Het Bier Zal Weer Vloeien", "Nehalennia", "Saksenland" und natürlich auch "Vulgaris Magistralis" - sie alle durften nicht fehlen und machten das Konzert für mich zu einem würdigen Festivalabschluss.


Im Anscchluss daran enterten noch einmal The Dolmen die Bühne, aber davon kann ich nichts erzählen. Nach einer leckeren Portion Slingerchips zum Abschluss ging es für mich heimwärts - aber wenn es nach mir geht, komme ich nächstes Jahr wieder - hoch lebe das Keltisch Midzomer Festival!

Aller guten Dinge sind drei

Ein Spruch, der neuerdings anscheinend auch bei der deutschen Bahn gilt. Ganze drei Anläufe hat es jedenfalls diese Woche für mich gebraucht, um nach einem Besuch bei meiner Familie zurück zu meiner Wohnung nach Münster zu fahren.

Eigentlich hatte ich am Dienstag Mittag fahren wollen, um dann am späten Nachmittag rechtzeitig zur Uni anzukommen. Dies wurde erfolgreich von einer kaputten Weiche verhindert. Da mir die Fahrt so überflüssig schien und das Wetter erbärmlich war (was an einem nicht überdachten Provinzbahnhof eine Rolle spielt), beschloss ich, meine Reise um einen Tag zu verschieben.

Gestern gab es dann den zweiten Versuch. Pünktlich, als ich mich auf den Weg machen wollte, ließ bahn.de mit vagen Infos durchscheinen, dass es wohl ein Problem auf der Strecke gebe. Da bei meinem Zug aber keine Verspätung angezeigt wurde, begab ich mich in den Dauerregen und stiefelte zum Bahnhof. Schnell durfte ich feststellen, dass meine Schuhe diesen Massen an Wasser nicht gewachsen waren und das es zu windig für meinen Regenschirm war. Nach den 10 Minuten Fußmarsch bis zum Bahnhof war ich also durch.
Die neue, elektronische Anzeige auf dem Gleis verhielt sich auch zunächst ruhig. Etwa fünf Minuten, bevor der Zug hätte einfahren sollen, hielt man es dann mal für angebracht, anzuschlagen, dass der Zug ausfällt. Das gleiche galt übrigens für den Gegenzug, weswegen ich mich noch immer frage, was ich mir von der Info, dass es einen Schienenersatzverkehr ab der Nachbarstadt geben solle, kaufen sollte ;)
Klitschnass beendete ich also auch diesen zweiten Versuch, nach Hause zu kommen. Bald erfuhr ich auch durch den WDR, dass dies wohl eine gute Entscheidung gewesen war: Die Strecke wurde zunächst durch einen Zug, der in einen Baum gefahren war, später dann durch einen Stellwerksschaden und einen Baum auf der Oberleitung behindert.

Den dritten Versuch musste ich dann heute Morgen in aller Frühe unternehmen, um noch pünktlich zur Uni gelangen zu können. Auf dem Bahnhof wurde ich dann gleich von Durchsagen für allerhand verspätete Züge begrüßt und bekam das kalte Grauen. Letztendlich hatte ich aber endlich Glück: ein fast 30 Minuten verspäteter Zug brachte mich endlich weg aus dem Ort und ich erreichte mein Ziel tatsächlich pünktlich.

Fazit der ganzen Sache: Ich plane bei Reisen mit der deutschen Bahn in Zukunft mindestens wieder zwei Stunden Luft ein, wenn ich im Anschluss einen Termin habe. Und ich rege mich wie gehabt maßlos über die schlechte Informationspolitik der Bahn auf...

Morgen steht übrigens schon wieder eine nette Bahnreise an, diesmal Richtung Norden nach Bückeburg - hoffentlich hat die Bahn-Pechsträhne nun ein Ende gehabt und morgen geht mal ausnahmsweise alles glatt...

Dienstag, 1. Juli 2014

An manchen Tagen...

...denkt man sich Abends, dass man das Haus wohl besser nicht verlassen hätte. Heute war so ein Tag.

Ich war ja schon nicht gerade super drauf, als ich mit knapp zweistündiger Verspätung meinen Zielbahnhof Münster erreicht habe, aber gegen "Personenschäden", wie die Bahn es so schön nennt, lässt sich nunmal nicht machen.

Aber was dann passierte, schlug jeglichem Fass den Boden aus. Am hellichten Tag stand ich auf dem Bahnhofsvorplatz und wartete auf einen Bus, als mich ein fremder Mann auf Englisch ansprach. Er wollte den Weg zu irgendeiner Marktstraße wissen, die es meiner Meinung nach gar nicht gibt. Ich sagte ihm eben jenes: das ich keine Ahnung habe, wo er hin will. Doch anstatt abzuzischen veruschte er sich in Smalltalk und ich versuchte ihn mit extrem kurzen Antworten zu zeigen, dass er mich in Ruhe lassen sollte. Was er nicht tat. Ganz im Gegenteil. Er schnappte sich meinen Arm, zog mich zu sich und versuchte mehrfach (!) mich zu küssen. Nachdem ich mich endlich befreit hatte, suchte ich schnellstmöglich das Weite und wurde dabei noch eine Zeit von ihm verfolgt.

Es war sowas von widerlich und entwürdigend. Ich vermute jetzt einfach mal, dass er mich im Zuge des geplanten Kusses hatte ausrauben wollen, aber wie kann man nur zu solchen Mitteln greifen?! Ich habe seitdem konstant das Bedürfnis, mich gründlich zu waschen und bin generell total fassungslos und entrüstet.

Die Welt ist voll von perversen, widerlichen Schweinen! :(