Freitag, 9. Februar 2018

Konzertbericht: Uwaga auf Schloss Zweibrüggen

Auch 2017 hatte ich wieder das unverschämte Glück, meinen Geburtstag mit einem Konzertbesuch feiern zu dürfen. Im Übach-Palenberger Schloss Zweibrüggen fand an diesem Sonntag, dem 17. September nämlich das 39. Schlosskonzert des Freunde der Kammermusik in Übach-Palenberg e.V. statt. Eingeladen waren dazu Uwaga mit ihrem Programm "mozartovic, Amadeus goes Balkan Groove". Es war bereits das zweite Mal, dass die Band, die schon Bühnen auf der halben Welt bespielt hat, das kleine Städtchen an der niederländischen Grenze beehrte.

Das erste Konzert in Übach-Palenberg 2016 war dabei leider an mir vorübergegangen, doch dieses Mal hatte ich freundlicherweise per e-Mail eine sehr nette Einladung erhalten (vielen Dank noch einmal dafür!). Tatsächlich hatte mich da die Vorankündigung bereits ziemlich neugierig gemacht. Vier Musiker mit grundverschiedenen Backgrounds von Klassik bis Punk, und dann diese Story: Man stelle sich vor, Mozart hätte einst - ganz im Geheimen - eine Reise in den Balkan unternommen, wäre dort auf die lebensfrohe Volksmusik der Gegend gestoßen und hätte von den einhemischen Musikern beim gemeinsamen Jammen recht schnell den Spitznamen Mozartovic verpasst bekommen. Was für Musik wäre dabei wohl entstanden? Nun, genau an diesem Punkt setzten das Programm des Abends sowie auch das fünfte Studioalbum der Band an.

Uwaga boten der versammelten Hörerschaft an diesem Abend einen spannenden Stilmix aus den klassischen Werken Mozarts und anderer Komponisten, gewürzt mit einer kräftigen Prise Balkan Grooves und anderer moderner Einflüsse. So stand beispielsweise gleich zu Anfang ein Stück namens "Reggae Violinkonzert" auf dem Programm - Mozart meats Marley gewissermaßen. Klingt seltsam? Vielleicht. Ergab jedoch einen wirklich ganz überraschenden, frischen Sound, passte unheimlich gut zusammen und machte richtig Laune. Und das galt nicht nur für dieses Stück. Neben den verschiedenen Interpretationen klassischer Stücke hatten Uwaga aber auch einige Eigenkompositionen im Gepäck, die ebenfalls auf ganzer Linie zu überzeugen vermochten, darunter das grundentspannte "Kein Weltuntergang".

Die Stimmung im Publikum des diesmal leider (und zu Unrecht!) nicht ganz bis auf den letzten Platz besetzten Schlosskonzerts war von Anfang an angenehm locker, und die sympathischen Ansagen der Musiker von Uwaga entlockten den Leuten das eine oder andere Schmunzeln. Kein Wunder, dass man die Band am Ende ihres Auftritts gar nicht mehr gehen lassen wollte! Mit stehenden Ovationen und lautstarkem Applaus gelang es, die Band zu einer Zugabe zu bewegen, und zum Abschluss gab es vom anwesenden Bürgermeister noch ein Abschiedsgeschenk für die vier Musiker.

Hörprobe Uwaga:


So ging wieder ein wunderschöner Konzertabend im kleinen Schloss Zweibrüggen zu Ende. Glücklicherweise stehen auch 2018 wieder neue, spannende Schlosskonzerte auf dem Programm der Freunde der Kammermusik. So freue ich persönlich mich schon sehr darauf, dort in der kommenden Woche, am 18. Februar, die Cappella Aquisgrana mit ihrem Programm "La Belezza della Musica" erleben zu dürfen.

Dienstag, 6. Februar 2018

Konzertbericht: Reliquiae auf dem 13. Berger Stadtteilfest

Manchmal verschlägt einen das Leben als Fan an ungewöhnliche Orte, die man ansonsten wohl niemals besucht hätte. Orte wie Gevelsberg-Berge beispielsweise. Genau dorthin nämlich zog es eine Freundin und mich am 9. September. Einem Tag, den der Begriff "verregnet" leider nur unzureichend beschreibt.

An diesem Tag feierte man in Berge das 13. Berger Stadtteilfest und das 650-jährige Jubiläum des Ortes. Entsprechend dem ziemlich lokalen Anlass, waren es auch hauptsächlich Anwohner, die an diesem Samstag den Weg dorthin gefunden hatten. Wir, angereist aus Münster und Aachen, kamen uns gleich ein wenig exotisch vor und zogen uns nach einem kleinen Rundgang über das überschaubare Festgelände erst einmal an die überdachte Bushaltestelle zurück und warteten.

Denn natürlich gab es einen guten Grund für uns, das Stadtteilfest eines uns gänzlich unbekannten Ortes zu besuchen. Und ja, dieser Grund war selbstverständlich musikalischer Natur. Reliquiae sollten am späten Nachmittag nämlich ein Konzert auf dem Fest geben. 

Passend zum Soundcheck begaben wir uns dann auch in Richtung Bühne. Leider gab es bei der Vorbereitung des Auftritts einige technische Probleme, sodass sich der Beginn nach hinten verschob. Und leider hatte der Himmel beschlossen, pünktlich zum ursprünglich angedachten Konzertbeginn sämtliche Schleusen zu öffnen. Natürlich ließen wir uns davon nicht vertreiben und waren als langjährige MPS-Erfahrene auch mit Schirm und Regencape bestens vorbereitet. Glücklicherweise erwiesen sich auch viele der anderen Besucher als hart und trotzten mit uns dem Regen.

Obwohl das Konzert nun durch den verspäteten Beginn leider etwas kürzer wurde als gehofft, wurde es doch ein sehr schönes Konzert. Publikum und Band hatten ungeachtet des miesen Wetters Spaß und der Ansager lernte, dass man nicht jeden Bandnamen zwangsläufig englisch aussprechen muss, was uns zuvor einen herzhaften Lacher entlockt hatte.

Alles in Allem war das Berger Stadtteilfest zwar sicher eine der ungewöhnlichsten Veranstaltungen, die wir auf unseren Konzertreisen besucht haben, doch es hat sich für uns gelohnt. Wenn das Programm stimmt, kommen wir gerne wieder vorbei. ;)

Hörprobe Reliquiae:


Montag, 5. Februar 2018

Entdeckungstour zu den Skulptur Projekten 2017 in Münster

Endlich ist sie da, die vorlesungsfreie Zeit, und gibt mir die Möglichkeit, meinen Blog-Rückstand endgültig aufzuholen! So langsam wurmt es mich nämlich wirklich, dass ich noch immer im vergangenen Sommer feststecke, während sich doch dieses Jahr schon längst neue Abenteuer angebahnt haben... Doch wie dem auch sei:

Neben den zahlreichen anderen Aktivitäten gab es noch eine weitere Sache, der wir uns im August in Münster widmeten. 2017 fanden dort nämlich wieder die Skulptur Projekte statt. Dabei handelt es sich um eine zeitlich begrenzte Kunstausstellung, die alle 10 Jahre stattfindet. Das letzte Mal - also 2007 - wohnte ich noch nicht in Münster, und dieses Mal wohnte ich dort schon nicht mehr. Schlechtes Timing also. Dennoch wollte ich mir die Chance nicht entgehen lassen, wenigstens ein paar der über die ganze Stadt verteilten Kunstwerke zu besichtigen. Also machten eine Freundin und ich uns an zwei Terminen auf den Weg um zu erkunden, was Münster 2017 unter moderner Kunst zu bieten hat.

Leider muss ich sagen: anscheinend sind wir waschechte Kunstbanausen, denn größtenteils hielt sich unsere Begeisterung in Grenzen... xD Dennoch hier mal eine kurze Zusammenfassung dessen, was wir gesehen haben:

Menschen, die auf dem Kanal über das Wasser gehen - das war wohl für die meisten das absolute Highlight der Skulptur Projekte 2017. So auch für uns. Wir hatten unheimlich großen Spaß auf dieser Installation! Es fühlte sich einfach lustig an, barfuß auf einem Gitter knapp unter der Wasseroberfläche über den Kanal zu laufen. Und es machte Spaß, sich dabei zu fotografieren. Mit dummen Grimassen, springend, wie auch immer. Das ist es, woran ich mich erinnern werde, wenn ich mich in Zukunft an diese Skulptur Projekte erinnere! Auch wenn wir auf die Frage, ob das wirklich Kunst ist, im Grunde keine wirkliche Antwort fanden...

"On Water" von Ayşe Erkmen

Hochgelobt war auch Pierre Huyghes "After ALife Ahead" in der alten Eissporthalle, und ich hatte mir viel davon versprochen. Leider wurde es dann aber irgendwie eher eine große Enttäuschung... Keine Ahnung, ob die ganzen Bienen und Fruchtfliegen, die es dort geben sollte, schon zu Bett gegangen waren, als wir uns an einem späten Nachmittag auf den langen Weg zu diesem Kunstwerk am Rande der Stadt gemacht hatten, oder ob ihnen schlicht die Kälte und Dunkelheit in der Location nicht bekommen war. So oder so, wir fanden irgendwie nur eine ziemlich tote Mondlandschaft vor...

Da konnten die "Himmlischen Masken" von Hervé Youmbi bei uns schon mehr punkten. In den Bäumen am Überwasserfriedhof  zogen sie die Blicke auf sich und es machte Spaß, sie zu betrachten und zu fotografieren und dabei Stück für Stück die ganzen Details an ihnen zu entdecken. Erfreulicherweise machte der Künstler sie dem städtischen Kunstmuseum zum Geschenk, sodass sie auch in Zukunft in Münster verbleiben werden.

Himmlische Maske von Hervé Youmbi

Ganz in der Nähe besuchten wir dann noch die "Skizze für einen Brunnen" von Nicole Eisenman, welcher leider zu diesem Zeitpunkt schon Opfer von Vandalismus geworden war. Nur wenige Tage zuvor war eine der Figuren von einem unbekannten Dummkopf enthauptet worden... Dabei erfreute sich diese Skulptur eigentlich allgemeiner Beliebtheit, was wir bei unserem Besuch auch schnell merkten. So war es einfach unmöglich, Fotos zu machen ohne dabei Horden von anderen Touristen mit einzufangen, weswegen ich das Unterfangen irgendwann aufgab.

Gut in Erinnerung bleiben wird mir auch unser Besuch bei Oscar Tuazons "Kamin". Das liegt aber eher an den Umständen als am Kunstwerk, muss ich zugeben. Es war das erste der Skulptur Projekte, welches wir besucht haben. Voll motiviert, mit der App ausgestattet, machten wir uns auf den Weg. Und verliefen uns, irgendwo im nirgendwo im Industriegebiet am Hafen. Landeten in Ecken, die irgendwie gefährlich aussahen und schließlich in Gebüschen, die förmlich nach illegalen Aktivitäten schrien. Kunst war nirgends zu entdecken. Als uns das Gestrüpp schließlich wieder ausspuckte, standen wir am Kanal, das Kunstwerk direkt vor uns - und übersahen es erst einmal, weil wir es für ein altes Industrieteil hielten. So fühlt es sich an, das Leben als Kunstbanause! xD

"Kamin" von Oscar Tuazon

Das war es jedenfalls eigentlich schon, was ich bewusst von den Skulptur Projekten 2017 mitbekam. Eigentlich hatten wir vorgehabt, noch weitere Kunstwerke zu besichtigen, aber das ganze gestaltete sich mit dem Bus doch als ziemlich langwierig und hinzu kam, dass einige der Kunstwerke, die wir sahen, unsere Motivation nicht gerade anstachelten. So bin ich froh, dass wir ein bisschen was von den Skulptur Projekten mitbekommen habe, trauere aber eigentlich auch nicht gerade, dass es bei weitem nicht für alles gereicht hat. Moderne Kunst muss man wohl einfach mögen, und ich tue mich da zumindest zum jetzigen Zeitpunkt meines Lebens doch ziemlich schwer mit...

Freitag, 19. Januar 2018

Erster Frühmittelaltermarkt im Freilichtmuseum Mühlenhof

Auch eine Woche nach dem bereits besprochenen Fare Thee Well Festival zog es mich wieder nach Münster. Murren wir sonst eher, dass dort einfach nichts für uns los ist, war es in diesem August fast mehr, als man bewältigen konnte!

Das Freilichtmuseum Mühlenhof lud am 26. & 27. August zum ersten frühmittelalterlichen Markt ein und wir folgten der Einladung. Das Wetter war besser als angekündigt, sodass viele Menschen - besonders auch Familien mit Kindern sich wie wir in den Bus setzten und auf den Weg machten. Entsprechend war die Fahrt über Gruppenkuscheln angesagt. Natürlich erwischten wir den Bus mit dem durchgeknallten Pseudo-Anarchisten, der sein unfreiwilliges Publikum die ganze Fahrt über mit seinen bedauerlicherweise nicht vorhandenen Fähigkeiten an Ukulele und Gesang vereinnahmen wollte. Das Ganze endete fast in Handgreiflichkeiten zwischen ihm und einer resoluten Dame, der das Alles ganz zurecht über Gebühr auf die Nerven ging, sodass sich schließlich auch der Busfahrer einmischte... Kurz gesagt: wir waren froh, als wir endlich aussteigen durften und keiner blutete oder weinte ^^

Das Museum Mühlenhof war gut besucht, und neben den normalen Sehenswürdigkeiten des kleinen, aber feinen Museums hatten eben auch einige Mittelalterlager ihre Zelte aufgeschlagen, die alle durchaus authentisch wirkten und sich schön in das Ambiente des historischen Dorfes einfügten. Diese waren auch alle sehr offen und freuten sich sichtlich über Interaktion mit den Besuchern. Im Gegensatz zu vielen großen Mittelaltermärkten wirkten die Lager hier auch belebt und es wurde verschiedenen Handwerken nachgegangen.


Nachdem wir uns alles angesehen hatten, waren wir dann aber bald ein wenig ratlos, was wir tun sollten. Zwar gab es ein kleines Programm mit Schaukämpfen und einer mittelalterlichen Modenschau, doch dieses sollte erst über eine Stunde nach dem Ende unseres Rundgangs beginnen. Gerne hätten wir etwas im mittelalterlichen Ambiente gegessen oder getrunken, aber in der Beziehung sah es auf dem Markt leider ziemlich mau aus. Ein musikalisches Programm gab es zu unserem Leidwesen leider auch gar nicht. So entschieden wir uns schließlich dagegen zu warten und beendeten unseren Besuch auf dem Frühmittelaltermarkt weit früher als geplant.


Zusammenfassend würde ich sagen, dass dieser erste Frühmittelaltermarkt im Freilichtmuseum Mühlenhof in Münster zwar durchaus Potenzial hat, dass dieses jedoch noch nicht optimal ausgeschöpft wurde. Das Ambiente ist für einen solchen Markt super, auch die zwangsläufig durch das eher kleine Museum limitierte Größe und die Ausrichtung auf eine authentische Darstellung durch engangierte Gruppen sind alles Punkte, die ich als sehr positiv empfunden habe. Verbesserungswürdig waren aus meiner Sicht die Verpflegung und das Programm. Ein Getränkeausschank in etwas rustikalerer Optik (und sei es so eine hölzerne Weihnachtsmarkt-Bude) sowie zwei, drei Stände mit Essen, wie man es auch im Mittelalter hätte finden können, hätten für mich beim Ersteindruck auf dem Vorplatz schon Wunder gewirkt und mich vermutlich dazu veranlasst, länger zu bleiben.

Dennoch hat es mich gefreut zu hören, dass der Markt am 23. Juni 2018 eine weitere Auflage erleben wird und ich bin gespannt zu sehen, wie sich die Veranstaltung entwickeln wird.

Dienstag, 16. Januar 2018

Konzertbericht: Das Fare Thee Well Festival in Münster

Der August ist veranstaltungstechnisch traditionell ein sehr vollgepackter Monat, da machte auch 2017 keine Ausnahme. Und so ging es schon wenige Tage nach dem MPS in Telgte mit der nächsten Veranstaltung weiter: dem Fare Thee Well Festival in Münster am 18. August. Der Anlass für dieses Festival im Jovel war ein ganz Besonderer: Shawn Hellmann verabschiedete sich an diesem Abend aus seinem Musikerleben, um sich seinem beruflichen Werdegang zu widmen.

Wer in den letzten Jahren in der Mittelalter- und Folkszene rund um Münster und Osnabrück herum unterwegs war, der dürfte um diesen Mann nicht herumgekommen sein, so aktiv war er mit den unterschiedlichsten Projekten. So kommt es auch, dass er an diesem seinen Abschlussabend selbst als Musiker in allen beteiligten Bands gespielt hat. Eine ganz schön anstrengende Abschiedparty also!

Los ging es mit den Punch Drunk Poets. Die Band mit den eingängigen Songs irgendwo zwischen Folk, Rock und Pop und den wirklich beachtenswerten Texten sind in Münster schon lange keine Unbekannten mehr. Ihr Konzert war ein wirklich gelungener Opener für diesen langen Konzertabend, und ihre Verabschiedungsworte an Shawn verliehen dem Abend einen Hauch von Melancholie, der sich - dem Anlass entsprechend, bis zum Ende durchziehen sollte.



Gleich im Anschluss wurde es dann folkiger mit The Scarlet Scallywags. Diese hatte ich vorher nur dem Namen nach gekannt, war live dann aber sehr schnell von ihnen angetan. Hier gab es viel traditionellen Irish Folk, meist gut gelaunt und sehr tanzbar. Da kam schnell richtig gute Stimmung auf!


In der Umbaupasue gab es dann noch eine ganz besondere Überraschung: zwei Freunde hatten eigens ein eigenes Shanty für Shawn geschrieben, das sie auf der Bühne zum Besten gaben und ihm dann sogar als selbstgemachte CD überreichten. Der im Stück Besungene war dann auch sichtlich gerührt von so viel Liebe und Mühe, wie ihm hier entgegengebracht wurde.

Weiter ging es dann mit der Kilkenny Band, der Band, in der ich Shawn vor mehreren Jahren im Bastard Club in Osnabrück das erste Mal habe spielen sehen und deren Aktivitäten ich seitdem gerne folge. Auch sie spielten ein großartiges Set, traditionelle Tunes wechselten sich mit eigenen Stücken ab, was eine sehr schöne Mischung ergab. Auch hier wurden natürlich einige Abschiedsworte an Shawn gerichtet, unter anderem auch, dass es für ihn immer einen Platz in der Band geben werde.


Schließlich wurde es dann auch schon Zeit für die letzte Band, in der Shawn einen aktiven Part hatte. Die Pagan Folk Gruppe Waldkauz hatte ihn in der Zeit davor sehr oft als Unterstützung dabeigehabt, sei es auf der Bühne oder am Merch. Auch sie hatten sich etwas ganz Besonderes als Abschiedgeschenk ausgedacht und schenkten Shawn einen Ausflug in den Zoo zu seinen geliebten Faultieren. Der junge Mann kam an diesem Abend so langsam aus der Rührung gar nicht mehr heraus!


Mit dem (im übrigen wundervollen) Konzert von Waldkauz endete dann tatsächlich Shawns Leben als aktiver Musiker - wobei wir wohl alle hoffen, dass es nur ein vorübergehender Abschied ist.

Viele machten sich nach den Konzerten auf den Heimweg, doch die Party war zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorbei. Wer noch Lust hatte zu feiern, der konnte dies nach einer Pause mit der Osnabrücker Band Überfällig tun. Auch uns zog es jedoch nach Hause, da es doch ein langer Abend gewesen war. So kann ich über alles, was später in dieser Nacht noch geschehen sein mag, auch nichts mehr schreiben. So oder so, in jedem Fall dürfte dies ein Abend gewesen sein, den alle Beteiligten und auch die Besucher so schnell nicht vergessen werden!

Montag, 15. Januar 2018

Streifzug über das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Telgte

Nur eine Woche nach dem Highlight jedes Festivaljahren, dem Castlefest, stand Mitte August schon der nächste Termin in meinem Kalender. Auch dieser ein Klassiker, den ich mir nach Möglichkeit nicht entgehen lasse: das Mittelalterlich Phantasie Spectaculum in Telgte!

Dieses Mal besuchte ich das Festival am Samstag, da dieser mit einem ausgezeichneten Programm lockte. Das Wetter war wie in weiten Teilen dieses Sommers eher mäßig, Schlamm und Regen gab es genug. Doch wen hält sowas schon auf? Nur die Kamera musste leider witterungsbedingt zu Hause bleiben.

Mich nicht, und darum ließ ich mich auch nicht davon abhalten die Möglichkeit zu ergreifen, mir mit Mythemia eine Band anzusehen, die ich vorher noch nie live sehen durfte. Nachdem die anfängliche Verwirrung überwunden war (wir so: hatten die nicht mal eine Sängerin und keinen Sänger, und kennen wir den Herren nicht von irgendwo anders - beides konnte im Übrigen bejaht werden), wusste das Gehörte durchaus zu überzeugen und hielt uns ein ganzes Set lang vor der Bühne.

Mythemia

Gegen Abend wuchs dann die Vorfreude auf das, was mein persönliches Highlight dieses Tages werden sollte: Cesair gaben sich die Ehre! Die Damen und Herren haben sich im Laufe dieser MPS-Saison ganz zu recht ein treues Publikum erspielt, und so war auch bei diesem Konzert die Stimmung vor wie auch auf der Bühne großartig. Natürlich stellten sie auch den einen oder anderen Song von ihrem neuen Album "Omphalos" vor, welches eine Woche zuvor beim Castlefest erstmalig erworben werden konnte. Hoffentlich lädt Gisi diese tolle Band auch in der nächsten Saison wieder ein, sie sind eine wirkliche Bereicherung für das MPS!

 Cesair

Abgeschlossen wurde der Tag auf dem MPS in Telgte für uns mit einem gewaltigen Konzert von Fiddler's Green, welches ich dank des vollen Körpereinsatzes meiner Freundin aus der ersten Reihe erleben durften. Sie hielt mir tatsächlich erfolgreich einen Platz dort vorne frei, obwohl ich bis ca. 5 Minuten vor Konzertbeginn in der Schlange am Baumstriezel-Stand festhing und sehnsüchtig auf mein Abendessen wartete xD Danke nochmal dafür!

Trotz nerviger Nachbarn (Teenager, die frustriert waren, dass sie keinen Platz weiter in der Mitte bekommen hatten und erfolglos versuchten, mich mit konstantem anpogen zu vertreiben - haha, ihr müsst noch so viel lernen, ihr Würmer!), wurde es ein super Konzert. Die Band stellte dort größtenteils ihr neues Album "Devil's Dozen" vor, in welches ich mich vom Fleck weg verliebte, besonders in das wunderbare "Mr. Tickle".


Nach diesem tollen Konzert wurde es für uns so langsam Zeit, uns auf den Heimweg zu machen. Dieser war zum Glück nicht allzu weit, da ich für die Nacht bei meiner Freundin im nahgelegenen Münster aufgenommen wurde.

Mit dem MPS in Telgte endete für mich 2017 auch die reguläre MPS-Saison, nur noch der Weihnachtsmarkt stand bevor, bei dem es leider auch nur zu einem Besuch kam. Doch dazu später mehr, denn bevor ich so weit komme, stehen noch einige andere Berichte aus!

Sonntag, 14. Januar 2018

Castlefest-Nachlese 2017: Sonntag

Am Sonntag konnten wir es wieder etwas entspannter angehen. Musikalisch begannen wir den Tag mit The Dolmen, die das erste Konzert auf der großen Forest Stage bestritten. Es wurde wie immer an tolles Konzert. Wo The Dolmen auftreten, bleiben die Beine nicht still, und beim Castlefest gilt das natürlich ganz besonders. Selbst ein Dino ging da im Publikum voll ab. :D

The Dolmen

Gleich im Anschluss gab es dann noch ein letztes Mal Emian, die ihr Publikum im Laufe dieses Wochenendes zusehends - völlig verdient - vermehrt hatten. Es ging auf das Ende zu, die Leute wollten sichtlich nochmal so richtig tanzen, und das ging in diesem Jahr wohl bei kaum jemandem besser als bei Emian.

Ein letztes Mal schlenderten wir über das Gelände, machten letzte Besorgungen und flanierten durch das gemütliche Festivaldörfchen der Heidense Bende, gaben die letzten Münzen aus und ließen uns eine Weile vor der Bühne bei Seed nieder, dann stand auch schon das Abschlusskonzert vor der Tür. Dieses wurde in diesem Jahr von Russkaja bestritten. Das gab zum Abschluss nochmal eine richtig wilde Party. Ich kannte die Band vorher kaum und war nicht so recht sicher, ob ich sie mochte, stellte dann aber schnell fest: die machen verdammt nochmal so richtig Spaß! Die Ansagen brachten mich schnell zum Lachen, der "Traktor" war eine großartige Sache, und dann genossen sie natürlich noch das Privileg, den traditionellen "Fruit Salad" in ihrem Set zu haben. Dieses immer witzige Ritual allein ist schon immer ein guter Grund, sich das letzte Konzert des Festivals anzusehen. ;)


Und dann war es auch schon wieder vorbei. Vier Tage, so lange erwartet, wie im Fluge vergangen. Und wie in jedem Jahr waren wir uns gleich sicher: Tschüss Castlefest, nächstes Jahr sehen wir uns wieder!