Am 3. März hatte das Warten endlich ein Ende: Faun waren wieder auf Tour und machten dabei Halt in Wuppertal. Klar, dass ich mir das nicht entgehen ließ!
Schauplatz des Spektakels war einmal wieder die Historische Stadthalle - eine Location, die einen wahrhaft perfekten Rahmen für ein Faun-Konzert bildet. Die Halle im Neorenaissance-Stil ist schon rein optisch ein wahrer Hingucker, und auch die Akustik lässt hier keine Wünsche offen. Perfekte Voraussetzungen also für einen wunderschönen Abend mit Faun.
Nachdem ich beim letzten bestuhlten Konzert in Wuppertal in der vorletzten Reihe gesessen hatte und damit nicht unbedingt glücklich geworden war (ein Opernglasverleih wäre an diesem Abend sehr schön gewesen, oder zumindest eine Brille in meiner aktuellen Sehstärke *hüstel*), war ich dieses Mal klüger gewesen und hatte mir einen Platz im Mittelfeld gegönnt. Mit dem Wissen, dass ich so auch ein wenig von den Personen auf der Bühne sehen würde, konnte das Konzert schon mit einem guten Gefühl beginnen.
Und was soll ich sagen, es wurde ein fabelhaftes Konzert, dieses mein nunmehr schon 37. Faun-Konzert. Die neue Bühnendeko passte hervorragend zur nordisch inspirierten "Midgard"-Tour, und natürlich gab es auch viele Stücke dieses Albums zu hören. "Sonnenreigen (Lughnasad)" und "Federkleid" durften ebenso wenig fehlen wie das zauberhafte "Macbeth" oder "Brandan", bei dem Stephan die Leadvocals singt. Und sogar einige lange nicht mehr live gehörte Stücke fanden ihren Weg ins Set, darunter beispielsweise "König von Thule" vom allerersten Album der Band aus dem Jahr 2002. Auch die Lichtshow war an diesem Abend mal wieder ein Traum und unterstützte die Klänge der Musiker einfach perfekt.
Auch eine ziemlich große Neuerung gab es für viele an diesem Abend zu erleben, war dies doch eines der ersten Konzerte mit neuer Sängerin. Nur wenige Wochen vor Beginn der Tour hatte Katja Moslehner ihren Ausstieg bekannt gegeben und damit einmal wieder Platz für eine neue Stimme gemacht. Eingenommen wurde ihr Platz von Laura Fella, die in der Vergangenheit schon als Gastsängerin bei Eluveitie von sich Reden gemacht hatte. Meinem Gefühl nach fügte sich Laura an diesem Abend jedenfalls schon ganz wunderbar in das Gesamtgefüge von Faun ein und ich bin gespannt, welche neuen Impulse sie in Zukunft einbringen wird.
Und dann gab es da natürlich noch die musikalischen Gäste. Für die "Midgard"-Tour hatten sich Faun gleich zweifach Unterstützung aus dem Norden Europas eingeladen. Zum einen war das Einar Selvik, den Meisten bekannt als der Mann hinter Wardruna. Zum anderen war da noch Martin Seeberg, der mit unzähligen Bands und Projekten wie Valravn, Trolska Polska oder Asynje schon seit Jahren die Nordic Folk Szene bereichert. Während Letzterer das Konzert ganz fantastisch instrumental an der Geige unterstützte, wurde Einar Selvik als Gastsänger tätig. So hatte man als Zuschauer das große Glück, "Odin" vom aktuellen Album live zu hören zu bekommen, was ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis war. Außerdem spielten Faun mit seiner Unterstützung zwei Wardruna-Songs, nämlich "Helvegen" und "Solringen" und zeigten, was für eine wunderschöne Symbiose die Musik der beiden Bands miteinander eingehen kann.
Obwohl das Konzert mit Pause und mehreren Zugaben wirklich nicht kurz ausfiel, war es am Ende gefühlt viel zu schnell vorbei. Ich bin jedes Mal wieder begeistert, wie sehr ein Faun-Konzert mich in seinen Bann schlagen kann. Egal, wie oft ich diese Band sehe, es ist jedes Mal wieder ein Fest und lässt mich glücklich und beschwingt durch die nächsten Tage gehen. Darum freue ich mich, dass der nächste Termin schon gar nicht mehr in so weiter Ferne liegt. Wir sehen uns auf dem MPS in Wassenberg, liebe Faune! ♥
Heute gibt es mal wieder eine CD-Vorstellung von mir. Diesmal hatte ich die Freude "Tiefenrausch", das neue Album der Mittelalterrocker von Nachtgeschrei rezensieren zu dürfen. Wie es mir gefallen hat, könnt ihr unter den folgenden Links nachlesen:
Zum Titeltrack des Albums hat die Band vor gut einem Monat auch ein Video veröffentlicht. Wer sich selbst einen ersten Eindruck verschaffen möchte, kann ja mal einen Blick riskieren:
Am 18. Februar verschlug es mich mit einer Freundin erstmalig in die Neue Spinnerei nach Dülmen. Dort gaben sich an diesem Abend gleich drei Bands und ein Solokünstler die Ehre.
Unsere anfängliche Sorge, dass wir ein bisschen zu alt sein könnten für eine Location wie die Neue Spinnerei, die ziemlich auf Jugendarbeit konzentriert ist, erwies sich zum Glück schnell als unbegründet. Schon zum Einlass hatten sich Menschen aller Altersklassen eingefunden, die zusammen ein nettes und ansehnliches Publikum bildeten.
Bald ging es dann auch schon los mit dem ersten Auftritt des Abends. Dieser wurde bestritten von Complaints aus Köln. Der sympathische Singer-Songwriter wurde von dem optisch zugegebenermaßen ziemlich offensichtlich Metal-geprägten Publikum auch sehr positiv aufgenommen. Und das ganz zu recht, denn es machte wirklich Spaß, ihm zuzuhören, sowohl bei den ruhigen als auch bei den druckvolleren Stücken seines Sets.
Nach kurzer Pause ging es dann weiter mit Travels & Trunks aus Dortmund. Diese zelebrierten unheimlich charmant den Sound von einem Amerika längst vergangener Zeiten. Ganz was anderes, als meine Ohren sonst so gewohnt sind, aber gerade deswegen auch so spannend. Zu hören gab es sowohl Eigenkompositionen als auch Coverversionen, und für einige Lieder bekam die Band dann auch nochmal Unterstützung von Complaints, der den Sound der Band wunderbar ergänzte. Für große Erheiterung sorgte auch die Verabschiedung der Band, in der sie dem wirklich durchgängig ziemlich düster gekleideten Publikum dankten, dass sie zugehört hatten, obwohl es gar keinen Metal zu hören gab.
Als dritte Band standen Elmsfeuer auf dem Programm. Diese hatten zunächst einige Probleme mit der Technik, weswegen sich der Konzertbeginn leider verzögerte und ihr Set am Ende zeitlich beschnitten werden musste. Es war das erste Mal, dass ich sie in ihrer neuen Besetzung sah, die in der jüngeren Vergangenheit einige Änderungen durchgemacht hatte. Es wurde ein kurzes, aber großartiges Konzert. Das Publikum ging von Anfang an gut mit ab, es wurde mitgesungen und weite Teile der Menschen schlossen sich gerne dem rasanten Zug der Bandflagge durch den Raum an. Entsprechend war das Bedauern groß, als die Band ihren Auftritt beenden musste, ohne alle Songs von ihrer Setliste gespielt zu haben.
Doch es half ja alles nichts, das Ende der Veranstaltung näherte sich und eine Band, die wohl keiner der Anwesenden missen wollte, hatte ihr Set noch vor sich: Punch'n'Judy! Es wurde ein wahrhaft krönender Abschluss für einen auch vorher schon sehr gelungenen Konzertabend. Die Band präsentierte Stücke ihres erst vor kurzem erschienenen neuen Albums "Rum, Soda & Punch", aber ließ natürlich auch die Bandklassiker nicht außer Acht. So stand bei Liedern wie "Flibberty Gibbet" kein Tanzbein im Raum mehr still und es gab wohl kaum einen Menschen im Publikum, der den Text vom "Koboldkönig" nicht lautstark mitsang.
Dem Gefühl nach viel zu schnell verabschiedeten sich Punch'n'Judy dann aber auch schon wieder von ihrem Publikum. Recht verschwitzt, aber sehr glücklich machte man sich so langsam auf den Heimweg. Solche großartigen Veranstaltungen darf es in Dülmen in Zukunft gerne noch häufiger geben. Mir wäre es eine Freude, wieder mit dabei zu sein.
Vergangenes Wochenende habe ich eine Freundin besucht. Es war schön, in diesem bisher sehr seicht und unspektakulär dahinplätschernden Jahr 2017 endlich mal wieder etwas zu unternehmen. Wir haben einen Videoabend gemacht ein Konzert besucht, über das ich natürlich später noch schreiben werde. Aber wir haben auch einen Basteltag veranstaltet. Im Grunde war es noch ein bisschen früh dafür, aber das Motto war Ostern. Dies hier ist für meinen Teil dabei herausgekommen:
Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen, Ostern kann nun also kommen und bunt und fröhlich werden.
So ein Basteltag ist jedenfalls wirklich eine feine Angelegenheit und macht richtig Spaß. Sowas sollte man definitiv auch als Erwachsener öfters machen!
Nun stehen ja zu meinem persönlichen Leidwesen erst einmal die "tollen Tage" vor der Tür. Ich bin wirklich, wirklich kein Freund von Karneval und werde die Zeit abgesehen von einem geplanten kleinen Ausflug ins Tierheim nach Heinsberg (Kuchen essen für den guten Zweck, yeah! :P) zu Hause verbringen. Vielleicht werde ich bloggen, vielleicht werde ich basteln.
In jedem Fall werde ich lesen, lesen, lesen. Und zwar die Bücher, die ich mir vor noch nicht einmal zwei Wochen aus der Stadtbücherei in Übach-Palenberg ausgeliehen habe. Der Bücherei, die ich schon mein Leben lang regelmäßig besuche. Mit den netten Mitarbeitern, die ich teilweise schon seit mehr als 20 Jahren kenne. Am 13. März sollte ich die Bücher zurückgeben. Doch daraus wird nun nichts. Keine zwei Wochen benötigte die Lokalpolitik, um die endgültige Schließung der Bücherei zum 28. Februar durchzusetzen. Erfahren habe ich es durch eine Randnotiz in der Zeitung, leicht zu überlesen zwischen all den ach-so-fröhlichen Karnevalsartikeln. Mir jedenfalls war nach dieser Nachricht noch weniger zum Feiern zu Mute als ohnehin schon. Wieder ist diese Stadt ein großes Stück ärmer geworden.
Und jetzt muss ich mir da wirklich mal was von der Seele reden. Sicher, insgesamt kam die Schließung der Stadtbücherei nicht unerwartet, war sie doch schon seit Jahren eine Herzensangelegenheit des Bürgermeisters und seiner Partei. Als die Bücherei vor ein paar Jahren gebührenpflichtig wurde, ohne ein Ermäßigungsmodell für finanziell ohnehin benachteiligte Menschen, habe ich mich mit einem Beschwerdebrief an die Stadt gewandt. Ich fand die Regelung ungerecht, undurchdacht und sicher nicht dazu geeignet, der Bücherei zu mehr Nutzern zu verhelfen. Pflichtgemäß erhielt ich auch eine Antwort auf meinen Brief. Das einzige, was mir zeigte, dass es sich nicht um eine computergenerierte Antwort handelte, war die Anrede. "Sehr geehrte Veronika E." hieß es dort. Schade nur, dass mein Vorname Victoria lautet. Das Ganze schien mir ziemlich gut zu symbolisieren, wie ernst es den Verantwortlichen mit dem ganzen Thema war.
Also, wie gesagt: Die Schließung war keine Überraschung. Doch nun am Ende ging alles so verdächtig schnell. Ein Schelm, wer da an möglichst schnelle Abfertigung denkt? Es könnte sich ja sonst doch noch Protest regen, und das wäre ja wirklich schrecklich unangenehm. Wie großes Vertrauen ich nun in die Beteuerungen der Politik, man wolle in einer netten Runde über Alternativen zur Bücherei beratschlagen, setze, kann man sich sicher denken.
Ich könnte noch viele böse Worte darüber verlieren, was ich von der ganzen Angelegenheit halte. Aber ich erspare es mir, bevor mir noch das letzte Fünkchen Vorfreude auf das Wochenende vergeht. Ändern tut es zu diesem Zeitpunkt ja eh nichts mehr. Gesagt werden musste alle das hier trotzdem mal.
Neues Jahr, neue Musikübersicht über das Vergangene. 2016 hatte wahrlich einiges an tollen Neuerscheinungen zu bieten. Und hoffentlich komme ich irgendwann auch mal dazu, die erwähnten Sachen alle zu rezensieren. Wenn ja, gilt wie immer: ich verlink es. Und ebenfalls wie immer: die Liste ist alphabetisch, weil ich mich sowieso nicht für eine Reihenfolge entscheiden könnte. ;)
So, nach nur fast zwei Monaten liefere ich heute dann endlich mal den letzten noch ausstehenden Bericht aus dem vergangenen Jahr nach... *dumdidum*
Am 29. Dezember verschlug es mich noch ein letztes Mal nach Dortmund auf den Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt. Dort war für diesen Tag nämlich ein ganz besonderes Konzert angesetzt. Die Belgier von Rastaban hatten nämlich nicht nur ihren ersten MPS-Auftritt, sondern gleich ihr erstes Deutschland-Konzert überhaupt. Klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen wollte!
Das Konzert fand im von mir eigentlich nicht so hochgeschätzten Zelt statt, aber davon ließ ich mich nicht abschrecken. Beim Warten auf den Konzertbeginn blieb noch etwas Zeit für einen kurzen Rundblick auf das versammelte Publikum. Da gab es einige neue Gesichter zu sehen, die vermutlich ebenfalls nur für Rastaban angereist waren. Auch hörte man an diesem Tag im Zelt deutlich mehr Französisch als sonst. Doch auch gut bekannte Gesichter hatten sich versammelt, um die neue Band auf dem MPS Willkommen zu heißen.
Rastaban begannen schließlich ganz pünktlich, und brachen mit ihrem mitreißenden Tribal Folk schnell das Eis und zeigten, dass sie auch ein Publikum in Deutschland dazu bringen können, das Tanzbein zu schwingen. Aber mal unteruns: Wer könnte auch allen Ernstes bei Songs wie "Zora" oder "La Gavotte" wie ein Stein vor der Bühne stehen bleiben? ;)
Rastaban in Dortmund
Der Platz vor der Bühne füllte sich während des Konzerts zusehends und die Leute lauschten den Klängen der Band mit großer Freude, ebenso wie den sympathischen Ansagen, für die Slideridoo-Spieler Luka sogar sein beim Fernsehen gesammeltes Deutsch hervorkramte. Am Ende verabschiedeten sich Rastaban unter begeisterten Applaus und ich bin mir sehr sicher, dass sie an diesem Tag doch den einen oder anderen neuen Fan gewinnen konnten.
Für Leute, die sich gerne selbst ein Bild verschaffen wollen oder da waren und in Erinnerungen schwelgen möchten: (Fast?) das ganze Konzert diesen Tages ist auf youtube zu finden.
Es war ein wirklich durch und durch gelungener Einstand, den Rastaban da auf dem Phantastischen Mittelalter Lichter Weihnachtsmarkt mit den Besuchern feierten. Hoffentlich gibt es für uns Fans in absehbarer Zeit mehr davon auf deutschen Bühnen!
Irgendwie haben mich momentan die Schreibfaulheit und eine hartnäckige Erkältung voll im Griff. Darum hinke ich nun irgendwie richtig massiv hinterher mit den Dingen, über die ich eigentlich noch so hatte schreiben wollen. Zeit, der liegen gebliebenen Arbeit den Kampf anzusagen!
Kurz vor Weihnachten (ich sagte ja, es ist massiv) ergab sich relativ spontan ein Tagesausflug zum Winter Castlefest. Eigentlich ist der Weg ins niederländische Lisse ja ein bisschen weit für einen solchen spontan-Tagestrip, aber das Line Up war so gut, dass wir diesen Umstand gekonnt ignorierten und am Samstag einfach fuhren. Und was für ein Glück, dass wir das getan haben!
Ein bisschen merkwürdig war es schon, das uns in den mittlerweile recht zahlreichen Jahren, die wir das sommerliche Castlefest schon besuchen so vertraute Gelände plötzlich im tiefsten Winter wiederzusehen. Doch das Glücksgefühl ließ trotz leichten Nebels nicht lange auf sich warten, denn die Castlefest-Stimmung war zweifelsohne da.
Wir erreichten das Festivalgelände ziemlich pünktlich zu Beginn des ersten Konzertes. Dieses wurde von Sowulo im warmen Zelt gegeben. Die Konzerte sollten sich fortan den ganzen Tag ziemlich nahtlos auf jener Bühne im Zelt und einer kleinen Freiluft-Bühne abwechseln. Während dieses ersten Konzerts fiel es mir noch ziemlich schwer, mich auf das Geschehen auf der Bühne zu konzentrieren, sodass ich Sowulo irgendwie eher gehört als gesehen habe. Doch da war eben noch zu viel Neues um mich herum, Eindrücke wollten gesammelt werden und das Zelt in Augenschein genommen werden. Trotzdem habe ich das Konzert von Sowulo als sehr schön in Erinnerung, die Band heizte dem Publikum ordentlich ein und präsentierte dabei auch gleich das eine oder andere neue Stück. Schließlich hatten sie sich das Winter Castlefest zum Release-Termin ihres neuen, zweiten Albums "Sol" auserkoren, welches gleich nach dem Konzert Einlass in meine Musiksammlung fand.
Die kurze Konzertpause nach dem Auftritt von Sowulo nutzten wir, um uns den Rest des Geländes ein erstes Mal näher anzusehen. Ein erster Rundgang war relativ schnell bewerkstelligt, umfasst das Areal doch nur einen Bruchteil der Fläche des großen Castlefests im August.
Im Anschluss konnten wir uns dann wieder im Zelt aufwärmen und dabei die Klänge von Shireen genießen. Auch die spielten einiges bisher unveröffentlichtes Material, welches große Lust auf das in Arbeit befindliche erste Album der Band machte.
Ohne Pause ging es nach dem Auftritt von Shireen draußen mit Virelai weiter, die wir natürlich nicht verpassen wollten. Es war schon eine ganze Weile her, dass man die Band auf einem Castlefest erleben durfte und sie waren von uns schmerzlich vermisst worden. Hier bot sich auch die erste tolle Gelegenheit zu tanzen, wie man eben nur auf einem Festival wie dem Castlefest tanzen kann. Angeführt von Sängerin Mia tanzten wir gefühlt eine Viertelstunde in großen Kreisen und Schleifen über das Gelände. Anstrengend, aber auch superspaßig!
Virelai
Wieder ohne Pause fingen im Zelt Seed mit ihrem Set an, bei denen wir aber leider eine Auszeit nehmen mussten. Irgendwann muss man nunmal auch grundlegende menschliche Bedürfnisse befriedigen, und schon am frühen Nachmittag vor Hunger umfallen wäre doch irgendwie dumm gewesen ;) Während Seed also im Zelt sicher einen tollen Auftritt hinlegten (ich habe keinen Grund daran zu zweifeln, durfte ich mich von den Live-Qualitäten der Band doch zuletzt wenige Monate zuvor auf dem Sommer Castlefest überzeugen), begaben wir uns zum Frying Dutchman.
Danach ging es dann aber mit voller Energie weiter, als auf der Außenbühne Asynje spielten. Wenn es eine Band gibt, deren Abwesenheit beim Castlefest mich in den vergangenen Jahren richtig, richtig hart getroffen hat, dann war es die von Asynje. Denn diese Band passt einfach zu diesem Festival, als wären sie füreinander geschaffen worden. Insbesondere den Song "Viking Party Polka" verbinde ich so stark mit dem Castlefest und er weckt jedesmal so schöne Erinnerungen, dass ich am liebsten sofort anfangen würde, durch den Raum zu tanzen, wenn ich ihn höre. Notfalls auch durchs Zugabteil, wenn ich ihn eben unterwegs höre. :P
Jedenfalls wurde natürlich auch dieses Asynje-Konzert ein absolutes Highlight des Tages, zumal Sängerin Nanna in einer ganz - nennen wir es mal "speziellen" - Laune war und so abging, dass selbst ihre Bandkollegen aufrichtig erstaunt wirkten.
Asynje
Das anschließende Konzert von The Dolmen sahen wir auch nicht ganz komplett, denn es wurde Zeit, dem Auto einen Besuch abzustatten um die mittlerweile gesammelten Einkäufe zu verstauen. Zu der Sowulo-CD hatten sich nämlich in der Zwischenzeit noch CDs von Trolska Polska, Asynje und The Dolmen sowie ein Castlefest-Geburtstagskalender gesellt. Die Bands hatten sich wahrlich nicht lumpen lassen, was neue Veröffentlichung pünktlich zum Winter Castlefest anging! Das Finale des Konzerts bekamen wir zum Glück aber doch noch mit, und es ließ mich ein wenig bedauern, den Rest verpasst zu haben. Aber so ist das nunmal, wenn es den ganzen Tag quasi keine Pausen im Line-Up gibt, und wir hatten wirklich lange überlegt, welche Auftritte wir "opfern" würden und uns mit Seed und The Dolmen schweren Herzens für die beiden entschieden, die wir schon im August gesehen hatten.
Mittlerweile war es draußen vollständig dunkel geworden. Als letzte Band auf der Außenbühne spielten Trolska Polska ihre einzigartigen Trollklänge. Die Dänen hatten sich dabei gleich ganz kompromisslos entschieden, ihr ebenfalls gerade erschienenes zweites Album "Untold Tales" komplett vorzustellen und gar keine alten Stücke zu spielen. Das Konzept ging auf, Band und Publikum hatten sichtlich Spaß beim imitieren von Trolltänzen- und Geräuschen.
Die gute Stimmung wurde dann gleich weiter ins Zelt getragen, wo Rastaban ihren Auftritt hatten. Die Belgier bewiesen wieder einmal, dass sie eine super Liveband sind, und brachten das Publikum ordentlich zum tanzen. Ich freute mich an diesem Tag bereits darauf, dass ich die Band keine zwei Wochen später bei ihrem ersten Deutschland-Konzert auf dem Mittelalterlichen Lichter-Weihnachtsmarkt in Dortmund würde wiedersehen dürfen.
Nach dem Konzert gab es dann tatsächlich mal eine Spielpause, die wir für einen weiteren Besuch beim Frying Dutchman nutzen (ist sehr lecker da, aber das kulinarische Angebot war bedauerlicherweise auch wirklich etwas arg klein, sodass sich die Alternativen in Grenzen hielten). Danach suchten wir uns einen Platz für das Yule-Ritual.
Dieses wurde 2016 von Taloch Jameson, dem Sänger von The Dolmen geleitet, der auch in seiner englischen Heimat in derartigen Zeremonien aktiv ist und das Ritual zu einem ganz besonderen, unvergesslichen Erlebnis machte. Ganz dicht bei uns stand eine Gruppe junger Leute, die ziemlich negativ auffielen, weil sie das Ganze offensichtlich für einen dummen Scherz hielten. Kaum hatte Taloch jedoch mit der Zeremonie begonnen, wurden auch sie ganz still. Jeder lauschte seinen Worten, die - obwohl nicht laut - im ganzen Publikum verstanden werden konnten. Wie beeindruckend es schließlich war, als plötzlich die ganze versammelte Menschenmenge schwieg. Und was für eine Kraft sie dann entwickelte, als alle gemeinsam anhoben zu summen und schließlich zu rufen! Das waren wirklich ein paar magische Minuten für alle Versammelten.
Leider blieb nicht viel Zeit, um ganz in Ruhe den Gedanken und Gefühlen nachzuhängen, die eine solche Zeremonie in einem auslöst, folgte doch sogleich das letzte Konzert des Festivaltages. Dieses wurde von den wunderbaren Euzen gespielt. Wie üblich klebten meine (und sicherlich nicht nur meine) Augen förmlich das ganze Konzert über auf Sängerin Maria, die einfach eine sagenhafte Ausstrahlung und Bühnenpräsenz besitzt. Das großartige Outfit, dass sie trug (entworfen von Annicke, der Sängerin von Shireen) fing ebenfalls die Blicke der Leute ein.
Es wurde ein wundervoller Ausklang für einen durch und durch schönen Festivaltag. Die Musik von Euzen lud zum tanzen und singen und sich einfach nur wohlfühlen ein. Viel zu schnell ging der Auftritt dann auch seinem Ende entgegen und es wurde Zeit, sich zu verabschieden von diesem wundervollen Ort mit all seinen wundervollen Menschen.
Wir sehen uns im August, liebes Castlefest. Und vielleicht sehen wir uns dann ja auch nochmal im Dezember. Und ganz vielleicht dann auch nicht nur für einen Tag. Mal schauen, was die Zeit für Möglichkeiten eröffnet! ♥